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Chronik: Archiv
Freitag, 24. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 4 · Stadtliga A 2012
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. SV Diagonale‑Harburg 4 3 5 4 41,5 14
2. SV Eidelstedt 4 7 7 6 46,5 13
3. Hamburger SK 5 4 6 5 43,0 13
4. FC St. Pauli 3 3 5 5 5 7 40,0 10
5. Niendorfer TSV 5 5 3 5 35,5 10
6. SV Blankenese 5 1 3 2 4 31,0 9
7. Hamburger SK 6 3 1 4 6 4 34,0 8
8. SK Union‑Eimsbüttel 2 4 2 3 3 4 31,0 6
9. Hamburger SG BUE 3 5 4 32,0 5
10. Königsspringer Hamburg 4 2 3 1 3 4 4 25,5 2
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↓
Spieler
KSH
4
Mannschaftsführer:
Thomas Rosien
A H A H A A H A H
SVE
 
NIE
 
HSK
5
HSK
6
UNE
2
STP
3
BLA
 
DIA
 
HSG
 
31 Raider, Eugen                  
32 Langmann, Markus 0 0 0 1 ½      
33 Rosien, Thomas 0 1 ½ ½ ½ 0 ½ ½ ½
34 Frontzek, Björn     0 ½   0 0
35 Lohse, Marc ½ ½ 0 ½ ½ 0 0 0
36 Akram, Shumon   ½ ½ 0 ½ 1 ½ ½ 1
37 Schönfisch, Norbert 0 1 ½   0 0 0 ½ 0
38 Carl, Jan‑Frederik 0 0 ½ 0 0 0 ½ 1 1
39 Meyer‑Plückthun, Joachim         ½ 0   ½
41 Schroeter, Baldur 0     1 1        
43 Spät, Alexander ½             1
44 Pfreundt, Jakob 1 0   ½          
46 Lemke, Berfîn           0      
51 Hanssen, Marco     1       0    
93 Dave, Shreyas             1    
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1. Runde
20.01.2012 SV Eidelstedt Königsspringer Hamburg 4 6 : 2
19:00 Uhr, Schule Niekampsweg (Musiksaal), Niekampsweg 25, 22523 Hamburg

1 Carsten Dumjahn Markus Langmann 1 : 0
2 Jakob Goepfert Thomas Rosien 1 : 0
3 Viktor Isinger Marc Lohse ½ : ½
4 Johnny Kjetsae Norbert Schönfisch 1 : 0
5 Mirko Kurzynsky Jan‑Frederik Carl 1 : 0
6 Jörg Müller Baldur Schroeter 1 : 0
7 Siegmund Schleiss Alexander Spät ½ : ½
8 Volker Melde Jakob Pfreundt 0 : 1

12.01.2012 SV Diagonale‑Harburg FC St. Pauli 3 :
20.01.2012 Hamburger SG BUE SV Blankenese :
13.01.2012 Niendorfer TSV SK Union‑Eimsbüttel 2 5 : 3
20.01.2012 Hamburger SK 5 Hamburger SK 6 4 : 4

Das Opfer der Umstände

Im vergangenen Jahr rockten wir die Bezirksliga und endeten als Aufsteiger auf dem zweiten Platz. Die Vereinsstrategie spülte uns in die Stadtliga, wo wir uns nun mit Händen und Füßen gegen das vermeintlich unvermeidliche Schicksal wehren wollen. Nachdem allerdings Eugen sich bereits in der Landesliga festgespielt hat, haben wir mit Markus nur noch einen stadtligaerfahrenen Spieler. Alle anderen haben in den letzten Jahren nur vereinzelte Reserveeinsätze in dieser Klasse hinter sich.

Die erste Runde führt uns zum Landesliga‑Absteiger aus Eidelstedt, der zwar den einen oder anderen Wandervogel abgegeben hat, vielleicht aber auch gerade deshalb dennoch in der Lage sein sollte, ein Aufstiegswörtchen mitzusprechen, wenn er von weiteren Ausfällen verschont bleibt. Gegen uns: Bestbesetzung. Wir hingegen müssen mit Björn, Shumon und Joachim den Ausfall dreier weiterer Spieler verkraften und engagieren Baldur, Alexander und Jakob – bestimmt nicht das letzte Mal in dieser Saison.

In der Eröffnungsphase sieht es eigentlich überall ganz gut aus. Baldur hat sein Lieblingssystem auf dem Brett und müsste sich eigentlich wohlfühlen, da unterläuft ihm ein Patzer und viel zu früh liegen wir zurück. Sehr ärgerlich!

Bei Jan‑Frederik wird sehr schnell sehr viel abgetauscht und bei ungleichfarbigen Läufern könnte sich hier bereits ein Remis abzeichnen, wenn nicht auf jeder Seite zwei Türme und einige Bauernschwächen zu verzeichnen wären – Jan‑Frederiks scheinen sich als noch schwächer zu erweisen. Er setzt alles auf eine Karte – und verliert.

Marc scheint seinen Gegner irgendwie überrumpelt zu haben – so gut kann man doch gar nicht stehen: Bauer mehr, Raumvorteil, Entwicklungsvorsprung, guter (?) Läufer gegen schlechter (?) Springer. Dann wird im Vertrauen auf den Mehrbauern viel abgetauscht, was gleichzeitig den gegnerischen König aktiviert und in der Folge leider auch das materielle Gleichgewicht wiederherstellt. Mehr als remis ist danach nicht mehr drin.

Norbert sieht sich inzwischen starkem gegnerischen Angriff ausgesetzt. Der Todeskampf ist kurz und schmerzlos.

Markus hatte bereits früh seine Ambitionen zurückschrauben müssen. Später büßt er auch Material ein: erst einen Bauern, dann noch einen Bauern, dann die Qualität – aussichtslos.

Mein Gegner und ich streben eine Stellung an, in der ich einen Bauern mehr habe, er aber das Läuferpaar hat und Druck ausüben kann. Leider verliere ich recht bald die Übersicht und mache mehrmals nicht die allerbesten Züge, was aber unbedingt notwendig gewesen wäre, um im Spiel zu bleiben. Als ohnehin bereits alles verloren ist, stelle ich auch noch einen Turm ein.

Unsere Youngster spielen noch: Alexander hatte seinen Gegner ziemlich eingeschnürt, dann aber eventuell mögliche Gewinnfortsetzungen verpasst. Letztlich bleibt ein ungefährdetes Remis.

Jakob hatte schnell bequemes Spiel, und wie er am Ende die Nerven behält und seinen Materialvorteil verwertet, ist sehenswert.

Am Ende bleibt eine deutliche Niederlage, womit wir uns sofort ans Tabellenende begeben.

(Thomas Rosien)

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2. Runde
03.02.2012 Königsspringer Hamburg 4 Niendorfer TSV 3 : 5
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Markus Langmann Gerd Putzbach 0 : 1
2 Thomas Rosien Heinz Türk 1 : 0
3 Marc Lohse Michael Raddatz ½ : ½
4 Shumon Akram Klaus‑Peter Schneider ½ : ½
5 Norbert Schönfisch Kurt Krotofil 1 : 0
6 Jan‑Frederik Carl Eggert Lindschau 0 : 1
7 Alexander Spät Matthias Weiß : +
8 Jakob Pfreundt Erhard Pohl 0 : 1

24.01.2012 FC St. Pauli 3 Hamburger SK 6 :
02.02.2012 SK Union‑Eimsbüttel 2 Hamburger SK 5 2 : 6
01.02.2012 SV Blankenese SV Eidelstedt 1 : 7
02.02.2012 SV Diagonale‑Harburg Hamburger SG BUE :

Spannung im Lokalderby

Nach der etwas zu hoch ausgefallenen Auftaktniederlage wollen wir im ewig jungen Nachbarschaftsduell beweisen, dass wir uns nicht kampflos unserem Schicksal ergeben. Das gelingt uns ganz gut. Nur Alexander kommt leider gar nicht. Später erfahre ich von seiner kurzfristigen krankheitsbedingten Absage.

Kurz nachdem wir gegen den in Bestbesetzung angetretenen Lokalrivalen in Rückstand geraten sind, fragt Shumon, ob er remis machen kann. Ich überlasse ihm die Entscheidung. Später erklärt er mir, dass es nur die Wahl zwischen Remisschaukel und schlechter Fortsetzung gab. Das ist dann okay, wenn auch im Gewinnsinne nur die halbe Miete.

Zu diesem Zeitpunkt macht mir meine eigene Partie am meisten Spaß. Er glaubte anscheinend, dass er sich nur irgendwie hinstellen müsste und ich mich schon selbst umbringen würde. Weit gefehlt! Als er positionell bereits schlecht steht, versucht er es mit ein paar taktischen Fopps, was seine Lage erst recht aussichtslos macht. Zwangsläufig gewinne ich zunächst die Qualität und danach auch noch eine Figur, worauf ich überdies einzügig matt drohe. Das bewegt ihn zu längerem »Nachdenken«. Ich mache ihn dann darauf aufmerksam, dass er mitschreiben müsse, was eher als indirekte Frage verstanden werden soll (bei ungefähr −8 Bauerneinheiten nicht ganz ungerechtfertigt). Er eruptiert förmlich und tief sitzende Feindseligkeiten ergießen sich in hasstiradenartigen Lavaströmen. Woher hat er das nur? Meines Wissens war er »damals« (vor mittlerweile 28 Jahren) gar nicht dabei. Zwei Züge später gibt er auf. Der Ausgleich!

Leider haben wir zu diesem Zeitpunkt bereits drei bedenklich aussehende Stellungen: Markus hat ein gleichfarbiges Läufer‑Endspiel mit beiderseitigen gedeckten Freibauern. Des Gegners sind weiter vorgerückt und irgendwann gehen Markus die Züge aus. Schade: Das Remis war möglich, wie mir Eugen später erzählt, und ich selbst hatte zwischendurch auch dieses Gefühl.

Jan‑Frederik hat möglicherweise erneut etwas ungestüm eröffnet und dabei einen Bauern verloren. Er kann dann zwar später das materielle Gleichgewicht wieder herstellen, was aber eindeutig auf Kosten der Stellung geht und alsbald verliert. Ärgern darf er sich anschließend höchstens über sich selbst. Aber er hat ja auch noch sieben Chancen zur Rehabilitierung.

Wissend um die dritte schlechte Stellung, ist der Kampf hier eigentlich bereits verloren. Marc fragt jetzt, ob er remis machen darf. Die Stellung ist wahrscheinlich ausgeglichen: jeweils zwei Türme mit gleich vielen Bauern. Also: Lieber den Spatz in der Hand, …

Norbert hatte schnell eine scharfe Variante mit entgegengesetzten Rochaden und beiderseitigem Königsangriff. Als diese nicht durchdringen, wird Material getauscht und Norbert verbleibt im Springer‑Endspiel mit einem Mehrbauern, der den gegnerischen Springer bindet: elementar und nur eine Frage der Zeit.

Zuletzt spielt erneut Jakob. Leider geriet er früh in eine schlechte Position und muss sich seitdem – eigentlich chancenlos – verteidigen. Das wiederum tut er zwar zäh, aber ohne Aussicht auf auch nur einen Teilerfolg. Als die übrigen Partien irgendwann beendet sind, kucken alle auf sein Brett, und verständlicherweise gibt er in mittlerweile hoffnungsloser Position auf. Solche Partien sind die schlimmsten überhaupt, aber das weiß jeder selbst am besten.

Zwar bleiben wir nach dieser Niederlage auf dem letzten Tabellenplatz, aber auch frohen Mutes. Zu verlieren haben wir ohnehin nichts. Gegen die HSK‑Mannschaften werden wir das Unmögliche erneut versuchen.

(Thomas Rosien)

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3. Runde
17.02.2012 Hamburger SK 5 Königsspringer Hamburg 4 5 : 3
19:00 Uhr, HSK‑Schachzentrum, Schellingstr. 41, 22089 Hamburg

1 Jürgen Stanke Markus Langmann 1 : 0
2 Sergius Kirsch Thomas Rosien ½ : ½
3 André Hold Björn Frontzek 1 : 0
4 Henning Fraas Marc Lohse 1 : 0
5 Karl‑Heinz Nugel Shumon Akram ½ : ½
6 Vadym Salenko Norbert Schönfisch ½ : ½
7 Raimund Klein Jan‑Frederik Carl ½ : ½
8 Holger Winterstein Marco Hanssen 0 : 1

17.02.2012 Hamburger SG BUE FC St. Pauli 3 3 : 5
17.02.2012 SV Eidelstedt SV Diagonale‑Harburg 4 : 4
10.02.2012 Niendorfer TSV SV Blankenese :
17.02.2012 Hamburger SK 6 SK Union‑Eimsbüttel 2 :

Knapp daneben ist auch vorbei

Mannschaftskämpfe beim HSK sind Begegnungen der besonderen Art, wenn sie freitags stattfinden; dann ist die Hütte voll! So auch an diesem Abend, als 64 Spieler um 32 Brettpunkte streiten. Für uns sind 16 möglich, denn auch unsere Dritte ist am Start und will die Tabellenführung in ihrer Stadtliga‑Staffel verteidigen. Das gelingt leider ebenso wenig wie uns die zeitweise durchaus mögliche Überraschung.

Nachdem um viertel nach sieben all unsere Spieler anwesend sind (Hier können wir noch besser werden.), eröffnet sich mir noch in der Eröffnungsphase die Möglichkeit der Zugwiederholung in einer scharfen, aber für mich nicht unbedingt schlechten Variante. Im Gegensatz zu mir hat er sogar schon relativ viel Zeit investiert. Ich entscheide mich trotzdem für den Spatz in der Hand. Zu diesem frühen Zeitpunkt (nach anderthalb Stunden) lässt sich der Ausgang der übrigen Partien natürlich nicht wirklich voraussagen; der Blick auf die Bretter lässt aber durchaus Optimismus aufkommen.

Nur wenig später enttäuscht uns Marco nicht: Schnell hatte er eine sehr gute Position und sein Gegner (einst ein gefürchteter Schnellspieler) verbraucht viel Zeit, um letztlich doch nur die Aussichtslosigkeit seiner Stellungsruine anzuerkennen.

Shumon erhält jetzt ein Remisangebot, und dieses ist sicherlich stellungsgerecht. Bevor der Schuss nach hinten losgeht, darf er annehmen.

Leider verliert fast gleichzeitig Marc. In der Eröffnung hatte er einen Bauern mitgenommen. Der Gegner konnte danach einigen Druck ausüben. Am Ende entscheidet eine kleine Taktik.

Nun steht es 2:2 und in den vier noch laufenden Partien stehen wir durchaus nicht auf verlorenem Posten. Markus hat es allerdings am schwersten. Des Gegners Figuren stehen aktiver und üben Druck auf Markus’ Bauernschwächen aus. Zwischendurch funktioniert bestimmt auch mal eine Taktik, aber diese wird nicht benötigt, um irgendwann das positionelle Übergewicht in Materialvorteil zu verwerten.

Bei Björn ist eine hochspannende Partie mit vielen taktischen Drohungen zu beobachten, bei der ich nur hoffen kann, dass Björn nicht den Überblick verliert. In diesem Moment packt er auch schon die zweifelhafte (?!) Keule aus. Der Gegner scheint aber ebenfalls kein Taktikfuchs zu sein, sodass nach der gewählten Fortsetzung Björn tatsächlich mit einem Mehrbauern in sehr guter Stellung glänzend dasteht. Nach dem »Wie« fragt im Moment niemand.

Norbert steht nach meiner Einschätzung vielleicht minimal besser, nachdem er ohne Not in der geschlossenen Stellung seinen aktiven Springer gegen den schlechten Läufer des Gegners getauscht hat. Danach sind noch die Schwerfiguren und ungleichfarbige Läufer auf dem Brett. Norbert hat die offene E‑Linie, der Gegner die halboffene G‑Linie, die mir fast mehr ins Gewicht zu fallen scheint. Der Gegner hat dafür zwar einen isolierten Doppelbauern auf der H‑Linie; dieser ist angesichts der taktischen Drohungen gegen Norberts König aber kaum von Bedeutung. Vielleicht schafft es Norbert dennoch, wenn er mit ganz viel Umsicht ans Werk geht. Ein erstes Remisangebot lehnt er jedenfalls ab.

Jan‑Frederiks Partie bewegt sich vermutlich immer in der Remisbreite. Zwischendurch versucht besonders Jan‑Frederik zu zaubern, was durchaus auch ins Auge hätte gehen können. Dann ist ein Turm‑Endspiel erreicht, in dem Jan‑Frederiks Bauernstruktur minimal schlechter ist. Eine Zeit lang spielt Jan‑Frederik viel zu passiv, sodass mich bereits Befürchtungen beschleichen. Gerade noch rechtzeitig besinnt er sich auf die Stärken seines Turms, der nicht seine eigenen Bauern decken, sondern die gegnerischen Bauern angreifen muss. Beide haben jetzt anscheinend viel Spaß an der Partie, sodass wirklich alles abgeräumt wird. Erst als nur noch die beiden Könige übrig sind, ist das Remis besiegelt.

Die Zeitnotphase naht, und das Drama nimmt seinen Lauf. Ich selbst erlebe es hautnah mit, weil ich bei Björns Partie mitschreibe. Nach dem 30. Zug haben beide noch fünf Minuten. Es gab zwar schon Schlimmeres, aber erst Björn und dann auch sein Gegner schieben Phasen minutenlangen Nachdenkens ein, sodass beiden irgendwann nur noch Sekunden verbleiben. Der Gegner gibt ein paar Schachs, muss aber selbst auf Grundreihenmatt aufpassen. Dass Björn dafür nur eine einzige Schwerfigur benötigt, haben beide möglicherweise nicht bis ins letzte Detail berechnet. Wie sonst ist zu erklären, dass Björn hier die Partie einzügig wegwirft?

Frontzek, Björn – Hold, André










Stellung nach 37. … Th1? – aber erst der letzte Fehler verliert!

Vielleicht ist es Björn ein schwacher Trost: Ich gebe zu, dass ich in Gedanken denselben Zug (38. De3??) gespielt habe. Stattdessen ergibt 38. Dd4! entscheidenden Vorteil. Erst wenn man selbst unmittelbar dabei ist, ahnt man, unter welcher Anspannung die Spieler zu diesem Zeitpunkt stehen müssen.

Statt 3½:2½ zu führen liegen wir 2½:3½ zurück – welch ein Unterschied in dieser entscheidenden Phase der Begegnung. Leider ist zu diesem Zeitpunkt auch bereits abzusehen, dass Markus verlieren wird.

Norberts Gegner hat in der Zwischenzeit tatsächlich seinen Läufer geopfert, um mit allen Schwerfiguren auf der jetzt offenen G‑Linie Mattdrohungen aufzustellen. Aber funktioniert das überhaupt? Norbert willigt in die Zugwiederholung ein, sodass ein weiteres Remis zu Buche steht.

Markus quält abschließend sich selbst und uns noch ein bisschen; das Turm‑Endspiel ohne einen eigenen gegen zwei verbundene Bauern des Gegners ist völlig aussichtslos.

Wie Marco später bemerkt, haben wir heute – aber bislang auch in der Saison – einfach zu wenige Partien gewonnen. Vier Siege in 24 Partien reichen tatsächlich nicht, wenn wir die Klasse halten wollen. Wir können es besser. Schade: Hier wäre was drin gewesen.

(Thomas Rosien)

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4. Runde
02.03.2012 Königsspringer Hamburg 4 Hamburger SK 6 4 : 4
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Markus Langmann Hans‑Jürgen Schulz 1 : 0
2 Thomas Rosien Stephan Kappus ½ : ½
3 Björn Frontzek Wolfgang Schulz ½ : ½
4 Marc Lohse Michael Kleiner ½ : ½
5 Shumon Akram Jörn Debertshäuser 0 : 1
6 Jan‑Frederik Carl Dr. Afsin Toparlak 0 : 1
7 Baldur Schroeter Florian Lezynski 1 : 0
8 Jakob Pfreundt Manfred Prager ½ : ½

21.02.2012 FC St. Pauli 3 SK Union‑Eimsbüttel 2 5 : 3
22.02.2012 SV Blankenese Hamburger SK 5 :
23.02.2012 SV Diagonale‑Harburg Niendorfer TSV :
02.03.2012 Hamburger SG BUE SV Eidelstedt :

Gehe über Los – ziehe BP 4,0 (= MP 1) ein

Nachdem wir bereits in den letzten Begegnungen knapp davor waren, verdienen wir uns nun endlich unseren ersten Mannschaftspunkt. Vielleicht war auch mehr (oder weniger) drin. Trotzdem: Herzlichen Glückwunsch an das Team! Wir sind in der Stadtliga angekommen.

Aber von Anfang an: Zunächst werden die Aufstellungssorgen nicht geringer, als Norbert berufsbedingt absagen muss. Baldur und Jakob verstärken uns auch qualitativ, und zumindest der kurzfristige Erfolg gibt mir Recht. Dass Jakob in dieser Saison nun nicht mehr für uns spielen darf, ist natürlich schade. Ich kenne niemanden, der schachlich und charakterlich für sein Alter so weit war. Von ihm kann so mancher Ältere etwas lernen.

Unsere Gegner sind in Bestbesetzung und wollen es uns nicht leicht machen. Zudem sind sie sicherlich gewarnt durch unseren beherzten Auftritt vor zwei Wochen bei den Vereinskollegen. Das Spitzenbrett brennt gleich lichterloh: Markus’ Gegner opfert einen Bauern für Entwicklungsvorsprung und Aktivität. Markus scheint sich trotzdem wohl zu fühlen. Jakob hat nach meinem Gefühl schnell Vorteil und bald auch einen Mehrbauern. Richtig schlecht steht erstmal niemand.

Dann die ersten Entscheidungen: Baldur kommt zu gefährlichem Gegenspiel, das ihm wenig später den ganzen Punkt und uns in Führung bringt. Bei Marc ist alles ineinander verschachtelt; kein Durchkommen – remis. Dann fliegen uns plötzlich und von mir zumindest in dieser drastischen Konsequenz nicht erwartet die Stellungen von Shumon und Jan‑Frederik um die Ohren. Björn steuert seine Partie sicher in den Remishafen.

Ich selbst erreiche ein schmeichelhaftes Remis, nachdem ich mir kurz vorher einen geradezu unglaublichen Patzer erlaubt habe: Anstatt im Damen‑Endspiel seinen ungedeckten Freibauern zweizügig zu gewinnen, will ich diesen erstmal nur angreifen. Er deckt ihn und ich habe eventuell noch Chancen auf Dauerschach, was ich ohne sein großzügiges Remisangebot dann auch am Brett erstmal noch finden muss. Vielleicht ist Stephan Kappus angesichts so mancher weiterer Ungenauigkeit (um nicht von schlechten Zügen zu sprechen) beiderseits der Meinung, dass diese Partie einen Sieger nicht verdient hat. Und damit hätte dieser mir wirklich sympathische Mensch Recht!

Beim Stand von 2½:3½ gegen uns wird es jetzt dramatisch: Markus ist in hochgradiger Zeitnot (zwei Minuten für zehn Züge), verfügt aber neben seinem deutlichen Materialvorteil über viele Drohungen, und als der Gegner auf der Suche nach Gegenspiel ebenfalls in Zeitnot kommt, darf ich erneut mitschreiben. Glücklicherweise werden die taktischen Schläge konkret, und als wahrscheinlich ohnehin nichts mehr zu retten ist, verliert der Gegner bereits im 36. Zug auf Zeit. Der Ausgleich!

Wieder spielt Jakob am längsten. Noch immer hat er einen Bauern mehr, aber im mittlerweile erreichten Turm‑Endspiel ist es praktisch unmöglich geworden, diesen Vorteil zu verwerten. Mit zunächst 25 gegen fünf Minuten hat Jakob allerdings deutlich mehr Zeit. Trotzdem wird sich später fairerweise auf remis verständigt.

Wer hier letztlich wem remis angeboten hat, ist mir zwar nicht ganz klar geworden, und für das Ergebnis ist es auch nicht von Bedeutung. Den letzten Zug der Partie führt jedenfalls Jakob aus. Über meine Pflichten als Mannschaftsführer muss ich mich allerdings von niemandem belehren lassen. Dieser kleine Schönheitsfleck bleibt auf einem ansonsten angenehmen Schachabend.

Man of the match? Clearly: Laxxmann!

Zum Abschied wünscht mir der gegnerische Mannschaftsführer noch viel Glück für die weitere Saison. Dafür bedanke ich mich im Namen der Mannschaft. Wir können es gut gebrauchen – vielleicht schon in der nächsten Runde.

(Thomas Rosien)

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5. Runde
22.03.2012 SK Union‑Eimsbüttel 2 Königsspringer Hamburg 4 :
19:00 Uhr, Hamburg‑Haus, Doormannsweg 12, 20259 Hamburg

1 Thomas Jung Markus Langmann ½ : ½
2 Jörg Nielsen Thomas Rosien ½ : ½
3 Dr. Thomas Kirsch Marc Lohse ½ : ½
4 Detlev Voigt Shumon Akram ½ : ½
5 Hellmut Schönenberg Norbert Schönfisch 1 : 0
6 Dirk Hasenbank Jan‑Frederik Carl 1 : 0
7 Beate Ipsen Joachim Meyer‑Plückthun ½ : ½
8 Birte Zehner Baldur Schroeter 0 : 1

30.03.2012 SV Eidelstedt FC St. Pauli 3 :
23.03.2012 Niendorfer TSV Hamburger SG BUE 3 : 5
30.03.2012 Hamburger SK 5 SV Diagonale‑Harburg :
30.03.2012 Hamburger SK 6 SV Blankenese 6 : 2

Sehr ärgerlich!

Union‑Eimsbüttel hinten, vorn und in der Mitte ersatzgeschwächt; wir müssen mit Björn nur einen Ausfall verkraften. Nach dem DWZ‑Schnitt sind wir sogar Favorit; das aber auch nur deshalb, weil Union‑Eimsbüttel an sieben und acht zwei Luschen (natürlich nur in DWZ gemessen) aufbietet. Hier müssen zwei Punkte her, sonst wird’s eng.

Dass in der Stadtliga ganz anders Schach gespielt wird, predige ich seit Beginn der Saison immer wieder: Fehler werden kaum gemacht, nach vorn nicht viel riskiert, auf die Fehler des Gegners gewartet. Ersatzspieler können es da durchaus einfacher als sonst haben, wenn sie mit einer ähnlichen Einstellung ins Spiel gehen.

So passiert es leider, und Joachim muss am Ende sogar froh über das geschenkte Remis sein. Baldur hat zuvor wenigstens nichts anbrennen lassen, sodass wir zunächst in Führung liegen. An fünf und sechs ereilt uns dann jedoch unser Schicksal.

Marc hat im Mittelspiel nichts erreicht und gelangt in ein Springer‑Endspiel mit zwei oder drei Bauern weniger. Lustigerweise manifestiert sich dieser Vorteil für den Gegner in Form eines isolierten Tripelbauerns, der nun absolut überhaupt gar keine Gefahr darstellen sollte. Als am anderen Flügel zwei verbundene entstehen, ist angesichts des Springers, der sich ja immer noch opfern kann, das Remis unausweichlich.

Shumon stand erst ausgeglichen, dann besser, dann schlechter, dann hat er ein Turm‑Endspiel mit einem gegen keinen Bauern. Natürlich remis.

Markus’ Gegner ist der typische Stadtliga‑Spieler schlechthin: schwer zu besiegen; andererseits habe ihn auch noch nie gewinnen sehen. Am eigenen Leib habe ich es jedenfalls noch nicht erfahren. Markus hat am Ende ein Leichtfiguren‑Endspiel mit Mehrbauern, das vermutlich nicht zu gewinnen ist.

Die wahrscheinlich spannendste Partie des Abends geht bis kurz vor zwölf. In der einzigen mir jemals nachhaltig angeeigneten Eröffnungsvariante habe ich gezeigt, was ich kann und in der Folge einen Bauern gewonnen. Leider erscheint dann mal wieder unser Kiebitz und ich weiß, dass ich ab sofort eine Klasse schlechter spielen werde. Dass dieser Mensch es einfach nicht begreifen will. Ich persönlich glaube mittlerweile allerdings, dass er sogar Spaß daran hat, die Mannschaft des eigenen Vereins verlieren zu sehen. Eine sehr traurige Entwicklung!

Zurück zum Spiel: Zuletzt habe ich mir gerade eine neue Dame geholt und biete angesichts des mir unvermeidlich erscheinenden Dauerschachs remis, was unsere Niederlage besiegelt. Die Schluss‑Stellung scheint übrigens tatsächlich remis zu sein, aber statt der Bauernumwandlung hätte ich einen besseren Zug spielen können, den ich allerdings gar nicht näher in Betracht gezogen habe. Wobei selbst danach angesichts des verbliebenen Materials (Turm und Läufer gegen Springer und drei isolierte Bauern) der Erfolg nicht unbedingt festgestanden hätte. Dennoch muss ich mir leider den Vorwurf gefallen lassen, möglicherweise erneut durch einen schweren gedanklichen Blackout einen Mannschaftspunkt vergeben zu haben.

Jetzt haben wir also zwei Bigpoints verloren und nachdem wir bereits Eugen gar nicht einsetzen können, müssen wir für den Rest der Saison auch noch auf Markus verzichten; es wird also noch schwerer.

(Thomas Rosien)

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6. Runde
03.04.2012 FC St. Pauli 3 Königsspringer Hamburg 4 7 : 1
19:00 Uhr, Clubheim des FC St. Pauli, Auf dem Heiligengeistfeld, 20359 Hamburg

1 Patrick Stenner Thomas Rosien 1 : 0
2 Victor Antunes Björn Frontzek 1 : 0
3 Frank Müller Marc Lohse 1 : 0
4 Sebastian Prosch Shumon Akram 0 : 1
5 Günter Schroeter Norbert Schönfisch 1 : 0
6 André van de Velde Jan‑Frederik Carl 1 : 0
7 Daniel Richter Joachim Meyer‑Plückthun 1 : 0
8 Hans‑Joachim Kehr Berfîn Lemke 1 : 0

18.04.2012 SV Blankenese SK Union‑Eimsbüttel 2 4 : 4
19.04.2012 SV Diagonale‑Harburg Hamburger SK 6 5 : 3
20.04.2012 Hamburger SG BUE Hamburger SK 5 :
13.04.2012 SV Eidelstedt Niendorfer TSV :

Abhaken, wenn’s geht!

Nachdem wird in den letzten Runden bewiesen haben, dass wir durchaus mithalten können, tun wir jetzt mal wieder so richtig was gegen unser Brettpunktverhältnis. Der einzige Vorteil könnte darin liegen, dass unsere nächsten Gegner uns auf die leichte Schulter nehmen. Ein schwacher Trost nach einer viel zu hoch ausgefallenen Niederlage, an der ich persönlich noch lange schwer zu tragen haben werde.

Die von mir ausgegebene Strategie – abwarten, wie sich der Gegner anstellt, um zu gewinnen – passt vielleicht fürs erste Brett, aber nirgendwo sonst. Sofort rollen nämlich an drei Brettern starke Angriffslawinen auf uns zu. Marc wähnt sich wahrscheinlich auf der falschen Brettseite angesichts der Bauernwalze, die sich seinem König unaufhaltsam nähert. Das ist ja für gewöhnlich sein Spiel. Jan‑Frederiks und Joachims Königsstellungen werden mittels Figurenopfer zertrümmert.

Auch sonst gönnen uns die Gegner kaum eine Atempause. Ersatzfrau Berfîn hält dem Druck stand, verbraucht aber viel zu viel Zeit. Norbert steht irgendwann einfach besser. Shumon wehrt sich ebenfalls erfolgreich und hat später immerhin mehr Zeit als sein Gegner.

Was Björn spielt, verstehe ich nicht. Irgendeiner meint später, das wäre Theorie, was ich mir nur schwer vorstellen kann (als Eröffnungsfalle vielleicht). Jedenfalls spuckt Björn einen ganzen Turm für – in meinen Augen – so etwas Ähnliches wie Schummelchancen.

Ich selbst baue mich solide auf und warte ab, wie er sich anstellt, um zu gewinnen.

Bei Jan‑Frederik ist bald nichts mehr zu retten. Joachim hingegen ist schon aus dem Gröbsten raus, da stellt er was ein. Norbert muss irgendwie den Faden verloren haben, oder er hat sich anscheißen lassen. Marc steht dann auch auf verlorenem Posten. Berfîn verliert nach Zeit. So schnell geht das!

Mein Gegner hat mich noch nicht vor allzu große Probleme gestellt und ich glaube, dass er gerade sogar einen nicht so guten Zug gemacht hat. Leider wähle ich von zwei ins Auge gefassten Abwicklungen genau die falsche, worauf er einen gewinnbringenden Zwischenzug hat, den ich völlig übersehen habe. Die Alternative hätte mindestens einen Bauern gewonnen, und sein toller Zwischenzug hätte ihn sogar ganz alt aussehen lassen. Das Schlimmste an allem ist, dass er ihn wahrscheinlich trotzdem gemacht hätte, wenn ich den Aussagen in der Analyse Glauben schenke.

Ich weiß ja nicht, wie es anderen geht: Wenn ich eine eigentlich gute Partie gegen einen vom Papier her stärkeren Gegner in besserer Position mit einem Zug verderbe, kann ich ewig lange an kaum etwas anderes denken und habe immer wieder diese Stellung vor Augen, in der ich die Partie wegwerfe. Vor einigen Jahren ist mir das bei Union‑Eimsbüttel in der neunten Runde passiert, und ich brauchte danach Monate, um das Erlebnis zu verarbeiten. Am hilfreichsten ist wahrscheinlich, so schnell wie möglich eine erfolgreichere Schachpartie zu spielen.

Shumon besorgt uns den Ehrenpunkt, als sein Gegner in Zeitnot was einstellt.

Björn hat irgendwann immerhin die Qualität zurückgewonnen und spielt zum Schluss mit zwei Bauern gegen die Figur. Als der Gegner diese Bauern abholen kann, gibt Björn auf ohne sich zeigen zu lassen, wie der Gegner sich möglicherweise abmüht, mit Läufer und Springer mattzusetzen. Ein an und für sich fairer Zug, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass da auch irgendwie persönliche Animositäten mit im Spiel waren. Jedenfalls haben beide nicht mal den Namen des Gegners auf ihr Partieformular geschrieben.

Jetzt haben wir einen Monat Pause, bevor wir unsere letzten drei Chancen erhalten, den Klassenerhalt zu erreichen. Vollkommen aussichtslos ist unsere Lage nicht. Ich bin guter Hoffnung, dass wir noch das eine oder andere Erfolgserlebnis haben werden.

(Thomas Rosien)

↑
↓
7. Runde
11.05.2012 Königsspringer Hamburg 4 SV Blankenese :
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Wolfgang Engelhardt ½ : ½
2 Björn Frontzek Detlev Jarnuczak 0 : 1
3 Marc Lohse Stefan Wolff 0 : 1
4 Shumon Akram Bernd‑Holger Meister ½ : ½
5 Norbert Schönfisch Slobodan Obreht 0 : 1
6 Jan‑Frederik Carl Tigran Martirosyan ½ : ½
7 Marco Hanssen Maximilian Reuter 0 : 1
8 Shreyas Dave Valeriya Katyk 1 : 0

27.04.2012 Niendorfer TSV FC St. Pauli 3 5 : 3
11.05.2012 Hamburger SK 5 SV Eidelstedt :
11.05.2012 Hamburger SK 6 Hamburger SG BUE :
26.04.2012 SK Union‑Eimsbüttel 2 SV Diagonale‑Harburg 4 : 4

Letzte Chance – vorbei!

Vor der Begegnung habe ich noch Hoffnung, weil Blankenese nun wirklich nicht die Übermannschaft ist, allerdings sehr ausgeglichen besetzt und mit mannschaftlicher Geschlossenheit. Das hat ihnen bereits eine ganze Menge Punkte beschert. Wir trumpfen an acht mit Shreyas auf, an sieben spielt Marco, der dadurch vielleicht in der Fünften fehlt. Als die gegnerische Aufstellung bekannt ist, stellt sich heraus, dass Joachim völlig umsonst aussetzt, weil bei Blankenese alle ein Brett aufrücken. Meine Vorbereitung – vergebens.

Zunächst geschehen keine materiell ins Gewicht fallenden Ungenauigkeiten. Björn verbraucht allerdings viel Zeit. Shumon darf in ausgeglichener Stellung remis machen, damit er fit für die nächsten Tage bleibt.

Norbert entfacht aussichtsreichen Angriff und hat dadurch später die Möglichkeit, in ein gewonnenes Bauern‑Endspiel abzuwickeln. Das tut er auch. Leider macht er an einem kritischen Punkt nicht den richtigen Zug, wodurch er sogar verlieren wird. Von dieser Entwicklung betroffen, sehe ich hier bereits unsere Felle davonschwimmen.

Mein Gegner hat unbedingt seinen Vorstoß verwirklichen wollen, wonach ich das Blatt bereits zu meinen Gunsten gewendet habe. Er macht noch einen schlechten Zug, wonach ich ganz einfach eine Figur gewinnen kann. Stattdessen wähle ich lediglich die Abwicklung, die mir das Remis sichert. Wieder mal ’nen (halben) Punkt verschenkt. Was ich alles liegenlasse, geht auf keine Kuhhaut.

Beinah gleichzeitig verliert Björn. Jan‑Frederik erreicht mittels schönem Springeropfer remis durch Dauerschach, was mich für ihn persönlich sehr freut. Leider liegen wir jetzt 1½:3½ zurück, und wo die noch fehlenden Punkte herkommen sollen, ist nicht zu sehen. Einzig Shreyas steht seit geraumer Zeit richtig gut und sollte auch gewinnen.

Marc möchte dann gern remis anbieten; angesichts des Spielstands bitte ich ihn, weiterzuspielen. Leider setzt er danach zu passiv fort und gerät in eine Verluststellung, die er dann auch nicht mehr halten kann. Wie man es macht, ist es verkehrt.

Shreyas hat inzwischen einen ganzen Turm mehr, als er sich nochmal selbst foppt und eine Figur einstellt. Die Gegnerin hat jetzt nur noch ein paar Sekunden für zehn Züge, Shreyas noch fünf Minuten. Ich kann es nicht mitansehen und verlasse den Raum. Fünf Minuten später haben beide noch wenige Sekunden, dann ist Shreyas’ Zeit abgelaufen, aber niemand hat mitgeschrieben. Die Uhr darf ja auch nicht anzeigen, wie viele Züge gemacht wurden, sodass eine gewisse Unruhe entsteht. Einig ist man sich nur, dass weit über 40 Züge gemacht wurden. Diese werden dann nebenan rekonstruiert, und kurze Zeit später gibt die Gegnerin auf.

Marco hatte wahrscheinlich nie wirklich Ausgleich und verwaltet seit geraumer Zeit ein Springer‑Endspiel mit einem Bauern weniger. Das ist sehr schwierig und angesichts der verbundenen gegnerischen Freibauern wahrscheinlich verloren. Genau so kommt es.

»Aus! Aus! Aus! – Aus! – Das Spiel ist aus!«

Wie nicht anders erwünscht und erwartet, haben wir es verkackt. Dabei hatten wir durchaus unsere Chancen, die wir aber viel zu selten genutzt haben. So auch dieses Mal. Das macht den Unterschied und deutlich, wohin wir nicht gehören. Der jetzt feststehende Abstieg ist danach nur die logische Konsequenz. Für den Verein tut es mir leid – ach nein: Stimmt ja gar nicht!

(Thomas Rosien)

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8. Runde
24.05.2012 SV Diagonale‑Harburg Königsspringer Hamburg 4 :
19:00 Uhr, Gemeindehaus der Paul‑Gerhardt‑Kirche, Eigenheimweg 52, 21077 Hamburg

1 Matthias Wasmuth Markus Langmann + :
2 Martin Becker Thomas Rosien ½ : ½
3 Daniel Hoppe‑Jänisch Björn Frontzek + :
4 Andrei Cotaru Marc Lohse + :
5 Marten Holst Shumon Akram ½ : ½
6 David Hernandez Norbert Schönfisch ½ : ½
7 Michael Feske Jan‑Frederik Carl 0 : 1
8 Dr. Rainer Laugwitz Joachim Meyer‑Plückthun + :

15.05.2012 FC St. Pauli 3 SV Blankenese 5 : 3
25.05.2012 Hamburger SG BUE SK Union‑Eimsbüttel 2 :
25.05.2012 SV Eidelstedt Hamburger SK 6 7 : 1
25.05.2012 Niendorfer TSV Hamburger SK 5 :

Mannschaftsführer ohne Ehre, aber mit Geld

Zunächst versuche ich noch halbherzig, acht Leute zu motivieren, dass sie die Weltreise auf sich nehmen. Einige wollen nicht oder haben gute Ausreden, was letztlich aufs Gleiche hinausläuft. Dann gebe ich auf und nehme drei Kampflose in Kauf. Die 30 Euro zahle ich freiwillig. Die Verbleibenden haben so an tieferen Brettern vielleicht sogar bessere Chancen. Dass aus technischen Gründen kurzfristig auch noch Marc ausfällt, kann ich nicht ahnen. Solange ich aber nicht noch von den anderen verklagt werde dafür, dass ich sie auf die Mannschaftskarte geschrieben habe, obwohl sie abgesagt haben, ist alles okay. Bei uns muss man mittlerweile ja wirklich mit allem rechnen.

Weil wir ohnehin bereits abgestiegen sind, will ich wenigstens nicht Wettbewerbsverzerrung betreiben und den Diagonalen bei ihrem Durchmarsch unnötig Steine in den Weg legen. Dementsprechend nehme ich das Remisangebot nach drei Zügen und kurzer Stellungsbewertung (ich stehe definitiv nicht besser) an. Nachdem ich mit gutem Beispiel vorangegangen bin, folgen mir Shumon und Norbert. Das ist in Ordnung, und die beiden können schnell wieder nach Hause.

Jan‑Frederik, ohne den wir gar nicht erst anfangen durften, aber auf den wir wie üblich zwanzig Minuten warten mussten, lässt sich schnell viel abtauschen. Sein Gegner will auch nur remis, gelangt aber in ein Endspiel, bei dem er selbst eigentlich den schlechten Springer gegen Jan‑Frederiks guten Läufer hat.

Jan‑Frederik will völlig zu Recht weiterspielen, fasst aber vielleicht nicht den richtigen Plan. Danach sollte der Gegner gute Aussichten haben, sein Ziel – wenn nicht sogar noch mehr – zu erreichen. Da droht Jan‑Frederik wie aus heiterem Himmel plötzlich matt oder Figurengewinn.

Nach gerade mal zweieinhalb Stunden ist diese Begegnung beendet, und am Brett haben wir 2½:1½ gewonnen. Wie die gegnerische Labertasche richtig bemerkt, wären diese Partien in kompletter Besetzung wahrscheinlich anders ausgegangen. An dieser Stelle möchte ich dann doch tatsächlich mal das in meinen Augen erschreckend niedrige Spielniveau in der Stadtliga feststellen, zu dem ich selbst mein Möglichstes beigetragen habe. Andererseits finde ich es gerade deshalb besonders lustig, dass Diagonale jetzt sogar in die Landesliga aufsteigt.

Ehe ich es vergesse: Nach all den Vorfällen in dieser Saison werde ich im nächsten Jahr selbstverständlich nicht mehr Mannschaftsführer sein. Ich höre jetzt schon einige jubeln und freue mich sogar mit ihnen. Ich gönne diesen Leuten ihren Triumph – aus tiefstem Herzen.

(Thomas Rosien)

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9. Runde
15.06.2012 Königsspringer Hamburg 4 Hamburger SG BUE 4 : 4
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Christian Joecks ½ : ½
2 Björn Frontzek Volker Tatenhorst : +
3 Marc Lohse Amran Mojo Pahit Parindra 0 : 1
4 Shumon Akram Klaus‑Dieter Meyer 1 : 0
5 Norbert Schönfisch Helmut Amara‑Sellack 0 : 1
6 Jan‑Frederik Carl Michael Harasim 1 : 0
7 Joachim Meyer‑Plückthun Dr. Friedrich Becker‑Bertau ½ : ½
8 Alexander Spät Hans‑Heinrich Runge 1 : 0

15.06.2012 Hamburger SK 5 FC St. Pauli 3 :
15.06.2012 Hamburger SK 6 Niendorfer TSV :
07.06.2012 SK Union‑Eimsbüttel 2 SV Eidelstedt :
06.06.2012 SV Blankenese SV Diagonale‑Harburg 5 : 3

Ein Pünktchen Trost

Zum Saisonausklang gelingt uns mit sieben Leuten ein letztlich gerechtes Unentschieden gegen durchaus auch schlagbare HSGler, die uns damit in die Bezirksliga begleiten. Keine Ahnung, ob Union‑Eimsbüttel besonders erfreut darüber ist, dass wir ihren Arsch gerettet haben.

Nachdem mir im Verlauf der Woche immer mehr klar wird, dass wir erneut nicht vollzählig antreten werden, habe ich nur noch die Wahl, welches vordere Brett frei bleibt. Ich habe aber auch bei Björn noch auf den AB gequatscht, weshalb es ihm gegenüber unhöflich wäre, wenn ich seinen Namen nicht auf die Karte schriebe. Womöglich kommt er sogar. Außerdem hatte ich vorher nochmal auf die bisherigen Einzelergebnisse der HSG gekuckt. Bei Tatenhorst sah ich zuletzt vier aus vier und bei Joecks eine eher durchwachsene Saison. An Brett eins rechnete ich mir daraufhin bessere Chancen aus.

Für uns spielen an sieben und acht Joachim und Alexander, vorne wie gehabt ohne zwei, ansonsten der Stamm. Die HSG von eins bis sieben und noch einer aus der vor dieser Saison aufgelösten zweiten Mannschaft.

Laut wird es zunächst an Brett sechs, was natürlich keinesfalls an Jan‑Frederik liegt, der ja nun wirklich die Ruhe selbst ist. Nein, wie üblich wird Harasim verhaltensauffällig, sodass wahrscheinlich selbst im entferntesten Winkel unseres Clubheims registriert wird, dass er uns heute mit seiner Anwesenheit »beehrt«. Ich amüsiere mich innerlich gerade noch über diese gelungene Paarung zweier Typen, die gegensätzlicher kaum sein können, da steht Jan‑Frederik auch schon auf Gewinn.

Shumon hat eine ihm bekannte Variante auf dem Brett, die er für sich äußerst vorteilhaft gestalten kann. Hier ist ebenfalls mit Zählbarem zu rechnen. Überall sonst stehen wir auch nicht schlecht.

Nach einer Stunde gewinnt Tatenhorst kampflos, und ich erfahre von ihm, dass sich seine schachlichen Aktivitäten auf die Mannschaftskämpfe beschränken und er von daher heute auch gern gespielt hätte. Für die Mannschaft zählt letztlich natürlich der Punkt und das ist immerhin auch etwas.

Jan‑Frederik gelingt der Ausgleich. Von der Stellung her hätte er sogar als Erster fertig sein können.

Ein fast studienartiges Endspiel noch aus seiner Lieblingseröffnung heraus hat Norbert erreicht. Er hat das Läuferpaar gegen Läufer und Springer in aktiver Stellung und muss nur den Gewinnweg finden, den es wahrscheinlich auch gibt. Stattdessen verliert er einen Läufer und gibt auf; man munkelt von einfacher oder noch einfacherer Taktik (Springergabel oder sowas Ähnliches). Scheiße!

Marcs Stellung gefällt mir auch immer weniger, dafür stehen Shumon und auch Alexander gut bis sehr gut. Joachim hat ebenfalls nichts auszuhalten und macht in für meine Begriffe leicht vorteilhafter Stellung remis. Was man hat, das hat man. Marc verliert dann, und Alexander gewinnt, sodass wir 2½:3½ zurückliegen.

Shumon hatte zunächst eine Figur gegen einen Bauern gewonnen, war darüber jedoch in der Entwicklung zurückgeblieben. Er bekommt seine Figuren nicht richtig ins Spiel und muss später mit einem Läufer gegen drei Bauern spielen. Des Gegners Bauernstruktur ist allerdings schlecht, sodass Shumon zwei Bauern zurückgewinnt. Dann spuckt der Gegner die Qualität, weil er denkt, dass danach wenigstens einer seiner Bauern durchkommt. Glücklicherweise irrt er, und Shumon besorgt uns den erneuten Ausgleich.

Jetzt spiele nur noch ich, und der Moment der Entscheidung naht. Auch die Frage, ob ich richtig gewählt habe, als ich mich ans erste Brett setzte, wird am Ende beantwortet sein. Zunächst zur Partie: Nach der Eröffnung habe ich vermutlich Ausgleich; die Bauern im Zentrum sind alle weg. Die Idee, trotz Minorität am Damenflügel aktiv zu werden, ist eigentlich auch richtig, obwohl ich sie in der Partie nicht konsequent genug umsetze. Danach stehe ich leider nicht mehr gut, und Joecks könnte in ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern abwickeln. Er will mehr – und erreicht weniger, weil er genau an dieser Stelle nur den Zweitbesten macht. Ich halte das materielle Gleichgewicht, mache gute Züge und drücke am Ende mit beiden Türmen und meinem zentral postierten Springer gegen seinen Isolani. Zudem hat er auch noch weniger Zeit als ich. Die Gelegenheit für ein Remisangebot, das er angesichts seiner Stellung nicht ablehnen kann. Alles richtig gemacht!

Die Saison ist zu Ende und die Zeit für das Fazit gekommen: Wir sind abgestiegen, weil wir unsere durchaus vorhandenen Chancen viel zu selten genutzt haben. Das war unsere größte Schwäche. Spieltechnisch konnten wir durchaus mithalten, und meiner Meinung nach war es sogar einfacher als in der Bezirksliga. Denn viel mehr als dort werden hier kaum Fehler gemacht, sodass man auch vor überraschenden Zügen, die man selbst nicht widerlegen kann, geschützt ist. Stattdessen wird auf die Fehler des Gegners gewartet. Wenn diese aber nicht kommen, ist einem der Teilerfolg so gut wie sicher; wenn doch, dann ist es umgehend aus.

Das bringt mich direkt zur Spielerkritik: Nicht von ungefähr waren Shumon und ich am erfolgreichsten, weil wir nämlich bereits von der Spielanlage her recht remisfreudig sind. Wenn mehr geht, geht vielleicht auch mehr; wenn nicht, dann eben nicht! Mich überrascht allerdings, wie leicht ich zu meinen Punkten kam. Und es hätten noch wesentlich mehr sein können.

Deutlich weniger Punkte als in der Bezirksliga erzielten Marc, Norbert und Jan‑Frederik mit ihrem offensiven und immer auf den ganzen Punkt ausgelegten Spielstil. Eine einzige Ungenauigkeit kann da bereits zum Verlust führen, und das geschieht in der Stadtliga viel eher als in der Bezirksliga. Der zweite Chancentod neben mir war Norbert, der sich mehrfach in aussichtsreicher Stellung selbst um den verdienten Lohn seiner Arbeit brachte. Marc musste seiner sehr optimistischen Spielanlage häufig Tribut zollen. Unverdrossen versuchte Jan‑Frederik, seine schwarze Serie zu beenden. Zuletzt wurde er auch belohnt. Das freut mich sehr.

Björn warf seine sehr ärgerliche Auftaktpleite aus der Bahn. Wenn er diese Partie gewonnen hätte, dann hätte es seine Saison werden können. Bei Markus hatte ich anfangs das Gefühl, er würde die Partie angesichts seiner vermeintlichen Chancenlosigkeit widerstandslos abschenken. Dann bekam er doch noch die Kurve, bevor er für die zweite Saisonhälfte reisebedingt ganz ausfiel. Joachim spielte leider nur selten, aber wenn, dann war aufgrund seiner vorhandenen Grundspielstärke ein Remis immer drin. Mehr aber leider auch nicht. Gegen St. Pauli machte sich vielleicht die fehlende Spielpraxis negativ bemerkbar.

Die Ersatzspieler bescherten uns insgesamt eine positive Brettpunktausbeute, was ebenfalls verdeutlicht, dass wir eigentlich das Potenzial für den Klassenerhalt hatten. Diese Erkenntnis kommt jetzt leider zu spät.

Mit uns abgestiegen ist die HSG; zu Recht, wie ich meine. Union‑Eimsbüttel hätte es aber ebenso gut treffen können. Was ein tolles Mannschaftsgefüge wert ist, haben Blankenese und Diagonale‑Harburg gezeigt. Der Überraschungsaufsteiger wird es ohne Verstärkungen in der Landesliga dennoch sehr schwer haben.

Für uns gilt es, die gewonnenen Erfahrungen nächste Saison umzusetzen und der Vierten zur Rückkehr in die Stadtliga zu verhelfen. Denn da gehört sie hin! Nur ist der Aufstieg viel schwerer zu bewerkstelligen als der Klassenerhalt, sodass hier in diesem Jahr eine große Chance leichtfertig verschenkt wurde.

(Thomas Rosien)

Quelle: Hamburger Schachverband
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/12-ksh4.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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