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Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 4 · Bezirksliga A 2013
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. TV Fischbek 5 5 6 51,0 18
2. Königsspringer Hamburg 4 3 4 4 6 5 5 44,5 14
3. Hamburger SK 10 4 5 5 4 5 41,0 12
4. Hamburger SG BUE 3 6 5 4 40,5 11
5. Bille SC 2 ½ 4 3 5 2 5 32,0 9
6. SK Marmstorf 2 2 3 2 6 2 5 5 32,0 8
7. Hamburger SK 11 3 6 4 6 4 34,0 6
8. SK Johanneum Eppendorf 4 4 3 3 4 5 31,0 6
9. Altonaer SK Finkenwerder 3 4 3 2 3 5 27,5 3
10. TV Fischbek 3 2 3 3 3 4 3 26,5 3
↑
↓
Spieler
KSH
4
Mannschaftsführer:
Baldur Schroeter
A H A H A H A H A
BSC
2
FBK
3
HSK
11
ALT
 
HSG
 
SKJ
4
MAT
2
HSK
10
FBK
 
31 Spät, Alexander   ½ 1 1 ½   1 1 0
32 Schroeter, Baldur 1 1 1 ½ ½ ½ ½ 1 0
33 Lemke, Detlef ½ + 1 1 1 ½ ½ 0 ½
34 Bongartz, Florian ½ 0   1   1 1 0 0
35 Steinfeldt, Henry 1 1 ½ ½ ½ ½ 1 0  
36 Viol, Joshua 0 0 0 1 0 1   0 0
37 Lemke, Berfîn 0     1 0 1     ½
38 Götze, Tobias 0 ½ ½ ½ 1 1 ½ 1  
39 Schiffmann, Darius                  
51 Hanssen, Marco         1 1     1
52 Akram, Shumon     ½       ½ 1  
54 Hartig, Ruben     ½       1    
72 Streich, Justus   1             1
84 Pfreundt, Jakob 1                
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↓
1. Runde
11.01.2013 Bille SC 2 Königsspringer Hamburg 4 4 : 4
19:00 Uhr, Begegnungsstätte ›Westibül‹, Friedrich‑Frank‑Bogen 59, 21033 Hamburg

1 Lothar Windt Baldur Schroeter 0 : 1
2 Franz Indinger Detlef Lemke ½ : ½
3 Marek Glodowski Florian Bongartz ½ : ½
4 Frank Verbic Henry Steinfeldt 0 : 1
5 Ulrich Peschke Joshua Viol 1 : 0
6 Leonid Lewschin Berfîn Lemke 1 : 0
7 Jasper Braun Tobias Götze 1 : 0
8 Alexander Indinger Jakob Pfreundt 0 : 1

11.01.2013 Hamburger SK 11 Hamburger SK 10 :
11.01.2013 Hamburger SG BUE SK Johanneum Eppendorf 4 5 : 3
18.01.2013 SK Marmstorf 2 Altonaer SK Finkenwerder 5 : 3
18.01.2013 TV Fischbek TV Fischbek 3 6 : 2

Turbulenter Auftakt

Am 11.01. beginnt für unsere beiden Bezirksligamannschaften die Saison 2013. Während KSH 5 die Marmstorfer im Clubheim empfängt, nehmen wir den Weg nach Nettelnburg auf uns, um dort gegen das Team Bille SC 2 anzutreten.

Ich treffe als Erster ein und stelle schon einmal fest, dass unsere Gegner in Bestbesetzung aufgestellt sind. Bei uns fehlt Alexander, der in Runde 1 sein erfolgreiches Debut in der Oberliga gegeben hatte: Dafür darf Jakob als Edeljoker noch einmal Bezirksligaluft schnuppern.

Der normale Spielsaal steht aufgrund einer gleichzeitig stattfindenden SPD‑Kommunalveranstaltung nicht zur Verfügung, sodass wir etwas verteilt im Eingangsbereich des Westibüls spielen. Kurz nach Spielbeginn machen die Genossen gleich ordentlich Druck: »Gutenabend!«, »Wer sind die da!?«, »Und, schon gewonnen?!«, hallt es durch die Örtlichkeit. Dann werden sich ein paar Flaschen Rotwein geschnappt und Politik gemacht.

Wir versuchen uns derweil auf unsere Partien zu konzentrieren. Das scheint ziemlich gut zu klappen: Ehe ich überhaupt irgendetwas mitbekomme, hat Henry schon gewonnen. Bongo steht nach der Eröffnung auf Verlust. Dann stellt der Gegner die Partie ein, möchte sich das Endspiel mit einem Turm + 5 Bauern gegen Turm + Springer + 4 Bauern allerdings noch zeigen lassen. Joshua, Berfîn und Tobi kommen allesamt gut aus der Eröffnung, während es bei Detlef und Jakob ausgeglichen ausschaut. Ich bekomme eine schöne Angriffsstellung mit deutlichem Zeitvorteil. Wenig später kann ich die Partie nach nur 19 Zügen mittels Läuferopfer auf h7 nett beenden. Vor dem Hintergrund der noch laufenden Partien kann Detlef Remis machen. Joshua verliert etwas aus dem Nichts heraus: »Ersteinmal Döner«, na gut. Bei 2,5:1,5 für uns sieht es sehr ordentlich aus.

Zurück zur Politik: Dort wird weiterhin erregt »diskutiert« und sich dann auf den Weg gemacht: Verdutzt wird lauthals festgestellt, dass »die ja immer noch da sind!« – und das gespürt von jedem einzeln. Dann ist der Sturm vorbei und der Rest des Kampfes kann in konzentrierterer Atmosphäre stattfinden.

Während Berfîn einen rückständigen Bauern verwaltet, baut Tobi ordentlich Druck auf: Um nicht den drohenden Komplikationen zum Opfer zu fallen, vereinfacht er, was sich als Fehler erweisen wird. In der vermutlich simplen Endspielstellung droht nämlich auch Taktik, der er dann leider zum Opfer fällt. Berfîn schafft es dank zäher Verteidigung fast wieder in den Remisbereich, kann die Stellung in hoher Zeitnot dann aber nicht halten. Beim Stand von 2,5:3,5 besteht jedoch kaum Grund zur Sorge, denn die verbleibenden Partien sollten wir doch gewinnen?!

Jakob lehnt im Bauernendspiel ein Remisangebot des Gegners ab. Allerdings führt die Variante, die er spielt, nicht zum Sieg, sondern forciert in ein Endspiel mit Dame + Randbauer gegen Dame. Bongo opfert währenddessen seinen Springer, um einen Bauern umzuwandeln. Das hätte auch funktioniert: Auf der 7ten Reihe wird der Bauer dann leider vergessen und einzügig vom Gegner abgeholt, was remis bedeutet und sowohl Beteiligte wie auch Zuschauer einigermaßen fassungslos zurücklässt. Sollten wir jetzt tatsächlich ohne Punkt abfahren?

Jakob möchte bei beiderseitiger Zeitnot wissen, ob er nun remis machen kann. Naja, es gibt ja noch Foppchancen, also heißt es weiterspielen. Einige Schachs später übersieht der Gegner wenige Minuten vor zwölf eine Damenfesselung: Der ganze Punkt steht, da der Bauer nun durchmarschiert.

Puh, das war aufregend! Ansich haben wir jetzt alle Höhen und Tiefen schon in einem Kampf erlebt und können dem Rest der Saison entspannt entgegensehen. Nominell ist das 4:4 für uns durchaus in Ordnung!

Ein herzlicher Dank geht noch an Detlef, der den »Fahrdienst« für die Jugendspieler übernommen hat. Weiter geht’s am 01.02. im »Vielspielmonat« Februar, in dem wir drei Kämpfe zu bestreiten haben.

(Baldur Schroeter)

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2. Runde
01.02.2013 Königsspringer Hamburg 4 TV Fischbek 3 5 : 3
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Alexander Spät Jörg Schwarzkopf ½ : ½
2 Baldur Schroeter Dirk Thomzik 1 : 0
3 Detlef Lemke Thies Taube + :
4 Florian Bongartz Alexander Schneider 0 : 1
5 Henry Steinfeldt Jannis Niemann 1 : 0
6 Joshua Viol Martin Wincierz 0 : 1
7 Tobias Götze Hartmut Döring ½ : ½
8 Justus Streich Marvin Machalitza 1 : 0

01.02.2013 Altonaer SK Finkenwerder TV Fischbek 3 : 5
25.01.2013 SK Johanneum Eppendorf 4 SK Marmstorf 2 :
25.01.2013 Hamburger SK 10 Hamburger SG BUE :
25.01.2013 Bille SC 2 Hamburger SK 11 :

Etwas zu spannend

In der zweiten Runde geht es als Favorit gegen das Team Fischbek 3 in den Heimkampf. Für Berfîn soll zunächst Shumon einspringen: Doch spontane Hals‑ und Kopfschmerzen verhindern selbiges. Klingt unangenehm, gute Besserung! In Zeiten dieses Gesichtsbuches ist Ersatz schnell gefunden und so bekommt »Edelreservist« Justus seinen ersten Einsatz. Dieser freut sich vor Ort besonders darüber, mit Detlef in einer Mannschaft zu spielen. Dessen Auftritt ist jedoch von kurzer Dauer, da die Fischbeker nur zu 7t sind. Erste Verschleißerscheinungen der HMM‑Zusammenstellung mit 3 Bezirksligamannschaften, wie mir der Fischbeker Mannschaftsführer später sagt. Lange Rede kurzer Sinn: Favorisiert und mit einem Punkt im Rücken gehen wir optimistisch in den Kampf.

So läuft es auch zunächst: Mein erweitertes Eröffnungsprogramm bestätigt mal wieder, dass jede Eröffnung gut sein muss, in der der b‑Bauer früh gezogen wird. Recht zügig kann ich auf 2:0 erhöhen und den Rest des Kampfes betrachten. Justus lehnt in unangenehmer Stellung ein Remisangebot ab – immerhin ist er deutlich favorisiert – und profitiert etwas später von einem Einsteller. Henry gewinnt ähnlich souverän wie in Runde 1. 4:0 und trotzdem spannend? Naja, es war eben die erste Hälfte des Kampfes. Nun beginnt – so wie Michael es ausdrücken würde – »Ein kleines Drama«.

Bongo übersieht ein Läuferopfer auf h7. Anschließend stehen alle Figuren schlecht, es folgen Materialverlust und Aufgabe. Tobi hat eine Qualität weniger und Alex steht auf Verlust. Joshua hatte bereits in der Eröffnung einen wichtigen Zentrumsbauern liegen lassen und 40 Minuten bei Überlegungen ob man diesen halten könne investiert. Dennoch ist seine Stellung dank taktischer Motive und einem zentralen gegnerischen König die aussichtsreichste. An der Umsetzung hapert es jedoch und am Ende wird nicht mehr gezogen. Die Zeit fällt, das 4:2 steht genauso wie zwei Verluststellungen für uns. Henry lamentiert.

Bei Alex geht es in die Zeitnot, die Stellung ist aussichtslos. Der Gegner nimmt die allerletzte Gelegenheit war und schlägt die falsche Figur. Anschließend schafft Alex den 40sten mit wenigen Sekunden Restbedenkzeit. Den Siegtreffer hatte jedoch unbeobachtet in der Zeit Tobi geschossen: Die Qualität wurde zurückerobert und der entscheidende halbe Punkt gesichert! Letzen Endes schafft auch Alex ein Unentschieden zum 5:3 Endstand.

Insgesamt ist der Saisonauftakt mit 3 Mannschaftspunkten gut gelungen. Schon am 08.02. geht es weiter beim HSK!

(Baldur Schroeter)

↑
↓
3. Runde
08.02.2013 Hamburger SK 11 Königsspringer Hamburg 4 3 : 5
19:00 Uhr, HSK‑Schachzentrum, Schellingstr. 41, 22089 Hamburg

1 Leon Tscherepanov Alexander Spät 0 : 1
2 Dariyusch Niazi Baldur Schroeter 0 : 1
3 Johannes Petersen Detlef Lemke 0 : 1
4 Oliver Leube Henry Steinfeldt ½ : ½
5 Tofik Badalov Joshua Viol 1 : 0
6 Dr. Hanns Schulz‑Mirbach Tobias Götze ½ : ½
7 Dietmar van Dyk Shumon Akram ½ : ½
8 Kurt Kahrsch Ruben Hartig ½ : ½

08.02.2013 Hamburger SG BUE Bille SC 2 3 : 5
08.02.2013 SK Marmstorf 2 Hamburger SK 10 3 : 5
15.02.2013 TV Fischbek SK Johanneum Eppendorf 4 :
08.02.2013 TV Fischbek 3 Altonaer SK Finkenwerder 3 : 5

Entspannung in Eilbek

Die dritte Runde führt uns nach Eilbek zum HSK: Außer uns treten dort auch die Saseler und Fischbeker an.

Nachdem die ersten Runden schon ordentlich Spannung boten, erwartete ich auch heute wieder einen knappen Kampf. Nach der freundlichen Begrüßung (wir sind jung und ambitioniert?), geht’s los. Und das richtig gut für uns. Detlefs Gegner zieht etwas unvorsichtig g7 – g5, während ich gleich 3 Tempi in der Eröffnung geschenkt bekomme. Beides reicht für uns: Damit werden wir wohl auch für die richtige Eröffnungswahl belohnt.

Beim Stand von 2:0 bekommt Henry ein Remisangebot: Das spricht nicht für den Kampfgeist der Gegner. Henry entschließt sich weiterzuspielen, willigt jedoch wenig später in die Punkteteilung ein.

Alexander hat sich die Eröffnungsweisheit mit dem b‑Bauern aus der letzten Runde abgeschaut. Der gegnerische König findet keine Heimat und Alexander trägt einen gewinnbringenden Angriff sehr sauber vor.

Wenig später folgt eine positive Überraschung: Ruben hatte bisher eine chaotische Partie gespielt und nach g7 – g5 (um es mit Jochen Cremer zu sagen: »Bist du des Wahnsinns nackter Fackelreiter?«) ist auch sein König heimatlos. Folgerichtig dringt die gegnerische Dame in die Stellung ein. Anschließend werden zahlreiche Gewinnchancen ausgelassen und Ruben bekommt ein Dauerschach: Das 4:1. Nach dem üblichen Drehbuch sollte jetzt der spannende Teil beginnen.

Allerdings nicht mit Tobi: Er hat sich mit seiner Rolle als Matchwinner angefreundet und erspielt den entscheidenden halben Punkt. Einen weiteren halben Punkt steuert alsbald Shumon bei, nachdem seine Druckstellung etwas abgeflacht ist. Da macht es nichts, dass Joshua seine Partie verliert: Dieser 5:3 Sieg war nicht nur überzeugend, sondern ging auch zügig vonstatten.

Irgendwie kommen wir dann auf der Rückfahrt auch darauf, noch höher gewonnen zu haben. Im Anschluss geht’s noch für einige ins Clubheim, wo wir uns dann noch über den Sieg der 5ten mitfreuen können.

Nach drei Runden finden wir uns also sogar recht weit vorne in der Tabelle wieder und können feststellen, dass wir für das Ziel Klassenerhalt auf jeden Fall schon einiges getan haben. Wenn es so weitergeht, müssen wir uns noch umorientieren …

(Baldur Schroeter)

↑
↓
4. Runde
22.02.2013 Königsspringer Hamburg 4 Altonaer SK Finkenwerder :
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Alexander Spät Gustav Choinowski 1 : 0
2 Baldur Schroeter Christian Wiener ½ : ½
3 Detlef Lemke Erhard Cassens 1 : 0
4 Florian Bongartz Gerhard Bissinger 1 : 0
5 Henry Steinfeldt Lucas Brauner ½ : ½
6 Joshua Viol Walter Diehl 1 : 0
7 Berfîn Lemke Mahmood Amini 1 : 0
8 Tobias Götze Heyko Christ ½ : ½

01.03.2013 SK Johanneum Eppendorf 4 TV Fischbek 3 :
22.02.2013 Hamburger SK 10 TV Fischbek :
22.02.2013 Bille SC 2 SK Marmstorf 2 2 : 6
22.02.2013 Hamburger SK 11 Hamburger SG BUE :

Kantersieg im Clubheim

Mit 1–8 treten wir in Runde 4 gegen Altona/Finkenwerder an. Parallel zu uns spielt KSH 5, sodass wir einen schönen Heimkampfabend haben.

An einigen Brettern geht es gleich richtig gut los. Bei Alex & Joshua spürt man, dass sie sich heute etwas vorgenommen haben. Beide haben scharfe Varianten mit viel Initiative und weniger Material auf dem Brett. Um all das zu verarbeiten, schnappen beide viel Frische Luft, so wie es der Trainer empfielt: Ein guter Plan, der einzig dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird, dass die Atmosphäre draußen so verraucht ist. So ist das eben in der Großstadt.

Mit einem hübschen Turmopfer bringt uns Alex wenig später sehenswert in Führung. Und auch Joshua lässt sich nicht lange bitten. Nach den drei Nullen in den ersten Runden – die teilweise wenig Spaß bereiteten – freut einen so eine Partie mit dem folgenden Abschluss besonders! Aber seht selbst:

Viol, Joshua – Diehl, Walter










Weiß hat auf Kosten dreier Bauern starke Initiative und den gegnerischen König in der Mitte abgeklemmt. Wie setzt man jetzt den Angriff am besten fort?

14. e6! Aufreißen! 14. … Sxe6
[Die Alternative zum Rausnehmen 14. … d6 scheitert an 15. Lb5+ Sc6 16. Se5 Df6 17. Dxf6 Sxf6 18. exf7+ Kf8 19. Sg6+ Kxf7 20. Sxh8+ Kg8 21. Sg6; 14. … dxe6 15. Lb5+ c6 16. Db4; 14. … fxe6 15.Df8#; 14. … Se7 15. exf7+ Sxf7 16. Lxe7 Kxe7 17. Tae1+ Kd8 18. Lxf7+-]
15. Lxe6 dxe6 16. Dxc7
[16. Db4! ist an dieser Stelle Matt in 10, da der Punkt f8 nicht mehr zu decken ist]
16. … c2










17. Tad1! Alle Mann an Deck! 17. … cxd1D 18. Txd1 Df6 19. Se5 g5 20. Td8+ Ein sehr schönes Matt mit doppeltem Turmopfer!
1:0

Schon 2:0 also, als ich ein Remisgebot bekomme. Zuvor hatte ich durch einen Fopp einen Bauern eingesammelt, diesen etwas leichtfertig wiederhergegeben und nun ein Turmendspiel mit etwas mehr Initiative. Nachdem ich diese ein paar Züge später ebenfalls verdaddele, gibt’s die Punkteteilung in einer wirklich nicht so dollen Partie. Henry wittert seine Chance, in unserem laufenden Contest einen halben Punkt auf mich gutzumachen.

Wenig später erhöht Berfîn nach einem Qualitätsgewinn und Überstehen der Zeitnot auf 3,5:1,5, wobei das gewählte Eröffnungssystem wohl noch besser verinnerlicht werden sollte. Während sich im Nebenraum der Analyse gewidmet wird, sichert Tobi mittels Punkteteilung mal wieder den ersten Mannschaftspunkt. Bongo holt mit Hilfe des Gegners statt des einkalkulierten halben sogar den ganzen Punkt und besorgt uns den Mannschaftssieg.

Da können sich die Zuschauer beruhigt Detlefs Zeitnotphase anschauen: Dieser sammelt die gegnerische Dame ein und erhöht auf 6:1. In der folgenden Analyse kann man einiges über die positionellen Untiefen des Willie‑Aufbaus lernen.

Als Letzter versucht noch Henry gleichzuziehen, muss sich dann aber mit einem halben Punkt zufrieden geben. Apropos zufrieden: Wenn man gegen ein Team, das im Schnitt ca. 60 Punkte stärker ist mit 6,5:1,5 ohne Verlustpartie gewinnt, dann hat man etwas richtig gemacht! Das war richtig gut!

Bis zum nächsten Kampf können viele unserer Spieler noch ordentlich frische Luft schnappen. Vor der 5ten Runde geht’s nämlich zum Luftkurort Schönhagen, wo die Spielführung verfeinert und die Acetylcholinrezeptoren beruhigt werden können.

(Baldur Schroeter)

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↓
5. Runde
22.03.2013 Hamburger SG BUE Königsspringer Hamburg 4 :
19:00 Uhr, CVJM‑Haus, An der Alster 40, 20099 Hamburg

1 Christian Joecks Alexander Spät ½ : ½
2 Amran Mojo Pahit Parindra Baldur Schroeter ½ : ½
3 Klaus‑Dieter Meyer Detlef Lemke 0 : 1
4 Helmut Amara‑Sellack Henry Steinfeldt ½ : ½
5 Michael Harasim Joshua Viol 1 : 0
6 Dr. Friedrich Becker‑Bertau Berfîn Lemke 1 : 0
7 Hans‑Heinrich Runge Tobias Götze 0 : 1
8 Arno Rogalla Marco Hanssen 0 : 1

22.03.2013 SK Marmstorf 2 Hamburger SK 11 2 : 6
22.03.2013 TV Fischbek Bille SC 2 : ½
22.03.2013 TV Fischbek 3 Hamburger SK 10 3 : 5
22.03.2013 Altonaer SK Finkenwerder SK Johanneum Eppendorf 4 3 : 5

Der Ball ist rund, ein Spiel hat 90 Minuten und andere Schachweisheiten

In Runde 5 verschlägt es uns ins CVJM‑Haus an der Alster: Der Gegner heißt HSG/BUE.

Vorher erinnere ich mich an einen Kreisligakampf dort vor einigen Jahren: Dicht zusammengedrängt saßen wir im »Tisch‑U« umgeben von schnackfreudigen Gegnern. Ich verlor eine grauenhafte Partie, Guido fiel auf die »Friedel‑Falle« herein und wir gingen sang‑ und klanglos unter.

Die Vorzeichen sind in diesem Jahr ähnlich: Gleiche Tischordnung, gleicher Schnack und der Kampf beginnt damit, dass Detlef auf einen Eröffnungsfopp hereinfällt, bei dem er einen Bauern einbüßt und trostlos steht. Ich spiele das erste Mal im Leben Siz und tue erfolgreich so, als ob ich davon Ahnung hätte. Tatsächlich stehe ich ziemlich schnell leicht besser, vergebe aber meinen Vorteil nach einer Unaufmerksamkeit. Das entstehende Endspiel halte ich für schlecht – im Nachhinein stelle ich fest, dass diese Einschätzung nicht stimmt. Mit der Endrundenerkältung im Gepäck nehme ich mir vor, remis zu halten.

Selbiges schafft ziemlich schnell Alexander gegen einen friedlich aufgelegten IM Joecks. Ein zügiger Sieg von Marco beschert uns dann sogar die Führung. Doch wo sollen die anderen Punkte herkommen? Die noch nicht erwähnten Partien sehen zu diesem Zeitpunkt folgendermaßen aus: Berfîn hat dünne Stellung und dünne Zeit, Tobi & Henry eher unklar und Joshua hat’s leider irgendwo eingestellt, sodass es jetzt 1,5:1,5 steht. Wenig später muss Berfîn die Hand rüberreichen und wir geraten in Rückstand.

Zeit für mehr Schnack und sachdienliche Hinweise:

»Sie haben eine Jacke an, dann können Sie doch auch bitte jetzt herausgehen«.

Detlef ist in Kampflaune. Tobi hat die gute Form aus der HJEM mitgenommen und gewinnt. Ich bekomme ein remisiges Bauernendspiel. Nach der Punkteteilung geht’s an die frische Luft. Berfîn erkundet das CVJM‑Haus, Marco, Tobi und ich nutzen die Angebote des örtlichen Lokals.

Im Turniersaal wird derweil gekämpft. Detlef ist ins Turmendspiel entkommen: Mehr als ein halber Punkt mit etwas Glück ist jedoch nicht zu erwarten. Henry hat einen Mehrbauern im Turm‑/Läuferendspiel, sodass im Optimalfall mit einem 4:4 gerechnet werden kann.

Zeit für den nächsten sachdienlichen Hinweis: Züge müssen während der Partie auch notiert werden.

»Das juckt mich nicht«. Na gut.

Erneut mache ich mir ein Bild von der Lage und stelle fest: Detlef hat aus einer Stellung mit Randbauer gegen Turm (!) nicht nur ein Remis herausgeholt, sondern völlig unglaublicherweise eine Dame aufs Brett gezaubert! Hier greift die alte Schachweisheit aus dem (empfehlenswerten) Jugendschachbuch »Angriff auf den König«: »Schach ist wie Boxen …«. Hier jedenfalls sitzt der letzte Schlag: Der gegnerische Turm wird abgeholt und der Punkt eingesammelt: Lange keinen so kuriosen Partieverlauf mehr erlebt!

Henry bekommt umgehend ein Remis, wir haben 4,5 Punkte und schon wieder ist ein nominell deutlich besseres Team geschlagen!

Momentan sind wir einfach im Fluss. Trotz fortgeschrittener Stunde fahren dann noch manche von uns ins Clubheim und erleben gut gelaunt einen stimmungsvollen Vereinsabend: So soll es sein!

Abschließend geht noch ein Dank an Marco und unsere 6te: Ohne die Aushilfe hätte es heute nicht geklappt!

(Baldur Schroeter)

↑
↓
6. Runde
12.04.2013 Königsspringer Hamburg 4 SK Johanneum Eppendorf 4 :
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Baldur Schroeter Peter Wirthgen ½ : ½
2 Detlef Lemke Achim Soltau ½ : ½
3 Florian Bongartz Tobias Sossidi 1 : 0
4 Henry Steinfeldt Marco Claas ½ : ½
5 Joshua Viol Stefan Luther 1 : 0
6 Berfîn Lemke Hermann Funke 1 : 0
7 Tobias Götze Lenard Neander 1 : 0
8 Marco Hanssen Klaus Pfeiffer 1 : 0

05.04.2013 Hamburger SK 10 Altonaer SK Finkenwerder :
05.04.2013 Bille SC 2 TV Fischbek 3 :
05.04.2013 Hamburger SK 11 TV Fischbek :
05.04.2013 Hamburger SG BUE SK Marmstorf 2 6 : 2

Kantersieg im Clubheim II

In Runde 6 ging es gegen SKJE 4, die – wie schon häufiger in dieser Saison – mit vielen Ersatzspielern antraten. Die Strategie für den Kampf lautete analog zum bekannten Landesligamotto: »Vorne Klammern, hinten beißen«. Und ebenso wie die Landesliga in dieser Saison (noch einmal herzlichen Glückwunsch zum Titel!) bissen wir dann auch gleich etwas heftiger zu. Doch der Reihenfolge nach:

Detlef sorgt sich etwas zu sehr um einen isolierten Bauern im Zentrum und geht früh (aber strategiekonform) auf eine Zugwiederholung ein. Im Anschluss entwickelt sich ein Kampf mit vielen recht ausgeglichenen Stellungen.

Nach dem Umwandeln einer etwas gedrückten Stellung in ein remisiges Damenendspiel strebe ich ebenfalls den Friedensschluss an. Doch just in diesem Augenblick gewinnt Joshua mit einer netten Taktik und Tobi aufgrund eines Qualitätsgewinns. Also heißt es bei mir noch etwas weiterspielen, bevor die Punkteteilung dann tatsächlich erfolgt. 3:1 für uns: Die Kollegen von KSH 5 hatten zu diesem Zeitpunkt ihren Mannschaftskampf schon komplett erfolgreich abgeschlossen.

Nach und nach wandeln sich auch die übrigen Stellungen zu unseren Gunsten: Berfîn kann im Mittelspiel mit schwachem Läufer ebenfalls eine Qualität einheimsen. Marco wandelt sein Endspiel mit Minusbauern in eines mit Plusbauern um. Bei Bongo brennt (wie üblich) das Brett. Die Fans vermuten eine Verluststellung für uns. Diese Einschätzung teilt der Gegner jedoch nicht, der nach einem vermeintlichen Qualitätsverlust umgehend aufgibt, ohne die Stellung zu prüfen. Im Nachhinein stellt sich dann heraus, dass uns hier ein Punkt geschenkt wurde.

Henry hat in der Zeit einen scharfen Zwischenzug einstreuen müssen, um seine Stellung zu halten. Diese Partie scheint stets auf der Kippe zu stehen. Nach dem Verflachen wird sich dann allerdings umgehend auf remis geeinigt. Das bedeutet den Mannschaftssieg! Und ebenfalls wichtig: Mein Vorsprung im Score auf Henry ist erhalten geblieben. Nachdem Marco sein Endspiel souverän & erfolgreich abgeschlossen hat, obliegt es nun Berfîn, den Abschlusspunkt zu setzen.

Und da eine Zeitnotphase ja bekanntermaßen nicht ausreicht, wird gespielt und gespielt, bis kurz vor 00:00 Uhr die Zeit des Gegners fällt: Zum zweiten Mal 6,5:1,5 im Clubheim!

Zumindest momentan dürfen wir uns zur erweiterten Tabellenspitze zählen. Alleine das ist schon ein schöner Erfolg. Natürlich wollen wir jetzt mehr: Dementsprechend gehören passive Strategien wie »Klammern« ab jetzt auch der Vergangenheit an. Berfîn hat das schon entsprechend ausformuliert.

Gehen wir es an!

(Baldur Schroeter)

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7. Runde
26.04.2013 SK Marmstorf 2 Königsspringer Hamburg 4 2 : 6
19:00 Uhr, Vereinshaus des SV Grün‑Weiss Harburg, Langenbeker Weg 1c, 21077 Hamburg

1 Björn Undritz Alexander Spät 0 : 1
2 Ralf Böhme Baldur Schroeter ½ : ½
3 Prof. Dr.‑Ing. Thomas Willner Detlef Lemke ½ : ½
4 Bodo Müller Florian Bongartz 0 : 1
5 Manfred Grove Henry Steinfeldt 0 : 1
6 Lutz Meyer Tobias Götze ½ : ½
7 Stephan Barz Shumon Akram ½ : ½
8 Markus Eschweiler Ruben Hartig 0 : 1

26.04.2013 TV Fischbek Hamburger SG BUE :
19.04.2013 TV Fischbek 3 Hamburger SK 11 4 : 4
19.04.2013 Altonaer SK Finkenwerder Bille SC 2 :
26.04.2013 SK Johanneum Eppendorf 4 Hamburger SK 10 4 : 4

Wenn einer eine Reise tut, …

… dann kann er was erleben. Vor allen Dingen, wenn die Reise nach Marmstorf geht.

»Der Elbtunnel hat jetzt eine Röhre mehr, da gibt es keinen Stau.«

Stimmt, der Stau beginnt dann auch erst in Marmstorf. Erinnerungen werden wach. Z. B. erinnert Shumon sich daran, dass ich ihm vor 2 Jahren einen u12‑Auswärtskampf in Marmstorf »untergeschoben« habe. Davon weiß ich nichts mehr. Dafür entsinne ich mich eines Jugendkampfes vor vielen Jahren, an dem wir 1 Stunde und 1 Minute zu spät kamen …

Egal, nach einigen Schlenkern und Wirrungen treffen wir leicht verspätet am Spielort ein. Unsere Gegner haben fairerweise die Uhren noch nicht angestellt und treten ohne ihre Bretter 1–3 an, sodass wir nominell favorisiert sind.

Relativ zügig geraten wir dann auch in Führung: Bei Alex & Henry gibt es schnelle Start‑Ziel‑Siege. Doch keine Zeit zu verSCHNAUFEN: Bongo hat die Eröffnungsgrundsätze auf eigene Art interpretiert und lehnt ein Remisgebot mit Bauer weniger ab.

Detlef und ich fischen ein wenig im Trüben, bei Tobi & Shumon schaut’s ausgeglichen aus. Ruben steht auf Verlust, nachdem er am falschen Flügel angegriffen hat. Ich lasse eine Gewinnchance aus und gerate allmählich in Zeitnot.

Shumons Gegner hat die Wahl zwischen Zugwiederholung und Komplikationen: Er wählt ersteres. Erstaunlich, bei einem 0:2‑Rückstand. Die nächste gute Nachricht lautet, dass auch Tobi überraschenderweise ein Remis bei inzwischen dünnerer Stellung bekommt. Beim Stand von 3:1 gehe ich dann ebenfalls auf die Punkteteilung ein. Als nächstes endet Rubens Partie: Bei glatter Verluststellung kann er ein entscheidendes Zwischenschach einstreuen und den Spieß umdrehen. Oder um es mit Ruben zu sagen: »Ich hatte halt heute Bock.« Stimmt, und danke für den Einsatz! Fast zeitgleich setzt auch Bongo einen Mattplan erfolgreich um. Der Lohn dafür, alle Remisgebote tapfer abgelehnt zu haben.

Am Ende spielen also nur noch Detlef und sein Gegner eine verschachtelte Stellung. Diese ist für Detlef eher schlechter, aber da geschlossen wohl kaum zu gewinnen. Und so wird gespielt und gespielt, alle Gewinnversuche abgewehrt und kurz vor 00:00 Uhr Frieden geschlossen.

Der 6:2‑Sieg ist insgesamt verdient, aber ein bisschen höher, als man zwischendurch vermutet hätte. Nun biegen wir allmählich in die »Zielgrade« ein und treten in den letzten beiden Kämpfen gegen die (neben uns) erfolgreichsten Teams der Liga an.

Wir freuen uns drauf!

(Baldur Schroeter)

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8. Runde
17.05.2013 Königsspringer Hamburg 4 Hamburger SK 10 4 : 4
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Alexander Spät Thomas Stark 1 : 0
2 Baldur Schroeter Alexander Baberz 1 : 0
3 Detlef Lemke Valentin Chevelevitch 0 : 1
4 Florian Bongartz Jan Zierott 0 : 1
5 Henry Steinfeldt Kevin Weidmann 0 : 1
6 Joshua Viol Michael Elbracht 0 : 1
7 Tobias Götze Pauls Plate 1 : 0
8 Shumon Akram Andreas Schild 1 : 0

31.05.2013 Bille SC 2 SK Johanneum Eppendorf 4 5 : 3
17.05.2013 Hamburger SK 11 Altonaer SK Finkenwerder 6 : 2
17.05.2013 Hamburger SG BUE TV Fischbek 3 :
17.05.2013 SK Marmstorf 2 TV Fischbek :

Du musst immer weiterspielen. Bis zum Schluss.

Bereits im Vorfeld verspricht der Kampf gegen HSK X einiges an Spannung. Die HSKler haben nämlich erst gegen die starken Teams HSG/BUE und Fischbek 1 ihre Kämpfe jeweils knapp verloren. Wollen wir unseren 2ten Platz sichern und in der letzten Runde um den Aufstieg mitspielen, muss etwas Zählbares her.

Über spannende Kämpfe kann man auch lange Berichte schreiben. Los geht’s also:

Nur eine Partie endet dieses Mal zügig. Joshua wird ziemlich schnell auseinandergenommen.

Anschließend geschieht lange Zeit nichts Zählbares. Gut sieht es allerdings nicht aus. Alex kommt nicht zur Rochade und die Stellung wirkt sehr instabil. Detlef verbraucht zunächst sehr viel Zeit in der Eröffnung und muss einen Bauern geben. Henry hat im Schwerfigurenendspiel den exponierteren König und eine schlimme Bauernstruktur. Unklar wirken die Stellungen bei Bongo und Tobi, während Shumon nach dem Tausch des weißfeldrigen Läufers im »Gummiitaliener« nicht mehr als Ausgleich hat.

Auch mein Mittelspiel bewegt sich stets im Ausgleichbereich. Dann tausche ich die richtigen Figuren (Dank noch einmal an Steffen für den zugehörigen Literaturtip) und bekomme ein Endspiel mit gutem Springer gegen schlechten Läufer, welches ich einfach nach Hause bringen kann. Der Ausgleich nach ungefähr 3 Stunden.

Allmählich stellt sich jedoch die Frage, wo bei uns überhaupt noch Punkte herkommen sollen. Alex verwaltet inzwischen einen unübersichtlichen Trümmerhaufen. Henry verliert im Damenendspiel Bauer um Bauer: Zu exponiert steht der König und zu schlecht ist die Struktur. Tobi hat eine Qualität eingebüßt und nur einen Bauern dafür. Bongo nimmt eine taktische Abwicklung nicht wahr und lässt sich danach allmählich überrollen. Detlefs Gegner hat in Form eines isolierten Doppelbauern einen mehr: Vielleicht reicht es im Turmendspiel noch zum Remis? In dieser Situation geht es in die Zeitnotphase.

Hier macht Alex alles richtig: Es wird so aktiv wie möglich gespielt. In letzter Sekunde übersieht der Gegner einen Fesselungsfopp. Dieser Punkt kommt überraschend! Da die Stellungen von Bongo, Detlef und Henry inzwischen aussichtlos sind, sowie bei Shumon und Tobi mehr als Punkteteilungen nicht erwartet werden können, sieht es dennoch düster aus. Detlef leistet noch solange es geht Gegenwehr, muss aber dann zum 2:2 aufgeben.

Hier bekommt Shumon ein Remisangebot im Damenendspiel. Gerne würde er annehmen, aber das geht nicht in dieser Situation: Es muss überall bis zum Schluss weitergespielt werden. Dann lieber hoffen, dass der Gegner ins für ihn eher günstige Bauerendspiel übergeht und dann (nochmal) hoffen, dass er dann noch fehlgreift. Fehlgriffe bekommt Henry indes nicht geschenkt: 2:3. Immerhin: Tobi hat inzwischen einen weiteren Bauern gewonnen und kann das Endspiel mit 2 Bauern für die Qualität auf Gewinn spielen.

Nach langem Wiederstand muss auch Bongo aufgeben. 2:4, nun wird es eng. Shumon und sein Gegner schieben unterdes munter die Bauern nach vorne. Im letzten Augenblick entscheidet dieser sich für den falschen: Der vermeintliche Durchbruch entpuppt sich als Verlust und auf einmal sind wir wieder im Spiel.

Alles hängt nun von Tobis Partie ab. Leider verstellt er sich den Weg für seinen König mit den eigenen Bauern. Das sieht dann so aus:

Plate, Pauls – Götze, Tobias










Bei beiden Spielern nähert sich die Zeitnot, einen Gewinnweg für Schwarz gibt es nicht. Alle haben sich um das Brett versammelt, sogar im Nebenraum kehrt Ruhe ein. Tobi behält die Nerven. Es folgen zahlreiche Läufer‑, Königs‑ und Turmzüge und auf einmal steht es folgendermaßen:










… f3! Der entscheidende Durchbruch und das 4:4!

Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, wie wir diesen Kampf noch drehen konnten, komme ich darauf, dass es mehr als einfach nur Glück war. So wie wir die ganze Saison angehen, stelle ich mir Schach als Mannschaftssport vor. Auch diejenigen, die heute ihre Partien verloren, haben solange wie möglich für die anderen weitergespielt. Und nur weil das Unvermeidliche solange wie möglich hinausgezögert wurde, konnten diese dann in ebenso nicht aussichtsreichen Stellungen noch die Restchance bewahren und wurden am Ende mit Erfolg belohnt.

Unsere kommenden Gegner (Fischbek I) haben bisher alles gewonnen und weisen einen DWZ‑Schnitt auf, der für diese Liga fast schon unanständig ist. Nun sind wir schon sicher Zweiter und haben Ziele für die letzte Runde.

Deren gibt es gleich zwei:

a) Wir gewinnen 6,5: Dann sind wir Erster!

b) Wir holen etwas Zählbares heraus und maximieren so die Chance, als bester 2ter aller Bezirksligastaffeln aufzusteigen.

(Baldur Schroeter)

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9. Runde
14.06.2013 TV Fischbek Königsspringer Hamburg 4 5 : 3
19:00 Uhr, Altentagesstätte Neugraben, Neugrabener Markt 7, 21149 Hamburg

1 Denis Schermer Alexander Spät 1 : 0
2 Christoph Serrer Baldur Schroeter 1 : 0
3 Philip Reichhardt Detlef Lemke ½ : ½
4 Jakob Kneip Florian Bongartz 1 : 0
5 Thomas Peters Joshua Viol 1 : 0
6 Peter Schausten Berfîn Lemke ½ : ½
7 Andreas Wanke Marco Hanssen 0 : 1
8 Nikolas Egelriede Justus Streich 0 : 1

07.06.2013 TV Fischbek 3 SK Marmstorf 2 3 : 5
07.06.2013 Altonaer SK Finkenwerder Hamburger SG BUE 4 : 4
14.06.2013 SK Johanneum Eppendorf 4 Hamburger SK 11 4 : 4
07.06.2013 Hamburger SK 10 Bille SC 2 5 : 3

Finale in Fischbek

An einem schwülen Freitagnachmittag treffen sich sechs KSH4‑Spieler um 18:15 Uhr vorm Clubheim um einmal mehr in dieser Saison den Weg nach Süderelbe zu bestreiten. Wieso sechs? Nun: Justus fährt direkt an, während wir auf Alex noch warten.

Aufregung macht sich breit: Der Elbtunnel ist ziemlich dicht und es ist nicht absehbar, wie rechtzeitig wir es zum Spielort schaffen können. Also wird das etwas größere »Leflemmobil« mit Spielern vollgepackt, während Bongo einige Minuten später den Nachzügler einsammelt.

Bei der Hinfahrt wird jede Strategie genutzt, um Minuten zu sparen. Manche davon kennt man auch vom Schach: »Umgehung«, »Bodycheck« und »Zwischenzug« kommen wiederholt zum Einsatz. Zwischendurch werden auch andere Möglichkeiten (Panzer, Sirene, Blaulicht in beliebigen Kombinationen) erörtert. Bevor die Gespräche zu skurril werden, treffen wir glücklicherweise ein. Das macht auch den Justus froh, der ganze 40 Minuten alleine am Spielort ausharren musste. 10 Minuten später kommen auch Alex & Bongo an und das erste Ziel des Abends ist erreicht: Komplett antreten.

Die Eröffnungen werden zügig und pragmatisch runtergespielt. Es entstehen spannende Stellungen, doch nach und nach macht sich bei fast jedem die Zeitnot auf die eine oder andere Art bemerkbar. Detlef kriegt einen gewinnbringenden Angriff: In komplexer Stellung mit wenig Zeit wird geopfert. Eine Abwicklung später ist das Material zurückgewonnen und die Stellung immer noch kompliziert: remis. Sehr souverän spielt Berfîn: Es wird vieles getauscht, die Stellung ist stets sicher. Der zweite Friedensschluss des Abends. Während ich mich im Turmendspiel kneten lasse und vollkommen unnötigerweise immer 1/3 Bauerneinheiten einstelle, gehen Alex’ & Joshuas Partien in Zeitnot verloren. Auch Bongo muss die Hand rüberreichen: Schade, hatte er sich doch gerade aus seiner gedrückten Stellung befreit.

Da hilft es leider nichts, dass Justus & Marco als Ersatzspieler mal wieder die volle Punkteausbeute einfahren. Den Schlusspunkt darf ich setzen: Nachdem ich im Turmendspiel zu viele Ungenauigkeiten begangen habe, bekomme ich bei beiderseitiger Zeitnot Remischancen. Es passt irgendwie zum Tag, dass das am Ende nicht mehr klappt.

Es bleibt also die erste Saisonniederlage, mit dem Gefühl, dass bei ausgeglichenem Zeitverhältnis mehr drin gewesen wäre. Ein umkämpftes 3:5 gegen ein derartig starkes Team (DWZ‑Schnitt 1931 – mal eben 147 Punkte mehr als wir) ist allerdings aller Ehren wert. Unser zweiter Platz ist insgesamt eine tolle Gesamtleistung!

Kommen wir an dieser Stelle zur Abschlussbilanz. Vorweg: Alle haben es irgendwie gut gemacht, denn jeder hat DWZ‑Punkte gewonnen. So kommen wir mit unseren Stammspielern auf ein Gesamt‑Plus von +184 Punkten. Von 80 gespielten Partien wurden nur 16 verloren. Bemerkenswert ist die Ausbeute der Ersatzspieler, die bis auf 3 Unentschieden alle Partien gewannen und somit eine echte Stütze der Mannschaft waren: An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an alle!

Zu guter Letzt: Die Einzelspielerbilanz.

Alex (5/7)
Hat vorne alles weggeballert und gegen IM Joecks ein wichtiges Remis beigesteuert. In der letzten Runde sollte es nicht sein: Mit deutlich weniger Zeit im Gepäck und direkt von der Klassenreise nach Fischbek kommend (toller Einsatz!). Brachte hin und wieder den letzten, aber entscheidende Fopp. Insgesamt einfach stark!

Baldur (6/9)
Vor der Saison hatten wir abgesprochen, dass Alex an 1 eingesetzt wird, da er dort auf die stärkeren Gegner trifft. Irgendwie hat das nur so halb funktioniert. Schon erstaunlich, wen man in der Bezirksliga an Brett 2 so alles vorgesetzt bekommt. Dafür habe ich es wohl ganz gut gemacht. Und: Darf man der vorläufigen DWZ‑Auswertung glauben, habe ich mein Traumziel exakt erreicht!

Detlef (6/9)
Hatte die nominell stärkeren Gegner meist im Griff und erwies sich als zäh, wenn mal eine schlechte Stellung auf dem Brett war. Hat außerdem einiges Eröffnungswissen gesammelt: Ich habe gehört, das soll eine gute Sache sein. Darüber hinaus sind natürlich die Qualitäten als Fahrer hervorzuheben: Das hat die Orga sehr erleichert!

Bongo (3,5/7)
Unser Zuständiger für kunterbuntes Schach. Das Ergebnis wurde meist unabhängig von der Stellung ermittelt. Tatsächlich gab es in jeder Partie eine Situation, wo es glatt gewonnen war. Besitzer eines BMW‑Cabrios. Bitte nicht verkaufen, wir brauchen es noch nächste Saison!

Henry (5/8)
Hat sehr solide gespielt und wollte mehr. Die Unzufriedenheit, dass es oft »nur« für den halben Punkt gereicht hat, lässt darauf schließen, dass es nach den jetzt erreichten 1800 noch weiter voran geht.

Joshua (2/8)
Hat ein bisschen den »Vorstopper« gespielt und kann mit nur 2 Punkten sogar einen DWZ‑Zuwachs verzeichnen. Häufig in »Hopp‑oder‑Flopp«‑Laune. Wenn gut aufgelegt, wird es für jeden Gegner schwer. Wenn nicht, …

Berfîn (2,5/5)
Schachbund.de verrät: Seit der letzten Saison wurde um fast 300 Punkte zugelegt! Besonders erfreulich: Diese Zeitnotgeschichte passiert nicht mehr so häufig. Lange Partien sind nach wie vor Standard. Das ist auch in Ordnung, denn man soll ja auch etwas davon haben!

Tobi (5/8)
Mit einer Null gestartet, danach 3mal remis & Endrunde mit Vizemeisterschaft. Hat dort anscheinend seinen Spielstil gefunden: Darauf verlassen, dass der Fehler des Gegners kommt. Dementsprechend wurde in der zweiten Saisonhälfte einiges umgeknipst.

So, das war nun wirklich ein langer Abschlussbericht: Passend zu einer Saison, die mir richtig Spaß gebracht hat! Noch wichtiger als das Ergebnis sind aus meiner Sicht die Zuverlässigkeit & Stimmung: Die waren bei uns ganz große Klasse!

Also: Nächste Saison gerne wieder!

(Baldur Schroeter)

Quelle: Hamburger Schachverband
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/13-ksh4.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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