S
c
h
a
c
h
c
l
u
b
 
v
o
n
 
1
9
8
4
 
 e.
 V.
 
 
 
 
 
 
[Grafik]
[Grafik]
 
 
www.kshamburg.de
 
 
Chronik: Archiv
Sonnabend, 23. September 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

←
→
Ereignisse Juli 1984 bis Juni 1996
1996 1995 1994 1993 1992 1991 1990 1989 1988 1987 1986 1985 1984
↑
↓
1996

Deutsche Schulmannschaftsmeisterschaft

Nachdem wir uns in Hamburg gegen die sehr starke Konkurrenz durchgesetzt hatten, fuhren wir frohen Mutes nach NRW, genauer in die Jugendherberge Wewelsburg bei Paderborn, um auch bei den Deutschen Meisterschaften noch einmal unsere Spuren zu hinterlassen.

Den Abiturstress hatte ein Großteil der Mannschaft dabei schon hinter sich, sodass wir befreit zu Werke gehen konnten. Und diesmal lief wirklich (fast) alles glatt: In Runde 1 siegten wir mit 3:1 gegen Magdeburg; Dietmar und ich gaben an den ersten beiden Brettern jeweils ein Remis ab.

In der nächsten Runde saßen wir dem vermeintlichen Konkurrenten Berlin gegenüber, der sich nach seiner etwas unglücklichen 1:3‑Niederlage gegen uns – Dietmar hatte seinen Gegner wohl doch etwas überrascht, als er ihn mit zwei Minusdamen »aus heiterem Himmel« mattsetzte! – allerdings ziemlich in den Niederungen der Tabelle verlor.

Die nächste Runde war eine sehr spannende Angelegenheit, obwohl sie schließlich in unseren höchsten Sieg mündete. Wir spielten gegen die altbekannten Bad Schwartauer (für Geschichtsbewusste: Sie »verdarben« uns schon auf der Deutschen Meisterschaft 1990 etwas Besseres als den dritten Platz)! Daniel gewann schnell, aber von den anderen drei Partien war eigentlich nur klar, dass ich verlieren würde, denn meine Stellung war ein einziger Trümmerhaufen, und das nach nur 20 Zügen. Jan durfte also nicht remis machen – und deshalb gewann er einfach! Da sah die Welt schon wieder freundlicher aus. Ich dachte ständig an Aufgabe, aber mein Gegner spielte so langsam (für Nichteingeweihte: Die Bedenkzeit betrug eine Stunde für die Partie), dass ich mich doch immer noch zu einem weiteren Zug durchrang und schließlich, mit einer glatten Dame weniger und nur ein paar Züge vorm Matt, tatsächlich halb ungläubig (und etwas beschämt) den Fall seines Blättchens registrieren konnte. Auch Dietmar gewann seine Partie noch und so standen wir nach dem ersten Tag zusammen mit den Hannoveranern als Einzige ungeschlagen an der Tabellenspitze.

In Runde 4 schlug unsere Doppelspitze so richtig zu, Dietmar und ich brauchten beide nur ca. 25 Züge zur Abfertigung unserer Gegner. Jan und Daniel steuerten jeweils ein Remis bei und wir wurden immer zuversichtlicher. Und dann stand der »Kampf der Giganten« an, unsere Auseinandersetzung mit der Sportschule Dresden. Noch ein Auszug aus der Geschichte: Wir wurden 1991 Deutscher Vizemeister der WK III, hinter – der Sportschule Dresden! Damals betrug der Abstand gerade ein halbes Brettpünktchen! Dafür wollten wir uns natürlich diesmal revanchieren (zumal die Dresdener nach ihrem damaligen Sieg in den folgenden Jahren auf Bundesebene alles und wir »nichts« gewonnen hatten). Doch im direkten Vergleich misslang unser Anliegen völlig: Das erste Brett war das einzige, an dem wir nominell deutlich überlegen waren, und ich ließ mich prompt von meinem Gegner nach 15 Zügen in eine geschickte Zugwiederholung locken. In den nächsten zwei Stunden habe ich dann erst so richtig verstanden, wie es Berti Vogts immer gehen muss, wenn er nicht selbst aufs Feld kann. Jan patzte bald in schwieriger Stellung. Aber es gab noch Hoffnung, da Dietmar wieder eine sehr gute Partie spielte und mit einem Mehrbauern in ein Knet‑Turmendspiel ging, das er dann einzügig wegpatzte. Da Daniel auch schlecht stand, nahmen wir dann an den Brettern zwei und drei notgedrungen die angebotenen Punkteteilungen an und überließen Jan seinem Schicksal. So toll hatte alles begonnen und nun sollten wir wieder nur Zweiter werden? Zum Wiederaufbau unserer Kräfte machten wir einen kleinen Abstecher nach Paderborn und ließen es uns bei einem sehr empfehlenswerten Italiener (Der Name ist mir leider entfallen. Jedenfalls war er aber völlig unitalienisch!) so richtig schmecken.

Frohen Mutes gingen wir dann in die Vorschlussrunde, unsere Hoffnungen auf die Schwartauer setzend, die es jetzt mit den Dresdenern zu tun hatten. Wir spielten gegen ein Gymnasium aus Mainz (auch nicht ganz unbekannt, aber ich lasse die alten Kamellen jetzt mal ruhen). Auch der Schock eines unmotivierten Figureneinstellers von Daniel konnte uns nicht mehr aus dem Konzept bringen, wir erfüllten unsere Aufgabe mit 3:1. Derweil hatten die Schwartauer eine »Sensation« auf den Brettern, die sie dann aber stilgerecht zu einem 2:2 verpatzten. Was uns natürlich auch nicht gerade unrecht war, führten wir doch nun vor der letzten Runde mit anderthalb Brettpunkten vor den Erzrivalen aus Dresden. In dieser bekamen wir zwar dann den vermeintlich stärkeren Gegner zugelost, ließen aber mit einem souveränen 3½:½ überhaupt nichts mehr anbrennen.

Unser erster (und letzter) Deutscher Schulschachtitel war perfekt und die Dresdener ließen sogar noch ein weiteres 2:2 zu, sodass wir nun auch nach Mannschaftspunkten vor ihnen lagen. Alles in allem ein rundum gelungenes Turnier. Dietmar und ich erreichten jeweils 6/7 – jaja, manchmal schon auch etwas abenteuerlich – und gewannen damit beide einen Brettpreis, den es nicht gab. Daniel und Jan erreichten jeweils solide 4½/7 und trugen damit entscheidend zu unserem Erfolg bei.

1. Hamburg 12:2 21,0:7,0
2. Dresden 11:3 18,5:9,5
3. Bad Schwartau 11:3 16,5:11,5
4. Langenfeld 9:5 16,0:12,0
5. Hannover 8:6 15,5:12,5 (55)
6. Xanten 8:6 15,5:12,5 (49)
7. Weinsberg 8:6 14,0:14,0
8. Altensteig 7:7 14,5:13,5

:

18 Mannschaften

Es steht leider (und das nicht ganz unverschuldet) zu befürchten, dass dieser Titel eine lange Reihe von Bondenwald‑Erfolgen fürs Erste (zwar sehr erfreulich, aber doch) beschließt. Deshalb hier noch einmal die eindrucksvolle Bilanz seit 1987, der Zeit, in der die diesjährigen Abiturienten Buhr, Eggers und Hamann in die fünfte Klasse kamen:

Im Zeitraum 1987 bis 1996 gewann das Gymnasium Bondenwald 12 Hamburger Meisterschaften! Diese verteilen sich wie folgt:

  • einmal WK‑Mädchen‑Meister
  • zweimal Beobachtungsstufenmeister
  • zweimal WK‑III‑Meister
  • einmal WK‑II‑Meister
  • zweimal WK‑I‑Meister
  • dreimal Hamburger Schulmannschaftsmeister in der A‑Klasse
  • einmal Sieger im Landesentscheid Hamburg des Deutschen Schulschachpokals

Teilnahmen an acht Deutschen Meisterschaften zeitigten folgende Erfolge:

  • einmal erster Platz: 1996 in der WK I (Wewelsburg)
  • einmal zweiter Platz: 1991 in der WK III (Kassel)
  • zweimal dritter Platz: 1990 in der WK III (Gießen) und in der WK Mädchen (Königsfeld)
  • einmal fünfter Platz: 1992 im Bundesfinale des Deutschen Schulschachpokals (Berlin)
  • einmal sechster Platz: 1992 in der WK II (Travemünde)
  • einmal siebter Platz: 1994 in der WK I (Hamburg)

(Carl‑Christian Buhr, Der Königsspringer September 1996)


Markus Lindinger im Fernsehen

Eigentlich geht es hier nur um die Hamburger Mannschaftsmeisterschaft im Blitzschach. Zum ersten Mal dürfen mehrere Mannschaften aus einem Verein teilnehmen. Königsspringer kommt nur mit einer Mannschaft, denn bisher hat man auf solchen Meisterschaften überhaupt noch nichts rausgeholt. Die erste Mannschaft spielt außerdem zeitgleich im Deutschen Mannschaftspokal gegen den Hamburger Schachklub. Ganz fernbleiben kann man aber nicht, da diese Mannschaft als Rahmen für einen Fernsehbeitrag benötigt wird. Das SZ‑Magazin auf dem Fernsehsender VOX hat als ein Thema ›Geschwindigkeit‹, darunter z. B. irgendwelche Atome, die sich beim absoluten Temperatur‑Nullpunkt kaum noch bewegen (Geschwindigkeit = 0) bis hin zu Extremskiläufern, die steile Berghänge mit 300 km/h herunterrasen. Dazwischen irgendwo: Schach. Wolfgang Pajeken begleitet ein Filmteam, bestehend aus Regisseur, Kameramann und Tontechniker, gibt Interviews und vermittelt ständig neue Interviewpartner. Runde um Runde wird das Königsspringerteam (Jan Wendt, Wolfgang Pajeken, Michael Wolter und Markus Lindinger) gefilmt und wichtige Partiephasen festgehalten. Daran gewöhnt man sich doch recht schnell, während es für die Spieler der anderen Mannschaften nicht so leicht ist. Schließlich möchte man ein gutes Bild abgeben.

Markus hat leider Pech: In einer Serie von 9½/11 bekommt er ausgerechnet in der einen Verlustpartie eine Minute reguläre Sendezeit auf VOX und BBC. Jedenfalls sorgt der enorme Zwischenspurt von elf (!) Siegen hintereinander für einen Platz ganz vorne. Sogar der Hamburger Meistertitel ist drin. Kurz vor Schluss kann sogar noch Carl‑Christian am letzten Brett eingesetzt werden, der gerade seine Partie im Pokalkampf zu Ende gespielt hat. Leider hat er aber – um beim Thema zu bleiben – noch nicht genug Geschwindigkeit, sodass Königsspringer hinter Diogenes 1 »nur« Hamburger Vizemeister wird. Damit verbunden ist die erstmalige Qualifikation für die Norddeutsche Meisterschaft. Die Einzelergebnisse: Jan Wendt 14½/20 (1), Wolfgang Pajeken 16/20 (2), Michael Wolter 11½/17 (3), Markus Lindinger 14½/19 (4) und Carl‑Christian Buhr 2/4 (E).

PS: Bei der Norddeutschen Blitz‑Mannschaftsmeisterschaft belegte Königsspringer in der Besetzung Frank Lamprecht, Carl‑Christian Buhr, Jan Wendt und Wolfgang Pajeken den geteilten vierten bis sechsten Rang und qualifizierte sich damit für die Deutsche Blitz‑Mannschaftsmeisterschaft! Da war dann aber doch Schluss: Großmeister Dr. Robert Hübner – ein Vierteljahrhundert nationale Nr. 1, Elo weit über 2600 – am vierten Brett, kein Witz, Realität!

(Michael Wolter, Der Königsspringer September 1996)

↑
↓
1995

Eine Auszeichnung für uns

Begriffe wie ›Die Deutsche‹ und ›Das grüne Band‹ sind nicht für jeden Königsspringer auf Anhieb verständlich. Beide Begriffe sind jedoch Ausdrücke für eine erfolgreiche Jugendarbeit. Man kann vielleicht noch erraten, dass mit der Deutschen die Deutsche Meisterschaft gemeint ist, und zwar für Vereinsjugendmannschaften, für die sich unsere erste Jugendmannschaft in diesem Jahr wieder qualifiziert hat (siehe Bericht über die Jugendbundesliga). Was sich hinter dem grünen Band verbirgt, bedarf für viele der Erläuterung. Die Dresdner Bank in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sportbund zeichnet jährlich Vereine in 60 Sportarten mit dem Grünen Band aus, darunter auch Schachvereine. Man mag die bisherige Einleitung als ausschweifend bezeichnen, aber wenn man beachtet, dass viele Schachvereine, die das grüne Band gewonnen haben, auch bereits Sieger der Deutschen gewesen sind, so schließt sich doch der Kreis. Beispielhaft für die Verbindung lassen sich die Vereine SC Diogenes, Hamburger SK und SF Neukölln aufführen. Auch Vereine, die auf der Deutschen schon häufiger vertreten waren, ohne jedoch gewonnen zu haben, wurden ausgezeichnet. Zu nennen sind dabei das Schachgymnasium Altensteig und die Schachfreunde aus Karlsruhe. Preisträger des grünen Bandes waren darüber hinaus auch Vereine, die sich durch ihre Jugendarbeit auf anderem Wege einen Namen gemacht haben. Zu erwähnen sind hier Meerbauer Kiel und Turm Winterbach. In diesem Jahr ist der Königsspringer Hamburg Schachclub von 1984 mit dem grünen Band ausgezeichnet worden.

Im Folgenden möchte ich den Weg unserer Bewerbung und den der Preisverleihung aufzeichnen. Schon in den letzten Jahren bestand bei vielen in der Jugendarbeit tätigen Mitgliedern die Auffassung, dass wir uns auch für das grüne Band bewerben sollten. Erwähnen sollte man, dass wir uns relativ kurze Zeit nach der Vereinsgründung schon einmal für das grüne Band beworben hatten. Wir konnten zwar damals ein Trainingskonzept vorlegen, jedoch fehlten uns noch die für das grüne Band notwendigen Erfolge. Nach dem Erhalt der angeforderten Bewerbungsunterlagen hieß es nun, in detaillierter Form die Jugendarbeit unseres Vereins darzustellen. Zu beachten waren folgende Bewerbungskriterien, die vom Deutschen Sportbund vorgegeben waren:

  1. Leistungssportförderung
    Besondere Merkmale der Leistungsförderung im Verein unter Berücksichtigung sportlicher, sozialer und pädagogischer Aspekte,
  2. Talentfindung und ‑förderung
    Wie wird im Verein die Talentfindung und ‑förderung betrieben (Konzept) und
  3. Erfolge
    Auflistung der Erfolge von Kindern und Jugendlichen des Vereins für 1994. Mitberücksichtigt werden aber auch Erfolge der vergangenen drei bis fünf Jahre.

Inhaltliche Vorarbeiten wurden von Boris Bruhn, Daniel Lindner und Günter Schierholz geleistet. Die Zusammenstellung der Erfolge und die Darstellung des Trainings‑ und Förderungskonzeptes erfolgte dann durch Wolfgang Fenske und Joachim Meyer, die auch für die äußerliche Form der Bewerbung verantwortlich waren. Nach zwölfstündiger Sitzung (von 15:00 Uhr bis 03:00 Uhr) war dann eine 18 Seiten umfassende Bewerbung fertig. (Mitglieder, die sich für den Inhalt der Bewerbung interessieren, können sich an Wolfgang Fenske oder Joachim Meyer wenden). Die Bewerbung ging zunächst zur Deutschen Schachjugend, die als zuständiger Fachverband für eine Vorauswahl zuständig war. Ihre Aufgabe bestand darin, aus den gesamten Bewerbungen eine Vorauswahl von drei Bewerbern zu treffen. Zusätzlich zu den oben genannten Kriterien achtete die Jury der Deutschen Schachjugend ergänzend auf folgende Punkte, die uns auch bei der Erstellung der Bewerbung bekannt waren:

  1. Wird bei der Jugendarbeit neben dem Leistungssportgedanken auch die allgemeine Jugendarbeit (Freizeitangebote, sich kümmern um die leistungsschwächeren Mitglieder usw.) beachtet?
  2. Besteht ein auf Langfristigkeit angelegtes Konzept?
  3. Wird sich umfassend (alle Altersjahrgänge) mit der Jugendarbeit beschäftigt?
  4. Inwieweit treten die Jugendlichen, um die sich der Verein kümmert, auch in den Verein ein (Mitgliederzahl)?

Bei der Vorauswahl legt die Deutsche Schachjugend schon eine bestimmte Reihenfolge für die drei Bewerber fest, wobei diese Reihenfolge auch begründet wird. Nach Angaben der Deutschen Schachjugend lautete die Reihenfolge:

  • 1. Mosaik Berlin
  • 2. Königsspringer Hamburg
  • 3. SC Leipzig‑Gohlis

Die endgültige Entscheidung über die Vorschläge der DSJ traf dann eine gemeinsame Jury aus Vertretern des Deutschen Sportbundes und der Dresdner Bank. Die Jury bestand in diesem Jahr aus Norbert Wolf (Vorsitzender), Generalsekretär des Deutschen Sportbundes (1990–1994), Peter Gattineau, Mitleiter der Dresdner Bank in Wiesbaden, Dr. h. c. Karlheinz Gieseler, Generalsekretär des Deutschen Sportbundes (1964–1990), Cornelia Hanisch, Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Fechten, Willi Klein, Präsidiumsmitglied des Landessportbundes Rheinland‑Pfalz und Raimer Lachmann, Generalsekretär des Deutschen Segler‑Verbandes. Entgegen dem Vorschlag der Deutschen Schachjugend hat die Jury eine andere Reihenfolge festgelegt:

  • 1. Königsspringer Hamburg
  • 2. Mosaik Berlin
  • 3. SC Leipzig‑Gohlis

Die Jury ist damit erst zum zweiten Mal in der Geschichte des grünen Bandes vom vorgelegten Vorschlag abgewichen. Aus welchen Gründen dies geschehen ist, war nicht in Erfahrung zu bringen. Pikanterweise waren in beiden Fällen Hamburger Vereine beteiligt. Nämlich Schachgymnasium Altensteig statt Hamburger SK und eben Königsspringer Hamburg statt Mosaik Berlin.

Nach monatelangem Warten, die Abgabe der Bewerbung erfolgte Ende Februar, dann die erhoffte und nicht unbedingt erwartete Glücksbotschaft. Ein unscheinbarer Briefumschlag lag am 23. Mai 1995 im Briefkasten. Absender war eine gewisse Firma mit dem Namen Birkholz und Jedlicki GmbH, Agentur für Sportkommunikation. Der Verfasser dieser Zeilen, der den Umschlag vorfand, glaubte zunächst nur an ein Werbeschreiben. Doch unbeschreiblich war die Freude, als folgende Zeilen zu lesen waren:

»[…] wir freuen uns, Ihnen im Namen der Dresdner Bank und des Deutschen Sportbundes mitteilen zu können, dass die Jury 1995 dem Königsspringer Hamburg Schachclub von 1984 im Schach das grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein zuerkannt hat.«

Fast gleichzeitig mit dem Öffnen des Briefes erfolgte eine telefonische Benachrichtigung durch die Dresdner Bank in Hamburg. Am folgenden Tag, dem 24. Mai 1995 erschien auch eine kleine (unscheinbare) Notiz in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit folgendem, hier gekürzten Inhalt:

»Mit dem grünen Band für herausragende Jugendarbeit hat der Deutsche Sportbund zwölf Vereine ausgezeichnet. […], die Königsspringer Hamburger Schachclub von 1984 (Schach) […]«

Da nicht jedes Mitglied die FAZ liest, erfuhren viele Mitglieder, sofern sie nicht schon informiert waren, am 26. Mai 1995 durch das Hamburger Abendblatt von der glücklichen Nachricht:

»Schach: Der SK Königsspringer von 1984 (Oberliga) wurde für vorbildliche Talentförderung mit dem grünen Band der Dresdner Bank ausgezeichnet […]«

Bevor der geneigte Leser sich darüber beschwert, der Verfasser habe den Vereinsnamen beide Mal verkehrt geschrieben, so möchte ich feststellen, dass die Meldungen so in der Zeitungen gestanden haben. Neben der Auszeichnung der erfolgreichen Jugendarbeit hat die Preisverleihung auch einen erfreulichen finanziellen Aspekt. Das grüne Band ist mit einer Förderprämie für die Jugendarbeit in Höhe von 10 000 DM verbunden.

Am 30. August 1995 findet die Preisverleihung in der Dresdner Bank, Zweigstelle Tibarg, Tibarg 40 statt. Beginn ist 18:00 Uhr. Sämtliche Mitglieder des Königsspringer werden noch Mitte August 1995 eine offizielle Einladung erhalten. Der Einladung wird eine Antwortkarte beiliegen. Ich möchte jetzt schon die Gelegenheit nutzen, jeden, der an der Veranstaltung teilnehmen möchte, zu bitten, diese Antwortkarte unbedingt auszufüllen und zurückzuschicken.

Eine erste Pressemitteilung in der Schachpresse ist mittlerweile in der zweiten Juli‑Ausgabe des Schachmagazin 64 erschienen. Von einer Wiedergabe habe ich abgesehen. Ich habe vielmehr vor, sämtliche Presseberichte zu sammeln und anschließend den interessierten Mitgliedern zur Einsicht zur Verfügung zu stellen. Wer immer einen Artikel über uns und das grüne Band in der allgemeinen oder der Schach‑Presse findet, wird gebeten, mir eine Kopie des Berichts zukommen zu lassen.

Nachsatz: Nach Angaben der Deutschen Schachjugend ist eine erneute Bewerbung für das grüne Band bei einem Gewinn nach einer Sperrfrist von fünf Jahren wieder möglich.

(Joachim Meyer, Der Königsspringer August 1995)

↑
↓
1994

Hamburger Einzelmeisterschaft

Vom 14. bis 22. Mai fand die diesjährige Hamburger Einzelmeisterschaft statt. Ausrichter waren die Schachfreunde Hamburg anlässlich ihres 60‑jährigen Vereinsjubiläums. Die Rahmenbedingungen im Gemeindehaus am Horner Weg waren wirklich ausgezeichnet. Gutes Spielmaterial, Analyseraum, Imbissküche nebenan, Bulletin nach jeder Runde und geräumige Tische, zwischen denen noch Platz für die recht zahlreichen Kiebitze blieb. Wilfried Rühr und »der beste Bundesligafunktionär« Jürgen Kohlstädt bildeten das Schiedsrichtergespann. Das Feld war mit 26 Teilnehmern relativ groß, aber nicht ganz so stark wie in den vergangenen Jahren besetzt. Ich war aufgrund meines Sieges in der Liga im letzten Jahr vorberechtigt; die Liga fand übrigens schon diesmal nicht mehr statt. In Zukunft soll sich der beste Hamburger beim Wichern‑Open für die HEM qualifizieren.

Zum Turnierverlauf: Schon zu Beginn wurde klar, dass die Favoriten kein leichtes Spiel haben würden. IM Karen Movsziszian und IM Helmut Reefschläger gaben schon in der ersten bzw. zweiten Runde je ein Remis ab. Mir glückte dagegen mit 3 aus 3 ein Traumstart – ein klarer Sieg schon aus der Eröffnung heraus gegen Michael Kalinin, immerhin Dritter der Setzliste, bei dem dann aber während des ganzen Turniers überhaupt nichts zusammenlief, und gegen Hauke Reddmann, der in Zeitnot und ausgeglichener Stellung meinte, mich matt setzen zu können, und dabei Bauer und Qualität für nichts verlor. Im Duell der letzten »Verlustpunktfreien« gegen Matthias Bach kam schnell eine scharfe Stellung aufs Brett – wir wollten es wohl beide wissen. Schließlich konnte ich die Oberhand gewinnen und damit zum ersten Mal die Führung im Turnier mit einem halben Punkt Vorsprung übernehmen. Matthias spielte im weiteren Turnierverlauf stets aggressive Eröffnungen, verlor jedoch nach einer weiteren Niederlage gegen Christian Wilhelmi endgültig den Anschluss an die Spitze und brachte es schließlich auf fünf Punkte.

In der vierten Runde galt es für mich nun, mit Schwarz Karen Movsziszian standzuhalten. Im Mittelspiel opferte ich eine Qualität, machte dann aber einen Fehler, nach dem Karen in ein gewonnenes Endspiel hätte abwickeln können. Stattdessen kam a tempo der Gegenfehler, und mein Gegner verfiel erst zwei Züge später ins Grübeln, als es schon zu spät war. Jetzt war er schon gezwungen, Dauerschach zu forcieren. In der nächsten Runde wurde der Armenier in der Spitzenbegegnung gegen Reefschläger vom Brett gefegt in einer Eröffnung, die Dr. Reefschläger schon mehrfach in der 1. Bundesliga gespielt hat und mit einem Eröffnungstrick, der schon in einem uralten Informator steht.

Derweil misshandelte ich am Nebentisch gegen Thorsten Stelting eine gute Stellung und stand positionell so schlecht, dass ich mich nicht mehr traute, remis anzubieten. Vor der Zeitkontrolle kippte die Partie dann plötzlich, und wenig später hatte ich zu meiner Überraschung ein gewonnenes Endspiel auf dem Brett. Also wenn man solche Partien gewinnt, dann muss man doch ganz vorne landen! Pech dagegen für Stelting, der ansonsten ein überzeugendes Turnier spielte und nur noch (ebenfalls unnötig) gegen Aleksandar Trisic verlor.

In der sechsten Runde nahm ich schon nach zwölf Zügen ein Remisangebot Helmut Reefschlägers an – die Stellung war ziemlich verflacht (Reefschläger: »Da wird man ja trübsinnig, wenn man da länger draufschaut«). Movsziszian verlor sensationell mit Weiß gegen Jan‑Paul Ritscher, was sogar der Bild‑Zeitung eine dämliche Schlagzeile (»Netter Zug«) wert war. Dagegen war nun das Verfolgerfeld näher herangerückt – allen voran Christian Wilhelmi, mit 18 Jahren jüngster Teilnehmer.

Christian hatte nach missglücktem Start (unglückliche Niederlage gegen Movsziszian) mit vier Siegen die längste Gewinnserie der HEM hingelegt. In unserer Begegnung in Runde 7 war also Kampf angesagt – und tatsächlich wurde die Partie schnell so kompliziert, dass nach 18 Zügen jeder von uns 90 Minuten verbraucht hatte. Christian verlor dann als Erster die Geduld, sodass ich einen Mehrbauern erhielt. In bereits gewonnener Stellung baute ich dann eine Zugwiederholung ein und machte dabei einen groben Fehler, nach dem Christian einzügig remis hätte erzwingen können! Als ich das Christian am nächsten Tag erzählte, hielt sich seine Begeisterung in Grenzen. Ich hoffe, es lag nicht daran, dass er auch die nächste Partie verlor – fünf Punkte waren am Schluss vielleicht etwas enttäuschend für ihn, aber ihm gehört sicherlich die Zukunft.

In der achten Runde hatte ich mit Aleksandar Trisic (20) einen weiteren jungen Gegner, der sich eher unauffällig nach oben gearbeitet hatte. In der Partie musste ich mich genau verteidigen, bis in der bei Aleksandar üblichen Zeitnothektik alles bis ins Turmendspiel abgetauscht wurde – remis.

Vor der letzten Runde waren Reefschläger und ich mit 6½ punktgleich, vor Trisic mit 5½. In der mitternächtlichen Telefonanalyse wurde ich von meinem »Sekundanten« Frank Lamprecht auf die Eröffnung meines nächsten Gegners, Jan‑Paul Ritscher, vorbereitet. Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht staunte ich nicht schlecht, dass am nächsten Morgen die vorbereitete Variante tatsächlich aufs Brett kam. Trotz einer Überraschung konnte ich die Partie im Angriff für mich entscheiden. Als Reefschläger – Trisic dann im sich schon lange abzeichnenden Remis endete, stand fest, dass ich Hamburger Meister war.

1 300 DM Preisgeld, 55 Elo‑Punkte Gewinn, Teilnahmeberechtigung an der Deutschen Meisterschaft im November auf Rügen – so ein Traumturnier konnte mir wohl nur gelingen, weil ich mir eigentlich nichts Besonderes vorgenommen hatte. In der Presse war nun von einer »Wachablösung durch die jungen Spieler« die Rede. Zu erwähnen sind da noch Jan‑Paul Ritscher, der nur die beiden letzten Runden verlor und sich eine Einstiegs‑Elozahl von 2345 erspielte, Peter Kühn, der zwar »nur« viereinhalb Punkte holte, aber überzeugend spielte und Falko Meyer, der ebenfalls auf viereinhalb Punkte kam, aber seine (halben) Punkte zumeist aus gefährdeten Stellungen holen musste. Remis‑König wurde Norbert Schäfer mit lupenreinen 9 aus 9. Für unser neues Vereinsmitglied Wolfgang Pajeken lief es dagegen nicht nach Wunsch – durch eine Erkältung geschwächt, reichte es am Ende nur zu einem Platz im unteren Mittelfeld.

(Georg von Bülow, Der Königsspringer Juni 1994)

↑
↓
1993

Die Herbstreise

Nach der Ankunft spielten wir ein Blitzturnier, bei dem Gregor siegte. Dann bekamen wir warmes Essen. Vor der Sportschau machten einige Training oder spielten Schach oder Tischtennis. Dann kam das heiße Fußballspiel. Aber danach kam die langweilige und doofe Bettruhe!

Am Sonntag aßen wir um 08:00 Uhr. Danach durften wir ein bisschen spielen. Und weil dann alle Fußball spielen wollten, gingen wir auf eine Wiese, wo ein morsches Tor stand. Das zweite Tor mussten wir uns zurechtmachen. Nach dem Training durften wir paddeln. Man konnte alleine im Kajak oder zu zweit im Kanu auf die Schlei rausrudern.

Am Montag, von der Bettruhe letzte Nacht will ich gar nicht erst erzählen, durften wir nach dem Training wieder paddeln. Um 19:00 Uhr gab es ein Doppelschachturnier. Die Regeln: Man durfte sich nicht beraten, »berührt, geführt«, und das Ganze funktionierte so: Der eine zog, und dann zog der andere.

Am Dienstag mussten wir Holz für das Lagerfeuer, das wir am Abend machen wollten, sammeln. Als das Feuer fertig war, haben wir einige Stöcke spitz gemacht, und daran spießten wir die Würstchen auf und hielten sie dann ins Feuer.

Am Mittwoch hatten wir einen Vergleichskampf gegen SK Norderstedt, den wir 13:5 gewannen. Am Abend machten einige wieder ein Lagerfeuer.

Am Donnerstag gingen einige nach dem Frühstück Pilze sammeln. Dann kam Frank. Nach dem Mittagessen machten wir Training mit Frank. Um 19:00 Uhr machten wir ein Tischtennisturnier, wobei Frank siegte. Dann machten wir wieder ein Lagerfeuer, das sehr kahl wurde.

Am Freitag spielte Frank simultan gegen uns. Nach dem Mittagessen trainierten wir mit Frank und Herrn Schierholz. Danach aßen wir Abendbrot. Und dann spielten wir ein Tandemturnier. Um 20:00 Uhr machten wir ein Lagerfeuer.

Am Samstag fuhren wir, nachdem wir die Koffer gepackt hatten, los. Am Brunnen wurden alle einzeln abgeholt.

(Ingo Wilms, Der Königsspringer Dezember 1993)

↑
↓
1992

St. Ingbert Open

Am 21. August machten sich acht tapfere Königsspringer auf den Weg in den tiefen Süden, um in St. Ingbert (Saarland) ein neunrundiges Open zu spielen.

Thomas Rosien, Joachim Zierau, Michael Wolter, Carl‑Christian Buhr, Reinhard Sobisch, Olaf Ahrens, Dieter Kaden und ich fanden, wie von den Königsspringern, die schon mehrmals hier spielten, erwartet, ein gut organisiertes Turnier vor.

Der Zeitplan war, wollte man doch das Turnier mit etwas Urlaub verbinden, äußerst angenehm, da die Runden erst um 14:00 Uhr begannen. Der Spielort, die St. Ingberter Stadthalle, war komfortabel, jedoch etwas heftig klimatisiert. Unsere Apartments waren ziemlich gut und billig, dafür auch 50 km vom Spielort entfernt, was die Spritkosten unnötig erhöhte. Die St. Ingberter Gastronomie verpflegte uns gut, sodass wir die von Michael am ersten Tag erworbenen Alu‑eingeschweißten Notrationen von Pfanni mit zurück nach Hamburg nehmen konnten.

Auch schachlich verlief das Turnier für alle recht gut, wobei besonders Michaels Erfolg herauszuheben ist; er landete mit sechseinhalb Punkten aus neun Partien auf dem elften Platz vor diversen IMs. Bei Michaels Partien gab es immer viel zu kucken, so verlor er nach anfänglichen relativ leichten Siegen nur gegen die beiden GMs Sher (2505) und Csom (2540), konnte dann aber aus den letzten fünf Runden viereinhalb Punkte holen. Auch gab es wieder mehrere »woltereske« Knetpartien zu sehen. Michael hat es bestimmt seinen guten Nerven zuzuschreiben, dass er so weit vorn landete, denn manche Partie kippte erst in der letzten halben Stunde zu seinen Gunsten (wir spielten mit zwei Stunden für 40 Züge und einer Stunde für den Rest der Partie).

Zufriedenstellend lief das Turnier für die beiden Jugendlichen, Carl (5 aus 9) und mich (4 aus 9). Carl konnte sogar einen geteilten Ratinggruppenpreis gewinnen, den ich leider knapp verfehlte, wobei ich einen sehr unglücklichen Start (½ aus 3) erwischte und auch im weiteren Verlauf, ähnlich wie Carl, z. T. ärgerliche Fehler machte. Carl fand leider in gewonnener Stellung gegen den amtierenden deutschen B‑Meister Daniel Hausrath den Ausmacher nicht.

Reinhard platzierte sich mit fünfeinhalb Punkten auf einem guten 28. Platz, wobei er alle Schwächeren souverän schlug, aber gegen Stärkere leider nicht so punkten konnte. Solide Mittelplätze erreichten Thomas und Joachim mit vier Punkten, die in der letzten Runde zugelost wurden und ein schnelles Kurzremis auf das Brett stellten.

Die zweite Paarung KSH – KSH lautete Kaden – Ahrens; sie wurde von Olaf gewonnen, der mit 3 aus 7 aus dem Turnier ausscheiden musste, um seinen Rainbow‑Tours‑Bus gen Portugal noch zu erwischen. Für die siebte Runde blieben ihm lediglich dreieinhalb Stunden, um zu gewinnen, sodass er effektiv nur sechs Runden spielte. Bis zum Schluss spannend war der Ausgang der Wette zwischen Trainer Olaf und Schützling Dieter um die bessere Punktausbeute, doch in der letzten Runde konnte Dieter Olaf durch einen Sieg noch einholen.

(Kristof Weitemeier, Der Königsspringer Januar 1993)

↑
↓
1991

Schachreise nach Langeland

In der Zeit vom 4. bis 11. Mai 1991 machten 35 Königsspringer Ferien auf der Ostseeinsel Langeland in Dänemark. Diese nach 1990 zum zweiten Mal veranstaltete Reise sollte weniger der schachlichen Entwicklung als der persönlichen Entfaltung und Integration der Vereinsjugend dienlich sein. Mit diesem Ziel wurden durch unseren 1. Jugendwart André van de Velde frühzeitig drei Ferienhäuser gemietet; aufgrund der starken Resonanz kam kurzfristig noch ein viertes hinzu.

Das Programm sah im Wesentlichen gemeinsame Aktivitäten aller Teilnehmer vor. So wurde der verregnete Sonntag für das 100‑Fragen‑Spiel genutzt, bei dem neben geistigen und praktischen Fähigkeiten auch Würfelglück und Gruppendisziplin gefordert waren. Ansonsten ermöglichte uns das überwiegend sonnige Wetter Veranstaltungen unter freiem Himmel. Beim Minigolf überzeugte Meike Ehmann mit einer 44er‑Runde auf dem ihr unbekannten Terrain. Obligatorisch war das Fußball‑Turnier, das die Mannschaft der Betreuer dominierte. Diverse Strandbesuche rundeten den Tag ab.

Der Abend wurde mit vielen Gesellschaftsspielen ausgefüllt (Skrupel, Inkognito, Doppelkopf, Talisman u. a.). Die Nachtwanderung mit anschließendem Lagerfeuer am Strand brachte die Erkenntnis, dass uns ein versierter Gitarrist fehlte. Für die älteren Teilnehmer gab es ein weiteres Lagerfeuer sowie einen Nachtausflug nach Svendborg.

Ohne größere Probleme wurde das Verpflegungsproblem gelöst. Die vor und während der Reise eingekauften Lebensmittel wurden in den Häusern fachgerecht zubereitet. Hierbei galt es, sämtliche Teilnehmer in die Hausarbeit einzubeziehen. Die Mahlzeiten, die sich teilweise über mehrere Stunden erstreckten, wurden so zu einem Erlebnis der besonderen Art. Für Abwechslung sorgten hierbei auch zwei gemeinsame Grillabende, die einmal mehr die kulinarischen Qualitäten von Volkhard Claus ans Licht brachten.

Die Reise hatte insgesamt für jeden etwas zu bieten und lief in durchweg harmonischer Atmosphäre ab. Die Organisation, durch Erfahrungen geprägt, war einwandfrei. Von der Spontaneität und der allgemeinen Euphorie des letzten Jahres war allerdings nicht mehr viel zu spüren. […]

(Thomas Rosien, Der Königsspringer Junior Juni 1991)

↑
↓
1990

Wetten, dass …

… Sie nicht die 13te Wurzel aus einer 100‑stelligen Zahl innerhalb von vier Minuten ziehen können? Natürlich ohne Benutzen eines Taschenrechners!

Geschafft haben dieses Rechenkunststück 13 Mathe‑Asse aus Hamburg beim letzten ›Wetten, dass …‹ von Thomas Gottschalk im Dezember 1990 in Emden. Die zwölf Jungen und ein Mädchen, die als besonders Begabte an der Uni Hamburg in einem Mathe‑Projekt gefördert werden, haben damit ein Millionen‑Publikum am Fernseher begeistert und Aussicht auf einen Eintrag ins Guinness‑Buch der Rekorde.

Zu dieser Mathe‑Crew gehörte auch der 16‑jährige Eike Lau aus Niendorf. Er ist Schüler der elften Klasse des Gymnasiums Ohmoor am Sachsenweg und hat besonders viel Spaß an naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik und Physik. […] Eike hat das Glück, dass ihm das Lernen leichtfällt. Was seine Begabung für naturwissenschaftliche Fächer betrifft, so ist er allerdings auch erblich belastet. Sein Vater hat Physik studiert, aber auch seine Mutter hat eine Begabung für diese Fächer.

Wenn Eike nicht gerade an Mathematik‑Aufgaben tüftelt, beschäftigt er sich gern mit Musik. Beim letzten Weihnachtskonzert seiner Schule hat er auf seiner F‑Flöte ein Stück von Vivaldi gespielt. Neben Musik hat dieser sympathische junge Mann noch ein weiteres Hobby: das Schach spielen im Verein Königsspringer.

Für ihre Superleistung haben die 13 Rechenkünstler immerhin einen Betrag von 10 000 DM bekommen, der unter den jungen Mathe‑Assen aufgeteilt wurde. »Von einem Teil habe ich mir endlich ein neues Fahrrad geleistet, den Rest habe ich erst einmal gespart«, freut sich Eike. […]

(Alruhn Gruhn [hz], Der Königsspringer Januar 1991)


Deutsche Schulmeisterschaften

Mit großartigen Erfolgen konnten die Schachspielerinnen der beiden Niendorfer Gymnasien aufwarten. Als Hamburger Pokalsieger hatten das Gymnasium Ohmoor, als Hamburger Meister das Gymnasium Bondenwald das Anrecht erworben, Hamburg auf der Endrunde der besten Schulmannschaften der Bundesrepublik zu vertreten.

Bei der Deutschen Meisterschaft, die in Königsfeld/Schwarzwald ausgetragen wurde, konnten die Mädchen vom Gymnasium Ohmoor (Nikola Jung, Swantje Straßmann, Doreen Finke, Jasmin Bohlmann und Christine Morinez) den Meistertitel erringen. Die Entscheidung über den Titelgewinn fiel praktisch in der vorletzten Runde, als die beiden führenden Hamburger Mannschaften aus dem Stadtteil Niendorf aufeinandertrafen. Mit 2½:1½ siegte das Gymnasium Ohmoor über das Gymnasium Bondenwald. Vorher hatten die Mädchen vom Ohmoor die Teams aus Königsfeld, Erlangen und Wuppertal besiegt. Am letzten Tag war der Kampf gegen das Athenaeum Stade nur noch eine Formsache. Die Freude über den Titelgewinn war natürlich groß.

Auch die Mädchen vom Gymnasium Bondenwald konnten sich freuen, gelang ihnen doch durch einen klaren Sieg in der letzten Runde über Wuppertal der Gewinn des dritten Platzes. Ihn erkämpften Ulrike Lentner, Sonja Schierholz, Michaela Morinez und Meike Ehmann.

Überhaupt verstanden sich die Mädchen aus den beiden Hamburger Teams untereinander sehr gut. Das war jedoch auch nicht verwunderlich, gehören sie doch alle demselben Schachclub an, dem SC Königsspringer Hamburg. Dort trainieren sie mindestens einmal wöchentlich Strategie und Taktik des Schachspiels, betreut von den beiden Trainern Wilfried Rühr und Frank Riedel.

(Günter Schierholz, Der Königsspringer Januar 1991)


D‑Endrunde

Die D‑Endrunde wurde in diesem Jahr erstmals als Schweizer‑System‑Turnier durchgeführt, um mehr talentierten Nachwuchsspielern die Chance zu geben, an einer Hamburger Meisterschaft teilzunehmen. Unter den 16 Mitstreitern des Turniers waren fünf aus unserem Verein: Dietmar Holtz, Christine Morinez, Swantje Straßmann, Jan Hamann und Björn Schierholz.

Vor der Endrunde ging man davon aus, dass die D‑Endrunde am wenigsten spannend werden würde, weil Dirk Sebastian vom HSK als haushoher Favorit gehandelt wurde. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Wie im letzten Jahr, als Carl‑Christian Buhr als Favorit von Jeronimo Hawellek bezwungen wurde, erreichte auch Dirk nicht als Erster die Ziellinie. Sehr erfreulich dabei ist, dass er von einem Königsspringer gestoppt wurde.

Dietmar Holtz ist Hamburger D‑Jugend‑Meister 1990! Zweiter wurde Dirk Sebastian vor Christine Morinez aus unserer Mädchentrainingsgruppe. Auch dieses tolle Ergebnis haben nicht alle vor dem Turnier erwartet. […]

(André van de Velde, Der Königsspringer Junior Oktober 1990)

↑
↓
1989

Norddeutsche C‑ und D‑Jugend‑Meisterschaften

[…] Jeder Landesverband entsendet eine Delegation aus vier C‑ und vier D‑Spielern. Beide Altersgruppen spielen jeweils ein Einzelturnier nach Schweizer‑System, wobei niemals Spieler aus einem Landesverband gegeneinander gepaart werden. Die Mannschaftswertung eines Landesverbandes ist die Summe aller Einzelergebnisse seiner Spieler. Am Donnerstag, 20. Juli brachen wir in Richtung Hannover auf, dem Spielort der diesjährigen C/D‑Meisterschaften.

Wir, das waren Carl‑Christian Buhr, Jörg Schierholz, Jeronimo Hawellek (Marmstorf) und ich in der D‑Jugend und Bastian Baldauf, Stephan Patow, Falko Meyer (Volksdorf) und Gernot Zepernick (Sasel) in der C‑Jugend. […]

Mit 14 von 20 möglichen Punkten erreichten wir in der D‑Jugend‑Mannschaftswertung den ersten Platz. In der Einzelwertung hatten Jeronimo und ich jeweils vier Punkte. Doch mit einem halben Buchholzpunkt mehr sicherte ich mir den Norddeutschen D‑Jugend‑Meistertitel. […]

(Daniel Lindner, Der Königsspringer Junior Oktober 1989)

↑
↓
1988

HJEM

Vom 21. bis 29. März fanden in Otterndorf bei Cuxhaven die diesjährigen HJEM statt. 17 Königsspringer nahmen teil. […] Zahlenmäßig waren wir damit zweitgrößter Verein. Die dort erzielten Erfolge lassen sich schwer in kurze Sätze pressen. Die Bilanz lautet: einmal Hamburger Meister, einmal dritter Platz, zweimal vierter Platz sowie zahlreiche weitere gute Platzierungen.

Auch in diesem Jahr haben wir in der D‑Endrunde wieder sehr erfolgreich abgeschnitten, es war sogar noch eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr zu erkennen. Nicht nur dass wir den Titel verteidigten (Jörg Schierholz gewann das Turnier mit 9½/11), wir konnten auch noch den vierten (Carl‑Christian Buhr), fünften (Daniel Lindner), sechsten (Daniel Eggers) und siebten Platz (Stephan Schwanke) belegen. Insgesamt stellten wir acht von zwölf Endrundenteilnehmern! […]

(André van de Velde, Vincent Kolanoske, Der Königsspringer Junior Mai 1988)


HJET

Auch dieses Jahr haben wieder viele Jugendliche vom Königsspringer an den Hamburger Jugendeinzelturnieren (HJET) teilgenommen. Die Erfolge, die dabei erzielt wurden, sind phänomenal! Von 20 Spielgruppen des Zentralspielortes sahen sechs zum Schluss einen Königsspringer ganz vorn. Unsere Gruppensieger waren:

  • Eike Lau (C1b)
  • Moritz Müller (C2a)
  • Daniel Eggers (D1a)
  • Horst von Butlar (D2a)
  • Lars Fischer (E)
  • Michaela Morinez (M1)

In der D1a lagen sogar vier Königsspringer auf den ersten vier Plätzen, in der C1b, C2a und M1 immerhin noch zwei auf den ersten beiden Plätzen. […]

(André van de Velde, Der Königsspringer Junior Mai 1988)

↑
↓
1987

Traurig, aber wahr:

Aus dem Jahr, in dem unsere damals beispiellose Jugendarbeit weitere große Früchte trug, liegen mir leider keinerlei Artikel vor. Wer einen Meilenstein oder eine Randnotiz weiß, möge mich bitte informieren. Erwähnen will ich wenigstens, dass bei den Mannschaftsmeisterschaften alle fünf Teams aufstiegen und wir begannen, uns im Kreis der ganz großen Hamburger Vereine wohl zu fühlen.

(Thomas Rosien)

↑
↓
1986

Hallo, da sind wir!

…, die seit kurzem zu Königsspringer gehörende Schulschachgruppe vom Albrecht‑Thaer‑Gymnasium in Stellingen. Wir bestehen seit einem Jahr. Damals trafen sich ein Dutzend Spieler in einem Raum, um Schach zu spielen.

Wir nahmen auch an Turnieren teil, doch unsere Erfolge hielten sich in Grenzen. […] Trotzdem werden wir versuchen, uns jetzt und in Zukunft gut zu schlagen. Schließlich wollen wir ja bei den anderen Königsspringer‑Gymnasien Hartsprung und vor allem Bondenwald und Ohmoor etwas Anerkennung finden. […]

(André van de Velde, Der Königsspringer Januar 1986)

↑
↓
1985

Liebe Schachfreunde!

Das Jahr 1985 war für unseren Schachclub sehr erfolgreich. Wir stellten die Hamburger Einzelmeister in der A‑ und in der C‑Jugend (Nils Michaelsen und Christian Seller). Die erste Erwachsenenmannschaft konnte den Aufstieg in die zweithöchste Hamburger Spielklasse (Stadtliga) erkämpfen. Auch die zweite und dritte Erwachsenenmannschaft konnten aufsteigen. Die erste Jugendmannschaft wurde Hamburger Meister und spielt (nach gewonnenem Stichkampf gegen SKJE) jetzt in der Jugendoberliga, der höchsten Deutschen Spielklasse für Jugendmannschaften. Unsere Kleinen – 12 Jahre und jünger – kamen ebenfalls zu Hamburger Meisterehren.

Uns muss bewusst sein, dass wir nicht in jedem Jahr mit so großen Erfolgen für unsere Arbeit belohnt werden. Doch wird es stetig bergauf gehen. Dafür garantiert die kontinuierliche und intensive Trainingsarbeit. […]

(Günter Schierholz, Der Königsspringer Januar 1986)

↑
↓
1984

1. Internationales Travemünder Open

An diesem sehr anstrengenden Turnier (sieben Runden Schweizer‑System in vier Tagen) nahmen vier Spieler unseres Vereins teil.

Mit viereinhalb Punkten waren Nils Michaelsen und Frank Lamprecht die beiden besten Jugendlichen des Turniers. Auch Marcus Möhrmann und Ingo Schüler konnten sich mit je vier Punkten in der oberen Hälfte des 120 Teilnehmer starken Feldes platzieren.

Den Jugendpreis gewann Nils aufgrund der besseren Buchholz‑Wertung vor Frank.

(Frank Lamprecht, Der Königsspringer Mai 1985)


Simultanvorstellung

Die Simultanvorstellung des angehenden Internationalen Meisters Dr. Helmut Reefschläger brachte 21 Gegner vom SC Königsspringer ans Brett. Helmut Reefschläger konnte 15 Partien gewinnen. Eine Partie ging verloren (gegen Olaf Ahrens); fünf Partien endeten remis (gegen Thomas Rosien, Roman Jung, Wolfgang Fenske, Andreas Jürgens und Nils Michaelsen).

Ganz klare Gewinnstellungen hatten zwischendurch Roman Jung, Andreas Jürgens und Thomas Wiltafsky. Aber wie das so ist: Bei immer knapper werdender Bedenkzeit schlägt dann die Routine und das Können des Meisters durch.

Insgesamt, so meinen wir, haben wir am 21. Dezember zum Jahresausklang eine interessante Veranstaltung erlebt. An dieser Stelle an Olaf Ahrens noch einmal unseren Glückwunsch zu seinem Sieg.

(Günter Schierholz, Der Königsspringer Dezember 1984)


Fusion

Es ist geschafft. Wir haben mit dem SK Urania fusioniert. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung beider Vereine wurde am 7. Dezember die Fusion offiziell beschlossen.

Inzwischen haben wir die Schritte eingeleitet, die notwendig sind, damit diese Fusion auch rechtskräftig werden kann. Vom Hamburger Schachverband ist sie bereits anerkannt worden. Somit werden wir in der nächsten Mannschaftssaison mit vier Mannschaften starten, wobei die erste Mannschaft in der A‑Klasse startet. Die anderen drei Mannschaften müssen in der D‑Klasse beginnen.

(Wolfgang Fenske, Der Königsspringer Dezember 1984)


Gründungsversammlung

Am 5. Juli 1984 trafen sich die Gründungsmitglieder des neuen Schachvereins ›SC Königsspringer Hamburg‹. Sie diskutierten und verabschiedeten die Satzung des Vereins. Die Satzung wurde von folgenden Schachfreunden unterzeichnet: Roman Jung, Thomas Wiltafsky, Günter Schierholz, Wolfgang Fenske, Guntram Stemmann, Reinhard Stiemer, Thomas Rosien, Thomas Junghaus und Marcus Möhrmann.

Mit Entschlossenheit bekundeten die Personen, deren Schach‑/Jugendarbeit im Hamburger Schachverband seit Jahren beachtet und geachtet wird, ihr Training und ihre Arbeit im ›SC Königsspringer‹ nicht nur fortzusetzen, sondern noch zu verbessern und zu intensivieren.

Die Satzung und das Gründungsprotokoll wurden umgehend an einen Notar weitergeleitet. Zu Vorstandsmitgliedern wurden bestimmt:

  • Vorsitzender: Wolfgang Fenske
  • Kassenwart: Thomas Junghaus

Die anderen Vorstandsmitglieder werden auf der Mitgliederversammlung am 24. August gewählt. Die jetzigen Vorstandsmitglieder werden dann bestätigt.

Die Aufnahme in den Hamburger Schachverband und in den Hamburger Schachjugendbund wurde inzwischen beantragt.

(Günter Schierholz, Der Königsspringer Juli 1984)

  84–96  
 
 
 
 
 
 
 
http://www.kshamburg.de/archiv/96-news.php
06.07.2017, 16:05 (tr)
 
 
 
 
 
 
K
 
Valid HTML
Valid CSS
 
 
F W
TR