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www.kshamburg.de
 
 
Chronik: Archiv
Mittwoch, 22. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 1 · Oberliga‑Nord, Staffel Nord 2011/12
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Pinneberger SC 4 3 4 6 40,5 12
2. Hamburger SK 3 4 4 4 5 5 6 4 39,0 12
3. Königsspringer Hamburg 4 4 4 5 38,5 11
4. SC Diogenes 4 4 36,5 10
5. Preetzer TSV 5 4 4 6 4 37,0 9
6. Schachfreunde Hamburg 3 4 4 4 35,5 9
7. SC Neukloster 2 3 5 33,5 8
8. SG Turm Kiel 4 2 4 2 3 33,0 8
9. Schachfreunde Schwerin 2 3 4 4 3 33,0 6
10. Lübecker SV 2 4 5 33,5 5
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Spieler
KSH
 
Mannschaftsführer:
Julian Zimmermann
H H A H A H A H A
PRE
 
LÜB
2
SNK
2
SFR
 
HSK
3
DIO
 
PIN
 
SSN
 
TUK
 
1 Lamprecht, Frank ½   1           ½
2 Zimmermann, Julian 1 ½ ½ ½ 1 0 0 0 0
3 Pajeken, Wolfgang 0 1 ½ ½ ½ 1   1  
4 Buhr, Carl‑Christian, Dr.                  
5 Rosmann, Ilja 1 1 1 0 ½ ½ 1 1 1
6 Hess, Christian ½ ½ ½ ½ ½ 0     1
7 Schmidt, Jan Peter, Dr. ½     1 1 1 0 0  
8 Lindner, Daniel                 0
9 Borgmeyer, Max 1 0 1 0 0   0 1 0
10 Lampe, Jörg, Dr.     1 ½ ½ ½ 0 1 1
11 Wagner, Friedrich, Dr.                  
12 Cremer, Jochen                  
13 Dettmann, Steffen, Dr.   ½       ½      
14 Wilms, Ingo   0           ½  
15 Chin, Karin             0    
16 Harder, Clemens                  
17 Lock, Adrian             ½    
18 Stanau, Guido 0 1 1 1 0 ½ 1 ½ 0
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1. Runde
02.10.2011 Königsspringer Hamburg Preetzer TSV :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Steffen Pedersen ½ : ½
2 Julian Zimmermann Jens Ove Fries Nielsen 1 : 0
3 Wolfgang Pajeken Andreas Plüg 0 : 1
4 Ilja Rosmann Kai Junge 1 : 0
5 Christian Hess Giso Jahncke ½ : ½
6 Dr. Jan Peter Schmidt Frank Schwarz ½ : ½
7 Max Borgmeyer Carsten Hamann 1 : 0
8 Guido Stanau Kai Reinecker 0 : 1

02.10.2011 Lübecker SV 2 SG Turm Kiel :
02.10.2011 SC Neukloster 2 Schachfreunde Schwerin :
02.10.2011 Schachfreunde Hamburg Pinneberger SC :
02.10.2011 Hamburger SK 3 SC Diogenes :

Glücklicher Auftaktsieg

Dem Landesturnierleiter sei Dank, hatten wir in der ersten Runde ausnahmsweise Preetz als Gegner. Als Konkurrent um den Aufstieg gehandelt, trat Preetz in starker Besetzung an. Dies zeigte Wirkung: Ilja hatte mit Weiß nach der Eröffnung weniger als nix und ich stand ebenfalls mit Weiß sofort breit. Immerhin hatte Max einen Gambitbauern mehr, und Jan stellte erfreut fest, dass es mit Neuzugang Wolfgang einen weiteren diiiicken Pirc‑Spieler im Team gibt, der auch schnell eine gute Stellung erreichte. An den anderen Brettern war erst mal nicht viel los. Wolfgangs Stellung kippte leider zu seinen Ungunsten; er konnte zwar eine Figur gewinnen, doch die Kompensation des Gegners war nach einem ungenauen Zug einfach zu stark. Zu diesem Zeitpunkt verblieb ich mit einem glatten Minusbauern und einer Minute auf der Uhr gegen eine halbe Stunde und bekam noch mit, wie Guido verlor – gesehen hab ich davon nix. Die Hoffnung war also gestorben, wo sollten Punkte herkommen? Franks Partie war wohl die ganze Zeit unklar und endete remis ebenso wie das Reti‑Rumgeschiebe bei Christian. Mein Gegner schaffte es dann aber tatsächlich, den einzigen Zug zu finden, der mir wieder Chancen einräumte. Er ließ meinen Krückenläufer auf c1 endlich ins Spiel und auf a3 konnte dieser sogar den schwarzen König am rochieren hindern. Auf einmal hatte ich wieder Chancen, die ich im Zeitnotgehacke auch nutzen konnte. Als ich gewonnen hatte, schaute ich auf die anderen Bretter: Max hatte seinen Mehrbauern wohl nach Hause gebracht. 3:3! Jan hatte ein Qualle mehr und auch Ilja hatte bei komischer Materialverteilung auch irgendwas mehr (Fragt mich nicht, was!). Jan daddelte rum und Ilja gewann, sodass Jan sich nicht mehr von Springergabeln foppen lassen wollte und lieber remis anbot, was akzeptiert wurde. 4,5:3,5. Puuuh. Trotz schwacher Leistung 2 Mannschaftspunkte eingefahren!

(Julian Zimmermann)

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2. Runde
23.10.2011 Königsspringer Hamburg Lübecker SV 2 :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Thomas Schmid ½ : ½
2 Wolfgang Pajeken Prof. Dr. Ulrich Sieg 1 : 0
3 Ilja Rosmann Artur Kevorkov 1 : 0
4 Christian Hess Thomas Thannheiser ½ : ½
5 Max Borgmeyer Thilo Koop 0 : 1
6 Dr. Steffen Dettmann Andreas Hein ½ : ½
7 Ingo Wilms Wolf Reimer 0 : 1
8 Guido Stanau Andreas Ilgner 1 : 0

23.10.2011 Preetzer TSV SC Diogenes :
23.10.2011 Pinneberger SC Hamburger SK 3 4 : 4
23.10.2011 Schachfreunde Schwerin Schachfreunde Hamburg 4 : 4
23.10.2011 SG Turm Kiel SC Neukloster 2 3 : 5

Nochmal 4,5

Heute kam uns Lübeck 2 besuchen. Schon in den letzten Jahren gab es gegen diesen Gegner stets sehr knappe Kämpfe, und so sollte es auch diesmal kommen. Den Vogel abgeschossen hat Ersatzmann Ingo, er kreierte die Schachaufgabe »Wie verliert man mit Königsindisch in 6 Zügen?«. So lagen wir bereits 0:1 zurück, als ich das erste Mal auf die Bretter schaute. Auch Wolfgang lief schnell in eine Kombination, jedoch traute sich sein Gegner nicht die kritische Fortsetzung zu wählen. Stattdessen bot er lieber in fast ausgeglichener Stellung remis, jedoch lehnte Wolfgang aufgrund der angenehmeren Struktur so selbstbewusst ab, dass sein Gegner in der Folge ängstlich agierte und im Endspiel mustergültig zusammengeschoben wurde. Mein Gegner versuchte mit Weiß gar nicht erst irgendwas nach vorne zu ziehen, sodass ich nach 18 Zügen remis bot. 1,5:1,5. An den anderen Brettern hatte sich bei knapp werdender Zeit ein spannender Kampf entwickelt. Den nächsten vollen Punkt machte Ilja, dessen Gegner sein Läuferpaar ohne Not abgab. Laut Ilja war es zwar harte Arbeit zu gewinnnen, beim Zugucken hatte man allerdings nicht das Gefühl. Max krebste im Anti‑Siz mit einem schlechten Läufer rum, irgendwie war das dann auch nicht mehr zu halten. Christian hatte seinen Gegner erst überspielt und es sah nach einem lehrbuchmäßigen Sieg aus. Er verlor jedoch den Faden und all seine Figuren wurden zurückgeworfen. Zu meiner Überraschung bot sein Gegner mit entferntem Freibauer bei recht vollem Brett remis an. 3:3. Guido versucht ein Französisch‑Endspiel zu kneten. Sein Gegner hielt dem Druck nicht stand und half auch noch mit. Beim Stand von 4:3 fragte Steffen einen anwesenden Königsspringer nach dem Spielstand, der Schiri hatte jedoch eine Niederlage von Guido eingetragen! Somit ging Steffen Risiko in einer Stellung mit ungleichfarbigen Läufern. Nachdem er dann mitbekommen hatte, dass wir führten und nicht Lübeck, konnte er noch rechtzeitig umschwenken und das Endspiel knapp remis halten. Endstand: 4,5:3,5 wie schon gegen Preetz, so kann es weiter gehen!

(Julian Zimmermann)

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3. Runde
20.11.2011 SC Neukloster 2 Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, Hotel Handicap‑Pension, Seestr. 3, 23992 Nakenstorf

1 Carsten Hoi Frank Lamprecht 0 : 1
2 Karsten Schulz Julian Zimmermann ½ : ½
3 Jörg Pachow Wolfgang Pajeken ½ : ½
4 Ahmed Anibar Ilja Rosmann 0 : 1
5 Rainer Röhl Christian Hess ½ : ½
6 Gunnar Kross Max Borgmeyer 0 : 1
7 Carsten Dittrich Dr. Jörg Lampe 0 : 1
8 Christoph Wolf Guido Stanau 0 : 1

20.11.2011 Lübecker SV 2 Preetzer TSV :
20.11.2011 Schachfreunde Hamburg SG Turm Kiel :
20.11.2011 Hamburger SK 3 Schachfreunde Schwerin :
20.11.2011 SC Diogenes Pinneberger SC :

Eine klare Angelegenheit

Die Fahrt nach Neukloster startete an einem frühen nebeligen Sonntagvormittag. Doch auch der relativ dicke Nebel konnte ein pünktliches Erscheinen nicht verhindern; der einkalkulierte 6‑Minuten‑Zeitpuffer wurde noch locker ausgebaut.

Unsere Gegner aus Neukloster sind nicht in Bestbesetzung angetreten, was wohl auch mit daran gelegen hat, dass sowohl deren Erste (gegen HSK), deren Zweite (gegen uns) als auch die feucht‑fröhliche Dritte (tja man glaubt es kaum, aber es gibt tatsächlich 3 Neukloster‑Mannschaften) zeitgleich im Seniorenheim aufliefen.

Am schnellsten war die Partie von Jule vorbei, davon habe ich nur so viel mitbekommen: Karsten Schulz (auch bekannt als Stallone) spielt Doppelfianchetto, wollte nur Remis, eher dünnes Endspiel, hab dann lieber mit Schwarz remis nach ner halben Stunde gemacht. Ansonsten sah es an dem meisten Brettern recht ausgeglichen aus, Max stand irgendwie dünn, Guido schon ganz angenehm, ich versuchte mich nach 10 Zügen an mein Schottisch Repertoire zu erinnern, Christian stand recht solide, Ilja hatte irgendsoeine Französisch‑Stellung und Wolfgang und Frank ein bisschen Raumvorteil.

Mysteriöserweise kippte die anrüchig aussehende Stellung bei Max recht deutlich zu seinen Gunsten, der Gegner hat einfach mal den Turm eingestellt …

Nach 3–4 weiteren Zügen gab er dann auch schließlich auf. Guido stand nun immer angenehmer und hatte ein Endspiel mit Mehrbauer erreicht. Ich hatte mich an meine Variante auch irgendwie erinnert, auch wenn mein Gegner irgendwo von einer berühmten Musterpartie abgewichen ist. Und das obwohl er mir in der Analyse noch gesagt hatte, dass er noch nie 1…e5 gespielt hatte und sich in der Variante aber bis zum 20. Zug vorbereitet hatte …

Bei Christian sah die Sache inzwischen eher angenehmer für ihn aus, Iljas Gegner hatte auf einmal unglaublich wenig Zeit (weniger als Ilja!) und stand dafür noch schlecht, Wolfgang stand auch sehr vielversprechend und Frank näherte sich einem Bauerngewinn mit gegnerischen Fummelchancen.

Ich habe eine Figur für mächtigen Angriff ins Geschäft gesteckt und durfte dann am Ende sogar mattsetzen. Christian hat sich für die Friedenspfeife entschieden und Guido konnte das Endspiel nach Hause bringen. Iljas Gegner musste auch bald die Segel streichen – somit steht’s für uns schonmal 5:1. Wolfgang hatte Pachow wohl schon so halb im Sack, hatte ihn aber leider wieder rausgelassen und musste sich am Ende fürs Remis noch ein wenig strecken. Mit Wolfgang im Team steigt nicht nur die schachliche Qualität, sondern die Anekdoten‑Quote steigt natürlich auch. So hatte Wolfgang ein (vermeintliches?) Remisangebot von seinem Gegner abgelehnt, worauf dieser beteuerte auch gar kein Remis angeboten zu haben … Keine Ahnung was passiert wäre, wenn man in der Situation einfach stillschweigend seine Hand rüberreicht und der eine 0,5:0,5 aufschreibt und der andere 0:1 …

Frank konnte tatsächlich einen der »führenden dänischen Großmeister« bezwingen. Somit haben wir 6,5:1,5 gewonnen, da sind ein paar Statistik‑Füchse gefragt, wann wir mit der Ersten das letzte Mal so hoch gewonnen haben.

Zum Abschied sind wir noch im ›Hopi‹ etwas Essen gegangen. Dabei wurden z. B. Fragen beantwortet wie: Warum ist/kann/wird Jörg nicht GM? Oder warum sind zwei Chateaubriands nicht immer doppelt so gut sind wie nur ein Chateaubriand?

Also ich kann nur sagen: Das war zwar meine erste Partie in der Saison, aber es macht wieder eine Menge Spaß.

(Jörg Lampe)

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4. Runde
11.12.2011 Königsspringer Hamburg Schachfreunde Hamburg 4 : 4
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Dusan Nedic ½ : ½
2 Wolfgang Pajeken Dr. Jan‑Paul Ritscher ½ : ½
3 Ilja Rosmann Marco Jäckle 0 : 1
4 Christian Hess Martin Zimmermann ½ : ½
5 Dr. Jan Peter Schmidt Jürgen Dietz 1 : 0
6 Max Borgmeyer Knut Seidel 0 : 1
7 Dr. Jörg Lampe Matthias Hermann ½ : ½
8 Guido Stanau Fritz Fegebank 1 : 0

11.12.2011 Preetzer TSV Pinneberger SC 5 : 3
11.12.2011 Schachfreunde Schwerin SC Diogenes :
11.12.2011 SG Turm Kiel Hamburger SK 3 2 : 6
11.12.2011 Lübecker SV 2 SC Neukloster 2 :

Spannendes Unentschieden im Spitzenspiel (Seeschlange inklusive)

In der 4. Runde waren die Schachfreunde Hamburg am Riekbornweg zu Gast. Sie hatten bislang eine glänzende Saison hingelegt und rangierten auf dem zweiten Tabellenplatz, uns dicht auf den Fersen. Wir wollten natürlich zeigen, wer Chef im Ring ist. Leider mussten wir vorne auf Frank verzichten, dafür gab es mit mir einen hochmotivierten Rückkehrer nach zwei Spielen reisebedingter Pause.

Der Kampf gestaltete sich schon bald aussichtsreich für uns. Guido an Brett 8 bekam die Gelegenheit, einen gerade erst am Vortag einstudierten scharfen Aufbau gegen die beliebte Pirc‑Verteidigung aufs Brett zu bringen. Gegner Fegebank zeigte sich als vollendeter Pädagoge, indem er mustergültig alle typischen Fehler des Schwarzen beging. Guido ließ sich nicht lumpen und fiel mit gradlinigem Angriffsspiel über den in der Mitte stecken gebliebenen schwarzen König her. 1:0.

Auch Christian an Brett 4 holte mit seinem Katalanen einen schönen Vorteil aus der Eröffnung. Es war genau seine Stellung, und im Geiste notierte ich hier schon den nächsten Punkt. Leider spielte er jedoch in der Folge mehrere ungenaue Züge, sodass die Stellung allmählich verflachte und Christian in die Punkteteilung einwilligen musste. 1,5:0,5. Ich selbst stand an Brett 5 als Schwarzer auch schnell besser, nachdem ich meinen Gegner mit einem absichtlichen Tempoverlust in der Eröffnung aus dem Konzept gebracht hatte. Bereits im frühen Mittelspiel ließ er seelenruhig seine Uhr runtertickern. Dann erwachte aber erwartungsgemäß sein Widerstand. Einer diabolischen Falle wich ich aus völlig falschen Beweggründen aus. Später war ich froh, in ein besseres Endspiel abwickeln zu können, das zu gewinnen aber nicht trivial war. Glücklicherweise stellte mein Gegner die Partie kurz vor der Zeitkontrolle ein, gerade als er Gelegenheit hatte, in ein schlechtes, aber wahrscheinlich haltbares Turmendspiel überzugehen. 2,5:0,5.

Nun allerdings wendete sich das Blatt. Max an Brett 6 hatte nach eigenem Bekunden frühzeitig seine Dame auf b1 geparkt, wo sie einerseits den weißen b‑Bauern unterstützen, andererseits das schwarze f7–f5 verhindern sollte. Klang gut, nur leider ließen sich beide Vorhaben nicht umsetzen, sodass die Dame (nach weiterem Füttern der Parkuhr) durch das Fernglas mitansehen musste, wie der Schwarze am Königsflügel aktiv wurde. Max? Zeitnot tat ihr Übriges. 2,5:1,5.

Jörg an Brett 7 trennte sich derweilen nach wechselhaftem Verlauf remis von seinem Gegner; ein ungewohntes Ergebnis für unsere Wundertüte! Zwischenzeitlich hatte Jörg anscheinend mal auf Verlust gestanden, in der Endstellung dagegen wäre vielleicht noch mehr drin gewesen, sodass das Ergebnis insgesamt in Ordnung ging. 3:2. Den Ausgleich erzielten die Schachfreunde Hamburg an Brett 3, ausgerechnet gegen unseren »Mr. 100 %«. Ilja hatte wie üblich die ausgetretenen Theoriepfade schon früh verlassen (nach meinem Eindruck in Zug drei) und sich auf ein schwerblütiges Gefecht eingelassen. An einer Stelle wollte er wohl zu viel und fing sich einen Konter ein. Immerhin konnte Ilja einen didaktischen Gewinn aus seiner Niederlage ziehen: Es hätten sich wieder einmal die Grundprinzipien bestätigt, nämlich dass eine offene Königsstellung gepaart mit einem weit vorgerückten gegnerischen Freibauern eine schwere Hypothek ist.

Nun liefen beim Stande von 3:3 noch die beiden Spitzenbretter. Jule hatte an eins gegen Nedic ein Benoni‑Experiment gewagt. Nach einer versuchten Mini‑Kombi, die hinten und vorne nicht ging, konnte er froh sein, dass seine Stellung nicht sofort auseinander fiel. Doch Benoni‑ und Königsindischspieler sind leidensfähig und wissen, dass ihre Chance kommen wird. Und tatsächlich: Nedic verlor den Faden und Jule wendete das Blatt. Leider ließ er in Zeitnot mehrere Male eine gewinnbringende Abwicklung aus und musste am Ende sogar wieder ums Remis kämpfen. Hier zeigte er aber gute Nerven und sicherte wenigstens einen halben Punkt.

Nun hing alles an Wolfgang an Brett 2. Er hatte sich in einem komplizierten Damengambit mühsam einen kleinen Vorteil erarbeitet, der sich aber nur in ein Damenendspiel mit Mehrbauern ummünzen ließ, der zu allem Übel auch noch auf der h‑Linie stand. Wolfgang ging über die volle Distanz und versuchte wirklich alles, aber sein Gegner Ritscher ließ sich nicht verrückt machen und hielt souverän das Remis zum 4:4 Endstand. Dass es nach Wolfgangs Auskunft die drittlängste Partie seiner nicht mehr ganz jungen Schachkarriere war, konnte uns nicht trösten. Deutlich gewinnträchtiger sind übrigens Damenendpiele, wenn der Freibauer ein Zentrumsbauer ist, Näheres kann Euch Ilja erklären.

Ein Sieg wäre also auf jeden Fall dringewesen, insgesamt scheint das 4:4 aber leistungsgerecht. Das Minimalziel, d. h. Verteidigung der Tabellenführung, haben wir jedenfalls erreicht und können somit zuversichtlich ins nächste Jahr blicken.

(Jan Peter Schmidt)

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5. Runde
15.01.2012 Hamburger SK 3 Königsspringer Hamburg 4 : 4
11:00 Uhr, HSK‑Schachzentrum, Schellingstr. 41, 22089 Hamburg

1 Malte Colpe Julian Zimmermann 0 : 1
2 Markus Lindinger Wolfgang Pajeken ½ : ½
3 Jonas Lampert Ilja Rosmann ½ : ½
4 Björn Bente Christian Hess ½ : ½
5 Hartmut Zieher Dr. Jan Peter Schmidt 0 : 1
6 David‑Geffrey Meyer Max Borgmeyer 1 : 0
7 Julian Kramer Dr. Jörg Lampe ½ : ½
8 Julian Grötzbach Guido Stanau 1 : 0

15.01.2012 SC Neukloster 2 Preetzer TSV :
15.01.2012 Schachfreunde Hamburg Lübecker SV 2 :
15.01.2012 SC Diogenes SG Turm Kiel 4 : 4
15.01.2012 Pinneberger SC Schachfreunde Schwerin 6 : 2

Knapp, knapper, Unentschieden

Heute waren wir bei der »Jugendmannschaft« des HSK zu Gast. Der Himmel war klar, die Sonne schien – Eislaufen hätte heute viel Spaß gemacht. Ich habe beschlossen, mit Bus und Bahn anzureisen – habe mich dabei verrechnet, kam sehr, sehr pünktlich an, sodass ich meine Mannschaftskollegen bereits am Brett begrüßen dürfte. Christian hat sich für das Auto entschieden – dabei erwiesen sich die −2 °C als zu viel des Guten für sein Auto, bzw. für das Türschloss. Dank Serviceleistungen eines gelben Autos mit Schachkacheln auf dem Dach ist er jedoch ebenfalls pünktlich zu der Schlacht erschienen – vielen Dank für diesen Einsatz.

Nach einer kurzen Begrüßung des wie immer souveränen Schiedsrichters Hauke Reddmann ging es schon bald los. Ohne Frank waren wir formal gesehen an 7 Brettern favorisiert, jedoch sind die Jugendlichen erfahrungsgemäß sehr schwer einzuschätzen.

Zum Spielverlauf:

In seiner Ansage hat der Schiedsrichter freundlich aber bestimmt gebeten, man möge bitte 100‑zügige Damenendspiele vermeiden, da er doch nicht sooo lange an der Schellingstraße verweilen möchte. Die Protagonisten am 2. Brett, Wolfgang und Markus, haben das verinnerlicht und eine schnelle Punktteilung vereinbart. Bei den restlichen Schwarz‑Spielern zeichnete sich folgendes Bild ab: Christian hat schnell ausgeglichen, Max stand schnell unter Druck in einer Stellung, die er wohl nicht wirklich kannte, und Guido sah sich mit einer selten gespielten (aus weißer Sicht) Französisch‑Variante konfrontiert, wobei seine Stellung ziemlich bequem erschien.

Die Weiß‑Spieler boten ein differenziertes Bild: Julian kreuzte zunächst zwei Angriffsideen im Sic (erst g4 und dann Lg5), und hat seinen Gegner somit völlig verwirrt. Ich vertauschte im Russischen um den 12. Zug die Züge, kam trotzdem mit dem leichten Vorteil heraus, Jan spielte souverän, schnell und sicher, muss wohl besser für Weiß sein, ich habe das nicht verstanden. Jörg, wieder ein c3‑Klassiker, Schwarz hat den Läufer auf g7 entwickelt, ein Plan, der Jörg etwas zu schaffen machte, weil der schwarze König danach extrem sicher steht.

Die Stellung von Max verschlechterte sich zunehmend, der Springer auf a6 war aus dem Spiel. Guido hat die klassischen Prinzipien missachtet, anstatt sich zu entwickeln, beorderte er den Springer von d7 nach b8 uns sah sich kurz später einem starken Königsangriff ausgesetzt. Der Gegner von Julian tat als Ausgleich dasselbe, auch Prinzipien missachtet, wofür er mit präzisen Schlägen erledigt wurde. Christian hat in der Zwischenzeit remis vereinbart, Jan kam in den Vorteil und mein Gegner hat sich gut verteidigt. Bei Jörg wurden die Damen getauscht, worüber er ein bisschen traurig war. Ich opferte einen Bauern, was nicht korrekt war, dann ging noch ein weiterer Bauer flöten, im Zeitnot zwang ich den Gegner, die Damen zu tauschen, worüber ich glücklich war, um anschließend einen Turmendspiel mit Minusbauer zu halten. Dies war jedoch nicht schwer. Zudem war das noch die letzte Partie, die den Endstand besiegelte.

Unter dem Strich ein gerechtes Ergebnis, keiner hat viel Glück oder Pech gehabt, wir sind immer noch Erster und haben schon starke Gegner gehabt. Wenn Frank wieder da ist, dann wird es sicherlich etwas leichter.

(Ilja Rosmann)

↑
↓
6. Runde
05.02.2012 Königsspringer Hamburg SC Diogenes 4 : 4
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Dr. Markus Hochgräfe 0 : 1
2 Wolfgang Pajeken Dr. Almar Kaid 1 : 0
3 Ilja Rosmann Tsung Chen ½ : ½
4 Christian Hess Dr. Holger Mach 0 : 1
5 Dr. Jan Peter Schmidt Roman Korba 1 : 0
6 Dr. Jörg Lampe Axel Stephan ½ : ½
7 Dr. Steffen Dettmann Stefan Gottuk ½ : ½
8 Guido Stanau Christian Laqua ½ : ½

05.02.2012 Preetzer TSV Schachfreunde Schwerin 4 : 4
05.02.2012 SG Turm Kiel Pinneberger SC 4 : 4
05.02.2012 Lübecker SV 2 Hamburger SK 3 4 : 4
05.02.2012 SC Neukloster 2 Schachfreunde Hamburg :

KSH 1 zieht sich die Spendierhosen an

Nachdem wir unsere Hauptkonkurrenten Schachfreunde und HSK in den zwei vorangegangenen Runden mit zwei 4:4 auf Distanz gehalten hatten, sollte nun gegen Diogenes wieder Fahrt aufgenommen werden. Uns war allerdings klar, dass es kein Spaziergang werden würde, denn die Mannschaft ist durchgehend gut besetzt. Dass sie trotzdem mit nur drei Mannschaftspunkten im Keller standen, zeigt, wie ausgeglichen die Liga dieses Jahr ist.

Vorne mussten wir leider wieder auf Frank verzichten, und für den klausurbedingt abwesenden Max wurde Steffen eingewechselt, der, so das Kalkül von Jule, an sieben mit seiner starken Farbe spielen würde, also Schwarz. Die Rechnung schien aufzugehen, jedenfalls kann ich mich an kaum einen anderen Kampf erinnern (und ein paar Jahre bin ich ja jetzt auch schon dabei), der sich schnell so verheißungsvoll gestaltete (oder in den Worten eines unserer Gegner: in dem wir so schnell so lecker standen). Nicht nur bei Steffen, sondern auch an anderen Brettern kamen wir bald in deutlichen Vorteil. Ich konnte als Erster einen Sieg einfahren, ohne natürlich zu bedenken, dass ich mir damit den Bericht einhandelte. Meine Behandlung der Hübner‑Variante der Nimzoindischen Verteidigung war – mit Verlaub – lehrbuchreif, ebenso aber auch die Kooperation meines Gegners. Nach 20 Zügen konnten sich die weißen Figuren schon kaum noch bewegen, und so wenige Felder wie auf dem Brett blieben dem Gegner Minuten auf der Uhr. Meinen Mitspielern gefiel die Partie offenbar auch, jedenfalls wurde ich anschließend beim Griechen mit »Dr. Hübner« angeredet. Not amused war hingegen der Gegner, der nach der Partie demonstrativ das Formular zusammenknüllte und es in den quietschenden Rachen des nahestehenden Mülleimers beförderte.

Draußen wie drinnen schien also alles eitel Sonnenschein. Jule an Brett 1 war zwar von einem Königsinder in einen komplizierten Benoni gelandet, nachdem er vergessen hatte, Gegner Hochgräfe nach seinem Ausweis zu fragen (entsprechend der Empfehlung von Lanka). Doch fand Jule sich merklich besser zurecht in der Stellung, und für sein dynamisches Spiel kürte ich ihn im Geiste schon zum Benoni‑Mestre. Dann aber sollte die Partie und mit ihm der Kampf eine abrupte Wendung nehmen. Jule ließ erst eine Gewinnabwicklung aus, obwohl er sie sogar gesehen hatte, und stellte die Partie kurz darauf in beiderseitiger Zeitnot sogar komplett ein. Ganz bitteres Ding!

Unterdessen hatte auch Steffen seine schöne Stellung in ein Wrack verwandelt. Mir ist immer noch nicht ganz klar, wie er seinen Mehrbauern verlieren und zugleich seine Bauernstruktur ruinieren konnte, ohne die Schachregeln zu verletzen. Zum Glück fasste Steffen aber wieder rechtzeitig tritt und hielt die Partie remis. Nur Remis gab’s leider auch bei Jörg. Sein drittes in Folge, und man könnte meinen, er hat genug von dem ständigen Auf und Ab der letzten Jahre und will endlich mal Stabilität. Aber nein, er versucht es wirklich! Dieses Mal opferte er schon frühzeitig seinen geliebten Isolani auf d4 für Läuferpaar und Entwicklungsvorsprung, und eigentlich erwarteten alle den vollen Punkt, da es genau Jörg’s Stellung war. Dann verpasste er aber an einer Stelle den kleinen Zug a3, den eigentlich jeder, der auf dem Weg zum Klo an seinem Brett vorbeikam, sofort gespielt hätte. Stattdessen holte er sich kleinlich auf h7 den Bauern zurück, wonach sein Gegner mit ein paar genauen Zügen jegliche Initiative neutralisieren konnte.

Noch ärger war der Verlauf bei Guido. Er hatte sich durch geduldiges Spiel eine schöne Druckstellung aufgebaut und schien im Schwerfigurenendspiel auf der Siegerstraße, als er plötzlich in einen tückischen Konter lief und dabei einen wichtigen Bauern verlor. Guido erkannte sofort den Ernst der Lage und spuckte gleich noch einen hinterher, um vage Hoffnungen auf Gegenspiel zu bekommen. Trotzdem sah es nun so aus, als ob wir den Kampf sogar verlieren würden. Denn Christian stand auf Verlust, Ilja würde nur Remis holen und bei Wolfgang war nicht klar, ob er gewinnen konnte. Er hatte schon nach der Eröffnung aussichtsreich gestanden, konnte aber keine zwingende Fortsetzung finden und landete schließlich in einem kuriosen Turmendspiel, in dem er die h‑,g‑, und f‑Bauern gegen Doppelbauern auf f6 und f7 hatte. Sein Gegner unterschätzte wohl die Schwierigkeiten, und Wolfgang fand ein studienartiges Manöver, mit dem er unter Opfer des h‑Bauern beide Doppelbauern gewinnen konnte. Nun schöpften wir wieder etwas Hoffnung. Doch bei Christian ereignete sich kein Wunder. Er war von einer starken Performance im Nordwest‑Cup angereist und hatte seinen bewährten Katalanen aufs Brett bekommen, doch sein Gegner konnte das Spiel erst verwickeln und dann langsam die Kontrolle übernehmen. Schließlich mündete die Partie in ein Turmendspiel mit zwei Minusbauern für Christian, in dem sein Turm sich bald überlastet zeigte. Ilja fügte sich derweil ins Remis. Von seiner Partie habe ich mal wieder nicht viel verstanden. Nach unorthodoxer Eröffnung wurde viel manövriert, Ilja brachte ein positionelles Bauernopfer, wonach noch mehr manövriert wurde. Mir war nie klar, wer eigentlich auf Gewinn spielen kann.

Nun konnte uns nur noch ein Wunder retten, und ein Wunder geschah, nein eigentlich zwei. Aber der Reihe nach. Guido hatte in der Hoffnung auf Dauerschach in ein Damenendspiel mit Minusbauern übergeleitet. Die Stellung verlangte beiderseits sehr genaues Spiel, wozu Guidos Gegner – auch angesichts der knappen Bedenkzeit – aber offenbar nicht mehr in der Lage schien. Mit einem Zug stellte er rekordverdächtige drei Bauern ein, wonach Guido mit freien g‑ und h‑Bauern plötzlich wieder auf Gewinn stand! Mit einem »Na, dann gibt’s ja am Ende doch den verdienten Sieg«‑Grinsen auf dem Gesicht gingen wir zurück ins Analysezimmer, nur um kurz darauf zu hören, dass sich ein zweites Wunder ereignet hatte: Dauerschach!

War das Remis in dieser Partie vielleicht noch ein gerechtes Ergebnis, konnten wir mit dem 4:4 insgesamt natürlich nicht zufrieden sein angesichts der vielen vergebenen Chancen. Aber irgendwie schien es das vorherbestimmte Ergebnis zu sein. Drei andere Kämpfe an diesem Tage endeten auch so und den vierten verloren die Schachfreunde. Manchmal kommt man auch voran, indem man auf der Stelle tritt.

(Jan Peter Schmidt)

↑
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7. Runde
26.02.2012 Pinneberger SC Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, Altentagesstätte (DRK‑Heim), Berliner Str. 11, 25421 Pinneberg

1 Frank Sawatzki Julian Zimmermann 1 : 0
2 Uwe Bokelbrink Ilja Rosmann 0 : 1
3 Hans Hermesmann Dr. Jan Peter Schmidt 1 : 0
4 Roland Freitag Max Borgmeyer 1 : 0
5 Marc Klünger Dr. Jörg Lampe 1 : 0
6 Dietrich Hawranke Karin Chin 1 : 0
7 Thomas Nonnenmacher Adrian Lock ½ : ½
8 Klaus van Riesen Guido Stanau 0 : 1

26.02.2012 Schachfreunde Hamburg Preetzer TSV 4 : 4
26.02.2012 Hamburger SK 3 SC Neukloster 2 5 : 3
26.02.2012 SC Diogenes Lübecker SV 2 :
26.02.2012 Schachfreunde Schwerin SG Turm Kiel :

Platz eins behalten

Der Titel dieses Berichts ist das einzig Positive, das es vom gestrigen Sonntag vermelden gibt. Wirklich das einzig Positive? Nein! Der MF schaffte es dank exaktester Planung des mathematisch äußerst versierten Autofahrers pünktlich um 10:44 Uhr zur Mannschaftsmeldung zu erscheinen, und dies gefühlt nun schon zum 100sten Mal. Immerhin auf irgendwas ist Verlass! Auf die Mannschaft traf das diesmal leider nicht zu. Durch drei Absagen traten wir mit einer ziemlichen Rumpftruppe an. Nicht dass dies ausschlaggebend gewesen wäre, denn selbst so waren wir Rating‑technisch nur knapp unterlegen. Das Problem waren mal wieder die Eröffnungen. Jan offenbarte gefährliches Halbwissen und stand mit Weiß schnell schlecht, Jörg spielte ebenfalls mit Weiß eine Variante, die laut Analyse knapper Ausgleich ist, irgendwie auch nicht das Wahre. Karin konnte nach 10 Zügen aufgeben, ließ sich aber gerne noch zeigen, dass sie wirklich nie Gegenspiel bekommen würde und ging wahrscheinlich matt (habe ich nicht gesehen). Adrian investierte viel Zeit, um dem Gegner eine traumhafte Benoni‑Struktur zu bescheren. Der MF war der Einzige, der Vorteil rausholen konnte, jedoch zeigten sich hier die Schwächen nach der Eröffnung. Fazit dieser Partie, die am längsten dauerte: Einfach schlecht gespielt! In der Folge konnte sich Jörg nicht mehr an den Ausgleich erinnern und verlor, Jan sah wenig und verlor folgerichtig. Adrian kämpfte und hatte vielleicht Gewinnchancen im Turmendspiel. Remis. Da fehlen noch 2 Leute oder? Ja, die Französisch‑Tiere Ilja und Guido zeigten Zähne und holten jeweils einen ganzen Punkt. Am Ende hatten wir also 2,5 Brettpunkte, und mehr waren auch nicht verdient. Immerhin kann jetzt theoretisch die halbe Liga aufsteigen; es wird spannend!

(Julian Zimmermann)

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8. Runde
18.03.2012 Königsspringer Hamburg Schachfreunde Schwerin 5 : 3
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Henrik Danielsen 0 : 1
2 Wolfgang Pajeken Igor Teplyi 1 : 0
3 Ilja Rosmann Morten Weyrich 1 : 0
4 Dr. Jan Peter Schmidt Arvid Grahl 0 : 1
5 Max Borgmeyer Dieter Hasselmann 1 : 0
6 Dr. Jörg Lampe Bernd Wandel 1 : 0
7 Ingo Wilms Wilfried Heinsohn ½ : ½
8 Guido Stanau Ralph Wagner ½ : ½

18.03.2012 Preetzer TSV SG Turm Kiel 6 : 2
18.03.2012 Lübecker SV 2 Pinneberger SC :
18.03.2012 SC Neukloster 2 SC Diogenes :
18.03.2012 Schachfreunde Hamburg Hamburger SK 3 3 : 5

Souverän?!

Nach dem Kampf kam mir die Einschätzung zu Ohren wir hätten souverän gewonnen. Da ich nicht so viel von den Partien mitbekommen habe stimme ich dem mal halbwegs zu. Schwerin kam in starker Aufstellung, KSH war um 11:00 Uhr erst zu fünft, Schuld daran war wohl ein ziemlich fieser Zaun gepaart mit Unfähigkeit sowie ein zu langsames Fahrrad. Fahrradmeister Ingo war als Erster fertig, es war die ganze Zeit nicht viel los (oder doch?) und es wurde sich auf Remis geeinigt. Max stand ziemlich schnell breit, aber der Gegner beseitigte einen Springer von Max nicht, der im Anschluss durch verschiedenste Gabelmotive die Partie gewann. Zumindest bei dieser Partie möchte ich das Wort souverän ungern verwenden, Fortuna ist wohl eher passend. In der Zwischenzeit hatte Jörg seine Isolani‑Stellung gewonnen, souverän? Hmm keine Ahnung, habe ich nicht gesehen! Ich selbst steuerte souverän ein leicht schlechteres Endspiel an, das mit einigen genauen Zügen wohl remis gewesen wäre, den letzten verpasste ich in Zeitnot leider. Jan wurde schnell angefallen, und stand schnell schlecht, und verlor schließlich im Endspiel. Guidos Partie habe ich vorne und hinten nicht verstanden, wie es dann meistens ist endete sie remis. 3:3! Die Siege von Wolfgang und Ilja waren aber in der Tat souverän, soweit ich das sehen konnte. 5:3! Dank gibt’s für den Einsatz der Endrundenfahrer Max und Guido, die sich morgens mit Fahrer Bongo (auch dem sei gedankt!) aus Schönhagen auf den Weg nach Hamburg machten und immerhin 1,5 Punkte beisteuerten. Was folgt nun? Endspiel in Kiel!

(Julian Zimmermann)

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9. Runde
15.04.2012 SG Turm Kiel Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, Vereinsheim ›Petra’s Sportsbar‑Restaurant‹, Vaasastr. 45, 24109 Kiel

1 Matthias Budzyn Frank Lamprecht ½ : ½
2 Eckart Ressler Julian Zimmermann 1 : 0
3 Ferdinand Voelzke Ilja Rosmann 0 : 1
4 Kurt Voelzke Christian Hess 0 : 1
5 Rolf Luckow Daniel Lindner 1 : 0
6 Dr. Ralph Junge Max Borgmeyer 1 : 0
7 Erich Pust Dr. Jörg Lampe 0 : 1
8 Thomas Böhm Guido Stanau 1 : 0

15.04.2012 Hamburger SK 3 Preetzer TSV 4 : 4
15.04.2012 SC Diogenes Schachfreunde Hamburg :
15.04.2012 Pinneberger SC SC Neukloster 2 :
15.04.2012 Schachfreunde Schwerin Lübecker SV 2 3 : 5

+2 – da waren 2 zu viel

Am 15. April waren wir bei SG Turm Kiel zu Gast. Mit der Aufstellung: Frank, Julian, Ilja, Christian, Daniel, Max, Jörg und Guido waren wir an 6 von 8 Brettern leicht bis klar favorisiert. Max hatte es am 6. Brett mit Dr. Junge (Elo 2330, 7 aus 8) wohl stärksten Kieler überhaupt zu tun. Da wir von solchen taktischen Aufstellungen nichts halten, spielt Frank bei uns immer am 1. Brett. Guido hatte nominell auch knapp 100 Punkte weniger. Wie dem auch sei, die an den restlichen Brettern 4,5 aus 7 zu holen lag im Bereich unserer Möglichkeiten, obwohl das immerhin +2 bedeutet. Im Nachhinein war das schon eine gewagte Unternehmung.

Die Anreise verlief sehr reibungslos, Christian machte sich selbständig auf den Weg, der Rest verteilte sich kommod auf zwei Autos, von welchen Eines ich persönlich fuhr. Als sich die im Heft angegebene Spielstätte »Petra’s Sportsbar‑Restaurant« meinem Auto mit Daniel und Guido gegen 10:45 Uhr näherte, sahen wir die restlichen Spieler aus der Bar herauslaufend und den MF Julian hektisch telefonieren. Was war da los? Wie sich herausstellte, hat die Heimmannschaft den Spielort verlegt. Dafür wurde eine E‑Mail an Jürgen Kohlstädt gesendet, der diese an Julians alte E‑Mail‑Adresse weitergeleitet hat. Infolgedessen hatten wir eine Information über die Ortsverlegung gar nicht erhalten. Obwohl es in der Turnierordnung meiner Meinung nach nicht geregelt ist, wie dies zu erfolgen hat, ist es sicherlich nicht richtig gewesen. Interessant wäre für die Zukunft, ob der Gastverein z. B. einer solchen Verlegung zum einen wiedersprechen kann. Ferner stellt sich schon die Frage, wie rechtzeitig dies erfolgen sollte.

Am Ende hat Julian nach wildem Telefonieren den richtigen Spielort gefunden, und da wir den Aufstieg mit spielerischen Mitteln erreichen wollten, fuhren wir auch alle hin. Mit kurzer Verspätung konnte der letzte Kampf also beginnen.

Zum Spielverlauf:

Nun, die Gegner von Frank, Ilja, Christian und Daniel wollten von Anfang an nicht viel, alle anderen bekamen unerwartet schnell schlechte Stellungen.










Ich war da auch keine Ausnahme, und spielte in der Diagramm‑Stellung relativ schnell 14. a4? [14. Dc2=] 14. … Dxc3, um nach dem vorbereitetem 15. Sb3 Sxd4! −+ zu bekommen. Selten stand ich so schnell so pleite. Das war mir so peinlich, dass ich beschloss, statt gleich aufzugeben erst mal gemächlich weiterzuspielen und mögliche Blickkontakte mit den Mannschaftskollegen zu vermeiden.

Max stand schnell im damenlosen Mittelspiel unter Druck, jedoch keinesfalls verloren, Christian ziemlich unklar, einzig Jörg spielte druckvoll und holte als Erster den Punkt. Frank versuchte einen minimalen Vorteil zu bekommen, sein Gegner verteidigte sich jedoch lange Zeit sehr umsichtig. Irgendwann hat Guido verloren (ich habe die Partie komplett vergessen, ist schon lange her), Julian wurde ziemlich sauber überspielt, Daniel hatte seine sehr vorteilhafte Stellung zweizügig eingestellt und Max konnte dem Druck nicht standhalten – wer richtig mitgezählt hat, Stand schon jetzt 1:4!

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir schon, dass selbst ein 4:4 für den 1. Platz nicht reichen würde – und zwar nach Brettpunkten! Wir wollten uns jedoch einigermaßen ehrenvoll aus diesem Kampf verabschieden. Mein Gegner wollte nicht gewinnen – ich hatte wirklich nichts dafür. Kurz nach der Zeitkontrolle stand ich schon besser, er schaltete in Remis‑Modus um – es war zu spät. Christian legte alles in die Waagschale – und gewann am Ende im Endspiel nach einem komplizierten Kampf.










Frank versuchte wirklich alles – gewann für alle überraschend einen Bauern – sein Gegner dachte, Turmendspiel wird schon zu halten sein. In dieser Stellung verpasste Frank vermutlich wegen Müdigkeit den besten Gewinnversuch 1. Kg5!, spielte stattdessen 1. Ta7 und nach 1. … e5+! konnte sein Gegner sich retten. 3,5:4,5.

Wenn man die Ergebnisse mit dem Spielverläufen vergleicht, hat sich die 0 von Daniel mit dem Dusel‑Punkt von Ilja ausgeglichen, der Rest war leider angemessen. Insgesamt sehr schade, uns hat wohl etwas Erfahrung und Klasse in diesem Kampf gefehlt.

(Ilja Rosmann)

Quelle: Bundesliga‑Ergebnisdienst Hamburg
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/12-ksh1.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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