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Chronik: Archiv
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Norddeutsche Vereinsmeisterschaften U16/U14
 7. bis 11. September 2011 in Magdeburg (U16) und Lingen (U14) 
Endstand U16
Pl. Mannschaft g. u. v. MP BP Bhz.
1. Stader SV 5 1 1 11 16,5 59,0
2. SK Marmstorf 4 2 1 10 16,0 59,0
3. Hamburger SK 4 2 1 10 16,0 55,0
4. Eintracht Neubrandenburg 4 1 2 9 17,5 58,0
5. Grün‑Weiß Baumschulenweg 4 1 2 9 16,0 61,0
6. Cöthener FC Germania 4 0 3 8 17,5 49,0
7. SV Merseburg 3 2 2 8 16,0 55,0
8. Königsspringer Hamburg 4 0 3 8 16,0 53,0
 

Guido Stanau (5/6)
Max Hort (6/7)
Tobias Götze (1½/5)
Joshua Viol (1½/6)
Ruben Hartig (2/4)

 
9. Elmshorner SC 4 0 3 8 15,0 50,0
10. Kieler SG Meerbauer 3 1 3 7 15,5 36,0
11. SC Diogenes 3 1 3 7 15,0 51,0
12. Rochade Göttingen 3 1 3 7 15,0 39,0
13. Zitadelle Spandau 2 3 2 7 14,0 55,0
14. Segeberger Schachfreunde 2 2 3 6 14,5 39,0
15. SV Glückauf Rüdersdorf 2 1 4 5 12,0 45,0
16. SAV Torgelow 2 0 5 4 12,5 39,0
17. USC Magdeburg 1 0 6 2 7,0 40,0
Endstand U14
Pl. Mannschaft g. u. v. MP BP Bhz.
1. SV Lingen 7 0 0 14 24,5 57,0
2. Hamburger SK 6 0 1 12 21,0 57,0
3. SK Doppelbauer Kiel 4 1 2 9 16,5 47,0
4. SV Werder Bremen 4 1 2 9 15,0 52,0
5. Chemie Weißensee 4 0 3 8 17,0 44,0
6. SV Merseburg 4 0 3 8 16,0 43,0
7. SK Bremen‑West 3 2 2 8 15,5 53,0
8. USV Potsdam 3 1 3 7 14,0 62,0
9. Schachfreunde Schwerin 3 1 3 7 11,5 60,0
10. USC Magdeburg 3 0 4 6 16,0 43,0
11. Königsspringer Hamburg 2 2 3 6 14,5 49,0
 

Alexander Spät (3/6)
Jakob Pfreundt (3/6)
Berfîn Lemke (4/6)
Bastian Samm (0/2)
Hendrik Berger (½/4)

 
12. SC Friesen Lichtenberg 2 2 3 6 13,5 44,0
13. Hagener SV 3 0 4 6 13,0 46,0
14. Stader SV 2 0 5 4 9,5 39,0
15. SV Bad Schwartau 1 0 6 2 6,5 39,0
Bericht U16

Konditionswunder suchen Herausforderung

Wie fast in jedem Jahr fanden wieder zwei der vier NDVMs in Magdeburg statt. Wir waren bei der U16 wieder mit einer Mannschaft dabei und machten uns berechtigte Hoffnungen mit etwas Glück vielleicht einen der Qualifikationsplätze (1.–4.) zu erreichen.

Die Hinfahrt gelang ohne große Probleme. Guido, Joshua, Max, Ruben und Tobias sowie Shumon und ich gelangten allesamt rechtzeitig zum Hbf, sodass wir uns in aller Ruhe ein gemütliches Plätzchen im Metronom sichern konnten. Die einzelnen Züge waren pünktlich. Und die 5 Minuten Zeit zum Umsteigen in Uelzen reichten, wie immer gerade so eben, um die schmalen Stiegen runter und wieder hoch zu steigen.

In Magdeburg gestaltete sich der erste Abend recht gemütlich. Die Zimmer wurden bezogen, ein kleiner Marsch zum Supermarkt gemacht und das Abendbrot eingenommen. Anschließend gingen Shumon und ich zur Betreuersitzung, welche auch recht kurz gehalten wurde und sogar das Wählen der Schiedsrichter kein Marathon wurde. Leider loste Michael Zeuner, welcher das Turnier danach mal wieder souverän leitete, die erste Runde nicht persönlich aus, sodass erst eine falsche Losung veröffentlicht wurde und kurz danach nochmal geändert wurde. Statt gegen Stade zu spielen, durften wir gegen Rüdersdorf ran. Leider waren wir zu fix beim Vorbereiten und bekamen diese Änderung erst mit, als wir schon fertig damit waren. Da bekanntlich Schlaf wichtiger als Vorbereitung ist, durften danach dennoch alle ins Bett, anstatt sich erneut durch den Variantendschungel zu quälen.

Das Ergebnis bestätigte dies auch. Alle Top‑Teams gewannen recht knapp 2,5:1,5. Wir gingen hingegen souverän mit 3:1 aus dem Vergleich, wobei Joshua auch zwischendurch einmal eine Figur mitnehmen konnte, um das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten. Am Nachmittag wartete dann erstmals der Spitzentisch auf uns. Es ging gegen den Turnierfavoriten aus Stade, welcher jedoch immer noch nur zu dritt war und wie in Runde 1 das Brett 2 freilassen musste. Mit dem 1:0 im Rücken spielten wir an den hinteren Brettern jeweils mit über 300 DWZ‑Punkten im Nachteil ausgeglichene Partien. Vor allem Tobias an Brett 3 machte nur einen kleinen Fehler, welcher einen Bauern kostete und somit die Partie. Ansonsten wäre das Remis so gut wie sicher gewesen. Joshua spielte mutig und versuchte mit zwei entfernten Freibauern gegen Figur die Partie zu entscheiden, was leider ebenfalls misslang. An Brett 1 spielte Guido (leicht favorisiert) eine durchwachsende Partie. Nach Qualitätseinsteller holte er sich zwei Bauern und wickelte nach über 5 Stunden Spielzeit in ein Turmendspiel T+B+B gegen T+B ab, welches mit Sicherheit gewonnen war. Jedoch reichte ein unbedachter Bauernvorzug aus, um die Stellung ins Remis entgleiten zu lassen. Der guten Stimmung tat dies aber kaum Abtrieb. Es ist ja bekannt, dass so ein Turnier nicht in der zweiten Runde gewonnen wird. Da das Essen in der Jugendherberge leider nicht den heutigen Standards gerecht wurde und die Essenszeit nach der langen Spielzeit von annähern 6 Stunden (alle anderen waren schon mindestens eine halbe Stunde lang fertig), sowieso schon vorüber war, entschlossen wir uns, die gute Lage der Jugendherberge in der City von Magdeburg auszunutzen, um die nötigen Kraftreserven für den kommenden Tag zu erlangen.

Die Vorbereitung für Runde 3 fiel relativ kurz aus. Uns erwartete der Gastgeber und dieser war zu allen Mannschaften im Turnier recht freundlich gesinnt. Wir entschieden uns, Guido pausieren zu lassen und Ruben nach abklingender allergischen Reaktion in Bezug auf sein Schlafgemach ins Team rotieren zu lassen. Nach schneller 3:0‑Führung empfahl ich Tobias an Brett 2 in festgefahrener Stellung remis zu bieten, damit wir den Vormittag sinnvoller Nutzen konnten, als wieder ewig am Brett zu warten. Just an diesem Vormittag kam auch der Spätsommer wieder zu Besuch und die nahegelegenen Grünanlagen und der Eisladen konnten besucht werden. Ein Mitbringsel aus Letzterem wurde idyllisch zwischen Hundertwasserhaus und sakraler Einrichtung genossen.

Die Runde 4 ist immer eine wichtige, weil sie meist darüber entschiedet, ob man mit 6:2 MP oben dabei ist oder mit 4:4 im Mittelfeld mitschwimmt. Es ging gegen Cöthen, die zwar zu viert, aber noch ohne ihr nominelles Brett 3 nur leicht favorisiert waren. Dieses Mal pausierte Joshua. Nach einer Stunde ging ich zum ersten Mal die Bretter begutachten und wollte den Kampf schon verloren geben. Was war passiert? Guido schaffte es gegen den nominell stärksten Spieler des Turniers nicht die Figuren auf dem Brett zu halten, sodass schnell ein remises Leichtfigurenendspiel entstand und die Punkteteilung erfolgte. Max spielte seinen Gegner zwar mächtig an die Wand und machte relativ schnell den Ganzen klar, jedoch entwickelten sich an Brett 3 und 4 eher unschöne Szenen. Tobias spielte zwar wie vorbereitet. Leider wich sein Gegner früh ab und konnte einen Bauern gewinnen. Dieser reichte dann auch locker zum Gewinn. Ruben an Brett 4 stellte gleich zwei Bauern ein, nachdem eine eher simple Taktik übersehen wurde und hatte Glück, dass sein Gegner nicht auch noch eine Figur mitnahm. Die Engine hatte hier schon −4 angezeigt und ebenso sah es auch aus. Kein Gegenspiel und Material weniger. Da die Figur jedoch nicht genommen wurde ging die Partie noch ziemlich lange weiter. Im Springerendspiel mit Bauern mehr sah sein Gegner dann auch den Gewinnweg. Durch ein geschicktes Opfer der Figur gegen zwei von Rubens Bauern, besaß er nun zwei vorgerückte Freibauern, deren Umwandlung nur eine Frage der Zeit schien. Jedoch verweigerte sein Gegner diese Option und lief in eine simple Springergabel, welche die Stellung ins Remis abgleiten ließ. Nun mag ich behaupten, entschied unsere mannschaftliche Geschlossenheit den Kampf. Während unsere Jungs Ruben unterstützten, indem unsere Spitzenbretter zu Wasserträgern wurden und aufmunternde Gesten vollführt wurden. Im Kontrast dazu saß sein Gegner recht einsam am Brett. Die Mundwinkel immer tiefer fallend und die Stirn kraus werdend. Die Stellung wurde verdammt kompliziert und konnte jederzeit in beide Richtungen kippen, als die Zeit fiel, obwohl mit Inkrement (30 Sekunden Bonus pro Zug) gespielt wurde. Die Freude war riesig und die Stimmung konnte auch nicht getrübt werden, als wir einsam den Speisesaal betraten (mal wieder waren alle mit den Abendbrot fertig, bevor wir unsere letzte Partie beendeten), die letzten Krumen des Buffets verdrückend dem Auftakt einer Party eines geschätzten 70. Geburtstages mit typisch deutscher Schlagermusik beiwohnen durften. Im Prinzip eine gute Sache. Ob eine Jugendherberge hierfür der richtige Ort ist, wage ich aber in Frage zu stellen, da auch nach der Vorbereitung, dem Aufsuchen der gegenüberliegenden Lokalität von Shumon und mir und einer geltenden Nachtruhe von 22:00 Uhr, ich um kurz nach zwölf mich doch bequemte eine dezente Bitte zu äußern mir Schlaf zu gönnen, nicht ohne den Ausschank und Verzehr alkoholischer Getränke durch die Anwesenden sich noch gerade auf den Beinen haltenden Personen in hinreichender Menge attestieren zu können.

Die Jungs hatten von dem nichts mitbekommen, lag ihr Zimmer ja auch nicht direkt über dem Trubel. Fit und munter, wie sie nun einmal sind, ging es weiter wie am Vortag und der Frage, was ist eine Norddeutsche ohne ein Duell gegen Elmshorn inklusive der Begegnung Guido gegen Emil? Unser Ziel war klar. Irgendwie müssen 2,5 Brettpunkte her. Dies wurde wie erwartet eine schwere Aufgabe. Die kürzeste Partie dauerte 48 Züge und über vier Stunden. Bezeichnend war mit anzusehen, wie noch sieben Partien liefen, wobei eben vier davon unserem Kampf entsprachen. Guido musste sich etwas unerwartet in Caro‑Kann üben. Es entstand eine sehr interessante offene Mittelspielstellung. Max spielte seinen Franzosen wohl etwas umständlich und gelangte wohl leicht ins Hintertreffen. Bei Joshua entwickelte sich ebenfalls ein munteres Mittelspiel mit besseren Chancen für die Gegenpartei und Ruben machte fast alles richtig, bis sein f7 weg flog und der Rest für den Gegner zwar nicht einfach, aber nur noch Formsache war. Alles in allem kein erfreuliches Bild. Jedoch kämpften alle bis zum Umfallen und dennoch fielen nur die anderen. Guido postierte seinen Läufer bei langer Rochade und der Struktur b2‑a2 geschickt auf c1 und konterte die schwarzen Türme, welche die zweite Reihe eroberten, geschickt aus. Bei eigenem aktiven Figurenspiel wurde anschließend elegant der Ganze gesichert. Max spielte in der Folge sein bestes Schach und wurde belohnt. Der Gegner ließ einen Turmtausch zu und musste danach feststellen, dass das Leichtfigurenendspiel Läufer gegen Springer in dieser Form nur gut für Max ist, welcher durch diesen Punktgewinn mit 5/5 gestartet ist! Joshua spielte die abschließende Partie. Er spielte ein super Mittelspiel und wickelte in ein todremises Turmendspiel ab. Leider tauschte er diese dann und alle mussten noch einmal zittern. Nachdem sein Gegner im 59. Zug den Gewinn ausließ, durften wir erneut jubeln. Wieder laut, wie am Vortag, da wir ja sowieso die einzigen im Turniersaal waren.

Zwei Endspiele vor Augen und die Tabellenführung im Rücken begannen wir uns auf Neubrandenburg vorzubereiten. Die Begegnung gestaltete sich erneut super eng. An den ersten beiden Brettern nahmen die Gegner mal wieder die Luft aus den Segeln und wir mussten mit ansehen, wie die Partien langsam gen Remishafen schipperten. Tobias spielte die Vorbereitung, vergaß in der Folge jedoch anzugreifen und verteidigte zudem ungeschickt, sodass aus einer an sich harmlosen Stellung plötzlich ein Spiel auf ein Tor stattfand, welches zum Torfestival wurde und die Aufgabe unvermeidlich war. Joshua hingegen zeigte, wie viel Potential ein Abtauschfranzose für Schwarz bereithalten kann und stand bei gegenseitiger Rochade im Vorteil. Mit einem 2:2 wären wir nach der anstrengenden Vormittagsbegegnung sehr zufrieden gewesen. Leider spielte Joshua in der Folge einen falschen Plan und sein Gegner nutzte dies gnadenlos aus. 0:2 und zwei Stellungen, wo langsam doch noch Würze reinkam. Max konnte inzwischen einen Bauern gewinnen und ein Turm+Läufer‑Endspiel erreichen. Im 40. Zug griff er fehl und musste durch einen Doppelangriff seine Gewinnversuche einstellen. Schade. Hier war durchaus ein Sieg drin. Besser machte es dieses Mal Guido. In einem scheinbar ungewinnbaren Läuferendspiel zauberte er einen genialen Plan aus dem Hut, welcher den Sieg sicherte. Dem Mannschaftskampf half dies leider nicht mehr. Denkbar knapp mit 1,5:2,5 verloren. Aber ein Endspiel wartete ja noch. Meine Prognose bestätigte sich und wir bekamen es mit dem HSK zu tun. Das nominell härteste Los. Bei zwei Mannschaften, die sich so gut kennen, wird erfahrungsgemäß immer versucht, an dem einem oder anderem Brett eine vermeintliche Überraschung darzulegen. Dies bestätigte sich mal wieder. Nachdem der letzte Abend noch die eine oder andere Überraschung bereithielt, wobei das Weinfest nebenan mit Livemusik mal wieder die Frage aufwerfen ließ, ob es eine gesegnete Nachtruhe geben würde. Sich jedoch insgesamt als recht nettes Event entpuppte, dass um elf Uhr schiedlich friedlich Ausklang. Nachdem unsere Gruppe den Umstand in unterschiedlicher Form zu nutzen gedachte. Einig nur in dem Punkt, dass der Konsum von Wein nicht in den Rahmen unserer Daseins in Magdeburg entsprach.

Am letzten Morgen dann musste wie immer vor der Runde alles Gepäck, bis auf ein Paar Socken, welches fast schon traditionell wie auch im letzten Jahr keinem der Jungs gehören wollte und den Rückweg nicht schaffte, verstaut werden. Der Putzdienst verfiel auf Tobias, welcher wieder Opfer der Rotation wurde, diesen jedoch vorzüglich meisterte. Beim ersten Blick auf die Bretter um etwa neun Uhr war erneut ein spannender Kampf abzusehen. Die Ausgangssituation war recht kompliziert. Ein Sieg bedeutete die Qualifikation, aber auch bei einem 2:2 gibt es Chancen, wenn entweder Baumschulenweg gegen Diogenes keine drei Brettpunkte holt, bzw. Diogenes im Gegenzug nicht mit 3,5 oder höher gewinnt oder Stade gegen Neubrandenburg überraschend verlieren sollte. Da wir an drei Brettern etwa 200 DWZ‑Punkte weniger vorzuweisen hatten, war ein 2:2 fast das höchste erwartbare Ergebnis, auch wenn nach drei Tagen und sechs Runden eigentlich alles passieren kann. An Brett 1 versuchte der HSK durch einen sämischen Königsinder, Guido aus dem Spiel zu nehmen und die Punkteteilung zu erreichen. Wie im Nachhinein zu attestieren war, eine denkbar schlechte Entscheidung, die nach 20 Zügen völlig verdient das 1:0 für uns bedeutete. Max kam im Mittelspiel urplötzlich unter die Räder und musste in kurzer Zeit zwei Bauern spucken, was leider Auswirkungen auf den Kampf haben sollte. Auch Ruben an Brett 4 bekam arge Probleme, nachdem er die Vorbereitung vergessen hatte und den durchaus erwarteten Panow‑Angriff mit einer abgetauschten Figur mehr als geplant verwaltete. In der Folge brachte er dies eigentlich wieder ins Lot, bis er seinen Isolani unnötig und ohne Kompensation einstellte. Zu dieser Zeit musste ich wohl oder übel das Remisgebot an Joshuas Brett ablehnen, da hier die einzige Chance auf den zweiten Punkt zu sein schien. Sein Gegner lief direkt in die vorbereitete Französisch‑Variante und beide Seiten hatten Druck auf den gegnerischen König. In beidseitiger Zeitnot kippte die Partie dann leider in die falsche Richtung, sodass mit der danach folgenden Aufgabe von Ruben der HSK den Kampf gedreht hatte. Alle Hoffnungen schienen begraben, als Max doch noch die Chance zum Gewinn bekam. Leider musste diese ausgerechnet im 40. Zug und akuter Zeitnot wieder ausgelassen werden. Mit zwei Bauern weniger wäre sonst mindestens ein Qualitätsgewinn mit anschließender Freibauernbildung am Damenflügel die Folge gewesen. Das folgende Endspiel ließ ich noch ein wenig dahinplätschern, jedoch erbot sich für Max keine Chance mehr. Der Partieeingabe des Veranstalters sollte kein Vertrauen geschenkt werden. Das Matt in drei war leider nicht aufs Brett gekommen. So dürfen wir den SK Marmstorf und den HSK zur Qualifikation gratulieren. Meister wurde wie fast zu erwarten war der Stader SV, auch wenn sie zwischendurch drei MP abgeben mussten und somit kurzzeitig aus den vorderen Rängen herausfielen. Unser abschließender achter Platz klingt sehr ernüchternd, wenn man bedenkt, welch ein Turnier die Mannschaft gespielt hat. Zufrieden können wir allemal sein. Der Spaß, mit dem die Jungs ans Brett gehen, und die Geschlossenheit, welche sie jeden Tag bewiesen, sowie der Wille, auch wenn es mal nicht so läuft, immer weiterzukämpfen und den Punkt dennoch zu holen, sind fantastisch mitanzusehen gewesen. Und wenn man von Kleinigkeiten absieht war es durchweg eine tolle Reise für alle Beteiligten.

Die Rückfahrt verging wie im Flug, obwohl wir aufgrund eines Schienenersatzverkehrs, welchen wir zu umgehen gedachten, einen kleinen Umweg über Braunschweig einlegten und die Reisen in Zügen der Deutschen Bahn ohne Klimaanlage dafür mit Überfüllung eine schweißtreibende Sache sein können. In Hamburg angekommen fanden dann alle Spieler eine Gelegenheit per Auto gen Heimat zu kommen, sodass Shumon und ich in aller Ruhe, erschöpft und mit einer Portion Hunger und Durst per U‑Bahn ins beschauliche Niendorf aufbrachen, um mit Baldur, Boris und Christopher die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen.

(Clemens Harder)

Bericht U14

NDVM U14 in Lingen

Vom 7. bis 11. September spielte unsere U14‑Mannschaft (Alexander Spät, Jakob Pfreundt, Berfîn Lemke, Bastian Samm und Hendrik Berger) die NDVM in Lingen. Im Teilnehmerfeld waren neben den deutlich favorisierten Teams Lingen und HSK viele ungefähr gleichstarke Mannschaften zu finden, sodass klar war: Eine Qualifikation zur DVM würde nicht einfach werden.

Und so war’s dann die Tage in Lingen:

Nach 3,5 Stunden Fahrt (vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an unsere Autofahrer!) meldet das Navi: »Ziel erreicht«. Etwas verwundert stehen wir in leichtem Nieselregen zwischen Maisfeldern, von einer JH keine Spur. Der Irrtum ist schnell geklärt: Die ›Lengericher Straße‹ gibt es in der Gegend gleich zweimal. Wenig später kommen wir in der JH Lingen an, wo uns nach dem Zimmerbeziehen das Abendessen erwartet. Dieses ist – wie alle Mahlzeiten der folgenden Tage – von überraschend hoher Qualität. Nach einer schön schnellen Leitersitzung gestaltet sich die Paarung der ersten Runde zeitaufwändig: Die Schachfreunde aus Berlin Weissensee finden immer noch einen »Fehler«, bis die Auslosung nach ca. 1,5 Stunden zu ihrer Zufriedenheit ist. Für uns bedeutet das: Lokalderby zum Auftakt gegen das Team vom HSK. Zeit für eine abendliche Vorbereitung ist nicht mehr, da es schon nach 22:00 Uhr ist.

Das Lokalderby bietet nach einem schnellen 0:1‑Rückstand an jedem Brett Chancen: Die HSKler werden ihrer Favoritenrolle jedoch gerecht, sodass am Ende ein deutliches 0,5:3,5 zu Buche steht. In der zweiten Runde dürfen wir gegen die Weissenseeer ran, die in der ersten Runde etwas überraschend gegen Doppelbauer Kiel verloren hatten. Nach deutlicher Ansprache spielt Hendrik am vierten Brett wie ausgewechselt. Das gibt Anlass zur Hoffnung, nachdem Alexander am ersten Brett gesundheitlich angeschlagen schnell verliert. Leider kippt Hendriks Stellung in der Zeitnot. Berfîn hat unterdessen viel Zeit investiert, aber keine harmonische Aufstellung für ihre Leichtfiguren gefunden und so bleibt ein Springer auf der Strecke. Da hilft es auch nichts, dass Jakob im Endspiel mit zwei Bauern für die Qualität diese souverän zur Umwandlung führt – 1:3 heißt es am Ende.

0:4 Mannschaftspunkte nach dem ersten Tag: Das hatten sich bestimmt alle anders vorgestellt. Aber wer solche Turniere schon öfters gespielt hat weiß, dass man immer noch einmal zurückkommen kann. Die Auslosung beschert uns nun das Freilos: In diesem Fall eine Erleichterung, denn Berfîn und Alexander wirken schon etwas angeschlagen. So können wir den nächsten Tag mit Ausschlafen und viel frischer Luft beginnen. Und so eine Wanderung um den nahegelegenen Dieksee hat ja auch ihren Reiz. Der folgende Kampf gegen Friesen Lichtenberg bietet allen ein schönes emotionales Auf und Ab. Der Lichtenberger Betreuer kann es schon zu Kampfbeginn nicht fassen: Seine Spieler hatten sich in der falschen Reihenfolge aufgestellt und hingesetzt, was noch so gerade eben vor Rundenbeginn bemerkt wurde. Leider stellt Basti zügig eine Figur ein, sodass er seine Stellung nur noch verwaltet. Alexanders Stellung ist unklar und auch Jakob hat unterwegs eine Figur liegenlassen, als Berfîn in schlechter Stellung ein Remisgebot bekommt. So muss sie weiterspielen und bietet dem Gegner quasi mit dem Ablehnen des Remisgebots die Gelegenheit zum Materialgewinn. Dieser nimmt seine Chance glücklicherweise nicht wahr und wickelt in ein verlorenes Endspiel ab. Alexander muss in die Punkteteilung einwilligen, sodass der Kampf nun an Jakob hängt, der sein Endspiel mit drei gegen zwei Bauern und Turm gegen Turm und Springer noch remis hält, weil der Gegner keinen Gewinnplan findet. Da sind wir mit einem 2:2 nochmal glimpflich davongekommen.

In Runde 5 sind wir gegen den Stader SV erstmals deutlich favorisiert und gewinnen den Kampf souverän. Endlich sind die Partien auch mal nicht so lang. So haben wir Zeit, zwischendurch dem örtlichen Aldi einen Besuch abzustatten und uns mit dem Wichtigsten im Kampf gegen unsere Erkältungen einzudecken: eine Große Packung Taschentücher und Zitronen. Die sechste Runde gegen Werder Bremen ist nun entscheidend, wenn wir uns noch die Chance auf die Qualifikation wahren wollen. Leider findet Jakob in vermeintlich geschlossener Stellung den entscheidenden Aufbruchszug nicht: Er und Hendrik verlieren, während Alexander seinen Gegner stets im Griff hat und seinen Angriff am Königsflügel sauber durchzieht. Spielt also nur noch Berfîn, die nach üblichem Auftakt (viel Zeit im Mittelspiel investiert, anschließende Zeitnot überstanden) ein totremises Bauernendspiel auf dem Brett hat. Etwas betrübt warten wir also auf den Abschluss der Partie. Doch dann geschieht das Unglaubliche: Anstatt eine Zugwiederholung anzustreben, versucht der Gegner zu gewinnen, lehnt sogar ein Remisgebot ab und spielt weiter. Mit der Einsicht, dass die Stellung nicht mehr zu gewinnen ist, bietet er dann selber remis, allerdings ohne einen Zug zu machen. Einen Verlustzug gibt es aber noch, und dieser wird nach Berfîns Aufforderung das Remisgebot doch mit einem Zug zu verbinden auch ausgeführt. Große Freude bricht bei allen nach der Ergebnisverkündung aus: Wir haben uns die Restchance auf eine Qualifikation in der letzten Runde gewahrt!

Die Auslosung beschert uns den SV Merseburg. Unsere Spieler geben alles und es bietet sich das nicht unübliche Bild: Während viele Mannschaften teilweise oder bereits komplett fertig gespielt haben, sind unsere Spieler noch an den Brettern. Nach spannendem Kampfverlauf kippen zu Beginn der Zeitnotphase die Stellungen bei Jakob und Bastian zu unseren Ungunsten. Zwar gewinnt Berfîn souverän, aber es steht schon fest, dass es nicht mehr für uns reichen wird. So kann Alexander in eine Zugwiederholung einwilligen.

Natürlich sind alle enttäuscht zum Abschluss: Freud und Leid liegen auf solchen Meisterschaften in der letzten Runde oft eng beieinander. Norddeutscher U14‑Meister wird der favorisierte Ausrichter vom SV Lingen vor dem Team des HSK. Apropos Ausrichter: Hier kann man sich für die gute Organisation vor Ort und die Reibungslose Durchführung des Turnieres nur bedanken.

Bedanken möchte ich mich auch bei unserer Mannschaft, die dieses Turnier mit viel Einsatzfreude und Kampfgeist bestritten hat!

(Baldur Schroeter)

Quellen: Landesschachverband Sachsen‑Anhalt, SV Lingen
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/11nvm.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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