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Chronik: Mannschaftskämpfe
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Mannschaftskämpfe

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1995
Saisonverlauf Endstände und Berichte Spieler und Ergebnisse
KSH 1
OL   4.
  9 38,5 11
KSH 2
SL   2.
  9 43,5 13
KSH 3
BL   3.
  9 41,0 10
KSH 4
BL   2.
  9 49,5 14
KSH 5
BL   6.
  9 34,5   7
KSH 6
1K   2.
  8 42,0 12
KSH 7
1K   9.
  8 20,5   1
↑
↓
KSH 1
Oberliga‑Nord, Staffel Nord
Pl. Mannschaft BP MP
1. SC Diogenes 42,5 15
2. Hamburger SK 3 40,5 13
3. Lübecker SV 2 37,5 13
4. Königsspringer Hamburg 38,5 11
5. Hamburger SG BUE 39,5 9
6. TSV Travemünde 36,5 7
7. Kieler SG 34,5 7
8. Schachfreunde Hamburg 33,0 6
9. 1. Schweriner SV 29,0 5
10. Bille SC 28,5 4

Die Erste startete recht gut und konnte zur Abwechslung sogar gegen Diogenes mal einen Teilerfolg erzielen. Offenbar unachtsam geworden unterlag man gleich darauf der HSG/BUE. Jenseits von gut und böse wurde die Saison auf dem vierten Platz beendet.

Herausragende Scores erzielten Frank Lamprecht (6/8) und Carl‑Christian Buhr (7/9). Frank fehlte leider ausgerechnet gegen die HSG/BUE, möglicherweise wäre sonst gerade dieses Schlüsselspiel und damit die gesamte Saison anders verlaufen.

(Thomas Rosien)

↑
↓
KSH 2
Stadtliga A
Pl. Mannschaft BP MP
1. Hamburger SK 5 42,5 15
2. Königsspringer Hamburg 2 43,5 13
3. SK Union‑Eimsbüttel 2 43,0 13
4. Langenhorner Schachfreunde 42,0 13
5. Altonaer SK Venceremos 40,5 10
6. SC Diogenes 3 36,5 10
7. TV Fischbek 34,0 6
8. Hamburger SK 7 29,5 6
9. Schachfreunde Wedel 27,0 4
10. ETSV Altona‑Eidelstedt 21,5 0

In dieser Saison hatte sich die Zweite fest vorgenommen, den Aufstieg zu schaffen. Es ging dann auch wie geplant los mit einem Sieg gegen Altona (5:3). Maßgeblichen Anteil hatten die beiden Christians und das Gespann Lindner/Lindinger. Ich musste meinen Punkt leider abgeben, da ich mich wohl erst an die Stadtliga‑Luft gewöhnen musste. Auch gegen Wedel landeten wir nach einem spannenden Kampf einen 5:3‑Sieg und waren durch einen Brettpunkt getrennt hinter Union‑Eimsbüttel auf dem zweiten Tabellenplatz. In der dritten Runde ging es gegen Fischbek mit 6½:1½ zur Sache, die Mannschaft hatte sich also eingespielt.

In der nächsten Runde gegen Diogenes stellten wir uns auf einen harten Kampf ein. Ich konnte zwar schnell gegen Klostermann gewinnen, aber nach drei Stunden Spielzeit stand es dann 3½:3½ und Boris kämpfte noch mit einem Bauern weniger. Da die Stellung ziemlich taktisch war und der Gegner nur noch zehn Minuten auf der Uhr hatte, konnte Boris den Bauern zurückgewinnen. Damit war die Partie schon fast entschieden, nach einigen weiteren Zügen gab der Gegner auf und wir waren mit 8:0 Punkten Tabellenführer!

Gegen Union stellten wir uns auf einen noch härteren Kampf ein. Christian Conrad verlor gegen Jan Wendt, der nächste Saison bei uns in der Oberliga spielen wird, und auch der andere Christian (Melde) hatte einen schweren Stand gegen Kreutzkamp. Dafür siegten aber Kay an Brett 8 und Markus Lindinger. Die letzte Partie von Daniel sahen wir beim Stand von 3½:3½ alle als gewonnen an und freuten uns schon auf einen Sieg. Wie das Schicksal so spielt, lief Daniel aber in ein Selbstmatt hinein und wäre wohl am liebsten im Boden versunken. Durch diese Niederlage rutschten wir auf den dritten Tabellenplatz.

Die sechste Runde gegen Langenhorn ging nach spannendem Kampf 4:4 aus, womit der Aufstieg noch nicht vergeben war. Daran war erst nach dem Kampf gegen HSK 5 nicht mehr zu denken, den wir 2½:5½ verloren. Wir mussten dabei auf mehrere Stammspieler wegen Oberliga‑Einsätzen und Termin‑Mangel verzichten, sodass die Mannschaft auch einen schweren Stand hatte.

Die beiden letzten Kämpfe gegen ETSV Altona (die Paarung Melde gegen Melde kam tatsächlich zustande) und HSK 7 haben wir nochmals hoch gewonnen, aber zum Gruppensieg reichte es dennoch nicht. In der nächsten Saison werden wir aufs Neue die Landesliga anpeilen, um endlich die Lücke zur Oberliga zu schließen. Leider spielen Christian Conrad und Toni nächste Saison nicht für uns, sodass wir noch neue Spieler in die Mannschaft einbauen müssen.

(Marcus Möhrmann, Der Königsspringer August 1995)

↑
↓
KSH 3
Bezirksliga B
Pl. Mannschaft BP MP
1. Schachfreunde Hamburg 2 56,0 18
2. SK Johanneum Eppendorf 2 42,0 13
3. Königsspringer Hamburg 3 41,0 10
4. SV Großhansdorf 2 38,5 10
5. SC Schachelschweine 38,0 8
6. SC Diogenes 5 30,5 8
7. SC Caissa Hohenhorst 32,5 7
8. SG Wichern‑Schule 31,0 6
9. Langenhorner Schachfreunde 2 29,5 6
10. Barmbeker SK 3 21,0 4

Die Dritte wurde mit der Zielsetzung aufgestellt, den Klassenerhalt in der Bezirksliga zu schaffen. Nach den ersten drei Mannschaftskämpfen hatten wir nur 2:4 Mannschaftspunkte und die starken Mannschaften standen uns noch bevor. Unser nächster Gegner Großhansdorf hatte den zweitbesten DWZ‑Schnitt nach den Schachfreunden (die Schachfreunde ragten mit einem DWZ‑Schnitt von 2001 heraus und wurden auch klar Erster). Beim Heimspiel gegen Großhansdorf war die Stimmung eher besorgt und alle rechneten mit einer deutlichen Niederlage. Bei dieser Begegnung passierte dann das Wunder, ein Ruck ging durch die Mannschaft und wir besiegten den Favoriten mit 6:2! Fortan wussten wir, dass wir gegen jede Mannschaft (die Schachfreunde einmal ausgenommen) gewinnen konnten. Am Schluss hatten wir sogar ein positives Punktekonto.

Da ich beruflich bedingt oft als Mannschaftführer verhindert war, möchte ich mich für die tatkräftige Unterstützung von Thomas Barth sowie Wolfgang Fenske bedanken. Das beste Einzelergebnis erzielte Björn Frontzek mit 6½/8. Swantje Straßmann erreichte gegen FIDE‑Meister Frank Behrhorst ein sehr sicheres Remis (Qualität für Bauern mehr). Ich möchte mich bei allen MannschaftskollegInnen für ihren großen Einsatz bedanken.

(Michael Böttcher, Der Königsspringer August 1995)

↑
↓
KSH 4
Bezirksliga C
Pl. Mannschaft BP MP
1. FC St. Pauli 3 50,0 17
2. Königsspringer Hamburg 4 49,5 14
3. SC Schwarz‑Weiß Harburg 40,5 12
4. Niendorfer TSV 2 38,0 12
5. Pinneberger SC 2 39,0 11
6. SV Diagonale‑Harburg 2 37,0 8
7. Hamburger SK 9 34,0 8
8. SK Wilhelmsburg 2 26,0 5
9. SK Union‑Eimsbüttel 4 27,5 3
10. Hamburger SG BUE 3 17,5 0

Unsere Vierte war eigentlich die Dritte. In der Bezirksliga C starteten wir mit Thomas Wiltafsky, Tino Nicolosi, André van de Velde, Dietmar Holtz, Holger Brauer, Peyman Mohammadzadeh, Sonja Schierholz und Thomas Rosien. Die Geschichte, die die abgelaufene Saison schrieb, könnte ebensogut der Stoff für ein Theaterstück sein. Deswegen: Ein Drama in vier Akten!

1. Akt: Euphorie

Traditionell begann die Saison mit der »0. Runde«, einer Mannschaftssitzung im gemütlichen Rahmen. Nach Kegeln und Bowling in den vergangenen Jahren waren wir diesmal im »Tomatos« italienisch essen, um unsere Ziele für die Bezirksliga abzustecken. Vom DWZ‑Schnitt her waren wir nicht Favorit, sondern eher auf Platz 3 bis 4 zu setzen. Aber wir waren jung und hoch motiviert, und so wollten wir »volle Pulle« um den Stadtliga‑Aufstieg spielen.

In den drei ersten Runden saßen wir den nominell schwächsten Mannschaften gegenüber. Wilhelmsburg 2, HSG/BUE 3 und Union‑Eimsbüttel 4 wurden mit 7:1, 7:1 und 6½:1½ abgefertigt, wir standen – nach Brettpunkten deutlich – auf dem ersten Platz und waren froh, dass wir diese vermeintlichen »Pflichtaufgaben« gemeistert hatten.

2. Akt: Wie gut sind wir wirklich?

Die vierte Runde war da schon eher eine Standortbestimmung. Wir mussten bei St. Pauli 2 ran, die DWZ‑Favorit der Staffel waren und uns an jedem Brett um ca. fünfzig Punkte überlegen. Die erste Hiobsbotschaft ereilte uns vor dem Kampf: Holger hatte seinen Urlaub gerade auf diesen Termin gelegt, sodass uns Jan Bierwald erneut aushelfen musste. Jan hatte zwar gegen die zweite Mannschaft von Wilhelmsburg schon gewonnen, aber würde es für Pauli auch reichen?

Der Kampf begann vielversprechend: Sonja gewann schnell; Peyman, André und Thomas W. standen etwas besser, dafür Jan aber deutlich. So ging es auch in Ordnung, dass Thomas R. in leicht vorteilhafter Stellung remis annahm. Leider verlor Jan seine gute Stellung, und nachdem auch Dietmar und Tino verloren und Peyman gewonnen hatten, stand es 2½:3½. Thomas W. und André mussten ihre guten Stellungen nun unbedingt in ganze Punkte verwandeln. Während André eine taktische Chance ergriff und gewann, ging es bei Thomas in die Zeitnot. Es gab eine verwickelte Stellung, in der Thomas zwei Möglichkeiten hatte: Eine gewann, die andere führte zum Remis.

Dennoch waren wir als »Underdog« mit dem 4:4 vollauf zufrieden: Unsere Verfolger NTSV 2, Schwarz‑Weiß Harburg und Pinneberg 2 hatten sich gegenseitig jeweils zwei Punkte abgenommen, und wir hatten gegenüber St. Pauli die deutlich bessere Brettpunkt‑Zahl. Wenn wir also jetzt alles gewinnen sollten, dann würden zum Schluss wir die Nase vorne haben.

3. Akt: Mit 7‑Meilen‑Stiefeln zum Aufstieg!?!

Die nächsten Runden gingen wir hochmotiviert an. Der 6½:1½‑Sieg gegen HSK 9 in der fünften Runde war zwar zu keiner Zeit gefährdet, fiel allerdings etwas zu hoch aus. In den folgenden drei Runden sollten wir gegen das gesamte Verfolgerfeld spielen. Mit Schwarz‑Weiß Harburg (sechste Runde) hatten wir ja aus dem vergangenen Jahr noch eine Rechnung offen. Damals verdarben sie der Mannschaft von Olaf den Stadtliga‑Aufstieg in der neunten Runde. Mit Torsten Hahn als Ersatzspieler für Holger, der berufsbedingt ausfiel, machten wir uns auf die Reise. Das Match wurde dann aber überraschend eintönig. Alle unsere Spieler spielten Schach vom Allerfeinsten, keine Partie ging verloren, und mit einem 6½:1½‑Kantersieg im Rücken befuhren wir die Elbbrücken in Richtung Norden.

Nach diesem Spiel hatten wir dreieinhalb Brettpunkte Vorsprung auf St. Pauli und waren uns sicher, dass wir die Staffel gewinnen würden, wenn wir nur annähernd so souverän weiterspielten wie gegen Harburg.

4. Akt: Tiefer Fall ins Bodenlose

18 Tage später war die heile Bezirksliga‑Welt zu Ende: Wir standen vor dem Scherbenhaufen einer 3½:4½‑Niederlage. Was war passiert? Wir begrüßten den Lokalrivalen von NTSV 2 im Haus 3. Der Kampf begann unglücklich: Thomas W. (vorher 5½/6) lief im Sveshnikov‑Sizilianer gegen Mattheus in eine Eröffnungsfalle rein. Doch nachdem Dietmar (gegen Assmus) und Holger (gegen Wanner) gewannen, sah die Welt wieder etwas besser aus.

Aber das Drama nahm an Brett 5 seinen Lauf: Peyman spielte gegen Vincent Kolanoske. Unser ehemaliger Jugendtrainer konnte sich schon um 19:00 Uhr nur noch mit größten Mühen auf den Beinen halten. Außerdem hatte André vor der Partie Peyman »gebrieft«: »Vincent spielt in der Eröffnung 2100, im Mittelspiel 1900, im Endspiel 1700 und sobald die Damen vom Brett sind, noch einmal 200 Punkte weniger.« Was passierte aber am Brett? 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 b5! Auch das hatte André Peyman vorher gesagt: »Vincent ist ein Wolga‑Fuchs!« Peyman ging sang‑ und klanglos ein – 2:2.

Noch war aber nichts verloren: André gewann gegen Pohl – 3:2. In den verbleibenden Partien kämpfte Tino gegen Schneider aussichtsreich ums Remis, Sonja (vorher 6/6) hatte deutlichen Materialvorteil, sah sich aber einem starken Angriff von Stubbe ausgesetzt (herrschende Meinung im Haus 3 war aber, dass sie der Attacke standhalten könnte), und Thomas R. konnte sein remisiges Mittelspiel in ein Endspiel T+2B gegen T abwickeln. Also viereinhalb bis fünf Punkte für uns? Mitnichten! Tino verlor, Thomas setzte Seemann patt(!) und Sonja verlor zum Schluss den Überblick und die Partie – 3½:4½!

Das Ende aller Träume? Not yet, Kameraden, not yet! St. Pauli hatte jetzt 13:1 Punkte, NTSV 2 kam auf 12:2, und wir waren mit 11:3 Punkten Dritter. Wenn St. Pauli in der achten Runde gegen NTSV zwei Punkte lässt, gab es bei weiteren Ausrutschern der beiden in der neunten Runde (St. Pauli – Pinneberg, NTSV – HSK) noch Chancen. Außerdem hatten wir noch die Möglichkeit, als bester Zweiter der Bezirksligen aufzusteigen, wenn aus der Oberliga‑Nord kein Hamburger Team absteigen sollte.

Erstmal mussten wir aber gegen Pinneberg 2 gewinnen. Der Kampf verlief relativ durchwachsen. Es schien, als ob zu viele aus unserem Team das Thema »Aufstieg« bereits ad acta gelegt hätten. Beim Stande von 3:3 (Siege von Thomas W. und Tino, Remisen von Dietmar und Sonja, Holger und Kristof verloren) konnte André seine hundsmiserable Stellung durch einen kleinen Anschiss noch zum 4:3 verwandeln. Zu diesem Zeitpunkt hatte Peyman ein Endspiel Turm und ungleichfarbige Läufer ohne reelle Gewinnchancen für beide Seiten. Ein Remis hätte nun natürlich gereicht, nur wollte er bei 7:1 Minuten noch gewinnen und blitzte mit. Ein eingestellter Läufer war der hohe Preis dafür, und mit diesem 4:4 waren wir jetzt tatsächlich aus dem Rennen.

Die neunte Runde gegen Diagonale 2 verlief ziemlich unspektakulär. Beim 4½:3½ hatten wir aber eine ganze Menge Glück, z.B. weil Peyman sein Endspiel T+2B gegen T+5B noch zum Sieg führte.

Vorhang: Resümee

Der zweite Platz und damit der Gewinn der »goldenen Ananas« geht für uns überhaupt nicht in Ordnung. In allen Kämpfen, in denen wir Federn, sprich Punkte, lassen mussten, haben wir z. T. massive Chancen ausgelassen. Mir ist natürlich klar, dass nichts schwieriger ist, als eine gute Stellung zu gewinnen, und dass es für Gewinnstellungen allein keine Punkte gibt. Aber ein bisschen ärgern darf man sich schon! Übrigens: Wir wurden bester Bezirksliga‑Zweiter. Wenn Bille doch nicht abgestiegen wäre.

Von den Einzelergebnissen ragt Andrés Ergebnis an Brett 3 mit 9/9 heraus (+ 1/1 in der Stadtliga). Aber auch Thomas W.s (Brett 1, 7/9 + 1/1 SL), Tinos (Brett 2, 6/9 + 0/1 SL) und Sonjas (Brett 7, 7/9) Ergebnisse sind top. Dietmars (4½/7 an Brett 4) und Peymans Resultate (5½/8, Brett 6) konnte man in etwa erwarten. Von Holger (Brett 5, 3/6) und Thomas R. (Brett 8, 5/8) hätte man sich den einen oder anderen ganzen (Holger) oder halben (Thomas R.) Punkt mehr erhoffen können. Unsere Ersatzspieler Jan (1/3) und Martin Bierwald (0/1), Kristof (0/1) sowie Torsten (½/1) konnten leider nicht so viele Punkte beisteuern.

Nach dem Stück, beim Champagner: Ausblick

Eine Frage stellt sich zum Schluss: Wie soll es im kommenden Jahr aussehen? Die ersten beiden Mannschaften haben einen personellen Aderlass zu beklagen, und einige Spieler der Dritten kommen da wohl infrage, um die Lücke zu schließen. Thomas W., Tino und André wollen aber auf eigenen Wunsch in der Dritten bleiben. Wie es bei den weiteren Spielern aussieht, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Fest steht aber auch, dass Swen Weigmann von den Schachelschweinen (DWZ ca. 1850) uns im nächsten Jahr verstärken wird, sodass die Dritte wieder eine schlagkräftige Truppe beisammen haben wird. Obendrein sind die beiden Hecht‑Mannschaften im Bezirksliga‑Karpfenteich, Schachfreunde 2 und Stellingen 2, endlich in die Stadtliga aufgestiegen, sodass die Konkurrenz in der nächsten Saison wohl nicht so stark sein wird. Ich hoffe jedenfalls, dass wir im nächsten Jahr endlich das Quäntchen Glück haben werden.

(André van de Velde, Der Königsspringer August 1995)

↑
↓
KSH 5
Bezirksliga D
Pl. Mannschaft BP MP
1. TSV Stellingen 2 48,5 15
2. SV Blankenese 48,0 14
3. SK Union‑Eimsbüttel 3 44,0 12
4. SK Wilhelmsburg 40,5 12
5. Schachfreunde Hamburg 4 35,5 11
6. Königsspringer Hamburg 5 34,5 7
7. SV Diagonale‑Harburg 31,0 7
8. FC St. Pauli 2 24,5 7
9. Hamburger SK 10 31,0 4
10. TV Fischbek 2 22,5 1

Unter der Mannschaftsführung von Olaf Ahrens bildeten in folgender Brettreihenfolge die Spieler Frank Riedel, Daniel Eggers, Joachim Zierau, Joachim Meyer, Olaf Ahrens, Gregor Seifer, Hans‑Joachim Schwanke und Ansgar Loesaus die Fünfte. Sie wurde als dritte Bezirksliga‑Mannschaft mit dem Ziel ins Rennen geschickt, genau wie die Vierte (KSH 3) den Klassenerhalt zu schaffen. Keine einfache Aufgabe, hatten wir doch von den drei Bezirksligen mit KSH‑Beteiligung die stärkste Staffel erwischt. Dies mag ein Vergleich der DWZ‑Durchschnitte verdeutlichen. In unserer Staffel lag dieser bei ca. 1851, bei den anderen Staffeln hingegen bei ca. 1800 und 1785. Dazu kam noch der Umstand, dass in unserer Staffel mit Stellingen 2, Blankenese, Union‑Eimsbüttel 3 und Wilhelmsburg gleich vier Mannschaften vertreten waren, die vom spielerischen Potenzial eigentlich in die Stadtliga gehörten.

Die Auslosung ergab in der ersten Runde mit Blankenese gleich einen »schweren Brocken« als Gegner für uns. Noch unbeeindruckt von irgenwelchen Tabellenständen und noch voller Hoffnung die kommende Saison betreffend, warfen wir uns in den Kampf. Der Mannschaftskampf entwickelte sich zunehmend positiv für aus. Aber wegen fehlender Spielpraxis oder aus welchen Gründen auch immer wurde in der Zeitnotphase unglücklicherweise der möglich erscheinende Sieg noch weggestellt. Am Ende lautete das Ergebnis dann leider 3½:4½ gegen uns.

In der zweiten Runde gab es dann ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Die gegnerische Mannschaft – HSK 10 – war im Vorjahr zusammen mit unserer Fünften aus der Kreisliga aufgestiegen. Um den Klassenerhalt zu schaffen, sollten wir diesen Kampf gewinnen. Der Mannschaftskampf verlief jedoch wie der in der ersten Runde. Das Resultat war dann auch gleichlautend 3½:4½. 0:4 Mannschaftspunkte und als nächsten Gegner Union‑Eimsbüttel 3. Da alles andere als eine Niederlage eine Überraschung darstellen würde, hatten wir schon 0:6 Mannschaftspunkte vor Augen.

Der Kampf begann auch so, wie es der Papierform beider Teams entsprach. Caissa hatte jedoch ein Einsehen mit uns. Alles Glück, das uns in den ersten beiden Runden fehlte, wurde nun über uns ausgeschüttet. Die Wende wurde eingeleitet durch den Sieg von Olaf Ahrens gegen Thomas Strobel. Zwar wurden die Partien an den ersten drei Brettern verloren, aber an den anderen fünf Brettern gab es eine volle Punktausbeute. Dieses 5:3 bedeutete die ersten Mannschaftspunkte für uns. Nach der dritten Runde war somit der als realistisch angesehene Zwischenstand von 2:4 Mannschaftspunkten erreicht. Wenn auch der Weg dorthin ein anderer war, als eigentlich vorgenommen.

Die vierte Runde bescherte uns mit Wilhelmsburg schon den dritten Aufstiegskandidaten. Ob wir nach dem Sieg gegen Union etwas leichtsinnig geworden waren oder der Gegner uns einfach überlegen war, kann ich heute nicht mehr sagen. Jedenfalls gab es ein kleines »Waterloo« in Form einer 2:6‑Niederlage.

Nach der Paarungstabelle kamen jetzt die Mannschaften, die als gleichstark oder etwas schwächer einzuschätzen waren. Um den Klassenerhalt noch zu schaffen hieß es, gegen diese Mannschaften zu punkten. Da war die Mannschaft von Diagonale, die den schwächsten DWZ‑Schnitt der Staffel aufwies, ein willkommener Gast. Während des Kampfes erwies es sich, dass die Spieler von Diagonale ein eingeschworenes Team bildeten. Mit einer solchen Einstellung kann auch gegen vermeintlich stärkere Mannschaften etwas erreicht werden. Jedoch stimmte auch bei uns die Moral in der Mannschaft. Es entwickelte sich ein harter Kampf, den wir am Ende mit 4½:3½ für uns entschieden.

Die nächste Runde führte uns nach Neugraben, genauer, zu der zweiten Mannschaft von Fischbek. Gegen den heißesten Abstiegskandidaten (bis dato 0:10 Punkte) musste ein Sieg her, um den Klassenerhalt schon vorzeitig zu ermöglichen. Aber auch diese Mannschaft erwies sich als stärker als erwartet. Am Ende sprang nur ein eher mageres 4:4 heraus. Was den Fischbekern übrigens den einzigen Mannschaftspunkt der gesamten Saison brachte.

Nach zwei Dritteln der Saison war es Zeit für eine zweite Zwischenbilanz. 5:7 Mannschaftspunkte auf unserem Konto waren vielleicht ausreichend, vielleicht aber auch nicht. Um dem Abstieg noch zu entgehen, mussten aus den letzten drei Kämpfen noch zwei, besser aber drei Mannschaftspunkte geholt werden. Die Aussicht, schon in der nächsten Runde etwas für das Punktekonto zu tun, war jedoch nicht besonders rosig. Erwarteten wir doch mit Stellingen 2 den Tabellenführer als Gast. Eine Mannschaft, die im Schnitt 200 DWZ‑Punkte besser als unsere Mannschaft war. Zudem mussten wir mit drei Ersatzspielern antreten. Ein relativ einseitiger Mannschaftskampf brachte uns dann die zweite 2:6‑Niederlage der Saison.

Die achte Runde versprach wieder einen knappen und spannenden Mannschaftskampf. Die Mannschaft von Schachfreunde 4 wies annähernd den gleichen DWZ‑Schnitt wie wir auf und lag in der Tabelle auf einem Nachbarplatz. Der Verlauf der Begegnung weckte wieder die Erinnerung an die Kämpfe der ersten beiden Runden. Beim Stand von 2½:2½ wurden noch an drei Brettern die Endspiele »geknetet«. Ein 4:4 war durchaus realistisch, mit ein wenig Wohlwollen und Glück konnte sogar ein knapper Sieg herausspringen. Doch es sollte nicht sein. Zwar wurde ein eigentlich verloren geglaubtes Endspiel noch remis gehalten. Am Ende war dies jedoch zu wenig, denn ein gewonnenes Endspiel und ein remisiges Endspiel wurden verloren. Das Schlussresultat war somit ein 3:5.

Vor der letzten Runde waren wir in der glücklichen Lage, zu wissen, ob die direkten Abstiegskonkurrenten uns noch von einem Nichtabstiegsplatz verdrängen konnten oder nicht. Diese Teams mussten schon einige Tage vor unserem letzten Kampf spielen. Da sie jedoch verloren, lagen wir mindestens auf dem achten Tabellenplatz. Wir hatten den angestrebten Klassenerhalt somit vorzeitig geschafft. Befreit von der Last und mit Hilfe der dritten Mannschaft von St. Pauli, die nur fünf Spieler aufboten, gelang uns ein deutlicher 7:1‑Sieg.

Zusammenfassend bleibt festzustellen: Der Klassenerhalt wurde sicher geschafft. Hätten wir zuerst nicht gegen die stärksten Mannschaften spielen müssen, wäre der Verlauf der Saison jedoch weniger dramatisch gewesen. Negativ anzumerken ist die relativ hohe Anzahl von Reservespielern. Mit zehn Einsätzen war die Fünfte in dieser Saison die am schlimmsten betroffene Königsspringer‑Mannschaft. Erfreulich ist dabei aber, dass die Ersatzspieler 5/10 holten. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle für ihren Einsatz. Der überragende »Scorer« in der Mannschaft war Olaf Ahrens mit 7½/9. Über 50 % lagen auch Hans‑Joachim Schwanke (5/8) und Gregor Seifer (3/5). Einen Achtungserfolg am ersten Brett erzielte auch Frank Riedel mit 3/7. Joachim Zierau, Ansgar Loesaus, Joachim Meyer und Daniel Eggers erzielten zusammen – etwas unbefriedigend – 8/30.

(Joachim Meyer, Der Königsspringer August 1995)

↑
↓
KSH 6
1. Kreisklasse C
Pl. Mannschaft BP MP
1. Altonaer SK Venceremos 2 42,5 13
2. Königsspringer Hamburg 6 42,0 12
3. Niendorfer TSV 5 40,5 12
4. Barmbeker SK 4 38,0 11
5. ETSV Altona‑Eidelstedt 3 39,5 10
6. Schachfreunde Hamburg 9 27,0 7
7. Altrahlstedter MTV 3 23,5 4
8. Hamburger Gehörlosen SV 2 20,5 2
9. Bergstedter SK 4 14,5 1

Durch ein 6:2 am letzten Spieltag gegen die Hamburger Gehörlosen ist die Sechste in die Kreisliga aufgestiegen. Sie wurde in der Kreisklasse C nach dem Altonaer Schachklub mit 12:4 Punkten Gruppenzweiter vor dem NTSV, der punktgleich war, aber weniger Brettpunkte hatte.

Das Spiel in der ersten Runde wurde knapp mit 3½:4½ in Barmbek verloren. Hierbei traten wir nur mit sechs Spielern an und befürchteten schon, dass sich die Misere aus dem letzten Jahr, wo wir fast nur in Unterzahl antraten, fortsetzen würde. Da dieses Jahr wieder einige SpielerInnen nur bei drei bis vier von acht möglichen Kämpfen antreten konnten, mussten wir auf viele Jugendliche zurückgreifen. Neben Jan, der fest in der Mannschaft am zweiten Brett spielte, wurden noch Sebastian Bierwald, Shreyas Dave und Julian Zimmermann eingesetzt, wobei die beiden letztgenannten mit ihren Siegen zum Aufstieg entscheidend beitrugen.

Es wurde noch ein zweiter Mannschaftskampf verloren, mit 2½:5½ gegen ETSV Altona, wobei wir allerdings nicht vollzählig antraten. Die anderen Mannschaften wurden besiegt, wobei das 6½:1½ gegen den NTSV und das 7:1 gegen den späteren Gruppensieger Altona besonders herausragten.

(Martin Bierwald, Der Königsspringer August 1995)

↑
↓
KSH 7
1. Kreisklasse B
Pl. Mannschaft BP MP
1. Bergstedter SK 2 39,0 13
2. Schachfreunde Hamburg 8 43,5 12
3. SC Caissa Hohenhorst 4 36,5 11
4. Langenhorner Schachfreunde 4 33,5 9
5. USC Paloma 2 28,5 8
6. SV Großhansdorf 4 31,0 6
7. Bramfelder SK 4 28,0 6
8. Schachfreunde Sasel 3 27,5 6
9. Königsspringer Hamburg 7 20,5 1

Die Siebte, auch als Seniorenmannschaft angesehen, hatte starke Gegner. Sie hatte es nicht leicht, gegen überlegene Gegner zu punkten. Insgesamt haben sich einzelne Spieler wacker geschlagen, doch es reichte meistens nicht zu einem Mannschaftssieg. Gonzalo Chanez erwies sich als gute Verstärkung, auch Helmut Kerinnis zeigte erfreuliche Ergebnisse. Am ersten Brett holte ich vier Punkte aus sieben Partien. Ansonsten war die Mannschaft nicht immer vollzählig, und es konnten nicht immer Ersatzspieler eingesetzt werden.

Am 17. März 1995 war es dann soweit: Rudolf Strotkamp, Gonzalo Chanez, Lieselotte Kolanoske, Dieter Kaden, Melchior Wendel, Mannschaftsführer Heinz Brockmann, Manfred Kühlbrunn und Daniel Wendel bestritten bei der vierten Mannschaft des Bramfelder SK das 500. Spiel der KSH‑»Herren«. Leider hat sich erst viel später herausgestellt, dass diese Begegnung ein Jubiläum darstellen würde. Vielleicht hätte es dann statt der knappen 3½:4½‑Niederlage einen Sieg gegeben. Jeweils einen ganzen Brettpunkt erzielten Lieselotte Kolanoske, Rudolf Strotkamp und Heinz Brockmann, der bereits in der neunten Saison Mannschaftsführer ist. Das Remis steuerte Gonzalo Chanez bei.

(Rudolf Strotkamp und Michael Wolter, Der Königsspringer August 1995)

  1995  
 
 
 
 
 
 
 
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05.07.2017, 20:37 (tr)
 
 
 
 
 
 
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