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Jugend: Schachreise
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Jugend

Schachreise

Schachreise 2017 nach Heide (Holstein)
 22. bis 28. Oktober 2017 
Reisebericht Heide 2017

Überpünktlich sind am Sonntagmorgen am Altonaer Bahnhof die Teilnehmer der diesjährigen Herbstreise versammelt. Es geht nach fünf Jahren wieder mal nach Heide. Unter anderem durch die netten Herbergseltern, äußerst geeigneten Räumlichkeiten, ein schönes Städtchen hat Heide uns schon damals überzeugt, sodass wir der Reise voller Vorfreude entgegenblicken. Auf der ehemaligen Nordostseebahn-Strecke sind es nur rund 80 Minuten von Altona bis zum Reiseziel. Mit dem Auto geht es sogar noch schneller, wie Markus feststellen sollte, der das Material dankenswerterweise nach Heide bringt. Da der Zug in Altona losfährt, finden wir schnell ein freies Abteil und die Zugfahrt vergeht mit Naschi und Obst sowie weiterer Beschäftigung wie Kartenspielen wie im Fluge. Am Bahnhof wartet schon ein Taxi, das für uns das Gepäck zur Herberge fahren soll, doch das erste Gepäckstück ist bereits auf der Fahrt verloren gegangen. Der in der Bahn liegengelassene Rucksack wurde jedoch später noch gefunden und kann im Fundbüro der Bahn in Hamburg abgeholt werden. Ein bisschen Schwund ist eben nicht immer.

Nach dem Beziehen der Zimmer und der ersten warmen Mahlzeit in der Herberge, die wie die restliche Verpflegung – inklusive des warmen Snacks beim Abendessen und Heißgetränken zwischen den Mahlzeiten – als äußerst solide beschrieben werden kann, steht die Erkundung der näheren Umgebung auf dem Programm. Da lassen wir uns auch von dem leichten Nieselregen, der uns auf dieser Reise oft begleiten sollte, nicht abhalten. Markus, der in Heide studiert, führt uns zielsicher und ortskundig durch die Stadt, insbesondere ein Spielplatz mit Sportgeräten und ein gusseisernes und betastbares Stadtmodell am Marktplatz laden zum Verweilen ein. Einen kurzen Schauer, der uns in der Nähe der Heider Kläranlage überrascht, überstehen wir unbeschadet, kehren dann aber doch lieber wieder in der Herberge ein.

Der erste Abend ist wie immer Spieleabend (mit Ausnahme von Schach). Neben dem Klassiker ›Ohne Furcht und Adel‹ wird auch ›Munchkin‹ ausprobiert. Die Gruppe, die sich für ›Risiko‹ entschieden hat, kann wider Erwarten sogar noch das Spielende dieses langatmigen Gesellschaftsspieles auskämpfen. Der Talismanrunde ist dies erwartungsgemäß nicht vergönnt, denn um elf Uhr ist auch für das älteste Teilnehmerzimmer Bettruhe angesagt.

Der Montag beginnt wie jeder Tag der Reise um acht Uhr mit dem Frühstück und anschließendem Schachtraining. In diesem Jahr gibt es eine große Fortgeschrittenengruppe und den weniger erfahrenen Spielern werden mit Christopher, Kay und Jenna kompetente Einzeltrainer zugewiesen. Boris kommt trotz Verspätung seiner Bahn pünktlich um 9.00 Uhr zum Tagesbesuch in der Herberge an, bringt das rollbare Demobrett mit und den Kindern das Thema Strategie im Schach unter Zuhilfenahme zahlreicher bunter Zettel bei. Ergänzt wird das ganze durch Taktik von Baldur. Am Nachmittag ist eigentlich Fußball geplant, doch monsunartige Regengüsse am Vormittag bewegen uns zum Umdenken. Als Alternative veranstalten wir eine Mischung aus Eiskugelschach, bei dem man sich eine eigene Grundstellung aus einer vorgegebenen Anzahl ein Bauerneinheiten (Eiskugeln) ausdenkt und Team-Turnier-Simultan, bei dem man in Gruppen mit mehreren Spielern an mehreren Brettern gleichzeitig gegeneinander spielt. Die Anzahl der Eiskugeln der Teams hängt dabei davon ab, wie diese vorher beim Erraten von Begriffen im Schachtabu und beim Schaustellerschach abgeschnitten haben.

Das nächste Schachturnier der Reise wird am Abend im Märchenschach ausgetragen. Neben altbekannten Ansagen wie ›Brett drehen‹ und ›Die Partie wird durch Armdrücken entschieden‹ kommt in diesem Jahr auch Neuerungen wie ›vor jedem Zug die Kuhmütze streicheln‹ zum Einsatz.

Dienstag ist auf der Herbstreise traditionell Wandertag. Nach dem Training, das an diesem Tag kürzer als sonst ist, werden die Lunchpakete eingepackt, im Fall von Christopher und Jenna werden noch die Regenponchos übergezogen und mit leichter Verzögerung machen wir uns auf den Weg. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten, die durch Kay und sein Smartphone behoben werden, ist die erste größere Station der Heider Kreisforst, den wir schon vor fünf Jahren durchwandert haben. Manche erinnern sich vielleicht noch an den Sprung über einen Bach und den Versuch am Maisfeld vorbei wieder auf den Wanderweg zu kommen. Dieses Mal bleiben wir jedoch nicht allzu lange im dichten Wald, sondern machen uns auf nach Osten um das Ostroher-Süderholmer Moor zu durchqueren. Der stete Nieselregen passt wunderbar zu diesen Moorlandschaften; doch hält er uns auch davon ab viele Pausen einzulegen, da trockene Plätz zum Rasten rar sind.

So kommt es, dass wir in etwa sechs Stunden Wanderung eine sehr beachtliche Strecke zurücklegen, auf der es, wie beschrieben, auch einiges an Natur zu bewundern gibt.

Etwas durchnässt kommen wir wieder in der Herberge an und es geht für alle erstmal unter die Dusche. Am Abend widmen wir uns dann wieder dem Schach. Beim Ansageschach setzen sich Jenna und Mark mit sechs Punkten aus sieben Partien durch.

Der Mittwoch steht auch ganz im Zeichen des Schachs. Nach dem Training am Vormittag, das für die große Gruppe bis zum Mittagessen geht und unter anderem die berühmte Partie Langmann-Linsenmeyer als Lehrbeispiel enthält, wird ein Schnellschachturnier gespielt, das sich als sehr spannend gestaltet, da alle Favoriten hier und da Punkte liegen lassen. Auf dem Treppchen landen in dieser Reihenfolge nach Feinwertung Malte, Kevin und Mark, die alle 5,5 Punkte aus 7 Partien vorzuweisen haben. Nach so viel Schach wird am Abend das erste Mal auf dieser Reise ›Werwölfe von Düsterwald‹ gespielt. Das diskussionsbasierte Gruppenspiel kennen die meisten Teilnehmer schon aus den letzten Jahren, was sich auch in den Argumentationsstrukturen und dem allgemeinen Spielniveau bemerkbar macht. Jenna und Philip können in der ungewöhnlichen Kombination eines Bürger-Werwolf-Liebespaares die spannende Runde gewinnen und wenig später legt sich die Nacht auch über Etage 1 der Herberge.

Das Nachmittagsprogramm am Donnerstag besteht in diesem Jahr aus einem Planspiel. Das bedeutet: An verschiedenen Stationen können durch allerlei Aufgaben Punkte erworben werden, die die Bedenkzeit für ein nachfolgendes Team-Turnier-Simultan mit verschiedenen Standorten in der Herberge ergeben. Am Ende werden manche der Partien dann auch nur mit wenigen Sekunden Vorsprung auf Zeit gewonnen. Das Tandemturnier am Abend wird von 5 punktgleichen Teams zugleich gewonnen. So etwas hatten wir auch noch nicht! Außerdem wird an diesem Abend das Geräusch der Reise geboren. Was damals das langgezogene ›Ahhhhhhhhh‹ in Albersdorf war, ist in diesem Jahr das ›Eieieieiei‹, das für sich alleinstehend als Reaktion auf Beliebiges oder einfach als Füllwort verwendet werden kann. Beliebt ist auch das Anhängen an Worte, die auf die Silbe ›ei‹ enden. Nach dem Tandemturnier ist noch allerleieieieiei Zeit für eine zweite Werwolfrunde, was alle Beteiligten sehr freut.

Für den Freitagnachmittag hatte Markus schon im Vorfeld der Reise eine Rallye geplant. Aufgrund der jüngsten Vorfälle in der Heider Innenstadt – involviert waren unter anderem zwei Wildschweine und eine Sparkassentür – hatte er noch einige Passagen abgewandelt und so suchten wir unter anderem den gruseligsten Ort Heides auf, beschrieben die Ungeheuer auf dem See vor dem Heider Wasserturm und mühten uns, den Buchstaben X möglichst oft in ein Gedicht über Heide zu verwenden. Christophers Gruppe verirrt sich zwischenzeitlich, weil sie am falschen Bäcker rechts abbiegt. Eieieieieiei. Aber gegen 16.30 Uhr sind alle Gruppen wohlbehalten wieder angekommen.

Wie auch in den letzten Jahren haben wir für alle Aktionen auf der Reise Punkte gemäß der Platzierungen vergeben, um am Ende den Herbstreisenmeister küren zu können. Der Freitagabend wird nach dem Abendessen mit der entsprechenden Siegerehrung eingeläutet. Dabei werden noch die Rallyegedichte vorgetragen und die Geschichten zum diesjährigen Mörderspiel, über das man ja ansonsten bekanntlich nicht redet, preisgegeben.

Herbstreisenmeister wird unter anderem durch einige Last-Minute-Punkte in besagtem Mörderspiel Mark Kipke, der knapp vor Jan Summers und Philip David landet. Anschließend spielen wir noch zwei Werwolfrunden, die unter anderem durch massive Müdigkeitserscheinungen unter anderem bei Henry und Markus gekennzeichnet sind und sich sehr unterhaltsam gestalten.

Die Rückfahrt am Samstag verläuft reibungslos. Herbststurm Herwart ist zwar schon angekündigt, beeinträchtigt uns zum Glück jedoch nicht, sodass wir nach der Woche voller Aktionen zwar müde und erschöpft, aber auch mit vielen schönen Erlebnissen um zwanzig nach elf in Altona einfahren. Es hat mir und dem gesamten Betreuerteam wieder viel Spaß gemacht, die Reise durchzuführen und ich hoffe, es geht den Teilnehmern ebenso. In diesem Sinne: Der Bericht ist vorbeieieieiei und bis nächstes Jahr!

(Shumon Akram)

 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/jugend/reise.php
01.11.2017, 06:21 (tr)
 
 
 
 
 
 
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