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www.kshamburg.de
 
 
Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 1 · Oberliga‑Nord, Staffel Nord 2008/09
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Königsspringer Hamburg 4 5 4 42,0 16
2. Hamburger SK 3 4 4 5 4 37,5 11
3. SSC Rostock 07 4 5 4 5 39,5 10
4. Schachfreunde Schwerin 4 4 36,5 10
5. Kieler SG Meerbauer 4 3 5 5 35,5 9
6. Lübecker SV 2 3 3 34,5 8
7. SC Diogenes 3 4 5 5 4 34,0 8
8. Preetzer TSV 4 3 5 36,0 7
9. Schachfreunde Hamburg 3 4 3 3 5 34,0 7
10. SV Bargteheide 4 3 4 3 30,5 4
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Spieler
KSH
 
Mannschaftsführer:
Julian Zimmermann
H A H A H A H H A
KSG
 
SFR
 
LÜB
2
PRE
 
BAR
 
SSN
 
HSK
3
DIO
 
SRO
 
1 Lamprecht, Frank   ½ ½ ½   1   ½  
2 Zimmermann, Julian ½ ½ 1 0 ½ 0 0 ½ 0
3 Buhr, Carl‑Christian, Dr.         1     1  
4 Schmidt, Jan Peter 0   0 1 0 1 ½ 0  
5 Rosmann, Ilja 1 ½ ½ 1 0 1 ½   0
6 Hess, Christian 1 1 ½ 1 ½ 1 1 1 ½
7 Lampe, Jörg 1 1 1 0 0 1 0 0 1
8 Wagner, Friedrich, Dr. 1 0 1 0 1 ½ ½ ½ 0
9 Wolter, Michael                  
10 Wilms, Ingo 0 ½ 0 1 1     1 1
11 Jacoby, Gisbert                  
12 Cremer, Jochen             ½    
13 Conrad, Christian                  
14 Dettmann, Steffen                  
15 Chin, Karin           0 1   1
16 Harder, Clemens                 1
17 Borgmeyer, Max 1 1              
18 Lock, Adrian                  
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1. Runde
05.10.2008 Königsspringer Hamburg Kieler SG Meerbauer :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Christoph Scheerer ½ : ½
2 Jan Peter Schmidt Frerik Janz 0 : 1
3 Ilja Rosmann Arne Jochens 1 : 0
4 Christian Hess Christoph Schinkowski 1 : 0
5 Jörg Lampe Oi‑Sin Kim 1 : 0
6 Dr. Friedrich Wagner Christian Rathje 1 : 0
7 Ingo Wilms Harald Klawitter 0 : 1
8 Max Borgmeyer Dr. Niels Bracke 1 : 0

05.10.2008 Preetzer TSV Hamburger SK 3 :
05.10.2008 SV Bargteheide Lübecker SV 2 :
05.10.2008 Schachfreunde Schwerin Schachfreunde Hamburg :
05.10.2008 SC Diogenes SSC Rostock 07 3 : 5

Auftaktsieg!

Der Spielplan bescherte uns wie jedes Jahr das Auftaktspiel gegen die Kieler SG Meerbauer. Frisch vom Open aus Kiel zurückgekehrt waren wir froh, in unserem schmucken Clubheim antreten zu dürfen und nicht im Legienhof, der uns nicht in allerbester Erinnerung war (nicht nur wegen der vielen verlorenen Elo‑Punkte). Wir mussten mal wieder ohne Frank und Carli auskommen, dafür hatten wir mit FM Jan Schmidt einen starken Neuzugang erstmals in unseren Reihen und an 8 durfte sich unsere Nachwuchshoffnung Max beweisen.

Ausgangs der Eröffnungsphase, in der sich nicht viel ereignete, waren die beiden Letztgenannten dann auch die Hauptakteure, denn beide opferten eine Figur! Mich beschlich kein besonders gutes Gefühl den Kampf mit zwei Minusfiguren zu bestreiten, jedoch gab Max’ Gegner die Figur sehr schnell zurück (wohl erzwungen) und musste alsbald die Segel streichen. Eine souveräne Vorstellung von unserem Youngster! Auch Jans Figurenopfer erwies sich als korrekt, jedoch wurde das erst in der anschließenden Analyse nachgewiesen (und das ohne den Analysemeister!). Nachdem er zwei Chancen ungenutzt ließ, beschleunigte er in Zeitnot den eigenen Untergang, schade!

Glücklicherweise hatte uns Christian zu dieser Zeit schon in Führung gebracht, nachdem sein Gegner lieber nicht die Damen tauschte und somit zu viele taktische Motive in der Stellung die Entscheidung zu unseren Gunsten brachten. Auch Friedrich konnte seine ausgeglichene Position irgendwie gewinnen. Ich machte remis in einer Partie, bei der beide Seiten nicht ihren besten Tag erwischten und in der das Remis schon nach 15 Zügen unterschriftsreif war. Als ich aufstand, sah ich noch, dass Ingo verloren hatte. Von dieser Partie bekam ich leider nicht viel mit, laut dem zweiten Analysemeister wurde wohl auch an diesem Brett kein großes Schach geboten.

3,5 Punkte waren also auf dem Konto, und Jörg und Ilja spielten noch. Jörg hatte im Lauf der Partie seinen Vorteil nach und nach hergegeben und ein wohl leicht schlechteres Endspiel, jedoch mit einem gefährlichen(?!) Freibauern und befand sich in starker Zeitnot. Sein Gegner schaufelte sich jedoch sehr unnötig sein eigenes Grab und verlor einfach eine Qualle. Durchatmen! Letztendlich griff auch Iljas Gegner, der die gesamte Partie über leichten Vorteil gehabt hatte, fehl und fand sich in einem schlechten Endspiel wieder, das darin mündete, dass Ilja zeigte, wie man mit zwei Läufern matt setzt!

5,5:2,5 gewonnen! Das lässt für die nächsten Aufgaben hoffen!

(Julian Zimmermann)

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2. Runde
26.10.2008 Schachfreunde Hamburg Königsspringer Hamburg 3 : 5
11:00 Uhr, Gemeindehaus der Dreifaltigkeitskirche, Horner Weg 17, 20535 Hamburg

1 Dr. Jan‑Paul Ritscher Frank Lamprecht ½ : ½
2 Marco Jäckle Julian Zimmermann ½ : ½
3 Falko Meyer Ilja Rosmann ½ : ½
4 Jürgen Dietz Christian Hess 0 : 1
5 Martin Zimmermann Jörg Lampe 0 : 1
6 Florian Kull Dr. Friedrich Wagner 1 : 0
7 Jens Fransson Ingo Wilms ½ : ½
8 Fritz Fegebank Max Borgmeyer 0 : 1

26.10.2008 Hamburger SK 3 SSC Rostock 07 :
26.10.2008 Kieler SG Meerbauer SC Diogenes 3 : 5
26.10.2008 Lübecker SV 2 Schachfreunde Schwerin :
26.10.2008 Preetzer TSV SV Bargteheide :

Bericht

Kurze Vorgeschichte:

Schachfreunde spielen am Horner Weg 17. Die Oberliga spielen sie laut blauem Heft aber am Horner Weg 170. Laut MF ein Druckfehler, was natürlich geglaubt ist …

09:53 Uhr kam ich nichts Böses ahnend mit dankbarer Zeitumstellung und damit 1 Stunde mehr Schlaf im ohnehin schon schweren Gepäck (Bettwäsche, nasse Handtücher, nasse Geschirrtücher) frisch von der HSJB Zukunftswerkstatt in Reinbek kommend am Hamburger Hauptbahnhof an. Der Kampf sollte um 11:00 Uhr losgehen, also war kein Grund zur Eile geboten. Google Maps gibt vom Hbf, Gleis 7b, bis zu den Schachfreunden zum Horner Weg 17 schlappe 3,8 km (47 Minuten) Fußweg an. Der HVV veranschlagt 8 Minuten mit der U3. Dennoch sollte sich die Entscheidung gegen den Kaffee bei ›LE CROBAG‹ am Südsteg als wichtig erweisen.

Erstmal runter zur U3. Noch 8 Minuten laut Anzeige. So schlau wie ich war, ging ich daraufhin zur U2, um mir das Umsteigen am Berliner Tor zu sparen. Dann rein in die U2 und eingenickt. Am Berliner Tor wurde ich dann aber jäh aus allen Träumen gerissen und völlig überrascht doch zum Aussteigen gezwungen: Zwischen Berliner Tor und Burgstraße (2 U‑Bahn Minuten) war der von allen so geliebte U‑Bahn Ersatzverkehr in vollem Gange. Super! Raus mit 300 Leuten aus 8 Waggons und rein in den Bus (50 Sitzplätze). 20 Minuten später raus mit 300 Leuten aus dem Bus und auf einer 2 Meter breiten Treppe runter gegen den Strom von wiederum 300 Leuten in die U3. Dort sah ich den Schiri (kaputter Arm, schwerer Koffer) einen Wagen vor mir, der Hammer Kirche die Bahn verließ. Also: Ihm nach! Am Horner Weg 17 angekommen: Keiner da.

Na ja, wir waren ja auch früh. Nach einiger Wartezeit aufs Handy geguckt: Anruf vom MF in Abwesenheit. Zurückgerufen: Der Spielort ist doch Hausnr. 170 und da fährt man besser bis Rauhes Haus durch, aber die Bahn ist gerade wech … na super! Der Schiri (kaputter Arm, schwerer Koffer) und ich (schweres Gepäck mit Bettwäsche, nasse Handtücher etc.) entschlossen uns, die kurze Strecke zu gehen. Blöd war nur, dass Hausnr. 17 auf der linken Straßenseite war und 170 logischer Weise dann auf der rechten zu finden sein müsste. Aber darauf kamen wir erst relativ spät … Immerhin, 10:50 Uhr war ich tatsächlich da!

Ein großer Schachspieler sagte mal vor seiner Niederlage: »Ich hab meine ganze Energie bei der Anreise verbraucht.«

Nun zum Kampf.

Wir traten ohne die beiden schmerzlich vermissten Carli und Jan an, bei den Schachfreunden fehlten Seidel und Hermann.

Am ersten Brett verstand außer Frank und Ritscher (seinem Gegner) keiner die Partie. Alle dachten, Frank stünde ganz ordentlich, dabei hatte er schon remis angeboten und sein Gegner es richtigerweise abgelehnt. Es folgte ein wildes Gemetzel. Jule wurde von Jaeckle am zweiten Brett mit dem Flügelgambit überrascht und stand gedrückt. Dahinter kannte Ilja zwar die Eröffnung nicht, schlug sich aber dafür ganz achtbar. Christian spielte gegen Dietz Kraut gegen Kraut auf hohem Niveau. Jörgs Gegner an Brett 5 hatte sich sehr passiv eingeindert und es galt, die Verteidigung zu knacken. Dahinter hatte Friedrich eine Qualität in der Ecke mit der Dame mitgenommen, sein König stand dafür unter Beschuss. Max wurde am achten Brett vom altgedienten Fegebank auf dem falschen Fuße erwischt und stand nach der Eröffnung positionell bedenklich. Aber Fegebank kam sehr schnell in die bei ihm sehr häufig konstatierte Zeitnot und so ging es für ihn sehr bald auf dem Brett bergab. Nach der Zeitnot war für ihn nichts mehr zu retten und Max konnte seinen zweiten Punkt einfahren: 1:0. Ich stand ein Brett daneben nach einer nicht allzu dollen Partie gefühlt einen Tick besser und hatte ein Remisangebot. Da es ganz gut aussah nahm ich im Hinblick auf mein Formtief an. 1,5:0,5. Was Christian da am vierten Brett bot, konnte sich echt sehen lassen. Nach einer astreinen, sehenswerten Partie bleibt auch er bei 100 %. Leider ging Friedrich daraufhin sehr bald matt. 2,5:1,5. Nun kam es zu wildem Zeitnotgetümmel. Jörg hatte sich bis zum König durchgekämpft und konnte in einer heftigen Zeitnotschlacht den 40. Zug und damit den ganzen Punkt einfahren. 3,5:1,5. Ilja hatte eine Qualle mehr und es sah sehr gut aus. Auch bei Julian wurde nur gehackt. Es wurde ein einzügiges Matt übersehen, auf beiden Seiten diverse Bauern, Quallen und Figuren ge‑ und veropfert, was aber letztlich in einem remisigen Turmendspiel mündete, woraufhin Ilja zum Remis abwickelte. 4,5:2,5! Frank hatte sich herausgewurschtelt und nach viel Wirrwarr mit und um zwei offene Könige kam zum Abschluss eine dreimalige Stellungswiederholung zu Stande. Frank war hinterher beim Schweinske sichtlich verwundert, dass bereits nach zweimaligem Zugwiederholen zum dritten Mal die gleiche Stellung entsteht …

5:3! Ein – da waren sich alle einig – glücklicher Sieg.

Nach dem zweiten Spiel und dem zweiten Sieg, drei Leuten mit 100 % (unser Jugendspieler Max, Jörg, Christian) kann man erstmal etwas zufrieden sein. Als nächstes geht es zu Hause gegen Lübeck.

(Ingo Wilms)

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↓
3. Runde
30.11.2008 Königsspringer Hamburg Lübecker SV 2 :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Sergej Salov ½ : ½
2 Julian Zimmermann Dirk Lampe 1 : 0
3 Jan Peter Schmidt Prof. Dr. Ulrich Sieg 0 : 1
4 Ilja Rosmann Maximilian Kölsch ½ : ½
5 Christian Hess Artir Kevorkov ½ : ½
6 Jörg Lampe Thilo Koop 1 : 0
7 Dr. Friedrich Wagner Andreas Hein 1 : 0
8 Ingo Wilms Vyacheslav Berdichewskiy 0 : 1

30.11.2008 SV Bargteheide Hamburger SK 3 :
30.11.2008 Schachfreunde Schwerin Preetzer TSV :
30.11.2008 SC Diogenes Schachfreunde Hamburg :
30.11.2008 SSC Rostock 07 Kieler SG Meerbauer :

Puuuuuh!

Die dritte Runde bescherte uns als Gegner die 2te Mannschaft des ehemaligen Deutschen Meisters Lübcker SV, die ich jedoch als nicht zu stark einschätzte. Außerdem konnten wir bis auf Carli in Bestbesetzung antreten. Nach der Eröffnungphase hatte ich auch keinen Grund zur Besorgnis, da Jörg schon Vorteil hatte und mir sonst niemand Probleme zu haben schien. Nachdem Frank schnell ein Schwarz‑Remis gesaved hatte, konnte ich meinen Gegner im Sveshnikov hübsch mattsetzen, auch wenn die Kontrolle mit Fritz natürlich viele ausgelassene Möglichkeiten ergab.

Kurz nachdem ich meine Partie beendet hatte, gewann auch Friedrich, der nie Probleme hatte (glaube ich). Wie er gewann, habe ich leider nicht mitbekommen. Ilja hatte mal wieder viel Zeit verbraucht, und sein junger Gegner verteidigte sich in schlechterer Stellung sehr zäh, sodass Ilja schließlich ins Remis einwilligen musste. Jörg gewann souverän und ist nach meinem Sieg gegen seinen Namensvetter Dirk Lampe seinem Ziel, wieder der beste Lampe zu werden, etwas näher gekommen.

Wer mitgezählt hat, denkt sich: relax 4:1! Wer jedoch ein Blick auf die restlichen Bretter warf, der sah den zweiten Mannschaftspunkt in großer Gefahr. Christian wurde in einem Caro‑Kann‑Endspiel geknetet, obwohl mir die Stellung zwischendurch recht ausgeglichen vorkam. Neuzugang Jan hatte nach guter Eröffnung einen absoluten Nullzug eingestreut, den er im nächsten Zug zurück nahm, und war stark ins Hintertreffen geraten. Ingo hatte ein Endspiel, das eigentlich ausgeglichen war, er vergaß jedoch prophylatkisch die Aktivität des Gegners zu verhindern und bald stand seine Schwäche auf f3 stark unter Beschuss. Er stellte zu allem Überfluss auch noch einen Bauern ein und gab bald auf. Jans Gegner hatte anscheinend Spaß an seiner Partie und ließ einige direkte Gewinne aus, aber trotzdem war für Jan nix mehr zu holen.

Christian hatte eine Qualität für einen Bauern geopfert und es roch ein bisschen nach remis, sein Gegner knetete jedoch sehr stark, bis beide noch 5 Minuten hatten. Christian hatte sich sehr genau verteidigt und schaffte es, sich in ein Endspiel mit K+S gegen K+T zu retten. Natürlich wurde hier seitens der Lübecker kein Remis gegeben, denn dieses Endspiel wurde schon öfter verloren. Christian wusste allerdings genau, was er tat und hielt seinen König immer im Zentrum und reklamierte auf Remis. Der Schiedsrichter hatte bald ein Einsehen und gab dem Antrag statt, auch wenn er sicherlich weiter hätte gucken können, wie Christian sich bei schwindender Zeit verteidigt (Zeit: 2,5 Minuten für beide). Eine Tatsachenentscheidung, die den Sieg bedeutete, und trotz einiger anschließender Diskussionen auch von den fairen Lübeckern anerkannt wurde. Ganz tief durchatmen kann man da nur sagen! Wir haben die Tabellenführung verteidigt, und als nächstes geht es zum Preetzer TSV.

(Julian Zimmermann)

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4. Runde
14.12.2008 Preetzer TSV Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, PTSV‑Sportheim, Lindenstr. 37, 24211 Preetz

1 Steffen Pedersen Frank Lamprecht ½ : ½
2 Jens Ove Fries Nielsen Julian Zimmermann 1 : 0
3 Frank Schwarz Jan Peter Schmidt 0 : 1
4 Carsten Hamann Ilja Rosmann 0 : 1
5 Dr. Peter Marxen Christian Hess 0 : 1
6 Kai Reinecker Jörg Lampe 1 : 0
7 Thomas Richert Dr. Friedrich Wagner 1 : 0
8 Prof. Dr. Joachim Kornrumpf Ingo Wilms 0 : 1

14.12.2008 Hamburger SK 3 Kieler SG Meerbauer 4 : 4
14.12.2008 Schachfreunde Hamburg SSC Rostock 07 3 : 5
14.12.2008 Lübecker SV 2 SC Diogenes 3 : 5
14.12.2008 SV Bargteheide Schachfreunde Schwerin :

Wichtiger Sieg nach Waschmaschinenzwischenfall auf der A7

Im Kampf gegen Preetz galt es, sich gegen einen der nominellen Favoriten der Gruppe zu behaupten. Nicht weniger als fünf dänische IMs sind dort gemeldet, von denen in den ersten drei Runden allerdings immer nur zwei zum Einsatz gekommen waren. Doch vielleicht wollten die Preetzer es ausgerechnet gegen uns noch einmal wissen und würden alle Geschütze auffahren? Unsere Vorbereitung gestaltete sich wegen der vielen möglichen Varianten dadurch jedenfalls sehr schwierig: Jörg z. B. gestand mir morgens beim Losfahren, dass er sich von sieben möglichen Gegnern nur auf sechs vorbereitet hatte, was natürlich schon an grobe Fahrlässigkeit grenzte.

Die Anreise in drei Autos verlief zunächst ohne nennenswerte Vorkommnisse. Dies änderte sich schlagartig, als plötzlich nichts Geringeres als eine Waschmaschine auf der Autobahn lag! Alle Fahrer behielten die Nerven und konnten ausweichen, doch nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Jörg sein Auto direkt vor seiner Haustür geparkt gehabt hätte und wir ein paar Minuten früher losgefahren wären … Wenige hundert Meter später holten wir den mutmaßlichen Übeltäter ein. Sein Anhänger war auch jetzt noch so randvoll mit Waschmaschinen gestapelt, dass wir uns fragten, wo denn eigentlich das runtergefallene Exemplar gelegen haben konnte. Kurze Zeit später kam uns noch ein qualmender Kleinbus entgegen. Spätestens da wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

Das Preetzer Spiellokal war im Fußballklubheim untergebracht, sodass man sich zwischen dem Gebolze auf dem Schachbrett auch mal das Gekicke auf dem Platz anschauen konnte. Ansonsten verdient noch Erwähnung, dass Getränke und Brötchen netterweise von den Gastgebern spendiert wurden, das Klo dafür gleichzeitig Abstellkammer war.

Nun aber zum Schachlichen: Die Preetzer hatten entweder keine Lust oder kein Geld gehabt, alle Dänen auflaufen zu lassen, und begnügten sich wie sonst auch mit zweien von ihnen. Zusätzlich fehlten noch die Bretter 6 und 8, was auch meine Vorbereitung zunichte machte. Ich hatte mir nur die Bretter 3 bis 6 angeschaut, zu Brett 7 war ich nicht mehr vorgedrungen.

Der Kampf begann vielversprechend: Ilja, Friedrich, Christian, Frank und ich kamen mal mit kleinem, mal mit großem Vorteil aus der Eröffnung, die anderen Bretter hatten wenigstens Ausgleich. Ziemlich früh war der Ausgang in Iljas Partie klar: Obwohl er gegen das sizilianische Flügelgambit einen eher anspruchslosen Aufbau gewählt hatte, konnte sein Gegner zu keiner Zeit gefährliches Spiel entfalten. Weiß ging am Ende so sang‑ und klanglos ein, dass man den Eindruck gewinnen konnte, dass Ilja das Flügelgambit vollständig widerlegt hat. Ausgebaut wurde die Führung durch Christian. Er spielte eine ruhige Abtauschvariante im Slawen, die kürzlich auch im WM‑Kampf zwischen Kramnik und Anand zu sehen war. Wo Anand einen Bauern für aktives Spiel geopfert und mühelos Remis erreicht hatte, nahm Christians Gegner eine Bauernschwäche auf c6 und sehr passives Spiel in Kauf. Am Ausgang der Partie bestanden denn auch nie wirklich Zweifel. Nach Christians Auskunft spielte er nur einmal gegen Ende etwas ungenau. Christian ist damit unser Topscorer mit 3,5/4!

Die nächsten Entscheidungen fielen bei Herannahen der Zeitkontrolle. Frank an Brett 1 hatte wegen seines kleinen Stellungsvorteils erst remis abgelehnt, bot wenige Züge später dann aber selbst an. Frank stand am Schluss immer noch besser, aber zum Sieg wäre es noch weit gewesen und beim gegenwärtigen Gesamtstand kam uns eine Punkteteilung natürlich sehr entgegen. Auf 3,5:0,5 erhöhte wenig später Ingo. Wegen seines schlechten Saisonstarts galt er als eines der beiden Sorgenkinder der Mannschaft (zum zweiten komme ich gleich). Nach seiner Schilderung verpasste sein Gegner, Professor an der FH Flensburg, an einer Stelle die Möglichkeit »einen dicken Vorteil« rauszuholen. In den nachfolgenden Komplikationen behielt Ingo dann aber die Nerven und die Oberhand. Wir konnten sogar das Auftauchen einer zweiten schwarzen Dame mitverfolgen. Das alles erwies sich als zuviel für seinen Gegner, der die Zeit überschritt. Nach Ingos treffenden Worten konnte er sich durch seinen Sieg gegen den Professor einigermaßen »re‑habilitieren«!

Kommen wir damit zum zweiten Sorgenkind, meiner Wenigkeit. Etwas unglücklich mit 0 aus 2 gestartet, wollte ich unbedingt vermeiden, zum 25‑jährigen Jubiläum als schlechtester Neuzugang aller Zeiten in die Vereinsgeschichte einzugehen. Mein Gegner spielte seinen Königsinder sehr originell, was mich anfangs aber nicht beeindruckte. Ab dem frühen Mittelspiel gelang es ihm dann aber, mich zunehmend zu verwirren, sodass ich irgendwann keinen seiner Züge mehr voraussah. Objektiv stand ich immer noch besser, doch ich spürte, wie mir die Kontrolle der Stellung zunehmend entglitt. Ein gegnerisches Qualleopfer und die herannahende Zeitnot taten ihr Übriges: Plötzlich schien mir, als stünde ich am Rande des Verlust, oder, bei Betrachtung meines persönlichen Scores, am Rande der großen Rochade. Mit zitterndem Arm opferte ich einen Turm, um wenigstens Verwirrung zu stiften. Dies erwies sich als psychologischer Volltreffer: Vier Züge später fand mein Gegner einen Zug, der rekordverdächtig auf einen Schlag einen Turm und zwei Leichtfiguren einstellte. Ich hatte zwar zu diesem Zeitpunkt nur noch 30 Sekunden für fünf Züge, aber die Stellung war nun zum Glück völlig gefahrlos, weshalb mein Gegner aufgab. In der Heimanalyse fand ich heraus, dass ich vor dem Turmopfer immer noch besser stand, dieses mithin völlig idiotisch war. Sofort verloren hätte es zwar nicht, mein Gegner konnte aber ein besseres Endspiel erreichen. Alles in allem also ein glücklicher Sieg für mich, der unsere Führung auf 4,5 Punkte ausbaute und den Kampf entschied.

Da die drei noch laufenden Partien auch noch Punkte zu bringen versprachen, sah es nach einem regelrechten Kantersieg für uns aus. Nun aber wendete sich plötzlich das Blatt: Friedrich war mit einer imposanten Bauernphalanx von f4 nach c4 aus der Eröffnung gekommen und schien auf einen schnellen Sieg zuzusteuern. Nachdem es dem Gegner jedoch gelungen war, mit dem Zug d6 – d5 die Phalanx aufzubrechen und unbeweglich zu machen, wendete sich das Blatt. Möglicherweise hatte es Friedrich psychologisch nicht verkraftet, seine schöne Stellung ruiniert zu haben, jedenfalls konnte er keinen erfolgreichen Widerstand mehr entgegensetzen. Jörg war nach chancenreicher Eröffnung und Mittelspiel derweil in ein höchst unangenehmes Endspiel geraten. Er verpasste mehrere Remisfortsetzungen und musste bald einen Bauern geben. Danach war nichts mehr zu retten und Jörgs bis dahin blütenweiße Weste erlitt einen hässlichen Flecken. Am längsten spielte unser Kapitän. Seine Partie war wohl auch die interessante und abwechslungsreichste dieses Tages. Julian setzte in bester königsindischer Manier auf Angriff am Königsflügel und brachte ein Figurenopfer im Austausch für langfristige Kompensation. An einer Stelle kam er dem Sieg wohl auch sehr nahe. Nach der verpassten Chance war die Stellung wieder im ungefähren Gleichgewicht und der Gegner bot remis an. Julian fiel es wohl schwer, sich von der spannenden Partie zu trennen und spielte weiter. Da wir sowieso schon gewonnen hatten, war diese Entscheidung natürlich völlig verständlich. Leider machte Julian in der Folge aber eine Serie von ungenauen Zügen, die seine Stellung in ernste Gefahr brachten. Sein Gegner schien seine Chance zu wittern und spielte nun mit kraftvollen Zügen auf Gewinn. Julian, der inzwischen auch schon sehr knapp an Zeit war, gelang es nicht, die Stellung zu halten. Dass er nach so engagiertem Spiel am Ende mit leeren Händen dastand, war enttäuschend, aber insgesamt überwog natürlich die Freude über den Sieg. Dass er nach der deutlichen Führung am Ende so knapp ausfallen würde, hatten wir nicht geahnt. Doch können gerade auch 4,5:3,5 Siege besonderes Selbstvertrauen geben, weil sie zeigen, dass man das für einen Aufstieg nötige Glück auf seiner Seite hat. Wir überwintern nun jedenfalls auf Platz 1 der Tabelle mit einem komfortablen Vorsprung. Preetz hingegen sitzt das Abstiegsgespenst im Nacken.

(Jan Peter Schmidt)

↑
↓
5. Runde
18.01.2009 Königsspringer Hamburg SV Bargteheide 4 : 4
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Andreas Plüg ½ : ½
2 Dr. Carl‑Christian Buhr Thorsten Kittler 1 : 0
3 Jan Peter Schmidt Giso Jahncke 0 : 1
4 Ilja Rosmann Hartmut Porth 0 : 1
5 Christian Hess Jens Wolter ½ : ½
6 Jörg Lampe Michael zum Felde 0 : 1
7 Dr. Friedrich Wagner Stephan Denker 1 : 0
8 Ingo Wilms Klaus Peterwitz 1 : 0

18.01.2009 Schachfreunde Schwerin Hamburger SK 3 :
18.01.2009 SC Diogenes Preetzer TSV :
18.01.2009 SSC Rostock 07 Lübecker SV 2 :
18.01.2009 Kieler SG Meerbauer Schachfreunde Hamburg :

Wo ist der Punkt geblieben?

Am heutigen Sonntag ging es im Clubheim gegen den Aufsteiger aus Bargteheide, der nominell zwar schwach war, aber mit vielen Jugendlichen gespickt. Zunächst verlief alles nach Plan. Ingos Gegner spielte Skandinavisch, und das nicht besonders gut. Er ließ sich auf eine Taktik ein, die überhaupt nicht ging, und Ingo verwandelte eiskalt und sehenswert zum 1:0. Mein Gegner spielte Willie‑Aufbau und tauschte einfach alles ab, sodass ich schnell remis geben musste. Christian fühlte sich nicht wohl und machte auch schnell remis, obwohl seine Stellung sicherlich nicht schlecht war.

So weit so gut, einige gute Weiß‑Stellungen, niemand, der schlecht stand, was soll da noch passieren?? Tja, Friedrich gewann souverän, während Carli aus dem Krautsalat, den er mit seinem Gegner aufs Brett warf, langsam Vorteil erzielen konnte. Jan stand okay, fand jedoch nicht die richtige Fortsetzung, sodass er in ein hoffnungsloses Endspiel kam. 3:2. Jörg verwandelte seine vorteilhafte Stellung durch ein paar grausame Züge in ’ne Kackstellung, während Ilja zwar mehr Zeit als sein Gegner hatte und gut stand, … Nach einigem wilden Hin und Her wäre Ilja wohl mit einer Mehrfigur geblieben, hätte er sie nicht in horrender Zeitnot inklusive einer zweiten Figur eingestellt. Der Gegner hatte sogar 41 Züge geschafft, stellte jedoch mit dem 41sten seinen Turm ein. Nach der Rekonstruktion gab Ilja sofort auf, da er das gar nicht gemerkt hatte. Unglaublicherweise war aber sogar diese Stellung für ihn verloren, da der Gegner das Umwandlungsfeld sofort beherrschen konnte, und der Bauer durchlief. Unglaublich! Während Jörg sich noch in einem hoffnungslosen Endspiel quälte, musste Carlis Gegner die Waffen strecken, da der Vorteil zu groß wurde. Jörg gab auf, und wir haben den ersten »Nassen«.

Mund abwischen, weitermachen! Wir sind immer noch drei Punkte vorn. Nächster Kampf in Schwerin. Hoffentlich wird’s wieder besser.

(Julian Zimmermann)

↑
↓
6. Runde
01.02.2009 Schachfreunde Schwerin Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, Vereinslokal, Lübecker Str. 57, 19053 Schwerin

1 Christian Hüneburg Frank Lamprecht 0 : 1
2 Morten Weyrich Julian Zimmermann 1 : 0
3 Ralph Wagner Jan Peter Schmidt 0 : 1
4 Arvid Grahl Ilja Rosmann 0 : 1
5 Bernd Wandel Christian Hess 0 : 1
6 Hans‑Eckart Lüthke Jörg Lampe 0 : 1
7 Dieter Hasselmann Dr. Friedrich Wagner ½ : ½
8 Sven Helms Karin Chin 1 : 0

01.02.2009 Hamburger SK 3 Schachfreunde Hamburg 4 : 4
01.02.2009 Lübecker SV 2 Kieler SG Meerbauer :
01.02.2009 Preetzer TSV SSC Rostock 07 4 : 4
01.02.2009 SV Bargteheide SC Diogenes 4 : 4

Bericht

Weiße eisige Pracht in Barmstedt, mir schneite schlimmes, doch das heiße Hamburg ließ die geschlossene Schneedecke nur bis Pinneberg‑Nord vordringen. Ich trug dann noch kurz Schneereste in Friedrichs Wohnung, die als Treffpunkt zur Fahrt gen Osten diente, dafür sorry, Schneeende. Überpünktlich bei den Schachfreunden Schwerin im Cafe angekommen wartete als 9. Mann Olaf Ahrens auf uns. Dann kam Christian per Bahn, das zweite Auto (10. Mann Aleksandar Trisic auf der Autobahn gesichtet.), die Schweriner und schließlich die Schachbretter. Sieben ordentliche rechteckige Tische mit soliden Stühlen warteten auf die Bretter 2–8, nur für Brett 1 war ein schiefes Trapez als Tisch vorgesehen. Da nützt dem Hirn auch kein quadratisches Schachbrett, das sieht immer schief aus. Um mich hinzusetzen, musste ich einmal um die gepolsterte Eckbank rutschen, was meinem Bewegungsdrang während der Partie aber nicht im Wege stand und wenn, dann wohl nur meinen Gegner störte.

Pünktlich angepfiffen entwickelte sich der Kampf ganz in unserem Sinne. Christians Gegner versuchte einen Großbenoni, der aber schnell als verkorkster Königsinder endete. Ilja bot früh remis, der Gegner wollte nicht, Ilja dann irgendwann auch nicht mehr. Einzig Julian hatte nach Vorteilen suchend in der Eröffnung ungewohnt viel Zeit liegen gelassen und wurde nach einem Rechenfehler ausgekontert. Zusammen mit Friedrichs Remis und meinem fritzgeprüften Figurenopfer hatten wir vor der Zeitkontrolle schon mal 3,5 Punkte. Matchwinner war diesmal Jan, der seinen Raumvorteil zu immer mehr Druck und schließlich Materialgewinn ausbaute, womit er sich nach eigener Überzeugung beim späteren Essen im ›Jack The Ripper‹ ein Steak verdient hatte. Karin tauschte nach guter Eröffnung leider das falsche Leichtfigurenpaar und sammelte im ungleichen Läuferendspiel mit Schwerfiguren zwar wichtige Erfahrung, aber keine Punkte. Bei Jörg wollten beide gewinnen, was im abwechslungsreichen Kampf dann auch sechs Stunden ausgekostet wurde. Am Ende zerrissen zwei vom Läufer unterstützte Freibauern den gegnerischen Turm.

Wir gewinnen 5,5:2,5; die anderen spielen alle unentschieden, jetzt nur nicht nachlassen!

(Frank Lamprecht)

↑
↓
7. Runde
01.03.2009 Königsspringer Hamburg Hamburger SK 3 4 : 4
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Julian Zimmermann Wolfgang Pajeken 0 : 1
2 Jan Peter Schmidt Markus Lindinger ½ : ½
3 Ilja Rosmann Hartmut Zieher ½ : ½
4 Christian Hess Björn Bente 1 : 0
5 Jörg Lampe David‑Geffrey Meier 0 : 1
6 Dr. Friedrich Wagner Arne Bracker ½ : ½
7 Jochen Cremer Karl‑Heinz Nugel ½ : ½
8 Karin Chin Stefan Schnock 1 : 0

01.03.2009 SC Diogenes Schachfreunde Schwerin 4 : 4
01.03.2009 SSC Rostock 07 SV Bargteheide :
01.03.2009 Kieler SG Meerbauer Preetzer TSV 5 : 3
01.03.2009 Schachfreunde Hamburg Lübecker SV 2 :

Nach dramatischem 4:4 weiter auf Aufstiegskurs

Das Match gegen den zweitplatzierten HSK III besaß vorentscheidenden Charakter: Bei einem Sieg würde uns schon ein Punkt aus den letzten zwei Spielen zum Aufstieg reichen. Auch bei einem Unentschieden wären wir weiter in ausgezeichneter Position. Die Maxime lautete daher: keine Niederlage! Schmerzlich vermisst wurden vorne Frank und Carli. Hinten spielten dafür Jochen und Karin. Wie sich zeigen sollte, hatte unser Mannschaftsführer bei der Wahl der Ersatzspieler ein goldenes Händchen bewiesen.

Als Erster beendete dieses Mal ich meine Partie. Gegen Lindingers altindischen Aufbau gelang es mir leider nicht, ein ordentliches Druckspiel aufzuziehen (Ketzer würden behaupten, dass man das auch nicht erwarten könne, wenn man als Weißer g3, Lg2 spielt). Erst nach einem ungenauen Zug meines Gegners konnte ich (auch für mich überraschend) ein paar unangenehme Drohungen aufstellen. Leider ließ ihn kurz darauf schon wieder entwischen. Zu Hause zeigte mir Fritz, wie es richtig ging. Nachdem die unverhoffte Chance verpasst war, verflachte das Spiel zusehends. Als ich befürchtete, langsam in eine schlechtere Stellung zu trudeln, zog ich die Notbremse und bot remis an. Mein Gegner, noch unter dem Eindruck der gerade überwundenen Schwierigkeiten, nahm erfreut an. Nicht unbedingt zu Recht, denn der Zug, mit dem ich angeboten hatte, war richtig schlecht und Schwarz hätte sich nach ihm durchaus Hoffnungen auf Vorteil machen können. Die Partie war von beiden Seiten also eine ziemlich schwache Vorstellung und verdiente keinen Sieger.

Als nächstes war Ilja fertig. Für sein gemächliches Spiel in der Eröffnung bekannt, setzte er dieses Mal noch einen drauf und schaute nach den Zügen 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 erstmal gemütlich 20 Minuten rein. Nach dem Kampf verriet er uns, dass er an diesem Tag Französisch‑Premiere gefeiert hatte. Nach 3.Sd2 habe er halt noch mal im Kopf die Varianten sortieren müssen. Offenbar muss das neue Repertoire aber noch mal überarbeitet werden, denn nach der Eröffnung sah die schwarze Stellung nicht unbedingt vertrauenerweckend aus. Spätestens hier fand Ilja aber zu alter Stärke zurück: Mit gewohnter Solidität entschärfte er die weißen Drohungen und gelangte sicher zum Remis.

Auch bei Jochen geriet die Partie nie ernsthaft aus dem Gleichgewicht. Die Eröffnung war für ihn allerdings nicht nach Plan verlaufen: Aus Furcht, sein Gegner würde mit Weiß eine Art Stonewall‑Aufbau anstreben, fing er an, etwas gekünstelt zu spielen. Die Behandlung war in diesem Fall schlimmer als die Krankheit, denn nun geriet Jochen in eine zwar feste, aber sehr passive Stellung, in der sein Gegner bequem an beiden Flügeln operieren konnte. Jochen behielt aber die Ruhe und lenkte die Partie mit sicherer Hand in den Remishafen.

Nach diesem verhältnismäßig ruhigen Auftakt erhöhte sich die Schlagzahl nun beträchtlich. Tragisch verlief Julians Partie an eins gegen Pajeken. Aufgrund von Franks Einsätzen »à la carte« musste Julian bereits das fünfte oder sechste Mal in dieser Saison mit Schwarz ran. Seine fahrlässige Vorbereitung vermag das allerdings nicht zu entschuldigen. Denn obwohl er natürlich von der Vorliebe seines ehemaligen Trainers für ›Trompowski‹ wusste, bereitete er sich ausgiebig auf alle möglichen anderen Sachen vor, um an Ende den »Tromp« einfach zu vergessen. Als nun die Züge 1.d4 Sf6 2.Lg5 aufs Brett kamen, war das Geschrei natürlich groß. Julians Improvisation war zunächst wenig überzeugend. Er igelte sich auf der 6. und 7. Reihe ein und blieb mit dem König in der Mitte stecken. Immerhin hielt er mit Läuferpaar und flexibler Bauernstruktur auch ein paar langfristige Trümpfe in der Hand. Und Julians Strategie ging auf: Pajeken forcierte zu früh und führte eine für ihn nachteilhafte Bauerstruktur herbei. Julian errichtete eine sichere Königsstellung und startete einen Gegenangriff. Nach Abtausch einiger Figuren gelangte er in ein klar besseres Schwerfigurenendspiel. Hier wurde Julian das Opfer von Schachblindheit: Einzügig ging ein Turm vom Brett! Gerade in einem Schwerfigurenendspiel ist so was natürlich kaum noch wettzumachen. Wirklich schade, nachdem Julian so schön aus der Defensive gekontert hatte.

Nach dieser bitteren Pille sah es düster für uns aus. Zwar stand Christian klar besser, doch waren von Jörg, Friedrich und Karin nicht mehr viele Punkte zu erwarten. Karin hatte ihre schärfste Waffe ausgepackt, das häufig belächelte Mittelgambit. Ihr Gegner wich schon früh von der Hauptfortsetzung ab, doch konnte Karin keine Widerlegung finden. Ihr Angriff kam trotz redlicher Bemühungen nicht recht in Gang. Besonders ein schwarzer Turm auf a4(!) stiftete mächtig Unruhe im weißen Lager. Schwarz konnte zunehmend Material tauschen und mit zwei Mehrbauern gelassen dem Endspiel entgegensehen. Als auch noch Karins Zeit knapp wurde, schien die Sache gelaufen. Aber weit gefehlt: Ich verstehe immer noch nicht recht wie, aber mit ihren verbleibenden drei Figuren gelang es Karin, eine letzte verzweifelte Attacke gegen den schwarzen König zu reiten. Diese Frechheit raubte ihrem Gegner offenbar den Nerv: Anstatt die Damen zu tauschen und in ein klar besseres Endspiel zu gehen, trieb er Karins König in den sicheren Unterschlupf nach a3. Als die Schachs zu Ende waren, sah er die Bescherung. Im Handumdrehen setzte Karin ihn matt!

Karins Heldentat brachte uns den Ausgleich, aber nach wie vor war unsere Lage schwierig, da Jörg schon kurz darauf aufgeben musste. Er hatte sich als Schwarzer mutig auf einen Tarrasch eingelassen, obwohl er wusste, dass sein Gegner in dieser Eröffnung sehr erfahren ist. Nachdem Jörg irgendwo im frühen Mittelspiel die richtige Fortsetzung verpasst hatte, wurde sein Stellung bald unangenehm: Sein Gegner zeigte, dass er die Stellung sehr gut verstand und schoss sich auf Jörgs schwache Bauern am Damenflügel ein, ohne dabei Gegenspiel zuzulassen. Dass Jörg in extreme Zeitnot kam, machte die Sache nicht besser. Kurz vor Schluss hätte er seinem Gegner mit einem überraschenden taktischen Hieb allerdings fast noch den k. o. versetzt. Obwohl dieser die eigentliche Pointe nicht sah, fand er leider den einzigen Gewinnzug.

Den erneuten Ausgleich besorgte Christian. Er spielt eine bärenstarke Saison und legte an diesem Tag eine weitere Glanzpartie hin. Mit Weiß verdichtete er nach und nach seinen Vorteil, indem er geschickt an beiden Flügeln Drohungen aufstellte. Positionelles Spiel gepaart mit taktischen Schlägen: So macht Schach Spaß! (finde ich jedenfalls)

Nun hing beim Stand von 3,5:3,5 alles an Friedrich Partie. Er hatte als Weißer wieder sein bewährtes Botwinnik‑System gespielt, also g3, e4, d3, c4. Die Partie nahm jedoch schon bald eher unorthodoxe Züge an. In einem zähen Manövrierkampf verlor Friedrich irgendwo den Faden und geriet nach eigenen Angaben in eine Verluststellung. Nachdem er seinem Gegner entwischt war, machte er sich eifrig daran, eine solide Verteidigungsstellung aufzubauen. Mit Erfolg: Die gefährliche Initiative seines Gegners versandete nach und nach. Plötzlich konnte Friedrich mit einem Mehrbauern sogar wieder Gewinnpläne schmieden. Er wollte das für uns so wichtige 4:4 aber nicht aufs Spiel setzen und bot remis an, was sein Gegner kaum ablehnen konnte. Dieses mannschaftsdienliche Verhalten Friedrichs verdient Anerkennung!

Mit dem umkämpften, aber insgesamt gerechten 4:4 gegen die starke Mannschaft HSK III haben wir eine ganz wichtige Etappe auf dem Weg zum Aufstieg gemeistert. Mit einem Sieg gegen Diogenes können wir eine Runde vor Schluss nun alles klar machen.

(Jan Peter Schmidt)

↑
↓
8. Runde
15.03.2009 Königsspringer Hamburg SC Diogenes :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Lamprecht Dr. Markus Hochgräfe ½ : ½
2 Julian Zimmermann Tsung Chen ½ : ½
3 Carl‑Christian Buhr Christian Laqua 1 : 0
4 Jan Peter Schmidt Holger Mach 0 : 1
5 Christian Hess Axel Stephan 1 : 0
6 Jörg Lampe Dirk Legahn 0 : 1
7 Dr. Friedrich Wagner Stefan Gottuk ½ : ½
8 Ingo Wilms Michael Neumann 1 : 0

15.03.2009 Hamburger SK 3 Lübecker SV 2 5 : 3
15.03.2009 Preetzer TSV Schachfreunde Hamburg 5 : 3
15.03.2009 SV Bargteheide Kieler SG Meerbauer 3 : 5
15.03.2009 Schachfreunde Schwerin SSC Rostock 07 4 : 4

2.Liga!

Wie im letzten Bericht bereits erwähnt hatten wir an diesem Sonntag die Chance durch einen Sieg in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Unser Gegner war der abstiegsgefährdete SC Diogenes mit Ex‑Königsspringer »Doktor von Mallorca« (alte 2.Liga‑Haudegen werden sich erinnern) Markus Hochgräfe. Ich konnte erstmals in dieser Saison Carli und Frank gleichzeitig ans Brett bringen und musste dafür auf Ilja verzichten. Frank machte mit Schwarz nach zehn Zügen gegen Markus H. remis, welcher sich anschließend genüsslich über das vorm Clubheim stattfindende Fußballspiel amüsierte.

Nach den Eröffnungen sah es weder gut noch schlecht aus: Ingo schien in der Vorbereitung, Friedrich eher nicht, Jörg sowieso nicht (mit viel Zeitverbrauch), Christian stand normal und packte dann ein Manöver von Portisch aus! Ich hatte irgendwie Vorteil gegen Französisch, Jan wohl auch gegen komisches Kraut (zumindest weiß ich nicht, was es war) und bei Carl war’s so lala.

Die erste Partie, die mir entschieden schien, war die von Ingo, da er mit Dame gegen Turm plus Fianchettoläufer auf g7 plus Freibauer auf b2 auf völlig verlorenem Posten stand. Die erste entschiedene Partie war dann auch die von Ingo, jedoch mit einem Punkt für uns. Er hatte in bester Ingo‑Fopp‑Manier zwei Bauern für nix auf den letzten Fopp geopfert, und der Gegner fiel wirklich hinein und verlor den b2‑Freibauern und durch den Schock auch schnell die Partie.

Christian hatte starkes Übergewicht erzielt und verwandelte sicher zum 2:0. Jörg stand auch super, musste jedoch seinem langen Nachdenken in der Eröffnung Tribut zollen, als er in Zeitnot den Gewinn vergab und auch noch zwei Bauern einstellte. Carlis Partie habe ich nicht gesehen, ich kann mich nur an die Aussage von Ingo erinnern: »Carli hatte einen Bauern weniger und dann auf einmal eine Figur mehr, wie auch immer – Punkt gemacht, wunderbar!« Leider verlor Jan seine ehemals Superstellung auf Zeit (und auf Stellung!??), sodass nach der Zeitnot ein 3,5:2,5 zu Buche stand.

Friedrich hatte ein Turmendspiel mit Bauer weniger und der MF, der in Zeitnot den Gewinn nicht fand, hatte zumindest Dauerschach. Hätte man doch jetzt einen Spion in Schwerin, bei dem der Verfolger aus Rostock antreten musste. Ich sah den Gewinnzug sofort, brauchte aber eine halbe Stunde, bis ich die Idee dahinter fand und ihn schließlich ausführte. Mein Gegner ließ daraufhin fast seine gesamte Stunde Bedenkzeit abtickern. Kurz vor dem Ende meiner Partie meldete Friedrich remis, sodass ich in totaler Gewinnstellung ebenfalls remis anbot, was mein Gegner unter Danksagung annahm.

4,5:3,5!! Es ist geschafft. Kurz darauf erfuhr ich noch, dass Rostock unentschieden spielte. Alle Nerven waren also umsonst, und der Aufstieg so oder so in trockenen Tüchern.

Da ich keine Lust habe, nächstes Mal einen Abschlussbericht zu schreiben, blicke ich schon jetzt abschließend auf die Saison zurück. Aus meiner Sicht waren drei Gründe für den Aufstieg maßgebend. Zum ersten ist die mannschaftliche Geschlossenheit in Verbindung mit sehr wenigen Absagen zu nennen. Vier Leute spielten durch und zwei sagten nur einmal ab! Die anderen beiden Gründe sind in einzelnen Spielern/ Brettern zu sehen. Wenn man die Einzelergebnisse betrachtet, fällt kaum jemand besonders heraus, sogar zweimal −2 (Jan und ich) und der Rest notiert knapp über 50 %. Der ganze Rest? Nein! Christian gewann ein ums andere Mal in wirklich souveräner Manier. Nachdem er letztes Jahr noch der Unglücksrabe war, hat er uns dieses Jahr mit 7/8 fast im Alleingang in die 2. Liga geschossen. Respekt!! Der andere wichtige Faktor war unser Brett 8, egal wer dort spielte, insgesamt wurden 6/8 erzielt (davon 2/2 von Max Borgmeyer, unsere Jugend ist also auch wieder im Kommen!). Ich wusste zwar vor allem zwischendurch nie, wie die jeweiligen Partien ausgehen würden, aber wie die Punkte dann zustande gekommen sind, ist ja auch egal!

Die Mannschaft
(Foto)
stehend: Christian Hess, Frank Lamprecht, Jan Peter Schmidt, Friedrich Wagner, Carl‑Christian Buhr, Ingo Wilms
sitzend: Julian Zimmermann, Jörg Lampe

Nach dem spannenden Finish gab es noch eine kleine Fotosession mit zwei mehr oder weniger professionellen Fotografen, bis der Vorsitzende mit ein paar Flaschen Sekt zum Anstoßen aufwartete (Vielen Dank dafür!). Anschließend wurde noch bei unserem neuen Griechen weiter gefeiert und ein paar Verrückte mussten dann unbedingt noch ihre Partien bis in den späten Abend analysieren. Die 2. Liga wird sicher hart, aber es ist nicht unmöglich dort zu bestehen. Zunächst steht noch ein kleines Schaulaufen am 29.3. in Rostock an, bevor es in die wohlverdiente Sommerpause geht, die hoffentlich der eine oder andere zum Schachspielen nutzt.

(Julian Zimmermann)

↑
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9. Runde
29.03.2009 SSC Rostock 07 Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, BEC Informationssysteme KG, Gewerbeallee 19, 18107 Elmenhorst

1 Hans‑Ulrich Grünberg Julian Zimmermann 1 : 0
2 Dr. Robert Jaster Ilja Rosmann 1 : 0
3 Jörg Sonnenberger Christian Hess ½ : ½
4 Eckhard Jeske Jörg Lampe 0 : 1
5 Jonas Förster Dr. Friedrich Wagner 1 : 0
6 Peter Brack Ingo Wilms 0 : 1
7 Jörg Holzmann Karin Chin 0 : 1
8 Kirsten Jeske Clemens Harder 0 : 1

29.03.2009 SC Diogenes Hamburger SK 3 :
29.03.2009 Kieler SG Meerbauer Schachfreunde Schwerin :
29.03.2009 Schachfreunde Hamburg SV Bargteheide 5 : 3
29.03.2009 Lübecker SV 2 Preetzer TSV :

Ein gelunges Saisonende

Die Aufstiegsfeier war schon zwei Wochen her, obwohl der letzte Kampf noch nicht gefochten. Und der lag undankbar im fernen Rostock gekoppelt mit einer Stunde Abzug die etwa zwischen 2 und 3 Uhr in der Nacht zum Sonntag verloren ging.

So war die Motivation nicht auf dem Höchststand, allerdings wollten wir uns natürlich auch bei dem eher unwichtigen letzten Kampf gut verkaufen.

So ging es frisch auf nach Rostock um 8.30 Uhr (gefühlte 7.30 Uhr). Die erste Hürde war wie immer der Horner Kreisel. Dieser wurde jedoch recht zügig gefunden, trotz Fahrer, Navi (10 Jahre alt) und Beifahrer (Ingo) und so ging es auf nach Rostock. Das Spiellokal wurde verlegt in die IT‑Firma von drei der Rostocker Spieler (Jeske, seine Frau und Sonnenberger) Der erste Anblick ließ auf eine Mischung aus Botanischem Garten gespickt mit Ausstellungsstücken aus einem Informatik‑Museum deuten. War zwar etwas ungewöhnlich, aber nicht ungemütlich.

Pünktlich waren alle vor Ort, Christian ist sogar schon einen Tag früher angereist (evtl. um die berühmte Rostocker Seezunge geniessen zu können).

An Brett 1 erwischte Julian mit Grünberg einen alten bekannten und ein knackiger Najdorf stand zur Debatte. Ilja an Brett 2 hatte sich gegen Jaster eine aussichtsreiche Stellung erspielt und schien seinen Gegner fest im Griff zu haben. Christian hatte an Brett 3 mit Sonnenberger ein nicht ganz so hartes Los gezogen und hatte sich ebenfalls eine äusserst aussichtsreiche Isolanistellung erspielt.

Ich spielte an Brett 4 gegen Jeske und hatte eine etwa ausgeglichene Isolanistellung. (Vorbereitet habe ich mich nur auf Sonnenberger, da es das Schlimmste gewesen wäre, gegen ihn zu verlieren – so wie letztes Jahr).

An Brett 5 spielte Friedrich diesmal tatsächlich nicht gegen einen seiner alten Vereinskollegen, sondern gegen einen unbekannteren Förster. Bei Friedrich sah die Stellung auch sehr ordentlich aus. Ingo an 6 spielte gegen Peter Brack, der anfangs allerdings versuchte, den guten Ingo mit allen zur Verfügung stehenden Willie‑Fops zu verunsichern. Da aber kaum jemand, der jemals von Boris vorbereitet wurde, darauf hineinfallen sollte, konnte Ingo diese Klippen sicher umschiffen und erreichte irgendsoeine Stellung. Bei Karin an 7 gings gleich heiß her und eine verwickelte Stellung mit Minusqualle aber ausgezeichneten Angriffschancen zeichnete sich ab. Clemens an 8 spielte gegen Jeskes Frau, die auch noch ihre Tochter mitbrachte, um in der Küche zu helfen.

Jule wurde in der Eröffnung auf dem kalten Fuss erwischt, spielte sehr forciert und bekam forciert ein nicht so gutes, aber haltbares Endspiel. Dies wurde aber durch einen Bauerneinsteller in ein unhaltbares umgewandelt.

Ilja hat den Sack nicht zugemacht, sondern sich irgendwie selber umgebracht, habe ich allerdings nicht gesehen.

Christian hat den Sonnenberger gut im Griff gehabt, aber der große Vorteil schien sich zu verflüchtigen und so wurde ins Remis eingewilligt.

Ich habe ein eher dubioses Figurenopfer gebracht, das nicht wirklich nötig war. Das stiftite jedoch genügend Unruhe, um eine verwickelte Stellung in ein Endspiel T+3B gegen 2L abzuwickeln, das er sich nicht mehr allzulange zeigen lassen wollte.

Friedrich hat wohl seine gute Stellung etwas zu optimistisch bewertet und wurde ausgekontert. Wer bis jetzt mitgezählt hat, wird ein 1,5:3,5 an den ersten 5 Tischen bemerkt haben. Sollten wir tatsächlich in dieser Saison noch mal einen echten »Nassen« bekommen? Aber weit gefehlt, ein gutes Händchen bei der Auswahl der Ersatzmänner hat diese Saison den einen oder anderen Mannschaftspunkt beschert. Ingo an 6 hatte seine Quote gegen Brack nun auf 50 % gesteigert und ihm souverän eine Figur gemopst.

Clemens an 8 hatte Jeskes Frau ebenfalls recht souverän frisch gemacht. Das Spiel bei Karin an 8 war wieder nichts für schwache Nerven. Nach 5 Stunden 59 Minuten wurde das Spiel von Qualle weniger mit Kompensation, Qualle weniger aber Gewinn, Qualle weniger aber Verlust, Qualle weniger aber Remis, Qualle weniger aber Gewinn, Turm weniger aber Gewinn schließlich in ein Dame gegen Turm Endspiel abgewickelt, wo dann der Gegner nach zwei Zügen den Turm einstellte und somit Karin den letztendlich verdienten Punkt einstreichen konnte. Das gelungene Ende einer gelungenen Saison lautet: 4,5:3,5 gegen Rostock.

Mit 16 Mannschaftspunkten wird die Tabelle dominiert, mit einem Vorsprung von 5 Mannschaftspunkten – sogar 6 Mannschaftspunkte auf die nächste überhaupt aufstiegsberechtigte Mannschaft. Ein in dieser Form unerwartet deutliches Ergebnis.

Zeit für ein kleines Resümee der einzelnen Spieler:

Frank konnte immerhin 5 mal verpflichtet werden und holte solide und gute 3/5 an Brett 1.

Insgesamt hat Julian 3/9 Punkte gesammelt, sicher nicht seine beste Saison. Auf den Brettern lagen wesentlich mehr herausgespielte Punkte, wobei der eine oder andere Punkt diesmal eher unglücklich verschenkt wurde.

Carli wurde mit strengen 2/2 in wichtigen Kämpfen genau zur richtigen Zeit eingeflogen, u. a. im Aufstiegskampf gegen Dio.

Jan, auch bekannt als Petsi blieb mit 2,5/7 noch unter seinen Erwartungen zurück. Trotzdem ist er eine wichtige neuverpflichtete Stütze. Allerdings scheinen sich Vereinsneulinge immer erstmal eine Saison zurückzuhalten, bevor sie richtig Gas geben.

Ilja ist mit seinen 4,5/8 warscheinlich auch nicht ganz zufrieden, hatte er doch seine Gegner wesentlich besser im Griff, als die Punktausbeute wiederspiegelt. Aber manchmal ist die Zeiteinteilung nicht ganz so optimal (Womit ich allerdings nicht behaupten wollte, ich würde es besser machen!).

Christian, letzte Saison noch Neuling, legte diese Saison bärenstarke 7,5/9 hin. Einige Siege gingen ihm so leicht von der Hand, dass spielstärkemäßig mindestens eine Klasse zwischen ihm und seinen Gegnern lag, ganz stark!

Ich (Jörg) bin mit 5/9 und keiner Remispartie laut dem Mannschaftsführer eine »Wundertüte«: Man weiß einfach nicht, was rauskommt.

Friedrich mit soliden 4,5/9 ist vor allem mit Schwarz auch mal gut für einen ausgekonterten ganzen Punkt.

Ingo mit 4,5/7 setzte nach schwachen Start (0,5/3) nochmal starke 4/4 drauf und konnte wichtige Punkte beisteuern.

Das Ersatzbrett war mit insgesamt 5,5/7 erstaunlich gut besetzt (ein sehr gutes Händchen des Mannschaftsführers). Davon wurden 2/3 von Karin, 2/2 von Max, 1/1 von Clemens und 0,5/1 von Jochen erzielt. Hut ab, hier wurde häufig der Kampf entschieden.

Das Spielen in dieser Mannschaft macht ausgesprochen Spaß, danke schön dafür Jungs (und Mädels). Das Teamgefühl ist vorhanden und die meisten Spieler spielen auch fast alle Spiele in der Saison durch. Das war nicht immer so und ist sicher ein wichtiger Aspekt für ein gutes Mannschaftsgefühl. In der 2. Bundesliga wird es sicher eine ganze Nummer härter, allerdings ist bis dahin auch noch ein wenig Zeit zum trainieren.

(Jörg Lampe)

Quelle: Bundesliga-Ergebnisdienst Hamburg
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/09-ksh1.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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