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Chronik: Archiv
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 1 · Oberliga‑Nord, Staffel Nord 2015/16
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. SG Turm Kiel 5 6 6 49,0 18
2. FC St. Pauli 3 5 6 5 5 6 4 5 4 43,0 14
3. Hamburger SK 3 3 4 5 43,0 13
4. Lübecker SV 2 4 5 6 35,5 11
5. SC Diogenes Hamburg 3 4 4 4 5 5 6 38,0 9
6. Königsspringer Hamburg 3 3 4 6 5 5 36,5 9
7. SK Marmstorf 2 4 4 2 29,5 6
8. SV Bargteheide 2 4 3 3 30,5 5
9. Schachfreunde Schwerin 2 2 3 3 3 3 29,0 4
10. SK Johanneum Eppendorf 4 2 2 26,0 1
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Spieler
KSH
 
Mannschaftsführer:
Max Borgmeyer
A H A A H A H A H
MAT
 
LÜB
 
SSN
2
DIO
 
STP
 
TUK
 
HSK
3
BAR
 
SKJ
 
1 Lamprecht, Frank ½     0 0       1
2 Buhr, Carl‑Christian, Dr.               ½  
3 Zimmermann, Julian ½ 0   ½ ½ 0 ½ ½ 0
4 Pfreundt, Jakob 1 ½ ½ 0 0 ½ ½ 1 ½
5 Rosmann, Ilja 1 0 ½ ½ 1 1 ½   ½
6 Schmidt, Jan Peter, Dr.   ½ ½ 1 0 0   ½ ½
7 Harder, Clemens ½ ½ ½   ½ 1 1 ½  
8 Borgmeyer, Max 1 1 1 1 ½ 0 ½ ½ 1
9 Lampe, Jörg, Dr. 1 1 ½   ½ 0 0 1 1
10 Stanau, Guido ½     0   0   ½ 0
11 Cremer, Jochen   0              
12 Dettmann, Steffen, Dr.                  
13 Langmann, Markus       1     0    
14 Hort, Max                  
15 Raider, Eugen     1          
16 Schroeter, Baldur                  
17 Spät, Alexander     ½            
18 Pfreundt, Mathis                  
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1. Runde
27.09.2015 SK Marmstorf Königsspringer Hamburg 2 : 6
10:00 Uhr, Vereinshaus des SV Grün‑Weiss Harburg, Langenbeker Weg 1c, 21077 Hamburg

1 Holger Hebbinghaus Frank Lamprecht ½ : ½
2 Dr. Jeronimo Hawellek Julian Zimmermann ½ : ½
3 Jan Hendrik Müller Jakob Pfreundt 0 : 1
4 Tobias Müller Ilja Rosmann 0 : 1
5 Christoph Rammé Clemens Harder ½ : ½
6 Michael Hohlbein Max Borgmeyer 0 : 1
7 Jens Diekmann Dr. Jörg Lampe 0 : 1
8 Rainer Schmidt‑Brauns Guido Stanau ½ : ½

20.09.2015 Hamburger SK 3 SC Diogenes Hamburg 4 : 4
20.09.2015 SV Bargteheide SG Turm Kiel 2 : 6
20.09.2015 SK Johanneum Eppendorf FC St. Pauli 4 : 4
20.09.2015 Lübecker SV Schachfreunde Schwerin 2 5 : 3

Morgens 10:00 Uhr in Marmstorf

Der Mannschaftskampf begann um 10:00 Uhr am Sonntag in Marmstorf. Wir waren dementsprechend noch etwas verschlafen und der Schiedsrichter war noch nicht anwesend. Wir mussten auf Petzi, verzichten und den Marmstorfern erklären, dass Petzi und Dr. Schmidt dieselbe Person sind. Die Marmstorfer dagegen spielten in Bestbesetzung, selbst Jeronimo, der erst eine Woche vorher geheiratet hatte, trat an. Das zeigt, dass die Marmstorfer nicht planen, die Oberliga, in die sie gerade aufgestiegen sind, bald wieder zu verlassen. Wir wurden dafür von Guido verstärkt, der ein schachfreies Jahr in Australien verbracht hatte und in Marmstorf sein Comeback feierte. Nach einer starken Saison in der zweiten war zudem Clemens in die erste Mannschaft aufgerückt.

Der Mannschaftskampf begann für mich sehr erfreulich, da ich ausnahmsweise deutlich mehr Theoriekenntnisse mitbrachte, als mein Gegner. In der geschlossenen Stellung, die entstand, hatte ich gleich zwei starke Vorpostenspringer, die die Partie sehr schnell entschieden.

Bei Jörg entstand eine ziemlich symmetrische Stellung, in der er das Läuferpaar hatte, der Gegner entschied sich für einen Königsangriff, der Jörg Zeit gab, Bauern mitzunehmen. Durch genaue Verteidigung von Jörg verflachte der gegnerische Angriff zusehends, sodass auch hier ein Punkt eingefahren werden konnte.

Das Eröffnungsthema des Tages schien Nimzoindisch mit Dc2 zu sein, denn diese Variante wurde an gleich drei Brettern gespielt. Frank (Weiß) spielte gegen Holger Hebbinghaus und kam etwas schlechter aus der Eröffnung, die Partie verflachte dann schnell, sodass man sich auf remis einigte, was nicht weiter verwunderlich war, wenn man Holgers Statistik betrachtet.

Bei Julian (Schwarz) kam dieselbe Variante aufs Brett, er versuchte zwar auf den anderen Brettern zu gucken, was man spielt, aber die wichen bald ab, sodass Julian vor einem großen Problem stand, während Jeronimo noch im Buch war. Es gelang ihm aber trotzdem seinen Gegner vor massive Probleme stellen, da es diesem nicht gelang zu rochieren, wobei Julians König kaum besser stand, nachdem er in den geöffneten Damenflügel rochierte. Die Partie, die weder die beiden Spieler noch die Zuschauer wirklich verstanden, endete nach unglaublich komplexen taktischen Verwicklungen in einem Unentschieden, durch Dauerschach. Die Analyse dauerte dementsprechend lange und wurde unter Zuhilfenahme der etwas antiquierten Bibliothek in Marmstorf durchgeführt, es wurde unter anderem NCO zur Hilfe genommen.

Die 3. Partie mit Nimzoindisch Dc2 wurde von Clemens gespielt. Clemens gewann einen Bauern, geriet dabei jedoch in starke Zeitnot, sodass er seinen Vorteil nicht in einen Sieg ummünzen konnte. Im Endspiel tauschten sich langsam aber sicher alle Bauern, sodass Clemens mit nur einem Läufer gegen den König übrig blieb.

Wir haben bereits gelernt, dass Ilja sich hin und wieder von seinem eineiigen Zwilling ersetzten lässt, der alles opfert und gnadenlos auf Angriff spielt. Bei Jakob war das hingegen noch weitestgehend unbekannt. Die Partie gegen Jan Hendrik Müller begann zwar wie üblich mit Jakobs erfolgreichster Variante (Abtauschfranzösisch), doch dieses Mal zog der Bauer von c2 gleich zwei Felder nach vorne, was in einer Isolaniestellung resultierte, die aussah, als wäre sie direkt aus Iljas Training. Die Stellung kippte langsam aber sicher zu Jan Hendriks Gunsten, als er jedoch versuchte selbst zum Angriff überzugehen, wurde er von Jakob gnadenlos ausgekontert. Jakob begann eine spektakuläre Mattkombination. Er opferte einen Läufer auf h6, einen Springer auf f7 und einen Turm auf e6, was die gegnerische Königsstellung völlig zerschlug. Um das Matt zu verhindern, musste sein Gegner das Material mit Zinsen zurückgeben, ohne dabei die Königsstellung zu verbessern und gab bald darauf auf. Jakob knüpfte damit auch an einem höheren Brett an die starke Vorstellung in der letzten Saison (5,5 aus 8) an.

Guido wiederlegte die Befürchtung, er habe während seiner Schachpause viel verlernt, sehr schnell; er spielte Damenindisch und gelangte in eine angenehme Stellung. Später inaktivierte er allerding seinen eigenen Springer unnötigerweise, sodass er diesen umständlich reaktivieren musste und in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel abwickelte, sodass die Partie in einem Remis endete.

Als Letzter spielte Ilja, der mit seiner Spielweise auf Petzis Spuren wandelte. So gelang es ihm in der Eröffnung (Englisch-Symmetrievariante mit Schwarz!) entscheidenden Vorteil zu erlangen. Ilja wickelte in ein Springerendspiel mit Bauer mehr ab. Sein Gegner (Tobi Müller) versuchte ähnlich wie der Gegner von Clemens durch Abtausch sämtlicher Bauern remis zu halten. Doch Ilja zog mit g5! (lässt einen gedeckten Freibauern auf f5 zu) einfach vorbei und gewann mit seinem entfernten Freibauern.

Wir konnten also sehr souverän mit 6 zu 2 gewinnen. Der nächste Mannschaftskampf gegen Lübeck, die einige sehr talentierte Jugendliche in ihrer Mannschaft haben wird vermutlich eine knappere Angelegenheit.

(Max Borgmeyer)

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2. Runde
11.10.2015 Königsspringer Hamburg Lübecker SV :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Harald Schmidt 0 : 1
2 Jakob Pfreundt Michael Kreuzholz ½ : ½
3 Ilja Rosmann Frerik Janz 0 : 1
4 Dr. Jan Peter Schmidt Martin Kololli ½ : ½
5 Clemens Harder Kevin Kololli ½ : ½
6 Max Borgmeyer Dirk Lampe 1 : 0
7 Dr. Jörg Lampe Alexander Rieß 1 : 0
8 Jochen Cremer Ralf Christ 0 : 1

11.10.2015 SC Diogenes Hamburg Schachfreunde Schwerin 2 5 : 3
11.10.2015 FC St. Pauli SK Marmstorf 6 : 2
11.10.2015 SG Turm Kiel SK Johanneum Eppendorf :
11.10.2015 Hamburger SK 3 SV Bargteheide :

Ein Satz mit X …

Am 11.10. ging es für uns zuhause gegen Lübeck. Die Aussichten waren nicht besonders gut. Die Gegner erschienen in Bestbesetzung, während wir auf Frank (Spielemesse) und Guido (irgendwo in England) verzichten mussten. Trotz unserer klaren nominellen Unterlegenheit begann der Kampf sehr erfreulich. Clemens’ Gegner hatte mit Weiß eine Variante vorbereitet, die zu einer leicht schlechteren Stellung führt. Jörgs Gegner verzichtete auf die Entwicklung seines Königsflügels, was ziemlich schnell zu einer Verluststellung führte und ich konnte im Sweschnikow meine Kateikartenvorbereitung erfolgreich einsetzen.

Nach kurzer Zeit war bei Clemens leider nicht mehr viel los und man einigte sich auf remis. Ich konnte durch Damenfang gewinnen und bei Jörg rächte sich die Unterentwicklung seines Gegners. 2,5 zu 0,5 – so weit, so gut. Alles sah nach einem lockeren Sieg für uns aus. Petzi war wie immer gut aus der Eröffnung gekommen, allerdings verschwand sein Plusgleich langsam aber sicher: remis. Jakob hielt das Zentrum fest im Griff, doch seinem Gegner gelang es langsam alle Figuren abzutauschen, sodass auch diese Partie remis endete.

Es liefen also noch drei Partien und wir brauchten noch einen Punkt zum Sieg. Doch alle drei Partien entwickelten sich zunehmend ungünstig. Ilja hatte eine sehr gedrückte Stellung, voller Zugzwangmotive. Er kämpfte noch weit über den Punkt hinaus, an dem die Stellung völlig verloren war, trotz zwischenzeitlicher Verbesserung waren seine Mühen aber vergebens. Es spielten also noch Jochen und Julian. Mindestens ein halber Punkt musste her und zumindest bei Julian gab es keinen Grund, warum es den nicht geben sollte, während Jochen seit geraumer Zeit mit einem kleinen Nachteil zu kämpfen hatte.

Doch dann fiel Julian dem berüchtigten 40. Zug zum Opfer und aus seiner leicht besseren Remisstellung wurde eine leicht schlechtere. Das entstehende Turmendspiel war immer noch remis, doch die Verteidigung wurde immer schwieriger, sodass Julian am Ende verlor. Julian war untröstlich und nahm die Niederlage im Kampf allein auf seine Kappe. Dazu sollte angemerkt werden, dass man mindestens 5 Leute braucht, um einen Mannschaftskampf zu verlieren (Kopf hoch).

Nur bei Jochen hieß es: spielt noch. Doch auch ich konnte nicht schönreden, was an diesem Brett passierte. Bei knapper werdender Zeit versuchte Jochen seinen König in Sicherheit zu bringen, was sein Gegner aber ausnutzte, um einen Bauern mitzunehmen und in ein Endspiel abzuwickeln, in dem Jochens König zu weit weg vom Freibauern stand.

Wir hatten also drei Partien und damit den Kampf verloren. Vor allem wenn man die Zwischenstände betrachtet, war dieses Ergebnis unnötig und bitter.

(Max Borgmeyer)

↑
↓
3. Runde
15.11.2015 Schachfreunde Schwerin 2 Königsspringer Hamburg 3 : 5
11:00 Uhr, Vereinslokal, Lübecker Str. 57, 19053 Schwerin

1 Hannes Knuth Jakob Pfreundt ½ : ½
2 Arvid Grahl Ilja Rosmann ½ : ½
3 Steffen Rittemann Dr. Jan Peter Schmidt ½ : ½
4 Wilfried Heinsohn Clemens Harder ½ : ½
5 Gunnar Kross Max Borgmeyer 0 : 1
6 Rainer Röhl Dr. Jörg Lampe ½ : ½
7 Wolfgang Westphal Eugen Raider 0 : 1
8 Dieter Hasselmann Alexander Spät ½ : ½

15.11.2015 SV Bargteheide SC Diogenes Hamburg 3 : 5
15.11.2015 SK Johanneum Eppendorf Hamburger SK 3 :
15.11.2015 SK Marmstorf SG Turm Kiel :
15.11.2015 Lübecker SV FC St. Pauli 2 : 6

5:3‑Sieg dank der jungen Wilden

Zum Auswärtskampf nach Schwerin reisten wir mit der wahrscheinlich jüngsten KSH‑1‑Mannschaft aller Zeiten an. Nach Absagen von Frank und Julian (Guido schon gar nicht mehr mitgezählt) hatte der arme Max die komplette Liste abtelefonieren müssen, bis er schließlich Alex und Eugen rekrutieren konnte. In seinem ersten Jahr als MF muss Max sich vorkommen wie ein Geschäftsführer, der bei einem scheinbar kerngesunden Unternehmen angeheuert hat und kurze Zeit nach Arbeitsbeginn feststellen muss, dass die Bilanzen gefälscht waren und der Laden kurz vor der Pleite steht. Großes Lob für Max, wie er den schwierigen Job bisher gemeistert hat! Sehr schade ist hingegen, dass aus der langen Liste der gemeldeten Spieler fast niemand ans Brett zu bekommen war. Dass unsere Nachwuchsspieler dadurch die Chance bekommen, ist natürlich schön, aber zu sehen, welch niedrigen Stellenwert die erste Mannschaft für viele hat, dürfte für sie nicht gerade motivierend sein.

Dass wir auswärts spielten, hatte immerhin einen Vorteil: Sobald Eugen und Alex in den Autos saßen, konnten wir sicher sein, dass sie rechtzeitig am Brett sein würden (bzw. überhaupt anwesend wären). Eugen erfüllte auch schachlich alle Erwartungen. Mittels einer frankensteinartigen Kreuzung aus sizilianischem Flügelgambit und Königsgambit gelang es ihm innerhalb von nur zehn Zügen, zwei Bauern zu opfern, seinen König nach f2 zu stellen und eine halboffene h‑Linie zu bekommen. Nomaaal Digger! Der Gegner war offenkundig mental nicht darauf vorbereitet, in der Oberliga mit einer solchen – ich will mal sagen – Schachauffassung konfrontiert zu werden. Er muss sich gefühlt haben wie ein Fußballer, der zu spät merkt, dass heute Rugby gespielt wird. Die Partie wurde so zu einer sehr einseitigen Angelegenheit. Eugen‑Schach goes Oberliga!

Noch früher endete die Partie von unserem Neu‑Berliner Ilja. Er sah sich im Nimzoinder mit der äußerst seltenen Nebenvariante 4. Dc2 konfrontiert und versank bald in tiefes Nachdenken. Er konnte seine eigene Partie aus der Vorsaison im 6. Zug verbessern, viel weiter war die Analyse allerdings offenbar nicht gegangen. Bei diesem Tempo der Weiterentwicklung dürfte Iljas Nimzo‑Repertoire spätestens in fünf Jahren wasserdicht sein. Ergebnis der beiderseits sehr akkuraten Vorbereitung war jedenfalls ein baldiger Remisschluss, was Ilja erlaubte, Klausuren zu korrigieren. Wir können sehr froh sein, dass er die weiten Fahrten von Berlin auf sich nimmt, noch ein Ausfall eines Stammspielers wäre nicht zu verkraften.

Ein solides Schwarzremis holte auch Clemens, der erneut bewies, dass mit 1. e4 gegen ihn nicht viel zu holen ist. Vielleicht hätte Clemens mit seinem Läuferpärsch auch einen Tacken ambitionierter spielen können, aber für die Mannschaft war die Punkteteilung völlig in Ordnung.

Unseren zweiten Sieg holte Max, wie sollte es anders sein. Aus einer ruhigen Stellung heraus überfuhr er seinen Gegner regelrecht, Läuferopfer auf h7 und Königsjagd inklusive. Bei Max stehen nun 3/3 zu Buche, was angesichts seines stressigen Jobs als MF umso beeindruckender ist.

Ein sehr ordentliches Remis holte Alex, der im Franzosen die frühe Initiative seines Gegners schön mit einem Bauernopfer gekontert hatte (das der Gegner wohl zu Recht ablehnte). Wie bei Clemens wäre ein Weiterspielen durchaus möglich gewesen, aber im Hinblick auf den Zwischenstand nicht nötig.

Dass es plötzlich doch noch eng wurde, lag auch an mir. Eingelullt durch die schwache Eröffnungsbehandlung meines Gegners, fing ich an, planlos zu spielen. Als sich die Partie langsam zu drehen begann, gab mein Gegner mir freundlicherweise noch eine Chance und bot remis an. Weil ich immer noch meinte, ihn bestrafen zu müssen, lehnte ich ab, was weder stellungsgemäß noch mannschaftsdienlich war. Nach wilden taktischen Verwicklungen landete ich in einem hundsmiserablen Endspiel mit schlechtem Läufer gegen Springer und Minusbauer obendrein (immerhin war mein Läufer dadurch nicht ganz so schlecht).

Eine weitere Niederlage drohte derweil an Brett 1 bei Jakob. Er hatte, wie es mittlerweile seine Spezialität ist, mit Weiß einen mikroskopischen Vorteil angestrebt, der dieses Mal allerdings selbst mit dem Hubble‑Space‑Teleskop kaum zu entdecken gewesen wäre. Später fing Jakob an, seine Stellung zu überziehen und steuerte in ein wohl verlorenes Turmendspiel. Drohten wir den Kampf nun sogar noch zu vergeigen? Das hing auch von Jörgs Partie ab. Er hatte in der Eröffnung seinen Tarrasch mit Stonewall‑Elementen angereichert, um auf den zahmen Colle‑Aufbau seines Gegners ein bisschen Druck auszuüben. Spätestens nach einem fragwürdigen Springermanöver war allerdings klar, dass das Experiment schief gegangen war. Da Jörg zudem wie üblich knapp an Zeit war, mussten wir sogar befürchten, den Kampf nach 2:0 sogar noch zu verlieren.

Nun wurden aber noch mal alle Reserven mobilisiert: Jörg nutzte eine taktische Gelegenheit, um Dauerschach zu geben und damit zumindest das 4:4 zu sichern. Anschließend zauberte Jakob noch einen Fopp aufs Brett und entwischte seinem sichtlich verärgerten Gegner ins Remis. Feuerprobe an Brett 1 bestanden, würde ich sagen! Mir fiel dadurch ein riesiger Stein vom Herzen, kam es doch nun auf meine Partie nicht mehr an. Wie durch ein Wunder holte ich auch noch ein Remis und besiegelte den 5:3 Endstand. Vielleicht war hier nach den beiden unglücklichen Endspielniederlagen von Jule und Jochen (spielt noch, aber nicht mehr Erste) beim letzten Kampf höhere Gerechtigkeit im Spiel.

Die Rückfahrt verging dank Eugen, der seine neueste Story zum Besten gab, wie im Fluge. Er hat nämlich kürzlich in Hamburg einen ehemaligen Weltmeister getroffen und im Blitzen 50 % gegen ihn geholt. Wer es war und wo die unerhörte Begebenheit sich zutrug, wird hier nicht verraten, der WM will verständlicherweise weiter inkognito bleiben.

(Jan Peter Schmidt)

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4. Runde
13.12.2015 SC Diogenes Hamburg Königsspringer Hamburg 4 : 4
11:00 Uhr, Altentagesstätte der LAB‑Gemeinschaft Hamm, Fahrenkamp 27, 20535 Hamburg

1 Dr. Markus Hochgräfe Frank Lamprecht 1 : 0
2 Fabian Schulenburg Julian Zimmermann ½ : ½
3 Roman Korba Jakob Pfreundt 1 : 0
4 Torben Schulenburg Ilja Rosmann ½ : ½
5 Dominik Müller Dr. Jan Peter Schmidt 0 : 1
6 Stefan Gottuk Max Borgmeyer 0 : 1
7 Christian Laqua Guido Stanau 1 : 0
8 Thomas Rieling Markus Langmann 0 : 1

13.12.2015 FC St. Pauli Schachfreunde Schwerin 2 5 : 3
13.12.2015 SG Turm Kiel Lübecker SV :
13.12.2015 Hamburger SK 3 SK Marmstorf :
13.12.2015 SV Bargteheide SK Johanneum Eppendorf :

Knapp am Sieg vorbeigeschrammt

Gegen die in der Tabelle einen Punkt vor uns stehende Mannschaft von Diogenes mussten wir zwar auf Jörg und Clemens verzichten, konnten dafür aber endlich mal wieder die Nummern 1–5 an die Bretter bringen. Zudem kehrte der Weltreisende und australische Spitzentrainer Guido ins Team zurück, und die Zweite hatte uns freundlicherweise ihren Topscorer Laxxmann ausgeliehen. Da gibt’s wirklich nix zu meckern!

Jule kränkelte leider, und da er sich auch in seinem Najdorf nicht wohl fühlte, machte er schnell Remis. Gute Besserung!

Ilja schrieb unterdessen seine »Nimzoindisch gegen das seltene 4. Dc2«‑Saga fort. Nach 4. … c5 5. dxc5 verzichtete er auf seinen bisherigen Standardzug 5. … Lxc5 und packte das schärfere 5. … Sa6 aus. Die Partie endete bald remis, was als höchst zufriedenstellendes Ergebnis betrachtet werden musste, eingedenk der Tatsachen, dass a) die Variante nicht besonders gut ist, b) Ilja sie offenbar nur zwei Züge weit kannte, während c) der Gegner sie sich genauestens angeschaut hatte, und zwar »mit dem PC« (Originalton). Punkt c) war dadurch zu erklären, dass Iljas Gegner sich auch auf mich vorbereitet hatte und ich – im Gegensatz zu Ilja – die Variante mit 5. … Sa6 früher häufiger gespielt habe (heute hätte ich sie dagegen nicht gebracht, da ich mittlerweile von ihrer Fragwürdigkeit überzeugt bin). Wir sind jedenfalls sehr gespannt auf die nächste Folge von »Nimzoindisch mit Ilja« ;-)

Laxxmann an acht spielte mit der Zuversicht eines Mannes, bei dem es einfach läuft, jedenfalls schachlich. Er verleitete den Gegner dazu, ihm auf f6 einen Doppelbauern zu verpassen, im Gegenzug bekam Markus die halboffene g‑Linie und – noch wichtiger – ein furioses Läuferpaar, das den weißen König von b7 und c5 aus ins Visier nahm. Wenig später krachte auch schon ein schwarzer Turm auf g3 rein und es hieß 0:1, bzw. 4/4 für Laxxmanns Saisonbilanz. Manchmal ist Schach so einfach. Laxxmanns Fazit seines ersten Oberligaeinsatzes war vermutlich, dass in dieser Klasse auch nur mit ganz lauwarmem Wasser gekocht wird.

Frank kam dafür an eins gegen Hochgräfe trotz extrem ruhiger Eröffnung (symmetrischer Willie‑Aufbau!) und frühem Damentausch mit Weiß fürchterlich unter die Räder. Er blieb mit dem König im Zentrum stecken, und als sein Gegner ein hübsches Quallenopfer brachte, um die Stellung zu öffnen, konnten Frank auch seine berühmten Verteidigungskünste nicht mehr retten.

Meine Partie lief zunächst so, wie in den beiden vorangehenden Runden, d. h. ich spielte wieder mit Weiß, erlangte wieder bequemen Vorteil, während mein Gegner wieder große Mengen an Zeit verbrauchte. Ich war innerlich allerdings darauf eingestellt, dass sich die bekannten Muster auch im Weiteren wiederholen würden, sprich: ich erst meinen Vorteil aus der Hand geben und anschließend ums Remis kämpfen würde. Wundersamerweise konnte ich dieses Mal aber den Vorteil festhalten und den ganzen Punkt einfahren, sodass wir wieder in Führung gingen.

Nun spielten noch die drei Youngster Jakob, Max und Guido, und ihre Stellungen gaben genügend her, um mindestens auf ein 4:4 zu hoffen. Guido, der zwischenzeitlich sogar remis abgelehnt hatte, übersah leider ein Springeropfer auf f3 und musste die Dame spucken. Die Stellung war zwar danach nicht völlig chancenlos, aber bei extrem knapper Zeit konnte Guido sie nicht halten.

Max hatte in der Eröffnung zwei Varianten miteinander verwechselt und war etwas unter Druck geraten, doch tat sein Gegner ihm den Gefallen, alle Leichtfiguren abzutauschen, wonach Max im Schwerfigurenendspiel die Initiative hatte. Eine Reihe starker Manöver brachte ihm ein Doppelturmendspiel mit Mehrbauern ein, in dem Max zeigen konnte, dass das kürzliche Endspieltraining mit Jule (seines Zeichens Endspiel‑Mästre a. D.) nicht vergebens war. Damit steht Max wie Markus bei bärigen 4/4.

Jakobs Partie musste nun die Entscheidung bringen. Er schien im Mittelspiel etwas Vorteil zu haben, aber in der ersten Zeitnotphase wendete sich das Blatt, als die lange Zeit deplatziert am Königsflügel stehenden Figuren seines Gegners plötzlich zum Leben erwachten. Jakob verteidigte sich wie immer zäh und konnte sich noch ins Turmendspiel retten, das letztlich aber hoffnungslos war. Damit war nicht nur der Sieg dahin, sondern leider auch Jakobs Serie von ca. 15 Oberligapartien ohne Niederlage gerissen.

Mit dem 4:4 gegen einen starken Gegner können wir natürlich leben, aber so knapp vor dem 4,5 gestanden zu haben, bedeutet natürlich doch eine gewisse Enttäuschung. Als heitere Note am Schluss ist immerhin noch zu erwähnen, dass Eugen heute zwar nicht dabei war, sein Name im Analyseraum aber trotzdem ehrfurchtsvoll genannt wurde. Sein Auftritt in der vorangegangenen Runde scheint derart furchteinflößend gewesen zu sein, dass die Gegner anfangen, sich auf ihn vorzubereiten (so jedenfalls ein Spieler von Diogenes). Unsere Reaktion kann man sich gut vorstellen. Es scheint mir jedenfalls richtig, dass wir von der Spezialwaffe Eugen auch weiterhin nur in besonderen Fällen Gebrauch machen, damit wir unberechenbar bleiben.

(Jan Peter Schmidt)

↑
↓
5. Runde
17.01.2016 Königsspringer Hamburg FC St. Pauli 3 : 5
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Monika Socko 0 : 1
2 Julian Zimmermann Aljoscha Feuerstack ½ : ½
3 Jakob Pfreundt Martin Voigt 0 : 1
4 Ilja Rosmann Rüdiger Breyther 1 : 0
5 Dr. Jan Peter Schmidt Patrick Stenner 0 : 1
6 Clemens Harder Alvaro Perez de Miguel ½ : ½
7 Max Borgmeyer Christian Hess ½ : ½
8 Dr. Jörg Lampe Andreas Mitscherling ½ : ½

17.01.2016 SK Johanneum Eppendorf SC Diogenes Hamburg 2 : 6
17.01.2016 SK Marmstorf SV Bargteheide :
17.01.2016 Lübecker SV Hamburger SK 3 :
17.01.2016 Schachfreunde Schwerin 2 SG Turm Kiel 2 : 6

Langer Kampf gegen Kiez‑Klötzchenschieber

Letzten Sonntag ging es zu Hause gegen die erste Mannschaft von St. Pauli. Dies scheint der Club mit der höchsten Ex‑Königsspringer‑Dichte zu sein. So gab es auch ein paar nette KSH gegen ex‑KSH Duelle an Brett 5 (Petzi gegen den ex‑kurz‑KSHler Stenner) und an 7 (Clash of generations Max gegen unseren guten alten Jungsenior Christian Hess). Pauli hat eisenhart mit 1–8 aufgestellt, was mir an Brett 8 immerhin noch FM Mitscherling bescherte. Dass ich selber an 8 gespielt habe bedeutet zum einen, dass ich nicht mehr so streng bin wie früher, aber dass wir trotzdem auch nicht sooo schlecht aufgestellt sein konnten: Sieht man von Carli ab, waren das auch unsere 1–8.

Vom Kampf habe ich eine ganze Menge mitbekommen, da bei mir an 8 ziemlich bald nix, aber auch gar nix, mehr los war. Ein großes Abgetausche im Rubinstein‑Franzosen führte zielsicher in ein remisiges Endspiel, was Mitscherling seinen fünften halben Punkt bescherte. Der Rechner meint zwar, dass da zwischendurch was kleines drin war, aber gesehen hat es keiner.

An Brett 1 durfte Frank gegen GM Monika Socko ran, und landete alsbald in einem etwas schlechteren Endspiel bzw. damenlosen Mittelspiel, je nachdem wie man das nun definieren möchte, wobei es ›damenlos‹ bei Monika auch nicht ganz trifft. Also, eine schwierige, aber evtl. machbare Aufgabe für Frank. Jule an 2 steckte gegen Feuerstack eine Menge Zeit ins Geschäft und schien mit Weiß gegen den Sizilianer von Aljoscha nicht so recht was zu haben, da rollten zwar eine Menge Bauern auf dem Königsflügel los, aber sie wussten noch nicht so recht wohin. Jakob hatte es an Brett 3 mit dem starken Martin Voigt zu tun. In einer Vierspringerspiel‑Hauptvariante geriet Jakob unter Druck und büßte einen Bauern ein. Würde mich nicht wundern, wenn das bis dahin alles Theorie war, aber in der Variante schien Voigt ein wenig firmer zu sein. An 4 hatte Ilja gegen Breyther eine merkwürdige Stellung erreicht, der einige Geheimnisse erst in späterer Analyse entlockt werden konnten. So gab es einen überraschenden Damenfang, der keiner war, der gekontert wurde durch einen Bauerngewinn, der keiner war, aber letztlich doch so von beiden so erkannt und gespielt wurde. Daher hatte Ilja erstmal einen netten Mehrbauern. Petsi an Brett 5 hatte es wie eingangs erwähnt mit Patrick Stenner zu tun, und die Stellung gab auch wirklich einiges her. Ich hatte das Gefühl, dass Petsi recht streng gespielt hat und Stenner dazu verleitet hat mit seinem Springer auf f7 einzusteigen, und dann später eine Figur für Angriff zu geben, wobei die Kompensation aber nicht ausreichen sollte. Insofern sah alles so aus, als verliefe sich die Sache im Sande und Petsi geht mit einem saftigen Materialplus aus der Nummer heraus. An Brett 6 spielte Clemens alias Clemo gegen den Spanier Perez de Miguel, sah alles sehr solide aus, Clemens hat Raumvorteil, der Gegner das Läuferpaar. An Brett 7 sah Max gegen Christian jedoch alles andere als solide aus. Christian hatte es geschafft, Max in eine seiner Christian‑Stellungen zu bringen, in der man als Schwarzer schon mal gerne durchdreht. So auch geschehen in dieser Partie, und Max stand quasi zurechtgestellt mit dem Rücken zur Wand, aber die Stellung war auch zunehmend taktischer geworden, sodass hier eventuell noch nicht alles verloren war.

Frank an 1 musste nach zäher Verteidigung dennoch die Segel streichen, bescherte Socko aber immerhin noch ein schönes »Socko setzt matt« für die Ahnengalerie. Feuerstack hatte Jule wohl schon fast im Sack, stellte dann aber eine Qualle ein, sodass er eher bei Jule im Sack war. Das Zeitnotduell dieser beiden starken Blitzer mit anzusehen, war auch nichts für schwache Nerven. (Mit dabei die folgende »oh, ich habe nur noch zwei Sekunden«‑Situation: schnell einen Zug machen, ein, zwei Figuren umschmeißen und nach dem Drücken wieder bei 31 Sekunden sein … gefühlt waren das auch eher aufgerundete 30,01 Sekunden.) Naja, dabei ging die Qualle zurück an Feuerstack und es wurde ein ungleichfarbiges Turm‑Läufer‑Endspiel, wo noch länger von Jule gedrückt wurde, aber letztendlich wurde sich in die Punkteteilung gefügt. An Brett 3 konnte Jakob ein wenig von seinen Verteidigungskünsten zeigen, das Turm‑Läufer‑Endspiel mit Bauern weniger sah zunächst auch haltbar aus, aber letztendlich musste er auch die Waffen strecken. An 4 konnte Ilja erfreulicherweise seinen Mehrbauern in eine Mehrstellung verwandeln und den ganzen Punkt einfahren. An Brett 5 geschahen sehr merkwürdige Dinge, ich mag mich irren, aber es sah so aus, als kippte die Stellung von Petsi von einem dicken −+ mit einem Zug direkt in ein dickes +−, für mein Gefühl hatte sich Stenner einfach einen Turm ergaunert, der ihm eigentlich nicht zustand. Danach sah die Stellung mausgrau aus und nach weiterer langer Verteidigung musste sich Petsi geschlagen geben. Bei Clemens an 6 ist der beiderseitig solide Spielverlauf in ein folgerichtiges Unentschieden gemündet. Max an Brett 7 hat durch seine überaus große Zähigkeit Hess noch einen halben Punkt abgenommen. Irgendwie konnte Max seine verlorene Stellung in ein schlechtes Turmendspiel retten und Dank guten Trainings konnte er dem Ausspruch »alle Turmendspiele sind remis« noch eines hinzufügen, eine starke kämpferische Leistung.

Leider am Ende nur ein 3:5, wäre mehr drin gewesen? Ja, vielleicht schon, aber man muss zugeben, an dem Sonntag auch nicht wirklich viel mehr, dafür sind 1–3 bei Pauli zu hart gewesen und 7 und 8 bei uns konnten (diesmal) nicht beißen.

(Jörg Lampe)

↑
↓
6. Runde
31.01.2016 SG Turm Kiel Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, Gastronomiebetrieb »Zur Sportklause«, Eichkoppelweg 24, 24119 Kronshagen

1 Jacek Stopa Julian Zimmermann 1 : 0
2 Klaus Berg Jakob Pfreundt ½ : ½
3 Mads Boe Ilja Rosmann 0 : 1
4 Dr. Ralph Junge Dr. Jan Peter Schmidt 1 : 0
5 Matthias Budzyn Clemens Harder 0 : 1
6 Rolf Luckow Max Borgmeyer 1 : 0
7 Thomas Böhm Dr. Jörg Lampe 1 : 0
8 Filip Boe Olsen Guido Stanau 1 : 0

31.01.2016 SC Diogenes Hamburg FC St. Pauli 3 : 5
31.01.2016 Hamburger SK 3 Schachfreunde Schwerin 2 :
31.01.2016 SV Bargteheide Lübecker SV :
31.01.2016 SK Johanneum Eppendorf SK Marmstorf :

Zu Gast bei dem Tabellenführer

Und wieder ging es gegen Kiel. In den vergangenen Spielzeiten war das meist ein Schlussrundenkampf, fand dieser jetzt in der 6. Runde statt. Die Anreise gestaltete sich als unkompliziert – der Mannschaftsführer hatte auf dem rasanten Weg noch eine gute Idee, ins blaue Heft nach der richtigen Adresse zu schauen. Zum Glück wurde im »Mannschaftsführerauto« schnell geschaltet, und das im doppelten Sinne: Bevor das zweite Auto die Autobahn verlassen musste, wurde die richtige Adresse per Fernsprecher an Clemens weitergegeben, die er dankenswerterweise als Beifahrer in meinem Navi auch schnell erfasste. Gleichzeitig wären immerhin 120 Euro und 1 Punkt fällig. Andererseits: Auf dem Rückweg hätten wir uns sicherlich über einen Punkt gefreut …

Die neue Lokation befand sich in einer Gaststätte, wodurch das Verspeisen mitgebrachter Getränke freundlich untersagt war. Als Ausgleich wurden jedoch für alle Spieler leckere belegte Brötchen zur Verfügung gestellt. Sie waren zwar nicht umsonst, aber für uns kostenfrei.

Keinen Ausgleich gab es für die relativ schlechten Lichtverhältnisse und nach zwei Stunden Spielzeit schlechte Luft – dies galt für die Kieler ebenfalls.

Ohne Frank waren die Kieler klar favorisiert, und so musste Julian an 1 gegen GM Stopa kämpfen. Der Verlauf dieses Spieles erinnerte mich an die Fußballspiele zwischen NN und FC Barcelona. Für NN gibt es ja zwei Optionen – kontrolliertes Spielen aus der Defensive heraus oder offensives Mitspielen. Wenn man jedoch zwei Mal nicht aufpasst, steht es schon 0:2. Julian spielte mit. Dafür lieben wir ihn auch. Und er hat gefühlte 1,5 Mal nicht aufgepasst. Dabei hat der Onkel Philidor sogar einmal geschmunzelt, s. Diagramm:

Julian Zimmermann – Jacek Stopa










Stellung nach 3. … e5

Hier hätte Weiß das Endspiel nach 4. de de 5. Dd8+ Kd8 spielen können, was aber vielleicht etwas langweilig ist und Zeit kostet, sich in die Feinheiten dieses Endspieles einzuarbeiten. Nach 4. Sf3 Sbd7 hat der Onkel Philidor knallhart zugebissen.

Dass die Zeitinvestitionen manchmal etwas bringen, konnte ich an diesem Tag beweisen: 1 Stunde und 37 Minuten für die ersten 20 Züge lesen sich dramatisch, andererseits war die schwarze Stellung nach 21. Lf6! nicht mehr zu halten. Es kostet eben Zeit, mit eingerosteten Gehirnzellen qualitativ hochwertige Züge aufs Brett zu bringen, die den Gegner vor Probleme und unbequeme Wahlmöglichkeiten stellen.

Ilja Rosmann – Mads Boe










Stellung nach 21. Lf6!

Da ich diesmal Weiß hatte, konnte die »Weiterentwicklung« des Klassischen Systems (4. Dc2) in der Nimzo‑Indischen Verteidigung vorerst nicht weitergeführt werden. Dafür konnten wir dem Großen Kenner Jan zuschauen, wie er diese Eröffnung behandelt. Und das hat sich sehen lassen:

Dr. Ralph Junge – Dr. Jan Peter Schmidt










Stellung nach 12. 0‑0‑0?!

Bereits beim Betrachten der klassischen Kriterien der Stellungsbewertung, nämlich

  1. Material
  2. unmittelbare Drohungen
  3. Lage der Könige
  4. Kontrolle von offenen Linien
  5. Bauernstruktur
  6. Zentrum und Raum
  7. Entwicklung und Anordnung der Figuren

wurde vielen von uns klar, dass es ziemlich gut für Schwarz sein muss. Tatsächlich pendelt der Rechner um −0,7, was uns nach 12 Zügen sehr optimistisch stimmte. Nun gelang es Jan leider nicht, den Gegner vor große Problemen zu stellen und langsam drehte sich die Stellung. Am Ende waren Turm und Läufer in Kombination mit dem entfernten Freibauern dem schwarzen Turm und Springer überlegen. Das vom Gegner herbeigeführte Turmendspiel war erstaunlicherweise einen Zug lang remis – wenn man daran glaubt und mit frischem Kopf rechnet – danach leider nicht mehr.

Jakob spielte sehr solide mit Schwarz – sein Gegenüber bemühte sich nach Kräften, sah aber kein Durchkommen. Clemens gewann als Erster – vermutlich typische Clemens‑ich‑mach‑dich‑platt‑mit‑Weiß‑Partie, leider habe ich da nichts mitbekommen. Ich bin gespannt auf die Rundmail von Kohlstädt. Max quittierte seine erste Niederlage und stellte fest, dass nicht immer Tricks zu einem Punkt führen, und dass im Mittelspiel Läufer und Springer einem Turm vorzuziehen sind. Jörg spielte eine verrückte Partie, die in ein Leichtfigurenendspiel mündete. Allerdings hatte er eine Figur weniger, dafür jedoch drei Bauern, in etwa so:

Dr. Jörg Lampe – Thomas Böhm










Wie leicht zu erkennen, ist die eingeschränkte Mobilität der weißen Steine hier ausschlaggebend. Trotz zäher Verteidigung konnte kein halber Punkt gerettet werden.

Guido lieferte erst ein positionelles, dann ein taktisches Geplänkel mit dem Sohn meines Gegners, welches nach überstandener Zeitkontrolle in einem trostlosen Endspiel mit zwei Bauern weniger endete. Zusammenfassend geht die Niederlage absolut in Ordnung, auch wenn’s weh tut und mehr drin war.

(Ilja Rosmann)

↑
↓
7. Runde
21.02.2016 Königsspringer Hamburg Hamburger SK 3 3 : 5
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Bardhyl Uksini ½ : ½
2 Jakob Pfreundt Björn Bente ½ : ½
3 Ilja Rosmann Markus Lindinger ½ : ½
4 Clemens Harder Matthias Bach 1 : 0
5 Max Borgmeyer Derek Gaede ½ : ½
6 Dr. Jörg Lampe Lars Hinrichs 0 : 1
7 Markus Langmann Norbert Schumacher 0 : 1
8 Eugen Raider David‑Geffrey Meier : +

21.02.2016 SK Marmstorf SC Diogenes Hamburg 4 : 4
21.02.2016 Lübecker SV SK Johanneum Eppendorf 6 : 2
21.02.2016 Schachfreunde Schwerin 2 SV Bargteheide :
21.02.2016 FC St. Pauli SG Turm Kiel 3 : 5
↑
↓
8. Runde
13.03.2016 SV Bargteheide Königsspringer Hamburg 3 : 5
11:00 Uhr, Ganztagszentrum, Am Markt 2, 22941 Bargteheide

1 Jonah Krause Dr. Carl‑Christian Buhr ½ : ½
2 Bjarne Light Julian Zimmermann ½ : ½
3 Jens Wolter Jakob Pfreundt 0 : 1
4 Thorsten Kittler Dr. Jan Peter Schmidt ½ : ½
5 Klaus Peterwitz Clemens Harder ½ : ½
6 Hartmut Porth Max Borgmeyer ½ : ½
7 Michael zum Felde Dr. Jörg Lampe 0 : 1
8 Matthias Thanisch Guido Stanau ½ : ½

13.03.2016 SC Diogenes Hamburg SG Turm Kiel :
13.03.2016 Hamburger SK 3 FC St. Pauli 3 : 5
13.03.2016 SK Johanneum Eppendorf Schachfreunde Schwerin 2 :
13.03.2016 SK Marmstorf Lübecker SV 4 : 4

Abstiegsk(r)ampf in Bargteheide

Nach zuletzt 4 sieglosen Kämpfen (gegen allerdings auch starke Gegner) befinden wir uns nahe der Abstiegsränge, ebenso wie unser Gegner Bargteheide. Um ein Endspiel in der letzten Runde zu vermeiden, wäre daher ein Sieg nötig, oder zumindest ein Unentschieden, um die Nerven etwas zu beruhigen.

Personell war wie immer alles knapp. Frank und Ilja konnten nicht und Jakob und Guido weilten auf der Endrunde. Teamchef Max Bo setzte alle verfügbaren Hebel in Bewegung, sodass nach längerer Planungsphase Carli, Jakob und Guido aufliefen! Euch Dreien an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für Euren Einsatz! Frohen Mutes fuhren wir also los.

Die erste böse Überraschung erwartete mich, als ich mich ans Brett setzte und feststellen musste, dass ich mich mit der falschen Farbe vorbereitet hatte. Zur Belohnung bekam ich auch noch ein ekliges Englisch‑Kraut vorgesetzt. Zum Glück sah es sonst recht erfreulich aus. Jakob bekam aus der Eröffnung ein dickes Endspiel und auch bei Petzi, Jörg und Clemo sah es ganz gut aus. Guido hingegen spielte nur die zweitbeste Variante und stand schnell einfach nur schäbig und musste eine Qualle für nix spucken. Carli stand wohl erst schlechter, dann besser und dann war es totremis. Jakob gewann unterdessen ziemlich relax, auch wenn das Endspiel nicht 100 % souverän wirkte.

Mein Gegner machte ein bisschen Mini‑Druck, aber eigentlich war nix los. Auch bei Max sollte nix los sein, während Clemo und Jörg fette Stellungen hatten. Ich malte mir mit einem Remis bei mir schonmal lockere 5–6 Punkte aus, aber es kam mal wieder anders: Petzi übersah einen Zwischenzug des Gegners, sodass er 2 Tempi einstellte und seinen Vorteil einbüßte. Da kam ihm das Remisangebot gerade recht. Max kam in ein schlechtes Endspiel und Clemo stellte seinen Vorteil weg.

Während bei mir die Zeit knapper wurde und ich Gespenster bei mir sah, opferte Jörg einen Turm. Den klaren Gewinnweg, den ich im Vorbeigehen sah, ließ er aber aus, um bei knapper Zeit einen sehenswerten studienartigen Gewinn auszupacken. Dass er wirklich gewann, war mir nicht klar, aber die Analyse zeigte, dass alles ging. Ich konnte den leichten Druck abschütteln und remisieren.

Nach der Zeitnot hatten wir 3,5 Punkte und 1 verlorenes, 1 sehr schlechtes und ein schlechteres Endspiel auf dem Brett. Sollten wir etwa verlieren? Clemo, dessen a‑Freibauer noch nicht so weit vorne war, wie der gegnerische d‑Freibauer, bot remis an. Der Gegner wartetete und wartetete und wartete, was an den anderen Brettern passierte und nahm schließlich an.

Was passierte denn nun an den anderen Brettern? Guido hatte einfach immer noch Qualle weniger, aber wenigstens einen Springer, der ab und zu mal was drohte. Max wurde geknetet und mir schien es, dass das Endspiel nicht zu halten war. Guidos Gegner verlor irgendwann die Nerven und gab die Qualle zurück. Das enstehende Turmendspiel war dann remis. Auch Max konnte irgendwie die Stellung noch halten, aber der Gegner hätte sicherlich genauer spielen können.

Harter Kampf. 5:3. Keine Verlustpartie. Klassenerhalt.

(Julian Zimmermann)

↑
↓
9. Runde
10.04.2016 Königsspringer Hamburg SK Johanneum Eppendorf :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Wesal Moshtael 1 : 0
2 Julian Zimmermann Christoph Schröder 0 : 1
3 Jakob Pfreundt Rüdiger Zart ½ : ½
4 Ilja Rosmann Frank Behrhorst ½ : ½
5 Dr. Jan Peter Schmidt Hendrik Schüler ½ : ½
6 Max Borgmeyer Martin Fischer 1 : 0
7 Dr. Jörg Lampe Birger Wenzel 1 : 0
8 Guido Stanau Leonard Killgus 0 : 1

10.04.2016 Lübecker SV SC Diogenes Hamburg :
10.04.2016 Schachfreunde Schwerin 2 SK Marmstorf :
10.04.2016 FC St. Pauli SV Bargteheide 4 : 4
10.04.2016 SG Turm Kiel Hamburger SK 3 :

Ein versöhnlicher Abschluss

Nachdem wir im letzten Kampf gegen Bargteheide gewonnen hatten, ging es für uns gegen SKJE zum Glück um nichts mehr. Die SKJEler selbst waren nach einer unglücklichen Saison leider schon abgestiegen, sodass es für sie auch nur noch um einen versöhnlichen Abschluss ging.

Ich war zudem in der günstigen Situation, von 9 Spielern 9 Zusagen zu haben. Damit kann die Zweite in den entscheidenden Kämpfen jetzt aus dem Vollen schöpfen. Viel Erfolg! Bei 3 Spielern war die Zusage allerdings mit einem »wenn’s sein muss« versehen; von diesen durfte Clemens aussetzen. Clemens schließt damit die Saison als einziger Stammspieler ungeschlagen ab. Wenn er Weiß hatte, stand er meistens schnell besser, vor allem Grünfeld scheint gegen ihn nicht ratsam zu sein. Wenn er Schwarz hatte, versuchten seine Gegner es mit 1. e4 und liefen gegen eine Wand.

Ilja spielte hingegen, seine Partie endete aber schnell in einem unspektakulären Remis. Ilja spielte insgesamt 8‑mal, obwohl er immer aus Berlin anreisen musste und spielte trotz allem mit 5 Punkten eine starke Saison.

An Julians Partie war dagegen nichts unspektakulär. Nachdem er gegen den beschleunigten Drachen eine sehr ungewöhnliche Variante wählte, stand er schnell kritisch. Doch dann opferte Julian beherzt drei Bauern, der Gegner verpasste die Möglichkeit zur direkten Bestrafung und so standen Julians Figuren in einer immer noch schlechten Stellung sehr aktiv. Jörgs Gegner war etwas zu spät gekommen. Zu seinem Zeitnachteil gesellte sich bald eine schlechte Stellung und so siegte Jörg in einer Partie, die so schnell zu Ende ging, dass ich dachte, sie wäre remis ausgegangen. Damit fügte er einem starken Saisonbeginn auch einen starken Abschluss hinzu. Probleme hatte Jörg eigentlich nur mit seinem c3‑Sic. Julian machte fast einem unmöglichen Zug. Glücklicherweise stand er in einem Springerschach, sodass er auch jede Figur einmal hätte anfassen können.

Überraschend für einen so unbedeutenden Kampf, kamen gleich zwei Edelfans vorbei. Hauke hatte allerdings einfach einen Termin verwechselt und Michael kam eigentlich nur, um besorgt zu gucken und uns vorzurechnen, wie wir bei einer Niederlage doch noch absteigen konnten. Diese Rechnung enthielt mindestens 10 unwahrscheinliche Ereignisse in diversen Ligen. Wir ließen uns daher nicht verrückt machen und spielten locker weiter.

Guido spielte gegen Leonard Killgus, den er auf der Endrunde noch besiegt hatte. Da Guido aber um 15:00 Uhr arbeiten musste, spielte er in ansonsten lange ausgeglichener Stellung zu schnell und verlor.

Petzi spielte derweil eine Petzi‑Partie: Nach perfekter Anfangsphase stand er mit Schwarz deutlich besser, danach verließen ihn aber leider die Kräfte und er musste sich in ein Remis retten.

Ich machte das genaue Gegenteil. Bisher war ich davon ausgegangen, dass ich genau eine Eröffnung, nämlich Schottisch, zumindest ansatzweise beherrsche. Mein Gegner belehrte mich schnell eines Besseren und ich wurde von 2 verbundenen Freibauern im Zentrum langsam platt geschoben. Ich hatte dagegen nur einen nervigen Springer und einen Freibauern auf a7, der die meiste Zeit hing. Doch am Ende verhalf mir dieser Bauer noch irgendwie zum Sieg. Meine Punktausbeute sieht damit deutlich souveräner aus, als meine eigentliche Leistung.

Jakob kam in einer seltenen Spanisch‑Variante in eine Stellung, die keiner so genau verstand. Nach der Partie wurde vor allem ein ungewöhnliches Springermanöver diskutiert, zu dem ich mir keine Bewertung zutraue. Am Ende ging es auf jeden Fall irgendwie remis aus. Jakob hatte in der Mitte der Saison seine beiden bisher einzigen Niederlagen in der Oberliga einstecken müssen, kam dann aber auch an seinem nun deutlich höheren Brett auf die Erfolgsspur zurück. Wir können uns also langsam wieder daran gewöhnen, dass es bei ihm immer mindestens einen halben Punkt gibt.

Frank hatte bislang eine unglückliche Saison gespielt und saß teilweise deutlich angeschlagen am Brett. Seinem Gegner ging es ähnlich, sodass beide nochmal zeigen wollten, was sie eigentlich können und das merkte man der Partie an. Frank konnte einen Freibauern auf d3 installieren, der aber chronisch schwach war. Wesal gelang es jedoch nicht diesen abzuholen, sodass Frank nach einer starken Partie gewinnen konnte, mit der er trotzdem ein bisschen unzufrieden war.

Julian rettete seine zwischenzeitlich sicherlich verlorene Stellung in ein theoretisches Remisendspiel mit Bauern weniger. Das hätte sein Gegner aber noch stundenlang kneten können. Julian gab dann auf, weil er einfach keine Lust mehr hatte, und wir konnten zum Griechen gehen.

Dort setzten wir uns mit einem Schachbrett hin und gingen nochmal die Partien von Frank und Julian durch. Bei Julian bestätigte sich die allgemeine Vermutung, dass seine Eröffnung sehr unseriös war. Bei Frank stellte sich heraus, dass es sich bei dem schweren Fehler, über den er sich geärgert hatte, um einen Tempoverlust in bereits deutlich besserer Stellung handelte.

Mit zwei Siegen zum Ende kamen wir noch auf den 6. Platz. Es bleibt die Hoffnung, dass wir nächste Saison etwas weiter vorne mitspielen können.

(Max Borgmeyer)

Quelle: Bundesliga‑Ergebnisdienst Hamburg
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/16-ksh1.php
05.07.2017, 12:04 (tr)
 
 
 
 
 
 
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