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Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 5 · Bezirksliga B 2011
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. SV Diagonale‑Harburg 5 5 6 47,0 16
2. Königsspringer Hamburg 5 3 5 4 7 42,5 13
3. Hamburger SK 12 5 4 3 4 6 42,0 12
4. TV Fischbek 2 3 4 5 4 5 39,0 12
5. Pinneberger SC 2 3 4 5 5 6 38,0 11
6. FC St. Pauli 4 3 3 4 42,0 9
7. SC Schwarz‑Weiß Harburg 5 3 3 4 6 34,0 7
8. SV Eidelstedt 2 2 4 4 4 4 6 32,5 6
9. Hamburger SK 13 2 3 2 6 27,5 4
10. Schachfreunde Wedel 2 1 2 ½ 2 2 15,5 0
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Spieler
KSH
5
Mannschaftsführer:
Thomas Rosien
H A H A H H A A A
DIA
 
WED
2
PIN
2
STP
4
SVE
2
SWH
 
HSK
13
HSK
12
FBK
2
41 Rosien, Thomas 0 1 ½ 0 ½ ½ ½ 0 ½
42 Frontzek, Björn ½   ½ 0 1   ½ 0 +
43 Akram, Shumon 0 0 ½ ½ 0 1 0 ½  
44 Lohse, Marc ½ 1 ½ 0 1 1 1 ½ 1
45 Carl, Jan‑Frederik 1 1 0 0 0 ½ 1 0 1
46 Schönfisch, Norbert 1 1 ½ 0 1 1 1 1 0
47 Bongartz, Florian ½ 1 ½   1 1 ½ 0  
48 Hanssen, Marco   1 1 1 1 1 1 1 0
51 Spät, Alexander 1         ½      
52 Pfreundt, Jakob                 ½
64 Klawitter, Bernd       0          
94 Meyer‑Plückthun, Joachim   1             1
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1. Runde
14.01.2011 Königsspringer Hamburg 5 SV Diagonale‑Harburg :
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Christian Zacharias 0 : 1
2 Björn Frontzek Matthias Wasmuth ½ : ½
3 Shumon Akram Florian Jürgens 0 : 1
4 Marc Lohse Martin Becker ½ : ½
5 Jan‑Frederik Carl Marcel Heymuth 1 : 0
6 Norbert Schönfisch David Hernandez 1 : 0
7 Florian Bongartz Jens Finkhäuser ½ : ½
8 Alexander Spät Gerd Wasmuth 1 : 0

13.01.2011 Pinneberger SC 2 SV Eidelstedt 2 :
18.01.2011 FC St. Pauli 4 Schachfreunde Wedel 2 : ½
20.01.2011 SC Schwarz‑Weiß Harburg TV Fischbek 2 3 : 5
20.01.2011 Hamburger SK 13 Hamburger SK 12 2 : 6

Wir sind wieder da!

Unsere Rückkehr in die Bezirksliga gelingt mit einem knappen, aber verdienten Erfolg über einen der stärkeren Gegner in der Staffel.

Wir treten mit einer starken Aufstellung an. Für den berufsbedingt abwesenden Marco bieten wir mit Alexander eine gute Alternative auf.

Bereits nach wenigen Zügen habe ich das Gefühl, dass uns eine Überraschung gelingen kann. Bei allen unseren Spielern scheint die Eröffnung ihren Wünschen entsprechend zu verlaufen. Shumon gewinnt sogar einen Bauern.

Bald darauf kommt Alexander zu mir und berichtet mir von einem Remisangebot, das er erhalten habe. Zudem hat er irgendwie einen Bauern verloren. Ich überlasse ihm die Entscheidung, und er spielt weiter.

Shumon hat inzwischen seinen Materialvorteil hergegeben und leider auch eine nicht so tolle Stellung. Er darf remis anbieten, was sein Gegner aber ablehnt.

Björn steuert dann ein nach meinem Gefühl ungefährdetes Remis bei, was angesichts des starken Gegners schonmal ein gutes Resultat ist.

An Brett sieben wird eine von Taktik geprägte Partie gespielt, die Florian mittels Dauerschach in den Remishafen lenkt.

Dann hat plötzlich Jan‑Frederik gewonnen und bringt uns in Führung.

Alexander zieht derweil druckvolles Spiel auf, droht ein bisschen was, und schon gewinnt er Material und wenig später die Partie. So einfach geht das.

Bei Shumon ist dann nichts mehr zu retten und Diagonale kommt wieder heran.

Marc hat mit der ihm eigenen Partieanlage weniger als erwartet erreicht und rettet sich irgendwie ins Remis.

Ich habe mich relativ gut verteidigt und komme in der Zeitnotphase sogar in Vorteil, was mich selbst überrascht und so lasse ich leider ein paar gute Möglichkeiten aus. Dann verliere ich den Überblick, eine Figur und die Partie. Unnötig und sehr ärgerlich. Einer sagt noch, dass ich eigentlich gar nicht so schlecht gespielt hätte. Da verliere ich vollends die Beherrschung. Dafür tut es mir aber auch nicht ein bisschen Leid.

Norbert hat die Situation inzwischen aber ohnehin bereits gerettet, als er seinen Gegner in ein Mattnetz lockte und das 4½:3½ für uns klarmachte.

Das ist die Krönung eines Abends, an dem wir eine ganz starke Mannschaftsleistung geboten haben.

Was dieser Auftaktsieg wert ist, wissen wir in anderthalb Wochen, wenn es gegen einen vermeintlichen Abstiegskandidaten geht.

(Thomas Rosien)

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2. Runde
24.01.2011 Schachfreunde Wedel 2 Königsspringer Hamburg 5 1 : 7
19:00 Uhr, Christuskirche Schulau (Gemeindezentrum), Feldstr. 32–36, 22880 Wedel

1 Dr. Jason Breitweg Thomas Rosien 0 : 1
2 Wolfgang Schmeichel Shumon Akram 1 : 0
3 Karlheinz Kobras Marc Lohse 0 : 1
4 Peter Brakelmann Jan‑Frederik Carl 0 : 1
5 Michael Scheinpflug Norbert Schönfisch 0 : 1
6 Andre Vexler Florian Bongartz 0 : 1
7 Günter Löschmann Marco Hanssen 0 : 1
8 Michael Lutz Joachim Meyer‑Plückthun 0 : 1

31.01.2011 SV Eidelstedt 2 Hamburger SK 12 4 : 4
28.01.2011 TV Fischbek 2 Hamburger SK 13 5 : 3
03.02.2011 SV Diagonale‑Harburg SC Schwarz‑Weiß Harburg :
27.01.2011 Pinneberger SC 2 FC St. Pauli 4 5 : 3

Déjà‑vu

Letzte Saison spielten wir in der ersten Runde in Wedel gegen den späteren klaren Absteiger Wedel 2 und gewannen mit 7:1. Wer fragt noch nach dem »Wie«? Bekanntlich stiegen wir am Ende in die Bezirksliga auf. Diese Saison also wieder bei Wedel 2. Tatsächlich bieten sie an fünf bis acht vier noch aus dem letzten Jahr bekannte Leute auf. Dieselbe Paarung kommt aber nicht zustande.

Auf dem Papier sind wir klarer Favorit. Joachim, der für den verhindeten Björn zum Einsatz kommt (Sein letztes Spiel für uns bestritt er vor einem Jahr gegen ebendiesen Gegner.), und Marco wollen Wiedergutmachung für ihre Remisen aus dem letzten Jahr. Joachim hat auch schnell eine Figur mehr und Marco gewinnt einen Bauern, nachdem ihre Gegner bereits in der Eröffnung nicht gut spielen. An den übrigen Brettern stehen wir auch nicht unbedingt schlechter. Besonders beeindruckend mal wieder, wie Marc nach vorn spielt.

Joachim bringt uns dann in Führung, nachdem er zuvor weiteres Material eingesammelt hat. Florian und Marc bauen die Führung aus, sodass wir eigentlich beruhigt sein können. Ich bin trotzdem ziemlich angespannt. Dann stellt Shumon seine Partie ein. »Wie konnte das passieren?« – »Das willst du gar nicht wissen!« – Na gut, dann nicht.

Jan‑Frederik, der sich auf Kosten eines Bauern einen starken Freibauern geschaffen hat, fragt mich, ob er remis machen dürfe. Er darf, falls er den Gewinnweg nicht findet. Er spielt dann weiter und gewinnt wenig später. Zu diesem Zeitpunkt ist auch bereits unser Schlachtenbummler wieder anwesend; das ist beinahe schon unheimlich.

Ich habe eine positionell überlegene Stellung mit den Schwerfiguren auf der offenen Linie und aktiven Leichtfiguren. Leider habe ich schon sehr viel Zeit verbraucht; auch mit der Frage, warum ich mir das alles eigentlich noch antue. Irgendwann kurz vor dem vierzigsten Zug hält er den Druck nicht mehr aus und verliert einen Bauern. Er lässt mich ins Bauernendspiel abwickeln und leicht gewinnen. Puh!

Marco führt danach seine Partie zum Sieg, und am Ende gewinnt auch Norbert, sodass wir tatsächlich erneut mit 7:1 triumphieren. Wenn Wedel so weiterspielt, steigen sie auch garantiert wieder ab.

Mal sehen, wie es mit uns so weitergeht. Mit vier Punkten aus zwei Spielen haben wir jedenfalls einen Traumstart hingelegt; vor den nächsten Aufgaben muss uns wirklich nicht bange sein.

(Thomas Rosien)

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3. Runde
18.02.2011 Königsspringer Hamburg 5 Pinneberger SC 2 4 : 4
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Volker Griwenka ½ : ½
2 Björn Frontzek Jürgen Hochreiner ½ : ½
3 Shumon Akram Winfried Hadlich ½ : ½
4 Marc Lohse Roland Schmidt ½ : ½
5 Jan‑Frederik Carl Björn Hachmann 0 : 1
6 Norbert Schönfisch Wolfgang Retzlaff ½ : ½
7 Florian Bongartz Gerhard Brückner ½ : ½
8 Marco Hanssen Peter Dangelowski 1 : 0

08.02.2011 FC St. Pauli 4 SV Eidelstedt 2 4 : 4
10.02.2011 SC Schwarz‑Weiß Harburg Schachfreunde Wedel 2 :
17.02.2011 Hamburger SK 13 SV Diagonale‑Harburg :
18.02.2011 Hamburger SK 12 TV Fischbek 2 4 : 4

Punktgewinn oder Punktverlust?

Zum Spitzenduell Erster gegen Zweiter treten wir erstmals in Stammbesetzung an, während Pinneberg auf ihre ersten beiden Spieler verzichten muss. Der eine hatte bereits in der Oberliga gespielt und der andere spielt auswärts nie. Letzteres wusste ich aber nicht, und deshalb haben sich die meisten unserer Spieler vermutlich auf andere Gegner eingestellt. Pinnebergs Ersatz ist zudem nicht von Pappe, sodass spannende Begegnungen an allen Brettern zu erwarten sind. Genau wie bei uns, ist die Ausgeglichenheit an allen Brettern auch Pinnebergs Stärke.

Mein Gegner stellt mich in der Eröffnung nicht vor größere Probleme und nach dem frühen Damentausch schicke ich ein Remisangebot hinterher, das allerdings unerhört bleibt. In der Folge hat er leichteres Spiel als ich und sein unrochierter König steht sicher. Ich werde mich anstrengen müssen, um den halben Punkt zu erreichen.

Schneller gelingt dieses Unterfangen Marc und Shumon. Marc steht meiner Meinung nach nicht besser, als ihm remis angeboten wird. Ich bedeute ihm, dass ich gegen die Punkteteilung nichts einzuwenden habe. Shumon hat – wie schon in den vorherigen Begegnungen – nach der Eröffnung eine sehr gute Stellung erreicht und ist einen Bauern im Vorteil, als er erneut nicht gut fortsetzt, die Qualität verliert und über das Remisangebot froh sein kann. Ich möchte fast von einem geschenkten halben Punkt sprechen. Hoffentlich tue ich Shumon nicht unrecht.

Nach dem 1:1 wird es Zeit, die anderen Stellungen etwas genauer zu betrachten: Bei Björn und mir bewegen sich die Partien noch in der Remisbreite, sodass wir in der oberen Hälfte mit insgesamt zwei Punkten rechnen können. Das ist eigentlich schon die halbe Miete, denn unser Plus sind die unteren Bretter.

Bei Jan‑Frederik ist in meinen Augen noch alles drin – umso ärgerlicher, dass er bald darauf verliert. Das überrascht mich doch etwas.

Norbert hat seinen Gegner noch in der Eröffnung völlig überspielt, sodass dieser eine Figur spuckt, um aktives Gegenspiel zu erhalten und vielleicht im Trüben zu fischen. Solche Stellungen behagen wiederum Norbert weniger, und er tut sich auch entsprechend schwer.

Florian hat plötzlich irgendwie eine Figur gewonnen, muss aber seine Königsstellung noch konsolidieren. Später wird es doch nur remis. Aber Brückner ist auch ein Fuchs, und mit dem Halben sollten wir deshalb dann auch zufrieden sein.

Marco hat eine supergute Stellung und alle Möglichkeiten, um seinen Gegner schnell oder langsam fertig zu machen. Er entscheidet sich leider sogar für die ganz langsame Methode. Wir liegen also weiterhin zurück.

Björn und sein Gegner schaffen die 40 Züge ganz locker und das Turmendspiel endet bald darauf stellungsgerecht remis. Immerhin.

Ich muss mich etwas mehr beeilen, was aber keine große Überraschung ist. Mehrfach kann mein Gegner – ich vielleicht auch – etwas besser spielen. Im 41. Zug macht er einen vermeintlich schwachen Zug, der tatsächlich aber schon fast erzwungen ist, um die Stellung für ihn zu halten. Ich habe zwar den Springer gegen den Läufer, aber starke Freibauern an beiden Flügeln. Das Remis ist ungefährdet. Vielleicht war vorher sogar etwas mehr drin. Ich glaube aber, dass er am Ende immer seinen Läufer gegen meinen Bauern opfern kann, und nur mit einen Springer allein kann ich auch nicht gewinnen.

Norbert hat inzwischen zwei Türme und einen Läufer gegen die Dame und drei Bauern. Sein Königsstellung ist kaputt, sodass immer irgendwelche Schachs drohen. Er bietet dann berechtigterweise die Punkteteilung an, die sogleich vereinbart wird.

Wir liegen 3:4 zurück und haben bislang nicht eine einzige Partie gewonnen, obwohl wir optisch an mehreren Brettern gut standen. Wenigstens einen Punkt haben wir wirklich verdient. Marco muss es richten, aber was ist denn bei ihm inzwischen passiert?

Marco hat drei gegen einen Bauern und den aktiven König im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern. Wortwörtlich um fünf vor zwölf funktioniert eine kleine Taktik, worauf der Gegner seine Zeit abtickern lässt. Obwohl zwanzig Leute um das Brett herumstehen, sind in diesem Moment alle mucksmäuschenstill. Ich als Mannschaftsführer und Schiedsrichter hätte allerdings was sagen dürfen, überlasse diese Äußerung aber Marco selbst, der sie dann auch gleich tätigt: »Zeit!«.

Nach diesem Punktgewinn gegen einen weiteren starken Gegner sind wir weiterhin Tabellenführer. Mit St. Pauli wartet bereits die nächste Herausforderung auf uns, aber unsere Mannschaft braucht sich tatsächlich vor niemandem zu fürchten.

Klasse!

(Thomas Rosien)


Punktgewinn oder Punktverlust

Als ich ca. 18:40 Uhr im Clubheim ankam, hatte ich bereits gute Laune und ein gutes Gefühl, was den Mannschaftskampf betraf.

Kurz den MF gefragt, ob vielleicht auch ich mal einen Bericht schreiben dürfte; selbiges wurde bejaht.

Nun zum Geschehen:

Kurz vor sieben, wir sind immerhin zu sechst. Pinneberg ist komplett, tritt allerdings ohne die ersten beiden Bretter an. Hier bin ich guter Hoffnung, dass uns der nächste Erfolg gelingen kann, zumal wir mit 1–8 spielen.

Nach einer Stunde mache ich meine erste Runde und bin immer noch zuversichtlich. Es gab bereits das erste Remisangebot von Thomas, was mich wunderte, da erst sehr kurz gespielt wurde und Thomas dafür bekannt ist, lang zu kämpfen.

Der Gegner ist in Spiellaune und lehnt ab. Später erfahre ich, dass die Damen früh getauscht wurden und Thomas schnell den halben Punkt gegen einen starken Gegner sichern wollte.

Bei Björn ist noch nicht viel passiert, seine Stellung sieht für mich in Ordnung aus. Shumon schien auch ganz ordentlich aus der Eröffnung gekommen zu sein, hier gab es auch keinen Grund zur Sorge.

Marc spielt, wie immer, nach vorne, dafür steht Jan‑Frederik etwas gedrückt. Norbert hat seinem Gegner bereits einen Bauern abgenommen und steht weitestgehend solide. Bei Florian kann ich die Stellung nicht einschätzen. Ich selbst habe eine aktive Stellung erreicht und verhindere zur Zeit beide Rochaden des Gegners.

Meine nächste Runde starte ich gegen halb zehn. Hier hat Marc bereits remis gemacht. Wie es dazu kam, habe ich leider nicht mitbekommen. Marc selbst scheint aber mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Bei Thomas ist eine interessante, obgleich etwas gedrückte Stellung entstanden. Bei Björn sehe ich ein Doppelturmendspiel mit 7 gegen 7 Bauern, mal sehen ob hier was geht. Shumon hat einen Bauern mehr und steht solide. Jan‑Frederik steht leider immer noch etwas gedrückt. Norbert hat inzwischen eine Figur mehr, die sein Gegner einfach mal in die Königsstellung »investiert« hat. Ich kann kaum glauben, dass das gehen soll. Unangenehm spielt sich die Stellung für Norbert dennoch. Sein König muss eine kleine Reise übers Brett antreten. Bei Florian sehe ich auch eine Mehrfigur, aber sein König hängt auch in der Mitte fest und die Figuren harmonieren noch nicht zusammen. Ich selbst habe soeben mittels Txg5 einen Turm geopfert, welcher aber nicht genommen werden darf. Leider findet mein Gegner die einzig mögliche Erwiderung mit Dxc3!, Respekt.

So verschwinden die Damen vom Brett und ich bleibe mit einem Bauern weniger zurück, was mich angesichts der Bauernstruktur des Gegners (Bauern auf a7, a5, d5, f7, f5 und h7) nicht stört. Hier rechne ich noch mit einem 5,5:2,5‑Sieg.

Eine Stunde später sehe ich ein komplett anderes Bild. Ich muss gestehen, dass ich ein wenig schockiert war. Shumon stellt wohl eine Qualität ein, erreicht aber zumindest noch remis. Thomas versucht noch was zu reißen und steht wohl nicht mehr so gedrückt. Björn hat inzwischen ein Turmendspiel auf dem Brett und macht bald darauf remis. Jan‑Frederik hat inzwischen leider verloren, leider habe ich nicht mitbekommen, was passiert ist. Norbert musste Federn lassen und steht nun mit 2 Türmen, Springer und Läufer gegen Turm, Dame und ’n paar Bauern da. Hier fürchte ich um den sicher geglaubten Punkt. Aus Florians Mehrfigur ist ein Mehrbauer geworden, die Stellung ist jetzt völlig unklar. Auch hier ist der Punkt in arger Gefahr. Ich selbst mache es nicht viel besser. Das zweite Mal habe ich meinen Gegner am Rande der Niederlage. Ich habe die Auswahl zwischen 2 optisch starken Zügen und entscheide mich fürs bessere Endspiel. Kurz nachdem ich gezogen habe, sehe ich, dass der andere Zug quasi sofort gewinnt (+11 Bauerneinheiten laut Fritz).

Kurz vor halb zwölf starte ich meine letzte Runde. An einen Sieg ist nicht mehr zu denken. Thomas spielt am Ende sicher remis und auch Florian kann sich irgendwie ins Remis retten, oder war da doch noch mehr drin? Er ist sichtlich unzufrieden mit dem Ausgang. Ich habe inzwischen ein ungleichfarbiges Läuferendspiel mit 2 Mehrbauern auf dem Brett. Norbert ist es gelungen, seinen Springer gegen den Turm des Gegners zu tauschen. Nun steht Norbert mit 2 Türmen und einem Läufer gegen die Dame und 3 Bauern da. Verlieren wird er wohl nicht mehr. Ich selbst wähle nicht die beste Fortsetzung und fürchte, die Partie noch ins Remis verdaddelt zu haben. Als Marc an mein Brett tritt, sage ich, dass Norbert unbedingt punkten muss, sonst war alles vergebens. Kurze Zeit später bekomme ich mit, wie Norberts Partie beendet ist. Rasch erkundige ich mich nach dem Ausgang. Norbert hat remis gespielt, wir liegen 3:4 zurück, nichts ist verloren. Mein Gegner verteidigt sich im entscheidenden Moment ungenau und ermöglicht mir, mit meinem König Druck auszuüben. Diverse Zuschauer stehen um unser Brett, ich mag große Kulissen. Kurz vor 12 geht eine kleine Taktik unter Opfer eines Bauern, Ablenkung ist das Thema. Mein Gegner sieht keine Verteidigung mehr – es gibt auch keine – und lässt die Zeit abtickern. Kurz nachdem seine Uhr bei Null angekommen ist, reklamiere ich in gewonnener Stellung auf Zeit. Das ist das 4:4 und sowas von verdient. Daher plädiere ich auch ganz klar für »Punktgewinn«. Ich fühle mich ein wenig wie der Held des Abends (ein Gefühl, das ich letzte Saison gar nicht kannte) und genehmige mir das verdiente Siegerbier.

Es macht Spaß mit dieser Mannschaft zu spielen. Wir sind einfach ein gutes Team mit guter Mannschaftsstimmung. Hier hat jeder Bock zu spielen und alles zu geben, das konnte man in der ersten Runde schon sehen.

Ich freue mich schon auf die nächste Runde mit Euch.

(Marco Hanssen)

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↓
4. Runde
01.03.2011 FC St. Pauli 4 Königsspringer Hamburg 5 :
19:00 Uhr, Clubheim des FC St. Pauli, Auf dem Heiligengeistfeld, 20359 Hamburg

1 Michael Welsh Thomas Rosien 1 : 0
2 Heinz‑Werner Szudra Björn Frontzek 1 : 0
3 Christian Jöhnk Shumon Akram ½ : ½
4 Michael Knaak Marc Lohse 1 : 0
5 Tera Siregar Jan‑Frederik Carl 1 : 0
6 Marco Biemann Norbert Schönfisch 1 : 0
7 Jukka Fehr Marco Hanssen 0 : 1
8 Frank Wiekhorst Bernd Klawitter 1 : 0

21.02.2011 SV Eidelstedt 2 TV Fischbek 2 4 : 4
03.03.2011 SV Diagonale‑Harburg Hamburger SK 12 :
28.02.2011 Schachfreunde Wedel 2 Hamburger SK 13 2 : 6
03.03.2011 Pinneberger SC 2 SC Schwarz‑Weiß Harburg 5 : 3

Astra? – Was dagegen!

Miese Stimmung auf St. Pauli. Ständig geht die Tür auf oder zu. Ein Geräuschpegel wie in der Kneipe. Aber ich vergesse: In so was in der Art spielen wir ja auch! Kein Wunder, dass die meisten immer ein Bier in der Hand oder an der Kehle haben. Später wird in harschem Ton versucht, Ruhe im Saal herzustellen. Eine halbe Sekunde nach dem Ende der letzten Partie lautet der Befehl: »Feuer frei!«, und der Spielsaal ist umgehend rauchschwadenverhangen – Kneipe eben. Weshalb welche von uns freiwillig dahin gegangen sind, bleibt mir ein Rätsel. Ich würde niemals zu St. Pauli gehen!

Zum Spiel: Dass St. Pauli gegen uns alles aufbieten würde, was sie haben, war mir von vornherein klar. Bei uns fehlt Florian. Joachim und Sebastian können leider nicht. So wird es darauf hinauslaufen, dass die parallel spielende Siebte uns einen abgeben wird, sie sind – wie so oft – zu neunt. Bernd spielt und steht leider sehr schnell sehr schlecht. Wenig später hat er verloren.

Auch bei Marc und Jan‑Frederik deutet sich sehr schnell Ungemach an. Oder kennt Marc sich in seinem positionellen Trümmerhaufen (mit Mehrbauern) etwa aus? Nein!

Ich habe eine recht bequeme Stellung, und mein Gegner ist bereits bei mindestens seinem zweiten Bier. Da stelle ich eine Figur ein. Ich könnte kotzen! Aus hygienischen Gründen gebe ich stattdessen sofort auf.

Ich kucke dann nochmal auf die anderen Stellungen: Björn hat meiner Einschätzung nach in ausgeglichener Stellung das bessere Spiel. Shumons Gegner hat eigentlich alle Möglichkeiten auf seiner Seite, da funktioniert plötzlich eine kleine Taktik und Shumon gewinnt eine Figur. Der Gegner spielt trotzdem weiter; Shumon kuckt einfach zu nett. Jan‑Frederik steht schlecht und es ist nur eine Frage der Zeit, wann seine Stellung zusammenbricht. Einzig Marco steht richtig gut.

Moment mal, wo ist denn Norbert? Vorhin stand er noch ausgeglichen, und jetzt hat auch er bereits verloren. Heute läuft es wirklich ganz schlecht für uns.

Marco schafft es dann unter tatkräftiger Mithilfe seines Gegners, die fast schon wieder in Remisbreite befindliche Stellung doch noch zu gewinnen. Ich darf uns den ersten Punkt anmalen. Marco, der größte HSV‑Fan aller Zeiten, war von uns allen bestimmt auch am meisten motiviert.

Björn verliert so langsam den Faden und gibt irgendwann auf, als der Gegner unverhofft zu ganz aktivem Spiel kommt.

Natürlich kann auch Shumon seine Partie nicht gewinnen, die uns aber immerhin noch einen halben Punkt beschert.

Zuletzt spielt noch Jan‑Frederik, aber bei ihm ist eigentlich schon lange nichts mehr zu retten.

St. Pauli gewinnt am Ende also viel zu hoch. Sie freuen sich aber trotzdem wie die Schneekönige, als wären sie gerade Deutscher Meister geworden. Ich wünsche allen Gegnern von St. Pauli nur das Beste.

Auf Wiedersehen!

(Thomas Rosien)

↑
↓
5. Runde
01.04.2011 Königsspringer Hamburg 5 SV Eidelstedt 2 :
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Siegmund Schleiss ½ : ½
2 Björn Frontzek Mirko Kurzynsky 1 : 0
3 Shumon Akram Detlev Frank 0 : 1
4 Marc Lohse Ferdinand Gaschin 1 : 0
5 Jan‑Frederik Carl Hans Kummerfeld 0 : 1
6 Norbert Schönfisch Dieter Tuerk 1 : 0
7 Florian Bongartz Herbert Wölfler 1 : 0
8 Marco Hanssen David Krüger 1 : 0

17.03.2011 SC Schwarz‑Weiß Harburg FC St. Pauli 4 :
31.03.2011 Hamburger SK 13 Pinneberger SC 2 :
01.04.2011 Hamburger SK 12 Schachfreunde Wedel 2 :
01.04.2011 TV Fischbek 2 SV Diagonale‑Harburg :

Zurück in der Erfolgsspur

Nach langer Zeit mal wieder im Spielsaal B, muss ich mich kurz an die Sitzordnung erinnern, mit der wir dort eigentlich immer sehr erfolgreich waren: Mit dem Rücken zur Geräuschkulisse (Raum A); das war der Trick.

Zunächst tobt das Spielgeschehen aber draußen auf dem Kunstrasen, den Germania Schnelsen und Buchholz 08 zu beackern versuchen. Dem Lärm nach müsste Germania eigentlich haushoch gewonnen haben; das Endergebnis (0:0) verwundert dann doch etwas.

Zurück zum Schach: Eidelstedt in Bestbesetzung wäre sicherlich eine größere Herausforderung. Da sie aber zwei starke Stammspieler ersetzen müssen, sind wir leicht favorisiert. Mit fortschreitender Spieldauer wird ihre Chancenlosigkeit deutlich.

Mein Gegner eröffnet für meine Begriffe etwas unorthodox, oder kenne ich das einfach nur nicht? Gut möglich, denn nachdem ich zunächst locker Ausgleich habe (sofern sich das nach sechs Zügen sagen lässt), mache ich anschließend mehrfach weniger gute Züge, sodass ich bald kritisch stehe.

Erstmal aufstehen und umkucken: Jan‑Frederik reicht gerade seine Hand zur Aufgabe herüber – Figur verloren. Die Stellungen auf den Brettern 6 bis 8 sehen allesamt gut aus für uns (Marco und Florian mit Materialvorteil, Norbert bald darauf mit Mehrbauern), sodass ich trotzdem zuversichtlich bin. Marc verfügt über spielentscheidende Freibauern am Damenflügel, Shumon und Björn stehen auf Ausgleich.

Dann fliegen uns die Punkte zu: Norbert gewinnt schneller als erwartet, Marco bringt uns in Führung, Marc baut diese aus. Shumon sorgt leider dafür, dass es nicht zu einseitig wird.

Mein Gegner hat seine gute Stellung einzügig verdorben und überlegt seit Ewigkeiten an seinem 22. Zug. Anschließend hat er neben der schlechteren Stellung auch noch die schlechtere Zeit. Anstatt auf Gewinn weiterzuspielen, biete ich nach dem 24. Zug remis an, was er ohne lange zu zögern annimmt. Ich finde, dass ich den ganzen Punkt nicht verdient gehabt hätte. Außerdem bin ich der Meinung, dass der Mannschaft das Remis am meisten weiterhilft. Björn und Florian haben zu diesem Zeitpunkt beide mindestens je einen halben Punkt auf dem Brett.

Florian hat einen Bauern mehr und aktives Spiel im Endspiel mit Turm und Läufer gegen Turm und Springer. Sehenswert, wie er seinen Vorteil verwertet: Die Türme werden getauscht, und danach ist alles nur eine Frage der Technik. Am Ende ist die Bauernverwandlung nicht mehr zu verhindern – der Sieg!

Björn hat derweil eine blitzsaubere Partie gespielt. Während der Gegner sich auf den Damenflügel konzentriert, spielt Björn am Königsflügel und im Zentrum. Daraus resultiert ein gefährlicher Freibauer, der zwar unter doppeltem Figurenverlust entschärft werden kann, dafür droht jetzt undeckbar matt in einem!

Das ist das i‑Tüpfelchen auf eine erneut starke Mannschaftsleistung, nach der wir völlig zu Recht in der oberen Tabellenhälfte bleiben. Bereits nächsten Freitag können wir an selber Stelle unsere gute Position festigen.

Wer hätte das vor der Saison gedacht?

(Thomas Rosien)

↑
↓
6. Runde
08.04.2011 Königsspringer Hamburg 5 SC Schwarz‑Weiß Harburg :
19:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Thomas Rosien Reinhard Decker ½ : ½
2 Shumon Akram Hans‑Jürgen Steiner 1 : 0
3 Marc Lohse Günter Schmidt 1 : 0
4 Jan‑Frederik Carl Frank‑Peter Barghausen ½ : ½
5 Norbert Schönfisch Ante Filipovic 1 : 0
6 Florian Bongartz Dietfried Wüstefeld 1 : 0
7 Marco Hanssen Rasim Hrvat 1 : 0
8 Alexander Spät Wolfgang Junge ½ : ½

11.04.2011 SV Eidelstedt 2 SV Diagonale‑Harburg 2 : 6
04.04.2011 Schachfreunde Wedel 2 TV Fischbek 2 :
14.04.2011 Pinneberger SC 2 Hamburger SK 12 :
05.04.2011 FC St. Pauli 4 Hamburger SK 13 :

Kontakt gehalten

Nette ältere Herren kommen uns von südlich der Elbe besuchen. Ein wenig erinnern sie mich an die Zweite der HSG, nur eine Klasse höher – aber wie lange noch?

Wir müssen kurzfristig Björn ersetzen. Alexander spielt stattdessen; sein Einsatz hatte sich ja bereits in der Begegnung mit Diagonale ausgezahlt.

Ziemlich schnell wird deutlich, dass wir heute nicht jeden ganzen Punkt benötigen werden. Als mir Alexander von dem Remisangebot berichtet, das er gerade erhalten hat, darf er annehmen, falls er nichts findet. Er nimmt an – stellungsgerecht.

Norbert hat starken Angriff gegen den ungeschützten König; solche Stellungen verwertet er traumhaft sicher. Bald hat es der Gegner überstanden.

Florian wollte schon vor der Partie die Erlaubnis, remis machen zu dürfen. Irgendwie kam ich aber nicht dazu, ihm darauf zu antworten. Während er noch spielt, will ich ihm am liebsten zurufen, dass er es darf. Da hat er plötzlich gewonnen. Der Gegner scheint Florian seine Schummelchancen geglaubt zu haben.

Marc hat aktives Figurenspiel in offener Stellung, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er Material gewinnt. Das tut er dann zum 3½:½ für uns.

Jan‑Frederik hält seine Stellung im Remisbereich. Objektiv betrachtet kann nur der Gegner versuchen zu gewinnen, was ihm allerdings offenbar zu vage erscheint, sodass sich hier auf ein Unentschieden geeinigt wird.

Ich stehe auch ausgeglichen, obwohl ein Großmeister wahrscheinlich seine Freude daran hätte, mich ganz langsam zusammenzuschieben. Glücklicherweise spielt mein Gegner mir in die Karten, sodass mein einziges Plus (offene C‑Linie) mir die Gelegenheit zum Generalabtausch ermöglicht, wonach das Remis auch auf dem Brett ist. Ich ergreife die Chance, unseren Mannschaftssieg klarzumachen.

Shumon hat seit der Eröffnung deutlichen positionellen Vorteil mit einem schönen aktiven Königsspringer auf e5, der den Gegner nicht zur Entfaltung kommen lässt. Konsequent werden erst die übrigen Figuren in Angriffsposition gebracht, dann in die gegnerische Rochadestellung reingeopfert und anschließend das Material mit Zinsen zurückgewonnen. Den Rest lässt sich der Gegner nicht mehr zeigen. Perfekt!

Zuletzt ist mal wieder Marco am Werk. Zwischendurch holt er sich die Erlaubnis, remis machen zu dürfen. Dann aber spielt sich die Stellung wie von selbst, und der Gegner muss zwangsläufig mehrere seiner Isolanis aufgeben.

Ein ungefährdeter Pflichtsieg gegen harmlose Harburger steht zu Buche. Aber solche Punkte müssen eben auch erstmal erzielt werden. Wie schon bei den vorherigen Siegen über Wedel und Eidelstedt zeigen wir hierbei praktisch keine Schwächen, und allein das ist für einen Aufsteiger bereits eine ganz starke Leistung.

Nach einer etwas längeren Pause können wir im letzten Saisondrittel zusehen, wenn sich die Konkurrenz um die vorderen Plätze gegenseitig die Punkte wegnimmt, während für uns die Kür beginnt, die uns vielleicht sogar einen Platz auf dem Siegerpodest beschert.

(Thomas Rosien)

↑
↓
7. Runde
12.05.2011 Hamburger SK 13 Königsspringer Hamburg 5 :
19:00 Uhr, HSK‑Schachzentrum, Schellingstr. 41, 22089 Hamburg

1 Dr. Robert Boels Thomas Rosien ½ : ½
2 Gregor Kock Björn Frontzek ½ : ½
3 Holger Winterstein Shumon Akram 1 : 0
4 Thomas Woisin Marc Lohse 0 : 1
5 David Otero Dominguez Jan‑Frederik Carl 0 : 1
6 Thomas Anger Norbert Schönfisch 0 : 1
7 Axel Horstmann Florian Bongartz ½ : ½
8 Gunnar Klingenhof Marco Hanssen 0 : 1

28.04.2011 SC Schwarz‑Weiß Harburg SV Eidelstedt 2 4 : 4
13.05.2011 Hamburger SK 12 FC St. Pauli 4 :
29.04.2011 TV Fischbek 2 Pinneberger SC 2 :
12.05.2011 SV Diagonale‑Harburg Schachfreunde Wedel 2 :

Auswärtsspiel beim HSK

Was mir diese Saison besonders positiv auffällt, so auch gestern Abend wieder, ist, dass wir oft mit 1–8 spielen und alle pünktlich sind. Zugegeben, ich kam etwa 2–3 Minuten zu spät.

Erst mal hinsetzen und ein paar Züge machen, dann gucken, was geht.

Der Gegner von Thomas erscheint erst ca. 19:20 Uhr. Wird Thomas heute etwa nicht in Zeitnot kommen?

Ich habe eine solide, wenn auch etwas uninteressante Stellung im Abtauschfranzosen. Höchste Zeit, sich die anderen Partien anzusehen.

Es ist 20:00 Uhr, Thomas hat Raumvorteil am Damenflügel und steht wohl angenehm. Björn hat auch einen Abtauschfranzosen auf dem Brett, aber sein Gegner hat schnell c4 gespielt, was der Stellung offenen Charakter verleiht. Björn scheint mir aber die aktiveren Figuren zu haben. Bei Shumon sehe ich eine geschlossene Stellung und habe keinen Grund zur Sorge, ebenso bei Jan.

Norbert hat einfach eine Figur für einen Bauern mehr, bei Marc hat der Gegner immerhin zwei Bauern und vielleicht Chancen am Damenflügel.

Florian hat einen Bauern weniger, steht aber sehr gut, sodass ich hier eher mit einem Sieg als mit einer Niederlage rechne.

Eine Stunde später liegen wir bereits 2:0 in Führung. Norbert gewinnt schnell und auch Marc kann die Schummelchancen seines Gegners am Damenflügel unterbinden.

Jan hat inzwischen ein Endspiel mit T+S+5B gegen T+L+4B. Da auch sein König besser steht, ist der ganze Punkt wahrscheinlich.

Thomas hat immer noch Raumvorteil, Björn inzwischen einen Bauern mehr. Florian steht sehr aktiv, aber der Durchbruch will noch nicht so recht gelingen.

Shumon steht wohl ausgeglichen, ich inzwischen etwas besser.

Gegen 22:00 Uhr hat Jan sein Endspiel, inzwischen ein Bauernendspiel, aufgrund eines Mehrtempos, gewonnen. Wir führen 3:0, alles sieht nach einem Sieg aus.

Shumon steht leider inzwischen bedenklich und auch Florian hat den investierten Bauern nicht zurück gewinnen können. Björn versucht seinen Mehrbauern zu verwerten, was sich allerdings als schwierig herausstellt.

Thomas kommt nun doch langsam in Zeitnot, seine Stellung überzeugt mich aber immer noch.

Ich konnte mittels einer kleinen Kombination einen Bauern gewinnen. Mein Gegner bietet mir einen weiteren Bauern an, um aktives Gegenspiel zu erhalten. Ich nehme über Umwege an und stehe prompt passiv.

Es ist 22:30 Uhr. Bei Florian sehe ich ein Turmendspiel mit Minusbauern. Das sieht nicht gut aus. Shumon hat leider verloren und auch Björn wird trotz des Mehrbauern nicht mehr gewinnen.

Die Stellung von Thomas kann ich hier nicht mehr einschätzen, aber seine Zeit macht mir Sorgen. Ich habe nach langem Überlegen mir eine Verteidigung zurechtgelegt.

Ich kann einen Turm und die Damen tauschen, muss aber einen Bauern hergeben. Mit einem Mehrbauern im Turmendspiel habe ich dennoch alle Möglichkeiten auf meiner Seite.

Florian rettet sich in ein Bauernendspiel mit Minusbauern, was aufgrund der Tatsache, dass der Mehrbauer ein Doppelbauer ist und Florian die Opposition hat, remis endet.

Mein Gegner verteidigt sich passiv, macht dann noch einen ungenauen Zug, danach ist für ihn nichts mehr zu retten. Der Mannschaftssieg ist sicher.

Kurze Zeit später willigt Björn ins Remis ein, auch aufgrund des bereits entschiedenen Mannschaftskampfes.

Thomas schafft die Zeitkontrolle mit wenigen Sekunden auf der Uhr und findet sich in einem Springerendspiel wieder. Die Stellung sieht interessant aus, doch vermag ich nicht zu sagen, wer auf Gewinn spielen kann. Kurze Zeit später einigt man sich auch hier auf remis.

Insgesamt ein nie wirklich gefährdeter 5,5:2,5‑Sieg.

Damit ist uns Teil 1 der Kür gelungen und wir haben den zweiten Tabellenplatz wieder inne.

In der nächsten Runde empfangen wir das stärkere Team des HSK, welches zuletzt überzeugen konnte. Sollten wir hier punkten, hätten wir in der letzten Runde die ganz große Chance, eine Sensation zu schaffen, da sich Pauli und Harburg die Punkte in der letzten Runde noch gegenseitig wegnehmen.

Aber wie sagt man so schön: »Wir denken nur von Spiel zu Spiel.«

In diesem Sinne, bis zum nächsten Kampf.

(Marco Hanssen)

↑
↓
8. Runde
27.05.2011 Königsspringer Hamburg 5 Hamburger SK 12 3 : 5
19:00 Uhr, HSK‑Schachzentrum, Schellingstr. 41, 22089 Hamburg

1 Thomas Rosien Oliver Frackowiak 0 : 1
2 Björn Frontzek Manfred Prager 0 : 1
3 Shumon Akram Christopher Kyeck ½ : ½
4 Marc Lohse Milton Fernandes ½ : ½
5 Jan‑Frederik Carl Sebastian Meinßen 0 : 1
6 Norbert Schönfisch Sebastian Springer 1 : 0
7 Florian Bongartz Kevin Weidmann 0 : 1
8 Marco Hanssen Mark Breytmon 1 : 0

16.05.2011 SV Eidelstedt 2 Schachfreunde Wedel 2 6 : 2
26.05.2011 Pinneberger SC 2 SV Diagonale‑Harburg 3 : 5
24.05.2011 FC St. Pauli 4 TV Fischbek 2 :
26.05.2011 SC Schwarz‑Weiß Harburg Hamburger SK 13 6 : 2

Heimkampf beim HSK

Im Vorfeld der Begegnung wurde beschlossen, den Mannschaftskampf ins Klubheim des HSK zu verlegen. MF Thomas erhielt eine Anfrage und überließ die Entscheidung seinen Mannschaftskameraden. Ein Großteil sprach sich für eine Verlegung aus und alle relevanten Personen wurden über die Änderung informiert.

Wir traten in Stammbesetzung an, sodass wir durchaus Chancen auf zwei Mannschaftspunkte hatten. Der HSK musste zumindest zwei der hinteren Bretter ersetzen, auch das machte Hoffnung auf Punkte.

Mein Gegner kam mit ca. 20‑minütiger Verspätung an, was mir aber bereits vorher mitgeteilt wurde. Wir führten die ersten Züge aus, als Florian bereits aufgab. Diese Aufgabe kam eindeutig zu früh, da der Gegner nicht einmal klaren Vorteil erreicht:

Weidmann, Kevin – Bongartz, Florian

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Le7 4. d4 exd4 5. c3 dxc3 6. Dd5










Schwarz könnte sich noch retten.

0:1 also nach nicht mal einer Stunde. Zeit, einen Blick auf die anderen Partien zu werfen. Thomas schien sich noch in einer Theoriestellung zu befinden, ebenso Norbert und Jan. Bei Shumon, Marc und Björn sahen mir die Stellungen nicht mehr nach Theorie aus, aber keineswegs schlecht.

Nach etwa einer Stunde war es Zeit für die nächste Runde: Jan wurde leider soeben mattgesetzt, Marc hatte eine Figur für drei Bauern und Thomas einen Bauern für die Qualität, aber eine aussichtsreiche Stellung. Norbert setzte seinen Gegner mehr und mehr unter Druck, hier konnte man auf den ganzen Punkt hoffen. Shumon hatte bereits ein wohl stellungs‑ und leistungsgerechtes Remis beigesteuert. Bei Björn habe ich leider zwischenzeitlich die Übersicht verloren. Ich meine eine Qualität mehr plus starkes Spiel gegen zwei bis drei Bauern gesehen zu haben. Ich selbst hatte inzwischen ein interessantes Mittelspiel mit beiderseitigen Chancen auf dem Brett. Nachdem mein Gegner die Eröffnung etwas unkonventionell spielte, hatte er sich konsolidieren können.

Thomas verlor nach eigener Aussage nun die Übersicht und eine Figur. Wer mitgezählt hat, stellt fest, dass wir nun 0,5:3,5 hinten lagen. Der Mannschaftskampf war hier leider faktisch schon entschieden.

Wenige Zeit später konnte ich, wenn auch zwischenzeitlich etwas glücklich, im Endspiel gewinnen. Björn spielte noch eine ganze Weile, bis ein Figureneinsteller auch hier die Partie beendete. Da der Kampf entschieden war, willigte auch Marcs Gegner in die Punkteteilung ein.

Norbert hatte seinen Gegner derweil dermaßen zusammengeschoben, dass dieser quasi nicht mehr ziehen konnte. Norbert ließ eine schnelle Gewinnmöglichkeit aus, was aber nicht weiter schlimm war. Schließlich gab der Gegner um 20 nach elf auf. Norbert hatte zu diesem Zeitpunkt einen Bauern mehr, drohte latent matt und der Gegner hatte noch 2:30 Minuten auf der Uhr.

Schönfisch, Norbert – Springer, Sebastian










Stellung nach 55. … Df7 – die letzte schnelle Gewinnmöglichkeit wird ausgelassen.

Am Ende ein etwas unglückliches 3:5, aber wer hat schon ernsthaft mit dem Aufstieg gerechnet?

(Marco Hanssen)

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9. Runde
17.06.2011 TV Fischbek 2 Königsspringer Hamburg 5 3 : 5
19:00 Uhr, Altentagesstätte Neugraben, Neugrabener Markt 7, 21149 Hamburg

1 Denis Schermer Thomas Rosien ½ : ½
2 Philip Reichhardt Björn Frontzek : +
3 Matthias Luckhardt Marc Lohse 0 : 1
4 Norbert Zimpel Jan‑Frederik Carl 0 : 1
5 Knud Schulenburg Norbert Schönfisch 1 : 0
6 Andreas Wanke Marco Hanssen 1 : 0
7 Viktor Lochmann Jakob Pfreundt ½ : ½
8 Ingo Beran Joachim Meyer‑Plückthun 0 : 1

23.06.2011 Hamburger SK 13 SV Eidelstedt 2 :
24.06.2011 Hamburger SK 12 SC Schwarz‑Weiß Harburg 3 : 5
16.06.2011 SV Diagonale‑Harburg FC St. Pauli 4 5 : 3
06.06.2011 Schachfreunde Wedel 2 Pinneberger SC 2 2 : 6

Der Star ist die Mannschaft

Zum Saisonausklang treten wir bei den starken Fischbekern an. Shumon und Florian haben abgesagt, dafür gibt Jakob sein Debüt für unsere Mannschaft und mit Joachim spielt ein alter Bekannter (hoffentlich nicht zum letzten Mal).

Mal wieder viel Zeit benötigt die Anreise durch den Elbtunnel. Die Mannschaftskarte kommt deshalb eine Viertelstunde zu spät. Als ich diese ausgefüllt und gerade ein paar Züge gemacht habe, fragt mich Björn, was mit Jan‑Frederik sei. Ich erwidere, dass er noch kommen wird, und Björn will draußen auf ihn warten. Erst in diesem Moment fällt mir auf, dass Björn gar keinen Gegner hat. Dabei bleibt es auch und nach einer Stunde gehen wir in Führung.

Jan‑Frederik ist inzwischen auch da und hat eine schwierige Stellung erreicht mit einem starken gegnerischen Bauern auf e5 und großen Felderschwächen auf d6 und f6.

Joachim sieht sich bei entgegengesetzten Rochaden gegnerischen Angriffsbemühungen ausgesetzt, die sich als wenig effektiv erweisen. Joachim gelingt der Konter und wenig später die Entscheidung zu seinen Gunsten.

Mit der 2:0‑Führung im Rücken mobilisieren wir weitere Kräfte: Marc hat leichten Positionsvorteil, Norbert steht deutlich besser und Jan‑Frederik gelingt der Befreiungsschlag, indem er die Qualität gegen den schwarzfeldrigen Läufer des Gegners gibt und außerdem diesen gefährlichen Zentrumsbauern, der mittlerweile auf f6 stand und den eigenen schwarzfeldrigen Läufer auf h8 kaltstellte, eliminiert. Danach ist das Läuferpaar superstark und die Bauernlawine im Zentrum setzt sich in Bewegung.

Dann verliert plötzlich und unerwartet Norbert und er ist sehr schnell verschwunden. Wirklich schade: In gewonnener Stellung muss Norbert mehrere schwache Züge gemacht haben, sodass er sich letztendlich praktisch selbst geschlagen hat.

Glücklicherweise gewinnt Marc kurze Zeit später und gleich darauf erhöht Jan‑Frederik auf 4:1. Ich nutze die Gelegenheit und biete remis. Ein Angebot, dass mein Gegner angesichts seiner Stellung nicht ablehnen kann. Einmal mehr kommen wir bei unserem Lieblingsgegner also zu Punkten.

Jakob hat fortwährend Druck ausgeübt, aber der Gegner sich ebenso umsichtig verteidigt und – wie so oft in königsindischen Stellungstypen – irgendwann einen Zentrumsbauern gewonnen. Jakob verliert jetzt aber nicht die Nerven, sondern stellt seine Figuren aktiv und verhindert so jedes Gegenspiel. Die Partie endet dann bald remis.

Zuletzt spielt noch Marco, der bereits früh mit dem Rücken zur Wand stand und eine Qualität geben musste. Als gerade so etwas wie Gegenspiel in Sichtweite ist, findet der Gegner doch wieder die richtige Antwort und Marco gibt angesichts der Drohungen gegen seinen König auf.

Damit verlieren heute ausgerechnet unsere bislang besten Scorer, Marco und Norbert. Aber die Kameraden wetzen die Scharte aus und verhelfen der Mannschaft zu einem weiteren Sieg.

Mit 13:5 Mannschaftspunkten sind wir am Ende sehr weit vorn gelandet. Außerdem haben wir dem verdienten und überlegenen Staffelsieger Diagonale – auch eine Mannschaft im wahrsten Sinne des Wortes – seine einzigen beiden Minuspunkte zugefügt.

Bei den Einzelergebnissen ragen Marcos 7 aus 8 heraus. Marc und Norbert kommen auf jeweils 6½ aus 9 – auch sehr gut. Vorn hatten Björn und ich es etwas schwerer, Punkte zu erzielen. Aber wirklich abgefallen sind wir auch nicht. Bei Shumon, Jan‑Frederik und Florian mussten wechselhafte Resultate hingenommen werden; bei Jan‑Frederik glücklicherweise mit sehr versöhnlichem Ausklang. Die Ersatzspieler Alexander, Jakob und Joachim haben durchweg überzeugt. Bernd hatte leider das Pech, auf eine gegnerische Mannschaft zu treffen, die gegen uns alles aufbot, was sie hatte.

Mir hat es sehr viel Freude bereitet, in dieser Mannschaft spielen und ihr Mannschaftsführer sein zu dürfen. Dafür bedanke ich mich bei allen zum Einsatz gekommenen Spielern.

(Thomas Rosien)

Quelle: Hamburger Schachverband
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/11-ksh5.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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