S
c
h
a
c
h
c
l
u
b
 
v
o
n
 
1
9
8
4
 
 e.
 V.
 
 
 
 
 
 
[Grafik]
[Grafik]
 
 
www.kshamburg.de
 
 
Chronik: Mannschaftskämpfe
Mittwoch, 22. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Mannschaftskämpfe

←
→
1994
Saisonverlauf Endstände und Berichte Spieler und Ergebnisse
KSH 1
OL   2.
  9 42,0 13
KSH 2
SL   6.
  9 36,5   9
KSH 3
BL   4.
  9 43,0 12
KSH 4
BL   2.
  9 47,0 14
KSH 5
KL   2.
  9 48,0 17
KSH 6
KL   9.
  9 31,5   6
KSH 7
1K   9.
  8 19,0   2
↑
↓
KSH 1
Oberliga‑Nord, Staffel Nord
Pl. Mannschaft BP MP
1. Lübecker SV 44,5 14
2. Königsspringer Hamburg 42,0 13
3. SC Diogenes 40,5 12
4. Kieler SG 39,0 12
5. TSV Travemünde 38,0 10
6. Schachfreunde Hamburg 36,0 9
7. Hamburger SK 3 36,0 8
8. ESV Schwerin 30,5 6
9. MTV Leck 28,0 3
10. Schachfreunde Sasel 25,5 3

Zwei Jahre Oberliga sind vorbei, und fast wären wir nicht mehr dabeigewesen. Doch halt: Nicht etwa als Absteiger, wie man bei einem Aufsteiger im schwierigen zweiten Jahr vielleicht vermutet, sondern als Zweitbundesligist hätten wir die Liga verlassen können! Dieses »Ziel« wurde nur knapp verfehlt.

Was bleibt, ist ein immer noch sensationeller zweiter Platz in der Endtabelle und die Zufriedenheit über eine gelungene Saison. Denn die gute Plazierung sowohl, wie die Chance auf den Aufstieg wurden uns keineswegs geschenkt oder vom Glück begünstigt. Im Gegenteil: Gerade gegen die beiden Mitkonkurrenten Kiel und Lübeck waren wenigstens zwei Mannschaftspunkte mehr zu holen. Das hätte gereicht. Einzig gegen Diogenes stand uns das Glück – durch Können – zur Seite. Ansonsten waren sämtliche Siege verdient, wenn auch ausgerechnet gegen die beiden Absteiger Sasel und Leck trotz der klaren Ergebnisse (5½:2½ und 6½:1½) nicht immer schön anzusehen.

Wie knapp es wirklich war, zeigt ein Blick auf den Mannschaftskampf gegen den späteren Aufsteiger Lübeck. Der Tabellenstand vor dieser vorletzten Runde: 1. Kiel 12:2, 2. Königsspringer 11:3, 3. Lübeck 10:4. Ein Unentschieden musste also mindestens her; im übrigen blieb die Hoffnung, dass unsere Konkurrenten (Kiel – Schachfreunde und Lübeck – Kiel) noch Punkte lassen, und wir gegen den prospektiven Absteiger Leck das bessere Ende für uns haben würden.

Nach etwa zweieinhalb Stunden Spielzeit wäre wohl auch ein den Lübeckern wohlgesonnener Anhänger mit einem 3½:4½ gegen seine Mannschaft zufrieden gewesen. Zu diesem Zeitpunkt kriselte es einzig bei Georg an Brett 2. Und das gegen eine Mannschaft, die gegen uns ihre stärkste Formation – erst das dritte Mal in dieser Saison – aufgeboten hatte. Das hieß: Uns standen zwei Großmeister, ein Internationaler Meister und fünf Spieler mit Elo‑Zahlen um die 2300 gegenüber, während wir auf Detlef Neukirch an Brett 2 (bis dahin 5 aus 6 und unser einziger FIDE‑Meister) verzichten mussten. Den ersten »Verlust« gab es an Brett 4, wo sich die sicherlich überlegene Stellung von Carl‑Christian gegen U. Sieg (Elo 2330) immer weiter auflöste und zum Gewinn einfach nicht genug Material übrigblieb; ½:½.

Das nächste Remis folgte an Brett 1. Frank hielt gegen seinen großmeisterlichen Gegner A. Petrosjan (Elo 2485) mit den schwarzen Steinen so locker dagegen, dass sich dieser in herannahender Zeitnot genötigt sah, remis anzubieten. Frank fand das stellungsgerecht, 1:1. Der darauf folgende Partieverlust von Georg gegen GM Lukacs (Elo 2485) war mittlerweile längst »eingeplant«, denn immer noch standen die übrigen Partien recht verheißungsvoll. Vor allem sah Marcus an Brett 6 gegen Ehrke wie der sichere Sieger aus. Nervös wurde das Ganze erst, nachdem es W. Vandrey (Elo 2305) gelungen war, in die solide und feste Endspielstellung Michaels einen schleichenden Verlustvirus zu setzen. Die Partie ging dann mit einem kleinen taktischen Kniff zuende; das Endspiel war aber auch so klar verloren. Puh, 1:3. Nun mussten von den restlichen möglichen Punkten schon alle wirklich werden.

Beruhigung kam von Brett 8, wo Christian gegen M. Sieg (Elo 2280) auf die Königsstellung des Gegners, der sich ganz auf seinen Freibauern konzentrierte, erfolgreich einen Überfall starten konnte, 2:3. Doch das Unglück ereilte uns am sechsten Brett. Denn während die beiden sicher stehenden Partien an den Brettern 3 und 7 sich immer weiter dem Remis näherten, hatte die vermeintlich sichere Gewinnstellung von Marcus die Remisbreite in umgekehrter Richtung überschritten, 2:4. Aus und vorbei.

Mein Remis an Brett 3 gegen IM Blauert (Elo 2400) nach wieder einmal ausgelassenen Gewinnchancen und das Aufbäumen von Frank Hering nützten nichts mehr; 2½:4½. Im Gegenteil: Frank, in dem wir einen sehr mannschaftsdienlichen und ‑nützlichen Spieler gefunden haben, versuchte verzweifelt noch alles, überzog seine Remisstellung gegen Krause (Elo 2285) und verlor.

Die ganze Tragik der Ereignisse wurde erst richtig ersichtlich, nachdem wir vom Verlust der Kieler gegen die Schachfreunde erfuhren. Ein Unentschieden und ein Sieg gegen Leck (wir gewannen den Kampf 6½:1½) hätten locker zum Aufstieg gereicht.

Dennoch war die Saison ein Erfolg. Ein Blick auf die Einzelergebnisse bestätigt dies eindrucksvoll.

Mit Frank Lamprecht stellen wir den besten Spieler an Brett 1 in der Oberliga Nord. Seine 6½ aus 9 werden zwar prozentual von dem Travemünder Schurade (6 aus 8) übertroffen, aber wer weiß …

Detlef Neukirch hat mit 5 aus 6 das prozentual beste Ergebnis (83 %) in der Oberliga Nord erzielen können. Er ist mittlerweile fast eine Bank am zweiten Brett. Erstaunlich die Mühelosigkeit, mit der er seine Siege erzielt.

Zufrieden darf auch Georg von Bülow sein, der erstmals so hoch an Brett 3 (zweimal an Brett 2) eingesetzt, 4 aus 8 erzielte und seine Perspektiven zeitweise – inzwischen Hamburger Meister – andeutete.

Mein Ergebnis an Brett 4 (dreimal an Brett 3) kann mit 4½ aus 9 sicherlich zufriedenstellend genannt werden. Als störend zu vermerken wären nur reichlich ausgelassene Chancen und die fast schon timid zu nennende Einstellung.

Dass es trotz der Bretter 1 und 2 noch Steigerungen gibt, zeigt Carl‑Christian Buhrs Ergebnis an Brett 5. Neben IM Blauert von Lübeck blieb er als einziger Spieler in der Oberliga ungeschlagen und erzielte ebenso wie dieser das von keinem überbotene Ergebnis von 7 aus 9.

Michael Wolters Ergebnis von immerhin 5 aus 9 ist befriedigend. Dennoch wird er aufgrund seiner Möglichkeiten damit kaum beruhigt sein. Für ihn sicherlich nicht die glücklichste Saison.

Schade, Marcus Möhrmann. Er zeigte an Brett 7 sein gewohnt unternehmendes Schach, hatte aber erhebliche Probleme beim Ausnutzen seiner Möglichkeiten. Mit 2½ aus 9 verkaufte er sich deutlich unter Wert.

Ein recht solides Ergebnis mit 5 aus 9 erreichte unser Neuzugang Frank Hering an Brett 8. Bei ihm fielen seine zumeist sehr gute Partieanlage auf und dass er daraus viel mehr hätte machen können. Ausdrücklich muss erwähnt werden, dass er zweimal bewusst remisige Stellungen im Dienste der Mannschaft überzog. Einmal mit Erfolg (Diogenes) und einmal ohne (Lübeck).

Erfreulich war auch das Abschneiden der Ersatzspieler. Christian Conrad konnte aus seinen zwei Partien zwei Punkte erzielen, Daniel Lindner gegen einen sehr starken und routinierten Gegner remisieren; Christian Melde musste sich dem alten und neuen Hamburger Jugendmeister Peter Kühn (Diogenes) geschlagen geben.

(Reinhard Sobisch, Der Königsspringer Juni 1994)

↑
↓
KSH 2
Stadtliga A
Pl. Mannschaft BP MP
1. TSV Stellingen 57,5 18
2. Hamburger SK 5 36,5 13
3. SC Diogenes 3 38,0 11
4. TV Fischbek 37,0 10
5. SK Union‑Eimsbüttel 2 40,5 9
6. Königsspringer Hamburg 2 36,5 9
7. Altonaer SK Venceremos 33,0 7
8. Langenhorner Schachfreunde 31,0 7
9. SV Blankenese 31,0 6
10. Hamburger SG BUE 2 19,0 0

Die Aufstiegsträume unserer jungen Zweiten zerschlugen sich leider sehr schnell. Nach einer 3:5‑Niederlage gegen unseren Angstgegner Fischbek und einem 4:4 gegen den Altonaer SK hatten wir bereits drei Minuspunkte auf dem Konto. Mit einer makellosen Siegesserie von vier gewonnenen Kämpfen in Folge – gegen Blankense, HSG/BUE 2, Union‑Eimsbüttel 2 und Diogenes 3 – konnten wir uns zwar noch in die Spitzengruppe vorkämpfen, doch schon zu diesem Zeitpunkt führte die dominierende Mannschaft aus Stellingen die Stadtliga mit 12:0 Punkten souverän an. In der siebten Runde verabschiedeten wir uns mit einem 3½:4½ gegen HSK 5 endgültig aus dem Aufstiegskampf, auch die beiden Schlussrunden gingen leider verloren – 3:5 gegen Langenhorn und 1½:6½ gegen Stellingen. So landeten wir letztlich mit 9:9 Punkten auf dem sechsten Rang. Einzelne Spieler möchte und kann ich nicht herausheben. Mannschaftliche Geschlossenheit war angesagt, alle Spieler erzielten etwas mehr oder auch weniger als 50 %. Vielleicht klappt es ja in der nächsten Saison mit dem langersehnten Aufstieg in die Landesliga. Die übermächtigen Stellinger sind ja nun weg, und dass wir die anderen Mannschaften schlagen können, haben wir schon in dieser Saison – zumindest ansatzweise – gezeigt.

(Daniel Lindner, Der Königsspringer Juni 1994)

↑
↓
KSH 3
Bezirksliga B
Pl. Mannschaft BP MP
1. Hamburger SK 7 45,0 18
2. Schachfreunde Hamburg 2 50,5 14
3. SK Johanneum Eppendorf 2 45,0 13
4. Königsspringer Hamburg 3 43,0 12
5. SC Schachelschweine 40,0 12
6. SC Caissa Hohenhorst 36,5 9
7. Langenhorner Schachfreunde 2 31,5 5
8. Barmbeker SK 3 23,5 4
9. Hamburger SK 10 27,0 3
10. Schachfreunde Sasel 2 18,0 0

Erneut scheiterte unsere Dritte bei dem Vorhaben, den Aufstieg in die Stadtliga zu realisieren. Nachdem 1993 noch individuelle Gründe gesucht wurden, bleibt dieses Jahr lediglich festzustellen, dass wir eine sehr starke Gruppe erwischten.

Bereits die erste Runde bescherte uns den Favoriten Schachfreunde 2. Gegen einen DWZ‑Schnitt von knapp 1980 wehrten wir uns tapfer, unterlagen allerdings denkbar knapp mit 3½:4½.

Dieser nicht nur vom nackten Resultat her unglückliche Auftakt konnte unseren Tatendrang jedoch nicht bremsen. 10:0 Punkte in den darauf folgenden Begegnungen katapultierten uns in die Spitzengruppe. Dieser Kreis bestand leider aus fünf(!) Mannschaften. Dass dort jede Begegnung offen war, stellten nicht nur wir fest, als wir eigentlich überraschend in der siebten Runde gegen die Schachelschweine mit 3:5 unterlagen.

Lediglich HSK 7 gab sich über die gesamte Saison keine Blöße, sodass wir nach einem weiteren Sieg in der achten Runde zum Abschluss der Saison auf den Gruppensieger trafen. Ersatzgeschwächt unterlagen wir auch hier mit 3:5 und erreichten schließlich 12:6 Mannschaftspunkte und 43:29 Brettpunkte.

Festgestellt werden kann hiernach, dass gegen die stärkeren Gegner (SKJE 2 muss ebenfalls dazu gerechnet werden) nur 2:6 Punkte geholt wurden, während die anderen Mannschaften teilweise sehr hoch geschlagen wurden.

Bei den Einzelergebnissen fällt auf, dass die Bretter 5 bis 8 mit insgesamt 23½ Punkten zu überzeugen wussten. Hervorzuheben sind die Leistungen von André van de Velde (6½/9), Dietmar Holtz (7½/9), Markus Lindinger (6/7) und Joachim Meyer (3/3). Oben wurde ziemlich wechselhaft gespielt, wenn die Leistungen der beiden Thomanten (Wiltafsky: 5/8 und Rosien: 5/9) außen vor bleiben. Der Berichterstatter nullte jedoch nach sehr starkem Beginn zuletzt dreimal in Folge.

Im nächsten Jahr sollte der Aufstieg mit Verstärkungen aus der Vierten und Fünften erneut angepeilt werden und dürfte dann auch das realistische Ziel sein.

(Thomas Rosien, Der Königsspringer Juni 1994)

↑
↓
KSH 4
Bezirksliga C
Pl. Mannschaft BP MP
1. Schachfreunde Wedel 43,0 15
2. Königsspringer Hamburg 4 47,0 14
3. FC St. Pauli 3 44,0 12
4. SC Schwarz‑Weiß Harburg 40,5 12
5. Niendorfer TSV 2 38,5 10
6. Pinneberger SC 2 34,5 7
7. SV Diagonale‑Harburg 2 34,0 7
8. SK Wilhelmsburg 2 33,0 7
9. Hamburger SK 9 29,0 6
10. Hamburger SG BUE 4 15,5 0

Es war Freitag, der 6. Mai 1994, 19:20 Uhr. Mit Verspätung begann der entscheidende Kampf der Vierten gegen Schwarz‑Weiß Harburg, da die Partieformulare ausgingen, und diese erst besorgt werden mussten. Wir konnten uns insoweit mit den Gegnern einigen, dass diese fünf und wir 15 Minuten der Zeit übernahmen, da wir ja um 00:00 Uhr die Schule verlassen mussten. Damit war ich eigentlich nicht einverstanden, denn ich war schon um 18:30 Uhr im Spielsaal, aber …

Ein Sieg gegen SW Harburg war Pflicht, ein 4½:3½ hätte gereicht, um in die Stadtliga aufzusteigen. Es fing eigentlich gut an, denn an Brett 7 erschien der Spieler der gegnerischen Mannschaft nicht, 1:0 für uns. Allerdings stand Martin Ehinger an Brett 5 schnell schlechter und verlor, Martin Rubsch folgte leider und musste ebenso die erste Saisonniederlage hinnehmen. In etwas schlechterer Stellung ließ sich Peyman seine Dame fangen, 1:3 gegen uns. Ich musste leider in ein Dauerschach einwilligen. Aber trotzdem sah es noch gut aus, denn die restlichen Partien standen besser für uns, sodass der 4½:3½ Sieg noch möglich war. Holger gewann an Brett 3, aber in der Zwischenzeit hatte Olaf seinen Mehrbauern nicht verwerten können – remis. Dass Daniel dann noch gewann, nützte der Mannschaft leider nichts mehr – 4:4. Das reichte, wie schon zu Anfang gesagt, nicht, denn Wedel gewann am selben Tag und stieg damit in die Stadtliga auf.

Die Enttäuschung war natürlich groß, denn wir hätten es aus eigener Kraft schaffen können. Trotzdem mein Lob an die Mannschaft, denn (fast) alle spielten über ihre Verhältnisse. Rein nominell gehörten wir nämlich nicht zu den Aufstiegskandidaten.

(Tino Nicolosi, Der Königsspringer Juni 1994)

↑
↓
KSH 5
Kreisliga B
Pl. Mannschaft BP MP
1. Hamburger SK 12 50,0 17
2. Königsspringer Hamburg 5 48,0 17
3. Hamburger Gehörlosen SV 45,5 12
4. SK Finkenwerder 39,0 11
5. SK Union‑Eimsbüttel 6 34,0 9
6. SV Blankenese 2 31,5 8
7. FC St. Pauli 4 34,0 7
8. Schachfreunde Hamburg 7 33,0 5
9. Altonaer SK Venceremos 2 24,5 4
10. Hamburger SG BUE 5 20,5 0

Wer hat eigentlich mit uns gerechnet? Zumindest durfte in dieser Saison schon ein bisschen »Aufstieg am Millerntor« gefeiert werden, als uns vor dem letzten Spiel bei St. Pauli 4 (welches wir mit 4½:3½ »natürlich« gewannen) die Rückkehr in die Bezirksliga auch theoretisch nicht mehr zu nehmen war. So fand das kleine Wunder, welches am 14. Januar in einer kalten Winternacht mit einem 5:3 bei Mitabsteiger Finkenwerder begann, knapp vier Monate später bei strahlendem Sonnenschein ein Ende, mit dem eigentlich so richtig niemand gerechnet hatte; waren wir in die Saison doch nur an vier hinter den laut DWZ scheinbar übermächtigen Teams von Finkenwerder, den Gehörlosen und dem HSK gegangen. Dennoch glaubte ich (wohl fast als Einziger) an unsere Aufstiegschance, wenn wir nur dieses verdammte Schlüsselspiel in der ersten Runde gewinnen würden.

Dabei sah ich meine Hoffnung schon beinahe begraben, als ich bereits nach fünf Minuten weiße Mäuse zu sehen begann, und Lars uns mit seiner (gewohnt nüchternen) Feststellung: »Ich glaube, ich stehe schlecht.« einen ziemlichen Schock versetzte. Jedoch war er es dann ausgerechnet selbst, der uns keine Stunde später mit seinem frühzeitigem Partiegewinn auf die Siegerstraße brachte. Nach der zweiten Runde, einer ungefährdeten 7:1‑Packung für Altona, konnten wir zum ersten Mal den Platz an der Sonne erklimmen, wobei alle jetzt doch ein bisschen an den Aufstieg glauben wollten.

Einmal Gefallen an diesem Gedanken gefunden, wartete gleich das nächste »Pfund« auf uns. Nun sind Spiele gegen die Gehörlosen für uns schon immer mit abstrusen kleinen Begebenheiten verbunden gewesen, so stärkte der kurzfristige Ausfall von mir und Björn vor dem Spiel auch nicht gerade unser Selbstvertrauen. Vielleicht war es gerade deshalb Heinz Brockmann vorbehalten, zum Helden dieser Runde zu werden, nutzte er – zu unserer aller Verwunderung und späterer Begeisterung – einen groben Fehler seines Gegners locker zum Partiegewinn und unserem 4½:3½‑Sieg aus, womit wir uns eines Konkurrenten (Gehörlose lagen nun mit 0:6 Punkten weit zurück) entledigen konnten.

Die vierte Runde stellte sich schwieriger als erwartet heraus, vielleicht unterschätzten wir Blankenese auch ein wenig nach den Erfolgen zuvor. Leider mussten wir schnell bemerken, dass hier ernsthaft ein erster Punktverlust drohte. Jedoch verhalfen einige furchterregende Fehler und Missverständnisse seitens unserer Gäste uns doch noch zu einem etwas glücklichen 5:3‑Erfolg.

Das Spiel bei den Schachfreunden stellte für uns zum Glück kein großes Hindernis dar, und als der Sieg nach nur wenig mehr als einer (!) Stunde mit 5½:½ bereits in unserer Tasche war (am Ende 6½:1½), fingen wir nun schon sehr ernsthaft an zu überlegen, wer uns denn eigentlich noch gefährlich werden könnte. Ein Blick auf die Tabelle zeigte neben uns, dem HSK (ebenfalls 10:0) und Finkenwerder (8:2) plötzlich noch Union‑Eimsbüttel (7:3), die wir aber schon in der folgenden Runde aus dem Kreis der Verfolger schießen sollten. Mit einem in dieser Höhe unerwarteten 6½:1½ sorgten vor allem die hinteren Bretter schnell für klare Verhältnisse. Joachim und mir blieb zum Schluss nur noch, die Höhe des Sieges festzulegen (mit Erfolgen, welche ihre Ursachen nicht ausschließlich am Schachbrett fanden).

Eine kurze Schrecksekunde gab es nochmals bei der HSG/BUE, als wir mit nur sieben Leuten und einer schnellen Verlustpartie 0:2 zurücklagen, jedoch sollte keine weitere Partie verloren gehen – in Anbetracht eines schier unerträglichen Lautstärkepegels gar keine schlechte Leistung (am Ende 5:3).

Und dank eines gleichzeitigen Punktverlustes von Finkenwerder waren wir nach dieser Runde praktisch aufgestiegen, aber man hat ja schon Pferde …

Bei strahlendem Sonnenschein ging es für die beiden führenden Teams im vorletzten Spiel »nur« noch um den Gruppensieg, und so wurde sicher auch nicht mit dem letzten Einsatz gefightet. Am Ende gab es (bei acht Remisen) ein 4:4, womit wir dem HSK wohl leider den Gruppensieg überlassen mussten.

So schließt sich der Kreis wieder zum Millerntor, und da Finkenwerder in der Runde zuvor sogar beide Punkte abgeben musste, konnten wir schon vor dem Spiel einen kleinen Toast auf uns aussprechen. Schade war eigentlich nur, dass wir mit 17:1 Mannschaftspunkten und 48 Brettpunkten nicht einmal Gruppenerster wurden, die Mannschaft vom HSK hatte am Ende gerade einmal zwei Brettpunkte mehr.

(Ansgar Loesaus, Der Königsspringer Juni 1994)

↑
↓
KSH 6
Kreisliga C
Pl. Mannschaft BP MP
1. Schachfreunde Hamburg 4 48,5 16
2. SC Diogenes 5 43,0 12
3. SK Johanneum Eppendorf 3 40,0 12
4. Niendorfer TSV 4 37,5 11
5. SC Farmsen 37,5 8
6. Neue Hamburger SG 24,5 8
7. SC Concordia 2 35,5 6
8. SK Union‑Eimsbüttel 4 34,0 6
9. Königsspringer Hamburg 6 31,5 6
10. Hamburger SK 13 28,0 5

Die Saison kann man als ziemlich verunglückt bezeichnen. Es wäre schön gewesen, hätten wir etwas mehr Schach gespielt; so zeichnete sich unsere Mannschaft letztlich dadurch aus, dass an einigen Brettern immer wieder kampflose Punkte abgegeben wurden.

Auch wenn wir bei den Königsspringern spielen, um bei den Mannschaftskämpfen Spaß zu haben, mussten wir bereits nach wenigen Runden feststellen, dass ein Mannschaftszusammenhalt nicht so recht aufkommen wollte. Das ließ auch die engagierten Bretter resignieren, sodass jeder nur noch für den eigenen Score spielte.

Die Motivation der Spieler wird gewiss nicht dadurch gesteigert, dass man wieder einmal nur zu fünft antreten musste (leider dreimal!). Das brachte dem Verein unnötige Kosten in beträchtlicher Höhe. Es waren etwa zehn Kampflose, von den »gespielten« Nullen einmal ganz abgesehen!

Einige Spieler ließen sich vor der Saison für die Mannschaftskämpfe eintragen, um dann die Freizeit lieber anders zu verbringen. Und bei unserem kleinen Reservoir an Ersatzspielern ist es auch schwierig jemanden zu bekommen.

Rein schachlich betrachtet bleibt zu bemerken, dass wir durch die angeprangerten Umstände wahrscheinlich absteigen müssen. Leider fehlt derzeit noch das »überlebenswichtige« Ergebnis von HSK 13, die noch einen Mannschaftspunkt zum eigenen Klassenerhalt benötigen. Dann klafft im nächsten Jahr wieder eine Lücke zwischen Bezirksliga und Kreisklasse, was nicht gerade die bestehenden Aufstellungsprobleme beseitigen dürfte.

Aber ein schachlicher Lichtblich bei aller Kritik muss einfach genannt werden. Immerhin holten wir mit fünf Leuten bei Union‑Eimsbüttel 4 noch ein 4:4; eigentlich der einzige Kampf, bei dem so etwas wie Mannschaftsgeist aufkam! Das hört sich alles ganz schön bitter an (und ist es natürlich auch); aber wir sind voller Hoffnung, dass die nächste Saison besser verlaufen wird.

(Sonja Schierholz, Der Königsspringer Juni 1994)

↑
↓
KSH 7
1. Kreisklasse B
Pl. Mannschaft BP MP
1. Langenhorner Schachfreunde 3 41,5 14
2. Volksdorfer SK 3 37,0 12
3. SC Caissa Hohenhorst 4 36,5 12
4. Bergstedter SK 2 35,5 9
5. ETSV Altona‑Eidelstedt 4 32,0 8
6. SK Wilhelmsburg 3 32,5 7
7. USC Paloma 2 27,0 4
8. Schachfreunde Sasel 3 27,0 4
9. Königsspringer Hamburg 7 19,0 2

Erneut eine ganz schwache Vorstellung von unserem »Dream‑Team«. Lediglich gegen Sasel konnte irgendwie gewonnen werden. Kreisklassenniveau erreichten Rudolf Strotkamp und Martin Bierwald, teilweise auch Melchior Wendel und Helmut Kerinnis.

(Thomas Rosien)

  1994  
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/mm-stat/mm-end94.php
05.07.2017, 20:37 (tr)
 
 
 
 
 
 
K
 
Valid HTML
Valid CSS
 
 
F W
TR