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Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 4 · Bezirksliga B 2016
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. SV Blankenese 2 3 5 5 5 6 7 48,5 16
2. Schachfreunde Wedel 6 6 7 47,0 14
3. Königsspringer Hamburg 4 5 4 4 5 37,5 12
4. Hamburger SK 11 3 4 4 4 6 6 37,5 9
5. Hamburger SK 12 4 3 36,5 9
6. FC St. Pauli 6 3 4 4 4 4 3 38,5 8
7. SK Union‑Eimsbüttel 3 3 2 4 4 5 3 35,5 8
8. SK Johanneum Eppendorf 4 2 3 5 5 3 33,0 8
9. Pinneberger SC 2 2 2 5 31,0 6
10. SC Schwarz‑Weiß Harburg 2 1 1 2 15,0 0
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↓
Spieler
KSH
4
Mannschaftsführer:
Shumon Akram
H A H A H A H A H
PIN
2
WED
 
STP
6
SWH
 
HSK
11
SKJ
4
BLA
2
UNE
3
HSK
12
31 Rosien, Thomas ½ 1 0 ½ 0 ½ 0 0 0
32 Carl, Jan‑Frederik             1   ½
33 Akram, Shumon ½ ½ 0 ½ 0 ½ ½ ½ ½
34 Streich, Justus   ½ ½   1     ½  
35 Samm, Bastian 1 0 1 1 ½   1 ½ ½
35a Schönfisch, Norbert 0 1 ½ ½ 1 1 1 0 1
36 Seemann, Hans‑Siegfried 0 ½ 1 1 0 ½ 1 1  
37 Gette, Viktor ½ ½ 1 ½ 1 ½ 0 1 0
38 Wagner, Daniella         ½   ½    
39 Schiffmann, Andreas   ½ 0            
52 Benthin, Thomas ½         1      
55 Kipke, Kay                 0
63 Bierwald, Martin       ½         0
64 Schulz, Hans ½         1      
65 Carl, Dieter       0   0   1  
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1. Runde
22.01.2016 Königsspringer Hamburg 4 Pinneberger SC 2 :
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Winfried Hadlich ½ : ½
2 Shumon Akram Thomas Iwanow ½ : ½
3 Bastian Samm Peter Dangelowski 1 : 0
4 Norbert Schönfisch Vsevolod Rakhmanov 0 : 1
5 Hans‑Siegfried Seemann Leonid Tantsura 0 : 1
6 Viktor Gette Matthias Remstedt ½ : ½
7 Thomas Benthin Gerhard Brückner ½ : ½
8 Hans Schulz Manfred Zimmermann ½ : ½

15.01.2016 Hamburger SK 11 Hamburger SK 12 :
15.01.2016 SK Johanneum Eppendorf 4 SC Schwarz‑Weiß Harburg 2 :
13.01.2016 SV Blankenese 2 FC St. Pauli 6 5 : 3
14.01.2016 SK Union‑Eimsbüttel 3 Schachfreunde Wedel 2 : 6
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2. Runde
02.02.2016 Schachfreunde Wedel Königsspringer Hamburg 4 :
19:00 Uhr, Stadtteilzentrum ›mittendrin‹, Friedrich‑Eggers‑Str. 77–79, 22880 Wedel

1 Victor Lamzin Thomas Rosien 0 : 1
2 Norbert Reimann Shumon Akram ½ : ½
3 Ulrich Timm Justus Streich ½ : ½
4 Jürgen Nikodem Bastian Samm 1 : 0
5 Thorger Dittmann Norbert Schönfisch 0 : 1
6 Jan Bartels Hans‑Siegfried Seemann ½ : ½
7 Robert Law Viktor Gette ½ : ½
8 Wolfgang Schmeichel Andreas Schiffmann ½ : ½

29.01.2016 Hamburger SK 12 Pinneberger SC 2 :
02.02.2016 FC St. Pauli 6 SK Union‑Eimsbüttel 3 4 : 4
28.01.2016 SC Schwarz‑Weiß Harburg 2 SV Blankenese 2 1 : 7
29.01.2016 Hamburger SK 11 SK Johanneum Eppendorf 4 :

Es kommt immer anders, als man denkt

Die erste Runde der Bezirksliga B war, wie Thomas feststellte, »verkorkst«: Falsch eingestellte Uhren, eine unbegründete gegnerische Reklamation auf Zeit, die zur Rekonstruktion einer Partie führte und ein unnötiges Remis durch Zeitfall beim Gegner, direkt nachdem die letzte Figur unseres Spielers geschlagen wurde, könnte man – gelinde gesagt – als dramatisch zusammenfassen.

Die zweite Runde sollte, so kann ich schon einmal verraten, nicht weniger Wendungen beinhalten. Apropos: Auch der Bus, in dem Basti und ich nach mehrfachem Umsteigen aus Blankenese anreisten, nahm zahlreiche Wendungen entlang des Tinsdaler Kirchenwegs über den Tinsdaler Heideweg zum Tinsdaler Weg und schließlich zum Spielort. Um kurz nach sieben begannen dann die Partien und wenig später trafen auch Justus und Norbert am Spielort ein. Bei Justus war eigentlich aufgrund der Anreise aus Elmshorn eine erhebliche Verspätung zu erwarten gewesen, die sich glücklicherweise auf 15 Minuten reduziert hatte.

Nun aber zum Kampfgeschehen: Die Uhr am ersten Brett funktioniert nicht und muss ausgetauscht werden. Das erinnerte mich ungut an unseren ersten Kampf. Als ich mich nach ungefähr einer Stunde an den weiteren Brettern umsehe, gibt es jedoch wenig Anlass zur Beunruhigung, ganz im Gegenteil. Norbert hat die Stellung seines Gegners bereits völlig zerschossen und jede Art von Vorteil, die man sich wünschen kann. Läuferpaar, offener unrochierter König beim Gegner, Materialvorteil in Form von zwei Figuren für einen Turm, Kontrolle des Zentrums und überwältigende Figurenaktivität verschaffen uns noch vor halb neun die 1:0‑Führung.

Die übrigen Partien bewegen sich in ausgeglichenen Gefilden, so hat Siggi bereits ein sehr remisträchtiges Endspiel erreicht, und auch Thomas ist in einer geschlossenen Stellung gelandet, in der so schnell nichts anzubrennen scheint. Besonders wenig Höhen und Tiefen gibt es in meiner Partie. Mein Gegner spielt die Russisch‑Hauptvariante recht unambitioniert und bietet mir relativ früh remis, was ich in Ermangelung von ernsthaften Plänen auch annehme.

Zu diesem Zeitpunkt mache ich mir insbesondere an den hinteren Brettern Sorgen. Siggis Turmendspiel ist zwar vermutlich noch remis, aber inzwischen hat er einen Bauern weniger. Kritisch hingegen scheint mir die Stellung von Viktor, der seine Figuren unglücklich koordiniert hat und sich einem schwarzen Angriff auf der f‑Linie ausgesetzt sieht. Wenig später verliert er einen Bauern. Zum Glück nimmt sein Gegner nicht auch noch den zweiten Bauern mit, sodass ich noch Hoffnungen auf einen halben Punkt habe. Bei Basti sind solche Hoffnungen leider nur noch Wunschträume, denn er hat relativ früh die Dame für Turm und Läufer geben müssen und gab, nach einigen Versuchen, seine Dame mit einem Freibauern eventuell doch noch zurückzuholen, aufgrund eines taktischen K.‑o.‑Schlags auf.

Der Kampf verspricht beim Stand von 1,5:1,5 nun äußerst spannend zu werden: Während Thomas ein ausgeglichenes Endspiel erreicht hat, das sein Gegner aber noch gerne weiterspielen möchte, hat Viktor sich zunächst einmal konsolidiert, aber trotzdem noch einen Bauern weniger. Das Spiegelbild ist Justus’ Stellung, denn Justus konnte einen Bauern gewinnen und schickt sich an, diesen Vorteil zu verwerten. Das Turmendspiel von Siggi ist auf einmal sehr konkret geworden: Jeweils zwei verbundene Freibauern auf beiden Seiten versprechen einen Kampf bis zum Ende. Auch bei Andreas wird es konkret: Mit der Brechstange befreit er sich aus seiner die ganze Partie über etwas gedrückten, aber nicht notwendigerweise schlechteren Stellung. Die akute Zeitnot seines Gegners macht sich zwar bemerkbar, kurz nachdem die Zeitkontrolle geschafft ist zeigt sich jedoch, dass die von Andreas gewählte Abwicklung zu einem Dauerschach führt. Richtigerweise unternimmt Andreas keine weiteren, waghalsigen Gewinnversuche.

An den Brettern sechs und sieben wurde inzwischen ebenfalls der Punkt geteilt. Siggis Endspiel hatte sich doch noch entsprechend vereinfacht und Viktor hatte seine Figuren reaktivieren können. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Wedeler, die in Bestbesetzung antraten, gemessen an der DWZ an diesen Brettern stark favorisiert waren, fand ich diese Ergebnisse sehr erfreulich.

Bleiben also noch zwei Partien. Thomas’ Gegner wickelt in ein Bauernendspiel ab, in dem Thomas stets aufpassen muss, das sich aber aus meiner Sicht halten lässt. In der Zeitnotphase lässt der Wedeler einige Züge vor dem 40. aber völlig ohne Not die Zeit ablaufen. So etwas habe ich noch nie erlebt und auch Thomas’ Gegenüber ist sichtlich schockiert, als er feststellt, was gerade passiert ist, und genehmigt sich erstmal ein Bier. Es scheint, als habe er sich in eine mögliche Gewinnvariante vertieft, die in einer kurzen Analyse auch vielversprechend aussieht.

Beim Stand von 4:3 für uns liefert Justus einen wahren Krimi. Er hat zwar noch einen Bauern mehr, ist jedoch in einem komplizierten Springerendspiel gelandet, in dem er immer ein Auge auf einen schwarzen Freibauern auf a3 haben muss. Eine Abwicklung, in der Justus zunächst einen Springer gewinnt und anschließend beide Spieler einen Bauern umwandeln, scheitert an einem Doppelangriff, der den Springer zurückgewinnt. Anstatt das bessere Damenendspiel auf Gewinn zu spielen, entschließt sich Justus’ Gegner zum Damentausch, welcher in einem erneuten Wettlauf mit beiderseitiger Bauernumwandlung resultiert. Um ungefähr viertel vor zwölf steht dann der halbe Punkt und wir können erleichtert aufatmen.

Auf der Rückfahrt in Andreas’ Auto ist die Stimmung entsprechend gut, neben den Partien wird auch Darius’ Karriere als Bridge‑Spieler thematisiert. Basti stellt fest: »Es hat sich also doch gelohnt nach Wedel zu fahren.« Dem kann ich zustimmen und freue mich auf den nächsten Kampf!

(Shumon Akram)

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3. Runde
12.02.2016 Königsspringer Hamburg 4 FC St. Pauli 6 4 : 4
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Frank Knauer 0 : 1
2 Shumon Akram Jan Seehagen 0 : 1
3 Justus Streich Jens Finkhäuser ½ : ½
4 Bastian Samm Patrik Roser 1 : 0
5 Norbert Schönfisch Frank Pätsch ½ : ½
6 Hans‑Siegfried Seemann Karsten Kamm 1 : 0
7 Viktor Gette Axel Eichstädt 1 : 0
8 Andreas Schiffmann Gerhard Wanner 0 : 1

12.02.2016 SK Johanneum Eppendorf 4 Hamburger SK 12 5 : 3
10.02.2016 SV Blankenese 2 Hamburger SK 11 5 : 3
11.02.2016 SK Union‑Eimsbüttel 3 SC Schwarz‑Weiß Harburg 2 :
11.02.2016 Pinneberger SC 2 Schachfreunde Wedel :

Und wieder ein knapper Kampf

Die dritte Runde hatte für uns einen Heimkampf gegen St. Pauli vorgesehen, zu dem wir in der gleichen Besetzung wie schon gegen Wedel antraten. Die Mannschaft von St. Pauli wies einen ähnlichen DWZ‑Schnitt auf, sodass es wieder einmal ein spannender Kampf werden sollte.

Justus und mein Gegner ließen noch etwas auf sich warten, aber bald konnten alle Partien starten. Nach etwas mehr als einer Stunde schien mir die Lage recht aussichtseich: Siggi hatte eine Qualität gewonnen, Norbert und Viktor haben etwas Aktivität entfalten können. Bei Viktor wurde die Aktivität auch schnell belohnt. Er sammelte relativ bald Turm, Figur und den ganzen Punkt ein. Inzwischen zeichneten sich auch bei Basti positive Tendenzen ab, dem Druck seines Läuferpaars und seiner Schwerfiguren würde das Figurenknäuel, das der Gegner auf der e‑Linie errichtet hat, nicht ewig standhalten können. Andreas fand sich derweil in einem Schwerfigurenendspiel wieder, in dem er etwas Figurenspiel im Gegenzug für die etwas schlechtere Bauernstruktur hatte.

Justus durfte unter diesen Umständen remis machen. In meiner Partie konnte ich in der Eröffnung dank Iljas Training einen kleinen Eröffnungsvorteil konservieren, den mein Gegner jedoch mit mehreren kleinen für mich unerwarteten Manövern pulverisierte. Ich habe immer noch den Eindruck, dass mein Gegner das Mittelspiel einfach richtig stark gespielt hat. Infolgedessen gelangte ich in eine gedrückte Stellung und auch die Zeit wurde langsam knapp. Mir war da schon klar, dass diese Partie kein Zuckerschlecken mehr werden würde. Siggi hatte zu diesem Zeitpunkt schon den nächsten Punkt eingefahren und auch Bastis Gegner gab auf, nachdem die Odyssee des schwarzen Königs in der Brettmitte geendet hatte. Leider musste auch Andreas die Segel streichen, sodass beim Stand von 3,5:1,5 noch Thomas, Norbert und ich spielten.

Von Thomas Partie habe ich nicht sonderlich viel mitbekommen. Zunächst schien sie mir längere Zeit recht ausgeglichen, später hatte Thomas zwei Figuren gegen den Turm gegeben und wehrte sich in einer relativ verschachtelten Stellung. Auch ich entschloss mich in Anbetracht der sich anbahnenden Zeitnotphase zwei Figuren für den Turm zu geben, in der Hoffnung mich aus dem Schlamassel in Form von Raumnachteil und gegnerischer Zentrumskontrolle befreien zu können. Norberts Partie endete nach einer Achterbahnfahrt und offenem Schlagabtausch remis, da sich abzeichnete, dass alle Bauern vom Brett verschwinden und das Material nicht mehr zum mattsetzen reichen würde. Thomas und ich wehrten uns noch eine ganze Weile nach Kräften. Mein Gegner traute sich offenbar nicht den entscheidenden oder besser gesagt einen der vielen entscheidenden Bauernhebel zu nutzen, sodass ich bestimmt 30 Minuten nur Turm und König hin und her zog. Thomas’ Gegner hingegen hatte die Stellung in ein Endspiel mit zwei verbundenen Freibauern überführt, die auch die Partie entscheiden sollten. Um kurz nach zwölf gab ich dann auch auf, die Quälerei hatte sich nicht gelohnt und mein Gegner sich schlussendlich doch getraut einen der Gewinnpfade einzuschlagen. Am Ende steht ein 4:4, das sich aufgrund der guten Ausgangslage und meiner eigenen Partie für mich eher wie eine Niederlage anfühlt. Insgesamt ist es aber auch ein weiterer wichtiger Mannschaftspunkt gegen eine in etwa gleich starke Mannschaft.

Als ich um 0:42 Uhr den Bus in Richtung Niendorf nehme, komme ich immerhin noch in den Genuss einer musikalischen Verballhornung des Refrains von ›Astronaut‹ mit dem umgedichteten Text: ›Nichts hält uns am Leben außer der Desperados.‹ Passt nicht mal von den Silben her. Naja, in meiner Schachpartie hat auch nicht so viel zusammengepasst.

In der nächsten Runde in Harburg geht es dann um die nächsten zwei Mannschaftspunkte.

(Shumon Akram)

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4. Runde
25.02.2016 SC Schwarz‑Weiß Harburg 2 Königsspringer Hamburg 4 :
19:00 Uhr, AWO‑Seniorentreff Heimfeld, Heimfelder Str. 41, 21075 Hamburg

1 Valeriy Ilyanoj Thomas Rosien ½ : ½
2 Edmund Szczepanski Shumon Akram ½ : ½
3 Esad Muminovic Bastian Samm 0 : 1
4 Leonid Blioumkine Norbert Schönfisch ½ : ½
5 Nicolae Danila Hans‑Siegfried Seemann 0 : 1
6 Majid Fotovvat Asl Viktor Gette ½ : ½
7 Detlef Tiefenbach Martin Bierwald ½ : ½
8 Meloriy Lewitzki Dieter Carl 1 : 0

26.02.2016 Hamburger SK 12 Schachfreunde Wedel :
23.02.2016 FC St. Pauli 6 Pinneberger SC 2 :
26.02.2016 Hamburger SK 11 SK Union‑Eimsbüttel 3 4 : 4
26.02.2016 SK Johanneum Eppendorf 4 SV Blankenese 2 :

Zwei Breaks reichen

Pünktlich um 19:00 Uhr beginnt unser Auswärtskampf in Harburg nach einer kurzen Ansprache des Vereinsvorsitzenden von Schwarz‑Weiß. Das Ticken der Analoguhren lädt zum nostalgischen Schwelgen in Erinnerungen ein, während wir uns anschicken die Pflichtaufgabe, als die man den Kampf beim Tabellenletzten bezeichnen könnte, zu lösen. Wir sind zum einen im Schnitt um 100 Punkte besser und zum anderen ist bei den Harburgern in den ersten drei Runden wenig zusammengelaufen. Wie wir alle wissen, muss ein solcher Kampf aber auch erstmal gewonnen werden.

Nach etwa einer Stunde bin ich diesbezüglich frohen Mutes. Insbesondere an den hinteren Brettern, an denen wir kaum favorisiert sind, läuft es rund. Dieter und Martin, die dankenswerterweise als Ersatzspieler aushelfen, haben jeweils einen Bauern mehr bei angenehmer Stellung und Siggi hat zwar einen unschönen Doppelbauern, dafür bläst er zum Königsangriff. In seiner typischen Spielweise hat auch Norbert eine bessere Stellung mit Mehrbauer erreicht und Bastis Gegner, der schon vor der Partie über Kopfschmerzen geklagt hat, hat bereits seinen Läufer durch einen einfachen Bauernvorstoß fangen lassen.

Nachdem Basti auch die zweite Figur durch einfache Taktik einsammelt, führen wir bereits früh. Leider hat Martin inzwischen seinen Mehrbauern hergegeben und findet sich in einem Endspiel, das er aufgrund fehlender Pläne remis geben darf. Auch Thomas einigt sich in ausgeglichener Stellung bei deutlich schlechterer Zeit friedlich, viele Höhen und Tiefen hat es in seiner Partie meiner Beobachtung nach nicht gegeben. Obwohl wir führen, beginne ich mir langsam Sorgen zu machen. Norbert spielt ein Turmendspiel, das wenn überhaupt nur sehr schwer zu gewinnen ist. Siggis Angriff ist ebenfalls verpufft und das Endspiel aufgrund von immer noch vorhandenen Bauernschwächen leicht schlechter. Auch Viktor steht unter Druck. In einem Schwerfigurenendspiel mit vorgerücktem Freibauern auf der gegnerischen Seite ist er stets zum passiven Reagieren gezwungen, zumal verschiedene Fesselungen und weitere Drohungen in der Luft liegen. Ich selbst sehe mich währenddessen einem überwältigendem Angriff meines Gegners ausgesetzt, da ich in der Eröffnung überspielt wurde und auf Franks alten Lehrsatz zurückgreifen musste: »Manchmal muss man einen schlechten Zug einfach wieder zurücknehmen.« Das Manöver Läufer von c8 nach f5 und im nächsten Zug direkt wieder nach c8 ist sicherlich keine meiner schachlichen Sternstunden. Norberts Endspiel versandet derweil nach ein paar taktischen Abwicklungen ins Remis. Bei Dieter hingegen ist ein wahres Inferno auf dem Brett ausgebrochen. Über mehrere Züge hängen diverse Bauern auf beiden Seiten und ich meine in dieser unübersichtlichen Stellung den Vorteil dem Gegner zusprechen zu müssen.

Mein Gegner zeigt sich zum Glück äußerst zahnlos und wickelt in eine ausgeglichene Stellung ab, die wenig später mit der Punkteteilung endet. Dasselbe Resultat erreicht Viktor, der trotz knapp werdender Zeit die sich wiederholenden Drohungen des Gegners parieren kann, sodass auch sein Gegenüber einsieht, dass keine Fortschritte zu machen sind. Dieters Partie kippt langsam aber sicher ins Bedenkliche, aufgrund zahlreicher taktischer Schläge, die in der Stellung lauern, ist aber noch alles möglich.

Erfreuliche Neuigkeiten liefert der Blick auf Siggis Stellung. Durch bärenstarkes Austempieren im ungleichfarbigen Läuferendspiel hat der alte Taktikfuchs einen Bauern gewonnen. Mit Geduld und einem Königsmarsch über das ganze Brett ringt er anschließend den Gegner, der – im Glauben, die Partie wäre totremis – nur noch mit seinem Läufer pendelt, Stück für Stück nieder und besiegelt gegen kurz nach zehn den Sieg für sich und die Mannschaft. Dieter wehrt sich noch eine Weile und kann an einer Stelle sogar gewinnen, wenn er den König nach einem Turmschach auf das richtige Feld zieht. Leider verpasst er diese letzte Ausfahrt und muss wenig später aufgeben. Dass er – wie er selbst sagt – momentan richtig Spaß am Schachspielen hat, konnte man dieser Partie trotz Niederlage ansehen.

Am Ende bleiben wir also unserer Tradition der knappen Kämpfe treu und haben diese wichtige Aufgabe gelöst. Wie fragt hinterher sowieso keiner mehr. Die nächste Runde gegen HSK 11 wird sicherlich auch wieder spannend.

(Shumon Akram)

↑
↓
5. Runde
01.04.2016 Königsspringer Hamburg 4 Hamburger SK 11 4 : 4
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Wilfried Rühr 0 : 1
2 Shumon Akram Isja Schwarzman 0 : 1
3 Justus Streich Hanns Schulz‑Mirbach 1 : 0
4 Bastian Samm Leon Tscherepanov ½ : ½
5 Norbert Schönfisch Reiner Basteck 1 : 0
6 Hans‑Siegfried Seemann Udo Figger 0 : 1
7 Viktor Gette Nils Altenburg 1 : 0
8 Daniella Wagner Dietmar van Dyk ½ : ½

23.03.2016 SV Blankenese 2 Hamburger SK 12 :
31.03.2016 SK Union‑Eimsbüttel 3 SK Johanneum Eppendorf 4 5 : 3
31.03.2016 Pinneberger SC 2 SC Schwarz‑Weiß Harburg 2 :
22.03.2016 Schachfreunde Wedel FC St. Pauli 6 :

Wieder so ein knappes Ding

Die fünfte Runde gegen die elfte Mannschaft des HSK bestreiten wir zu Hause, Seite an Seite mit KSH 5, die Weisse Dame empfangen. Unsere Aufstellung liest sich gut: Mit Ausnahme von Jan‑Frederik spielen wir in Bestbesetzung. Wenn man sich den DWZ‑Schnitt anguckt, scheinen unsere Gegner zwar trotzdem leicht favorisiert, aber das hat uns in den letzten Runden ja auch nicht beeindruckt.

Der Kampf gestaltet sich in der Anfangsphase vielversprechend. Norbert spielt eine Partie, wie er es öfter tut. In Windeseile bezwingt er seinen Gegner, als ich mich nach einer Stunde auf den anderen Brettern umsehe, ist Norberts Partie bereits beendet. Wie er das regelmäßig so schnell schafft, bleibt mir ein Rätsel, doch wenn es nach mir geht, kann dieses Geheimnis ungelüftet bleiben, solange das Ergebnis stimmt.

An den übrigen Brettern zeichnen sich derweil erste Tendenzen ab: Basti hat großen Raumvorteil und die bessere Figurenkoordination, dafür ist Siggis König in Bedrängnis. Ich selbst habe eine Abwicklung gespielt, die ich für vorteilhaft hielt. Es zeigt sich jedoch schnell, dass einen Halbzug weiter rechnen eine gute Idee gewesen wäre. Daniella, die kurz zuvor aus Essen angereist ist und dementsprechend nur wenig Zeit für Erholung oder Essen hatte, darf bei diesem Zwischenstand auf eigenen Wunsch remis machen. Wenig später verschlechtert sich Siggis Stellung und ein taktischer Schlag des Gegners besiegelt die Partie. Dafür hat Viktor einen Bauern mehr und auch Justus steht deutlich besser, nachdem er ein riskantes Springeropfer gespielt hat, das der Gegner sich nicht anzunehmen traute. Die Partie von Thomas bewegt sich für meine Begriffe in ausgeglichenen Gefilden und mein Gegner erlaubt es mir mich zu stabilisieren. Das kostet mich jedoch einige Bedenkzeit und wenig später bietet mir mein Gegner einen Turm an. Hat er die Bauerngabel einfach übersehen oder gibt es Gegenspiel? Mit ungefähr 20 Minuten auf der Uhr berechne ich einige Varianten und kann keine ausreichende Kompensation finden. Daher entscheide ich mich meinem Gefühl zu vertrauen und g4 zu spielen. Kurzum: Mein Gefühl trog, mein König wurde über das Brett gejagt und kam auf c4 zum Erliegen. Mein Gegner bedankte sich bei mir inbrünstig, ich kann ihn verstehen: Ich habe ihn mit meinen Fehlentscheidungen einen recht mühelosen Sieg beschert.

Inzwischen haben Justus und Viktor ihre Partien gewonnen, sodass bei einem Stand von 3,5:2,5 für uns noch Basti und Thomas spielen. Die Stellung von Thomas scheint mir immer noch ausgeglichen, wenn auch sehr dynamisch. Bei Basti wird es schwer Fortschritte zu machen und mir ist auch nicht mehr klar, ob und wie viel besser er steht. Über das erhaltene Remisangebot darf er daher selbst entscheiden und entschließt sich für die Punkteteilung. In Zeitnot manövriert sich Thomas meiner Einschätzung nach zunächst geschickt durch die Drohungen des Gegners, greift aber an einer Stelle leider fehl.

Das Ergebnis des wieder einmal knappen Kampfes ist somit 4:4, ein weiterer Mannschaftspunkt in Richtung Klassenerhalt und ein weiteres Indiz dafür, dass in dieser Staffel jeder jeden schlagen kann.

(Shumon Akram)

↑
↓
6. Runde
22.04.2016 SK Johanneum Eppendorf 4 Königsspringer Hamburg 4 3 : 5
19:00 Uhr, Wilhelm‑Gymnasium (Oberstufenhaus Alfred‑Beit‑Weg), Klosterstieg 17, 20149 Hamburg

1 Viktor Kurbangulov Thomas Rosien ½ : ½
2 Alexander Stuhlmann Shumon Akram ½ : ½
3 Günter Schierholz Norbert Schönfisch 0 : 1
4 Malte Kröpsch Hans‑Siegfried Seemann ½ : ½
5 Stefan Luther Viktor Gette ½ : ½
6 Stefan Kruse Thomas Benthin 0 : 1
7 Hermann Funke Hans Schulz 0 : 1
8 Oskar Neumann Dieter Carl 1 : 0

15.04.2016 Hamburger SK 12 FC St. Pauli 6 4 : 4
14.04.2016 SC Schwarz‑Weiß Harburg 2 Schachfreunde Wedel 1 : 7
15.04.2016 Hamburger SK 11 Pinneberger SC 2 6 : 2
13.04.2016 SV Blankenese 2 SK Union‑Eimsbüttel 3 5 : 3

Weiterhin erfolgreich!

Die sechste Runde schien zunächst unter keinem guten Stern zu stehen. Zum einen hagelte es im Vorfeld fünf Absagen und dann hatten auch noch Siggi, Viktor und Norbert Probleme den Spielort zu finden und verspäteten sich um ungefähr 20 Minuten. Das alles relativierte sich jedoch schnell. Früh konnte Siggi eine Figur einsammeln, für die der Gegner nur wenig Kompensation erhielt. Die weiteren Bretter zeigen ausgeglichene Stellungen, wobei bei Norbert, Dieter und Viktor dynamische Stellungen entstanden, in denen beide Seiten Schwächen in Form von rückständigen Bauern oder einem schwachen König aufwiesen. Mein Gegner spielte Englisch und schob im zweiten Zug e4 nach. Ich war mit diesem Stellungstyp nicht besonders vertraut, bisher waren solche Partien bei mir stets schnell mit der Punkteteilung geendet.

Bei diesem Zwischenstand freute ich mich über das Remis nach anderthalb Stunden bei Thomas an Brett eins in verflachter Stellung. Der andere Thomas steuerte etwas unverhofft den ersten ganzen Punkt bei: In ausgeglichener Stellung ließ der Gegner einfach einen angegriffenen Läufer stehen und gab wenig später auf. So konnte sich Thomas sogar noch Hoffnungen auf die letzten Minuten des HSV‑Spiels machen.

Meine Partie endete nach einigen Ungenauigkeiten meinerseits, die mein Gegner jedoch nicht zu bestrafen trachtete, erwartungsgemäß remis. Zu diesem Zeitpunkt hatte auch Viktor sich mit seinem Gegner schon friedlich geeinigt, was ich nicht ganz verstand, da ich glaubte, dass Viktor noch ein paar Probleme zu lösen hatte. Probleme zu lösen hatte vor allem auch Dieter, dessen Stellung durch einen vorgerückten Zentrumsbauern des Gegners eingeengt wurde. Bei Siggi hatte sich inzwischen die Lage auch unerfreulich verändert. Er wurde von einer kleinen Taktik kalt erwischt und musste zwei weitere Bauern geben. Da die gegnerische Stellung sicher war und ich fürchtete, dass sich die drei Mehrbauern auf Dauer den Weg auf die achte Reihe bahnen würden, riet ich Siggi remis zu machen, zumal Norbert besser stand. Dieser hatte früh eine Qualität geopfert und übte mit immer neuen Drohungen gegen den König und einem gedeckten Freibauern stetig Druck aus. Dieter, der im Mittelspiel bereits das Zentrum komplett aufgeben musste, suchte sein Heil derweil in einem Gegenangriff am Königsflügel, der jedoch auch seinen eigenen König schwächte. Nach langer Verteidigung wurden die Segel gestrichen, was einen Zwischenstand von 3:3 ergab.

Von Hans’ Partie habe ich zunächst nicht viel mitbekommen. Sein Bauernsturm am Damenflügel schien mir Aktivität zu versprechen und später landete er in einem »Mittelspiel«, in dem nur noch Schwerfiguren und ungleichfarbige Läufer vorhanden waren. Die alte Regel, dass ungleichfarbige Läufer dem Angreifenden zugutekommen, bewahrheitete sich und nachdem der gegnerische König ohne Schutz nach h6 getrieben wurde, zog sich die Schlinge weiter zu. Einen Zug vorm Matt wurde die Hand rübergereicht und der erste Mannschaftspunkt war sicher. Mindestens ebenso druckvoll und stringent spielte Norbert seine Stellung. Bei schwindender Zeit seines Gegenübers konnte er schließlich vor der Zeitkontrolle entscheidendes Material gewinnen. Eine starke Partie, in der Norbert auch immer darauf bedacht war, nicht nur sein Material zurückzugewinnen (was er mehrmals hätte tun können), sondern konsequent weiter zu spielen und so den dynamischen Vorteil zu bewahren.

Für unsere Verhältnisse gewinnen wir also nicht zuletzt dank der Ersatzspieler (2/3) »deutlich« mit 5:3 und finden uns weiterhin im vorderen Teil der Tabelle. Mal sehen, ob wir im nächsten Kampf gegen die ungeschlagenen Ersten aus Blankenese den Treppchenplatz behaupten können. Abgesehen von der unglücklichen ersten Runde sind wir ja auch bisher ungeschlagen!

(Shumon Akram)

↑
↓
7. Runde
13.05.2016 Königsspringer Hamburg 4 SV Blankenese 2 5 : 3
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Marcus Scheele 0 : 1
2 Jan‑Frederik Carl Maximilian Reuter 1 : 0
3 Shumon Akram Alfred Manke ½ : ½
4 Bastian Samm Stefan Weißhuhn 1 : 0
5 Norbert Schönfisch Volker Schilling 1 : 0
6 Hans‑Siegfried Seemann Bahaa Hashem 1 : 0
7 Viktor Gette Valeriya Kotyk 0 : 1
8 Daniella Wagner Gerhard Kraft ½ : ½

28.04.2016 SK Union‑Eimsbüttel 3 Hamburger SK 12 :
28.04.2016 Pinneberger SC 2 SK Johanneum Eppendorf 4 :
03.05.2016 Schachfreunde Wedel Hamburger SK 11 :
26.04.2016 FC St. Pauli 6 SC Schwarz‑Weiß Harburg 2 :

Die DWZ ist auch nur eine Zahl

In der siebten Runde wartete die vermeintlich größte Herausforderung in dieser Saison. Die Spitzenreiter aus Blankenese waren bisher verlustpunktfrei geblieben und obwohl wir mit eins bis acht und damit fast in Besetzung spielten, war der Unterschied im DWZ‑Schnitt von knapp 150 Punkten kaum zu übersehen.

Nachdem gegen zehn nach sieben die meisten Spieler eingetrudelt waren, gab es an einigen Brettern schnell Erfreuliches zu vermelden. So gewann Siggi bereits nach etwas mehr als einer Stunde und auch die weiteren Bretter gaben wenig Anlass zur Sorge: Basti kam gut aus der Eröffnung und mühte sich die gegnerische Königsstellung mit einem Bauernvorstoß auf der f‑Linie zu schwächen, Daniellas Gegner hatte kompensationslos einen Bauern weniger und die übrigen Partien bewegten sich in ausgeglichenen Gefilden. Zugegeben, wie die wilde Partie inklusive Quallenopfer und verschachtelter Stellung bei Norbert wirklich einzuschätzen war, überstieg mein Schachverständnis. Mein Gefühl und meine Erfahrung mit Norberts Partien stimmten mich jedoch optimistisch.

Gegen neun schien Daniella dann den zweiten Sieg einzufahren und ich bot meinem Gegner in einer Partie, die von Jochen nach kurzem Blick auf das Partieformular zum langweiligsten Spiel des Abends erkoren wurde, die Punkteteilung an. Mein Gegner nahm zwar an, doch leider ließ Daniella in ansonsten völlig gewonnener Stellung ein Dauerschach zu. Trotzdem bleibt eine gute Partie gegen einen 400 Punkte stärkeren Gegner und nach ein paar erbauenden Berichten von Clemens und mir über grobe Patzer unserer Schachlaufbahnen war der Ärger verflogen.

Der Angriff von Basti kam nun richtig ins Rollen. Der Übermacht der Kombination aus Läuferpaar und Dame war der gegnerische König nicht gewachsen, zumal sich die schwarzen Figuren auf dem Damenflügel um Gegenspiel bemühten und somit in der Verteidigung fehlten. Ein schöner Start‑Ziel‑Sieg! Ähnlich ließ sich das Geschehen auf Norberts Brett beschreiben: Aktivierung der Figuren, Aufstellen von Drohungen, entscheidender Materialgewinn. Ein Mannschaftspunkt war also schon sicher; ob es mehr werden würde, war noch nicht sicher abzusehen.

An zwei der drei verbliebenen Bretter machte ich mir zu diesem Zeitpunkt wenig Hoffnungen auf den Siegtreffer: Viktor hatte im Mittelspiel zahlreiche rückständige Bauern angehäuft, auf die seine Gegnerin mit verdoppelten Türmen viel Druck ausüben konnte, und Thomas hatte im Mittelspiel eine Qualität eingebüßt. Beide kämpften noch eine Weile weiter, doch letzten Endes sollte die Entscheidung über den zweiten Mannschaftspunkt an Brett zwei fallen. Jan spielte seine erste Partie der Saison und war in einer Sveshnikov‑ähnlichen Stellung schnell zu druckvollem Spiel gekommen. Später hatte er seinem Gegner einen isolierten Doppelbauern verpasst und fand sich in einem Leichtfigurenendspiel mit Läufer gegen Springer wieder. Inzwischen war ich mir jedoch nicht mehr so sicher, welche Seite zu bevorzugen war, denn der Springer fand ein lauschiges Plätzchen zum Einnisten und der isolierte Doppelbauer wurde zum Freibauern, den man jedoch gut aufhalten konnte. Manöver um Manöver entwickelte sich die Stellung weiter und am Ende konnte Jan die Gewinnambitionen seines Gegenübers auskontern, um sogar noch den ganzen Punkt einzufahren.

Ein 5:3‑Sieg gegen den Tabellenführer bei dieser DWZ‑Differenz, das erlebt man nicht alle Tage. Die im letzten Bericht geforderte Behauptung des Treppchenplatzes ist somit gelungen und wir haben uns sogar Aufstiegschancen bewahrt, auch wenn diese lediglich theoretischer Natur sind. Aber wer weiß, in dieser Saison scheint alles möglich!

(Shumon Akram)

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8. Runde
26.05.2016 SK Union‑Eimsbüttel 3 Königsspringer Hamburg 4 :
19:00 Uhr, Hamburg‑Haus, Doormannsweg 12, 20259 Hamburg

1 Uwe Börner Thomas Rosien 1 : 0
2 Karsten Seelbach Shumon Akram ½ : ½
3 Ralph Bernhard Justus Streich ½ : ½
4 Philipp Roselius Bastian Samm ½ : ½
5 Max‑Emilio Lill Norbert Schönfisch 1 : 0
6 Jens‑Oliver Bock Hans‑Siegfried Seemann 0 : 1
7 Günter Kaiser Viktor Gette 0 : 1
8 Alexander Prenzel Dieter Carl 0 : 1

27.05.2016 Hamburger SK 12 SC Schwarz‑Weiß Harburg 2 :
27.05.2016 Hamburger SK 11 FC St. Pauli 6 4 : 4
27.05.2016 SK Johanneum Eppendorf 4 Schachfreunde Wedel 2 : 6
25.05.2016 SV Blankenese 2 Pinneberger SC 2 6 : 2

Vorne klammern, hinten beißen

Wenn wir in dieser Saison eines gelernt haben, dann dass uns knappe Kämpfe liegen. Und ein solcher versprach die achte Runde zu werden, denn es ging gegen die Tabellennachbarn aus Eimsbüttel.

In der Anfangsphase gab es wenige Überraschungen. Viktor und Siggi kamen meiner Einschätzung nach etwas besser aus der Eröffnung, dafür konnte ich zeigen, dass das Londoner System mir nicht liegt und fand mich in einer passiven Stellung. Meiner flüchtigen Einschätzung nach schienen Justus und Thomas angenehmes Spiel zu haben und auch Dieter hatte sich nach defensivem Start einen Vorteil erarbeitet. Dieser sollte sich rasch vermehren, denn Dieters Gegner ließ in ansonsten sicherlich auch schon bedenklicher Stellung einen angegriffenen Springer stehen und gab wenig später auf. Derweil war auch Siggis Gegner in Geberlaune. Konkret bedeutete dies, dass Siggi ohne Not sein Läuferpaar für einen Turm behielt und bald konnte ich die zweite ›1‹ auf unserer Seite der Mannschaftskarte eintragen.

Bei diesem Spielstand durften Bastian und Justus remis machen, was mich ein bisschen an einen meiner ersten Jugendkämpfe in Pinneberg erinnert. Damals wurde die strategische Parole ›Vorne klammern, hinten beißen‹ von Baldur und Claus ausgegeben, welche uns auch damals schon zum Sieg geführt hatte. Aber zurück zum Thema. Bei sich verknappender Zeit fiel Thomas in ansonsten wohl ausgeglichener Stellung einem taktischen Trick des Gegners zum Opfer, welcher mindestens eine Qualität und die Partie kostete. Im Gegenzug hat Viktor seinen Gegner wahrlich an die Wand gespielt. Die schwarze Dame hatte Viktor auf a7 immobilisiert und auch der Springer auf b8 war Zeuge der Trostlosigkeit der gegnerischen Stellung.

Meine Stellung hatte sich inzwischen vereinfacht, zudem hatte mein Gegner einen Bauern für ausbleibende Kompensation geopfert. Da ich jedoch kein Durchkommen sah, bot ich meinem Gegner im Schwerfigurenendspiel den Mehrbauern an, um in ein vermeintlich besseres Bauernendspiel mit entferntem Freibauern auf meiner Seite abzuwickeln. Norberts Partie, die sich zunächst normal entwickelt hatte und auch deutlich länger ging als die Siege in den letzten Runden, schien ihm im Mittelspiel entglitten zu sein. Mit weniger Zeit und eine Qualität im Rückstand wehrte er sich noch eine Weile, doch die Eimsbüttler sollten bald den zwischenzeitlichen Ausgleich schaffen.

Das Endspiel, in das ich abgewickelt hatte, entpuppte sich bei genauerer Berechnung als nicht zu gewinnen, im Gegenteil: Der entfernte Freibauer war mehr Schwäche als Vorteil und ich war froh, die gegnerischen Drohungen parieren und meinen Gegner von der Punkteteilung überzeugen zu können. Das gegnerische Brett eins meinte daraufhin mir noch großspurig erklären zu müssen, dass ich auf jeden Fall Bauernendspiele üben solle, weil die Stellung zwischenzeitlich definitiv gewonnen gewesen sei. Die Heimanalyse mit renommierter Schachsoftware sollte jedoch meinem Gefühl Recht geben, dass das Bauernendspiel von Anfang an remis war. Noch bevor es bei mir zur Punkteteilung kam, hatte Viktor bereits einen taktischen K.‑o.‑Schlag gesetzt. Sein Gegner wollte dennoch unbedingt mit Dame weniger weiterspielen, sodass sich die Partie noch eine Weile hinzog.

Am Ende also wieder ein knapper Sieg und zwei weitere Mannschaftspunkte, die uns vorzeitig den dritten Platz sichern. Ob wir dieses ohnehin schon großartige Saisonergebnis noch mit einem weiteren Sieg garnieren können, zeigt sich dann in der letzten Runde.

(Shumon Akram)

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9. Runde
17.06.2016 Königsspringer Hamburg 4 Hamburger SK 12 :
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Markus Weise 0 : 1
2 Jan‑Frederik Carl Olaf Ahrens ½ : ½
3 Shumon Akram Jan Zierott ½ : ½
4 Bastian Samm Martin Hoos ½ : ½
5 Norbert Schönfisch Andreas Kölblin 1 : 0
6 Viktor Gette Wolfgang Nagel 0 : 1
7 Kay Kipke Olaf Voß 0 : 1
8 Martin Bierwald Werner Krause 0 : 1

16.06.2016 Pinneberger SC 2 SK Union‑Eimsbüttel 3 5 : 3
14.06.2016 Schachfreunde Wedel SV Blankenese 2 :
14.06.2016 FC St. Pauli 6 SK Johanneum Eppendorf 4 3 : 5
09.06.2016 SC Schwarz‑Weiß Harburg 2 Hamburger SK 11 2 : 6

Abschlussbericht

Unsere letzte Runde war von wenig Erfolg gekrönt. Zum Glück machte das nichts, da unser Tabellenplatz vorher ohnehin schon feststand. Unsere Gegner vom HSK waren auch bereits vor dem Abstieg sicher, sie wollten aber, wie mir der Mannschaftsführer nach Ende des Kampfes mitteilte, unbedingt noch einmal gewinnen.

Nachdem gegen halb acht alle Spieler anwesend waren, gestalteten sich viele Partien schnell einseitig. Mein Gegner hatte einfach eine Figur stehen gelassen, aber das Glück gehabt dafür zufällig noch relativ viel Kompensation zu erhalten. Martin stand bei Rochaden auf unterschiedlichen Flügeln schnell bedenklich und Kays Gegner hatte auf der C‑Linie viel Aktivität entfalten können.

Nachdem Kay und Martin früh die Segel streichen mussten, durfte Basti remis annehmen, die Stellung war nicht einfach und seine Zeit deutlich schlechter. Auch Jan entschied sich zur Punkteteilung, während Viktor ein Endspiel mit Figur weniger aufgab. Die Partien von Thomas und Norbert schienen mir über weite Strecken in etwa ausgeglichen. Am Ende holte Norbert den ganzen Punkt, während Thomas’ König der gegnerischen Kombination aus Dame und Läufer unterlag. Ich hatte zwischenzeitlich eine kleine Taktik übersehen, die meinem Gegenüber noch zusätzliches Gegenspiel erlaubte. Das Endspiel mit Figur gegen zwei Mehrbauern mit Türmen auf dem Brett gab ich als Letzter spielend remis, anstatt noch etwa eine Stunde weiterzukneten, der Kampf war ja ohnehin schon entschieden.

Wir haben uns also in der letzten Runde nochmal eine saftige Niederlage abgeholt, die jedoch bei Betrachtung des Saisonverlaufs zu verschmerzen ist: An Platz neun gesetzt hätte man eigentlich mit einer Saison im Abstiegskampf rechnen können, doch wir haben gezeigt, dass man in der Liga jeden schlagen kann, auch wenn die Kämpfe fast alle knapp waren. Wir sind die einzige Mannschaft, die gegen die Staffelsieger aus Blankenese gewonnen hat, haben außerdem auch die Zweitplatzierten aus Wedel geschlagen und sind somit völlig verdient auf dem Treppchen gelandet.

Diese tolle Saison liegt vor allem in einer großartigen Mannschaftsleistung begründet. Einige Faktoren möchte ich dennoch hervorheben: Gerade die hinteren Bretter haben durchweg solide gespielt und zum Teil deutliche DWZ‑Zugewinne zu verzeichnen. An dieser Stelle Glückwunsch an Basti für das Knacken der 1700! Die Nachmeldung von Norbert war dann noch das Quäntchen, das der Mannschaft zu einer derart erfolgreichen Saison gefehlt hat. Mit sechs Punkten in neun Einsätzen ist er Top‑Scorer des Teams. Die Zuverlässigkeit der Spieler war ein weiterer wichtiger Baustein. Sechs Spieler haben mindestens acht Runden gespielt und konnten somit kompensieren, dass Andreas’ und Daniellas berufliche Unwägbarkeiten nicht so viele Einsätze zuließen. Ein nicht zu unterschätzendes Zahnrad im Getriebe einer jeden Mannschaft sind auch die Ersatzspieler. Hier kann ich mich als Mannschaftsführer glücklich schätzen, denn die Ersatzspieler sind zum Teil äußerst kurzfristig eingesprungen, hatten sichtlich Spaß an ihren Partien und waren außerdem in einigen Kämpfen das siegbringende Zünglein an der Waage. Ich bedanke mich bei der Mannschaft für eine wunderbare Saison voller hochgradig spannender Kämpfe, die zu einem sehr respektablen Resultat geführt haben.

(Shumon Akram)

Quelle: Hamburger Schachverband
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/16-ksh4.php
05.07.2017, 12:04 (tr)
 
 
 
 
 
 
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