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www.kshamburg.de
 
 
Chronik: Archiv
Mittwoch, 22. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 1 · Oberliga‑Nord, Staffel Nord 2013/14
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Schachfreunde Schwerin 4 4 5 4 7 6 44,5 13
2. Preetzer TSV 4 8 4 4 6 43,0 13
3. FC St. Pauli 0 4 5 35,0 11
4. SC Diogenes Hamburg 4 4 3 4 39,5 9
5. Königsspringer Hamburg 4 4 5 5 3 4 33,5 9
6. SG Turm Kiel 4 3 3 4 5 33,0 8
7. Schachfreunde Hamburg 3 2 5 32,0 8
8. Hamburger SK 3 4 5 35,5 7
9. Pinneberger SC 1 4 4 4 30,5 7
10. Lübecker SV 2 2 3 3 4 33,5 5
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Spieler
KSH
 
Mannschaftsführer:
Ilja Rosmann
A H A A H A H A H
SSN
 
PRE
 
LÜB
2
DIO
 
STP
 
TUK
 
HSK
3
SFR
 
PIN
 
1 Lamprecht, Frank 1     1 0       0
2 Pajeken, Wolfgang ½ 0 ½         0  
3 Zimmermann, Julian 0 1 ½ ½ 1   0 0 1
4 Rosmann, Ilja ½ 0 1 1 ½ 1 ½ 1 0
5 Buhr, Carl‑Christian, Dr.                  
6 Hess, Christian ½     1   1   ½ 0
7 Schmidt, Jan Peter, Dr. 1 ½   ½ ½   ½ 0 ½
8 Lampe, Jörg, Dr. 0 1 ½   0 1 0 0 ½
9 Wagner, Friedrich, Dr.   0 0     0 ½   1
10 Stanau, Guido   ½ 0   1 1   1
11 Bruhn, Boris       ½   0 ½    
12 Cremer, Jochen         ½        
13 Wilms, Ingo                  
14 Harder, Clemens                  
15 Seifer, Gregor     0         0  
16 Spät, Alexander 1 1 0 ½ ½ ½ 0 0  
17 Pfreundt, Jakob         1 ½      
18 Hort, Max                  
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1. Runde
13.10.2013 Schachfreunde Schwerin Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, Vereinslokal, Lübecker Str. 57, 19053 Schwerin

1 Lajos Seres Frank Lamprecht 0 : 1
2 Hendrik Reichmann Wolfgang Pajeken ½ : ½
3 Sebastian Kesten Julian Zimmermann 1 : 0
4 Karsten Schulz Ilja Rosmann ½ : ½
5 Arvid Grahl Christian Hess ½ : ½
6 Morten Weyrich Dr. Jan Peter Schmidt 0 : 1
7 Jörg Pachow Dr. Jörg Lampe 1 : 0
8 Steffen Rittemann Alexander Spät 0 : 1

13.10.2013 Hamburger SK 3 SC Diogenes Hamburg :
13.10.2013 Schachfreunde Hamburg SG Turm Kiel 5 : 3
13.10.2013 Pinneberger SC FC St. Pauli :
13.10.2013 Preetzer TSV Lübecker SV 2 :

Guter Start in Schwerin

Die Auslosung bescherte uns die 1. Runde in Schwerin. Da die Zugverbindungen ungünstig sind, zumindest wenn die Runde um 11:00 Uhr beginnt, wurde beschlossen, mit den Autos anzureisen. Nachdem die Finessen der deutschen Sprache in Bezug auf die Bedeutung der Präpositionen ›bei‹, ›an‹ und ›gegenüber‹ geklärt wurden, fuhren wir schon los. Für das Mannschaftsführerauto wurde eine Ankunftszeit von 10:35 Uhr eingeplant. Das zweite Auto sollte etwa 10 Minuten später eintreffen. Unerwarteterweise war eine Autobahnausfahrt gesperrt, sodass die erzwungene Umleitung zusätzliche 10 Minuten an Fahren einbrachte. Trotz dieser Unwägbarkeiten konnten wir die Mannschaftsaufstellung rechtzeitig abgeben.

Zum Spielverlauf: Wir konnten fast die beste Aufstellung bieten. Schachfreunde Schwerin spielten zwar ohne 1 und 3, jedoch immer noch mit 2200 (gelesen: zweizwei) am 8. Brett. Es wurde enger Kampf erwartet, und so kam es auch. Als Erster wurde Christian fertig, der nach der gefühlten halben Stunde einer Zugwiederholung nicht sinnvoll ausweichen konnte. Frank wurde von seinem Gegner nach drei unverstandenen Zügen zum Angreifen eingeladen. Frank nahm diese Einladung auch an. Julian bekam in der Rossolimo‑Variante eine schöne Angriffsstellung, Jörg hatte im c3‑Siz keine schöne Angriffsstellung, griff aber trotzdem an, Alex hatte soliden Franzosen, Wolfgang erhielt eine typische Wolfgang‑Stellung.

Es bleiben noch Jan und Ilja. Beide hatten Schwarz, beide Englisch auf dem Brett. Während Jan als Englisch‑Experte uns nach dem Spiel die kleinen Feinheiten der Eröffnung erklärte, beschloss Ilja, der Englisch an den Tagen zuvor nicht explizit vorbereitete, mit Schwarz eine übersichtliche, ausgeglichene und wenig erforschte Stellung zu erreichen. Dies geschah auch nach den Zügen 1.c4 e5 2.g3 d5!? 3.cd Dxd5 4.Sf3 Sc6 5.Sc3 Da5. Das Hauptproblem in dieser Stellung ist Folgendes: Während Houdini je nach Zugfolge zwischen 0.02 und 0.20 pendelt, pendeln die Pulsschläge der Mannschaftskameraden zwischen 80 und 100, und zwar unabhängig von der Zugfolge.

Es kam, wie es kommen musste: Alex’ Gegner verkomplizierte die Stellung und blieb recht schnell ohne Figur, Punkt für Alex, sehr schöner Sieg! Frank entwickelte einen sehr starken Angriff, dem sein Gegenüber nichts mehr widersetzen konnte. Am Ende brachte ein hübsches Figurenopfer die Entscheidung. Jan spielte stark, eine großangelegte Partie an beiden Flügeln, er provozierte den Gegner, der machte Schwächen, am Ende schnitt Weiß die Rückzugsmöglichkeiten seiner Dame, und diese war dann auch weg. Ilja forcierte durch eine Zugwiederholung remis, und somit hatten wir bereits vier Punkte bei noch drei laufenden Partien.

Während Julian zuerst nicht den richtigen Plan und dann noch nicht die richtigen Züge fand, verteidigte Jörg eine recht aussichtslose Stellung, beide mit knapper Bedenkzeit. Während allen Anwesenden klar war, dass die Entscheidung des Kampfes an Wolfgangs Brett fallen wird, bot Wolfgang in vermutlich gleicher, aber noch inhaltsreicher Stellung remis an. Zur unserer Überraschung stand der Gegner auf, schaute sich die beiden anderen Stellungen zuerst an, setzte sich auf seinen Platz und nahm Wolfgangs Angebot an. Uns soll es recht sein.

Es war ein schöner Auftakt in die Saison, der die Hoffnung auf mehr macht. Danke an alle!

(Ilja Rosmann)

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2. Runde
10.11.2013 Königsspringer Hamburg Preetzer TSV 4 : 4
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Wolfgang Pajeken Steffen Pedersen 0 : 1
2 Julian Zimmermann Nicolai Vesterbaek Pedersen 1 : 0
3 Ilja Rosmann Andreas Plüg 0 : 1
4 Dr. Jan Peter Schmidt Giso Jahncke ½ : ½
5 Dr. Jörg Lampe Frank Schwarz 1 : 0
6 Dr. Friedrich Wagner Kai Reinecker 0 : 1
7 Guido Stanau Kai Junge ½ : ½
8 Alexander Spät Carsten Hamann 1 : 0

10.11.2013 SC Diogenes Hamburg Lübecker SV 2 :
10.11.2013 FC St. Pauli Schachfreunde Schwerin :
10.11.2013 SG Turm Kiel Pinneberger SC 4 : 4
10.11.2013 Hamburger SK 3 Schachfreunde Hamburg :

Spannung pur

… wurde am heutigen Sonntag im Clubheim geboten. Zu Gast hatten wir den Preetzer TSV, welcher mit 2 dänischen IMs antrat. Bei uns fehlten Christian und Frank, dafür kamen Guido und Friedrich zu ihrem ersten Einsatz. Die beiden waren aus meiner Sicht auch gleich die Hauptakteure: Guido verwechselte die Züge und stand breit, während Friedrich irgendwie Material gewinnen konnte. Wolfgang dachte sich, wenn Ilja die Dame früh rauszieht obwohl das ziemlich dünn ist, holt er eigentlich immer remis, ich probier das auch mal.

Mein Gegner scheint mich mit irgendwelchen Zugfolgen foppen zu wollen, aber mir scheint eher, dass er die Zugfolge nicht kennt, wir landen dann doch in einer Najdorf‑Hauptvariante, er bietet remis, ich lehne ab. Ich habe Angriff und Houdini spuckt einige Gewinnvarianten für mich aus, ich denke mein Gegner konnte eine Figur gewinnen, stimmt aber nicht und mein geplantes Opfer wäre auch gegangen, naja kommt alles anders, ich gewinne irgendwie im Angriff.

Ilja spielt gegen Willie‑Aufbau und macht genau das, was man dagegen nicht tun sollte: angreifen. Er wird klassisch ausgekontert und in der russischen Schachschule wurde wohl auch keine KSH‑Fopperei gelehrt; 1:1. Guido bekommt komischerweise Spiel und sein Gegner forciert Dauerschach, Wolfgang geht mit 2 Mehrbauern im gegnerischen Angriff unter und ist wie so oft derjenige, der sich am meisten ärgert. Alex hat die Eröffnung nicht so toll gespielt, sein Gegner dafür den Rest der Partie nicht, Alex gewinnt. Friedrich hatte zwar mal einen Mehrbauern, aber irgendwie ist Material verloren gegangen und das Festung bauen klappt auch nicht.

Petzi hat irgendwie einen kleinen Vorteil und überlegt eine Zugwiederholung einzugehen. Ich denke, dass Jörg wohl gewinnen wird und es dann 3,5:3,5 steht. Petzi spielt weiter und im 40. Zug scheint eine Figur weg zu sein, der Gegner sieht es nicht, oder hat er etwa gesehen, dass es nicht geht? Mir jedenfalls fällt ein Stein vom Herzen. Jörg eiert im gewonnenen Endspiel unglaublich rum und lässt wiederholt seine Uhr auf wenige Sekunden runtertickern, während Petzi ein gutes Läuferendspiel erreicht. Mir ist es zu spannend und ich höre nur ständige Wasserstandsmeldungen: »Jörg gewinnt«, »Jörg gewinnt nicht mehr«, »Petzi ist dünn«, »Petzi gewinnt«, usw. … Ilja scheint Ahnung von Endspielen zu haben und schätzt Petzis Stellung korrekt zum Remis ab, während Jörg doch noch gewinnt.

4:4! Ein spannender Kampf, dessen Ergebnis in Ordnung geht.

(Julian Zimmermann)

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3. Runde
24.11.2013 Lübecker SV 2 Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, LSV‑Vereinsräume, Sophienstr. 19–21, 23560 Lübeck

1 Thomas Thannheiser Wolfgang Pajeken ½ : ½
2 Sergej Salov Julian Zimmermann ½ : ½
3 Thilo Koop Ilja Rosmann 0 : 1
4 Dr. Ulrich Sieg Dr. Jörg Lampe ½ : ½
5 Wolf Reimer Dr. Friedrich Wagner 1 : 0
6 Artur Kevorkov Guido Stanau 1 : 0
7 Kevin Kololli Gregor Seifer 1 : 0
8 Martin Kololli Alexander Spät 1 : 0

24.11.2013 Schachfreunde Hamburg SC Diogenes Hamburg :
24.11.2013 Pinneberger SC Hamburger SK 3 :
24.11.2013 Schachfreunde Schwerin SG Turm Kiel :
24.11.2013 Preetzer TSV FC St. Pauli 8 : 0

»Am Abend vorher eine Kornschorle hätte wohl an dem Ergebnis auch nichts mehr geändert.«

Nach bereits zwei Kämpfen mit guten Leistungen ging es für die Oberliga‑Truppe nun also zum Lübecker SV.

08:00 Uhr aufgestanden, frisch gestriegelt und los gings. Über die Autobahn, gefühlt 30 Minuten bis Lübeck und das Erste was man von Lübeck sah: das schöne Holstentor. Vielleicht nachher Feierabendbier?

Wie auch immer, erstmal Leistung zeigen! Das war auch das Stichwort für den Sonntag, denn Leistung wurde gezeigt, aber die Punkte wurden nicht eingesammelt.

Punkt 11:00 Uhr ging es also los, noch war Sauerstoff in der Luft und die Partien schienen alle recht okay zu sein. Wolfgang stand solide. Julian hatte eine Najdorf‑Variante auf dem Brett. Es sah aus, als würde er etwas hinten drin stehen, aber wie Jule sagt: »Ja Diggi ich hab das Läuferpaar und Druck auf h4. Nicht so einfach! Ich hab mich wohl gefühlt.«

Weiter ging’s beim dritten Brett: Ilja hatte kurz rochiert und einen Bauern auf f5, aber seine Figuren waren noch nicht entwickelt; mal sehen, was sich ergab! Von Jörgs Stellung habe ich bis zum Ende nichts mitbekommen und bei Friedrich dachte ich einmal, er könne eine Qualle gewinnen, doch so kam es nicht.

Meiner Meinung nach waren die spannendsten und verwirrtesten Partien an den Brettern 6–8. Ich musste gegen eine Bauernkette e4‑d3‑c4 spielen und war relativ zufrieden, weil sein weißfeldriger Läufer auf seine eigenen Bauern guckte und ich das Feld d4 ordentlich unter Kontrolle hatte. Gregor hatte einen Bauern mehr und ging ins Endspiel über, den ersten Punkt habe ich dort schon gesehen. Zu guter Letzt hatte Alex seine Special‑Variante gegen Tarrasch aufm Brett, wobei seine Figuren wunderschön aufs Feld e5 guckten und ich den Vorstoß und den somit verbundenen Vorteil schon kommen sah.

Wie es eben so ist, wendete sich das Blatt. Gregor kam zwar ins Endspiel, doch sein Läufer war total unterlegen gegenüber dem Schwarzen und der schwarze König kam ins Spiel. Kurz später liefen die zwei schwarzen Freibauern auf f und d los, keine Chance mehr! 0:1!

Mittlerweile hatte Alex eine sehr komplizierte Stellung mit gegensätzlich rochierten Königen aufm Brett, die ich für ihn aber als besser abschätzte. Doch Alex machte den einzigen Zug, der zum Verlust führte und er musste die Segel also streichen.

Ich hatte im 20sten Zug nur noch 20 Minuten auf der Uhr und musste mich also mal ein bisschen beeilen, bekam deshalb auch nicht viel von den umliegenden Brettern mit. Einmal kurz aufgeguckt, Ilja zeigte mir, er habe gewonnen. Hmm, nice! Zum 1:2 aufgeholt!

Doch 5 Bretter spielten noch. Ich hatte in Zeitnot die Wahl zwischen einem soliden Königszug, der aus dem mal drohenden Schach rausging, oder einem Bauerngewinn. Wie man das eben so macht, nahm ich den Bauern und ging wenig später matt. Ebenfalls ein Punkt, den wir einfach haben liegen lassen! 0/3 an den letzten 3 Brettern, obwohl wir alle super Stellungen hatten, das ist verbesserungswürdig – 1:3!

Während ich da meine Züge blitzte, hatte Friedrich einen Läufer + Bauern für’n Turm. Doch Endspielgott Steffen wüsste sofort, wie die Partie ausgeht: »Der Turm wird noch einmal viel stärker im Endspiel und ist einer Leichtfigur haushoch überlegen.« So kam es auch und Friedrich gab auf. 1:4, langsam wurde es tight und der Druck auf Jule, Wolfgang und Jörg wuchs!

Jule hatte ein Doppelturmendspiel, was schwer zu gewinnen war. Hingegen hatten Wolfgang und Jörg beide nur noch ein Turm aufm Brett mit einem gesunden Mehrbauern. Es bestand noch eine gewisse Chance. Doch schon nach kurzer Zeit machte Jule remis, es war nicht mehr zu gewinnen. Wolfgang konnte nun also auch remis machen und Jörg probierte bis zum Schluss sein Turmendspiel noch zu gewinnen, doch auch dies klappte nicht! Mittlerweile konnte man den Raum auch nicht mehr ohne Sauerstoffmaske betreten.

Insgesamt war alles drin, doch die Punkte haben wir einfach auf der Strecke liegen gelassen. So ging es also nach einem enttäuschenden Ergebnis wieder in die Limousine Richtung Hamburg (ohne Feierabendbier). Ratzfatz war man in der gewohnten Umgebung, und hoffentlich wird auch der nächste Kampf in gewohnter Umgebung besser laufen! Ahoi!

(Guido Stanau)

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4. Runde
15.12.2013 SC Diogenes Hamburg Königsspringer Hamburg 3 : 5
11:00 Uhr, Altentagesstätte der LAB‑Gemeinschaft Hamm, Fahrenkamp 27, 20535 Hamburg

1 Dr. Markus Hochgräfe Frank Lamprecht 0 : 1
2 Dr. Almar Kaid Julian Zimmermann ½ : ½
3 Martin Voigt Ilja Rosmann 0 : 1
4 Fabian Schulenburg Christian Hess 0 : 1
5 Dr. Holger Mach Dr. Jan Peter Schmidt ½ : ½
6 Tsung Chen Guido Stanau + :
7 Roman Korba Boris Bruhn ½ : ½
8 Stefan Gottuk Alexander Spät ½ : ½

15.12.2013 FC St. Pauli Lübecker SV 2 5 : 3
15.12.2013 SG Turm Kiel Preetzer TSV :
15.12.2013 Hamburger SK 3 Schachfreunde Schwerin 4 : 4
15.12.2013 Schachfreunde Hamburg Pinneberger SC :

KSH siegt am (Fan‑)Fahrenkamp

Tada! Heute mussten wir zum ungeschlagenen Tabellenführer Diogenes, welcher zudem auch noch mit 1–8 antrat. Wir traten immerhin mit einem recht vernünftigen Trupp im Vergleich zum Lübeck‑Kampf an, es fehlten von den Top 8 nur Wolfgang und Jörg (der sonst nie einen Kampf verpasst). Zu Kampfbeginn fehlten noch Frank und Guido. Während Frank um 5 nach 11 eintraf und direkt seine Vorbereitung aufs Brett bekam, weilte Guido irgendwo anders und verlor kampflos! Immerhin war seine Partie trotzdem interessanter als meine, denn sein Gegner zog 1.e4! Ich fand mich dagegen in einer Symmetrievariante wieder, alles wurde abgetauscht, ich bot remis an, mein Gegner nahm an, der Schiedsrichter stellte eine Arbeitsverweigerung fest, nagut ich hatte Schwarz und mein Gegner hat nix nach vorn gezogen, ich konnte damit leben. Insbesondere weil ich schon ein paar aussichtsreiche Stellungen bei Jan, Ilja und Petzi gesehen hatte. Außerdem hatten wir zu diesem Zeitpunkt einen Ehrengast, unser Exil‑Brasilianer Georg von Bülow, auf Weihnachtsurlaub in Deutschland weilend, tauchte im Fahrenkamp auf und dafür gibt es natürlich wirklich eine Fan‑Fare! Nach einer kurzen Analyse, die nix ergab, außer dass nix los war, plauschte ich also eine Weile mit Georg ohne zu viel vom Kampf mitzubekommen, außer dass Boris und Alex etwas bedenklich standen und die anderen 4 Bretter auf 3–3,5 Punkte zusteuerten. Rechtzeitig zur Zeitnot kiebitzte ich dann weiter, Frank hatte irgendwie die Übersicht behalten und einen Bauern mehr, den er sicher ins Ziel brachte, das brauchen wir einfach noch öfter! Iljas Gegner spielte eine krumme Variante und versuchte anzugreifen, Ilja nahm einen Bauern nach dem anderen weg und sein Gegner stellte fest, dass etwas zu beweisen war, was nicht zu beweisen war. Ein glatter Sieg für Ilja. Nun passierten Schlag auf Schlag viele Dinge. Boris hatte irgendwie in ein unklares Endspiel abgewickelt in dem er aber nur Vorteil auf der Uhr besaß, ein Remis wurde angeboten und angenommen. Petzi hatte eine Gewinnstellung erreicht nach kleiner Kombi, er sah den Gewinnzug und checkte es nicht, naja erstmal Züge wiederholen und dann in eine andere technische Gewinnstellung umwandeln, dachte er sich. Dann hielt der Gegner die Uhr an und reklamierte remis auf dreimalige Stellungswiederholung. Der Schiedsrichter stellte die Korrektheit der Reklamation fest und Jan musste in den sauren Remisapfel beißen und sich Fragen nach seiner Grundschulzeit gefallen lassen. Währenddessen verwaltete Christian ein remises Endspiel und Alex’ Stellung sah bedenklich aus, kurz vor der Zeitkontrolle stellte Christians Gegner dann alles ein und wir hatten 4,5 Punkte, Jan konnte dann also schon wieder über sein Missgeschick lachen. Alex hatte wohl auch genug Gegenspiel erzeugt und ein weiteres Remis wurde vereinbart. 5:3 gegen den Spitzenreiter – Fanfare!

(Julian Zimmermann)

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5. Runde
19.01.2014 Königsspringer Hamburg FC St. Pauli 4 : 4
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Rüdiger Breyther 0 : 1
2 Julian Zimmermann Alvaro Perez de Miguel 1 : 0
3 Ilja Rosmann Maik Richter ½ : ½
4 Dr. Jan Peter Schmidt Andreas Mitscherling ½ : ½
5 Dr. Jörg Lampe Patrick Stenner 0 : 1
6 Jochen Cremer Luis Martin‑Sommerfeldt ½ : ½
7 Alexander Spät Carsten Kluth ½ : ½
8 Jakob Pfreundt Jörg Bathke 1 : 0

19.01.2014 Pinneberger SC SC Diogenes Hamburg :
19.01.2014 Schachfreunde Schwerin Schachfreunde Hamburg 5 : 3
19.01.2014 Preetzer TSV Hamburger SK 3 :
19.01.2014 Lübecker SV 2 SG Turm Kiel 3 : 5

Bericht

Gegen St. Pauli sollte nach der Klatsche gegen die Schachfreunde alles besser werden. Wir spielten mit Frank und mit Jakob kam ein weiteres KSH‑Talent zu seinem ersten Einsatz. Ich bekam vom Kampf nicht allzu viel mit, von daher nur kurz meine Sicht der Dinge: Ich konnte schnell gewinnen, weil ich meine Vorbereitung vergessen hatte und mein Gegner auf die Nicht‑Vorbereitung falsch reagierte. Jakobs Gegner stellte in der Eröffnung 2 Tempi ein und wehrte sich auch später nicht so richtig. Mit der 2:0‑Führung im Rücken empfahl Ilja Alex in gleicher Stellung ein Remisangebot anzunehmen, alle anderen standen schließlich in Orndung. Erwähnenswert ist weiter, dass Ilja erneut zeigte, dass er es mit der Eröffnungsregel, die Dame nicht so früh rauszuziehen, einfach nicht ernst nehmen will. Ursache all dessen scheint mir Englisch zu sein; diesmal bot Ilja es mit Sf3 c5!? erst an (der Gegner ist natürlich geschickt der 2.d5 Variante ausgewichen!), um es später mit dem klassischen Damenausfall nach b6 zu verhindern! Nichtsdestotrotz hatte auch Ilja eine ziemlich passable Stellung. Aber das Unheil nahm seinen Lauf: Jörg hatte extrem wenig Zeit und verlor irgendwie, auch Frank hatte wenig Zeit. Leider schien er es nicht zu merken, naja jetzt wo ich drüber nachdenke, geschah das schonmal im Jahre 1999 oder so gegen Robert Rabiega, und er ließ einfach abtickern. Jan musste schon vor der Zeitkontrolle ins Remis einwilligen und so liefen beim Stand von 3:3 noch die Partien von Jochen und Ilja. Jochens großer Vorteil hatte sich leider schon ziemlich verflacht und Ilja versäumte die Gelegenheit ein Endspiel zu erreichen, welches sicherlich kein Gegner gerne verteidigt hätte. So mussten am Ende beide ins Remis einwilligen und wir haben wieder einen unnötigen Mannschaftspunkt abgegeben.

(Julian Zimmermann)

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6. Runde
09.02.2014 SG Turm Kiel Königsspringer Hamburg 3 : 5
11:00 Uhr, Haus des Sports, Winterbeker Weg 49, 24114 Kiel

1 Carsten Hoi Ilja Rosmann 0 : 1
2 Klaus Berg Christian Hess 0 : 1
3 Mads Boe Dr. Jörg Lampe 0 : 1
4 Dr. Ralph Junge Dr. Friedrich Wagner 1 : 0
5 Matthias Budzyn Guido Stanau 0 : 1
6 Ferdinand Voelzke Boris Bruhn 1 : 0
7 Rolf Luckow Alexander Spät ½ : ½
8 Thomas Böhm Jakob Pfreundt ½ : ½

09.02.2014 SC Diogenes Hamburg FC St. Pauli :
09.02.2014 Hamburger SK 3 Lübecker SV 2 :
09.02.2014 Schachfreunde Hamburg Preetzer TSV 2 : 6
09.02.2014 Pinneberger SC Schachfreunde Schwerin 1 : 7

Dänen zum Kiel holen schicken

Nach den nicht so besonders glücklichen letzten Kämpfen, gepaart mit einer Absagewelle für den Kampf gegen Kiel, war meine Einstellung vor dem Sonntag etwas in Richtung »Okay, fahren wir hin und holen uns die nächste Klatsche«. Aber die Stimmung am Sonntag war irgendwie gut, die Anreise gestaltete sich unproblematisch, Familie Pfreundt kombinierte sie gar mit einem kleinen Tagesausflug an die Ostsee.

Die Spielbedingungen sind für Kieler Verhältnisse phänomenal (der eine oder andere mag sich noch an die unsäglichen Bedingungen in den letzten Jahren erinnern). Der Spielort war derselbe wie letztes Jahr, mit dem Unterschied, dass wir diesmal über den Spielort informiert worden sind. Es gab selbstgebackenen Zitronenkuchen, Kaffee, Cola, etc. für die Spieler gratis, sehr lecker!

So, nun zu dem Kampf selbst. Kiel stellt mit 1–8 auf, wir gefühlt mit 9–16, unterm Strich waren das etwa 100–150 Elo‑Punkte mehr an allen Brettern für die Kieler. Aber was zählt schon die Elo?

Als Erstes war Christian fertig, ein glatter Schwarzsieg gegen Klaus Berg. Christian hat einfach so tadellos gespielt, dass sich Klaus Berg nicht mal geärgert hat, Hut ab. An den anderen Brettern hatte sich noch nicht so viel Entscheidendes ergeben. Ilja, Friedrich und ich hatten interessante Stellungen mit beiderseitigen Chancen auf dem Brett, Guido stand etwas angenehmer, Boris hatte wohl keine volle Kompensation für seine verschwundenen Damenflügelbauern, Alex stand sehr aktiv und Jakob dafür gedrückt. Friedrich hat relativ lang die besten Züge gegen eine ausgeklügelte Vorbereitungsvariante, in die er gelaufen ist (die war eigentlich für Christian gedacht), gefunden, hat sich zwischendurch in einem remislichen, später dann aber in einem schlechteren Endspiel wiedergefunden. Ilja hat sich dagegen nach einem zu optimistischen Zug von Hoi in einem sehr guten Turmendspiel wiedergefunden. Ich habe ein wenig Druck gegen Boe’s König aufgebaut und stand vielleicht einen Tick besser. Guido stand mittlerweile total fett mit einer Qualle mehr, dafür hatte Boris für die zwei Minusbauern auch irgendwie gar keine Kompensation mehr. Alex hatte sich einen Mehrbauern herausgearbeitet und stand im Endspiel wohl fast auf Gewinn. Jakobs ungleichfarbiges Läuferendspiel war anrüchig, auch wenn es natürlich immer eine hohe Remis‑Tendenz hat.

Die Reihenfolge der Ereignisse weiß ich nicht mehr genau, Friedrich hatte sein schlechteres Endspiel verloren, dafür konnte ich den guten Mads Boe in beiderseitiger Zeitnot den ganzen Punkt abnehmen. Guido hat seine Stellung sicher nach Hause gebracht, »welcome back«, würde ich sagen. Boris musste die Segel streichen, und Jakob hat sich irgendwie ins Remis gerettet, während Alex sein Läufer gegen Springer Endspiel ins Remis verstolpert hat. Somit steht es 4:3 für uns, Ilja spielt noch und bringt sein Turmendspiel mit mittlerweile nicht mehr ganz so viel Zeit auf der Uhr doch irgendwie sicher nach Hause.

Ein völlig verdientes 5:3, auch wenn ›vorne beißen, hinten klammern‹ nicht wirklich unsere Devise war. Sehr wichtig fand ich den Umstand, dass ich mir bei unseren drei Jugendlichen, Guido, Alex und Jakob, nie wirklich Sorgen gemacht habe, die 2/3 von ihnen sprechen da auch für sich.

Also, super Leistung, so ein Kampf macht doch Spaß :)

(Jörg Lampe)

↑
↓
7. Runde
23.02.2014 Königsspringer Hamburg Hamburger SK 3 3 : 5
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Markus Lindinger 0 : 1
2 Ilja Rosmann Hartmut Zieher ½ : ½
3 Dr. Jan Peter Schmidt Kevin Högy ½ : ½
4 Dr. Jörg Lampe Derek Gaede 0 : 1
5 Dr. Friedrich Wagner Björn Bente ½ : ½
6 Guido Stanau David‑Geffrey Meier 1 : 0
7 Boris Bruhn Michael Lucas ½ : ½
8 Alexander Spät Bernhard Jürgens 0 : 1

23.02.2014 Schachfreunde Schwerin SC Diogenes Hamburg 4 : 4
23.02.2014 Preetzer TSV Pinneberger SC :
23.02.2014 Lübecker SV 2 Schachfreunde Hamburg :
23.02.2014 FC St. Pauli SG Turm Kiel :

Ein herrlicher Tag, um nicht Schach zu spielen

Wenn man auf der KSH‑Homepage nicht nur einen Mannschaftsbericht der Zweiten lesen kann, sondern er sogar noch vor dem der Ersten erscheint, braucht man nicht viel Phantasie, um den jeweiligen Spielverlauf zu erraten. Doch der Reihe nach: Passend zum besonderen Anlass, einem Doppelheimkampf gegen HSK III und V, erwartete uns strahlender Sonnenschein. Manch einer wird sich mal wieder gefragt haben, warum er sich kein Outdoor‑Hobby zugelegt hat.

Wir spielten im Vergleich zur vorherigen Runde, in der unser »zweiter Anzug« einen heldenhaften Sieg gegen Kiel errungen und uns dadurch Luft im Abstiegskampf verschafft hatte, zwar mit leicht verbesserter Aufstellung, aber immer noch »ohne drei«. Der HSK erwies sich überdies wie immer als unangenehmer Gegner mit seiner Mischung aus erfahrenen Haudegen und aufstrebenden Jungspielern.

Der Kampf begann mit einem Paukenschlag. Ich war gefühlt noch mit dem Ausfüllen des Partieformulars beschäftigt, da wurden an Brett acht bei Alex die Klötzchen schon wieder in die Reihe gestellt. Irgendwie war bei ihm eine Figur rausgeflogen, ich glaube, man konnte noch nicht mal von einem Trick sprechen. Nach Alex’ bisher so starker Saisonleistung natürlich schade, aber kann passieren.

Ich selbst stand kurz davor, meine Partie als Zweiter zu beenden. Im Hessenduell gegen Kevin Högy kam eine grundsolide Variante im Dameninder auf dem Brett, bei der fleißig Holz gehackt wurde. Die Geschwindigkeit, mit der mein Gegner die Züge aufs Brett knallte, weckte in mir den Verdacht, dass alles vorbereitet war, was mir nach der Partie auch bestätigt wurde. Auf welches Ergebnis diese Vorbereitung gerichtet war, ist mir allerdings immer noch nicht ganz klar, denn der weiße Vorteil bewegte sich im Promillebereich. In der Hoffnung auf gemütliches Umherschlendern im Sonnenschein und entspanntes Zuschauen bei den anderen Brettern wagte ich ein Remisangebot, was nach langem Überlegen abgelehnt wurde. In diesem Moment konnte ich nicht ahnen, welch mühseliger Arbeitstag mir noch bevorstand.

An Brett eins gab es mit Jule gegen Markus »Linde« Lindinger einen echten »clásico« zu sehen. Jules Eröffnung irritierte mich allerdings etwas. Denn obgleich er dem Königsinder schon x‑mal abgeschworen hat und sich am Vortag von mir noch mit Infos über solidere Verteidigungen hatte versorgen lassen, fand sich der schwarze Königsläufer doch wieder auf g7. Ich stellte Jule natürlich bei der ersten Gelegenheit im Nachbarraum zur Rede, habe von seiner Erklärung aber nur noch die Worte »dünn«, »Zugumstellung« und »gefoppt« in Erinnerung, die von wilder Gestik begleitet wurden. Jule legte sich früh einen Doppelbauern auf f5 zu, was man bei Kasparow nur selten gesehen hat, aber wer weiß, im Königsinder geht ja so einiges. Tiefsinnige Manöver von beiden Seiten ließen die Spannung unaufhörlich anschwellen und es war klar, dass es irgendwann krachen würde.

Friedrich holte derweil an Brett 5 gegen Bente ein ungefährdetes Schwarzremis. In seiner durch fehlende Spielpraxis hervorgerufenen Formkrise sicher Balsam für die Seele und hoffentlich ein Schritt in Richtung alter Stärke. Eine ähnlich solide Leistung lieferte Boris an Brett 7 ab, auch er hatte mit Schwarz nie irgendwelche Probleme. Wir lagen also weiterhin einen Punkt im Rückstand, konnten aber noch berechtigte Hoffnungen auf eine Wende haben.

Guido an 6 ließ mit Weiß in einem Vorstoßfranzosen seine Figuren am Königsflügel aufmarschieren, schien allerdings nicht bemerkt zu haben, dass Schwarz lang rochiert hatte. Sein Gegner DG Meier ließ sich nicht lange bitten und riss unter Bauernopfern den Königsflügel auf, um seinen Türmen freie Bahn zu verschaffen. Hier blickte ich bald überhaupt nicht mehr durch.

Jörg an 4 gab zunächst Anlass zu Optimismus, hatte er doch eine seiner geliebten Isolanistellungen auf dem Brett. Schnell wurde allerdings klar, dass auch sein Gegner Gaede schon mal was davon gehört hatte. Nach ein paar ungenauen Zügen musste Jörg schon fürchten, die Initiative abzugeben. Da passive Verteidigung verständlicherweise nicht in seinem Sinne war, setzte er bald »alles uff a Katt«, wie man in Hessen sagt. Er schaffte es noch, den schwarzen Königsflügel aufzureißen und mit der Dame nach h7 durchzubrechen, doch wurde er dann klassisch im Zentrum ausgekontert. »Mit fliegenden Fahnen untergehen«, sagt man dazu wohl.

Nun hing unser weiteres Überleben vom Ausgang an Brett eins ab. In höllisch komplizierter Stellung hatten beide nur noch wenig Zeit. Leider war es dann Jule, der die Übersicht verlor und anscheinend erst einen großen Vorteil vergab und später noch ein Dauerschach verpasste. Am Königsinder lag’s also nicht. Er sollte aber trotzdem ad acta gelegt werden.

Der Kampf war damit gelaufen, denn selbst bei bestmöglichem Ausgang konnten wir nicht auf mehr als 2,5 Punkte aus den drei noch laufenden Partien hoffen. Ich selbst hatte mir nämlich, anstatt durch ein paar genaue Züge den Totalausgleich herbeizuführen, durch ein dümmliches Versehen ein Endspiel mit Minusbauern eingehandelt, das »eigentlich remis« war, aber nun mühsam verteidigt werden musste. Vielen Dank auch!

Guido konnte seinen Gegner dafür in einer dramatischen Partie niederringen. Wie er das geschafft hat, weiß ich nicht, denn wenn ich mich nicht verzählt habe, hatte er zwischenzeitlich zwei Figuren weniger. So oder so zeigte Guido aber großen Kampfgeist, für den er zu Recht belohnt wurde. Die kleine Schaffenspause scheint ihm gut getan zu haben, es stehen seitdem 2/2 zu Buche (nimmt man noch das Erscheinen am Brett dazu, eigentlich sogar 4/4!).

Noch gar nicht die Rede war bisher von unserem MF Ilja. Gegen Zieher stellte er einen Spanier aufs Brett, der nach meinem Verständnis von beiden Seiten aber bald neuartig interpretiert wurde. Zieher konnte eine leichte Initiative am Damenflügel entwickeln, die irgendwann in einem überraschenden Figurenopfer kulminierte. Irgendwas schien bei den Berechnungen aber schiefgegangen zu sein, denn Ilja konnte in ein Endspiel abwickeln und den gefährlichen schwarzen Freibauern aufhalten. Kurze Zeit hörte man allerdings ein Stöhnen und Keuchen an seinem Brett. Ilja, sonst ein Musterbeispiel an Gleichmut, konnte nicht fassen, dass er den Gewinn verpatzt hatte. Wenigstens tat es der Mannschaft nicht mehr weh.

Nun durfte ich noch mein trostloses Endspiel verteidigen. Einmal kam Michael Wolter vorbei und warf einen Blick auf meine Stellung. Selten habe ich in ein so angstverzerrtes Gesicht geblickt. Immerhin war Frank nicht da, das gestattete mir (und auch meinem Gegner) eine etwas entspanntere Herangehensweise. Mit dem Abtausch einiger Bauern wähnte ich mich eigentlich schon fast am Ziel, als mir plötzlich schwante, dass die schwierigste Aufgabe noch bevorstand. In einer Art Zugzwang musste ich mit meinem Springer verzweifelt über das ganze Brett hoppeln, während der gegnerische König und Läufer versuchten, ihn einzufangen. Mann, ist das Vieh kurzbeinig! Ein ums andere Mal entkam er knapp, doch mein Gegner, offenbar inspiriert durch Carlsen, zeigte keine Gnade und ließ den Kreisel weiterdrehen. Auch das zweite Partieformular wurde vollgeschrieben, das rettende 50‑Züge‑ohne‑Schlagen‑oder‑Bauernzug‑Ufer immer noch ein Stück weg. Als es nach 130 Zügen dann endlich soweit war, holzte mein Gegner stilgerecht noch die letzten Figuren vom Brett, bis sich die blanken Könige gegenüberstanden. Puh! Zu Hause zeigte mir der Rechner, dass ein geschickter Lassowurf den Gaul tatsächlich zur Strecke gebracht hätte, nachdem er einmal die falsche Route genommen hatte. Stoff für eine Karsten‑Müller‑DVD!

Inzwischen war es 17:30 Uhr, fast alle Spieler waren gegangen, die Sonne ging gerade unter. Was hätte man an einem so herrlichen Tag nicht alles machen können!

(Jan Peter Schmidt)

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8. Runde
12.01.2014 Schachfreunde Hamburg Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, Heinrich Bauer Verlag, Versammlungsraum 086, Burchardstr. 11, 20077 Hamburg

1 Dusan Nedic Wolfgang Pajeken 1 : 0
2 Dr. Jan‑Paul Ritscher Julian Zimmermann 1 : 0
3 Christian Zacharias Ilja Rosmann 0 : 1
4 Marco Jäckle Christian Hess ½ : ½
5 Martin Zimmermann Dr. Jan Peter Schmidt 1 : 0
6 Jürgen Dietz Dr. Jörg Lampe 1 : 0
7 Matthias Hermann Gregor Seifer 1 : 0
8 Knut Seidel Alexander Spät 1 : 0

16.03.2014 SC Diogenes Hamburg SG Turm Kiel 4 : 4
16.03.2014 Hamburger SK 3 FC St. Pauli :
16.03.2014 Pinneberger SC Lübecker SV 2 4 : 4
16.03.2014 Schachfreunde Schwerin Preetzer TSV 4 : 4
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9. Runde
06.04.2014 Königsspringer Hamburg Pinneberger SC 4 : 4
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Frank Sawatzki 0 : 1
2 Julian Zimmermann Hans Hermesmann 1 : 0
3 Ilja Rosmann Uwe Bokelbrink 0 : 1
4 Christian Hess Dr. Marc Klünger 0 : 1
5 Dr. Jan Peter Schmidt Roland Freitag ½ : ½
6 Dr. Jörg Lampe Thomas Nonnenmacher ½ : ½
7 Dr. Friedrich Wagner Dietrich Hawranke 1 : 0
8 Guido Stanau Gerd Kuhn 1 : 0

06.04.2014 Preetzer TSV SC Diogenes Hamburg 4 : 4
06.04.2014 Lübecker SV 2 Schachfreunde Schwerin 2 : 6
06.04.2014 FC St. Pauli Schachfreunde Hamburg :
06.04.2014 SG Turm Kiel Hamburger SK 3 :

Knappe Entscheidung am Riekbornweg

Ein »El Classico« der Oberliga fand am vergangenen Wochenende statt. Leider ging es dabei nicht um die Meisterschaft, sondern um den Abstieg bzw. dessen Vermeidung. Wir brauchten mindestens ein Unentschieden, die Schachfreunde aus Pinneberg einen Sieg. In bestmöglicher Besetzung angetreten, begann der Kampf für uns vielversprechend: Julian zertrümmerte schnell die Pirc‑Verteidigung des Gegners und wir gingen 1:0 in Führung. Wie sich erst später zu unserem Glück herausstellte: Sein Gegner war an dem Tag etwas indisponiert, sonst hätte er wohl selbst die weiße Stellung zertrümmert! Gute Idee falsch ausgeführt – so schnell kann sich das im Schach drehen. Am Ende ein versöhnlicher Saisonabschluss für unseren langjährigen Mannschaftskapitän. Friedrich gewann irgendwie auch sehr schnell – von der Partie habe ich nichts mitbekommen, weil ich selbst am Brett hart arbeiten musste. 2:0! Bei allen anderen war es jedoch unklar bzw. klar, dass es nicht gut ausgehen konnte. Frank erreichte mit Schwarz ein Französisch‑Lehrbuchendspiel, das in der Literatur jedoch mit 70/30 beschrieben wird. Wobei die Zahl 70 die Gewinnwahrscheinlichkeit in Prozent für Weiß angibt, und 30, na ja, das Weiß das aus Versehen doch nicht schafft. Da dies Frank auch bekannt war, wollte er jede andere Stellung lieber spielen als seine eigene, was nach langem Kampf zu einer Null führte. Bis es jedoch so weit war, passierten einige Dinge. Guido gewann seine dritte Partie in Folge, Jörg versuchte, mit einem unkorrekten Opfer die gegnerische Stellung zu knacken, bei Jan wendete sich das Blatt gleich mehrfach, Christian verkomplizierte seine Stellung, Ilja stand interessant aber mit wenig Zeit, so ging es weiter bis zur ersten Zeitkontrolle. Christian konnte die Stellung nicht halten, Jörgs Gegner hat das Opfer nicht angenommen und stand auf Verlust, Jan schaukelte remis, wir lernten, dass auch Endspielgötter mal ein Endspiel verlieren, und so stand es 3,5 zu 2,5 bei laufenden Partien von Jörg und Ilja. Objektiv gesehen 1,5 Punkte auf beiden Brettern, die Rechner hätten sie locker eingefahren. Wir sind aber Menschen und mit wenig Bedenkzeit wurden es gerade mal 0,5 Punkte, die uns zum 4:4 reichten und einem 5. Tabellenplatz. Dieser Kampf hätte schnell auch 2 zu 6 ausgehen können, was für uns den 8. Platz bedeuten würde. Es war schon sehr knapp und mit viel Glück konnten wir die Liga halten.

(Ilja Rosmann)

Quelle: Bundesliga‑Ergebnisdienst Hamburg
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/14-ksh1.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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