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Chronik: Archiv
Freitag, 24. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Deutsche Vereinsmeisterschaft U20 2011
 26. bis 30. Dezember 2011 in Osnabrück 
Endstand
Pl. Mannschaft g. u. v. MP BP Bhz.
1. Hamburger SK 7 0 0 14 32,0 52,0
2. SG Bochum 31 5 1 1 11 25,0 58,0
3. SK Bebenhausen 4 1 2 9 27,0 61,0
4. SG Solingen 3 2 2 8 26,5 48,0
5. Erfurter SK 3 2 2 8 25,0 43,0
6. Königsspringer Hamburg 4 0 3 8 24,5 59,0
 

Max Borgmeyer (3/7)
Adrian Lock (1½/7)
Guido Stanau (5½/7)
Markus Langmann (5/7)
Eugen Raider (5½/7)
Max Hort (2/5)
Shumon Akram (2/2)

 
7. SV Muldental Wilkau‑Haßlau 4 0 3 8 20,0 38,0
8. SC Forchheim 2 3 2 7 23,0 48,0
9. SG Porz 3 1 3 7 21,5 53,0
10. Hagener SV 3 1 3 7 20,5 52,0
11. SC Vaterstetten 3 0 4 6 21,5 44,0
12. Heilbronner SV 3 0 4 6 19,5 53,0
13. SK Gernsheim 3 0 4 6 17,0 45,0
14. SG Aufbau Elbe Magdeburg 2 1 4 5 19,5 38,0
15. USV TU Dresden 1 0 6 2 13,5 45,0
Bericht

DVM U20 in Osnabrück – das Treppchen vor Augen

Als ich letzten Sommer gefragt wurde, ob ich mit zur DVM U20‑Endrunde nach Osnabrück fahren wollte, um »unsere Jungs« als Betreuer zu unterstützen, musste ich nicht lange überlegen. Ich wusste, dass die Mannschaft spielstark und sympathisch war, und dass der alte Trainer‑Haudegen Boris die organisatorischen Details mühelos im Griff haben würde.

Verschiedene Vorbereitungstreffen machten klar, dass wir nicht nur Spaß, sondern auch Erfolg haben wollten. Unserer Stärken und Schwächen waren wir uns bewusst. Keine Spieler über 2200, aber dafür große mannschaftliche Ausgeglichenheit. Was die Aufstellung natürlich nicht einfach machte. Letztlich erschien uns, dass wir mit der folgenden Brettreihenfolge die besten Chancen haben würden: Brett 1 – »Max Bo« Borgmeyer; Brett 2 – Adrian »Ady« Lock; Brett 3 – Guido Stanau (braucht dringend einen Spitznamen); Brett 4 – Markus »Laxxmann« Langmann; Brett 5 – Eugen »Roswitha« Raider; Brett 6 – »Max Ho« Hort; Brett 7 (Ersatzspieler) – Shumon »Shumi« Akram. MaxBo und Adrian sollten an den Brettern eins und zwei den Laden einigermaßen zusammenhalten, Guido und Eugen an drei und fünf die Tore machen und Markus und MaxHo (Shumon) an vier und sechs je nach Gegner schauen, was möglich war.

So kamen wir am 26.12. hochmotiviert in Osnabrück an, wo zum zweiten Mal in Folge der Hagener SV die Meisterschaften im IBIS‑Hotel organisiert hatte. Wenngleich dessen Lage etwas unattraktiv ist (Industriegebiet) und es für diese Kette eher unterdurchschnittlichen Komfort bietet (ein Fahrstuhl ist einfach zu wenig), war die Unterbringung für ein Jugendturnier natürlich sehr ordentlich. Das Essen war nicht allzu abwechslungsreich (Beschwerden über das zum geflügelten Wort gewordene »lang anhaltende Sättigungsgefühl« sind mir nicht zu Ohren gekommen), aber auf jeden Fall genießbar. An der Organisation des Turniers gab es nichts zu meckern; einziger Wermutstropfen war der etwas enge Spielsaal, der gerade das Verfolgen der Spitzenbretter sehr schwer machte. Insgesamt muss man Sebastian Bergmeyer und seinem Organisationsteam aber ein großes Kompliment aussprechen!

Leider waren nach der sehr kurzfristigen Absage von Schott Mainz nur noch 15 Teams am Start. Wir waren an fünf gesetzt, wussten aber natürlich, dass angesichts der großen Leistungsdichte sowohl nach vorne als auch nach hinten einiges gehen würde. Klarer Favorit war der HSK, der mit voller Kapelle angetreten war: an Brett eins GM Niclas Huschenbeth und als Betreuer IM Merijn van Delft. Aufgrund der Erfahrungen aus früheren Jahren und der Konstellation des Teilnehmerfeldes prophezeite Boris folgenden Turnierverlauf: Leichter Sieg in Runde eins, in Runde zwei wahrscheinliche Niederlage gegen ein höher gesetztes Team, in Runde drei dann wieder ein schwacher Gegner, in Runde vier erneut ein starkes Team, das es unbedingt zu schlagen galt, wenn man im Turnier etwas erreichen wollte. Die Prognose sollte haargenau zutreffen, doch eins nach dem anderen: In Runde eins wartete die an 12 gesetzte Mannschaft von Aufbau Elbe Magdeburg, die zudem nur mit fünf Spielern antrat. Trotzdem wurde schnell deutlich, dass einige unserer Jungs erst noch ins Turnier finden mussten. Zwar erhöhten Guido und Markus schnell auf 3:0, doch Max Bo, Adrian und Eugen taten sich schwer. Am Ende machte Max remis, Adrian verlor, und Eugen gewann etwas glücklich. Das 4,5:1,5 war keine Großtat, aber die Pflichtaufgabe war erfüllt. In Runde zwei kam dann mit dem an zwei gesetzten SV Bebenhausen wie erwartet schon der erste dicke Brocken. Der Kampf sollte äußerst spannend verlaufen: Eugen legte mit Wolga‑Gambit im Anzug eine Glanzpartie hin und sorgte für die Führung, die Guido wenig später mit einem souveränen Sieg gegen den Drachen ausbaute. Die restlichen Partien gaben zwar weniger Anlass zu Optimismus, doch hofften wir natürlich, wenigstens noch einen Punkt zum 3:3 herauszuholen. Leider ereignete sich ein Unglück bei MaxHo an Brett sechs: Nach misshandelter Eröffnung hatte er sich gut in die Partie zurückgekämpft und in ein Endspiel abgewickelt, in dem er sogar leicht besser stand. Das Remis sollte jedenfalls kein Problem mehr sein, selbst angesichts der knappen Zeit, denn es wurde mit einen Zuschlag von 30 Sekunden pro Zug gespielt. Fassungslos musste ich dann allerdings miterleben, wie Max im 40. Zug ohne jede Not seine Uhr ablaufen ließ! Was war passiert? Max war so in die Stellung vertieft gewesen, dass er seine knappe Bedenkzeit völlig vergessen hatte. Sehr schade, denn hierdurch ging uns der entscheidende halbe Punkt verloren. Max und Adrian konnten nämlich ihre Stellungen nicht halten, und so nützte es auch nichts, dass Markus dank einer heroischen Verteidigungsleistung seine am seidenen Faden hängende Stellung ins Remis rettete. Die 2,5:3,5‑Niederlage war natürlich sehr ärgerlich, doch wir konnten auch etwas Positives aus dem Kampf mitnehmen: Wir hatten gezeigt, dass wir auch gegen eine Topmannschaft mithalten konnten und vor niemandem Angst haben mussten.

In Runde drei wartete dann mit Gernsheim wieder ein deutlich hinter uns gesetztes Team. An den Brettern drei bis sechs (wo dieses Mal Shumon spielte) gab es ungefährdete Siege, MaxBo lieferte sich ein wildes Handgemenge, das schließlich Remis endete, während Adrian auch seinen ersten Halben verbuchen konnte. Er war verständlicherweise etwas unzufrieden, gegen einen nominell schwächeren Gegner mit Weiß nicht gewonnen zu haben, aber nach zwei Niederlagen in Folge empfiehlt ja auch die russische Schachschule erst Mal ein Remis. Nun kam es wie von Boris vorausgesagt zum ersten kleinen Endspiel in Runde vier, wo die einen Platz vor uns gesetzten Solinger warteten. Jetzt gab es keine Ausreden mehr, ein Sieg musste her. Lange Zeit war der Ausgang des Kampfes unklar. Zwar erlitt Adrian bald Schiffbruch, nachdem er in der Eröffnung schnell in unbekanntes Fahrwasser geraten war und viel Zeit verbraucht hatte. Dafür hatte aber Eugen Vorteil, und Markus konnte sich auf sehenswerte Weise in einem totremis scheinenden Endspiel gute Gewinnchancen erarbeiten. Frohe Kunde gab es zudem an Brett eins: Max Bo’s Gegner hatte in höchst unklarer Stellung die Zeit überschritten! Den nächsten Paukenschlag gab es an Brett sechs: MaxHo konterte seinen Gegner in kritischer Stellung kühl aus und erhöhte auf 2:1! Und es ging noch weiter: Eugen hatte zwar seinen Vorteil zwischendurch eingestellt, nun aber wieder ein klar gewonnenes Endspiel mit Mehrqualle. Und auch Guido wurde belohnt für seine Bemühungen, in komplizierter Mittelspielstellung die Spannung aufrecht zu erhalten, und konnte in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Beide brachten die Punkte sicher nach Hause, wodurch wir auf 4:1 erhöhten. Bei diesem sensationellen Ergebnis betrübte es uns auch nicht, dass Markus den Gewinn verpasste und Remis machen musste.

Als »Lohn« für unseren Sieg wurden wir Runde fünf dem HSK zugelost, der eine weiße Weste vorweisen konnte. Wir wollten alles versuchen, Ihnen ein Bein zu stellen, und entwarfen eine Strategie: Unsere beiden »Knipser« Guido und Eugen hatten Weiß und sollte ganze Punkte holen, zumal Eugen es an Brett fünf mit der Schwachstelle im gegnerischen Team zu tun hatte. Der Rest sollte remis machen, an Brett eins musste bei allem Respekt für MaxBo natürlich eine Niederlage einkalkuliert werden. »Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert«, sollten wir am Ende des Kampfes leider nicht sagen können, obwohl der Auftakt durchaus ermutigend war, denn Adrian und Markus holten gegen starke Gegner beide ein lockeres Schwarzremis. Schnell wendete sich aber das Blatt, als MaxHo seine Partie schon kurz nach der Eröffnung durch einen taktischen Fehler einstellte. Auch bei Eugen lief es nicht nach Plan, da sein Gegner am Brett eine starke Erwiderung auf Eugens vorbereitete Variante gefunden hatte. Am Ende konnte Eugen froh sein, dass ihm etwas verfrüht remis angeboten wurde. Doch auch beim Stand von 1,5:2,5 gaben wir die Hoffnung noch nicht auf, denn Guido hatte in einer komplizierten Drachenstellung durchaus Gewinnchancen, während Max seine Stellung gegen Huschi einstweilen noch zusammenhielt. Leider zeigte Guido aber nun seinen einzigen schwachen Moment im Turnier und stellte die Partie in Zeitnot ein, und Max wurde schließlich auch noch weichgeknetet. Der 1,5:4,5 Endstand war deutlich, doch auch dieses Mal waren die positiven Aspekte nicht zu übersehen: Wir hatten den Kampf lange offen gestaltet und ein 3:3 hatten keineswegs außer Reichweite gelegen.

Nun kam es in den Runden sechs und sieben zu zwei abschließenden Endspielen. Die erste Prüfung bestanden wir mit Bravour: Muldental Wilkau‑Haßlau wurde mit 5,5:0,5 vom Brett gefegt. Es zeigte sich, dass die Mannschaft nun richtig auf Touren gekommen war. Das einzige Remis des Tages machte Adrian, der dabei auch ein bisschen Glück hatte. Vor der letzten Runde standen wir damit auf Platz drei, einen Platz hinter unserem nächsten Gegner, dem Titelverteidiger Bochum. Ein Sieg bedeutete Platz zwei, eine Unentschieden Platz drei. Schnell wurde entschieden, dass »Schieben« außer Frage stand und das Ziel nur lauten konnte: »Best of the rest!«. Wir bereiteten uns noch intensiver vor als sonst, nichts sollte dem Zufall überlassen bleiben. Während viele Spieler den letzten Abend dazu nutzten, dem Alkohol zuzusprechen oder sich dem anderen Geschlecht zu nähern (oder das eine zur Vorbereitung des anderen zu tun), wurden bei uns fleißig Varianten gepaukt (gut, ein bisschen Spaß gönnte man sich auch). Boris stellte mal wieder unter Beweis, dass er als Sekundant wahrscheinlich auch in der Weltspitze mithalten könnte. Zudem kann er die Spieler aufgrund seiner langjährigen Erfahrung perfekt auf den jeweiligen Gegner einstellen.

Die Eröffnungsphase des Kampfes verlief dann auch vielversprechend, es kam vieles von dem aufs Brett, was wir uns angeschaut hatten. Leider sollte sich schon bald darauf aber zeigen, dass die Bochumer nicht in Spendierlaune waren. MaxHo fraß mit seiner Dame todesmutig die weißen Bauern auf b2 und a2, wonach sie nicht ganz überraschend bald selbst ins Kästchen wanderte. Die Partie zog sich noch ein bisschen, aber dieser virtuelle Rückstand setzte uns an den anderen Brettern natürlich zusätzlich unter Druck. MaxBo merkte zu spät, dass seine vermeintlich ausgeglichene Stellung große Gefahren barg und wurde im Endspiel überspielt. Auch beim Stande von 0:2 schien aber noch nicht alles verloren, denn Guido und Markus hatten Gewinnchancen, während bei Adrian und Eugen noch alles drin war. Leider wurde aus dem »alles« ein »nichts«: Eugen hatte das Pech, dass sein bis zu dieser Runde sehr erfolglos spielender Gegner die beste Partie seines Turniers hinlegte und mit einem schönen Bauernopfer einen starken Angriff entfachte, der im Matt endete. Markus und Guido mussten derweil ihrer Gewinnversuche einstellen und unsere Niederlage besiegeln. Bei Adrian schließlich kam’s noch mal ganz dicke: Nach verwickelten Kampf ließ er, der starke Blitzer, in nahezu ausgeglichener Stellung die Zeit ablaufen! Das Endergebnis fiel mit 1,5:4,5 sicher etwas zu hoch aus, aber am Sieg der Bochumer gab es nichts zu rütteln: Sie waren an jedem Brett voll konzentriert, hielten ihre schlechten Stellungen remis und nutzten konsequent ihre Gewinnchancen. Hut ab und Glückwunsch zum verdienten Vizemeister! Souveräner Sieger wurde der HSK, bei dem keineswegs nur Huschi die Punkte holte, sondern z. B. auch Julian Grötzbach an Brett 6 mit 7/7 ein sensationelles Ergebnis verbuchen konnte. Auch hier unsere Gratulation!

Wir hingegen konnten einmal mehr bestätigt sehen, dass das Schweizer System keine Gnade mit Letztrundenverlieren zeigt, und rutschten auf Platz sechs ab. Besonders ärgerlich war, dass Solingen und Erfurt sich nach Brettpunkten an uns vorbeimogelten. Andererseits ist auch egal, ob wir nun Vierter, Fünfter oder Sechster wurden: Unser Ziel war das Treppchen. Nach einem enttäuschenden Abschluss ist natürlich die Gefahr groß, das ganze Turnier plötzlich in einem schlechten Licht zu sehen, doch hierfür besteht überhaupt kein Anlass. Zum einen war natürlich toll, dass wir überhaupt bis zur letzten Runde oben mitgespielt haben. Zudem ist festzuhalten, dass wir die schwächeren Teams klar besiegt und mit den Top‑Mannschaften sehr gut mitgehalten haben. Die Überlegenheit des HSK und Bochum müssen wir anerkennen, doch von einem Klassenunterschied kann keine Rede sein. Mit dem Rest der vor uns gelandeten Teams waren wir mindestens auf Augenhöhe.

Ein gewisses Handicap unserer Jungs ist allerdings nicht zu übersehen: Die meisten haben sehr wenig Spielpraxis und trainieren kaum je allein »im stillen Kämmerlein«. Dies ist keineswegs als Vorwurf gemeint, denn natürlich gibt es 1000 schöne und wichtige Dinge abseits des Schachs, mit denen man sich beschäftigen kann, und jeder muss für sich selbst entscheiden, wie viel Zeit er in das Spiel investieren möchte. Doch muss man dann natürlich auch in Kauf nehmen, dass man sein Potential nicht ausreizt.

Für ihre Einstellung während des Turniers muss ich aber allen Spielern auf jeden Fall ein Riesenkompliment machen! Sie haben am Brett und bei der Vorbereitung immer alles gegeben und die Interessen der Mannschaft über ihre eigenen gestellt. Bei so einer Einstellung sind die Ergebnisse letztlich gar nicht mehr so wichtig. Mir hat das Turnier deshalb großen Spaß gemacht und ich freue mich, dabei gewesen zu sein!

Zum Abschluss die Einzelkritik:

1. MaxBo 3/7
Max wähnte sich schon zu Beginn des Turniers in schwacher Form und hatte daher von vornherein keine allzu hohen Erwartungen. Sein Ergebnis geht angesichts der starken Gegnerschaft aber auf jeden Fall in Ordnung. Wie immer machten Max seine unzureichenden Eröffnungskenntnisse zu schaffen, sehr lobenswert war dagegen wieder sein großer Kampfgeist in schwierigen Stellungen.

2. Adrian 1,5/7
Adrian erwischte ein rabenschwarzes Turnier, wie es jeder erfahrene Spieler schon mindestens einmal erlebt hat. Fehlende Spielpraxis, starke Gegner und mangelndes Glück ergaben ein verhängnisvolles Gemisch. Adrians Schwächen im Eröffnungsrepertoire wurden schonungslos aufgedeckt, indem er mit Weiß keinen Druck aufbauen konnte und mit Schwarz schnell in Schwierigkeiten geriet. Zudem hatte er konstant einen hohen Zeitverbrauch. Dass Adrian sich in Sachen Talent und Schachverständnis vor keinem zu verstecken brauchte, konnte er somit leider nur selten zeigen.

3. Guido 5,5/7
Guido bestätigte eindrucksvoll den Riesen‑DWZ‑Sprung, den er dieses Jahr hingelegt hat. In Angriffsstellungen zeigte er sich ebenso zu Hause wie in ruhigen Positionspartien. Guido ist zudem leuchtendes Vorbild für den Rest der Mannschaft in Sachen Eröffnungen. Er spielt gesunde Systeme und kennt sie gut. Einfache Folge: Guido hatte im ganzen Turnier nicht eine schlechte Stellung auf dem Brett und verbrauchte deutlich weniger Zeit als seine Gegner. Seine einzige Niederlage gegen den HSK war sehr unglücklich und auch dem Umstand geschuldet, dass er auf Gewinn spielen musste. Guido wird sich hoffentlich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern seine Leistung als weiteren Ansporn für hartes Training nehmen.

4. Markus 5/7
Markus war neben Shumon der einzige ungeschlagene Spieler, und seinen Partien zuzusehen war immer eine Freude. Mit Weiß fuhr er drei lockere Siege ein, in seinen vier Schwarzpartien bot er starken Gegnern Paroli und hätte mit etwas Glück noch den einen oder anderen halben Zähler mehr holen können. Markus ist am Brett ein absoluter Fighter, und es ist sehr schade, dass er sich nur so selten zum Training motivieren kann.

5. Eugen 5,5/7
Eugen hatte in der ihm eigenen Bescheidenheit 7/7 angekündigt und war davon gar nicht mal so weit entfernt. Seine Überrumpelungstaktik erwies sich gegen die schwächeren Gegner als höchst effektiv und gleich mehrfach konnte er mattsetzen. Auch Eugens Ansätze zu einem gesunden Positionsspiel konnten sich aber durchaus sehen lassen. Wenn er hieran weiter arbeitet und sich mehr um objektive Stellungsbeurteilungen bemüht, wird er künftig auch gegen stärkere Gegner noch bessere Ergebnisse erzielen.

6. MaxHo 1/4
MaxHo war neben Adrian leider der zweite Spieler, der deutlich unter seinen Möglichkeiten blieb. Mehrfach unterliefen ihm unerklärliche grobe Fehler. War es die mangelnde Erfahrung oder der zu große Druck? In jedem Fall dürften auch die ungünstigen Umstände eine Rolle gespielt haben: In der ersten Runde hatte Max spielfrei, was es ihm erschwerte, ins Turnier zu kommen, dann pausierte er zu Gunsten von Shumon gerade gegen die schwächeren Teams und schließlich hatte er in jeder Partie Schwarz. Max wird sicher die nächste Gelegenheit nutzen, um sein wahres Können unter Beweis zu stellen.

7. Shumon 2/2
Unser Mr. 100 % begnügte sich ohne Murren mit zwei Einsätzen, in denen er klare Siege einfuhr. Daneben war Shumon immer ein Garant für harmonische und gute Stimmung in der Mannschaft und unterstützte Boris und mich auch in organisatorischen Dingen. Kurzum: Der perfekte Spielertrainer!

(Jan Peter Schmidt)

Bilder von der DVM U20
Quelle: Deutsche Schachjugend
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/11dvm.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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