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Jugend: Schachreise
Sonnabend, 23. September 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Jugend

Schachreise

Schachreise 2016 nach Bad Malente
 23. bis 29. Oktober 2016 
Schachtalente in Bad Malente

Um kurz nach zehn soll unsere Bahn fahren. Aus der Erfahrung heraus, dass doch meistens bei irgendwem etwas dazwischenkommt, haben wir den Treffpunkt der diesjährigen Herbstreise daher auf zwischen 9:30 und 9:45 Uhr gelegt. Doch bereits um 9:40 Uhr sind alle 16 Teilnehmer, die von Hamburg aus am Sonntag nach Bad Malente aufbrechen, anwesend, sodass wir frühzeitig zum Gleis kommen und in der noch fast leeren Regionalbahn freie Platzwahl haben. Die Anreise verläuft dann weiter angenehm. Zwischen Naschi und Obst, Kartenspielen und guter Laune wechseln wir beim Umsteigen in Lübeck lediglich die Bahnsteigseite und kommen nach ungefähr 90 Minuten am Bahnhof in Bad Malente an. Unser Gepäck wird abgeholt und der zwei Kilometer lange Spaziergang zur Herberge liefert einen ersten Eindruck von der Stadt und der angrenzenden Natur. Über uns lächelt die Sonne und wird es auch weiterhin für den Großteil der restlichen Reise tun.

Nach der Ankunft in der Herberge wird zeitnah das Mittagessen eingenommen und anschließend die Umgebung erkundet. Neben dem Herbergsgelände lernen wir so auch schon den Kellersee kennen und erhaschen einige Blicke auf das örtliche Klärwerk. Am ersten Abend spielen wir traditionell Gesellschaftsspiele. Mit dabei sind in diesem Jahr Evergreens wie ›Ohne Furcht und Adel‹, aber auch Neuentdeckungen wie ›Friesematenten‹ und ›Argo‹ werden bereitwillig getestet. Ich lerne an dem Abend ›Shogi‹, die japanische Variante des Schachspiels kennen, im Gegenzug bringen Baldur und ich Henry und Kay Skat bei. Um halb elf abends stößt dann auch Christopher zu uns, der in einer zehnstündigen Zugfahrt direkt von einer Konferenz in Bratislava angereist ist. Das nenne ich mal Einstellung!

Der erste Tag neigt sich schnell dem Ende zu und nach einigen Klopfstreichen eines gewissen U12‑Zimmers zulasten eines anderen gewissen U12‑Zimmers legt sich Stille über Bettenhaus 3, einem separaten Gebäude, in dem wir untergebracht sind.

Der Montag beginnt wie jeder Tag der Herbstreise mit dem Wecken gegen halb acht. Für manche ist das leichter als für andere. Valentin, der schon mit reichlich Schlafmangel angereist war, hat in dieser Nacht auch nicht so viel Schlaf bekommen (man munkelt unter anderem vom Einsatz einer Hochleistungstaschenlampe), schafft es aber letzten Endes doch zum Frühstück. Danach steht Training auf dem Programm, schließlich ist das auch eine Schachreise.

Bei Baldur, der die größte Gruppe betreut, bedeutet das viel Taktik, Visualisieren und stets eine knüppelharte Abschlussaufgabe. Die meisten in der Trainingsgruppe kennen das schon aus dem letzten Jahr, manche müssen sich erst daran gewöhnen. Christopher übt derweil mit einigen Anfängern vor allem einfache Taktik, der Schwierigkeitsgrad von Matt‑in‑drei‑Aufgaben erweist sich als geeignet, um Florian, Lasse und Marius an ihre Grenzen zu bringen. Kevin, Valentin und Alihan bekommen von mir währenddessen verschiedenste Schachkombinationen sowie pro Tag ein ausgewähltes strategisches Thema vorgesetzt. Daneben gibt es auch ein kleines Schachvokabeltraining in anderen Sprachen. So kann Kevin inzwischen in Spanien nach einem Pferd fragen und er ist überzeugt davon, dass ihm dieses Wissen viel nützen wird.

Am Nachmittag, inzwischen sind auch Marius, Marc und Jan angekommen, steht dann sportliche Ertüchtigung auf dem Programm. Das zuvor geplante Kennenlernen im Tagesraum muss vorerst ausfallen, da ein Teilnehmer des gewissen U12‑Zimmers trotz Warnung am Vortag den Alarm am Notausgang auslöst und in unserem Trakt ein schrilles Piepen widerhallt. Wir denken uns: Nun gut, wenn wir eh draußen Sport machen wollten, können wir auch jetzt damit anfangen. Bis der Herbergsmitarbeiter da ist, würde es noch dauern. In vier Mannschaften wird also Fuß‑ und Volleyball gespielt, wobei letzteres eher rustikale Formen annimmt und längere Ballwechsel eher selten zustande kommen. Anschließend gehen alle vorbildlich duschen, manche müssen das mit dem Kleidungwechseln nach dem Duschen jedoch noch lernen.

Am Abend gibt es dann das erste Schachturnier. Beim Märchenschach entsteht allerlei Quatsch auf den Brettern und manche Partien werden sogar durch Armdrücken entschieden. Die Sonderfigur Elektrogorgo feiert ein furioses Comeback, nachdem sie schon die letzte Herbstreise entscheidend prägen konnte. Innerhalb dieser Wirren gewinnt Henry alle 5 Runden.

Für den Dienstag ist die allseits beliebte Wanderung geplant. Die Route wird uns quasi auf dem Silbertablett serviert, denn die Jugendherberge liegt direkt am Kellersee, den es folglich zu umrunden gilt. Zwischen 16 und 18 Kilometern ist die Route, die im Herbergs‑Handbuch angegeben ist, lang und schnell sind wir uns einig, dass diese einfach übernommen wird. Nicht übernehmen wollen wir hingegen die in selbigem Handbuch vorgeschlagenen Geländespiele, in denen ein Verbandskasten als Material zwingend vorgesehen ist. Nach dem Frühstück und einer verkürzten Trainingseinheit machen wir uns auf den Weg.

Den ganzen Tag über sollte es trocken bleiben und oft bricht die Sonne durch die leichte Bewölkung, sodass ideales Wanderwetter herrscht. Da unser Wanderweg denkbar einfach ist, müssen wir nur selten die Karte bemühen und es besteht auch wenig Potential zum Verlaufen, was insbesondere diejenigen, die unter Steffens Anleitung damals in Plön über den Bach springen und sich am Maisfeld entlangschlagen mussten, zu schätzen wissen. Folglich kommen wir schnell voran und entscheiden uns spontan auch noch den Ukleisee, einen der schönsten Waldseen Norddeutschlands, zu umrunden, an dessen Ufer wir unsere erste Pause unter den buntgefärbten Herbstbäumen einlegen. Einen weiteren Umweg zu einem nahegelegenen Jagdschloss lassen wir aus und nach einigen weiteren Kilometern machen wir eine zweite größere Pause an einer Wiese am Seeufer inklusive Gruppenfoto.

Gestärkt von Bananen und Maoam ist nun der Endspurt angesagt und bald schon finden wir uns auf vertrautem Terrain wieder, denn diesen Abschnitt kennen wir bereits von der Anreise. Auch die letzten Meter werden, obgleich nicht ohne einiges Murren mancher Teilnehmer, gemeistert, sodass gegen halb fünf die letzten Wanderer in der Herberge eintreffen.

Am Abend wird Ansageschach gespielt. Hierbei werden der Fairness halber den besten Spielern eher schwächere Partner zugeteilt. Bei diesem Modus landen meistens ausgeglichene Teams vorne und so können Henry und Ole die vollen 10 Punkte für die Herbstreisengesamtwertung mitnehmen. Als Preis für den Herbstreisenmeister gibt es in diesem Jahr statt eines Pokals eine Stofftiereule, die Reaktion bei deren Enthüllung steht jedoch einem Pokal in nichts nach.

Der Mittwoch steht wieder voll im Zeichen des Schachs. Nach dem Training veranstalten wir am Nachmittag das große Schnellschachturnier mit allen Teilnehmern und sieben Runden. Kevin wird seiner Favoritenrolle gerecht und setzt sich souverän vor seinem Bruder Mark sowie den weiteren Verfolgern Henry und Ole durch.

Am Abend besuchen wir, zumindest gedanklich, dann das erste Mal auf dieser Reise das Dörfchen Düsterwald – es ist Zeit für die erste Werwolfrunde. Wie immer bildet dieses Gruppenspiel ein Highlight der Woche und entsprechend begeistert wird über Bürgermeisterwahlen, Abstimmungen und Liebespaare diskutiert. In der ersten Runde gehen die Werwölfe chancenlos unter, die zweite Runde gestaltet sich ausgeglichener. Nach den Runden gibt es – ganz schachpielertypisch – unter der Leitung von Moderator Baldur noch eine kleine Analyse, bevor auch über Bad Malente die Nacht hereinbricht.

Das Nachmittagsprogramm am Donnerstag besteht in diesem Jahr in einem Planspiel. Das bedeutet: An verschiedenen Stationen können durch allerlei Aufgaben Punkte erworben werden, die hinterher für bestimmte Dinge genutzt werden können. Diesmal lautet das Motto ›Eiskugelschach‹ und so können die Punkte hinterher in Figuren mit den jeweiligen Wertigkeiten (»Eiskugeln«) eingetauscht werden. Wie wichtig grundlegende Strategie bei solchen Spielen sein kann, erfährt vor allem das Team von Kapitän Jan Summers. Denn dieses Team holt sich seine Aufgaben vorrangig bei Baldur ab, der im Vergleich zu den anderen Stationen jedoch deutlich weniger Punkte für ähnliche Aufgaben herausgibt. Wie im echten Leben gilt: Preise vergleichen kann sich sehr lohnen!

Das Tandemturnier am Abend gewinnen Ole und Jan‑Gerrit vor dem selbsternannten Dreamteam, bestehend aus Philip und Jenna.

So schnell kann es gehen und schon ist der letzte volle Tag angebrochen. Das bedeutet, dass nach dem Training schon die ersten Koffer vorbereitet werden, bevor das Handicap‑Blitzturnier, bei dem die stärkeren Spieler der Paarung eine geringere Bedenkzeit haben, die letzte große Möglichkeit bietet, Punkte für die Gesamtwertung zu ergattern. Kevin gewinnt das Turnier mit 8 Punkten aus 9 Runden vor Valentin, Ole und Malte mit jeweils 6 Punkten. Wie hart das Blitzen sein kann, wenn man mit 3 gegen 7 Minuten spielt, stellt auch Baldur fest, der außer Konkurrenz angetreten ist, und auch die eine oder andere Niederlage hinnehmen muss.

Am Abend heißt es dann die Reise mit einer Abschlussaktion ausklingen zu lassen. Das Mörderspiel wird aufgelöst und es wird unter anderem erläutert, wie die drei Peters› schon innerhalb der ersten 24 Stunden allesamt Opfer wurden. Anschließend werden noch ein paar lyrische Meisterwerke vorgetragen, die im Rahmen von Aufgaben beim Planspiel entstanden sind, während Baldur die Punkte der Gesamtwertung zusammenrechnet. Herbstreisenmeister wird Henry Köser, der knapp vor Ole Riege landet. Anschließend spielen wir noch zwei Werwolfrunden, die sich bis halb elf ziehen, sodass auch die U12er dieses Mal ein bisschen länger aufbleiben dürfen.

Der Abreisetag verläuft ohne größere Ereignisse. Die Zimmer werden auf Vordermann gebracht, insbesondere das U14‑Zimmer hat Lüften und Fegen dringend nötig.

Gegen Mittag sind wir dann auch schon wieder im vertrauten Hamburg mit vielen schönen Eindrücken und etwas müde angekommen. Wie jedes Jahr hat uns Betreuern die Reise wieder viel Spaß gemacht und ich denke, auch die Teilnehmer konnten einiges mitnehmen. Bis zum nächsten Jahr!

(Shumon Akram)

Bilder von der Schachreise
 
 
 
 
 
 
 
 
http://www.kshamburg.de/jugend/reise.php
01.01.2017, 00:02 (tr)
 
 
 
 
 
 
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