S
c
h
a
c
h
c
l
u
b
 
v
o
n
 
1
9
8
4
 
 e.
 V.
 
 
 
 
 
 
[Grafik]
[Grafik]
 
 
www.kshamburg.de
 
 
Chronik: Archiv
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Deutsche Ländermeisterschaft 2012
 28. September bis 3. Oktober 2012 in Hannover 
Endstand
Pl. Mannschaft TWZ g. u. v. MP BP Bhz.
1. Bayern 2048 5 2 0 12 37,5 57,0
2. Hessen 1 2027 5 1 1 11 32,5 58,0
3. Rheinland‑Pfalz 1982 4 1 2 9 32,0 54,0
4. Niedersachsen 1 2037 4 1 2 9 31,5 59,0
5. Nordrhein‑Westfalen 1878 4 1 2 9 28,5 54,0
6. Sachsen 1877 4 0 3 8 29,0 47,0
7. Württemberg 1938 4 0 3 8 26,5 57,0
8. Hamburg 1812 3 1 3 7 29,0 39,0
 

Torben Schulenburg (3/7)
Jan Hinrichs (3/7)
Lars Hinrichs (3/7)
David Krüger (3½/7)
Teodora Rogozenco (4/7)
Carina Brandt (3½/7)
Aaron Bernstengel (4/7)
Berfîn Lemke (5/7)

9. Sachsen‑Anhalt 1845 3 1 3 7 26,5 47,0
10. Niedersachsen 2 1900 3 0 4 6 29,5 41,0
11. Hessen 2 1800 3 0 4 6 28,5 40,0
12. Thüringen 1849 3 0 4 6 26,0 53,0
13. Baden 1989 2 2 3 6 25,5 58,0
14. Saarland 1744 1 1 5 3 26,5 39,0
15. Schleswig‑Holstein 1817 1 1 5 3 22,5 42,0
16. Mecklenburg‑Vorpommern 1687 1 0 6 2 16,5 39,0
Bericht

DLM 2012 – Medium ist Premium

In Celle standen wir 10 Minuten, als der Metronom auf einen verspäteten Fernzug warten musste. Und die Strecke von Hamburg nach Uelzen genossen wir in »vollen Zügen«. Ansonsten war so gar nichts Besonderes an der Hinfahrt zur Deutschen Ländermeisterschaft, welche dieses Jahr in Hannover ausgetragen wurde.

Im Team dabei waren: Torben Schulenburg, Jan Hinrichs, Lars Hinrichs, David Krüger, Teodora Rogozenco, Carina Brandt, Aaron Bernstengel und Berfîn Lemke. Das Team wurde begleitet von Kevin Högy und mir.

Die Herberge in der Nähe der AWD‑Arena bot standardisierten Herbergskomfort, die Hamburger Delegation bezog von jeder Zimmersorte eines (1er bis 4er).

Der traditionell wortreichen Betreuersitzung wohnte Kevin bei, sodass sich der Rest ein bisschen einleben konnte. Dies geschah bei den Jungs mit Kartenspielen (Wizard, Set) und bei den Mädchen mit Ausmalen der mitgebrachten Schablonen.

Mit den vorderen Rängen hatte Team Hamburg nicht viel zu tun. Aufgrund einiger ferienbedingter Absagen war der DWZ‑Durchschnitt bei 1812, was den Setzplatz 13 von 16 bedeutete. Insofern gab es andere Ziele für diese Meisterschaft, die durchaus erreicht werden konnten, doch dazu mehr weiter unten im Text.

Gewonnen hat Bayern vor Hessen und Rheinland‑Pfalz. Die beste Leistung für mich erreichte Team Sachsen‑Anhalt: ganz häufig ganz vorne gespielt und großen Erfahrungs‑ sowie DWZ‑Zuwachs erreicht, mein Glückwunsch an das junge Team und deren Betreuer Tatjana Melamed und Norman Schütze.

Doch nun zu unserem Turnier: Die Auslosung der 1. Runde brachte uns Württemberg. Mit dem knappsten aller Ergebnisse ging diese erste Runde verloren. Schon hier zeigte sich, dass wir gegen gute Mannschaften nicht chancenlos waren.

Nach Runde 1 war erstmal Pause, was dem eigentümlichen Zeitplan geschuldet war. Das angebotene Freizeitprogramm nahmen Carina und Torben wahr und waren im Zoo, die anderen rüttelten und schüttelten sich und spielten weiter Karten oder malten aus.

In Runde 2 kam es zu einem knappen 4,5:3,5‑Sieg gegen Hessen II, dabei waren auch zwei Siege durch Zeitüberschreitung, die sich mit der ZÜ‑Niederlage in der letzten Runde beinahe ausglichen (siehe unten).

In Runde 3, also am Nachmittag des zweiten Tages, kam es zur zweiten »Breakchance« (sprich Punkte machen gegen eine höher gesetzte Mannschaft). Team Sachsen, das jüngste Team von allen, aber DWZ‑mäßig schon recht weit vorn, konnte wie Württemberg 4,5:3,5 gegen uns gewinnen, wobei dort schon das eine oder andere halbe Pünktchen von unseren Spielerinnen und Spielern vergeben wurde. Da war viel Pech dabei.

Am dritten Tag, der wieder eine Doppelrunde parat hielt, ging es morgens zur Belohnung wieder gegen einen Höheren, nämlich Thüringen. Da lief noch weniger zusammen als gegen Sachsen, obwohl mehr drin war, am Ende stand die höchste Niederlage mit 2,5:5,5 zu Buche.

Also 2:6 Punkte, das ist ja erstmal nicht so doll. Wegen der fehlenden Alternativen musste von hinten angegriffen werden.

Gesagt, getan: Mit Zeichentrickfilmen während der Vorbereitung und Trainingsvideos zur Vorbereitung konnte der Micro‑Beamer namens Pukki sehr gute Dienste leisten, was auch die Aufmerksamkeit anderer Verbände (Hessen, Niedersachsen) erregte. Der Naschi‑Obst‑Beutel war sicherlich auch ganz nützlich – Stichwort: »Ja die ›Yoguredde‹, die schmeckt schon ziemlich ›legger‹«.

Zudem war es ab diesem Zeitpunkt für mich recht trivial, die nächsten Gegner für uns zu erraten (mit richtiger Farbverteilung versteht sich). Die von mir hauptsächlich vorbereiteten Spieler waren Carina, Teodora, Berfîn und David, die durch diese Abendstundenersparnis in den letzten Runden eine gute Chance auf mehr Schlaf hatten (und ich übrigens auch).

In Runde 5 kam es zu einem Sieg gegen Mecklenburg‑Vorpommern, die als »teuflisch« (Kevin) gut geeignete Versuchskaninchen herhalten mussten für »Vorbereitung ohne Auslosung«. Da war das aber noch keine Kunst.

Am Morgen des vierten Tages vor Runde 6 war wieder mal Pause (und ausschlafen!), es gab einen informativen Ausflug zu den ›Göttinger Elf‹ oder sowas in der Art. Andere würden sagen, wir waren den Vormittag in Bielefeld. Da gab es lecker Eis, Kevin lud alle ein, danke an dieser Stelle an den Spender! Die Fahrkarten für die Rückfahrt besorgte ich nebenbei auch, denn es war schon der vorletzte Tag.

Der Gegner in Runde 6 hieß wie vorhergesagt Schleswig‑Holstein. Zwischendrin sah es nach einem extrem hohen Sieg aus, der sich zuerst per Prognose in ein 4:4 verwandelte, ehe Teodora ihr Turmendspiel durch cleveres Spiel ins Remis retten konnte und den knappen Sieg sicherstellte. Das waren schon 6:6 Punkte mit Option auf mehr.

Während Runde 6 zogen jedoch dunkle Wolken auf: Berfîn wurde krank, das Brett während der sechsten Runde konnte sie nur verschwommen sehen, gewann aber trotzdem. Direkt danach verschwand sie im Bett mit Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit und dem Übelkübel. Ihr Einsatz in der letzten Runde stand sehr infrage.

Hier war es mal ganz nützlich, den Gegner der letzten Runde richtig geraten zu haben (Baden), denn Carina und Teodora waren schon recht früh fertig mit Vorbereitung, sodass beide das Zimmer aufräumen konnten und früh ins Bett kamen: Daumen hoch für mehr Schlaf.

Nach der Nacht allerdings zeigte sich, dass es Berfîn kaum besser ging. Und eine schwierige Entscheidung stand an, die gut und schlecht gleichzeitig war. Denn die Gesundheit der Spieler geht immer vor, darüber gibt es kein Vertun. Und doch bleibt da dieses Gefühl, dass der Mannschaft etwas fehlt, wenn sie zu siebt spielen muss.

Für die Entscheidung ›spielen oder nicht‹ nahmen wir uns viel Zeit. Die Findungsphase dauerte sehr lange, nämlich vom Aufstehen um 07:00 Uhr bis zum Spielbeginn um 08:30 Uhr. Am Ende stand fest: Berfîn setzt sich ans Brett an diesem Morgen, ihr Ziel sollte ein halber Punkt sein. Sehr tapfer! Als Betreuer behält man dabei ein mulmiges Gefühl.

Und die Dramaturgie des Kampfes verstärkte das mulmige Gefühl noch: Nachdem Teodora uns recht schnell in Führung schoss, stand es kurz danach 1,5:0,5 für uns, denn Lars’ Gegnerin hatte ein Dauerschach gefunden. Carina setzte ihren Gegner sehenswert schachmatt. Und dann bekam Berfîn das erhoffte Remisangebot, dass reißenden Absatz fand (einfach ja!).

Und es schien, als würde der Kampf klar zu unseren Gunsten ausgehen. Aaron verlor fast erwartet gegen eine starke Gegnerin. 3:2. Zu diesem Zeitpunkt stand David aussichtsreich, Jan stand bedenklich aber mit Schummelchancen, Torben stand sehr gut. Also eigentlich mehr als tolle Aussichten.

Dann aber begann es: David an Brett 4 musste eine lehrreiche Niederlage hinnehmen: Zeitüberschreitung im 39. Zug. Jan an Brett 2 hatte sein schlechtes Mittelspiel in ein ausgeglichenes Endspiel verwandelt, verlor aber dann Material und die Partie. Auf einmal stand es 3:4 gegen uns, der erhoffte Mannschaftssieg war obsolet.

Torben an Brett 1 musste es also rausreißen. Und das tat er auch nach knapp viereinhalb Stunden. 4:4! Da war das kleine Break gegen Baden geschafft. Damit hat sich der tapfere und quälende Einsatz von Berfîn gelohnt, und dafür bin ich sehr dankbar. Das hätte auch ganz anders laufen können – beide Hero‑Daumen hoch!

Ein Sieg in der letzten Runde wäre übertrieben, der 6. Platz des Guten zu viel gewesen. Das 4:4 geht vollends in Ordnung, das Durchhaltevermögen bis zur letzten Runde hatte sich ausgezahlt. Mittelfeld ist schon Prädikat ›premium‹: Ein paar Wertungspunkte konnte die Mannschaft entführen, die Spielerinnen und Spieler haben wieder etwas dazugelernt, und der am Ende einstellige Tabellenplatz kann sich sehen lassen.

Gute Erholung allerseits!

(Boris Bruhn)

Bilder von der DJLM
Quelle: Deutsche Schachjugend
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/12djlm.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
K
 
Valid HTML
Valid CSS
 
 
F W
TR