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Chronik: Archiv
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Hamburger Pokal‑Mannschaftsmeisterschaft 1998
Ergebnisse
1. Runde
  Königsspringer 1 (0) ETSV 2 (0) 4:0
1) Lamprecht, Frank (0) Walke, Günter (0) 1:0
2) Wendt, Jan‑Dietrich (0) Melde, Volker (0) 1:0
3) Pajeken, Wolfgang (0) Schmidt, Berthold (0) 1:0
4) Wolter, Michael (0) Mossekel, Manfred (0) 1:0
 
  Diogenes 3 (0) Königsspringer 2 (0) ½:3½
1) Schmidt, Karsten‑Rüdiger (0) Conrad, Christian (0) 0:1
2) Ottenburg, Ralph (0) Fenske, Wolfgang (0) 0:1
3) Panic, Dominik (0) Melde, Christian (0) ½:½
4) Eggert, Simon (0) Saß, Andreas (0) 0:1
 
2. Runde
  Königsspringer 1 (2) Niendorfer TSV 1 (2) 3½:½
1) Buhr, Carl‑Christian (0) Türk, Heinz (½) ½:½
2) Wendt, Jan‑Dietrich (1) Weiß, Matthias (1) 1:0
3) Pajeken, Wolfgang (1) Kolanoske, Vincent (1) 1:0
4) Lindinger, Markus (0) Lindschau, Eggert (½) 1:0
 
  TV Fischbek (2) Königsspringer 2 (2) 3½:½
1) Staak, Riccardo (1) Saß, Andreas (1) ½:½
2) Wennmann, Thorsten (1) Melde, Christian (½) 1:0
3) Schermer, Denis (0) Nicolosi, Tino (0) 1:0
4) Murra, Natthias (1) Fenske, Wolfgang (1) 1:0
 
3. Runde
  Königsspringer 1 (4) ETSV 1 (4) 3:1
1) Buhr, Carl‑Christian (½) Meier, David (0) 1:0
2) Wendt, Jan‑Dietrich (2) Moustafa, Mohamed (1) 1:0
3) Pajeken, Wolfgang (2) Wiekhorst, Frank (0) 1:0
4) Lindinger, Markus (1) Müller, Jörg (0) 0:1
 
Halbfinale
  Königsspringer 1 (6) Diogenes 1 (6) 3½:½
1) Wendt, Jan‑Dietrich (3) Laqua, Christian (2½) ½:½
2) Buhr, Carl‑Christian (1½) Gröppel, Peter (2) 1:0
3) Pajeken, Wolfgang (3) Kalks, Thomas (0) 1:0
4) Lindinger, Markus (1) Pehlgrim, Andreas (2) 1:0
 
Finale
  Königsspringer 1 (8) FC St. Pauli (8) 4:0
1) Buhr, Carl‑Christian (2½) Schleicher, Guido (4) 1:0
2) von Bülow, Georg (0) Jantzen, Hans‑Jörg (4) 1:0
3) Lindinger, Markus (2) Schütze, Michael (1) 1:0
4) Lindner, Daniel (0) Kluth, Carsten (0) 1:0
Bericht

Sonnabend, 21. März 1998, 14:00 Uhr: Mit viel Mühe ist es uns gelungen, acht Königsspringer zu finden, die sich nun anschicken, die Vereinsehre auf den 64 Feldern zu verteidigen. Dafür ist jeder bereit, auch das wertvollste Opfer zu bringen: das Wochenende! Die erste Runde der HPMM 1998 steht unmittelbar bevor, das Los sieht für beide Teams zum Auftakt lösbare Aufgaben vor, allerdings auch die Pflicht, bei etwaigem Sieg am Sonntag erneut anzutreten. Andere Mannschaften haben mehr Glück und erhalten für die zweite Runde ein Freilos.

Königsspringer 1 gegen ETSV 2: Frank Lamprecht gewinnt gleich einen Bauern, kann seinen Gegner fortan nicht mehr ernst nehmen und quält ihn und sich selbst noch eine ganze Weile. Jan Wendt und Wolfgang Pajeken hingegen machen kurzen Prozess. Seinem Spielstil entsprechend benötigt Michael Wolter am längsten. Sein Gegner erhält gleich in der Eröffnung eine Chance, die jedoch ausgelassen wird. Anschließend wird geknetet, bis das gewonnene Läuferendspiel entsteht. 4:0, leicht und locker.

Während die Erste bereits fertig hat, ist bei Königsspringer 2 gegen Diogenes 3 noch nichts entschieden. Lediglich Andreas Saß gewann frühzeitig, gerade stellt aber auch Christian Conrad seinen Gegner vor große Probleme. Nachdem dessen Zeitnot vorbei ist, wird die Aussichtslosigkeit erkannt und aufgegeben.

2:0 an den Brettern 1 und 4, das bedeutet bei einem 2:2 auch unentschieden nach Berliner Wertung, also Blitzen. Christian Melde bekommt jetzt interessanterweise remis angeboten, lehnt allerdings ab und will seinen Kameraden nicht nachstehen. Wolfgang Fenske verliert gerade einen Bauern, die Schwerfiguren werden abgetauscht und ein Endspiel schlechter Springer gegen guter Läufer entsteht. Ein Remisangebot verhallt, scheint aber fatale psychologische Auswirkungen auf den Gegner zu haben, der ja völlig den Faden verliert. Ein Bauer nach dem anderen wird eingestellt und total entnervt aufgegeben. Christian Melde kann seine Partie zuletzt doch nicht gewinnen und willigt zum 3½:½ ein.

Sonntag, 22. März 1998, 10:00 Uhr: Acht teilweise unvollständige Teams treten zur zweiten Runde an, davon tragen zwei den Namen Königsspringer. Von der gerade zu Ende gehenden HJEM‑Endrunde wurden schnell noch drei Verstärkungen abberufen, nachdem einige andere heute auch etwas anderes vorhaben.

Königsspringer 2 steht ziemlich schnell mit dem Rücken zur Wand. Die Mittelbretter sehen sehr kritisch aus. An Brett 1 wird forciert remisiert, an Brett 4 leider die einzig gute Stellung sogar verloren. Okay, gegen Fischbek ist heute kein Blumentopf zu gewinnen. Es kommt, wie es kommen muss: Der Rest wird auch verloren, selbst wenn sich Tino Nicolosi noch verhältnismäßig lange wehrt.

Königsspringer 1 führt inzwischen gegen den NTSV 1:0, nachdem Markus Lindinger in einer besonders von Eggert Lindschau wild geführten Partie den Überblick behält. Wolfgang Pajeken hat gleich einen Bauern mehr und schiebt Vincent Kolanoske in bester Karpov‑Manier regelrecht zusammen. Auch Jan Wendt kann sich letztlich gegen Matthias Weiß durchsetzen. An Brett 1 müht sich derweil Carl‑Christian Buhr gegen Heinz »Wie geht noch mal die Rochade?« Türk. Die Stellung unterschreitet wahrscheinlich nie die Remisschwelle und zum Schluss kann nach Aussage von ganz Mutigen sogar gewonnen werden. Daran glaubt sonst jedoch kaum jemand, und so trennt man sich schließlich doch schiedlich und friedlich.

Das Viertelfinale ist damit erreicht, und in vierzehn Tagen wartet mit ETSV 1 ein ernst zu nehmender Gegener auf uns!

Sonnabend, 4. April 1998, 14:00 Uhr: Eigentlich kann es jetzt ja gleich losgehen, aber wo sind überhaupt unsere Bretter? Das muss uns gestern in dem ganzen Trubel entgangen sein, sollen doch alle Mannschaften auch noch Spielmaterial mitbringen. Also fahren Carl‑Christian Buhr und Wolfgang Pajeken schnell irgendwohin und holen das, was eine Schachpartie erst sehenswert macht. Und auf diese Weise findet sich sogar längst verloren Geglaubtes wieder – ist doch toll!

Derweil haben Jan Wendt und Markus Lindinger spielbare Positionen auf das Brett gezaubert. Mit Verspätung greifen auch Carl‑Christian und Wolfgang ins Geschehen ein, und was passiert denn da? Getreu seinem Motto: »Ich kann jede noch so zweifelhafte (?!) Eröffnung spielen, die Partie entscheidet sich im Mittelspiel!«, wählt CC eine interessante Variante im Holländischen, und die taktischen Möglichkeiten liegen tatsächlich auf seiner Seite. Wolfgang hingegen hat gleich eine Figur gegen mehrere verbundene Bauern und muss diese erst mal knacken. Jan steht gut und überlegt, wie er die irgendwie doch unpositionierten Figuren des Gegners zu einem gelungenen Königsangriff missbraucht. Markus steht wahrscheinlich am besten von allen, greift aber plötzlich fehl und steht total im Hemd! Das muss erstmal aufgefangen werden.

Tatsächlich kann CC den Überblick behalten, den sein Gegner letztlich verliert, und auch Wolfgangs Stellung verbessert sich Zug um Zug. So steht es doch relativ früh 2:0 und das Halbfinale ist bereits erreicht. Jan müht sich weiter, gewinnt Material und kann sich ebenfalls durchsetzen. Da macht es nichts mehr, dass Markus das Ergebnis abrundet. Immerhin spielt hier eine Mannschaft! Die Kameraden bauen Markus für morgen noch auf, schließlich geht es gegen Angstgegner (?) Diogenes.

Sonntag, 5. April 1998, 11:33 Uhr: Die Bretter brennen und irgendwie ist es Markus noch nicht gelungen, seine Entwicklung zu vollenden (Rochade!). Das wird schnell getan und nebenbei inspiriert etwas Material gegeben. Dafür wird der Freibauer auf b2 zur ernsten Bedrohung werden, und die Dame greift alle verbliebenen weißen Leichtfiguren an. Also versucht sich der letzte schwarze Turm mehrfach zu opfern, bis er Sieg bringend auf a1 auftaucht. Wunderbar!

CC und Wolfgang haben ihre Gegner fest im Griff, Jans Stellung bereitet ein wenig Sorge. Wolfgang probiert jetzt einfach mal ein zweifelhaftes Figurenopfer, um zu sehen, wie es danach weitergeht. Immerhin erhält er zwei Bauern dafür und gewinnt noch einen dritten dazu, matt ist aber nicht in Sicht. CC’s Gegner lässt eine Taktik zu und gibt wenig später auf. Danach steht es 2:0 für uns, allerdings an den geraden Brettern, was nach Berliner Wertung nichts wert ist.

Irgendwoher muss noch ein halber Punkt kommen, und man hat das Gefühl, dass Jan es jetzt wissen will. Tatsächlich gelingt es ihm, die Partie durch mehrfachen Figurentausch in seichtes Fahrwasser zu verschiffen; das entstandene Turmendspiel ist beinahe besser für ihn zu bewerten. Weil es aber eben ein Turmendspiel ist, wird konsequenterweise remis gemacht.

Das Pokalfinale ist damit erreicht und jetzt darf auch mal auf den möglichen Endspielgegner geschaut werden. Bei HSK – St. Pauli wird an Brett 4 schnell remis gespielt, an Brett 1 gewinnt der grandiose Pestov. Als aber beide Mittelbretter an St. Pauli gehen, steht der überraschende Sieger fest. Wolfgangs Gegner hat mittlerweile auch keine Lust mehr und gibt mit einem eingeklemmten Springer gegen drei verbundene Freibauern auf.

Sonnabend, 16. Mai 1998, kurz vor 14:00 Uhr: Kurzfristig wurde der Spielort in die Aula der Gesamtschule Niendorf verlegt, nachdem das Finale ursprünglich in der Schule am Niendorfer Marktplatz stattfinden sollte, und ¾ der St. Paulianer haben sich auch schon eingefunden. Auch der Schiri ist bereits da – womit die Organisation (Improvisation trifft den Kern mal wieder eher) schon mal geklappt haben dürfte –, jedoch erst zwei Königsspringer. Da kommt aber auch schon CC Buhr und das Finale beginnt mit drei gegen drei. Die letzten beiden trudeln auch so nach und nach ein, was den Ernst der ganzen Angelegenheit angemessen wiederspiegelt. Zur allgemeinen Information: Beide Finalisten sind bereits für die Deutsche Pokal‑Mannschaftsmeisterschaft 1998/99 qualifiziert und heute geht es »nur noch« um das Prestige, immerhin Hamburger Pokalmannschaftsmeister 1998 zu werden.

St. Pauli lobt uns bereits vorab in den Himmel (»Sind die dick, Mann!«) und gibt sich selbst höchstens eine Außenseiterchance. Allerdings tritt man in der wohl stärksten Besetzung an (Schleicher, Jantzen, Schütze, Kluth) und will es vielleicht irgendwie doch wissen. Königsspringer stellt neben CC Buhr (1) und Markus Lindinger (3) diesmal Georg von Bülow (2) und Daniel Lindner (4) auf und weiß den Gegner schon damit zu überraschen.

Die Partien entwickeln sich und Georg und Daniel stehen schon ganz gut. Markus muss vielleicht einen Angriff abwehren und CC spielt eine der für ihn typischen Partien. Das geht eine ganze Weile so und auch Markus kommt noch gut ins Spiel.

Doch was geht denn jetzt (17:40 Uhr) plötzlich ab? Kurioserweise hat sich an allen Brettern ungefähr die gleiche Zeitnotsituation ergeben. Im Klartext: Alle St. Paulianer müssen sich beeilen (< 5 Minuten), während alle Königsspringer noch genug Zeit (> 15 Minuten) zur Verfügung haben. Und jetzt zeigt sich tatsächlich ein Klassenunterschied. Praktisch im 5‑Minuten‑Takt fällt eine Entscheidung nach der anderen zu unseren Gunsten.

Den Anfang macht Markus mit einer Taktik, CC sammelt die Figuren derweil einfach ein. Nachdem diese beiden Partien beendet sind, haben wir den Titel bereits errungen (Berliner Wertung). Daniel hat eine Qualität mehr und gewinnt ebenfalls noch vor der Zeitkontrolle. Nur Georg muss etwas länger ausharren, doch wird sich sein Gegner nach 40 Zügen der Hoffnungslosigkeit seiner Situation bewusst.

Um 18:10 Uhr ist tatsächlich bereits alles vorbei, und wir haben 4:0 gewonnen.

Kurz wird noch auf unseren ersten Hamburger Pokalmannschaftstitel angestoßen, ein paar Schlachtenbummler waren schließlich auch noch da. Dann löst sich die Gesellschaft schnell auf, immerhin wird heute in der Begegnung Bayern gegen Duisburg noch ein anderer – von der Konstellation her kaum wertvollerer – Pokal ausgespielt.

(Thomas Rosien)

 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/98hpmm.php
01.01.2017, 00:00 (tr)
 
 
 
 
 
 
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