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Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 1 · 2. Bundesliga Nord 2009/10
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Delmenhorster SK 6 5 5 3 5 5 42,5 14
2. SC Neukloster 2 5 7 5 6 42,0 14
3. Lübecker SV 5 5 41,5 12
4. SK Zehlendorf 4 4 5 4 6 37,0 9
5. SC Kreuzberg 3 3 4 4 4 36,0 9
6. Hamburger SK 2 3 3 4 4 4 35,0 9
7. Schachfreunde Berlin 2 3 4 4 6 7 4 36,5 7
8. SK Norderstedt 5 1 2 4 30,5 7
9. Königsspringer Hamburg 3 3 4 1 4 30,0 6
10. SC Tempo Göttingen 3 2 3 2 4 29,0 3
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↓
Spieler
KSH
 
Mannschaftsführer:
Julian Zimmermann
A A H A H A H A H
HSK
2
ZLD
 
TGÖ
 
NOR
 
DEL
 
SFB
 
KBG
 
LÜB
 
SNK
 
1 Lamprecht, Frank   1 1 ½ ½   ½ ½  
2 Buhr, Carl‑Christian, Dr.           0     0
3 Zimmermann, Julian ½ 0 1 0 1 0 0 0 0
4 Rosmann, Ilja ½ 1 1 1 0 0 ½ 1 1
5 Hess, Christian ½ 0 ½ 1 ½ 0 0   1
6 Schmidt, Jan Peter, Dr. 0     0 0 0 0 ½ 0
7 Lindner, Daniel               1  
8 Lampe, Jörg 0 1   0 1 0 ½ 0 0
9 Wagner, Friedrich, Dr. ½ ½ 0 1 0 1 0 1 0
10 Borgmeyer, Max ½ 0 0 ½ 0 0 1 ½ 1
11 Bruhn, Boris                  
12 Wilms, Ingo 1 ½              
13 Cremer, Jochen                  
14 Dettmann, Steffen, Dr.     ½            
15 Chin, Karin     ½            
16 Harder, Clemens                  
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1. Runde
18.10.2009 Hamburger SK 2 Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, HSK‑Schachzentrum, Schellingstr. 41, 22089 Hamburg

1 Dr. Evgueni Chevelevitch Julian Zimmermann ½ : ½
2 Jonathan Carlstedt Ilja Rosmann ½ : ½
3 Hannes Langrock Christian Hess ½ : ½
4 Frank Bracker Dr. Jan Peter Schmidt 1 : 0
5 Matthias Bach Jörg Lampe 1 : 0
6 Sven Bakker Dr. Friedrich Wagner ½ : ½
7 Haroutioun Dalakian Max Borgmeyer ½ : ½
8 Andreas Albers Ingo Wilms 0 : 1

18.10.2009 Schachfreunde Berlin 2 SK Zehlendorf 3 : 5
18.10.2009 SC Kreuzberg Delmenhorster SK 3 : 5
18.10.2009 Lübecker SV SK Norderstedt :
18.10.2009 SC Neukloster SC Tempo Göttingen 6 : 2

Ein fast gelungener Auftakt in der 2. Bundesliga

Nach 5 Jahren spielt die Erste nun wieder in der 2. Liga. Nominell sind wir klarer Abstiegsfavorit, im Schnitt erwarten uns jeden Kampf Gegner mit 100–150 Elo‑Punkten mehr. Aber wollen wir mal nicht zu viel schwarzmalen, denn unser Team hat viel Potenzial und es wäre nicht das erste Mal, dass man mit seinen Aufgaben wachsen kann. Und dazu kommt noch ein gewisser »Auf die leichte Schulter nehmen«‑Faktor, gegen uns nicht mit Bestbesetzung anzutreten. So auch in der ersten Runde:

Der HSK ist mit einer verhältnismäßigen Gurkentruppe angetreten, von den ersten sechs haben nur zwei gespielt (also quasi »ohne vier«) – so waren wir nur an 6 der 8 Bretter Elo‑technisch unterlegen. Schauen wir uns nun an, was an den Brettern passiert ist:

Als Erste waren Julian an Brett 1 und Christian an Brett 3 fertig, die mit Chevelevitsch und Langrock jeweils zwei starke Gegner ausbremsen konnten. Bei Julian gab’s eine lange spanische Theorievariante, die in einer ausgeglichenen, interessanten Stellung mündete, wo beide Seiten ihre Stellung nicht mehr verbessern konnten – also remis. Bei Christian habe ich nicht so viel mitbekommen, aber es sah mir nach einer soliden geschlossenen Partie aus, die irgendwann ins Remis verflachte. Ilja an Brett 2 ist gegen Carlstedt (auch bekannt als Johnny) schnell in eine trostlose Stellung mit Minusbauern geraten.

An Brett 4 ist Jan Peter, besser bekannt als Petsi, gegen Frank Bracker mit Schwarz gut aus der Eröffnung gekommen und eine interessante Stellung stand zur Debatte. Ich habe an Brett 5 gegen den ohnehin schon wilden Matthias Bach, manchen eher bekannt unter dem Namen Matze Beesch, noch ein wenig Öl ins Feuer gegossen und eine äußerst scharfe Partie gespielt, wo lange das Ergebnis völlig offen war. Friedrich an Brett 6 hatte Bakker die ganze Partie über recht gut im Griff. Mit Springer gegen Läufer in geschlossenener Stellung, neben den Schwerfiguren, konnte er eigentlich nie verlieren, eventuell gewinnen, aber eben mit einer hohen Remistendenz. An Brett 7 konnte Max bei seinem Bundesligadebüt anfangs sehr überzeugen und hatte Dalakian eigentlich schon schön aus der Eröffnung heraus überspielt. Bei etwas weniger Figuren auf dem Brett schlichen sich doch die eine oder andere Ungenauigkeit ein, sodass Harout ins Remis gelassen wurde. An 8 hatten wir unseren größten Trumpf: Ingo, der gegen den ›non‑playing captain‹ (oder eben nicht) Andi Albers antrat, wohl der einzige Spieler der 2. Liga unter 2000, aber natürlioch trotzdem nicht zu unterschätzen. In einer typischen Ingo‑Partie, erst schlecht stehen, dann aber mit einem Fopp die Qualle gewinnen, konnten wir den ersten ganzen Punkt einfahren, auch für Ingo ein gelungenes Bundesligadebüt. Nach einem schönen Figurenopfer von Bracker musste Petsi Federn lassen, sowie auch alsbald den Punkt. Bei meiner Partie hätte ich an der einen oder anderen Stelle bestimmt stärker fortsetzen können, sodass ich dann bei etwas weniger Zeit und immer noch völlig unklarer Stellung eine Qualle einstellte, und damit auch die Partie. Bei Friedrich gab es irgendwie wohl kein richtiges Durchkommen (oder evtl. doch, man weiß es nicht), sodass die Partie auch Remis endete.

Damit steht es 3:4 gegen uns und nur Ilja spielt noch. Ilja hat seine total trostlose Stellung anscheinend verdammt gut verteidigt, sodass Johnny in Iljas Zeitnot erstmal seinen Mehrbauern zurückeinstellte. In dem Endspiel drehte Ilja langsam richtig auf, bzw. Johnny richtig ab, sodass Ilja nun schon zwei Bauern mehr hatte – bevor dann plötzlich remis gemacht wurde. Was ist passiert? Ganz genau habe ich es auch nicht mitbekommen, aber für mich sah es so aus: Erstmal war Ilja fast die ganze Partie über im Remis‑Modus. Dann verflüchtigten sich seine zwei Mehrbauern wohl in ein Endspiel T+S gegen T, welches remis ist. Das hätte man zwar weiterspielen können, aber irgendwie wusste Ilja wohl auch nicht so recht, wie der Mannschaftskampf stand und dachte, wir hätten ohnhin schon verloren. Aber man muss auch ehrlich sagen, dass man in der Partie nie von einem ganzen Punkt ausgegangen war, insofern ist das Remis schon in Ordnung.

Und das war es nun, das Auftaktspiel, ein unbefriedigendes 3,5:4,5. Unbefriedigend nicht, dass wir verloren haben, nur unter welchen Umständen. Denn es ist die Frage, ob wir in der Saison jemals wieder so ein schwaches Team vorgesetzt bekommen. Es bleibt nur zu hoffen, dass noch mehr Mannschaften ihre B‑Auswahl gegen uns ins Rennen schicken.

(Jörg Lampe)

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2. Runde
15.11.2009 SK Zehlendorf Königsspringer Hamburg 4 : 4
11:00 Uhr, Hans‑Rosenthal‑Haus, Bolchener Str. 5, 14167 Berlin

1 Jakob Meister Frank Lamprecht 0 : 1
2 Sergey Kalinitschew Julian Zimmermann 1 : 0
3 Dominik Orzech Ilja Rosmann 0 : 1
4 Jurij Zezulkin Christian Hess 1 : 0
5 Dr. Wolfram Heinig Jörg Lampe 0 : 1
6 Jürgen Brustkern Dr. Friedrich Wagner ½ : ½
7 Wolf‑Dietrich Klimm Max Borgmeyer 1 : 0
8 Harald Lieb Ingo Wilms ½ : ½

15.11.2009 SC Tempo Göttingen Hamburger SK 2 :
15.11.2009 SK Norderstedt SC Neukloster 1 : 7
15.11.2009 Delmenhorster SK Lübecker SV :
15.11.2009 Schachfreunde Berlin 2 SC Kreuzberg 4 : 4

Der Spieltag der Fragen

Hatte die Manschaftsmoral durch die knappe Erstrundenniederlage vor vier Wochen irgendeinen Schaden genommen? Sie hatte nicht. Konnte Ilja trotz verspätetem Augenaufschlag um 07:35 Uhr noch den pünktlich um 08:06 Uhr auslaufenden Mannschaftszug nach Berlin erreichen? Er konnte. Würde Jörg nach seinem erschütternden Bericht über die Anfahrt und den Spielverlauf des Vereinsmeisterschaftkampfes gegen Clemens die Nerven haben, im Bundesligakampf zu bestehen? Würden wir überhaupt eine Chance gegen die Truppe aus Zehlendorf haben, die mit nicht weniger als 3GMs und 3FMs antreten sollte? Auch hier lautete die Antwort ja, was ebenso überraschend wie erfreulich war.

Zum Schachlichen. Meine eigene Partie war wahrscheinlich die unspannendste, da mein Gegner nach erfolgloser Vorteilssuche im a6‑Slaven zunächst den Damen‑ und dann den Königsflügel verriegelte, womit das Remis unvermeidlich war. Zu diesem Zeitpunkt stand Julian in einem Königsinder gegen GM Kalinitschew bereits derbe hinten, nachdem dieser den auf f3 geschlagenen Springer unter geschickter Ausnutzung der Schachregeln mit dem e‑Bauern statt wie erwartet mit dem Läufer wiedernahm, was der schwarzen Stellung überhaupt nicht gut tat. Auch unser heutiges Geburtstagskind Christian (herzlichen Glückwunsch noch mal!) sollte heute als Verlierer vom Platz gehen, allerdings nach einem interessanten Partieverlauf, in dem wahrscheinlich nur ein, zwei ungenaue Züge im Mittelspiel den Unterschied ausmachten. Nicht besser sah es am Weiß‑Brett von Max aus, der seinen Gegner nach einem etwas dubiosen f5‑Zug im Abtausch Caro‑Kann durch ein Figurenopfer bestrafen wollte, aber die Verteidigungsressourcen der schwarzen Stellung unterschätzte. In dieser Phase gab mir Jule dann auch das OK fürs Remis, da wir wohl so oder so verlieren würden.

Aber dann die positive Überraschung beim Rundgang an den verbliebenen Brettern – die drei Weiß‑Partien an den vorderen Brettern standen klar besser für uns und auch Ingo konnte einen kleinen Vorteil gegen den (wahrscheinlich einzigen!) Menschen verbuchen, der laut Zehlendorfer Mannschaftsführer schon mal Boris Spasski besiegt hatte, Berliner Weitsprungmeister war und in den letzten Jahren über 10 cm geschrumpft ist. Am remislichen Ausgang dieser Partie mit Mehrbauer im ungleichfarbigen Läuferendspiel änderte das aber nichts, trotzdem erneut eine gute Leistung von Ingo!

Die Helden des Tages waren aber Frank, Ilja und Jörg. Frank fühlte sich schon nach wenigen Zügen gegen Großmeister Meister verpflichtet, auf Sieg zu spielen, da dieser mit einem frühen g5‑Zug die gängigen Eröffnungsregeln mit Missachtung strafte. Dieser Pflicht ging Frank dann auch hervorragend nach, sodass am Ende sogar ein weiteres Beispiel für seine »Frank setzt matt«‑Rubrik gelang! Belohnt wurde auch der Mut von Ilja für ein nach eigenen Angaben »intuitives« Opfer gleich in der Eröffnungsphase. In der post mortem Analyse im Zug zurück nach Hamburg fanden wir zwar eine erfolgversprechende Replik für seinen Gegner, aber die praktischen Probleme waren in dieser Partie selbst für einen »> 2400«‑Eloriesen nicht zu bewältigen. Der Schluss‑Strich zum absolut verdienten 4:4‑Erfolg wurde dann von Jörg gezogen, der nach einer starken Partie den Beweis antrat, dass Springerendspiele mit 4 gegen 2 Bauern zu Recht zu den gewonnen Endspielen gezählt werden.

Alles in allem also ein schönes Auswärtsgastspiel mit einem sehr guten Mannschaftsgeist, so kann’s weitergehen!

(Friedrich Wagner)

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3. Runde
29.11.2009 Königsspringer Hamburg SC Tempo Göttingen :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Dr. Maarten Solleveld 1 : 0
2 Julian Zimmermann Alexander Markgraf 1 : 0
3 Ilja Rosmann Amir Rezasade 1 : 0
4 Christian Hess Frank Sawatzki ½ : ½
5 Dr. Friedrich Wagner Jan Priebe 0 : 1
6 Max Borgmeyer Timo Holloway 0 : 1
7 Dr. Steffen Dettmann Golo Petzold ½ : ½
8 Karin Chin Michael Pietsch ½ : ½

29.11.2009 SC Kreuzberg SK Zehlendorf 4 : 4
29.11.2009 Lübecker SV Schachfreunde Berlin 2 :
29.11.2009 SC Neukloster Delmenhorster SK 2 : 6
29.11.2009 Hamburger SK 2 SK Norderstedt :

Bericht

Die dritte Runde bescherte uns ein Heimspiel zusammen mit der Zweiten, sodass im Clubheim ordentlich was los war. Leider musste der MF auf Jörg und Jan verzichten, sodass hinten Karin und Steffen zu ihrer Premiere in der 2. Bundesliga kamen. Die Eröffnung bekam ich noch überall mit. Niemand stand wirklich gut oder schlecht, zumindest konnte ich es nicht erkennen. Nur bei mir war mal wieder die Zugreihenfolge durcheinander gekommen, und ich hatte keine großen Hoffnunge auf mich gesetzt. Ich hoffte daher eher auf den zur Zeit bärenstarken Ilja und auf irgendwelche Siege an den hinteren Brettern. Doch es kam alles anders: Mein Gegner streute ein paar schwache Züge ein, sodass ich doch noch entscheidenden Angriff erhielt, bei entgegengesetzten Rochaden stellte ich dort allerdings unnötig ein entscheidendes Tempo ein, sodass mein Gegner hätte entwischen können. (So eine Partie mit Rybka zu analysieren ist natürlich kein großer Spaß, musste ich wieder einmal feststellen.) Er tat es aber glücklicherweise nicht und ich gewann. Nun war es an der Zeit, die anderen Bretter zu betrachten. Frank hatte eine Figur gegen 3 Bauern im Endspiel, aber der gegnerische König war so offen, dass er nicht mehr lange überlebte. Ilja hatte ein gewonnenes Endspiel erreicht (wie macht er das bloß immer?) und bei Steffen kam nach beiderseitigem Gepatze (Aussage von Steffen) ein leistungsgerechtes Remis heraus. Christian hatte früh einen Bauern für Kompensation geopfert und diesen zurückgewonnen. Danach war allerdings nix mehr los – remis. 4:1 also. Da kam ein Remisangebot von Karins Gegner gerade recht, und der Kampf war gewonnen! Max und Friedrich quälten sich noch einige Zeit in schlechten Endspielen, die sie leider verloren. Das konnte die Freude natürlich nicht trüben und es wurde noch etwas beim benachbarten Griechen gefeiert. Bedanken möchte ich mich auch bei den diesmal zahlreich erschienen Fans für ihre Unterstützung.

(Julian Zimmermann)

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4. Runde
13.12.2009 SK Norderstedt Königsspringer Hamburg 4 : 4
11:00 Uhr, Rathaus Norderstedt (K 201 + K 202), Rathausallee 50, 22846 Norderstedt

1 Mihail Kopylov Frank Lamprecht ½ : ½
2 Suren Petrosian Julian Zimmermann 1 : 0
3 Oliver Zierke Ilja Rosmann 0 : 1
4 Christian Michna Christian Hess 0 : 1
5 Marta Michna Dr. Jan Peter Schmidt 1 : 0
6 Wiktor Polischtschuk Jörg Lampe 1 : 0
7 Thomas Kahlert Dr. Friedrich Wagner 0 : 1
8 Ralf Bohnsack Max Borgmeyer ½ : ½

13.12.2009 SK Zehlendorf SC Tempo Göttingen 6 : 2
13.12.2009 Delmenhorster SK Hamburger SK 2 5 : 3
13.12.2009 Schachfreunde Berlin 2 SC Neukloster :
13.12.2009 SC Kreuzberg Lübecker SV :

Ärgerlicher Punktverlust gegen Norderstedt

Beschwingt durch die jüngsten Erfolge, waren wir gegen Schlusslicht Norderstedt fest entschlossen, uns weiter im Tabellenmittelfeld festzusetzen und unseren Gegnern schon mal einen schönen Gruß in die Oberliga mitzugeben. Der frischgebackene Vater Jörg und ich waren wieder mit an Bord und so hatten wir zum ersten Mal diese Saison die Stammmannschaft beisammen. Einige von uns hatten am Freitag noch beim Vereinspokal geübt, und dass wir dort Boris (alias Brunaldo) den ersten Platz überlassen mussten, störte unsere Zuversicht nicht. Friedrich sorgte denn auch für einen fulminanten Auftakt: In einer englischen Eröffnung nahm er ohne Umschweife den schwarzen König ins Visier. Sein Gegner wurde durch dieses gradlinige Vorgehen offenbar überrascht, jedenfalls verzichtete er auf Gegenwehr. Nach einem schönen Qualitätsopfer war ganz schnell Schluss. Max war kurz danach fertig und steuerte durch eine solide Schwarzpartie einen weiteren halben Zähler bei. Soweit ich beurteilen konnte, war zu keinem Zeitpunkt viel los gewesen. Den zweiten Sieg fuhr Christian ein: Er zeigte sich mit den Feinheiten von Isolani‑Stellungen gut vertraut und konnte den Gegner langsam überspielen. Auf dem Weg zum Sieg legte Christian dann allerdings noch einen kleinen Umweg ein: Er ließ den sofortigen Gewinn aus und bot stattdessen Remis an. Sein Gegner lehnte ab, woraufhin Christian eine sehenswerte Kombi vom Stapel ließ.

Den Anschlusstreffer mussten wir an Jörgs Brett hinnehmen. Die Eröffnung war an sich ganz nach Plan verlaufen, denn Jörg bekam den vorbereiteten Sweschnikow aufs Brett. Dann aber verwechselte er die Figurenaufstellung mit der aus einer anderen Variante und, wie so oft im Sweschnikow, war dieser eine kleine Schritt ab vom Weg gleichbedeutend mit dem Sturz in den Abgrund. Eine erste Bestätigung der These, dass Vaterschaft die Spielstärke mindert, ist Jörg also gelungen. Wir warten auf weitere Testreihen zur Falsifizierung.

Ich selbst hatte nach meinen bislang äußerst bescheidenen Leistungen im Dress von Königsspringer den festen Vorsatz, endlich mal wieder etwas zum Mannschaftskonto beizutragen. Lange Zeit lief’s auch wie am Schnürchen: Meine Gegnerin Marta Michna hatte ihren Königsinder allzu sorglos behandelt und im höheren Sinne war die Partie schon im frühen Mittelspiel entschieden. Von da an verteidigte sich meine Gegnerin aber sehr zäh und es gelang ihr, mir bei der Verwertung der Stellung einige Steine in den Weg zu legen. Einige Zeit lang zeigte ich mich den Anforderungen gewachsen, doch dann trug das Spiel auf Verwicklungen Früchte: Nachdem ich einen relativ einfachen Gewinnweg ausgelassen hatte, schaffte ich es kurz vor der Zeitkontrolle – wie leider so häufig in letzter Zeit – die nach wie vor gute Stellung kurzzügig nicht etwa in ein Remis, sondern gleich in einen Verlust zu verwandeln. Symptomatisch für meinen derzeitigen »Lauf« war, dass ich nicht einfach Material einstellte, sondern – ungeachtet des schon stark reduzierten Materials – direkt matt ging! Um meine derzeitigen schachlichen Leistungen zu beschreiben, fällt mir nur ein Satz vom großen Fußballpoeten Andy Brehme ein: »Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!«.

Es war sofort klar, dass ich damit wahrscheinlich den Mannschaftssieg verspielt hatte, denn zwar stand Ilja sehr gut, Julian aber dafür auf Verlust und Frank leicht schlechter. Iljas Sieg ließ immerhin nicht mehr lange auf sich warten. Es war in gewisser Weise eine typische Partie für ihn: Eröffnung unorthodox, Mittelspielstellung lange unklar, aber dann den Gegner Zug um Zug überspielt. Mit 3,5/4 hat Ilja bislang eine bärenstarke Saison hingelegt und ist einer der Leistungsträger! Nun kamen doch noch einmal kurz Siegeshoffnungen auf, denn Franks Gegner Kopylow führte eine für ihn ungünstige Abwicklung ins Springerendspiel herbei. Frank suchte lange nach einem Gewinnweg, konnte bei knapp werdender Bedenkzeit aber leider keinen finden (es gab ihn wohl auch nicht). Um Julians Stellung gegen Petrosian zu retten, hätte es schon eines Wunders bedurft, das aber ausblieb. Julian war als Schwarzer schnell in eine ihm wenig vertraute Stellung geraten und übersah schon bald eine taktische (Standard‑)Wendung, die ihm eine extrem schwierige Stellung einbrachte. Er kämpfte lange Zeit noch wacker, aber es gab letztlich nie Zweifel am Ausgang der Partie.

Das 4:4 fühlte sich für uns eher wie eine Niederlage an, und besonders die drei ›J‹, Jule, Jörg und Jan, traten recht bedröppelt den Heimweg in ihrem ›Null‑Punkte‑Auto‹ an. Nach vier Runden stehen wir mit einem ausgeglichenen Punktekonto zwar besser da als zu Beginn der Saison erwartet, doch steht zu befürchten, dass uns der in Norderstedt liegen gebliebene Punkt am Ende fehlen wird.

(Jan Peter Schmidt)

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5. Runde
24.01.2010 Königsspringer Hamburg Delmenhorster SK 3 : 5
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Michal Luch ½ : ½
2 Julian Zimmermann Ewgeni Gisbrecht 1 : 0
3 Ilja Rosmann Tobias Jugelt 0 : 1
4 Christian Hess Markus Lammers ½ : ½
5 Dr. Jan Peter Schmidt Fred Hedke 0 : 1
6 Jörg Lampe Bernd Korsus 1 : 0
7 Dr. Friedrich Wagner David Hoeffer 0 : 1
8 Max Borgmeyer Malte Meyer 0 : 1

24.01.2010 Lübecker SV SK Zehlendorf :
24.01.2010 SC Neukloster SC Kreuzberg 5 : 3
28.11.2010 Hamburger SK 2 Schachfreunde Berlin 2 4 : 4
24.01.2010 SC Tempo Göttingen SK Norderstedt :

Schade!

Am heutigen Sonntag erwarteten wir den verlustpunktfreien Tabellenführer aus Delmenhorst. Obwohl Delmenhorst ohne 2 Spitzenspieler antrat, waren wir nominell wie immer Außenseiter.

Nach der Eröffnungsphase war nicht viel los, aber der Autor und Max und wohl auch Christian hatten einen kleinen Vorteil rausgeholt. Frank ließ nix anbrennen und einigte sich im schnell entstandenen Endspiel mit seinen Gegner auf Remis. Ilja übersah leider eine taktische Wendung und konnte dem danach entstehenden Druck nicht standhalten. Währenddessen opferte der Autor 2 Figuren und der entstehende Angriff war so stark, dass selbst der elektronische Freund kein Mittel mehr finden konnte. Währenddessen hatte Jörgs Gegner in Gewinnstellung eine Figur eingestellt und wir führten 2,5:1,5. Leider hatte Friedrich sich unnötigerweise immer weiter geschwächt, sodass er schließlich matt ging. Christians Gegner verteidigte sich sehr umsichtig und konnte alle Gewinnversuche neutralisieren. Max konnte in der Zeitnot einen Bauern mit Schach mitnehmen, aber sah es nicht. Nach der Zeitkontrolle konnte sein erfahrener Gegner den entstandenen Vorteil sicher verwerten.

Wer spielte noch? Jan! Und das beim Stand von 3:4! Er hatte ein Endspiel mit Qualle für Bauer aber ein Durchkommen war nicht zu sehen. Jan kämpfte bravourös und aktivierte seinen König auf Kosten eines Bauerns. Der gegnerische König stand sehr passiv am Rande, ein Gewinn war jedoch nicht auszumachen. Jan übersah ein Schach, das die Türme tauschte und war danach verloren! Sehr schade, ergab doch die Analyse nach dem gemeinsamen Essen beim Griechen, dass bei studienartigem Spiel der Gegner extreme Schwierigkeiten bekommen hätte.

Sicherlich war der Sieg von Jörg glücklich, aber ansonsten kann man konstatieren: Da war mehr drin! Nun erwarten uns zwei Spiele gegen Berliner Klubs, die in der Tabelle hinter uns stehen. Es gilt die Chance auf den Klassenerhalt zu nutzen!

(Julian Zimmermann)

↑
↓
6. Runde
07.02.2010 Schachfreunde Berlin 2 Königsspringer Hamburg 7 : 1
11:00 Uhr, Rathaus Schöneberg (Kennedy‑Saal), John‑F.‑Kennedy‑Platz, 10825 Berlin

1 Jan‑Dietrich Wendt Dr. Carl‑Christian Buhr 1 : 0
2 Henrik Rudolf Julian Zimmermann 1 : 0
3 Jan Lundin Ilja Rosmann 1 : 0
4 Dr. Joachim Wintzer Christian Hess 1 : 0
5 Evgeny Degtiarev Dr. Jan Peter Schmidt 1 : 0
6 Stephan Bruchmann Jörg Lampe 1 : 0
7 Siegfried Weber Dr. Friedrich Wagner 0 : 1
8 Christoph Nogly Max Borgmeyer 1 : 0

07.02.2010 SK Zehlendorf SK Norderstedt :
07.02.2010 Delmenhorster SK SC Tempo Göttingen 5 : 3
07.02.2010 SC Kreuzberg Hamburger SK 2 4 : 4
07.02.2010 Lübecker SV SC Neukloster :

Bericht

Sonntag, 7. Februar 2010. Bei klirrender Kälte trafen sich 5 Königsspringer vor dem Reisecenter des Hamburger Hauptbahnhofes, um die Mission ›2. Liga for ever‹ auf Vordermann zu bringen. Carl, Christian und Jan haben ihre Anreise selbst organisiert. Im Zug wurden die letzten Partie‑Vorbereitungen getroffen. Max wurde von Julian gecoacht, erstaunlicherweise brauchten Sie dabei nicht mal ein Brett. Ich wollte nicht angeben und habe meinen Laptop ausgepackt, um ein Paar Varianten zu wiederholen. Dabei habe ich mich die ganze Zeit aus unerklärlichen Gründen auf Kreuzberg vorbereitet, was im Zug wegen der guten Stimmung keinem auffiel. Diesen Lapsus hatte Jan fast schon unterboten, da er bis gestern zwar die richtige Mannschaft, aber die falsche Farbe getroffen hatte. Ludwig Fromm hätte an dieser Stelle bestimmt gesagt, Lieber Ilja, man müsse die Zeichen richtig deuten. Da in der 2. Bundesliga bekanntlich eine Vorbereitung ausgesprochen selten aufs Brett kommt, wollen wir dies an dieser Stelle nicht überbewerten. In Berlin angekommen, wollten wir uns erstmals stärken. 5 Euro für 3 belegte Baguettes stellen einen wirklich fairen Preis dar. In den Fachkreisen würde (Konjunktiv II) man vermutlich von einer sogenannten Win‑win‑Situation sprechen. Dies schien für die nächsten 40 Minuten auch der Fall zu sein.

Im Rathaus Schöneberg angekommen, einem monumentalen Bau aus dem Jahr 1914, widmeten wir uns zuerst den Bundesligaspielen, die im Nebenraum stattfanden. Echte Cracks des Weltschachs waren zwar nicht dabei, aber mit Bacrot, Movsesian, Adams, Naiditsch, Nisipeanu, Caruana und Gustafsson waren doch einige aufstrebende und »abstrebende« Talente zu bestaunen. Um elf wurde angepfiffen – und die 6. Runde begann. Zuvor wurde angesagt, dass für die Spieler das gesamte Essen am Tresen frei ist – was wirklich ausgesprochen nett ist. Dies legte jedoch die »Umbewertung« der vorangegangenen Win‑win‑Situation ziemlich nah. Da Jörg diese Aussage jedoch nicht mitbekommen hatte und zwischendurch seinen Hunger stillen wollte und dies auch getan hat, entstand überraschenderweise eine Lose‑lose‑Situation. So schnell wie diese Wandlung erging es uns auch auf den Bretten. Als erster musste Julian die Segel streichen. Sein Gegner stellte ihm eine trickreiche Falle und nahm die Qualität elegant ab. Kurz danach begannen unsere Stellungen sich zu verschlechtern, dieser Trend erwies sich leider als unumkehrbar. Dies lag daran, dass entweder die Eröffnungen nicht sauber »eröffnet« wurden, oder in guten Stellungen hintereinander keine guten Züge gemacht wurden. Friedrich konnte als Einziger einen vollen Punkt verbuchen – wobei der Gegner mit seinem Zeitmanagement kräftig nachgeholfen hatte. Damit war unsere bis jetzt höchste Niederlage der Saison besiegelt – wobei sie in der Sache zwar verdient, aber in der Höhe doch etwas enttäuschend ist. Wegen dieser Höhe ist z. B. unser heutiger Gegner an uns an Brettpunkten vorbeigezogen.

Vor dem Spiel hat übrigens Jörg an einem Tippspiel teilgenommen, und da er das Ergebnis von OSG Baden‑Baden gegen SK König Tegel (6½:1½) richtig vorausgesagt hatte, bekam er ein Buch zur Belohnung.

Nach dem Spiel hatten wir noch 2,5 Stunden bis zur Bahn, uns so beschlossen wir ein Lokal auf Empfehlung unserer Gastgeber aufzusuchen. Ohne ein Navigationsgerät waren wir jedoch völlig aufgeschmissen, was für uns eine Bescherung von insgesamt über eine halbe Stunde frischer Luft bedeutete. Wir beschlossen, den Berliner Hauptbahnhof zu besuchen und die DB Lounge unsicher zu machen. Aus meiner Sicht eine wirklich empfehlenswerte Einrichtung. Warm, bequem, Selbstbedienung bei Getränken: Es lebe die Deutsche Bahn! Mit einer Bahncard 25, 1. Klasse kommt man – meine ich – auch rein.

Das war’s, bis zum nächsten Mal.

(Ilja Rosmann)

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7. Runde
28.02.2010 Königsspringer Hamburg SC Kreuzberg :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Atila Gajo Figura ½ : ½
2 Julian Zimmermann Raj Tischbierek 0 : 1
3 Ilja Rosmann Dr. Manfred Glienke ½ : ½
4 Christian Hess Dr. Sebastian Schmidt‑Schaeffer 0 : 1
5 Dr. Jan Peter Schmidt Wilhelm Schlemermeyer 0 : 1
6 Jörg Lampe Lutz Mattick ½ : ½
7 Dr. Friedrich Wagner Daniel Holzapfel 0 : 1
8 Max Borgmeyer Mike Pflantz 1 : 0

28.02.2010 SC Neukloster SK Zehlendorf :
28.02.2010 Hamburger SK 2 Lübecker SV 3 : 5
28.02.2010 SC Tempo Göttingen Schachfreunde Berlin 2 4 : 4
28.02.2010 SK Norderstedt Delmenhorster SK 5 : 3

Bericht

Lange Gesichter bei den zahlreichen nicht zahlenden Zuschauern im Königsspringer Clubheim. Nach der bitteren 2,5:5,5‑Niederlage gegen den SC Kreuzberg dümpelt das Königsspringer‑Flaggschiff schwer angeschlagen auf Platz 9 der aktuellen Tabelle. Um nicht völlig in die Bedeutungslosigkeit der Oberliga unterzugehen, brauchen wir in drei Wochen das »Wunder von Lübeck«.

Weitblick beweisen da Schachfreund Zimmermann, der am Dienstag ein Spitzentraining angesetzt hat, und einen noch längeren Atem empfiehlt Günter Schierholz, der mir für meinen 5‑jährigen Sohn ein Anfängermanuskript überreichte. Doch nun zur Einzelkritik:

Frank – gegnerische Eröffnungsschwäche nicht genutzt, Dummheit im Mittelspiel, völlig platt, bis Figura in Zeitnot ins remise Turmendspiel abwickelt. Sehr schwach.

Julian – hatte GM Tischbierek gut im Drachengriff, verrechnet das Endspiel erst zum Remis, dann sogar zur Null. Schwach.

Ilja – ohne Probleme gegen Glienke, kann aber nichts verdichten. Solide.

Christian – vergreift sich völlig unnötig mit der Dame auf b7 und geht unter. Ungewohnt schwach.

Jan Peter – alles super bis zum Blackout im Endspiel. Inzwischen 1789 Minuten ohne Torerfolg. Erschütternd.

Jörg – opferte einen Bauern für Figurenspiel, transformierte die Kompensation mehrmals (Jörg hat zu diesem Thema bereits eine wissenschaftliche Arbeit angekündigt.), um den mühsam erarbeiteten Vorteil dann einzügig einzustellen. Okay.

Friedrich – machte in der Eröffnung Druck am Damenflügel, war dann aber zu feige dort was einzusammeln. Der Rest ist schweigen. Schwach.

Max – spielte heuer trotz ungewohnter Eröffnung maximal. Super.

(Frank Lamprecht)

↑
↓
8. Runde
21.03.2010 Lübecker SV Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, LSV‑Vereinsräume, Sophienstr. 19–21, 23560 Lübeck

1 Vladimir Epishin Frank Lamprecht ½ : ½
2 Christoph Scheerer Julian Zimmermann 1 : 0
3 Harald Schmidt Ilja Rosmann 0 : 1
4 Frerik Janz Dr. Jan Peter Schmidt ½ : ½
5 Ralf Christ Daniel Lindner 0 : 1
6 Ullrich Krause Jörg Lampe 1 : 0
7 Dirk Lampe Dr. Friedrich Wagner 0 : 1
8 Michael Ehrke Max Borgmeyer ½ : ½

21.03.2010 SK Zehlendorf Delmenhorster SK :
21.03.2010 Schachfreunde Berlin 2 SK Norderstedt 6 : 2
21.03.2010 SC Kreuzberg SC Tempo Göttingen :
21.03.2010 SC Neukloster Hamburger SK 2 :

Bericht

Nachdem die beiden »Abstiegsendspiele« gegen die direkte Konkurrenz vergeigt wurden, schien der Abstieg auf dem Papier bereits besiegelt. Aber die tapferen Königsspringer ließen den Kopf nicht hängen und kämpften die starken Lübecker verdient nieder! Vom Kampf habe ich selbst nicht so viel mitbekommen, da ich nach zehn Zügen nur noch zehn Minuten auf der Uhr hatte (Jaja, Schande über mein Haupt usw.!). Der Kampf verlief allerdings von Anfang sehr erfreulich.

Daniel hatte bei seinem ersten Einsatz am Ende noch 1:31 auf der Uhr und damit mehr Zeit als am Anfang und siehe da: eine Mehrfigur, die er dem Gegner mit einem Standardtrick abnehmen konnte! An meinem Nebenbrett macht Ilja Harald Schmidt in souveräner Manier nieder! 2:0. Frank merkte man an, dass er bei Jörgs Isolani‑Training fehlte, und er musste schnell ein schlechtes Endspiel verwalten. Ob sein Gegner schnaubte, weil Frank sich so streng verteidigte oder weil er ihn einschüchtern wollte, sei einmal dahin gestellt. Remis. 2,5:0,5. Jan nahm ein Remisangebot in leicht besserer, aber komplizierter Stellung an und beendete somit als Olympiasieger seine Audifahrt! 3:1. Meine Stellung wurde ebenfalls immer besser und ich wähnte mich bereits im Vorteil, als ich in Zeitnot megablind was einstellte. 3:2. Friedrichs Gegner opferte eine Qualle für Kompensation, jedoch konnte Friedrich die Qualle zurückgeben und in ein gewonnenes Turmendspiel abwickeln. 4:2 Unterdessen hatte Jörg seine schöne Stellung leider irgendwie verdorben und geriet auf die Verliererstraße.

Blieb also noch unser Youngster Max. Mit der Endrunde in den Knochen spielte er nach eigener Aussage ganz schwach, kam jedoch in ein Remisturmendspiel. Da störte es ihn auch nicht, dass der Gegner einen unmöglichen Zug machte, denn Max hatte das Remis ja bereits gesehen! Nachdem er dann sogar in Vorteil kam, machte ein Lübecker Zuschauer den Schiri auf den unmöglichen Zug aufmerksam, woraufhin dieser einschritt und die Partie an besagter Stelle fortführen ließ. Regelfüchse sind gerne eingeladen mir zu sagen, ob es rechtens war seitens des Zuschauers den Schiedsrichter auf den unmöglichen Zug hinzuweisen. Sehr knifflig, aber egal, denn wir hatten ja 4,5 Punkte!

Nachdem wir dank der Lübecker in Zusammenarbeit mit Daniels Handy und Google Maps ein nettes Lokal gefunden hatten, spendierte der »5%‑Hürden‑Knacker« einen Sweet Victory für Frank und Getränke für den Rest der Truppe. Einen herzlichen Dank nochmal dafür!

Nach der »Sensation von Lübeck« heißt es nun allerdings aufgrund des für uns schlecht laufenden Spieltages das »Wunder vom Riekbornweg« anzupeilen! Gegen den mit GMs gespickten SC Neukloster, der den Bundesliga‑Aufstieg anpeilt, werden wir einiges Glück brauchen um den nötigen Sieg zu schaffen. Aber wie Jan treffend bemerkte: In dieser Liga kann jeder jeden schlagen!

(Julian Zimmermann)

↑
↓
9. Runde
11.04.2010 Königsspringer Hamburg SC Neukloster 3 : 5
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Dr. Carl‑Christian Buhr Grzegorz Gajewski 0 : 1
2 Julian Zimmermann Vasily Yemelin 0 : 1
3 Ilja Rosmann Steve Berger 1 : 0
4 Christian Hess Joanna Majdan 1 : 0
5 Dr. Jan Peter Schmidt Hendrik Reichmann 0 : 1
6 Jörg Lampe Carsten Hoi 0 : 1
7 Dr. Friedrich Wagner Hannes Knuth 0 : 1
8 Max Borgmeyer Jörg Pachow 1 : 0

11.04.2010 Hamburger SK 2 SK Zehlendorf 4 : 4
11.04.2010 SC Tempo Göttingen Lübecker SV 3 : 5
11.04.2010 SK Norderstedt SC Kreuzberg :
11.04.2010 Delmenhorster SK Schachfreunde Berlin 2 :

Saisonabschlussbericht

Tja, was soll man sagen über diese Saison? Der Klassenerhalt wurde nicht geschafft, aber wir haben uns mehr als achtbar geschlagen, waren wir doch Elo‑mäßig klarer Abstiegskandidat Nr. 1. Am Ende fehlte nur ein Sieg oder auch nur ein Mannschaftspunkt im richtigen Kampf. Vergebene Chancen gab es viele, aber sicherlich wurde auch mal die eine oder andere Partie etwas glücklich gewonnen. Als Mannschaftsführer bin ich natürlich sehr traurig, dass wir abgestiegen sind, jedoch auch stolz auf das ganze Team, das immer alles gegeben hat und mit ein bisschen mehr Glück ein weiteres Jahr in Liga 2 hätte verbringen dürfen. Es hat mal wieder Spaß gemacht mit Euch zu spielen!

Wie der letzte Kampf gegen Neukloster lief? Naja wie so oft: An 1–2 Brettern wurde die Chancen nicht genutzt und am Ende gab es ein 3:5, das aber auch in Ordnung ging aufgrund der Neuklosteraner Übermacht an Titelträgern.

Eine spezielle Einzelkritik möchte ich nicht vornehmen, die Einzelergebnisse stehen ja hier direkt daneben und sie spiegeln in allen Fällen auch die Leistung der einzelnen wieder. Für einige waren die Gegner einfach zu hart, für andere dagegen in Reichweite. Erwähnen möchte ich dann doch noch die Strengspieler Frank und vor allem Ilja, der bei der nötigen Anzahl Titelträger sogar eine IM‑Norm erzielt hätte. Schade!

Für die nächste Saison hoffe ich natürlich darauf, dass das Team zusammenbleibt um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen, auch wenn wir mit Norderstedt einen starken Konkurrenten haben werden. Christian sagte zwar gestern zu mir: »Wir sind doch kein Fahrstuhlteam!«. Aber wer sich die Historie anschaut, wird schnell eines Besseren belehrt.

(Julian Zimmermann)

Quelle: Bundesliga‑Ergebnisdienst Hamburg
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/10-ksh1.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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