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Chronik: Archiv
Sonntag, 19. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Schulschach 2007/08
Bericht

Partnerschule der Schacholympiade – Frohmestraße bekommt Traumlos

Am Donnerstag, den 05.07.2007 fand im Schulschachzentrum ›Villa Finkenau‹ die Auftaktveranstaltung der Aktion ›Partnerschulen für die Schacholympiade‹ statt. Von unserem Verein vor Ort waren André van de Velde (Vorsitzender Hamburger Schachverband), Ingo Wilms (Vorsitzender Hamburger Schachjugendbund), die Familie Broksch (dazu mehr weiter unten) und zwei Schachtrainer von der Schule Frohmestraße: Baldur Schroeter und Boris Bruhn.

Unsere wichtigste Schulschachgruppe, die Schule Frohmestraße, war nicht nur Partnerschule, sondern wurde hervorgehoben als erste Hamburger Schule, die das Pilotprojekt ›Schach als Schulfach‹ umsetzen wird.

Der Organisator der Veranstaltung und Fachreferent für Schach in Hamburg, Björn Lengwenus hatte die Schule Frohmestraße außerdem ausgesucht, um die Veranstaltung zu eröffnen. Mit Simon Broksch (in Begleitung seiner Eltern vor Ort) durfte ein Schüler »unserer« Schule die symbolische Eröffnungspartie spielen gegen einen Schüler der Johanna‑Mestorf‑Schule Kiel, an der ein Bekannter früherer Tage als Lehrer unterrichtet: Cay Tonner. Die Adressen sind ausgetauscht und es gibt sicher die Chance einer Revanche, denn Simon verlor leider. Das Einzigartige an dieser Partie war jedoch, dass niemand Geringerer als der Schachweltmeister Wladimir Kramnik (Russland) den ersten Zug ausführte. Kramnik hatte sich dazu entschlossen, Schirmherr dieser Aktion zu werden. Er war ohnehin einige Tage in Hamburg, um bei ChessBase eine DVD aufzunehmen, und so nahm er die ganze Aktion am Donnerstagabend mit.

Im Zentrum der Veranstaltung stand das Zulosen der Teilnehmerländer zu den Partnerschulen, das von ›Marienhof‹‑Darstellerin ›Vaile‹ und Weltmeister Kramnik durchgeführt wurde. Jede Schule soll sich ein Jahr lang (bis zur Olympiade im November 2008 in Dresden) in mindestens einer Klasse mit dem Partnerland beschäftigen. Ferner soll die Schule eine Präsentation des Partnerlandes entwerfen und bei verschiedenen Aktionen für »ihr« Land werben. Als Belohnung dürfen zwei Schüler einer jeden Schule nach Dresden zur Schacholympiade reisen und mit den Mannschaften ihres Partnerlandes bei der Eröffnungsveranstaltung einmarschieren. (Wer es ganz genau wissen will, informiere sich auf den Seiten der Deutschen Schachjugend.)

»Dabei sein ist alles«, dieser Grundsatz gilt auch und gerade bei der Schacholympiade, bei der immerhin einige tausend der weltbesten Schachspieler zugegen sein werden. Die Ehre, mit der Delegation einzumarschieren, steigt trotz des »Dabei sein ist alles«‑Konzeptes mit dem ausgelosten Partnerland. Und ziemlich geehrt fühlen darf sich die Schule Frohmestraße, die Nummer 1 der FIDE‑Länder‑Rangliste zugelost bekommen zu haben, das ist etwas ganz Besonderes. Der Weltmeister persönlich loste als Partnerland Russland zu. Damit ist die Schule Frohmestraße exklusiver Botschafter und Repräsentant für die größte und (elomäßig) beste Schachnation der Welt.

Direkt nachdem Kramnik die Worte »Hamburg, Schule Frohmestraße« gesagt hatte, brandete bei unserer Delegation Jubel ganz im Stil hanseatischen Understatements auf. Hinter uns rief es jedoch ganz laut »Gratulation«, und das war ›Smudo‹ von den ›Fantastischen Vier‹ (die Urväter deutschen Sprechgesangs). ›Smudo‹ war trotz seiner Popularität nicht Ehrengast, sondern ganz normaler Zuschauer. Genau wie viele andere wollte er einen Händedruck und einen schönen Schnappschuss mit dem Weltmeister ergattern und schaffte dies auch. Nebenbei war ihm klar, Sekundenbruchteile nach der Auslosung, dass der »Jackpot« gerade nach Hamburg‑Schnelsen gegangen war. Vielen Dank für die Gratulation!

Auch Weltmeister Kramnik zeigte sich sehr erfreut über sein Geschick beim Losen, hatte er doch im Laufe des Abends mitbekommen, dass die Schule Frohmestraße mehrfach genannt wurde. Und so fragte er im Gespräch mit Vertretern der Schule nach der Auslosung: »What do you plan, when will you come?« Baldur und ich dachten nur: »Geplant ist noch nichts, wie auch, unser Partnerland ist uns erst fünf Minuten bekannt. Und wohin eigentlich kommen?«, also mal verdutzt nachfragen: »Where?« Und Kramnik sagte: »To Moscow.« Ein wenig sprachlos wurde dann gestammelt (auf Englisch, versteht sich): »Wir haben viele Ideen, pffft, öhm, äh. Ja danke, wir kommen gerne nach Moskau, *stotter*«. Was für eine sagenhafte Option: nach Moskau fliegen, eine Schachschule besuchen, die Stadt besichtigen, den Weltmeister treffen.

Die laufenden Bilder der Veranstaltung wurden von N3 am Folgeabend in der Sendung »Hamburg Journal« gesendet. Im Kurzbericht beim NDR wurde die Schule Frohmestraße namentlich genannt als Partner Russlands, Simons Eröffnungspartie war im Bild festgehalten. In einigen Tageszeitungen wurde ebenfalls über die Aktion berichtet, und auf einschlägigen Websites kann der Interessierte noch mehr Fotos finden und bei ChessBase sogar eine Video‑Aufzeichnung.

Auch in der offiziellen Pressemitteilung der Deutschen Schachjugend wird die Schule Frohmestraße erwähnt, hier Auszüge:

Rund 150 Gäste waren in Dresdens Partnerstadt Hamburg gereist, um den Auftakt der Aktion »Partnerschule der Schacholympiade« live mitzuerleben. Neben dem Schachweltmeister und Schirmherren Wladimir Kramnik waren auch die Botschafterin der Schacholympiade ›Marienhof‹‑Star und Sängerin ›Vaile‹, der ›Fatastische Vier‹‑Rapper ›Smudo‹ zu Gast sowie der Schachjournalist Dr. Helmut Pfleger. […]

Besonders mit Spannung erwartet wurde die Auslosung. Der Schachweltmeister Wladimir Kramnik war für die Auslosung der Schulen verantwortlich, während ›Vaile‹ die Länder dazuloste. Betreffender Weise zog ›Vaile‹ als allererste FIDE‑Nation Wales aus dem Topf (»›Vaile‹ zieht Wales«) und Kramniks schacherprobte Finger fischten die Schule Oppelner Straße aus dem Lostopf. So stand als erste Patenschaft des Projekts ›Oppelner Straße‹/›Wales‹.

Besonderer Jubel brandete auf in Hamburgs Schach‑Pilotschule (Schach statt Mathe – einmal in der Woche im Lehrplan in allen Klassen), der Frohmestraße. Ihnen wurde Russland zugelost und Wladimir Kramnik war sofort begeistert: »Wann kommt ihr nach Moskau?« […]

Am Ende der Auslosung wurde die Auftaktpartie der Aktion »Partnerschule der Schacholympiade« auf der Bühne ausgetragen. Mit Tjark (von der Johanna‑Mestorf‑Schule Kiel) und Simon (Grundschule Frohmestraße Hamburg) spielten erstmals zwei Kinder für ihre ausgelosten Länder. Vielleicht war es der Eröffnungszug von Wladimir Kramink an Tjarks Brett, dass Tjark für sein neues Partnerland Nigeria schnell den Vorteil gegen Simon für Russland spielend errang. […]

(Text: Björn Lengwenus, Quelle: www.deutsche-schachjugend.de)

Nach Beendigung des offiziellen Teils lief die Veranstaltung im lockeren Rahmen noch bis spät in den Abend hinein. Erfreulich für Veranstalter und Gäste: Wladimir Kramnik blieb noch mehrere Stunden, stand unter anderem für Gespräche und Fotos zur Verfügung und betätigte sich zum Abschluss sogar »musikalisch«. Aus Königsspringer‑Sicht war diese Aktion jedenfalls der gelungene Abschluss der Jugendschachveranstaltungen vor den Sommerferien. Nun liegt es an uns, etwas aus den uns gebotenen neuen Perspektiven zu machen.

Neben der inzwischen schon altbewährten Kooperation mit der Schule Frohmestraße, die durch die Einführung von Schach als Schulfach auf eine noch breitere Basis gestellt werden wird, bieten sich neue Möglichkeiten im Hinblick auf die Schacholympiade 2008 in Dresden und z. B. ein Austausch mit einem russischen Schachverein. Erste Schritte in diese Richtung sind bereits getan und Kenner der Szene ahnen es: Wir werden uns sehr bemühen, diese Chance zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle zu machen. Und wer möchte, der kann uns gern weiterhelfen: Ideen und Anregungen zu diese Thema sind von jeder Seite ausdrücklich erwünscht.

(Baldur Schroeter und Boris Bruhn)

Bilder von der Veranstaltung
 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/08-schul.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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