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Chronik: Archiv
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Schachreise 2013 nach Tönning
 6. bis 12. Oktober 2013 
Reisebericht

Sonntag. 08:00 Uhr. Erstmal einen Bananenshake mit Koffeintablette. Zack! Das zieht ordentlich ins Gesicht. Um 08:30 Uhr geht es mit Shumon und der Chauffeuse dann nochmal auf ins Clubheim; wichtige Sachen packen. Da es nicht mehr viel zu packen gibt, sind wir um 09:00 Uhr damit durch. Optimales Zeitmanagement sieht anders aus. Aber lieber zu früh als zu spät. Ankunft um 09:20 Uhr am Bahnhof Altona. Es sind viele Menschen dort, aber keine Schachis. Erstmal Frühstück. Gut gesättigt warten wir und kaufen schonmal die Fahrkarten. Der Automat gibt mir elf Euro in Münzen wieder. Das macht Spaß. Ich will sie ihm wiedergeben bei der Bezahlung der nächsten Karte, doch der Automat erbricht die Münzen erneut. Der Trick: Erst den Schein, dann die Münzen. Der Automat druckt die Karten. Um 09:45 Uhr sind bereits die ersten Teilnehmer da. Um 10:00 Uhr sind fast alle, wie vereinbart, erschienen. Nur Alex fehlt noch. Am Schlump ist er und hat den Bus verpasst. Hendrik telefoniert mit seinem Vater, damit der Alex am Dienstag mit nach Tönning nimmt. Dabei vergisst Hendrik fast sein eigenes Gepäck. In der Bahn besetzen wir einen ganzen Waggon. Sehr zur Empörung einer Dame, die zuvor drei Plätze in eben diesem Wagon mit ihren Gepäckstücken okkupierte. Alle haben Bock. Alex kommt nicht mehr, bringen wir in Erfahrung. Wer sich noch erinnert: Daniel hat’s mal ähnlich gemacht. Unglaublich, wie viel Energie die kleinen Kinder haben. Nur kurz herrscht Stille beim Lesen der Reisezeitung. Alsbald wird sie zweckentfremdet und als Papierkeule geschwungen.

Als wir Tönning erreichen, stellen wir erneut fest, dass gutes Zeitmanagement nicht meine Stärke ist. Um 14:00 Uhr war die Ankunft bei der Herberge angekündigt. Es ist 13:30 Uhr. Zum Glück sind wir an der Nordsee. Einmal über’n Deich und da ist auch schon eine Beschäftigung gefunden. Es erstreckt sich vor uns ein Spielplatz, der neben den obligatorischen Klettergerüsten auch eine Wasserspielanlage zu bieten hat. Die Jüngeren brauchen noch immer körperliche Betätigung und bauen Deiche mit Matsch. Die Älteren setzen sich an den Steg und entspannen gepflegt vom Geschrei in der Bahn. So vergeht eine Stunde fix und die Zimmer in der Herberge werden bezogen. Natürlich folgen darauf die Kennenlernspiele, denn dieses Jahr sind einige Neue dabei. Da wird auch schon das Abendessen reingebracht und von den meisten als äußerst wohlschmeckend bewertet. Man merkt doch, dass hier tatsächlich frisch gekocht wird und auf die Qualität der Produkte geachtet wird. Frisch gestärkt starten wir nun in den Spieleabend, der neben Bohnanza und Schach auch das unglaublich gute Spiel Hanabi zu bieten hat. Da am nächsten Tag das Fußballturnier ansteht, begeben sich alle freiwillig zur vorgegebenen Zeit ins Bett.

Am Montagmorgen wird bei exzellentem Frühstücksbuffet erklärt, wer denn Peter Pokal sei. Nämlich das diesjährige Objekt der Begierde, welches derjenige sein Eigen nennen darf, der bei den verschiedenen Aktionen insgesamt die meisten Punkte holt. Die erste Gelegenheit bietet bereits das diestägige Fußballturnier. Vier Teams treten gegeneinander an und bieten spektakuläre Zweikämpfe, Glanzparaden und interessante Drohungen. Viele Zweikämpfe kann Bassam für sich entscheiden. Obwohl er einer der Kleinsten und Jüngsten ist, schafft er es bei einigen Großen, den Ball zu erobern. Jan‑Gerrit verzweifelt sogar vollkommen an Bassams Manndeckung. Mit »Ich zeig’ dich an wegen Belästigung« und einer geballten Faust kann Jan‑Gerrit trotzdem nicht verhindern, mehrmals seine Torchance nicht zum Abschluss bringen zu können. Denn er hat den Ball ja nicht. Die Glanzparaden sind auch einigen jüngeren Teilnehmern zuzuschreiben, nämlich Henry, Jan S. und Philip. Mutig werfen sie sich in die Beine der Stürmer und entwenden den Ball von der Pike. Am Ende kann das Team um Jakob Speck den Sieg in einem letzten spannenden Finalduell erringen.

»Wer Sport macht, muss duschen« wird bei uns seit jeher gepredigt und dieses Jahr auch gut umgesetzt. Nur, dass danach die verschwitzte Kleidung von einigen wieder angezogen wird, stößt den Erfahreneren unter uns übel auf.

Nach dem, erneut als äußerst gelungen hervorzuhebenden, Mittagessen geht es auf ins Tandemturnier im bekannten Modus: Ein erfahrener und ein unerfahrener Spieler im Team. Von dieser körperlichen und geistigen Betätigung des Tages erschöpft fallen alle Teilnehmer am Abend ins Bett.

Am Dienstag steht eine Spiel‑, Spaß‑, Tobeaktion auf dem am ersten Tag entdeckten Spielplatz an und sie erfreut sich erneut einiger Beliebtheit. Diesmal wird auch der Sandfußballplatz ausgiebig genutzt. Teilweise wird er seiner Essenz beraubt und als Sandkiste zum Burgenbauen genutzt, aber hauptsächlich finden wieder spannende Duelle statt. Dann wird schön der Sand von der Hose geklopft und abends folgt eine, für einige die erste, Werwolfrunde. Zuerst die Jüngsten mit den etwas Älteren und dann am Ende die etwas Älteren mit den Ältesten.

Der Mittwoch beginnt aufgrund der Wanderung mit einer verkürzten Trainingseinheit. Die Anfängergruppe lernt und wiederholt weiterhin grundlegende Motive, die Fortgeschrittenen verzweifeln an der Abschlussaufgabe.

Danach wird schnell die Jacke angezogen und es kann losgehen. Die Wanderwegbeschreibung, die uns zumindest in handschriftlichen Notizen zur Verfügung steht, beginnt am Bahnhof. Dort angekommen, heißt es »Kommando kehrt!« und es wird wieder in Richtung Herberge marschiert. Auch wenn es vielen unnötig erscheint, will man schließlich das ganze Erlebnis mitnehmen. Gewandert wird zunächst erstmal auf dem Deich, von dem aus eine Reihe niedlicher Schafe, Ziegen und Kühe bestaunt werden. Außerdem erfreut sich ein Elektrozaun großer Begeisterung. Mark Kipke wird von ihm getroffen, wie er später noch auf seine Postkarte schreiben wird.

Nachdem wir einigen deichtypischen Verschmutzungen, die von den Deichschafen produziert wurden, ausweichen, verfehlen wir unseren einzigen Anhaltspunkt den »Buttermilchskrug« und müssen die Route fortan improvisieren. Wenn man schon einige Herbstreisen mitgemacht hat, weiß man, dass dies keineswegs besorgniserregend ist, sondern zum guten Ton gehört. Zu eben diesem gehört auch eine größere Pause zum Verzehren des Lunchpakets, zum Raufen mit Heuresten und zum Regenerieren für die zweite Hälfte.

Frisch gestärkt und frohen Mutes wird ein kleiner Abschnitt an der Landstraße im Gänsemarsch überwunden. Im weiteren Verlauf setzt sich eine zügig gehende Spitzengruppe vom Rest ab und veranstaltet die »Tour de Kotzenbüll«, die unter anderem mehrere Sprintwertungen beinhaltet. Der Name der Tour wird zum Glück nicht zum Programm. Völlig erschöpft sinken die Teilnehmer am Ortsausgang zu Boden und warten mehrere Minuten auf das Peloton. Laut Handy‑App sind wir noch geschätzte vier Kilometer von der Herberge entfernt und so wird die eiserne Reserve, bestehend aus einigen Corny‑Riegeln und Bananen, angebrochen. Das war etwas überzogen, wenn man bedenkt, dass wir nur zehn Minuten später in der Herberge eintreffen. Ca. 18 km und sechs Stunden sind den meisten auch genug. Mit dem Wetter haben wir einmal mehr sehr viel Glück gehabt, denn an den Tagen nach der Wanderung wird es prompt schlechter.

Am Abend steht dann das Ansage‑Blitz‑Turnier auf dem Programm, das abgesehen von mehreren Zeitstrafen aufgrund von Voreiligkeit reibungslos verläuft. Nach dem körperlich anstrengenden Programm der ersten Tage gilt es auch für den geistigen Ausgleich zu sorgen. Im siebenrundigen Schnellturnier zeigt sich bei einigen bereits der Trainingseffekt, andere wirken noch nicht vollkommen regeneriert von der Wanderung. Zwischenzeitlich hält Carl Buhr, der uns einen Besuch abstattet, eine kleine Ansprache und verteilt Süßigkeiten. Am Ende können die Favoriten Jakob Pfreundt und Kevin Kipke ihre jeweiligen Gruppen gewinnen.

Nach so vielen hitzigen Schachpartien wird der Kopf am Abend noch einmal beim Werwolfspielen im Kerzenschein beansprucht, bevor die Kleineren in einen erholsamen Schlaf entschwinden. Die Älteren haben anscheinend noch immer nicht genug gekriegt und versammeln sich zu einer Runde Turniersimultan.

Am nächsten Morgen verlässt uns Carl wieder und nimmt auch Christopher sowie einiges an Gepäck mit. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal für die Stippvisite!

Am Freitag macht sich die Erfahrung der Älteren vom Vortag beim Team‑Turniersimualten bezahlt. Jedoch ist das Spielen ansich nur die halbe Miete, denn die Bedenkzeit will erst durch kreative Aufgaben verdient werden. So entstehen sowohl lyrische Kunstwerke als auch Gemälde von schönen Herbstreiseerlebnissen und Standbilder zu Schacheröffnungen.

Nachdem die interne Ehrung von Baldurs Trainingsgruppe bereits durchgeführt wurde, gibt es am Abend dann noch die Siegerehrung der Gesamtwertung um den heißbegehrten Reisepokal sowie Naschi und Obst. Während eine Dia‑Show die Reise zusammenfasst, fasst Baldur die gesammelten Punkte zusammen, um den Endstand zu verkünden. Besonders ehrgeizig ist Jakob Speck, der zum ersten Mal dabei ist und seit Tag eins der Reise bemüht ist, seinen Kontrahenten eine Nasenlänge voraus zu sein. Jakob Pfreundt versucht ihn auf den letzten Metern noch mit einem geschickten Kill im Mörderspiel zu übertrumpfen, scheitert jedoch, sodass der andere Jakob am Ende den Pokal in den Tönninger Nachthimmel recken kann. Begleitet vom Heulen des Windes spielen alle Reiseteilnehmer anschließend eine gemeinsame Runde Werwolf, die einen gelungenen Abschluss der Reise darstellt. Bis Mitternacht wird von den Älteren noch über bedeutungsschwangere Themen wie Bastis Wortschatz debattiert.

Am Samstag neigt sich die Reise schließlich dem Ende. Wehmut mag jedoch noch nicht aufkommen, da die meisten noch mit dem Aufräumen und Fegen ihres Zimmers beschäftigt sind, was in den meisten Fällen schnell klappt. Zum Ablösen klebriger Gummibärchenreste, die im Reiseverlauf dort gewissenhaft von Hendrik platziert wurden und sich beim Schreiben dieses Berichtes als »Eklons« herausstellen, wird in weiser Voraussicht beschaffter Brennspiritus verwendet. Nach einer stressfreien Rückfahrt werden die meisten schon sehnsüchtig in Altona erwartet und obwohl ich überzeugt bin, dass alle Teilnehmer viel Spaß hatten, ist es zu Hause doch immer noch am schönsten.

(Christopher Badura [So., Mo., Di.] und Shumon Akram [Mi., Do., Fr., Sa.])

Bilder von der Schachreise
 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/13-reise.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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