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Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 1 · Oberliga‑Nord, Staffel Nord 2014/15
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Preetzer TSV 4 5 5 4 42,5 16
2. FC St. Pauli 4 6 8 46,0 15
3. Hamburger SK 3 4 4 5 41,0 12
4. SK Johanneum Eppendorf 3 4 4 4 6 4 4 3 36,5 9
5. Königsspringer Hamburg 3 3 4 36,0 9
6. SG Turm Kiel 2 3 5 33,0 8
7. SC Diogenes Hamburg 2 5 32,5 8
8. Schachfreunde Hamburg 4 35,0 7
9. Schachfreunde Schwerin 2 4 0 4 3 28,5 4
10. SC Agon Neumünster 5 29,0 2
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Spieler
KSH
 
Mannschaftsführer:
Ilja Rosmann
H A H A H A H H A
SSN
2
SKJ
 
SFR
 
DIO
 
TUK
 
STP
 
HSK
3
NMS
 
PRE
 
1 Lamprecht, Frank 1   ½ ½   ½ 1 ½  
2 Zimmermann, Julian ½ 1 0 ½ 1 0 ½   1
3 Buhr, Carl‑Christian, Dr.                  
4 Rosmann, Ilja ½ 0 ½ 0 1 ½ ½ 0 0
5 Hess, Christian ½   1 ½       1 0
6 Schmidt, Jan Peter, Dr. 0 0 1     1 0 1 ½
7 Lampe, Jörg, Dr. ½ 1 0 0 0 ½      
8 Lindner, Daniel                  
9 Borgmeyer, Max 1 0 1 1 1 0 0 1 0
10 Wilms, Ingo   ½   ½          
11 Pfreundt, Jakob ½   ½ ½ ½ 1 1 ½ 1
12 Spät, Alexander   ½     0 0 0 1  
13 Harder, Clemens                  
14 Cremer, Jochen   1     ½     ½ ½
15 Dettmann, Steffen, Dr.             0    
16 Leiser, Sven                  
17 Hort, Max                  
18 Pfreundt, Mathis         ½       0
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1. Runde
21.09.2014 Königsspringer Hamburg Schachfreunde Schwerin 2 :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Steffen Rittemann 1 : 0
2 Julian Zimmermann Christoph Wolf ½ : ½
3 Ilja Rosmann Kerstin Kunze ½ : ½
4 Christian Hess Arvid Grahl ½ : ½
5 Dr. Jan Peter Schmidt Wilfried Heinsohn 0 : 1
6 Dr. Jörg Lampe Dieter Hasselmann ½ : ½
7 Max Borgmeyer Bernd Wandel 1 : 0
8 Jakob Pfreundt Kevin Schreiber ½ : ½

21.09.2014 SC Diogenes Hamburg Hamburger SK 3 :
21.09.2014 SG Turm Kiel Schachfreunde Hamburg :
21.09.2014 FC St. Pauli SK Johanneum Eppendorf 4 : 4
21.09.2014 SC Agon Neumünster Preetzer TSV :

Guter Start in die neue Saison

Wie letztes Jahr bescherte uns die Auslosung die zweite Mannschaft aus Schwerin, allerdings hatten wir diesmal Heimrecht. Die Schweriner meinten es gut mit uns, in dem sie ohne drei anreisten. Somit waren wir auf dem Papier insgesamt klar favorisiert. Der Kampf begann ziemlich zäh – auf allen Brettern positionelle Kämpfe, wobei Weiß (Christian, Jakob, Jörg und Julian) fast überall einen Tick besser stand – fast: Meine Gegnerin lehnte Französisch mit 2. De2 ab, wonach ein geschlossener Sizilianer entstand, in dem Schwarz keinerlei Probleme hatte. Julian wollte schnell seine Stellung verschärfen, lief jedoch in einen Konter, sein Gegner opferte ein bisschen Material, bekam dafür aber starke Initiative.

So lief es bis zur ersten Zeitkontrolle weiter, wobei die neue Bedenkzeit eine wohltuende Wirkung hatte. Max entwickelte einen Angriff auf den weißen König, Weiß verteidigte sich wenig umsichtig, wonach ein Punkt gesichert wurde. Leider konnte Jan in seiner dynamischen Stellung nicht die richtigen Impulse setzen, sodass die Schweriner zum direkten Ausgleich kamen. Die Stellung von Julian wurde nicht besser, und weil ich sonst außer Frank, der zu diesem Zeitpunkt ein ausgeglichenes Endspiel knetete, keinen sah, der gewinnen könnte, entkorkte ich in beiderseitiger Zeitnot in folgender Stellung …

Kerstin Kunze – Ilja Rosmann










… den ungemein starken Zug 29. … Dh7! , um nach 30. Dxc6? ( 30. Dxh7+ Kxh7 31. dxe4 ) 30. … Tg8 zu spielen. Die schwarzen Drohungen sind zu stark. Die Hauptdrohung ist 31. … Txg2+ 32. Kxg2 Dg7+ und anschließend 33. … Th5 matt. Ich hatte das Gefühl, dass diese Stellung gewonnen sein muss. Nach 31. Dd6 fand ich jedoch bei knapper Bedenkzeit nur die Fortsetzung 31. … Txg2+, um nach 32. Kxg2 Dg7+ 33. Dg3 Dxg3+ 34. Kxg3 Tf3+ 35. Kg2 Txe3 36. dxe4 Txe4 ein theoretisch ausgeglichenes Endspiel zu erreichen. Mit etwas mehr Spielpraxis sollte einem der relativ simple Zug 31. … Dh3! nicht entgehen. Jetzt scheitert 32. Dh6+ Dxh6 33. Lxh6 Tf6!, und einer von beiden Läufern ist weg: 34. dxe4 (34. Le3 Tfg6 ) Txh6 , und 32. Dh2 wegen 32. … Txg2+! 33. Dxg2 Dxe3+ .

Zum Glück wollte Julians Gegner nicht gewinnen. Frank zeigte seine gewohnten Qualitäten im Endspiel und sicherte uns damit den Sieg. Einen guten Einstand feierte Jakob: Er drückte die ganze Zeit, die Stellung des Gegners blieb jedoch immer solide. Eine unaufgeregte Partie spielte Christian und steuerte einen wichtigen halben Punkt bei.

Es war ein schöner Auftakt in die Saison, der bei der Betrachtung anderer Ergebnisse jedoch zeigt: Es wird nicht einfach.

(Ilja Rosmann)

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2. Runde
19.10.2014 SK Johanneum Eppendorf Königsspringer Hamburg 4 : 4
11:00 Uhr, Wilhelm‑Gymnasium (Oberstufenhaus Alfred‑Beit‑Weg), Klosterstieg 17, 20149 Hamburg

1 Rüdiger Zart Julian Zimmermann 0 : 1
2 Christoph Schröder Ilja Rosmann 1 : 0
3 Wesal Moshtael Dr. Jan Peter Schmidt 1 : 0
4 Martin Fischer Dr. Jörg Lampe 0 : 1
5 Hendrik Schüler Max Borgmeyer 1 : 0
6 Bernd Kussin Ingo Wilms ½ : ½
7 Andrej Zobel Alexander Spät ½ : ½
8 Peter Wirthgen Jochen Cremer 0 : 1

19.10.2014 Hamburger SK 3 Preetzer TSV 4 : 4
19.10.2014 Schachfreunde Schwerin 2 SC Agon Neumünster :
19.10.2014 Schachfreunde Hamburg FC St. Pauli :
19.10.2014 SC Diogenes Hamburg SG Turm Kiel 5 : 3

Hängen und Würgen

An diesem Sonntag ging es gegen den SKJE. Eine angenehme Anreise per Rad bei strahlendem Sonnenschein verhieß Gutes für den Kampf. Wir waren ersatzgeschächt, die Gegner ebenfalls. Leichte Elo‑Vorteile an den vorderen Brettern stimmten mich optimistisch. Die Eröffnungsphase verlief gemischt. Ilja kannte sich in der französischen Leben‑oder‑Tod‑Variante nicht weit genug aus und stand breit. Petzi spielte ein Doppelfianchetto und stand wohl ganz gut. Jörgs Gegner spielte Quatsch und hatte mit Weiß einen Bauern bei geringer Kompensation weniger. Bei Max, Jochen, Alex und Ingo war nicht viel los. Ich kannte 19 Züge Theorie, leider war mein Gegner noch im Buch und die Variante war remis. Zum Glück kannte ich mich nicht mehr aus und spielte was anderes und konnte leichten Vorteil erreichen. Ingo und Alex machten recht bald remis, bei Ilja war die Niederlage absehbar und ich hatte ein gutes Endspiel. Mein Gegner machte direkt einen Fehler und ich konnte gewinnen. Max stand gut, stellte aber einzügig seine Dame ein. Petzi verlor die Kontrolle und hatte einen schlechten Läufer, dann brach die Stellung zusammen. Zum Glück hatte sich Jochen rausgewurstelt und konnte einige Bauern einsammeln. Die Analyse mit Hendrik Schüler endete mit der Erkenntnis, dass Jochens Gegner nicht brettumfassend (wie soll man das schreiben?) spielte. Aha. Bei 3:4 hatte Jörg die undankbare Aufgabe, sein Endspiel mit Mehbauern bei ungleichfarbigen Läufern zu gewinnen, was er schließlich schaffte. Anschließend ging es noch ins Bolero, wo bei Earl Grey und anderen Getränken noch die Strategie für die nächsten Kämpfe ausgeklügelt wurde.

(Julian Zimmermann)

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3. Runde
09.11.2014 Königsspringer Hamburg Schachfreunde Hamburg :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Frank Sawatzki ½ : ½
2 Julian Zimmermann Dusan Nedic 0 : 1
3 Ilja Rosmann Dr. Jan‑Paul Ritscher ½ : ½
4 Christian Hess Hans Hermesmann 1 : 0
5 Dr. Jan Peter Schmidt Uwe Bokelbrink 1 : 0
6 Dr. Jörg Lampe Marco Jäckle 0 : 1
7 Max Borgmeyer Dr. Marc Klünger 1 : 0
8 Jakob Pfreundt Christian Zacharias ½ : ½

09.11.2014 SG Turm Kiel Hamburger SK 3 :
09.11.2014 FC St. Pauli SC Diogenes Hamburg :
09.11.2014 SC Agon Neumünster SK Johanneum Eppendorf 5 : 3
09.11.2014 Preetzer TSV Schachfreunde Schwerin 2 4 : 4

Dramatik pur am Riekbornweg

In der dritten Runde wartete mit den Schachfreunden Hamburg ein Gegner, der sich durch eine Reihe von Pinneberger Neuzugängen vor der Saison erheblich verstärkt hatte. Dass die Mannschaft überraschend schlecht mit 0:4 Punkten gestartet war, machte sie ähnlich einem angeschlagenen Boxer nur noch gefährlicher. Um so wichtiger war es daher, dass wir selbst mit voller Kapelle antreten konnten.

Ein erstes Anzeichen dafür, dass dieser Kampf sehr intensiv werden würde, war der besondere Eifer, mit dem der Schiedsrichter zu Werke ging. Er forderte alle Spieler auf, ihm vor der Partie ihre Handys abzuliefern, und reihte sie fein säuberlich vor sich auf. Von seinem Vorhaben, die Telefone in einem Nebenraum einzuschließen, hatte Ilja ihn offenbar gerade noch abbringen können. Wohin wird uns dieser Irrsinn gut gemeinter, aber gegen dreiste Betrüger vollkommen nutzloser Maßnahmen noch führen? Wie will der Schiedsrichter sicherstellen, dass ich nicht noch ein zweites Telefon bei mir habe oder ihm wahrheitswidrig verschweige, überhaupt eins mitgebracht zu haben? Wenn eine effektive Betrugsprävention aber ohnehin nicht möglich ist, kann man sich auch ersparen, die ehrlichen Spieler sinnlos zu belästigen.

Auf den Brettern deutete sich schon früh an, dass es viele scharfe und hart umkämpfte Partien geben würde. Eine Ausnahme war meine Begegnung gegen Bokelbrink. Nachdem er in der Eröffnung sein Zentrum überdehnt hatte, konnte ich einen Pirc‑typischen Konter anbringen, der mir dank einer kleinen Taktik einen Bauern einbrachte. Wenig später konnte ich günstig abwickeln und mittels einer Falle weiteres Material gewinnen. Der Sieg brachte uns 1:0 in Front und verscheuchte mir persönlich nach zwei Auftaktniederlagen das Gespenst einer langen Rochade.

Ziemlich einseitig verlief auch Jules Partie an Brett zwei gegen Nedic, dieses Mal allerdings zu unseren Ungunsten. Jule hatte sich als Weißer gegen Französisch auf eine lange Theorievariante eingelassen, ohne sie allerdings richtig zu kennen. Seine nach langem Überlegen gebrachte Neuerung dürfte im nächsten ›Informator‹ keine Erwähnung finden. Nedic genügte es, die naheliegenden Züge zu machen, um die weiße Stellung rasch zum Einsturz zu bringen. Angesichts der Leichtigkeit des schwarzen Sieges fragte ich mich, warum ich eigentlich nicht selbst Französisch spiele. Bei der nachträglichen Analyse entspann sich folgender denkwürdiger Dialog zwischen den beiden Kontrahenten:
Jule: »Du musstest heute einfach nur deine Züge machen!«
Nedic: »Ich mache immer meine Züge, besonders, wenn ich kein Handy habe!«

Max brachte uns daraufhin erneut in Führung, und zwar in einer für ihn ziemlich typischen Partie: Nach Misshandlung seines Nimzoinders stand er gegen Klünger positionell kurz vor dem Bankrott, nutzte dann aber sehr schön eine Ungenauigkeit, um Gegenspiel zu erlangen. Es ergab sich eine taktisch sehr komplizierte Stellung, in der Max voll auf der Höhe war.

Ilja machte unterdessen remis gegen Ritscher. Er hatte zwar einen Bauern mehr, aber bei knapp werdender Zeit traute er seinen eigenen Rechenkünsten nicht mehr, nachdem er zuvor einige Dinge übersehen hatte. Jule vermutete hinter diesem Ziehen der Notbremse ein Rezept aus der russischen Schachschule. Das Remis schien zu diesem Zeitpunkt aber auch ganz im Sinne der Mannschaft zu sein. Denn Jörg hatte sich in einer seiner geliebten Isolani‑Stellungen gegen Jäckle einen schönen Vorteil erarbeitet. Sein spektakuläres Turmopfer auf e6 war zwar eher ein Bluff, wurde aber offenbar überzeugend genug vorgetragen. Dann jedoch entfaltete sich vor den Augen der Zuschauer eine Tragödie: In großer Zeitnot sah Jörg mehrere Gewinnzüge, entschied sich aber genau für den, der die Sache noch mal kompliziert machte. Nach einer weiteren Ungenauigkeit kippte die Stellung dann plötzlich und statt der fest eingeplanten ›1‹ stand eine fette ›0‹ zu Buche.

Nach dieser kalten Dusche, die den Schachfreunden den Ausgleich bescherte, sah es mit einem Mal zappenduster für uns aus. Denn an den verbleibenden drei Brettern standen wir jeweils unter so großem Druck, dass man kein Michael Wolter sein musste, um uns mit einer 3:5‑Niederlage noch für gut bedient zu halten. Christian war gegen Hermesmann die ganze Partie über leicht am Drücker gewesen, hatte nun aber einen Bauern weniger. Jakob war nach unübersichtlichem Mittelspiel gegen Zacharias in einem gruseligen Turmendspiel mit Minusbauern gelandet. Frank schließlich hatte gegen Sawatzki zu passiv agiert und musste einzige Züge machen, um den Laden einigermaßen zusammenzuhalten.

Für die überraschende Wende sorgte dann Christian. Er hatte Gegenspiel aus dem Hut gezaubert und ein paar unangenehme Drohungen gegen den schwarzen König aufgestellt, die seinen Gegner offenbar aus der Fassung brachten. Ein Endspiel mit Minusbauern vor Augen, übersah Hermesmann eine Springergabel, die einen Turm kostete. Nach dieser erneuten Führung konnten wir plötzlich wieder auf ein 4:4 hoffen. Und tatsächlich: Jakob schaffte es dank zäher Verteidigung, sein Endspiel zu halten. Das ist das Holz, aus dem Talente geschnitzt sind!

Damit konnte Frank nun alles klarmachen. Nach mehreren Stunden Spielzeit, diversen Zeitnotphasen und einem nicht immer glücklich agierenden Schiedsrichter war die Situation am Brett spürbar angespannt. Mit Bangen hatten wir zudem zwischendurch mitansehen müssen, wie Franks Gegner eine Gewinnabwicklung ausließ. Schließlich gelang es Frank, sich in ein Endspiel zu retten, in dem nur noch er auf Gewinn spielen konnte. Hier ergab sich nun eine kuriose Szene: Sawatzki reklamierte remis durch Zugwiederholung, was Frank, der über den Gesamtspielstand nicht auf dem Laufenden war, sich erst zeigen lassen wollte. Bei der Rekonstruktion der Partie gerieten der Schiedsrichter und ein sichtlich aufgewühlter Sawatzki mehrfach aneinander. Schließlich gaben sich aber alle versöhnlich die Hand.

Selten hat man einen so umkämpften Mannschaftskampf gesehen. Die Schachfreunde werden zurecht etwas mit ihrem Schicksal hadern, nachdem sie nun zum dritten Mal in Folge 3,5:4,5 verloren haben. Wir hingegen haben zwei weitere wichtige Punkte gesammelt, von denen sich noch zeigen wird, wozu sie am Ende gut sind.

(Jan Peter Schmidt)

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4. Runde
07.12.2014 SC Diogenes Hamburg Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, Altentagesstätte der LAB‑Gemeinschaft Hamm, Fahrenkamp 27, 20535 Hamburg

1 Dr. Markus Hochgräfe Frank Lamprecht ½ : ½
2 Roman Korba Julian Zimmermann ½ : ½
3 Fabian Schulenburg Ilja Rosmann 1 : 0
4 Tsung Chen Christian Hess ½ : ½
5 Axel Stephan Dr. Jörg Lampe 1 : 0
6 Stefan Gottuk Max Borgmeyer 0 : 1
7 Christian Laqua Ingo Wilms ½ : ½
8 Dr. Holger Mach Jakob Pfreundt ½ : ½

07.12.2014 Hamburger SK 3 Schachfreunde Schwerin 2 :
07.12.2014 SK Johanneum Eppendorf Preetzer TSV 3 : 5
07.12.2014 Schachfreunde Hamburg SC Agon Neumünster :
07.12.2014 SG Turm Kiel FC St. Pauli 2 : 6
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5. Runde
18.01.2015 Königsspringer Hamburg SG Turm Kiel :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Ferdinand Voelzke 1 : 0
2 Ilja Rosmann Carsten Hoi 1 : 0
3 Dr. Jörg Lampe Mads Boe 0 : 1
4 Max Borgmeyer Dr. Ralph Junge 1 : 0
5 Jakob Pfreundt Matthias Budzyn ½ : ½
6 Alexander Spät Rolf Luckow 0 : 1
7 Jochen Cremer Thomas Böhm ½ : ½
8 Mathis Pfreundt Hartmut Winkelmann ½ : ½

18.01.2015 FC St. Pauli Hamburger SK 3 :
18.01.2015 SC Agon Neumünster SC Diogenes Hamburg :
18.01.2015 Preetzer TSV Schachfreunde Hamburg :
18.01.2015 Schachfreunde Schwerin 2 SK Johanneum Eppendorf 4 : 4

Kiel? Da war doch was!

Endspiel in Kiel hieß es letzes Jahr. In Runde 7 kurz vor den Abstiegsrängen schickten wir letztes Jahr das letzte Aufgebot nach Kiel, gewannen überraschenderweise 5:3 und entrannen knapp dem Abstieg. Dieses Jahr gestaltet sich die Tabellensituation zwar komfortabler, die Aufstellung war jedoch nominell noch schwächer als letztes Jahr. Wir spielten mit Nr. 2, 4, 7, 9, 11, 12, 14 und 18. Kiel musste lediglich Brett 3 ersetzen. Als die Kieler unsere Aufstellung sahen waren sie sich einig: »Die Köngisspringer, die stellen gegen uns immer irgendwie auf, sodass man sich nicht vorbereiten kann und dann kriegen wir auf die Mütze.« Zumindest psychologisch waren wir also schonmal im Vorteil. Schade natürlich, dass bei Kiel einer fehlte sonst wäre es zum lang ersehnten Mads‑Bo‑gegen‑Max‑Bo‑Duell gekommen. So hatten beide Bos nach der Eröffnung mit Weiß nicht wirklich was, Mathis und Ilja standen ganz gut, bei Jochen gab’s Blackmar‑Diemar‑Gambit. Jakob spielte mal wieder Philidor, ohne ihn zu kennen, bei Ilja stand ein Pirc auf dem Brett. Alex spielte Fantasy und geriet bald ins Hintertreffen. Währendessen einigte sich Mathis mit seinem Gegner auf Remis. Nun ging es zunächst Schlag auf Schlag. Ich hatte es mit einem – Zitat Max Bo – »Vorstopper« zu tun. Ich kam schnell in Vorteil, spielte dann jedoch ziemlich ungenau, konnte dann aber eine entscheidende Taktik anbringen. Dies gelang auch Max, der eigentlich ganz schön dünn stand. Aber auf Dauer kann das kein Glück sein. Stark! Alex verlor und Ilja gewann wie auch letztes Jahr gegen GM Hoi. Nun standen 3,5 Punkte zu Buche und noch 3 Endspiele auf dem Brett, die eingangs alle verloren schienen. Jakob hatte eine Qualle weniger, aber anscheinend Kompensation, Jochen ein dünnes Turmendspiel und Jörg hatte sich eine Qualle gegen zwei Bauern abluchsen lassen, jedoch war recht früh klar, dass hier der Turm überlegen war. So musste er dann auch bald die Segel streichen, während Jakob Bauer um Bauer gewann und am Ende mit Springer und zwei verbundenen Freibauren auf den Gewinn drückte. Der Gegner konnte jedoch beweisen, dass die Stellung theoretisch remis ist. Nun lag es an Jochen, dessen Turmendspiel, linke Tasche, rechte Tasche, vorne wie hinten und überhaupt durchgehend verloren erschien. Ich habe dort nicht alles gesehen, jedoch hat der Gegner wohl zwischendurch den falschen Bauern mitgenommen und irgendwie schaffte es Jochen nach 5,5 Stunden zu entwischen. 4,5 Punkte! Achja, es ging Kiel da war doch was!

(Julian Zimmermann)

↑
↓
6. Runde
01.02.2015 FC St. Pauli Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, Clubheim des FC St. Pauli, Harald‑Stender‑Platz 1, 20359 Hamburg

1 Aljoscha Feuerstack Frank Lamprecht ½ : ½
2 Martin Voigt Julian Zimmermann 1 : 0
3 Rüdiger Breyther Ilja Rosmann ½ : ½
4 Maik Richter Dr. Jan Peter Schmidt 0 : 1
5 Patrick Stenner Dr. Jörg Lampe ½ : ½
6 Alvaro Perez de Miguel Max Borgmeyer 1 : 0
7 Andreas Mitscherling Jakob Pfreundt 0 : 1
8 Artur Reuber Alexander Spät 1 : 0

01.02.2015 Hamburger SK 3 SK Johanneum Eppendorf 4 : 4
01.02.2015 Schachfreunde Hamburg Schachfreunde Schwerin 2 :
01.02.2015 SC Diogenes Hamburg Preetzer TSV :
01.02.2015 SG Turm Kiel SC Agon Neumünster :

Knappe Niederlage auf St. Pauli

Nach dem grandiosen Sieg unserer stark ersatzgeschwächten Mannschaft gegen Kiel wollten wir den Schwung nutzen, um – nun wieder annähernd in Bestbesetzung – dem Tabellenführer St. Pauli ein Bein zu stellen und uns selbst wieder an die Spitze heranzukämpfen. Schon früh gerieten wir allerdings in die Defensive. Frank an eins wollte mit den weißen Steinen gegen ›Mr. 100%‹ Feuerstack auf Nummer sicher gehen und schickte zwei dicht gestaffelte Vierabwehrketten auf Feld, verbunden mit der taktischen Anweisung an seine Spieler, Ausflüge in die gegnerische Hälfte auf ein Minimum zu beschränken. Jörg an fünf gegen Stenner verbrauchte in einem Nebenabspiel des Panow Unmengen an Zeit und hatte nach mehreren ungenauen Zügen schon große Mühe, die Hose noch einigermaßen festzuhalten. Max an sechs hatte seinen leidgeprüften Nimzo‑Inder ausrangiert und durch die Meraner Variante ersetzt, nur um sich nach Abschluss der Eröffnung einmal mehr in einer sehr verdächtigen Stellung wiederzufinden.

Angesichts dieser Entwicklungen lehnte ich an vier mit Schwarz ein frühes Remisangehot meines Gegners Maik Richter ab, der mir in einem altindischen Stellungstypen durch zögerliches Spiel erlaubt hatte, am Damenflügel leichte Initiative zu entfalten. In der Folge gelang es mir allerdings nicht, den Druck zu verstärken. Um meine Gewinnchancen am Leben zu erhalten, ließ ich mich auf eine Abwicklung ein, die meinem Gegner einen gedeckten Freibauern verschaffte, mir dafür Spiel auf den schwarzen Feldern und vage Aussichten auf einen Königsangriff. Und was soll ich sagen, sechs Züge später übersah mein Gegner ein zweizügiges Matt! Bei der anschließenden Analyse offenbarte sich ein kurioser Zufall: Beide Spieler erwarten in Kürze die Geburt eines Kindes, sogar fast exakt am selben Tag! Mein Gegner war dadurch aber offenbar mehr in der Konzentration beeinträchtigt worden als ich.

Als nächstes endete Jörgs Partie. Er hatte seine schwierige Stellung mit sehr wenig Zeit auf der Uhr zäh verteidigt und in dem taktischen Handgemenge kurzzeitig wohl sogar eine Gewinnchance ausgelassen. Das Remis war aber trotzdem ein gutes Ergebnis. Unser bisheriger Topscorer Max musste leider anschließend die Segel streichen. Er hatte sich wie üblich in die Partie zurückgekämpft und einen Angriff gegen den weißen König entfacht. Sein Gegner behielt in der komplizierten Stellung aber die Übersicht und konnte in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Max schwor uns nach dem Kampf Stein und Bein, dass er an irgendeiner Stelle »klar auf Gewinn« gestanden habe, aber angesichts unserer Erfahrungen mit den Max’schen Stellungseinschätzungen überwog eine gewisse Skepsis.

Jakob ›Tigran‹ Pfreundt legte an sieben derweil ein positionelles Meisterstück hin. Durch Zugumstellung in einen Abtausch‑Franzosen gelangt, seit neuestem seine Leib‑ und Magenvariante, häufte er im Stile eines Petrosian oder Karpov Minivorteil um Minivorteil an und brachte die Figurenstellung seines Gegners völlig durcheinander. Schließlich war ein schwarzer Turm auf d6 so unglücklich eingemauert, dass Jakob mit einem schönen Trick die Qualität gewinnen konnte. Das Endspiel fuhr er sicher nach Hause.

Bei Frank gab es noch ein paar Turbulenzen, die ich nicht genau mitbekommen habe, doch am Ende hielt der Abwehrriegel. Somit alles richtig gemacht. Nun hatten wir zwar drei Punkte, es war aber klar, dass es maximal noch vier werden würden. Denn Alex hatte an acht gegen Artur Reuber eine Abwicklung übersehen, bei der er zwar die Dame gewann, selbst aber zu viel Material dabei verlor. Er verteidigte sich noch lange, letztlich aber vergeblich. Ilja hatte an Brett drei gegen Breyther ebenfalls die Dame gegeben, dafür aber nur Turm und Läufer bekommen. Sein Gegner revanchierte sich allerdings und ließ einen starken Angriff auf den Punkt g7 zu. Möglicherweise gab es im 40. Zug sogar einen studienartigen Gewinn für Ilja, aber mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr war es unmöglich, diesen zu sehen. Daher wickelte Ilja in ein remises Turmendspiel ab.

Nun hing beim Stande von 3,5:3,5 alles von Jules Partie an zwei gegen Voigt ab. Jule war mit seinem Sizilianer bequem aus der Eröffnung gekommen und besaß in einem komplizierten Mittelspiel gute Chancen. Irgendwo verpasste er dann aber die richtige Fortsetzung und landete in einem Endspiel mit zwei Minusbauern. Zwar besaß Jule einige Kompensation in Form von Spiel gegen den weißen König, doch keine der vielen verlockenden Möglichkeiten reichte zu einem klaren Remis. Jule gelang es zwar noch, einen Bauern zurückzugewinnen, konnte das anschließende Turmendspiel aber leider nicht halten. Bitter!

St. Pauli marschiert damit weiter in Richtung 2. Liga, während wir trotz der Niederlage immer noch auf Platz drei stehen. Der Abstand zu den übrigen Teams ist allerdings deutlich geringer geworden, sodass wir uns bemühen sollten, in der nächsten Runde den Klassenerhalt endgültig klarzumachen.

(Jan Peter Schmidt)

↑
↓
7. Runde
22.02.2015 Königsspringer Hamburg Hamburger SK 3 3 : 5
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Markus Lindinger 1 : 0
2 Julian Zimmermann Hartmut Zieher ½ : ½
3 Ilja Rosmann Derek Gaede ½ : ½
4 Dr. Jan Peter Schmidt Norbert Schumacher 0 : 1
5 Max Borgmeyer Björn Bente 0 : 1
6 Jakob Pfreundt David‑Geffrey Meier 1 : 0
7 Alexander Spät Jade Schmidt 0 : 1
8 Dr. Steffen Dettmann Bardhyl Uksini 0 : 1

22.02.2015 SC Agon Neumünster FC St. Pauli :
22.02.2015 Preetzer TSV SG Turm Kiel :
22.02.2015 Schachfreunde Schwerin 2 SC Diogenes Hamburg :
22.02.2015 SK Johanneum Eppendorf Schachfreunde Hamburg 4 : 4
↑
↓
8. Runde
15.03.2015 Königsspringer Hamburg SC Agon Neumünster :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Frank Hagenstein ½ : ½
2 Ilja Rosmann Ralf Menzel 0 : 1
3 Christian Hess Jens Wulf von Moers 1 : 0
4 Dr. Jan Peter Schmidt Eckart Ressler 1 : 0
5 Max Borgmeyer Joachim Neumann 1 : 0
6 Jakob Pfreundt Wolfgang Grohde ½ : ½
7 Alexander Spät Frank Neumann 1 : 0
8 Jochen Cremer Jan‑Hendrik Lorenzen ½ : ½

15.03.2015 Hamburger SK 3 Schachfreunde Hamburg :
15.03.2015 SC Diogenes Hamburg SK Johanneum Eppendorf 2 : 6
15.03.2015 SG Turm Kiel Schachfreunde Schwerin 2 5 : 3
15.03.2015 FC St. Pauli Preetzer TSV :
↑
↓
9. Runde
12.04.2015 Preetzer TSV Königsspringer Hamburg 5 : 3
11:00 Uhr, PTSV‑Sportheim, Lindenstr. 37, 24211 Preetz

1 Steffen Pedersen Julian Zimmermann 0 : 1
2 Nicolai Vesterbaek Pedersen Ilja Rosmann 1 : 0
3 Mads Hansen Christian Hess 1 : 0
4 Bjorn Moller Ochsner Dr. Jan Peter Schmidt ½ : ½
5 Giso Jahncke Max Borgmeyer 1 : 0
6 Frank Schwarz Jakob Pfreundt 0 : 1
7 Kai Reinecker Jochen Cremer ½ : ½
8 Carsten Hamann Mathis Pfreundt 1 : 0

12.04.2015 SC Agon Neumünster Hamburger SK 3 :
12.04.2015 Schachfreunde Schwerin 2 FC St. Pauli 0 : 8
12.04.2015 SK Johanneum Eppendorf SG Turm Kiel :
12.04.2015 Schachfreunde Hamburg SC Diogenes Hamburg :

Abschlussbericht OLNN 14/15

Wie so oft mussten wir in der letzten Runde gegen Preetz auftreten. Für uns ging es sportlich um nichts mehr, während Preetz unbedingt gewinnen musste, um den ersten Platz vor St. Pauli zu behalten und in die 2. Liga aufzusteigen. Obwohl Preetz nominell an jedem Brett besser bis deutlich besser einzuschätzen ist, hatten wir in der Vergangenheit gegen sie recht gut gepunktet: 2013/14 – 4:4, 2012/13 – 4:4, 2011/12 – 4½:3½, 2010/11 – 4½:3½. Diesmal wurde unsere Aufgabe zusätzlich erschwert, da Frank urlaubsbedingt nicht konnte und Mathis erst um 08:30 Uhr für den erkrankten Alex einsprang (Extra Dank dafür!), und als Belohnung am 8. Brett unvorbereitet mit Schwarz spielen durfte.

Nachdem Jochen den Weg zum Treffpunkt über Quickborn nun doch gefunden hatte, ging es dann mit zwei Autos Richtung Preetz weiter. Da Jule etwas früher vor Ort war, konnte er die Mannschaftsaufstellung rechtzeitig abgeben. Der Rest der Mannschaft fand sich zwischen 10:45 Uhr und 10:50 Uhr vor Ort, was noch durchaus akzeptabel ist.

Vier Dänen boten die Preetzer in Ihrer Aufstellung – dafür gönnte sich Andreas Plüg eine Verschnaufpause.

Zum Kampf: Am ersten Brett zeigte Jule überzeugend, wie gut er manchmal doch improvisieren kann. Bis zum neunten Zug folgten beide einer Partie Naiditsch – Aronian:

Naiditsch,A (2706) – Aronian,L (2777) [C47]
3rd Grenke Chess Classic Baden Baden GER (7.3), 09.02.2015

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Sc3 Sf6 4. d4 exd4 5. Sxd4 Lb4 6. Sxc6 bxc6 7. Ld3 O‑O 8. O‑O Te8 9. Df3 Ld6










Stellung nach 9. … Ld6

Auf den ersten Blick ist es völlig unklar, was die schwarzen Figuren sollen. Der Lc8 bleibt unentwickelt, der Ld6 muss bald wieder ziehen, … Einiges spricht also dafür, dass Weiß hier Möglichkeiten haben sollte, Vorteil zu erlangen.

Der sogenannte Buch‑Zug hier ist 10. Lf4 – was in Verbindung mit oben genannten Überlegungen mir nicht logisch erscheint. So spielte ebenfalls auch Naidisch und die Partie endete remis.

10. Lf4 Lxf4 11. Dxf4 d6 12. Tae1 Sd7 13. Dd2 Sc5 14. f4 a5 15. b3 Df6 16. e5 Dd8 17. Tf3 Sxd3 18. Dxd3 Dh4 19. g3 Dd8 20. Tfe3 Lg4 21. Se4 dxe5 22. Sf2 Dxd3 23. Sxd3 Lf5 24. Txe5 Txe5 25. Txe5 g6 26. Kf2 Lxd3 27. cxd3 a4 28. b4 a3 29. Ke3 Tb8 30. Te4 Kf8 31. Tc4 c5 32. bxc5 Tb2 33. Kd4 Txa2 34. Ta4 Txh2 35. Txa3 Ke7 36. Kd5 Kd7 37. g4 Th3 38. c6+ Ke7 39. Ta7 Txd3+ 40. Ke4 Tc3 41. Txc7+ Ke6 42. Tc8 Kd6 43. Td8+ Ke6 44. Te8+ Kd6 45. Td8+ Ke6 46. f5+ gxf5+ 47. gxf5+ Ke7 48. Td7+ Ke8 49. Td6 Ke7 50. Th6 Tc5 51. Kf4 Td5 52. Txh7 Td6 53. Kg5 Txc6 54. Th8 Tc1 55. Ta8 ½:½

Jule hatte mehr Lust auf Schach (das ist der kultivierte Ausdruck für »mehr Eier«) und entkorkte 10. g4!? Auf die Schnelle gefällt dieser Zug keiner Engine, obwohl er einen ganz einfachen und klaren Plan verfolgt: g5, Dg2, f4. Stockfish empfiehlt hier 10. … h6, was Steffen Pedersen auch gespielt hat. Nach 11. g5 spielte er jedoch 11. … Sh7? 12. gxh6 g6, was bereits klaren weißen Vorteil bedeutete, welchen Jule souverän nach Hause brachte. Es hätte nach Stockfish kommen können: 11. … hxg5 12. Lxg5 Le5 13. Dg2! d5 14. f4! Lxc3 15. e5! .

Julian Zimmermann – Steffen Pedersen










Stellung nach 15. e5!

Ich habe ungewollt auch etwas improvisiert, gegen den anderen Pedersen. In einer bekannten Stellung des Damengambits folgte der selten gespielte Zug 7. … c5!? Wie Jan anschließend meinte, eine Art verzögerter Tarrasch.

Nicolai Vesterbaek Pedersen – Ilja Rosmann










Stellung vor 7. … c5!?

Obwohl der Rechner diesen Zug auch nicht schlecht findet, gibt es kaum Partien auf hohem Niveau. In der Folge war die Stellung leicht besser für Weiß, bis ich mit dem 15. Zug beschlossen habe, meine Dame für Turm und Läufer zu opfern. Dabei fand ich schnell heraus, dass ich die Dame doch unterschätzt habe. Der große Vorteil der Dame liegt unter anderem auch darin, dass man sie bei guter Gelegenheit auch zurückgeben kann. Das hat mein Gegner einige Züge später auch getan, dabei jedoch zwei Bauern mitgenommen. Das anschließende Endspiel war ziemlich trostlos.

Ansonsten habe ich leider nicht wirklich viel mitbekommen. Jakob spielte eine typische Jakob‑Partie: die meisten Anwesenden haben nichts verstanden, aber er muss wohl alles richtig gemacht haben. Jan konnte seinen Gegner in der Eröffnung mit der wahrscheinlich bekannten Gambit‑Variante im Königsindisch überraschen. Für den Bauer gab es ziemlich lange viel Druck, sodass am Ende ein halber Punkt zu Buche stand. Christian hat wohl in der ersten Zeitnotphase nicht optimal gespielt, während Jochen nach der Eröffnung schnell remis offerierte.

Max konnte in der Eröffnung um den 12. Zug einen Vorteil bekommen, in dem er mit seinem Springer einen Bauern, der von einem anderen Bauern gedeckt war, geschlagen hätte. Es sah nach der Analyse im Clubheim so aus, als ob das Opfer besser abgelehnt werden sollte. Somit hätte Max einen Bauern mehr gehabt. Es war jedoch am Brett recht schwer zu berechnen. In der Partie konnte Schwarz positionelle Vorteile schnell ummünzen und Max zur Aufgabe zwingen.

Bleibt noch Mathis: Wie ein Tier gekämpft, fünf Stunden lang. In einer für ihn unbekannten Stellung investierte Mathis viel Zeit, verteidigte sich jedoch sehr umsichtig, fand aus der Ferne betrachtet viele starke Züge und hatte in jedem Fall einen halben Punkt verdient, musste sich jedoch zum Schluss noch an den alten Onkel François‑André Danican Philidor erinnern. Der (vermutlich) Müdigkeit geschuldet ist es leider nicht geschehen, sodass am Ende dieser epischen Partie eine immerhin schwarze Null stand.

Zum Saisonverlauf: Hervorheben möchte ich die 6 Partien von Frank mit +2 am Ende, 8 Partien von Jule mit +1, tolle Leistung von Jakob mit +3 aus 8 Partien und ohne Niederlage (wenn ich mich richtig erinnere, stand Jakob, im Gegensatz zu allen anderen, auch in keiner einzigen Partie kritisch), der sich u. a. auch dadurch für die höheren Aufgaben empfohlen hat, ein kompromissloser Max mit 5 Siegen und 4 runden Ergebnissen, solider Christian mit +1 aus 5 Partien, Jan mit 50 % aus 7 Partien, der als junger Vater genauso gut punktet wie in der Zeit davor, Jochen, der als Ersatzspieler auf 4 Partien kam mit +1 am Ende, und ein grandioses Debüt in der Oberliga von Mathis.

Ein besonderer Dank an Julian, der sich stets für die Belange der Mannschaft interessiert und mich auch unterstützt hat. Danke auch an Martin, der bei Heimkämpfen oft die Uhren bereits am Freitag geprüft hat und wenn es möglich war, auch alles aufgebaut hat.

(Ilja Rosmann)

Quelle: Bundesliga‑Ergebnisdienst Hamburg
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/15-ksh1.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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