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Chronik: Archiv
Donnerstag, 23. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Schachreise 2012 nach Heide (Holstein)
 7. bis 13. Oktober 2012 
Reisebericht

Pünktlichkeit scheint bei uns groß geschrieben zu werden. Denn kein Teilnehmer kam nach 10:00 Uhr am Sonntagmorgen zum vereinbarten Treffpunkt Bahnhof Altona, obwohl dieser nicht eindeutig beschrieben worden war, da es zwei Mc Donald’s gab. Genauso pünktlich kamen wir gegen 12:00 Uhr nach einer ruhigen Fahrt am Heider Bahnhof an. Dort erlagen wir einer Orientierungstäuschung und mussten einen 2‑minütigen Umweg in Kauf nehmen, der uns trotzdem nicht davon abhielt, auch pünktlich um 12:30 Uhr in der Herberge anzukommen. Dort erwartete uns nach dem Bettenbeziehen ein nicht ganz gelungenes Mittagessen. Dieses wurde am Abend durch ein besseres (ebenfalls warmes!) Abendbrot aber wieder ausgeglichen. Da einige neue Gesichter dabei waren, sahen wir uns genötigt, alle Teilnehmer nach dem Mittag zu Kennenlernspielen einzuladen. Diese bestanden aus genau einem Spiel, welches nur ein buntes Wollknäuel erforderte. Nach weiteren Gesellschaftsspielen und dem wie bereits erwähnt gelungenem Abendessen folgte ein Abend mit dem Werwolfspiel, welches den meisten bekannt, einigen aber neu war. Wie immer kam dieses Spiel auch bei den Neulingen sehr gut an.

Die Bettgehzeiten wurden einigermaßen gut befolgt und daher konnten alle fit in den neuen Tag starten. Dieser begann mit einem stärkenden Frühstück, das auch notwendig sein sollte und einer Menge Schachtraining, das bis zu drei Stunden (mit kurzer Pause) andauerte. Als körperlichen Ausgleich erwartete nach dem Mittagessen alle ein Fußballturnier, für das kurzfristig zum Glück noch ein geeigneter Platz gefunden wurde. Einige spannende Spiele wurden den Zuschauern/Fotografen/Zeitnehmern Claus und Boris geboten. Am Ende stellte sich das Team um Ruben als unschlagbar heraus, musste jedoch ein Unentschieden in Kauf nehmen. Nach dem Sport war es zuerst Zeit für eine Dusche und danach wieder Zeit für Schach. Im Anschluss an das Abendessen spielten alle ein Ansageschachturnier, das Clemens und Philip mit 100 % für sich entschieden. Alle gingen pünktlich schlafen, um sich für die am nächsten Tag geplante Wanderung auszuschlafen.

Es erwartete uns also alle die obligatorische Herbstreisenwanderung. Nach einigen Jahren Abstinenz konnte sich auch Steffen Dettmann dieses Jahr ihres Reizes nicht erwehren und übernahm auch alsbald, nach dem Aufbruch um 10:00 Uhr, die Führung. Mit der Karte in der Hand und Bundeswehrstiefeln an den Füßen bildete er mit einigen Übermütigen die Vorhut. Es setzte ein leichter Nieselregen ein, der aber schnell wieder abflaute. Nach einigen Minuten, die wir entlang der Straßen gewandert waren, erreichten wir ein Gehölz. Es gab sowohl Haupt‑ als auch Nebenwege und als erfahrene Querfeldeinwanderer entschieden wir uns natürlich für letztere. Allerdings entpuppten sich diese Nebenwege irgendwann als Reitwege, welche äußerst verschlammt waren. Aber da die Sonne bereits wieder vom blauen, wolkenfreien Himmel strahlte, konnte das niemandem die Laune verderben. Nach einiger Zeit erreichten wir die erste Pausenstation, die sich neben einer umzäunten Wiese, die neben einem See lag, befand. Leider konnten wir nicht direkt an dessen Ufern rasten und mussten im Hintergrund das aufgeregte Gebell eines Hundes ertragen. Durch Capri‑Sonne, Naschi und Obst sowie Wasser gestärkt ging es dann weiter in Richtung des auf der Karte entdeckten Hünengrabes. Steffen vertraute todesmutig darauf, dass wir alle einen solchen Orientierungssinn wie er hätten und schlug sich ins Unterholz. Fernab von jeglichem Asphalt und befestigten Wegen ging es durch den dunklen Wald vorbei an zwei Ameisenhaufen und einigen Baumstümpfen als Stolperfallen. Als wir den Weg wieder fanden, entpuppte dieser sich als ein Parcours für rüstige Rentner. Es begegneten uns einige Stationen, an denen man seine athletischen Fähigkeiten wie Balancieren, Hangeln und Klimmzüge (oder wie Steffen meint: Klimtzüge [nach Herrn Klimt]) testen konnte. Durch diese sportlichen Aktivitäten ausgelaugt, mussten wir eine weitere Pause einlegen, die am See des guten Geschmacks stattfand. An einem klitzekleinen Strand stärkten wir uns erneut mit Naschi, Obst und Wasser. Bald entfachte sich eine wilde Rauferei um den letzten ›Ballisto‹‑Riegel, aus der aber niemand mit Blessuren hervorging. Das Hünengrab war noch immer nicht erreicht und einige Teilnehmer beklagten sich schon. Also brachen wir auf. Auch der Himmel schien aufzubrechen und uns mit einem riesigen Wolkenguss überschütten zu wollen, weshalb ich mir hektisch meine Regenhose anzog. Allerdings lachte mich nach einigen Minuten und wenigen Tropfen Regen die wieder aufscheinende Sonne schadenfroh aus. Nach einem erneuten Unterholztrip erreichten wir bald das Hünengrab. Es war nicht allzu spektakulär, begeisterte die Kinder dennoch. Denn es war geöffnet worden und man konnte in die steinerne Kammer eintreten. Nach einer Diskussion darüber, weshalb Moos immer auf der nördlichen Baumseite wächst, ging es, mit kurzem Blick auf die Karte, auf den Rückweg. Am Ende eines Feldweges erwartete uns ein Weg ins Ungewisse. Wir kämpften uns erneut durch Gestrüpp und waren uns sicher, bald auf einen Weg zu stoßen. Doch es traf uns wie ein Schlag, als plötzlich ein Bach vor uns lag, der weiteres Vorankommen unmöglich zu machen schien. Doch Guido traute sich als Erster auf die andere Seite. Ich folgte ihm und in einer gemeinsamen Aktion schafften wir es, auch die kleinen Kinder über den Bach zu heben. Mehr als nasse Füße hätten dort nicht passieren können und glücklicherweise hatte auch niemand solche zu beklagen. Aber erneut schien es als seien wir in eine Sackgasse geraten. Es erstreckte sich ein scheinbar unüberwindliches Maisfeld direkt vor der verschreckten Gruppe. Steffen und ich waren uns sicher, dass auf der anderen Seite ein Pfad liegen müsste. Gregor wurde als Späher vorausgeschickt und teilte uns mit, dass wir entlang des Feldes wandern könnten. Am Ende des Feldes war erneut die Frage: Wo ist bloß der Pfad. Diesmal ging Guido auf Spähtour und fand auch bald eine Möglichkeit, den lange ersehnten Anschlusspfad zu finden. Überraschenderweise stand an dessen Ende eine Bank für uns bereit, und direkt auf dem Weg ein uralter Fahrzeugtransportanhänger oder etwas, das dem sehr ähnlich sah. Einige Diskussion entbrannte darüber, wie zu gehen sei. Doch die Karte verriet uns den richtigen Weg. Nach einer Straßenüberquerung und einem Foto am Heider Ortsschild fanden wir dann nach ca. 6 Stunden den Weg zurück in die Herberge.

Das Fazit: Das Wetter war uns äußerst holde, Steffen kennt sich noch aus im deutschen Wolde (Walde).

Nach diesem anstrengenden Programm mussten die Teilnehmer am Abend noch ihre Teamfähigkeit im Tandemturnier beweisen. Dort setzten sich Clemens und Henry als Siegerteam durch.

Der Mittwoch war geprägt durch ein Schnellschachturnier, bei dem auch die Jüngeren das erste Mal lernten, eine Partie mitzuschreiben. Es wurde in zwei unterschiedlich starken Gruppen gespielt. Die Gruppe 1 gewann Guido und die Gruppe 2 gewann Bastian. Abends gab es eine große Werwolfrunde in dem dafür mit Kerzen vorbereiteten Raum direkt unter dem Dach, der genau die richtige Spielatmosphäre aufkommen ließ.

Die bereits vorab angekündigte Rallye fand am Donnerstag statt. Die vier Gruppen erkundeten Heides hinterste Winkel und trugen der Bäckersfrau beim Mühlenbäcker ein Liebesgedicht vor, um sich eine Wegzehrung zu verdienen. Nach knapp 2,5 Stunden traf die erste Gruppe wieder ein. Zwei Gruppen verliefen sich zwischendurch, was sich auch in ihrer Aufklärungsrate niederschlug. Das Team um Florian Bongartz konnte sich mit null Fehlerpunkten als Sieger behaupten, was sicherlich auch auf die Erfahrungen Bongos als ehemaliger Rallyeverantwortlicher zurückzuführen ist.

Eine Schachaktion folgte nach dem Abendbrot in Form eines Handicapblitzturnieres. Es entstanden interessante Partien und Ergebnisse aufgrund des zeitlichen Handicaps. Doch Guido konnte an Brett 1 nicht geschlagen werden, obwohl er zwei Mal mit einer gegen neun Minuten spielen musste.

Der Tag vor der Abreise war für das Planspiel vorgesehen. An unterschiedlichen Stationen mussten die verschiedensten Aufgaben bewältigt werden, um Punkte für das darauffolgende Eiskugelschach zu sammeln, bei dem man für die erreichten Punkte Figuren kaufen konnte, um dann eine Konditionsblitzpartie zu spielen. Eine Aufgabe wurde so gut erfüllt, dass eine Station geschlossen werden musste. Denn Claus sah sich auf einmal einer Menge gegenüber, die versuchte, ihn mit Tischen und Stühlen in seinem Raum zu verbarrikadieren. Gerade eben schaffte er noch die Flucht. Das Eiskugelschach-Konditionsblitz brachte einige kuriose Stellungen hervor. Schuld daran war vor allem ein Team, das sich mit 15 Bauern ausgestattet hatte.

Nach dem Turnier war Packen und Aufräumen angesagt. Abends folgte dann die Abschlusspräsentation, bei der auch die letzten Punkte für die Reisewertung um den bescHEIDEnen Pokal vergeben wurden. Die Gesamtwertung führte Alexander Spät an, da er der mit Abstand erfolgreichste Spieler beim Mörderspiel war. Mit 8 Kills konnte er 24 Punkte erlangen und gewann so mit einem Vorsprung von 27 Punkten vor Max Hort. Nach einer Bildershow und der Präsentation der lyrischen Ergüsse an die Bäckersfrau folgte dann zum Abschluss eine Werwolfrunde mit allen Teilnehmern und Leitern. Die Atmosphäre war dank des Dachraumes wieder großartig und das Regenprasseln auf den Fenstern verstärkte diese noch auf stimmungsvolle Art und Weise.

Obwohl alle etwas länger als sonst wach bleiben durften, waren am Abreisemorgen alle fit und auch hier glänzten wir wieder durch Pünktlichkeit. Um 09:00 Uhr standen alle bepackt vor der Herberge und die Zimmer waren aufgeräumt. So konnten wir unsere Ankunft um 11:30 Uhr in Hamburg einhalten.

Das Schachtraining kam auf der Reise natürlich auch nicht zu kurz. Neben den zahlreichen Schachaktionen wurde jeden Morgen in einigen Gruppen bis zu drei Stunden Training gegeben. Mit Blick auf die anstehenden HJET wurde dort sicherlich einige vorbereitende Arbeit geleistet.

Insgesamt war die Reise äußerst gelungen und auch das Wetter spielte super mit. Alle Aktionen, die draußen stattfanden, waren von Sonnenschein begleitet. Die nächste Reise kann also kommen.

(Christopher Badura)

Bilder von der Schachreise
 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/12-reise.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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