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Chronik: Archiv
Mittwoch, 22. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 2 · Landesliga Hamburg 2007/08
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. SC Diogenes 2 4 4 5 4 5 4 40,5 14
2. SK Marmstorf 4 3 5 4 5 41,0 12
3. Königsspringer Hamburg 2 5 4 5 4 6 5 39,5 12
4. SV Eidelstedt 4 4 5 37,0 10
5. SK Johanneum Eppendorf 3 4 4 5 34,5 10
6. Bille SC 4 3 3 4 5 3 35,5 8
7. SK Union‑Eimsbüttel 4 4 4 3 33,5 7
8. Hamburger SK 5 3 5 33,5 6
9. Hamburger SK 4 3 3 2 3 5 31,0 6
10. SV Großhansdorf 4 3 3 34,0 5
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↓
Spieler
KSH
2
Mannschaftsführer:
Jochen Cremer
H A H A H H A Z Z
UNE
 
SKJ
 
BSC
 
SVE
 
DIO
2
GHD
 
HSK
4
HSK
5
MAT
 
1 Jacoby, Gisbert ½   0       ½ 1 ½
2 Conrad, Christian 0 0 1 0 ½ 0 1 0 ½
3 Dettmann, Steffen ½ 1   ½ ½ + 1 0 0
4 Bruhn, Boris   ½ 1   ½ ½ 1 1 ½
5 Cremer, Jochen 1 ½ 1 ½     1 1 1
6 Chin, Karin 0 0   0 ½ ½     ½
7 Wiltafsky, Thomas ½ 1 ½ 1 ½ ½ ½ 1 1
8 Melde, Christian ½   ½ 0   ½      
9 Borgmeyer, Max   1 ½ 0 ½        
10 Weiss, Siegfried 1 0       1 1 ½ 1
11 Leiser, Sven       ½        
12 Möhrmann, Marcus                  
13 Schroeter, Baldur         ½        
14 Klink, Otto                  
15 Knops, Peter     ½   0        
16 Maiorov, Daniel           1   0  
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1. Runde
21.10.2007 Königsspringer Hamburg 2 SK Union‑Eimsbüttel 4 : 4
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Gisbert Jacoby Holger Strobel ½ : ½
2 Christian Conrad Andreas Förster 0 : 1
3 Steffen Dettmann Lutz Franke ½ : ½
4 Jochen Cremer Ralf Adloff 1 : 0
5 Karin Chin Markus Winter 0 : 1
6 Thomas Wiltafsky Rolad Gehn ½ : ½
7 Christian Melde Hans‑Rudolf Kreutzkamp ½ : ½
8 Siegfried Weiss Till Moser 1 : 0

21.10.2007 Bille SC SC Diogenes 2 4 : 4
21.10.2007 SV Eidelstedt SK Johanneum Eppendorf :
21.10.2007 SV Großhansdorf SK Marmstorf :
21.10.2007 Hamburger SK 4 Hamburger SK 5 :

Gerechtes Unentschieden

Wie immer zeitgleich mit der Ersten ging auch für KSH II die Saison los. Natürlich hatte es der Turnierleiter wieder mal geschafft, die Kämpfe so zu legen, dass KSH I und II nicht gemeinsam zu Hause spielen können, aber das kannten wir ja schon aus den Vorjahren.

In der ersten Runde erwarteten wir zu Hause die starke Mannschaft von Union‑Eimsbüttel, die uns im letzten Jahr mit 5:3 geschlagen hatte. Lange Zeit sah es nach einer kampflosen Führung aus, bis Steffens Gegner Lutz Franke 45 Minuten verspätet eintraf.

Als Erster einigte sich Christian M. mit Hans‑Rudolf Kreutzkamp an Brett 7 auf remis. Ein schöner Erfolg, denn Christians Gegner ist von der Papierform der drittstärkste Spieler seiner Mannschaft. Thomas hatte es im Grünfeld‑Inder leider verpasst, sein mächtiges Bauernzentrum d5, e4, f4 mit e4 – e5 noch weiter auszudehnen und war am Ende froh, selbst noch remis zu halten. Conny hatte sich an Brett 2 eine für meine Begriffe sehr aussichtsreiche Stellung erspielt, zumal der Förster’sche Springer auf der Route b8 – c6 – a5 – c4 – b2 im Mittelspiel doch etwas kühn platziert war. Aber klar war die Sache noch lange nicht, und so lehnte Andreas Förster ein Remisagebot ab. Gisbert spielte am Spitzenbrett gegen Holger Strobel und hatte mit seinen hängenden Bauern c5 und d5 auch einige Probleme zu lösen, und auch Karin stand reichlich beengt. Steffens Gegner hatte wohl eher eine unambitionierte Variante gespielt, und nach ungefähr 25 Zügen hatte sich bis auf ein Turmpaar sowie 5 Bauern auf jeder Seite die Stellung in Wohlgefallen aufgelöst – remis.

In der Zeitnotphase hatten Siegfried und sein Gegner noch jeweils drei Minuten für ca. 10 Züge. Nach einer reichlich bizarren Zeitnotphase hatte sein Gegner nur zwei Züge später noch elf Sekunden und Siegfried noch deren 16. Dafür hatte der Gegner die Dame (gegen einen Turm) »veropfert«, und er gab auf, ohne noch ein »Gehacke« zu versuchen. Leider war aber auch Conny seine Stellung abhanden gekommen, sodass es nach der Zeitkotrolle 2,5:2,5 stand.

Zu diesem Zeitpunkt sah es reichlich düster aus, denn Gisbert stand immer noch recht kritisch, Karin musste in Zeitnot die Qualität geben, und ich selbst hatte nur ein minimal besseres Endspiel. Doch Gisbert konnte sich halten und ich konnte das Endspiel gewinnen – 4:3. Fast hätte Karin ihr Endspiel noch retten können, aber das Qualitätsplus des Gegners setzte sich am Ende doch durch.

Isgesamt können wir mit diesem Auftakt zufrieden sein, zumal wir noch Boris an die ersatzgeschwächte Erste abgeben mussten.

(Jochen Cremer)

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2. Runde
04.11.2007 SK Johanneum Eppendorf Königsspringer Hamburg 2 4 : 4
11:00 Uhr, Wilhelm‑Gymnasium (Oberstufenhaus Alfred‑Beit‑Weg), Klosterstieg 17, 20149 Hamburg

1 Hendrik Schüler Christian Conrad 1 : 0
2 Bernd Kussin Steffen Dettmann 0 : 1
3 Frank Behrhorst Boris Bruhn ½ : ½
4 Rüdiger Zart Jochen Cremer ½ : ½
5 Wesal Moshtael Karin Chin 1 : 0
6 Andrej Zobel Thomas Wiltafsky 0 : 1
7 Simon Enxing Max Borgmeyer 0 : 1
8 Dennis Johannsen Siegfried Weiss 1 : 0

04.11.2007 SC Diogenes 2 Hamburger SK 5 :
04.11.2007 SK Marmstorf Hamburger SK 4 5 : 3
04.11.2007 SK Union‑Eimsbüttel SV Großhansdorf :
04.11.2007 Bille SC SV Eidelstedt 4 : 4

Harte Zeiten

Ein schöner Tag: 15.04.2007, zum Ende einer bewegten Saison traten wir zur 9. Runde in quasi Bestbesetzung gegen SKJE I an, gewannen souverän 5,5:2,5 und sicherten uns damit einen Platz in der oberen Tabellenhälfte.

Ein gutes halbes Jahr später: Die Realität hat uns wieder eingeholt. Nach 6 nervenaufreibenden Stunden langte es zu einem mühsamen 4:4, das ich im Nachhinein als Punktgewinn verbuchen möchte.

Mit kaum veränderter Aufstellung war SKJE auf dem Papier diesmal leichter Favorit; bei uns fehlten nicht nur die Bretter 1–3 aus der letzten Saison, sondern mit Gisbert auch die aktuelle Nr. 1. Sein Landesligadebüt gab dafür Max am 7. Brett. Dieser stellte gleich nach 9 Zügen eine Figur ein und stand nach 13 Zügen auf einmal praktisch auf Gewinn – aha, heute wird es also spannend!

Die anderen Partien verliefen recht übersichtlich, bis auf Brett 5, wo in Windeseile eine scharfe Najdorf‑Hauptvariante hingestellt wurde. Mein Mehrbauer (in einer Art Katalanisch mit vertauschten Farben) wurde leider bald durch Siggis Minusbauer (wohl eingestellt, sorry!) kompensiert.

Irgendwann dachte ich, es geht den Bach herunter: Tendenziell remis bei Jochen, Boris und Steffen, bei Max wurde es wieder etwas unübersichtlich und meine Partie kippte langsam, aber sicher zu meinen Ungunsten. Bei Thomas war auch nicht klar, ob der leichte Vorteil zu mehr reichen könnte, und bei Karin sah es eher nach Verlust aus – aber da traute ich mir schon lange keine Prognose mehr zu.

Die Rettung nahte in Gestalt von Steffens Remisangebot, welches der Gegner auf Geheiß des Mannschaftsführers überraschend ablehnen musste. Eine zweite Chance gab es nicht mehr, und Steffen führte das Doppelturm‑ → Turm‑ → Bauernendspiel sauber zum ganzen Punkt. Nach den Remisen von Boris und Jochen gingen bei Siggi und mir langsam die Lichter aus, Thomas nutzte im zweiten Anlauf die Gelegenheit zum Materialgewinn, und auch Max konnte den Punkt in der Blitzphase nach Hause fahren.

Nach der Zeitkotrolle war es also wieder einmal an Karin, beim Stand von 4:3 eine schwierige Stellung zu halten. Mittlerweile sah es mit zwei Türmen gegen T+L+S wieder erträglich aus, zumal der h‑Freibauer bedrohlich weit vorgerückt war. Leider war die Stellung immer noch für den Gegner wesentlich angenehmer zu spielen, was in der letzten Minute des Tages den Ausschlag gab.

Letztlich ein etwas glücklicher Punktgewinn für uns, zumal nach Jochens nachträglicher Analyse auch Boris’ Gegner noch berechtigt auf Gewinn hätte spielen können. Egal – Punkt ist Punkt und in diesem Jahr sind wir noch ungeschlagen!

(Christian Conrad)

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3. Runde
25.11.2007 Königsspringer Hamburg 2 Bille SC 5 : 3
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Gisbert Jacoby Andreas Bigot 0 : 1
2 Christian Conrad Lothar Windt 1 : 0
3 Boris Bruhn Rainer Jeß 1 : 0
4 Jochen Cremer Andreas Bertram 1 : 0
5 Thomas Wiltafsky Hans‑Jörg Jantzen ½ : ½
6 Christian Melde Martin Kopisch ½ : ½
7 Max Borgmeyer Frank Müller ½ : ½
8 Peter Knops Norbert Kraft ½ : ½

25.11.2007 SV Eidelstedt SC Diogenes 2 4 : 4
25.11.2007 SV Großhansdorf SK Johanneum Eppendorf :
25.11.2007 Hamburger SK 4 SK Union‑Eimsbüttel :
25.11.2007 Hamburger SK 5 SK Marmstorf :

Na also!

Sechs lange Runden benötigten wir in der vergangenen Saison für vier Mannschaftspunkte. Diesmal reichten deren drei. Hilfreich war dabei eine insgesamt gute Tagesform und ein Gegner, der nicht seinen besten Tag hatte, sich einige Verspätungen leistete und nach eigener Aussage mit dem 3:5 noch ganz gut bedient war.

Den höheren Unterhaltungswert hatten eindeutig die Partien an den vorderen Brettern, auch wenn sie größtenteils nicht einmal besoders lang dauerten. Jochen hatte sich gegen ein typisches Andreas‑Bertram‑Gambit nicht optimal hingestellt, denn bei bestem Spiel hätte Schwarz noch bequem ausgleichen können. Stattdessen gelang mit einer kleinen taktischen Einlage der Übergang in ein gewonnenes Endspiel, das sogar im 20. Zug mit Le7 matt beendet wurde (Applaus!). Boris gewann nach neun Zügen mit einer kleinen Taktik einen wichtigen Bauern, für den der Gegner in den wenigen noch verbleibenden Zügen keine Kompensation nachweisen konnte und sich hilflos dem anstürmenden schwarzen Bauernzentrum gegenübersah.

Ich selbst traf zwar wieder nicht direkt mit meiner Vorbereitung, landete aber immerhin in einer Stellung, mit der ich mich vor über einem Jahr näher beschäftigt hatte. Vorteil inkl. Mehrbauer war das Resultat, aber dann spielte ich in gegnerischer Zeitnot immer ungenauer und stellte im 27. Zug sogar eine Figur ein. Machte aber nichts, da auf der anderen Seite die Zeit abtickerte … (Ein gutes Pferd springt eben nur so hoch, wie es muss.)

Den Vorbereitungspreis gewann Gisbert, der eine interessante Nebenvariante des Tarrasch‑Franzosen auspackte: einfach den a‑Bauern bis nach a3, etwas am Damenflügel rumspielen und hinten links hilft der liebe Gott. Das tat er zunächst auch, denn das folgende weiße Figurenopfer war wohl doch etwas inkorrekt. Leider spielte Gisbert danach nicht konsequent weiter, wusste nicht so recht, wohin mit dem König und verbrauchte zuviel Zeit. Gegen viertel vor drei hatte sich Andreas Bigot dann doch noch durchgekämpft und die Partie war hinüber. Schade, denn vier Einsen übereinader hätte auf den Ergebnislisten sicher toll ausgesehen …

Und »hinten«? Vier halbe Punkte, deutlich weniger spektakulär, aber wohl zu keinem Zeitpunkt mit ernster Verlustgefahr und daher für die Nerven des Mannschaftsführers ebenso wertvoll. Max’ Bauernopfer war vielleicht zweifelhaft, aber der Gegner setzte nicht optimal fort und bot selbst remis an, als der Kampf für Bille schon den Bach herunterging. Thomas hatte sich in einer zäh verlaufenden Partie trotz enger Bedenkzeit Zug um Zug Endspielvorteile verschafft. Das gegnerische Remis‑Angebot kam wohl auch nur, um sich weitere Verteidigungsarbeit zu ersparen, denn damit war der Kampf endgültig gelaufen. Beide Partien hätten wir für den Fall der Fälle auch gern weitergespielt, was aber nicht nötig war. Bei Christian erfolgte der Remis‑Schluss wohl in leicht schlechterer Stellung mit deutlich besserer Bedenkzeit, mehr habe ich davon nicht mitbekommen.

An Brett 8 erlebten wir ein zweifaches Debüt, denn auch für Peters Gegner war es der erste Landesliga‑Einsatz. Da wollten beide natürlich alles richtig machen und brauchten erst einmal eine geschlagene Stunde für die ersten vier Züge. Mit ein wenig mehr Bedenkzeit wäre für uns hier vielleicht noch etwas mehr drin gewesen. Ansonsten war’s für meine Begriffe ein gelungener Einstand und immerhin wurde hier durchgespielt, bis das Brett fast komplett geräumt war.

Mit diesem Sieg rücken wir in lange nicht gekannte Höhen vor: In der nächsten Runde wird gegen Eidelstedt Platz 3 verteidigt und – hoffentlich – das Projekt »Ungeschlagen in 2007« erfolgreich abgeschlossen!

(Christian Conrad)

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4. Runde
09.12.2007 SV Eidelstedt Königsspringer Hamburg 2 :
11:00 Uhr, Bürgerhaus Eidelstedt, Alte Elbgaustr. 12, 22523 Hamburg

1 Dusan Nedic Christian Conrad 1 : 0
2 Roland Kammer Steffen Dettmann ½ : ½
3 Jörg Müller Jochen Cremer ½ : ½
4 Johnny Kjetsae Karin Chin 1 : 0
5 Carsten Dumjahn Thomas Wiltafsky 0 : 1
6 Andreas Bergsträsser Christian Melde 1 : 0
7 Wilhelm Schütt Max Borgmeyer 1 : 0
8 Volker Melde Sven Leiser ½ : ½

09.12.2007 SC Diogenes 2 SK Marmstorf 4 : 4
09.12.2007 SK Union‑Eimsbüttel Hamburger SK 5 :
09.12.2007 SK Johanneum Eppendorf Hamburger SK 4 5 : 3
09.12.2007 Bille SC SV Großhansdorf :

Doll war nur Thomas!

Schon ärgerlich, nach etwa 3 Stunden war der Kampf im höheren Sinne schon entschieden. Christian hatte einen schwarzen Tag mit eben diesen Steinen und stand früh auf Verlust. Als dann (nach gefühlten 10 Zügen) die Dame auf g1 gefangen wurde, war’s vorbei, 0:1. Sven machte schnell remis und Max hatte mit Weiß weniger rausgeholt, als seinen Kameraden lieb war. Als dann auch noch eine Taktik übersehen wurde, tauschte sich alles und Struktur und Aktivität gaben dem Gegner einen klaren Stellungsvorteil, den dieser dann auch zum Punkt nutzte – ½:2½.

Also mussten die Punkte an den vorderen 5 Brettern geholt werden. Dabei hatte Conni eine aussichtsreiche Stellung auf dem Brett, die allerdings von seinem Gegner zäh verteidigt wurde. Meine Stellung hatte ich vor rund 16 Monaten schon mal gegen denselben Gegner auf dem Brett. Obwohl er diesmal schlechter fortsetzte als damals, fand ich keinen Weg, den Vorteil in Material zu verwandeln. Jochen hatte vergessen, Linien zu öffnen, 7 festgelegte Bauern auf beiden Seiten versprachen wenig Initiative für beide. Karin erwies sich wieder mal als Theorie‑Papst, nur schlecht, wenn auf der anderen Seite ein Theorie‑Gott sitzt. Letzterer konnte die Stellung einfach besser verwalten, und so sah auch diese Partie nur zunächst nach Vorteil aus. Schnell gefiel die Stellung dann gar nicht mehr. Thomas bleibt noch übrig, auch seine Stellung zeichnete sich dadurch aus, dass quasi 15 Züge lang kein Material getauscht wurde. Von Vorteil allerdings war, dass die Bauern nicht festgelegt waren.

Also aus diesen 5 verbleibenden Partien 3½ Punkte zu holen, schien recht unmöglich, und so kam’s dann leider auch nicht.

Während mittdendrin noch Tumult durch ein wildgewordenes Damenkränzchen entstand (greise Weiber eiferten keifend), mussten wir den Raum wechseln. Zu diesem Zeitpunkt hatten Sven und ich unsere Remis‑Angebote auf dem Brett, ich lehnte ab und kämpfte weiter, ohne Erfolg. Auch im neuen Raum verteidigte mein Gegner zäh, und so war der halbe Punkt leistungsgerecht. Thomas hatte eine merkwürdig anmutende Taktik ausgepackt, danach konnte der Gegner in der Zeitnot einpacken. Ein wichtiger Sieg für uns, doch zu spät. Jochen musste seine ganze Klasse zeigen, um nicht sogar noch unter die Räder zu kommen und spielte ein gutes Remis. Karin und Conni also noch, bisher leider nicht unsere Top‑Scorer. Leider fiel auch diesmal das El‑Karinba aus, und so durfte Conni als einziger nach 4½ Stunden nur noch um Ergebniskosmetik kämpfen. Leider gingen am Ende die Kosmetika aus (quasi Connichance), und es bleiben katastrophale 2½ Punkte für uns als Ausbeute.

Naja, manchmal läuft’s halt nicht. Plan für nächstes Mal: früh hinten Punkte holen und dann vorne kontern – nicht andersherum!

(Steffen Dettmann)

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5. Runde
20.01.2008 Königsspringer Hamburg 2 SC Diogenes 2 :
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Christian Conrad Wolfgang Hohlfeld ½ : ½
2 Steffen Dettmann Dirk Legahn ½ : ½
3 Boris Bruhn Dr. Sven Schulze ½ : ½
4 Karin Chin Michael Neumann ½ : ½
5 Thomas Wiltafsky Peter Groeppel ½ : ½
6 Max Borgmeyer Daniel Kuehn ½ : ½
7 Baldur Schroeter Achim Jürgens ½ : ½
8 Peter Knops Klaus Dräger 0 : 1

20.01.2008 SV Großhansdorf SV Eidelstedt :
20.01.2008 Hamburger SK 4 Bille SC :
20.01.2008 Hamburger SK 5 SK Johanneum Eppendorf :
20.01.2008 SK Marmstorf SK Union‑Eimsbüttel 4 : 4

Knapp daneben ist auch vorbei!

Eine ärgerliche Niederlage mit ungewöhnlichem Verlauf. Nach sechs mehr oder weniger (eigentlich eher weniger) aufregenden Remispartien sahen wir kurz vor drei wie der sichere Sieger aus. Kurz nach drei wurden die Gesichter schon wieder länger – und bald war die zweite Saisonniederlage Gewissheit.

Ich selbst eröffnete nach nicht einmal einer Stunde den Reigen und bot remis an. Karin nahm ein ebensolches Angebot kurz darauf an – und damit war eigentlich alles im Lot, denn die bisher erfolglosesten Spieler (1/7) waren ohne Niederlage davongekommen. Nacheinander teilten dann auch noch Boris, Steffen, Thomas und Baldur die Punkte. Alles berechtigt, teilweise mit nur noch sehr wenig Bedenkzeit und wohl ohne realistische Möglichkeiten, auf Gewinn zu spielen.

Es blieben nur noch die Partien von Max und Peter. Max hatte im frühen Mittelspiel einen Bauern mitgenommen, während Peter einen solchen eher fragwürdig geopfert hatte. Also: Max vielleicht eine 1 und Peter darf nicht verlieren. Gegen Ende der vierten Stunde entwickelte sich zunächst alles zu unseren Gunsten, besonders bei Peter, wo sich eine Zeitnotschlacht mit gut 20 Zügen bei hängenden Blättchen anbahnte.

Leider kippte der Kampf innerhalb weniger Minuten: Peter hatte sich in der hektischen Phase zunächst den Bauern zurückgeholt, hatte mit etwa 2 gegen 1 Minute die bessere Zeit, … – stellte die Dame ein und zu allem Überfluss schaffte der Gegner ohne weitere Verluste die Zeitkontrolle. Bei Max gab es mittlerweile sogar zwei Mehrbauern zu bestaunen, aber beide ließen sich offenbar nicht dauerhaft halten und aufgrund des stark reduzierten Materials musste er letztlich ins Remis einwilligen.

Fazit: Das miese Wetter passte hervorragend zum Verlauf des Tages, der Kampf um den Klassenerhalt ist wieder einmal eröffnet. Sorgen bereitet insbesondere der Blick auf die Oberliga, wo (auch durch den tatkräftigen Einsatz unserer Ersten) derzeit vier Hamburger Teams die letzten vier Tabellenplätze einnehmen. 50 % aus den letzten vier Runden sind für uns fast schon Pflicht, um dem Abstieg zu entgehen.

(Christian Conrad)

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6. Runde
10.02.2008 Königsspringer Hamburg 2 SV Großhansdorf 5 : 3
11:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Christian Conrad Enno Heyken 0 : 1
2 Steffen Dettmann Dirk Grote + :
3 Boris Bruhn Ernst‑Helmuth Varain ½ : ½
4 Karin Chin Joachim Jordt ½ : ½
5 Thomas Wiltafsky Thomas Cording ½ : ½
6 Christian Melde Wolfgang Labahn ½ : ½
7 Siegfried Weiss Joachim Felten 1 : 0
8 Daniel Maiorov Gerold Ertlthalner 1 : 0

10.02.2008 SC Diogenes 2 SK Union‑Eimsbüttel :
10.02.2008 SK Johanneum Eppendorf SK Marmstorf :
10.02.2008 Bille SC Hamburger SK 5 3 : 5
10.02.2008 SV Eidelstedt Hamburger SK 4 :

Briefmarken zu 45 Cent

Briefmarken zu 45 Cent trägt nicht jedermann bei sich. Deswegen musste Connie nochmal am Hauptbahnhof vorbeifahren, um die Spielberichtskarte an den Hamburger Schachverband zu schicken. Zum Glück dieses Mal eine angenehme Aufgabe, die er so gegen 17:45 Uhr antrat vom Griechen aus. Zu diesem Zeitpunkt waren auch die Spieler der ersten Mannschaft beim Griechen eingetroffen und berichteten vom knappen 4,5:3,5‑Erfolg auf der Reeperbahn nachmittags um 4. Ohne 4 (in Worten: vier) Stammkräfte war die erste Mannschaft zum Schlusslicht der Oberliga gereist. Und damit war ein mächtiges Loch in die Spielerdecke der zweiten Mannschaft gerissen. Hinzu kam leider auch noch, dass Gisbert uns fehlte. So gingen wir in den ziemlich wichtigen Kampf gegen Großhansdorf mit einer scheinbar mageren Aufstellung.

Noch vor dem Kampf die gute Nachricht für den Kassenwart: Die Schiedsrichterin war verhindert und so sparten wir uns die Gebühren an dem Tag. Gebühren in Höhe von 10 Euro müssen nur unsere Gegner bezahlen, da sie das Brett 2 freilassen mussten. Das bedeutete für uns eine echte Erleichterung, wir lagen um 12:00 Uhr schon 1:0 vorn. Der Einzige, der damit haderte, war Steffen, der wollte eigentlich spielen. Aber um kurz nach halbeins kam Clemens Harder und Steffen konnte ein paar Partien blitzen.

Als Erster fertig mit seiner Partie war Christian an Brett 6. Danke für diesen halben Punkt!

An den anderen Brettern sah es ziemlich bedenklich aus: Connie an Brett 1 geriet langsam, aber sicher ins Hintertreffen gegen Enno Heyken, Thomas Wiltafsky hatte eine reichlich gedrückte Stellung und sehr wenig Zeit, Karin hatte eine kritische Mittelspielstellung auf dem Brett, in der sie viel Zeit investierte.

Joker Sigi Weiss kannte leider nicht die Widerlegung der Eröffnung des Gegners und stand ein bisschen komisch mit dem König und Daniel an Brett 8 hatte gute Angriffschancen, aber wollte lieber remis sichern, was angesichts seiner Stellung nicht nötig war, aber er drohte in heftige Zeitnot zu geraten.

Auf meinem Brett war eine Stellung entstanden, die ich schon viele Male gespielt habe, mein Gegner hatte das Läuferpaar erobert gegen die Springer, meine Bauernstruktur war aber die von mir so benannte Raute (Bauern g6, f6, f7, e6), gegen die schwer zu spielen ist. Ich stand aber objektiv einen Tick schlechter.

Dann aber, um 13:35 Uhr (ich hatte extra auf die Uhr geschaut), wendete sich das Blatt zu unseren Gunsten. Thomas’ Gegner hatte eine kleine Schachtaktik übersehen und einen wichtigen Bauern eingestellt. Karin hatte einen Hammer ausgepackt, mit dem sie den Gegner in eine 45‑minütige Denkpause schickte. Daniel hatte eine Figur eingestellt, aber im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie geopfert war, weil die gegnerische Königsstellung so schlecht war, dass er die Figur rasch zurückbekommen würde. Daniel wickelte sehr schön in ein gewonnenes Turmendspiel ab, dass er konsequent verwertete. Super Daniel!

Gleichzeitig hatte mein Gegner sich verzettelt und zog ein paar mal hin und her, sodass meine Springer optimal standen und er lieber remis bot.

Als dann Thomas und Karin kurz nacheinander remisierten, weil die Siegchancen doch recht schnell verflogen waren auf beiden Brettern und Connie die Segel streichen musste, da hatten wir schon 4 Brettpunkte, aber es kam noch zu einer spannenden Schlussphase: Die letzte Partie des Tages spielte Sigi Weiss, mit 3 Minuten auf der Uhr für 18 Züge gegen Felten mit noch 10 Minuten auf der Uhr. Die Stellung von Sigi gefiel Connie so gar nicht, sodass er auf ein 4:4 tippte. Elfeinhalb Minuten später ging Connie wieder gucken und da sah es so aus: Sigi Weiss hatte 1 Minute und 18 Sekunden, noch 5 Züge zu machen, der Gegner hatte noch 18 Sekunden, und war einen Zug davor, matt gesetzt zu werden. Der lapidare Kommentar des gegnerischen Mannschaftsführers: »Weiss ist eben ein Zauberer.«

Zusammenfassung: 15:00 Uhr, Kampf zu Ende, 5:3 gewonnen, ab zum Griechen.

Das gibt ein bisschen Luft im Abstiegskampf, der aber noch nicht überstanden ist. Und auch wenn unser nächster Gegner gerade Letzter ist, sollten wir Vorsicht walten lassen: in dieser Liga kann jeder gegen jeden gewinnen.

(Boris Bruhn)

↑
↓
7. Runde
06.04.2008 Hamburger SK 4 Königsspringer Hamburg 2 2 : 6
11:00 Uhr, HSK‑Schachzentrum, Schellingstr. 41, 22089 Hamburg

1 Klaus‑Günter Besenthal Gisbert Jacoby ½ : ½
2 Michael Lucas Christian Conrad 0 : 1
3 Haroutioun Dalakian Steffen Dettmann 0 : 1
4 André Hold Boris Bruhn 0 : 1
5 Malte Colpe Jochen Cremer 0 : 1
6 Sergius Kirsch Thomas Wiltafsky ½ : ½
7 Vadym Salenko Siegfried Weiss 0 : 1
8 Thomas Stark Sven Leiser + :

06.04.2008 SV Großhansdorf SC Diogenes 2 4 : 4
06.04.2008 Hamburger SK 5 SV Eidelstedt 3 : 5
06.04.2008 SK Marmstorf Bille SC 5 : 3
06.04.2008 SK Union‑Eimsbüttel SK Johanneum Eppendorf 4 : 4

Ohne 1, mit 7, Spiel 6 – und aus dem Schneider ?!

Die siebte Runde bescherte uns ein richtungweisendes Match beim Tabellenletzten, denn eine Niederlage hätte Abstiegskampf pur für die Schlussrunden bedeutet. Stattdessen konnten wir aber einen überraschend hohen Sieg feiern, durch den wir uns erst einmal deutlich aus der Gefahrenzone spielten.

Der Tag fing jedoch nicht so toll an: Bei meiner Ankunft musste ich feststellen, dass wir uns Platz und Sauerstoff in der Schellingstraße mit 3 weiteren HSK‑Mannschaften und ihren jeweiligen Kontrahenten teilen mussten. Mehr passten da nun wirklich nicht rein – also sorgten wir als höfliche Gäste für etwas Entlastung und ließen ein Brett unbesetzt …

Scherz beiseite, die Fakten: Brett 8 kampflos verloren und keiner wusste warum. Der Ausgleich fiel aber nur wenig später, als mein Gegner blackout‑artig eine Figur einstellte. Kaum war die 1 im Spielbericht eingetragen, konnten wir uns sogar schon auf den Führungstreffer freuen, der sich an Brett 7 ankündigte. Der Gegner hatte die Eröffnung völlig verkorkst und Siggis größtes Problem in der Partie war wahrscheinlich, zwischen den vielen verlockenden Gewinnvarianten auszuwählen. Gisbert – leicht angeschlagen – machte bald darauf remis uns so gingen wir mit einer gefühlten 2,5:1,5‑Führung in die entscheidende Phase.

Die Devise lautete also: Siggi macht den Punkt und der Rest verliert halt nicht. Das sah nicht ganz einfach aus: Jochen und Steffen hatten viel Zeit verbraucht, aber nur minimal bessere Stellungen. Thomas vertauschte nach eigenem Bekunden in der Eröffnung die Züge und hätte böse in Bedrängnis kommen können. Der Gegner nutzte die Chance nicht, aber die Partie blieb für mich schwer einschätzbar. Boris stand sehr gedrückt, hatte aber immerhin ein deutliches Plus an Bedenkzeit. Es war also ein wenig knapp. Boris und Jochen boten zwischendurch remis an und auch Thomas und Steffen erkundigten sich vorsichtshalber schon mal bei mir, ob denn ein halber Punkt okay wäre.

Da dem HSK ohnehin nur ein Sieg wirklich weitergeholfen hätte, wurde an allen Brettern weitergespielt. Boris sorgte für die Vorentscheidung, als er im 33. Zug durch Zeitüberschreitung gewann (Stellung zwar eher schlecht, aber egal). Jochens Gegner stellte taktisch einen Bauern ein, und Thomas hatte seine Partie auch wieder unter Kontrolle. Steffens Endspiel war unter den Kiebitzen zwar umstritten (von »ganz okay« bis »wohl verloren«), aber darauf kam es auch nicht mehr an.

Nach der Zeitkontrolle schaukelte Jochen die Partie mit 2 Mehrbauern locker nach Hause, Steffen nutzte seine aktivere Stellung für den entscheidenden Durchbruch und Thomas wickelte in ein remisiges Endspiel ab. Unterm Strich blieben damit 6 Punkte aus 7 gespielten Partien, unser bestes Ergebnis seit vielen Jahren. Noch ist es zu früh, um vom sicheren Klassenerhalt zu sprechen, aber dieser Sieg war schon etwas mehr als die halbe Miete.

(Christian Conrad)

↑
↓
8. Runde
26.04.2008 Königsspringer Hamburg 2 Hamburger SK 5 :
14:00 Uhr, SIGNAL IDUNA (Betriebsrestaurant), Kapstadtring 8, 22297 Hamburg

1 Gisbert Jacoby William Klarner 1 : 0
2 Christian Conrad Hans‑Jürgen Schulz 0 : 1
3 Steffen Dettmann Wolfgang Schulz 0 : 1
4 Boris Bruhn Martin Sechting 1 : 0
5 Jochen Cremer Dr. Afsin Toparlak 1 : 0
6 Thomas Wiltafsky Max Krause 1 : 0
7 Siegfried Weiss Janina Maria Stejskal ½ : ½
8 Daniel Maiorov Florian Lezynski 0 : 1

26.04.2008 SC Diogenes 2 SK Johanneum Eppendorf 5 : 3
26.04.2008 Bille SC SK Union‑Eimsbüttel 5 : 3
26.04.2008 SV Eidelstedt SK Marmstorf :
26.04.2008 SV Großhansdorf Hamburger SK 4 3 : 5

KSH II: zwölf Punkte – KSH II: twelve points – KSH II: douze points (I)

Zum Abschluss der Saison präsentierte sich die Landesliga mal wieder von ihrer spannenden Seite: Drei Mannschaften konnten sich noch realistische Hoffnungen auf den Meistertitel machen, alle anderen durchaus noch absteigen. Mittendrin die Zweite: Am Samstagnachmittag noch mit bangen Blicken auf die vier Abstiegsplätze, 24 Stunden später mit starken 12:6 Punkten auf dem 3. Platz.

Der Reihe nach: In der 8. Runde ging es zunächst gegen HSK V, die sich mit zwei Siegen durchaus noch hätten retten können. Wir mussten in dieser Runde aufgrund der »Doppelsperre« wieder auf Karin verzichten, dafür kam Daniel an 8 zu seinem zweiten Einsatz.

Anders als bei der starken Vorstellung gegen HSK IV lösten wir diese Aufgabe nicht unbedingt souverän. Drei Verlustpartien in den ersten vier Stunden kann man sich in dieser Situation eigentlich nicht leisten, auch wenn die Niederlage von Steffen recht unglücklich war. Immerhin machten es unsere Gegner auch nicht besser. An 1 mischte der Gegner auf Kosten eines Bauern die Stellung ein wenig auf, aber Gisbert behielt die Sache unter Kontrolle und fuhr bald darauf seinen ersten Saisonsieg ein. Auch Jochen kam aus der Eröffnung mit einem Mehrbauern, stand zwischenzeitlich etwas gedrückt, konnte sich aber später befreien und schloss die Partie mit einer netten Schach‑und‑Gegenschach‑Kombination ab. Boris steigerte sich nach zurückhaltend gespielter Eröffnung schrittweise: positioneller Vorteil → Bauer mehr → Springer mehr und sorgte für den wichtigen Ausgleich.

Darüber hinaus liefen die anderen Begegnungen sehr günstig für uns, und nach der ersten Zeitkontrolle verdichteten sich die Anzeichen, dass wir mit einem 4:4 schon gerettet wären und sogar nach einer knappen Niederlage eigentlich nichts mehr anbrennen konnte. Also: erstmal durchatmen!

Ein Blick auf die beiden letzten noch laufenden Partien zeigte aber, dass derartige Rechenspielchen gar nicht mehr nötig waren. Thomas hatte – nachdem er ein Remisangebot abgelehnt hatte – seinem Gegner einen Bauern abgenommen und auch noch die bessere Stellung. Siggi konnte sogar eine Figur gegen zwei Bauern gewinnen, aber die Sache sah nicht so klar aus, denn es drohten einige unschöne Bauerndurchbrüche. Sicherheitshalber gab er daher die Figur zurück und steuerte in ein unverlierbares Turmendspiel. Thomas holte den zweiten Bauern ab, gewann kurz darauf und Siggi war es vergönnt, die letzte Partie des Tages zu spielen, auch wenn es »nur« zum Remis reichte.

(Christian Conrad)

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9. Runde
27.04.2008 SK Marmstorf Königsspringer Hamburg 2 3 : 5
11:00 Uhr, SIGNAL IDUNA (Betriebsrestaurant), Kapstadtring 8, 22297 Hamburg

1 Holger Hebbinghaus Gisbert Jacoby ½ : ½
2 Jeronimo Hawellek Christian Conrad ½ : ½
3 Jonathan Carlstedt Steffen Dettmann 1 : 0
4 Jens Diekmann Boris Bruhn ½ : ½
5 Michael Hohlbein Jochen Cremer 0 : 1
6 Rainer Schmidt‑Brauns Karin Chin ½ : ½
7 Marc‑Michael Homm Thomas Wiltafsky 0 : 1
8 Jan Hendrik Müller Siegfried Weiss 0 : 1

27.04.2008 Hamburger SK 4 SC Diogenes 2 3 : 5
27.04.2008 Hamburger SK 5 SV Großhansdorf :
27.04.2008 SK Union‑Eimsbüttel SV Eidelstedt :
27.04.2008 SK Johanneum Eppendorf Bille SC :

KSH II: zwölf Punkte – KSH II: twelve points – KSH II: douze points (II)

Am Sonntag konnten wir also befreit aufspielen; ein 6:2 gegen Marmstorf bei einer gleichzeitigen Niederlage von Diogenes II gegen HSK IV hätte sogar noch zum Meistertitel gereicht, aber daran glaubte eigentlich niemand. Immerhin konnten wir erstmalig mit den Brettern 1–7 antreten und wollten es dem designierten Aufsteiger zumindest so schwer wie möglich machen.

Boris stelle Jens Diekmann gleich vor schwerwiegende Probleme, als er (vom Käpt’n genehmigt) nach zwei Zügen remis anbot. Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass die Marmstorfer so früh eine Weißpartie abgeben würden, aber 5½/8 gegen 2½/8 war das stärkere Argument: ½:½.

Bald darauf wurde auch rechts von mir der Punkt geteilt: Gisbert hatte zunächst ein Remisangebot von Holger Hebbinghaus abgelehnt (was der Legende nach fast immer einen späteren Partieverlust zur Folge haben soll), konnte danach aber einigen Vorteil herausspielen. Es reichte doch nur zum Remis und erst in der nachträglichen Analyse wurde wohl noch eine Gewinnidee ausfindig gemacht – schade, 1:1

Thomas hatte einen Bauern weniger (»wenn’s gut geht, war’s geopfert«), aber die deutlich aktivere Stellung. Dann funktionierten anscheinend einige Taktiken zu seinen Gunsten und wir lagen 2:1 in Führung.

Ich selbst wurde von Jeronimo Hawelleks Eröffnungsvorbereitung kalt erwischt und stand schon ziemlich schlecht. Dann ergriff ich die Gelegenheit, für ein paar Gegenchancen eine Qualität zu geben und plötzlich wurde die Sache wieder unklar (erkennbar daran, dass innerhalb von drei Zügen jeder einmal remis anbot und ablehnte …). Wie so oft auf diesem hohen Niveau (räusper …) lief es letztlich auf ein remisiges Turmendspiel hinaus. Stand nach der Zeitkontrolle: 2½:1½, und so langsam wurde die Stimmung weiter hinten im Saal immer besser: Dio II hatte die Punkte 13 und 14 schon so gut wie sicher, während selbst die optimistischsten Marmstorfer höchstens noch auf ein 4:4 hoffen konnten.

Siggis Partie schwankte für mich immer zwischen »komisch« und »ganz gut«, irgendwann kam er aber zu aktivem Spiel gegen den weißen König, gewann die Qualität, und danach noch eine Figur.

Steffen konnte sein schwieriges Endspiel nicht mehr halten: 3½:2½. Jochen brachte sein Läuferpaar eindrucksvoll zur Geltung und sperrte die gegnerischen Leichtfiguren in der Ecke ein, damit waren die 4½ Punkte komplett. Karin schaffte es nach verkorkster Eröffnung und Bauernverlust zu meiner Überraschung noch in ein ausgeglichenes Springerendspiel und erhöhte sogar noch auf 5:3.

Hamburger Meister ist damit Diogenes II, sicherlich eine kleine Überraschung. Trotzdem oder gerade deswegen herzlichen Glückwunsch nach Wandsbek. Aufgestiegen ist: … letztlich keiner, da Diogenes I die Oberliga auf einem Abstiegsplatz beendete. Abgestiegen sind HSK IV und V, Großhansdorf (immerhin mit den beiden formal stärksten Splelern der Liga im Kader) und Union Eimsbüttel.

Wir selbst landeten auf einem hervorragenden 3. Platz. Es sah zwischendurch nicht immer danach aus, aber der Endspurt mit vier Siegen in vier Runden sorgte für klare Verhältnisse. Herausragend waren dabei Boris (5/7), Jochen (6/7), Thomas (6½/9) und Siggi (4½/6). Gisbert holte am ersten Brett gute 50 %. Steffen war auf dem besten Wege, sich bei den Topscorern einzureihen, woran ihn leider eine Doppelnull in den Schlussrunden hinderte – daher bleiben »nur« 50 % an Brett 2 und 3.

Wo so viel Licht ist, ist auch (etwas) Schatten: Durchgeschleppt werden mussten Karin (1½/6) und meinereiner (3/9). Eigene Chancen zu oft nicht genutzt, dafür wurden eigene Fehler konsequent bestraft – es kann nächste Saison eigentlich nur besser werden.

Und das muss es auch, denn uns steht eine schwere Saison 2008/2009 bevor: Möglicherweise werden nur Union Eimsbüttel und Großhansdorf (gegen die wir immerhin drei Punkte holten) durch St. Pauli und Pinneberg ersetzt. Immerhin wird es dann wohl keine vier Absteiger geben …

(Christian Conrad)

Quelle: Bundesliga‑Ergebnisdienst Hamburg
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/08-ksh2.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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