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www.kshamburg.de
 
 
Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 2 · Landesliga Hamburg 2014/15
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Königsspringer Hamburg 2 3 5 5 5 5 5 41,5 14
2. SK Marmstorf 5 5 5 40,0 12
3. FC St. Pauli 2 3 39,0 12
4. SK Union‑Eimsbüttel 5 5 4 7 39,5 9
5. SV Diagonale‑Harburg 3 4 6 5 36,5 9
6. Hamburger SK 4 3 3 3 4 5 36,0 9
7. SK Weisse Dame Hamburg 3 4 5 5 35,5 9
8. SC Diogenes Hamburg 2 3 36,0 8
9. Königsspringer Hamburg 3 4 2 4 3 4 29,0 5
10. FC St. Pauli 3 3 3 1 3 3 3 4 27,0 3
↑
↓
Spieler
KSH
2
Mannschaftsführer:
Michael Wolter
A H A H A H A Z Z
KSH
3
HSK
4
UNE
 
DIA
 
STP
2
STP
3
WDH
 
MAT
 
DIO
2
1 Wagner, Friedrich, Dr. 1 1 1   1 0 ½    
2 Harder, Clemens ½ 0   0 1 1 1 ½ 1
3 Wolter, Michael 0 0 ½ ½ ½ ½ 1 0 ½
4 Borgmeyer, Max                  
5 Cremer, Jochen ½   1 ½   1 1    
6 Dettmann, Steffen, Dr. 1 ½ 1 1 ½ 1   ½  
7 Chin, Karin ½ ½ 0 1 + ½   ½ ½
8 Langmann, Markus 1 1 0 ½ 0     1 0
9 Schroeter, Baldur   1 0 ½   1 1   ½
10 Raider, Eugen 1 1 1 1 ½ 0 0 0
11 Steinfeldt, Henry         ½   ½   ½
12 Streich, Justus                  
13 Frontzek, Björn               ½  
14 Akram, Shumon               0 ½
15 Götze, Tobias                  
16 Pfreundt, Mathis             0    
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1. Runde
21.09.2014 Königsspringer Hamburg 3 Königsspringer Hamburg 2 :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Sven Leiser Dr. Friedrich Wagner 0 : 1
2 Thomas Wiltafsky Clemens Harder ½ : ½
3 Marcus Möhrmann Michael Wolter 1 : 0
4 Peter Knops Jochen Cremer ½ : ½
5 Marc Lohse Dr. Steffen Dettmann 0 : 1
6 Max Hort Karin Chin ½ : ½
7 Detlef Lemke Markus Langmann 0 : 1
8 Christian Melde Eugen Raider 0 : 1

21.09.2014 SK Union‑Eimsbüttel SK Marmstorf :
21.09.2014 FC St. Pauli 2 FC St. Pauli 3 :
21.09.2014 SK Weisse Dame Hamburg SV Diagonale‑Harburg 4 : 4
21.09.2014 SC Diogenes Hamburg 2 Hamburger SK 4 :

Saisoneinstieg mit Full House!

Gleich drei Heimkämpfe am Sonntag – das hat man bei Königsspringer lange nicht gesehen.

Während die erste Mannschaft sich gegen Schwerin (ohne drei) zum Erfolg mühte, entwickelte sich der Kampf der beiden Landesligamannschaften zu einem Duell auf Augenhöhe. Nach DWZ favorisiert sah es für die Zweite zunächst eng aus.

Karin willigte früh in die Punkteteilung gegen Max ein. Eugen zwang Christian bereits vor der 20‑Züge‑Marke zur Aufgabe. Erst ging ein Bauer verloren, dann folgte ein Qualitätseinsteller – eine klassische Erstrunden‑Partie.

Nach Punkten führte die Zweite also, aber die weiteren Bretter versprachen Trostlosigkeit. Markus stand meiner Wahrnehmung nach gegen Detlef klar auf Verlust, Friedrich stand plötzlich gegen Sven auf Matt und bei Clemens (gegen Thomas), Michael (gegen Marcus) und Jochen (gegen Peter) sah es höchstens nach remis aus. Von meiner Partie (gegen Marc) versprach ich mir gute Erfolgschancen im königsindischen Angriff. Gesamttendenz nach zwei Stunden etwa 3,5–4 Punkte.

Aber wie immer kam es anders …

Irgendwie entkam Friedrich dem Mattangriff und Markus stellte immer wieder Drohungen auf und sammelte Material ein. Beide vermeintlichen Verlustpartien wurden am Ende im Endspiel sicher gewonnen.

Michael hingegen griff fehl und stellte den wichtigsten Bauern ein. Im späteren Damenendspiel mit dann bereits zwei Mehrbauern ließ Marcus ihm keine Chance.

Clemens vereinbarte stellungsgerecht remis und Jochen erkämpfte sich sein Remis durch Zugwiederholung.

Bei mir schlug der Angriff am Ende mit einer hübschen Abschluss‑Taktik durch (siehe Diagrammstellung).

Dr. Steffen Dettmann – Marc Lohse










Weiß am Zug gewinnt!

So kommen am Ende etwas schmeichelhafte 5,5 Brettpunkte und die ersten zwei Mannschaftspunkte zusammen.

Vereint mit der ersten Mannschaft stand dann noch ein Besuch im Steakhouse an. Ein atmosphärisch gelungener Ausklang des ersten Spieltags.

(Steffen Dettmann)

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2. Runde
26.10.2014 Königsspringer Hamburg 2 Hamburger SK 4 5 : 3
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Dr. Friedrich Wagner Bernhard Jürgens 1 : 0
2 Clemens Harder Christoph Engelbert 0 : 1
3 Michael Wolter Wolfgang Schellhorn 0 : 1
4 Dr. Steffen Dettmann Dr. Torsten Szobries ½ : ½
5 Karin Chin Alexander Baberz ½ : ½
6 Markus Langmann André Hold 1 : 0
7 Baldur Schroeter Henning Fraas 1 : 0
8 Eugen Raider Karl‑Heinz Nugel 1 : 0

26.10.2014 SV Diagonale‑Harburg SC Diogenes Hamburg 2 :
26.10.2014 FC St. Pauli 3 SK Weisse Dame Hamburg 3 : 5
26.10.2014 SK Marmstorf FC St. Pauli 2 :
26.10.2014 Königsspringer Hamburg 3 SK Union‑Eimsbüttel 4 : 4

Souverän trotz ausgelassener Chancen

Den zweiten Spieltag in der Landesliga durften wir wieder zusammen mit unserer Dritten im Klubheim spielen. Während unsere Dritte die Eimsbüttler zu Gast hatte, durften wir HSK IV begrüßen. Bei uns ging es gleich ziemlich gut los: Aussichtsreiche bis eindeutig bessere Stellungen gab es zügig bei Eugen, Markus, Clemens, Steffen, Michael und mir zu beobachten. Auch die übrigen Bretter wirkten ganz okay, so dass einem ordentlichen Auftakt nichts im Wege stand.

So kam es auch: Markus, Eugen und Friedrich gewannen souverän. Karin bekam in schlechterer Stellung dann das Remis etwas geschenkt: Zum Glück hatte der Gegner anscheinend mehr Interesse am Fußballspiel draußen, als an der Partie auf dem Brett. Nachdem ich ebenfalls den Punkt nach Hause gebracht hatte und Steffen nach einigen Gewinnmöglichkeiten »nur« remis spielte, konnten wie sogar eine 5:1 Führung verzeichnen.

Bei Michael hatte sich in der Zwischenzeit der Vorteil zu einem schlechteren Endspiel gewandelt, doch dank zäher Verteidigung wurden sich Remischancen erarbeitet. Leider wurden diese nicht genutzt und auch Clemens’ Partie ging am Ende noch den Bach runter, so dass unseren Gästen ein Kantersieg unsererseits erspart blieb.

Wenn man so viele Punkte wie heute liegen lässt und trotzdem souverän gewinnt, ist das allerdings auch eine gute Sache. Unsere Staffelkameraden aus der Dritten knöpften den starken Eimsbüttlern auch noch einen Punkt ab, sodass es ein rundum gelungener Heimkampf‑Spieltag war.

Am Ende noch mit Geselligkeit und Schnack beim Griechen – so soll es sein.

(Baldur Schroeter)

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3. Runde
09.11.2014 SK Union‑Eimsbüttel Königsspringer Hamburg 2 :
11:00 Uhr, Hamburg‑Haus, Doormannsweg 12, 20259 Hamburg

1 Gerrit Voigt Dr. Friedrich Wagner 0 : 1
2 Andreas Förster Michael Wolter ½ : ½
3 Lutz Franke Jochen Cremer 0 : 1
4 Holger Henrich Dr. Steffen Dettmann 0 : 1
5 Ralf Adloff Karin Chin 1 : 0
6 Detlev Jarnuczak Markus Langmann 1 : 0
7 Markus Winter Baldur Schroeter 1 : 0
8 Klaus‑Martin Rehm Eugen Raider 0 : 1

09.11.2014 FC St. Pauli 2 Königsspringer Hamburg 3 :
09.11.2014 SK Weisse Dame Hamburg SK Marmstorf :
09.11.2014 SC Diogenes Hamburg 2 FC St. Pauli 3 :
09.11.2014 Hamburger SK 4 SV Diagonale‑Harburg :

Reminiszenzen

Berlin, 9. November 1989, also heute vor 25 Jahren: Nach einem politisch unruhigen Herbst fällt die Berliner Mauer. Großer Jubel. 18 Millionen Deutsche genießen erstmals die Freiheit.

Hamburg‑St. Pauli, Schmidt‑Theater, 25. November 2012: In einem spannenden Kampf gegen St. Paulis Erste spiele ich ein Damenendspiel mit einem Bauern weniger gegen Torsten David. Als er gerade die entscheidende Variante durchrechnen will, überlegt er einen Moment zu lange und wird zum Opfer der 30 Sekunden Bonus‑Regel. Ich gewinne auf Zeit, der Kampf geht 4,5:3,5 an uns und der Weg zu schließlich 18:0 Mannschaftspunkten ist bereitet.

Nochmal Hamburg‑St. Pauli, diesmal Heiligengeistfeld, 11. November 2013: Im Clubheim von St. Pauli herrscht reger Betrieb. Im Nebenraum des Oberliga‑ und Landesliga‑Kampfes wird auf einer Großbildleinwand die 2. Partie des WM‑Kampfes aus dem indischen Chennai zwischen Herausforderer Carlsen und Weltmeister Anand übertragen. Live‑Kommentar und Fischbrötchen gibt’s umsonst dazu. Echt nobel! Nach einer guten Partie verliere ich in Zeitnot erst den Faden und dann die Partie. Schließlich gehen wir mit 2,5:5,5 unter.

Hamburg‑Eimsbüttel, 9. November 2014: Abermals fällt unser Landesliga‑Spieltag auf die 2. Partie eines WM‑Kampfes. Doch diesmal findet er im russischen Sotschi statt und diesmal heißt der Herausforderer Anand und der Weltmeister Carlsen. Im Hamburg‑Haus ist heute »nur« der Kaffee umsonst (danke!) und eine Live‑Übertragung ist auch nicht zu sehen. Sollten mir und uns also diesmal eine Niederlage erspart bleiben?

Als ich um Viertel vor 11 zum Eingang an der Rückseite des Hamburg‑Hauses gehe, kommt mir als erster natürlich Käpt’n Michael entgegen. Zusammen mit Karin und Steffen sind wir schon zu viert und somit antrittsfähig. Das dürfte neuer Mannschaftsrekord sein. Karin hat sogar wieder ihre Handcreme dabei. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen! Als Eugen 10 Minuten nach Spielbeginn auch eintrifft, sind wir vollzählig.

Letzterer spielt mal wieder eine typische Freestyle‑Partie nach dem Motto: ›Entwicklung wird überbewertet‹. Mal sehen, was dabei rauskommt. Bei Michael (links von mir) und Steffen (rechts von mir) kommt die gleiche Variante aus Brett, beide stellen im dritten Zug ihren Läufer nach e7. Schließlich tut mein Gegner Lutz Franke es ihnen gleich, wenn auch in einer anderen Eröffnung, was mich einige Bedenkzeit kostet.

Michael fühlt sich von Andreas Försters unorthodoxer Eröffnungsbehandlung unter Druck gesetzt. Schließlich ringt er sich zu einem frühzeitigen, unklaren Figurenopfer durch, das aber abgelehnt wird. Kurz danach schiebt er ein Remisangebot nach und hat damit mehr Erfolg. Die Schlussstellung wird von Rybka schon als besser für ihn bewertet, aber am Brett war das sicher nicht leicht abzuschätzen. Friedrich kommt wieder mal gut aus der Eröffnung, Baldur scheint mir am Damenflügel unter Druck zu geraten, alle anderen Partien sehen halbwegs normal aus.

In der Zeitnotphase geht es dann Schlag auf Schlag: Friedrich führt seine Partie souverän im Königsangriff zum Sieg. Dritter Punkt im dritten Spiel, Glückwunsch! Als ich mich dann jedoch umdrehe, sind die Bretter 5 bis 7 an die Eimsbütteler gegangen. Markus hatte ein Remisangebot zu Recht abgelehnt und in Zeitnot Material eingestellt, Baldur konnte für das geopferte Material keine richtige Kompensation nachweisen und Karin hatte in einem remisigen Endspiel leider unnötigerweise die Zeit überschritten. Mein hastiger Blick auf Eugens und Steffens Stellung verheißt jedoch Gutes: Beide haben vielversprechenden Angriff, sodass meine Partie wohl die Entscheidung bringen wird.

Nachdem ich selbst bereits ein Remisangebot abgelehnt und gleich darauf meinen Endspielvorteil verspielt habe, biete ich selber Remis an, denn ein 4:4 wäre für uns okay. Unions Mannschaftsführer hat jedoch den schlechten Tabellenstand vor Augen und lässt seinen Mann weiterspielen. Drei Minuten für den 40. Zug in einem Endspiel, das beide noch gewinnen können, sollten ja auch ausreichen …

Doch so recht lässt sich kein Weg zum Vorteil für ihn finden und als er sich schließlich zu 40. … Th8 durchringen kann, weist ihn der Schiedsrichter zu seinem großen Entsetzen darauf hin, dass er mit Ausführung des Zuges die Zeit überschritten hat. Ein glücklicher Sieg für uns, wenn auch kein ungerechter, denn so wurde Karins Null wieder ausgeglichen. Irgendwie kommt mir das aber bekannt vor … Mit nun drei Siegen ist die Mannschaft gut in die Saison gestartet und kann den kommenden Aufgaben entspannt entgegensehen.

(Jochen Cremer)

↑
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4. Runde
07.12.2014 Königsspringer Hamburg 2 SV Diagonale‑Harburg 5 : 3
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Clemens Harder Niels Jørgen Fries Nielsen 0 : 1
2 Michael Wolter Christoph Kuberczyk ½ : ½
3 Jochen Cremer Matthias Wasmuth ½ : ½
4 Dr. Steffen Dettmann Martin Becker 1 : 0
5 Karin Chin David Hernandez 1 : 0
6 Markus Langmann Andrei Cotaru ½ : ½
7 Baldur Schroeter Marten Holst ½ : ½
8 Eugen Raider Daniel Hoppe‑Jänisch 1 : 0

07.12.2014 FC St. Pauli 3 Hamburger SK 4 3 : 5
07.12.2014 SK Marmstorf SC Diogenes Hamburg 2 :
07.12.2014 Königsspringer Hamburg 3 SK Weisse Dame Hamburg 3 : 5
07.12.2014 SK Union‑Eimsbüttel FC St. Pauli 2 :

Vorne klammern, hinten b(esch)eißen

5:3 lautet das Ergebnis. Auf dem Papier souveräner als in der Realität. Wir starteten als Tabellenzweiter mit 6:0 Mannschaftspunkten gegen den Tabellenletzten SV Diagonale‑Hamburg. Michael war als Erster fertig und hatte remis gespielt. Ich habe im Flügelgambit den Bauern mitgenommen und nach etwas Hilfe von meinem Gegner vor der ersten Zeitkontrolle souverän meinen ersten ganzen Punkt in der Saison geholt. Allerdings hielt unsere Führung nicht lange, da Clemens kurz danach gegen den Dänen Fries Nielsen verlor. Zwischenstand 1,5:1,5.

Jochen und Baldur hatten ausgeglichene Stellungen, und Steffen stand besser, aber sowohl bei Markus als auch bei Eugen sah es nicht gerade hoffnungsvoll aus. Während Michael nach dem Verlassen des Turnierraumes jedes Mal den Kopf schüttelte und bereits unsere erste Niederlage der Saison vor Augen hatte, war ich immer noch guter Dinge. Obwohl Steffen nach einem Qualitätsgewinn, den ganzen Punkt sicherte, drifteten alle anderen Partien in eine kritische Richtung ab. Jochen hatte auf einmal einen Bauern weniger und bei Baldur war der Ausgang des Turmendspiels auf einmal auch ungewiss. Nachdem Eugen nicht nur einen, sondern inzwischen zwei Bauern weniger hatte, wurde noch eine Figur eingestellt. Markus musste ebenfalls mit einem Bauern weniger spielen, allerdings sah es nicht so aus, als ob sein Gegner wüsste, wie er den Vorteil verwerten sollte.

Wer schon mal in der zweiten Mannschaft gespielt hat weiß, dass man nie die Hoffnung aufgeben sollte, da an den hinteren Brettern oft aus verloren geglaubten Stellungen doch noch der ein oder andere Punkt herausgeholt wird. Und so kam es dann auch. Sowohl Baldur als auch Markus spielten remis. Die kritische Partie an Brett 8 wurde durch einen kleinen Fopp zu unseren Gunsten entschieden.

Eugen Raider – Daniel Hoppe‑Jänisch










Stellung nach 55. c6

Hier spielte Schwarz 55. … Tb2?, was zum Verlust der Partie führt, da nach 56. Txh7+ Kxh7 57. f6+ Kh8 58. f7 der weiße Bauer einfach durchläuft.

Jochen spielte noch eine weitere halbe Stunde mit einem Bauern weniger im Endspiel, verteidigte sich aber zäh und der Gegner willigte schließlich in eine Zugwiederholung ein. Am Ende des Kampfes durften wir uns mehr oder weniger verdient über zwei weitere Mannschaftspunkte freuen.

Wie auch in unserer Meistersaison 2012/13 sind wir nach 4 Runden Landesliga Herbstmeister (8:0 MP, 20 BP). Leider verlor KSH 3 in der vierten Runde, sodass wir sowohl ganz vorne als auch hinten in der Tabelle vertreten sind.

Um der dritten Mannschaft ein wenig Schützenhilfe zu leisten, sollten wir im neuen Jahr die weiße Weste weiterhin sauber halten. :-)

(Karin Chin)

↑
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5. Runde
18.01.2015 FC St. Pauli 2 Königsspringer Hamburg 2 3 : 5
11:00 Uhr, Clubheim des FC St. Pauli, Harald‑Stender‑Platz 1, 20359 Hamburg

1 Michael Schütze Dr. Friedrich Wagner 0 : 1
2 Bernd Wronn Clemens Harder 0 : 1
3 Sebastian Prosch Michael Wolter ½ : ½
4 Dirk Grote Dr. Steffen Dettmann ½ : ½
5 Wolf‑Thomas Schütze Karin Chin : +
6 Dr. Guntram Knecht Markus Langmann 1 : 0
7 Andreas Kohtz Eugen Raider ½ : ½
8 Torsten David Henry Steinfeldt ½ : ½

18.01.2015 SK Weisse Dame Hamburg SK Union‑Eimsbüttel :
18.01.2015 SC Diogenes Hamburg 2 Königsspringer Hamburg 3 :
18.01.2015 Hamburger SK 4 SK Marmstorf 3 : 5
18.01.2015 SV Diagonale‑Harburg FC St. Pauli 3 5 : 3

Bitte einmal Landesliga mit allem drum und dran!

Dieser Mannschaftskampf gegen St. Pauli II war mal wieder einer der besonderen Art. Es war wirklich alles vorhanden – diverse leere Bretter zu Beginn, eine kampflose Partie, einmal die komplette Verlegung aller Bretter in den Nachbarraum, eine Landesligapremiere, eine Zeitüberschreitung, eine misshandelte Philidorstellung, ein leidender Michael Wolter, eine Remis‑Reklamation bei dreifacher Stellungswiederholung, Bauern‑, Figuren‑ und Königseinsteller, eine Remis gegebene Gewinnstellung, ein studienartiges Turmendspiel und nur eines fehlte – Jochen!

Die Ausgangslage war klar – mindestens ein 4:4 sollte her, um den direkten Aufstiegskonkurrenten auf Distanz zu halten. Aufstieg? Ja, das wäre durchaus denkbar in dieser Saison. Allerdings dachten wir eher daran, auf diese Weise den Klassenerhalt der ersten Mannschaft sicherzustellen.

Während Jochen das Notaufgebot der ersten Mannschaft unterstützte, kam bei uns Henry Steinfeldt zu seinem ersten Landesligaeinsatz. Gleich zu Beginn des Kampfes erfuhr Karin, dass sie heute kampflos gewinnen würde. Gleichzeitig kamen Clemens, meine Wenigkeit und Eugen ungewohnt spät. Selbstverständlich hatten alle Zuspätkommer gute Ausreden parat, die Stimmung war dadurch nicht getrübt.

Wir spielten direkt vor der Bar, neben uns lief zudem der Oberligakampf von St. Pauli I gegen den HSK III. Unser Kampf entwickelte sich schnell ausgeglichen, wirklichen Vorteil konnte ich an keinem der Bretter ausmachen. Dann wurde es zusehends lauter und lauter. Die Bardamen waren gut damit beschäftigt, den gesamten Flaschenvorrat hin‑ und herzurücken und zwischendurch über irgendwas zu fluchen (Flasche leer?). Als ich dachte, nun wären sie durch, kam gleich der nächste Großwagen mit Geschirr und es ging munter weiter. Nachfragen der Schiedsrichter Olaf Ahrens und Hugo Schulz ergaben, dass die Aktion bis 16:00 Uhr fertig sein müsse. Wir hatten nun die Wahl zwischen Lärm und Umzug und wählten den Umzug in den Nachbarraum. Die Oberliga kam bald hinterher, unserem Vorbild folgend.

So ging es unter soliden Bedingungen weiter und die Partien entwickelten sich interessant. Friedrich stand etwas gedrückter, Clemens war etwas besser aus der Eröffnung gekommen. Um Initiative zu bekommen, ließ sein Gegner einen Bauern stehen, den Clemens einfach mitnahm. Für die Kiebitze sah das eher nach einem Einsteller aus. Kurz darauf stellte Clemens seinen Läufer ein. Ich dachte, gleich gibt er auf und die Partie war auch bald vorbei. Erst später erfuhr ich, dass Clemens seinen Gegner mattgesetzt hatte. So führten wir also recht früh 2:0. Michaels Stellungsbild habe ich so noch nicht gesehen. Der Turm auf a2, der Springer auf a3, die Dame auf a4 mit Bauern auf b2 und c3, der Läufer steht noch c1. Wenig Platz zum Manövrieren, aber wenn einer das auf engstem Raum kann, dann Michael.

Ich selbst bekam eine Isolani‑Stellung aufs Brett, allerdings weit passiver als in Iljas Training geübt. Mit dem schlechten Läufer konnte ich nur abwarten bis mein Gegner zuschlug und gefühlt musste ich eine ganze Reihe von einzigen Zügen spielen. Am Ende konnte ich in ein etwa ausgeglichenes Endspiel abwickeln, wo ich mit T + S gegen T + L aufgrund meines entfernten Freibauerns Morgenluft witterte.

Markus spielte gegen einen Königsindischen Angriff, rochierte sehr spät und opferte seine Angriffsbauern für offene Linien. Taktisch anspruchsvoll konnte er vermeintlich gewinnen, verlor aber in der Zeitnot die Übersicht und die Partie. Eugen ging früh ins bessere Turm‑Endspiel – das sollte doch zu gewinnen sein? Henry spielte in seiner Premiere das selten gesehene Falkbeer‑Gegengambit. In einer der Hauptvarianten wurde am Ende alles getauscht und ein remises Läuferendspiel entstand, was der Gegner allerdings noch lange nicht Remis gab.

Nun kamen langsam die spannenden Momente. Michael konnte die gegnerische Dame fangen, seine eigene wurde aber abgelenkt und der Gegenangriff auf den König wirkte wohl zu stark. Am Ende fehlte der Mut, die Stellung weiterzuspielen. Zu dem Zeitpunkt hätten wir einen ganzen Punkt mehr durchaus vertragen können. So wurde diese Gewinnstellung leider Remis gegeben.

Irgendwie passierte es, dass Friedrich im 40. Zug auf Zeit gewann (vermutlich hat irgendjemand zu diesem Zeitpunkt in Schnelsen seinen Schuh zugebunden). Bei mir kam das große Erwachen, als ich feststellte, dass ich mein Turmendspiel, das ich wenige Züge vorher als aussichtsreich eingeschätzt hatte, kaum würde halten können. Von meinen verbliebenen 47 Minuten investierte ich 35, um eine Variante mit Bauernopfer zu wählen, bei der ich immerhin noch Chancen hatte. Eugen hatte inzwischen einen Bauern weniger, allerdings würde sich noch ein Bauernpaar tauschen und bei nur noch einem Bauern des Gegners wäre ein Remis zu erwarten. Eugens König stand schon vor dem Bauern, der Turm war gut platziert, die Kiebitze erwarteten eine Philidorstellung. Aber nun begannen die Leiden des jungen Wolters – das war für die eingefleischten Zuschauer fast spannender, zu sehen, wie Michael das Gesicht verzog, als was der Grund dafür war. Es wurden einfach alle möglichen Züge gespielt, aber nach Philidorstellung sah das nicht aus. Dass diese Partie nun dadurch entschieden wurde, dass Eugen erfolgreich auf dreifache Zugwiederholung reklamierte, bescherte uns die 4:2‑Führung und Michael konnte sich entspannen. Henry und mein Gegner wollten die Verlängerung, durchaus zu Recht an meinem Brett. Mein Turmendspiel war am Ende remis (siehe Diagramm; Schwarz am Zug).

Dirk Grote – Dr. Steffen Dettmann










Schwarz am Zug

Weiß darf den König nicht ziehen. Nach Ke8 würde Te1 mit sofortigem Remis folgen. Geht er hingegen auf die d‑ oder f‑Linie, kann Schwarz den Turm mit Schach ziehen. Weiß kann aber noch gewinnen, wenn er es schafft, den Turm auf die 2. Reihe zu bringen.

An dieser Stelle lag noch eine Zugzwangstellung in der Luft. Zwar sah ich diese Stellung, hatte aber nicht im Entferntesten wahrgenommen, dass ich direkt in den Verlust gelaufen war. Kh4! und Kh6! halten nun remis. Ich hingegen wählte Kg6?, wonach Ta5 gewinnt. Egal, wohin der König zieht, der Turm kann danach auf der h‑Linie Schach geben und den Bauern auf a2 von h2 aus angreifen. Der Unterschied ist nun, dass der Turm auch noch nach d2 gehen kann und damit dem König die Möglichkeit gibt, wieder zu ziehen.

Mein Gegner spielte nun auch das richtige Manöver, erkannte aber ebenfalls nicht, dass dieses zum Gewinn führt. Stattdessen kam kurz darauf die offensichtliche Remis‑Variante aufs Brett.

Es folgte: 1. … Kg6? 2. Ta5! Kh6 3. Th5+ Kg6 4. Th2 Kg5, 5. Tg2 Kh6, 6. Ke8? (Td2!+-) Te1!, 7. Txa2 Txe6+ 8. Kf7 Te4 9. Kf6!? (letzter Fopp) Tf4+!

Als Henry den halben Punkt endlich einfahren durfte, wurde auch meine Partie (nach 73 Zügen) Remis gegeben. Nur noch die Türme waren übrig. Patrick Stenner zeigte uns direkt nach der Partie den möglichen Gewinnweg. Selbst als der Turm auf der 2. Reihe stand, hatten mein Gegner und ich den Zug Td2 nicht in Betracht gezogen. Ein Fall von Schachblindheit – dankenswerterweise kollektiver Art.

Am Ende standen also wieder einmal 5 Brettpunkte und 2 Mannschaftspunkte zu Buche und als wir uns die Köpfe schüttelnd fragten, wie wir das wohl hinbekommen hatten, stellte Karin fest, dass wir doch eigentlich jeden Kampf genauso gewinnen würden?! Recht hat sie!

Zuletzt gingen wir zum Chinesen und feierten (wie jeden Kampf genauso) unseren Sieg beim gemütlichen Essen.

(Steffen Dettmann)

↑
↓
6. Runde
01.02.2015 Königsspringer Hamburg 2 FC St. Pauli 3 5 : 3
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Dr. Friedrich Wagner Thomas Wolloner 0 : 1
2 Clemens Harder Luis Martin‑Sommerfeldt 1 : 0
3 Michael Wolter Carsten Kluth ½ : ½
4 Jochen Cremer Andreas Verweyen 1 : 0
5 Dr. Steffen Dettmann Thomas Schüttler 1 : 0
6 Karin Chin Swen Neander ½ : ½
7 Baldur Schroeter Jörg Dinckel 1 : 0
8 Eugen Raider Christian Jöhnk : +

01.02.2015 SK Marmstorf SV Diagonale‑Harburg :
01.02.2015 Königsspringer Hamburg 3 Hamburger SK 4 4 : 4
01.02.2015 SK Union‑Eimsbüttel SC Diogenes Hamburg 2 5 : 3
01.02.2015 FC St. Pauli 2 SK Weisse Dame Hamburg :

Drei Mannschaftspunkte für 30 Euro

In der sechsten Runde der Landesliga kam es wieder einmal zu einem Doppelheimkampf von KSH 2 und KSH 3. 16 KSH‑Landesligaspieler erwartet der geneigte Fan zu solch einem Ereignis am Brett: Doch es sollte alles anders kommen.

Im Klubheim angekommen begrüßt mich Marcus mit einem – verhältnismäßig – grimmigen Blick: Gregor und Sven sind kurzfristig ausgefallen, alle weiteren gemeldeten Spieler haben keine Zeit. Bei der Mission, gegen die bisher solide aufspielenden HSKler was Zählbares zu holen, werden also zwei Punkte vorgegeben. Oder, um es mit Marcus zu sagen: »Das erste Mal seit 10 Jahren, dass KSH 3 nicht vollständig ist.« Es ist keine Zeit mehr, diese These zu prüfen, denn nun beginnen die Kämpfe. Michael baut mich vor der Partie auf: (lachend) »Tatsächlich ist deine Partie heute völlig egal.« Irgendwie spornt mich das tatsächlich an.

Unsere Gegner (St. Pauli 3) haben in dieser Saison noch nicht viel gerissen. Während ein gegnerischer Spieler sich noch durch den Verkehr quält, fehlt bei uns Eugen. Nun, kein Grund zur Besorgnis, das geschieht öfter. Nach einer halben Stunde ist St. Pauli komplett, bei uns macht sich Unruhe breit: Zu spät, okay, aber gar nicht erschienen ist Eugen noch nie, oder?

Nach 60 Minuten die traurige Gewissheit: Eugen schafft es nicht mehr, und auch wir gehen mit einem Nassen in den weiteren Kampfverlauf. Der sieht im Übrigen gar nicht so übel aus: Karin hat sich auf ein Schnellremis geeinigt, Clemens und Steffen stehen deutlich besser, Jochen aktiv, ich solide und Friedrich irgendwie – merkwürdig. Michaels Stellung wirkt ein wenig wackelig, aber innerhalb der Remisbreite. Wenig später wickelt Steffen taktisch geschickt ab, der Gegner greift fehl und der Ausgleich steht zu Buche.

Und auch bei KSH 3 sieht es ordentlich aus: Nach einem Remis von Christian hat Marcus eine taktisch unübersichtliche Stellung, da geht doch was? Marc hat sichtlich Vorteil und die anderen Bretter sehen auch ganz gut aus. Genauer kann ich es nicht beurteilen, denn die eigene Partie ruft.

Zwei Stunden fällt bei mir die Entscheidung: Der Gegner überzieht in passiver Stellung. Jochen wickelt ins gewonnene Endspiel ab, während Friedrich mit Springer‑ gegen Läuferpaar gedrückt steht. Wenig später gehen einige Bauern und auch die Partie verloren. Michael hat unterdes den königlichen Friedensschluss getätigt. Da Jochen ein deutlich besseres Turmendspiel hat und Clemens immer noch am Drücker ist, herrscht allgemeiner Optimismus.

Auch bei KSH 3 sieht es gut aus: Ein Mannschaftspunkt ist in greifbarer Nähe, Max muss nur noch das gewonnene Bauernendspiel ausrechnen. Zeit für ein paar Schnacks. z. B.: »Stell dir das vor: Uns fehlen drei Spieler und wir machen drei Punkte.« Jochen hat die Lösung für die nächste Runde: Einfach noch ein weiteres Brett freilassen. Christoph Engelbert (HSK) fordert unterdessen in Zukunft eine geschicktere Einteilung der freigelassenen Bretter unsererseits, damit wir dann auch beide Kämpfe gewinnen.

In dieser Szene allgemeiner Heiterkeit erscheinen Eugen (ausgeschlafen nach harter Woche) und Boris (schon fertig geschiedsrichtert). Am Ende wird es nochmal spannend. Max gewinnt sein Bauernendspiel und besiegelt für KSH 3 das 4:4 mit nur sechs Mann! Glückwunsch an die Dritte, das war mal wieder was!

Nachdem dann Jochen souverän gewinnt, bleibt noch Clemens, der mit verdammt wenig Zeit auf der Uhr sein Endspiel mit Mehrbauer und T + L gegen T + S knetet. Und das über eine lange Zeit und – vermutlich – viele Umwege. Michael hält es nicht mehr aus; die Leiden des nicht mehr ganz so jungen Wolter gehen in eine neue Runde. Weder ›Hin‑und‑her‑Tigern‹ noch ›Mit‑dem‑Fuß‑auf‑den‑Boden‑klopfen‹ und auch nicht ›Auf‑den‑Stuhl‑stellen‹ helfen. Denn: Clemens möchte kein remis, er möchte gewinnen. Zeit, für Boris und mich zum Griechen zu gehen, ein Kaltgetränk und käsehaltige Mahlzeiten einzuwerfen und genau rechtzeitig dann zurückzukehren, als Clemens es nach 6 Stunden und 48 Minuten endlich geschafft hat.

Alles nochmal gutgegangen! Und ab jetzt wieder planvoll, solide und vor allen Dingen vollständig antreten: Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder?

(Baldur Schroeter)


6 Stunden 48 oder: Wie man einen Sonntag sinnvoll nutzt

Die Königsspringer‑Reihen waren lichte an diesem Februar Sonntag. Eugen entschloss sich unfreiwillig, aber wohl zum Wohle seiner Gesundheit lieber bis zum Mittag dem geschundenen Metabolismus etwas Schlaf zu gönnen, was zu einer frühen Führung der Paulianer führte. Die Dritte verzichtete gleich auf zwei Spieler. An dieser Stelle meine größte Hochachtung für die restlichen sechs Recken, die (mit dem Mute der Verzweiflung?!) ein 4:2‑Unentschieden gegen die sehr erfahrene und schwer zu spielende Mannschaft von HSK IV erkämpfte!

Karin sorgte mit einem krankheitsbedingten Kurzremis dafür, dass bei uns auch nur noch sechs Partien liefen, als der große Zeiger die erste Runde des Tages geschafft hatte. An diesem Zeitpunkt vermochte ich schon einen kleinen Vorteil für uns auszumachen. Wir hatten nach der Eröffnung bei Friedrich, Michael und Baldur tendenziell ausgeglichene und bei Jochen, Steffen und mir vorteilhafte Stellungen zu verzeichnen. Bei Steffen dauerte es auch nicht lange bis der verdiente Ausgleich fiel. Sein Gegner verzichtete auf die Rochade, zog die Grundreihe blank und schenkte den H1‑Turm, um Steffens Dame zu fangen. Letzteres wurde durch vier exakte Züge vereitelt, was zur sofortigen Aufgabe führte; 1,5:1,5.

Bis zur Zeitnot verkomplizierte sich die Stellung von Friedrich (ein damenloses Mittelspiel) zunehmend. Trotz 40‑minutiger Verspätung seines Gegners konnte ich keinen Vorteil für unser 100%‑Brett 1 ausmachen, war aber aufgrund der bisherigen Ergebnisse zuversichtlich. Jochen machte seine Sache besser und erlangte erkennbaren Vorteil. Michael öffnete seinem Gegner die A‑ und H‑Linie, spielte dafür gegen Doppelbauern auf b und g. Tendenz: remis. Baldur tauschte alle Leichtfiguren und ließ den Rest auf dem Brett. Sprich je acht Bauern und drei Schwerfiguren. Zudem waren keine eindeutigen Schwächen erkennbar. Nachdem der Damenflügel geschlossen war, schien mir ein Remis sehr wahrscheinlich. Ich erspielte mir eine klare Gewinnstellung. Dank großem Raumvorteil konnte ich risikolos meine Figuren auf gute Felder stellen und nutzte letztendlich den Umstand, dass mein Turm auf der halboffenen D‑Linie der schwarzen Dame gegenüberstand und spielte e5 nebst Bauerngewinn. In knapper werdender Zeit gelang mir nun das Kunststück meine vier bis fünf Eiskugeln Stellungsvorteil Caissa zu opfern, sodass ich in einem Endspiel mit nur leichtem Vorteil landete.

Noch kurz vor der Zeitkontrolle machte Baldurs Gegner einen falschen Bauernzug am Königsflügel, wodurch er sich Schwächen schaffte (F‑ und H‑Bauer sowie König, um zumindest einige zu nennen) und Baldurs Figuren aktivierte. Dies führte kurze Zeit später zu unserer ersten Führung des Tages. Michael einigte sich nun mit seinem Gegner auf die Punkteteilung. Eine eher unspektakuläre Partie, welche in ein unspektakuläres Turmendspiel mündete. Bei Friedrich zogen immer dunklere Wolken auf. Es wurde ein Endspiel mit Läuferpaar gegen Springerpaar mit je einem Turm diskutiert. Da die Stellung sich immer mehr öffnete, wurde es immer schwerer den Läufern etwas entgegenzusetzen. Die Bauern gingen nach und nach flöten und es stand plötzlich 3:3.

Dennoch sollte der Mannschaftssieg nicht in Gefahr sein. Jochen hatte inzwischen einen Bauern mehr und wickelte in ein gewonnenes Turmendspiel ab. Ohne große Umschweife führte er seinen B‑Freibauern gen Umwandlung und machte das 4:3. Der große Zeiger schickte sich an das fünfte Mal die 12 zu überqueren und meine Stellung wollte nicht so recht Fortschritte machen. Da ich aber keine Verlustgefahr erkennen konnte, spielte ich weiter. Als der große Zeiger die nächste Runde geschafft hatte war die Stellung immer noch leicht besser für mich. Meine Uhr pendelte zwischen 1 bis 3 Minuten Restbedenkzeit und ich dankte bei jedem Zug dem Herrn Fischer. Michael konnte das Geschehen nicht mehr mit ansehen, kletterte auf Stühle, bat mich remis zu machen und verließ schließlich den Raum. (Es ist wohl angemessen, sich für meine Dickköpfigkeit zu entschuldigen, die mich wie in Runde 2 ab und zu ins Verderben rennen lässt, aber ab und zu auch Früchte trägt).

Theoretisch mag das Endspiel an etlichen Stellen remis sein, aber aus praktischer Sicht mussten sich Chancen bieten. Ca. ab Zug 75, als ich den ersten Freibauern erarbeitet hatte, war ich mir sehr sicher, dass es gewonnen sei. Ab Zug 95 (zweiter Freibauer, bei ansonsten nur noch T + L gegen T + S) war es definitiv gewonnen. Nach Zug 108 bzw. 6 Stunden 48 Minuten Spielzeit und zwei Bauern nur ein Feld vor der Umwandlung sowie dem Gewinn des Springers durfte ich die Gratulationen annehmen und mich gen Berlin aufmachen, um diesen Bericht auf der A 24 zu schreiben.

Mit nun drei Punkten Vorsprung bei 12:0 Mannschaftspunkten träumen wir davon die Saison 2012/13 zu wiederholen und wünschen unserer Dritten weiterhin so tolle Leistungen, um den Klassenerhalt zu realisieren.

(Clemens Harder)

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7. Runde
22.02.2015 SK Weisse Dame Hamburg Königsspringer Hamburg 2 3 : 5
11:00 Uhr, Emilie‑Wüstenfeld‑Gymnasium (Schulpavillon), Gustav‑Falke‑Str. 21a, 20144 Hamburg

1 Aleksandar Trisic Dr. Friedrich Wagner ½ : ½
2 Peter‑René Mandelbaum Clemens Harder 0 : 1
3 Jan Ludwig Michael Wolter 0 : 1
4 Lars Schiele Jochen Cremer 0 : 1
5 Sebastian Kuhle Baldur Schroeter 0 : 1
6 Christian Purniel Umpierre Eugen Raider 1 : 0
7 Alice Winnicki Henry Steinfeldt ½ : ½
8 Dustin Opasiak Mathis Pfreundt 1 : 0

22.02.2015 SC Diogenes Hamburg 2 FC St. Pauli 2 :
22.02.2015 Hamburger SK 4 SK Union‑Eimsbüttel 3 : 5
22.02.2015 SV Diagonale‑Harburg Königsspringer Hamburg 3 6 : 2
22.02.2015 FC St. Pauli 3 SK Marmstorf 3 : 5

»Schreib noch nichts vom Meistertitel«

Wenn die Titelzeile der Hinweis des Mannschaftsführers nach dem Kampf an den Berichtschreiber ist, dann wird es wohl ganz gut gelaufen sein. Doch der Reihenfolge nach.

Meine Geschichte beginnt an der Bushaltestelle Oldesloer Straße mit Clemens. Neben dem Wartehäuschen sind Gegenstände deponiert, die auf eine interessante Schnelsener Nacht schließen lassen. Eine solche hatte vielleicht auch Eugen, den wir in der U2 antreffen: Zumindest zeigt er uns ein Stück »Weihrauch«. Immerhin steht nach der Diskussion über den Weg zum Spielort fest: Wir drei werden pünktlich erscheinen. Sehr zur Erleichterung von Michael, der uns vor Ort schon erwartet.

Im »Spitzenduell« der Landesliga HH treffen wir in Runde sieben auf Weisse Dame I. Diese hatten bisher zumindest von außen betrachtet überraschend stark gepunktet. Ausgerechnet jetzt fehlen Steffen (hilft in der Ersten aus), Karin und Markus: Henry und Mathis (Oberliga kennt er ja schon) springen ein.

Der Kampf beginnt vielversprechend. Ich bekomme die Peter‑Knops‑Variante, und die hat KSHlern noch immer Glück gebracht. Jedenfalls kann ich schnell viel Druck aufbauen. Michael wird mit Stonewall konfrontiert: »Relativ harmlos«, denkt man sich, doch Michael zieht trotzdem unglücklich die Nase kraus. Wenig später hat er als Erster gewonnen. Ich lasse meinen Gegner entwischen, doch: Die Eröffnungswahl bringt eben Glück und nach einem Einsteller führen wir 2:0.

Währenddessen sieht es bei Henry friedlich aus, Mathis hat einige schwache Damenflügelbauern vorzuweisen und Jochens Stellung versteht keiner so recht: Weder Zuschauer, noch Spieler. Trotzdem ein Anlass zur Hoffnung, denn Jochen hat schon so manche unübersichtliche Stellung bei hoher Zeitnot für sich entschieden.

Mathis kann seine Bauern nicht halten und die Partie geht verloren. Henry einigt sich auf remis. Clemens ist solide aus der Eröffnung gekommen und nimmt im Mittelspiel einen Bauern mit. Dank der ungleichfarbigen Läufer (nebst Turm) ist die Partie jedoch vielleicht nicht einfach gewonnen. Nachdem Eugen seinen eigenen Königsflügel voran marschieren und den König im Zentrum belässt, schlägt der gegnerische Konter durch. Laut Michael gab es da noch ein Dauerschach: »Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass diese Partie entscheidend sein wird«, lässt er verlauten.

Von Friedrichs Partie habe ich derweil wenig mitbekommen, außer dass er mit einem Mehrbauern im ungleichfarbigen Läuferendspiel verbleibt. Das reicht nicht zum Gewinn; nach der Punkteteilung merkt Friedrich an, dass da wohl noch mehr drin war.

Da Clemens nun ziemlich sicher gewinnen wird, bringt Jochens Partie die Entscheidung, ob es noch mehr als ein 4:4 werden wird. Eine unausgewogene Stellung ist nach dem Mittelspiel entstanden: Jochen verfügt über einen weit vorgerückten Freibauern, dafür hat er allerdings auch zwei weniger. Zu guter Letzt erweist sich der Bauer als Trumpf und Jochen kassiert den ganzen Punkt ein: Die erste Saisonniederlage für seinen Gegner! Die anschließende zuschauerfreundliche Analyse, bei der manche Phrase gedroschen wird, zeigt, dass es ein Hauen und Stechen war.

14:0 Mannschaftspunkte also: Vier Mannschaftspunkte und drei Brettpunkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten bedeuten rein rechnerisch noch nicht den Titel, aber wir haben heute schon einmal viel dafür getan! Gehen wir also vorsichtig optimistisch in das Abschlusswochenende. Anders gesagt:

(Grafik)
Quelle: Das LigaOrakel

(Baldur Schroeter)

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8. Runde
18.04.2015 Königsspringer Hamburg 2 SK Marmstorf 3 : 5
14:00 Uhr, SIGNAL IDUNA (Betriebsrestaurant), Kapstadtring 8, 22297 Hamburg

1 Clemens Harder Holger Hebbinghaus ½ : ½
2 Michael Wolter Dr. Jeronimo Hawellek 0 : 1
3 Steffen Dettmann Jan Hendrik Müller ½ : ½
4 Karin Chin Tobias Müller ½ : ½
5 Markus Langmann Christoph Rammé 1 : 0
6 Eugen Raider Jens Diekmann 0 : 1
7 Björn Frontzek Matthias Peschke ½ : ½
8 Shumon Akram Rainer Schmidt‑Brauns 0 : 1

18.04.2015 Königsspringer Hamburg 3 FC St. Pauli 3 4 : 4
18.04.2015 SK Union‑Eimsbüttel SV Diagonale‑Harburg :
18.04.2015 FC St. Pauli 2 Hamburger SK 4 :
18.04.2015 SK Weisse Dame Hamburg SC Diogenes Hamburg 2 :
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9. Runde
19.04.2015 SC Diogenes Hamburg 2 Königsspringer Hamburg 2 :
11:00 Uhr, SIGNAL IDUNA (Betriebsrestaurant), Kapstadtring 8, 22297 Hamburg

1 Torben Schulenburg Clemens Harder 0 : 1
2 Wolfgang Hohlfeld Michael Wolter ½ : ½
3 Dominik Müller Karin Chin ½ : ½
4 Ralf Hein Markus Langmann 1 : 0
5 Christian Kalla Baldur Schroeter ½ : ½
6 Thomas Rieling Eugen Raider 1 : 0
7 Sylvin Müller‑Navarra Henry Steinfeldt ½ : ½
8 Peter Gröppel Shumon Akram ½ : ½

19.04.2015 Hamburger SK 4 SK Weisse Dame Hamburg :
19.04.2015 SV Diagonale‑Harburg FC St. Pauli 2 :
19.04.2015 FC St. Pauli 3 SK Union‑Eimsbüttel 1 : 7
19.04.2015 SK Marmstorf Königsspringer Hamburg 3 :

Ja, das war nett!

Mit stolzen vier Mannschaftspunkten Vorsprung gingen wir in das Landesligawochenende. Nachdem am Sonnabend schon einmal die Hälfte davon geschmolzen war, musste zum Erreichen des Meistertitels noch ein Mannschaftspunkt her, oder St. Pauli 2 musste straucheln.

Dass es am heutigen Tag kein Selbstgänger würde, war klar: Mit Friedrich, Jochen und Steffen fehlten drei substanzielle Spieler des Teams. Während bei uns Henry und Shumon einsprangen (danke!), erwischte es andere Mannschaften noch deutlich härter: z. B. unsere Dritte, die aufgrund krankheitsbedingter Absagen sogar nur mit 5 Spielern auflaufen konnte. Oder auch unsere Verfolger von St. Pauli 2, die 6 Mann ans Brett brachten.

Zum Kampfverlauf: Wir kommen gut aus den Startlöchern: Clemens gibt die Dame für drei Leichtfiguren und schnell wird klar, dass er deutlich aktiver steht. Michael opfert ungewöhnlich gleich einen Bauern. Dass er sich nicht darüber beschwert oder das Gesicht verzieht, sagt mir, dass alles im Lack ist. Derweil spiele ich die ersten 15 Züge meiner letzten Partie exakt nach – wieder einmal die Peter‑Knops‑Variante, wieder einmal schaut mein Gegner sehr lange rein.

Karin, Markus und Eugen haben viel Aktivität, bei Henry entwickelt sich eine recht belanglose Partie, in der vieles getauscht wird. Bei Shumon bekomme ich nichts mit. Während diese Kampfeinschätzung getroffen werden kann, ist klar, dass wir den Meistertitel bereits in der Tasche haben: St. Pauli 2 ist schon 1:4 in Rückstand geraten. Anlass für einige Punkteteilungen bei Shumon, Henry und Michael.

Ich vergebe meinen Vorteil durch weit vorgerückte Damenflügelbauern im Endspiel: ebenfalls ein Unentschieden. Dann geht es uns leider so, wie unseren Gegnern oft in der Saison: Die aussichtsreichen Stellungen kippen um. Karin stellt eine Figur ein, das Remis am Ende ist quasi geschenkt. Markus’ Königsstellung wird plötzlich vom h‑Bauern und einer Dame angeknabbert und bricht zusammen. Nachdem Clemens in souveräner Manier gewinnt und damit eine starke Saison rund beendet, spielt Eugen alleine lange die entscheidende Partie. Leider erfolglos, sodass wir diesen aussichtsreichen Kampf knapp verloren haben: Ein kleiner Tick Finesse hat heute eben gefehlt.

Der Stimmung tut das keinen Abbruch: Am Ende etwas über die Ziellinie gerumpelt, hat der zuvor herausgespielte Vorsprung doch gereicht und wir sind Hamburger Mannschaftsmeister 2015!

(Baldur Schroeter)

Quelle: Bundesliga‑Ergebnisdienst Hamburg
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/15-ksh2.php
18.05.2017, 23:21 (tr)
 
 
 
 
 
 
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