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Chronik: Archiv
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Schachreise 2015 nach Bad Segeberg
 18. bis 24. Oktober 2015 
Schach am Silbersee

Ich warte am Hauptbahnhof vorm Reisezentrum, Klemmbrett in der Hand, Fahrkarten im Portemonnaie und bereit für die diesjährige Herbstreise. Um 10:15 Uhr treffen dann mehr oder minder zeitgleich die restlichen Teilnehmer ein. Alle 16 sind pünktlich, obwohl der Treffpunkt aufgrund einer Baustelle kurzfristig etwas vorverlegt worden ist. Nach kurzer Verabschiedung geht es los in Richtung Bad Segeberg, dank der Baustelle in der Bummelbahn mit Zwischenhalten in Kupfermühle und Gartenholz. Beim Umsteigen in Bad Oldesloe stellen wir erstaunt fest, dass auch eine Gruppe Schachelschweine in die Bahn steigt. Wie sich herausstellte, hatten sie sogar ebenfalls die Jugendherberge in Bad Segeberg zum Ziel, Sachen gibt’s!

Jedenfalls erreichten wir nach kurzer Orientierungslosigkeit (das passiert, wenn beide Gruppen denken, die anderen wissen schon, wo es lang geht) die Herberge und konnten die erste Mahlzeit in Form von Schnitzel und Kroketten einnehmen. Insgesamt konnte man mit dem Essen sehr zufrieden sein: morgens und mittags solider Jugendherbergsstandard mit einigen Highlights wie Bacon und Kuchen und abends ein reichhaltiges kaltes Buffet mit halben Eiern, Käsewürfeln, Tomate‑Mozzarella‑Kombinationen, Salat und einigem mehr.

Aber nun zum Reiseprogramm: Am Sonntagnachmittag stand nach Ankunft, Essen, Zimmer beziehen und ein paar kurzen Kennenlernspielen eine kleine Erkundungstour durch Bad Segeberg an. Von dem bald einsetzenden Nieselregen ließen wir uns keineswegs entmutigen und machten uns zunächst auf zum großen Segeberger See. Der Aufstieg zum berühmten Kalkberg blieb uns leider verwehrt, sodass wir uns noch eine Weile durch Bad Segeberg‑Downtown schlugen, bevor wir wieder in die warme Herberge einkehrten. Das Abendprogramm bestand dann im traditionellen Spieleabend. Neben dem Evergreen ›Ohne Furcht und Adel‹ erfreuten sich auch ›HalliGalli‹ und ›Blackstories‹ einiger Beliebtheit, während sich Henry und Kay lieber von Baldur Skat erklären ließen.

Nachdem sich alle gut eingelebt hatten, konnte am Montag dann nach dem Frühstück mit dem täglichen Schachtraining begonnen werden, dass bei den »Kleinen« 2,5 Stunden dauerte und sich bei den erfahreneren Teilnehmern über die ganzen 3 Stunden zwischen Frühstück und Mittagessen erstreckte. Jede Trainingsgruppe hatte auf dieser Reise ein eigenes Ziel. Während Max hauptsächlich Endspielgrundlagen vermittelte, legte Baldur den Schwerpunkt dieses Jahr auf exakte Variantenberechnung und Verbindung von taktischen Motiven. Bei mir wurden grundlegende strategische Elemente des Mittel‑ und Endspiels in bunten Mindmaps erarbeitet, an die Marc, Marius und Jan hoffentlich in ihren zukünftigen Partien gelegentlich zurückdenken.

Bei so viel Training darf der körperliche Ausgleich natürlich nicht fehlen. Daher veranstalteten wir am Nachmittag zusammen mit den Schachelschweinen ein Fußballturnier in gemischten Mannschaften, die vorher noch jeweils eine Flagge kreieren und eine Hymne schreiben mussten. Das Wetter spielte zwar mit, doch trotz Sonnenschein glich der Platz durch die Regenfälle der vergangenen Tage eher einer Schlammwüste, sodass nicht wenige Spieler (mich eingeschlossen) unfreiwillig Tuchfühlung mit dem Boden aufnahmen. Folgerichtig begaben sich alle Teilnehmer noch vor dem Abendessen in die Duschen. Frisch gewaschen und gut genährt ging es dann zum Märchenschach, bei dem zahlreiche Ansagen die Partien durcheinanderbrachten. Besonders frenetisch wurde das Ersetzen der Dame durch die Figur ›Elektrogorgo‹ bejubelt. Elektrogorgo, nach dem Vorbild eines Wiener Elektrikers, zieht bis zu drei Felder in eine beliebige Richtung und paralysiert alle angrenzenden gegnerischen Figuren, sodass diese nicht ziehen können.

Am Dienstag wurde der Plan des körperlichen Ausgleichs dann konsequent weiterverfolgt. Nach einer Stunde Training versammelten wir uns zur Wanderung vor der Herberge. Der blaue Himmel schien uns mit Regen zu verschonen und so führte Baldur die Gruppe auf Wanderwegen am großen Segeberger See vorbei in Richtung Klein Rönnau und weiter nach Krems II, wo wir eine Pause bei einem freundlichen Bauern einlegten, der uns sympathisch fand und spontan einlud Gänse anzugucken und Pferde mit Äpfeln zu füttern. Die zweite größere Pause, inklusive Elfentrank und Kinderriegel, gab es dann nach ungefähr zwei Dritteln der Strecke kurz vor Quaal und der Ortsname schien für einige Teilnehmer bereits Programm zu sein. Jan Summers hingegen hatte nach 20 km noch nicht genug und begab sich zusammen mit Baldur und Felix kurz vor der Herberge noch einmal unfreiwillig auf einen kleinen Umweg. Dabei hat er gelernt, dass es gar nicht immer so einfach ist Anführer zu sein. Mit ungefähr 20 Minuten Verspätung trafen aber auch die drei dann in der Herberge ein. Nachdem die Köpfe beim abendlichen Tandemturnier zum Rauchen gebracht worden waren, schliefen zumindest die meisten in dieser Nacht fest.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen des Schachs. Nach dem Frühstück wurde fleißig trainiert und nach dem Mittag wurde ein siebenrundiges Schnellturnier gespielt, bei dem Valentin Samson mit 6/7 als Sieger hervorging. Er hatte zwar gegen Kevin verloren, doch dieser zeigte in einer taktisch geprägten Partie gegen Jan‑Gerrit Nerven und musste sich so mit 5,5 Punkten und Platz zwei begnügen. Am Abend wurde dann endlich Werwolf gespielt. Dies hatten die Teilnehmer (wie jedes Jahr) seit dem ersten Abend konsequent gefordert. Die Einführung des Spezialcharakters ›Elektrogorgo‹, der einen Spieler für eine Runde versteinern kann und an dem sich die Werwölfe den Magen verderben, löste wahre Begeisterungsstürme aus und eröffnete ungeahnte strategische Möglichkeiten.

Donnerstag und Freitag veranstalteten wir nach dem Mittagessen jeweils ein kleines Planspiel, also Spiele bei denen verschiedene kleinere Aufgaben in Gruppen gelöst werden müssen, um am Ende vor den anderen Teams zu landen. Am Donnerstag wurde beim Pantomimen‑Tabu‑Schach der Kreativität freien Lauf gelassen. Sowohl sprachlich als auch pantomimisch galt es Begriffe zu erklären, um sich das Recht auf einen Schachzug am Brett zu verdienen.

Am Freitag hingegen mussten die Mannschaften beim Eiskugelschach zunächst Punkte an Stationen erwerben, die sie beim anschließenden Konditionsschach in Figuren umtauschen konnten.

Am Freitagabend war es dann auch schon Zeit für die Abschlussveranstaltung der Reise, bei der zunächst Gedichte und Bilder, die während der Planspiele entstanden sind, präsentiert wurden und das Mörderspiel aufgelöst wurde. Außerdem wurde der Sieger der Herbstreisenmeisterschaft mit einer aufblasbaren Krone gewürdigt. Kevin Kipke gewann die Gesamtwertung dicht gefolgt von Felix Frings und ist damit, zumindest meiner Erinnerung nach, der erste Herbstreisenmeister, der seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte. Herzlichen Glückwunsch! Anschließend ließen wir den Abend noch bei einigen Runden Werwolf ausklingen, mal mit und mal ohne Elektrogorgo.

Die Abreise am Folgetag gestaltete sich erwartungsgemäß unproblematisch und kurzweilig. Nachdem die Zimmer gefegt und die Betten abgezogen waren, brauchten wir lediglich 47 Minuten vom Bad Segeberger Bahnhof zurück nach Hamburg, wo die Teilnehmer sehnlichst von ihren Familien in Empfang genommen wurden. Ich denke, alle haben eine Woche voller Spaß, Spiel und Schach in angenehmer Atmosphäre gehabt, die sie in guter Erinnerung behalten werden. Ich freue mich aufs nächste Jahr, dann vielleicht wieder mit einer etwas größeren Gruppe!

(Shumon Akram)

Bilder von der Schachreise
 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/15-reise.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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