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Chronik: Archiv
Freitag, 24. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Deutsche Vereinsmeisterschaft U20 2010
 26. bis 30. Dezember 2010 in Osnabrück 
Endstand
Pl. Mannschaft g. u. v. MP BP Bhz.
1. SG Bochum 31 6 0 1 12 26,0 57,0
2. SV Salzgitter 5 1 1 11 24,5 59,0
3. SC Leipzig‑Gohlis 4 1 2 9 25,0 61,0
4. SG Porz 4 1 2 9 24,5 52,0
5. SC Forchheim 4 1 2 9 23,0 62,0
6. SF Neuberg 4 0 3 8 23,5 50,0
7. Königsspringer Hamburg 3 1 3 7 22,0 56,0
 

Max Borgmeyer (3½/7)
Adrian Lock (3½/7)
Daniel Maiorov (2/6)
Eugen Raider (3½/7)
Markus Langmann (5½/7)
Guido Stanau (3/6)
Shumon Akram (1/2)

 
8. FSV Großenseebach 3 1 3 7 21,5 60,0
9. SK Kehlheim 3 1 3 7 19,0 36,0
10. Hagener SV 3 0 4 6 22,0 39,0
11. SF Paderborn 3 0 4 6 21,5 40,0
12. SG Aufbau Elbe Magdeburg 3 0 4 6 20,0 42,0
13. SK Gründau 3 0 4 6 18,5 53,0
14. SC Bendorf 2 1 4 5 16,5 36,0
15. SC Neumühl 1 2 4 4 16,5 39,0
16. USV TU Dresden 0 0 7 0 12,0 42,0
Bericht

7. Platz ohne Tricks und Gaunerei, Rhetorik ist Trumpf in Osna.

Am 26.12. trafen sich 9 Königsspringer am Reisezentrum Hauptbahnhof, um in Osnabrück Turnierchen zu spielen: die DVM U20. Schon im November hatte u. a. der HSK auf seinen Startplatz verzichtet, und so konnte ich unser Team anmelden. Gleichzeitig hatten wir noch einen Monat zur Vorbereitung, bei der uns Julian, Jan Peter und Ilja unterstützten, dafür vielen Dank!

Der Zug knatterte trotz des allgemeinen Schneechaos pünktlich am Hamburger Hauptbahnhof los. In Bremen stiegen wir um, gleichzeitig konnten Claus und ich uns davon überzeugen, dass die Gyrostasche von ihrer Qualität nichts eingebüßt hatte. In Osnabrück angekommen, konnten wir per Bus bis direkt vor das Hotel Ibis fahren. Das Hotel liegt am Autobahnzubringer, mitten im Industriegebiet (kein Nachteil, weil der große weiße Teppich alles gleich aussehen lässt) und schräg gegenüber vom riesigen Ratio Einkaufszentrum (sehr vorteilhaft). Das Hotel ist schon ein bisschen älter, was aber für unsere Zwecke voll okay war (und btw in 2011 wird renoviert).

Schon an der Rezeption begrüßte uns eine Dame vom Hotel freundlich und kompetent. Alle Hotelangestellten waren sehr freundlich. Es schien mir so, als wären sie ganz froh, dass mal ein bisschen anderes Klientel als die übliche VW‑Spesenrittergarde zu Gast war. Sehr gut war die Verpflegung: lecker, nicht limitiert, Mineralwasser jederzeit gratis, absolut Premium. Die Zimmer waren vollkommen ausreichend und der Spielsaal bot genügend Raum. Das sehr junge Ausrichter‑Team vom Hagener SV (zwischen und 18 und 19 Jahren) hatte sich einige Gedanken gemacht im Vorwege, was sich richtig gelohnt hatte. Außerdem waren die Ausrichter präsent und fleißig (u. a. Sebastian Bergmeyer und vor allem Manuel Fiegenbaum). Dies merkte man dem Turnier an, alles verlief reibungslos. Das war eine positive Überraschung, die man so im Vorwege vielleicht nicht erwartet hätte. Auch die Berichterstattung verdient großes Lob. Ganz weit vorne, diese Ausrichtung!

Claus und ich betreuten nun also die Meute (sorgten für Naschi und Obst und dafür, dass gute Stimmung und Snickerse – die Mehrzahl nach Eugen – nie ausgingen). Unser Team spielte in der Aufstellung Max, Adrian, Daniel, Eugen, Markus, Guido und Shumon. Die Auslosung bescherte uns den Setzplatz 7. Im Spielsaal bedeutete dies topographisch in der ersten Runde einen Platz in der PBZ (Parkett besetzte Zone, die Tische 6 bis 8 und 5 Heim), was wir allerdings nur eine Runde aushalten mussten, der Rest des Turniers fand in der TBZ statt (Teppich).

Das Turnier lief so von Runde 1 bis 6: In der Vormittagsrunde spielten wir stets gegen ein unter uns gesetztes Team und gewannen. Dreimal passierte das. Und die Gegner haben wenige Stiche gesehen. Selbst die ganz gefährliche Mannschaft aus Paderborn in Runde 5 konnte nur 2,5 Punkte in ihre Hütte entführen (und mehr war nicht drin).

Am Nachmittag kam es stets zum Kampf gegen ein höher gesetztes Team. In allen drei Runden hatten wir Chancen, aber zu mehr als 2 Brettpunkten reichte es nicht. So lagen wir ohne Tricks und Gaunerei auf einem Mittelfeldplatz. Und nach der Runde 6 spielten wir in der Lounge ein bisschen Karten. Ich wartete auf die Auslosung und erwartete einen Gegner von ganz unten. Pustekuchen.

An der Tabellenspitze fehlten die Gegner und wir bekamen den Tabellenzweiten und Setzplatzersten aus Salzgitter zugelost. WTF. Ich war bereit, die Auslosung anzufechten und 25 Euro Protestgebühr zu hinterlegen. Mit Brechdurchfall krank melden oder, oder, oder. Nachdem ich dann fertig war mit Mimimi machen (Beeper lässt grüßen), konnten wir Vorbereitung machen.

Wie so oft vor der letzten Runde war es spät am Abend, als wir fertig gearbeitet hatten (Shumon, der aussetzte und Markus vorbereitete, Claus und ich). Da hatten wir uns ein Feierabend‑Weizen verdient. Noch schnell vor Mitternacht schlafen gehen, denn die Gruppe feierwütiger Teenager wird irgendwann von der Disco wiederkehren und die Wände sind hellhörig. So schliefen wir in der letzten Nacht von 00:00 Uhr bis 02:00 Uhr und 03:30 Uhr bis 07:00 Uhr. Auch Daniel war in Feierlaune, und dies schon alle Tage zuvor: Neidisch blickte er ausgeschlafen auf die Alkoholleichen aus den südlichen Bundesländern. Am letzten Abend nun – vor der letzten Jugendpartie – konnte Daniel auch mal mitfeiern und richtig auf die Pauke hauen. Es blieb ’ne Menge übrig, also war ›Aktion starten‹ doch nicht gleich bedeutend mit ›über die Stränge‹ schlagen.

Der Kampf gegen Salzgitter war nun titelentscheidend. Und ausgerechnet an diesem Tage erwischte mehrere Spieler die Null‑Karenz‑Regel. Unter anderem Adrians Gegner. Die Schiedsrichter durchliefen nach Spielbeginn die Reihen und drückten mit flinken Fingern die Tasten und zogen überall 15 Minuten ab, wo noch keiner saß. Als ich überlegte, ob es wirklich Sinn ergibt, sich über das Fehlen des Spielers zu beschweren und zum Ergebnis kam, es zu lassen, da waren die Schiris schon längst wieder weg. Aber da kann man nix machen, die Regeln sind allen bekannt.

An diesem Tag kämpften die Jungs mit Unterstützung der Deko‑Pilze wie die Löwen gegen die Tiger aus Salzgitter. Max spielte remis, ebenso Eugen. Guido verlor und ebenso Daniel. Aber die Chancen, die Adrian und Markus (mit Shumons Vorbereitung) hatten, wurden diesmal genutzt und so wurde ein 3:3 daraus, das ein sehr versöhnlicher Abschluss für dieses Turnier ist und Bochum zum Sieg verhalf.

Max spielte die beste DVM in seiner bisherigen Laufbahn. 3,5 aus 7, unter anderem gegen die nationale Spitze, das war eine hochsolide Vorstellung und entspricht dem Mannschaftsergebnis.

Adrian hatte nominell die härteste Aufgabe am Brett 2. Er schlug sich hervorragend, startete mit 2,5 aus 3, hing dann ein bisschen durch, um am Ende nochmal kraftvoll zuzubeißen.

An Brett 3 hatte Daniel die schachlich schwierigste Aufgabe, denn viele Gegner waren einfach stärker und hatten ein Repertoire. So sind seine 2,5 aus 6 voll okay. Und einmal mitfeiern konnte er auch.

Eugen spielte ebenfalls ganz stark, konnte sogar nominell deutlich stärkere Gegner an den Rand der Niederlage bringen und stabilisierte sich zum Ende des Turniers. Auch er hat 3,5 aus 7.

Top‑Scorer ist Mr. Maintenance Markus Langmann. Ganz starke 5,5 Punkte zeigen, dass er konditionell, spielerisch und kämpferisch voll auf der Höhe ist.

3 Punkte aus 6 Partien gab es für Guido, der sich das Turnierchen (siehe oben) wohl ein bisschen einfacher vorgestellt hat, und hart gelandet ist auf dem Boden der Tatsachen. Aber mit seinen 14 Jahren war diese Erfahrung sehr wertvoll, und am Ende hat er die Aufgabe auch gut gelöst. Er kann noch einige Stunden nehmen in der ›Youngse Skywalkerse School for Chess Talent‹.

Ebenfalls bei 50 % landete Shumon, der zum Ende hin nicht mehr zum Einsatz kam, aber dafür bald nach seinem Umzug einen 8. Platz bekommt bei ›Ehrenamtlicher des Jahres‹. Dafür schonmal die besten Wünsche. Is ne dolle Sache. Claus ist für jede Reise ein Gewinn, bei der er mitfährt. Er hat es einfach drauf.

Die beste DVM aller Königsspringer spielte aber niemand in Osnabrück, sondern in Groß Dölln. Dort spielte Berfîn für den SC Diogenes als Gastspielerin in der U14w. Es lief noch besser als im Vorjahr: Vor der letzten Runde führten die Dios sogar das Tableau an. In Runde 7 ging es gegen den Chemnitzer SC Aufbau und 1:3 aus. Am Ende steht der 5. Platz (Setzplatz 9), ein Riesenergebnis. Dafür gibt es zwei pralle Daumen nach oben! Gruß nach Wandsbek! Ab spätestens Runde 4 haben wir in Osnabrück gespannt die Ergebnisse nachvollzogen und die Daumen gedrückt. Zusätzlich zu dem Teamergebnis haben wir uns sehr gefreut über Berfîns das Spitzenergebnis von 6/7 am 1 Brett.

Die Meisterschaften waren wieder einmal ein großer Lernerfolg für alle Spieler, in diesem Jahr war es dank Claus und Shumon auch viel weniger anstrengend und das hat mir jetzt schon ziemlich Spaß gemacht (obwohl das ja keine Spaßveranstaltung ist). Der 7. Platz spiegelt das derzeitige Leistungsvermögen der Mannschaft wider, gegen niedrig bewertete Teams können wir inzwischen souverän gewinnen, und obwohl wir gegen ganz oben noch nicht punkten können, gehören wir in die obere Tabellenhälfte.

Die Aufgaben der Meisterschaft waren zwar auf viele Schultern verteilt, doch so eine DVM ist immer noch ziemlich anstrengend. Die Rückreise mit Verspätungen machte das nicht einfacher. Inzwischen sind alle daheim und die Erholungsphase beginnt. Alles Gute in 2011!

(Boris Bruhn)

Bilder von der DVM U20
Quelle: Deutsche Schachjugend
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/10dvm.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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