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Chronik: Archiv
Freitag, 17. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

6. Elo‑Open
 1. bis 4. Mai 2008 
Tabelle Berichte Bilder
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Tabelle (Endstand nach der 7. Runde)
Pl. Teilnehmer T. TWZ Verein/Land g. u. v. Pu. Bhz. SoBe.
1. Borges, Guilherme   2166 Hamburger SK 5 2 0 6,0 30,0 25,25
2. Nedic, Dusan   2260 SV Eidelstedt 6 0 1 6,0 29,5 23,50
3. Reddmann, Hauke, Dr. FM 2351 SK Wilhelmsburg 5 1 1 5,5 31,5 22,50
4. Weiss, Siegfried   2048 Königsspringer Hamburg 4 1 2 4,5 28,5 15,25
5. Meyer‑Dunker, Paul   1738 SK Johanneum Eppendorf 3 2 2 4,0 28,5 14,75
6. Sternberg, Lew   2111 TV Fischbek 4 0 3 4,0 28,5 13,00
7. Hagenlüke, Thomas   1933 Königsspringer Hamburg 4 0 3 4,0 22,0 9,50
8. Müller, Jörg   2116 SV Eidelstedt 3 1 3 3,5 29,0 10,75
9. Jürgens, Bernhard   2127 SF Leherheide 1 5 1 3,5 27,5 12,75
10. Marquardt, Rolf   1747 Langenhorner Schachfreunde 2 3 2 3,5 27,0 13,50
11. Wilms, Robert   1865 Altonaer SK Venceremos 3 1 3 3,5 26,0 9,00
12. Richert, Thomas Heinz   1842 Hamburger SK 1 5 1 3,5 23,5 11,75
13. Wegemund, Hubert   1943 Pinneberger SC 3 1 3 3,5 22,5 7,25
14. Jablonowski, Christoph   1969 Schachfreunde Hamburg 2 3 2 3,5 22,5 7,00
15. Carl, Jan‑Frederik   2036 Königsspringer Hamburg 2 3 2 3,5 20,5 8,25
16. Opitz, Frank   2051 SV Neu‑Oelsnitz 2 2 3 3,0 21,0 7,00
17. Raider, Eugen   1655 Königsspringer Hamburg 1 4 2 3,0 21,0 6,50
18. Hort, Max   1873 Königsspringer Hamburg 2 1 4 2,5 22,5 4,00
19. Seemann, Hans‑Siegfried   1783 Königsspringer Hamburg 2 1 4 2,5 20,5 5,00
20. Lazic, Dejan   1513 Barmbeker SK 1 2 4 2,0 18,5 4,00
21. Klawitter, Rolf   1237 SK Marmstorf 1 1 5 1,5 20,0 2,25
22. Spät, Alexander   1091 Königsspringer Hamburg 0 1 6 0,5 18,5 0,75
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Berichte

Bericht vom ersten Turniertag (1. und 2. Runde)

Um 10:20 Uhr konnte die erste Runde des 6. KSH‑Elo‑Opens beginnen für die lediglich 22 Teilnehmer. Zu viele eigene Leute hatten sich doch gegen die Teilnahme entschieden, um eine ausreichende Teilnehmerzahl zu erreichen.

Die Mischung der Teilnehmer, die dabei sind (und ihre Teilnahme vermutlich nicht bereuen), ist allerdings nahezu optimal. Von alt bis jung, von vielen verschiedenen Vereinen stammende Spieler, einige starke Spieler ohne Elo und zwei Favoriten zum die Zähne dran ausbeißen.

Hauke Reddmann und Dusan Nedic stehen ganz oben in der Setzliste und gaben sich in Runde 1 keine Blöße. An den hinteren Tischen taten sich die Spieler der ersten Hälfte der Setzliste sehr viel schwerer. Der höhere Setzplatz (dargestellt in Elo‑Unterschied bzw. DWZ‑Unterschied) machte sich nicht überall bemerkbar. Nach viereinhalb Stunden endete die bisher längste Partie von Bernhard Jürgens und Thomas Richert in einem umkämften Remis.

Ein Missgeschick, das vielleicht nur ein‑ oder zweimal vorkommt im Leben, passierte Lew Sternberg, der im 40. Zug leider die Zeit überschritt. Paul Meyer‑Dunker ist auf dem Weg zu einer sehr guten Elo‑Halbzahl, denn er erzielte einen ganzen Punkt gegen Frank Opitz, und Dejan Lazic erspielte sich ein Remis gegen Jan‑Frederik Carl.

In der zweiten Runde rückten sich die Verhältnisse fast komplett wieder zurecht. Nach gut zwei Stunden standen Hauke Reddmann und Jörg Müller als Sieger ihrer Partien fest. Der eine oder andere kleine Fehler bei ihren Gegnern ermöglichten ihnen schnelle Siege.

Marathonmann des ersten Tages ist Thomas Richert, der allein neun Stunden gespielt hat; in seiner zweiten Partie des Tages remisierte er gegen Dejan Lazic nach der vollen Spielzeit! Einzig Siegfried Seemann brach in die Phalanx der höher gesetzten Spieler ein und konnte in einer Partie auf Messers Schneide gegen Frank Opitz gewinnen. Guilherme Borges knetete ein Turmendspiel bis zum Ende und wurde mit einem Sieg belohnt.

Die Küche sieht wieder einmal sehr gut aus; gutes Essen zu günstigen Preisen. Bedanken möchte ich mich insbesondere bei Familie Borgmeyer für die Essensspenden und die Unterstützung vor Ort, bei Florian Bongartz für den Käsekuchen und die Unterstützung vor Ort sowie bei Martin Bierwald für seine Schiedsrichter‑Tätigkeit und die sonstige Hilfe. Ein Dank auch an Wolfgang Su für die Partieeingabe und unseren Webmaster für die rasche Veröffentlichung der Ergebnisse. Darauf kann man im kommenden Jubiläumsjahr vielleicht aufbauen.

(Boris Bruhn)


Bericht vom zweiten Turniertag (3. und 4. Runde)

In der dritten Runde konnte sich Dusan Nedic vom Rest des Feldes absetzen. Er hat als einziger Spieler alle Partien gewonnen. An den anderen vorderen Brettern ergaben sich viele erfahrene Spieler in ein taktisches Unentschieden. Sieben Runden in vier Tagen sind eine lange Distanz, da wird in Runde 3 gern mal ein Remis eingestreut.

Lew Sternberg spielte eine schöne Drachen‑Partie bis zur Zeitkontrolle, die er für sich entscheiden konnte. Die längste Partie des Tages, allerdings auch nur bis zur Zeitkontrolle, spielte wieder Thomas Richert, diesmal opferte er einen Turm für ein Dauerschach bei offener Stellung des gegnerischen Königs.

An den Tischen 6 bis 11 konnten fünf Spieler ihren Anzugsvorteil nutzen für den ganzen Punkt. Nur Paul Meyer‑Dunker wollte sich eine schöne Halbelo erspielen und gewann mit den schwarzen Steinen.

In der vierten Runde kam es zum Spitzenduell zwischen Dusan Nedic und FM Hauke Reddmann. Es enstand eine spannende Nimzo‑Indische Struktur, in der Dusan Nedic seinen leichten Vorteil immer weiter ausbauen konnte bis zum Sieg. Das muss aber noch nicht die Vorentscheidung sein, denn am zweiten Tisch hat sich Guilherme Borges in einer spannenden Partie etwas glücklich gegen Jörg Müller durchgesetzt und darf morgen gegen den Tabellenführer Nedic antreten.

Weiterer Verfolger ist derzeit Lew Sternberg, der in einer weniger spektakulären Partie gegen Max Hort gewinnen konnte. Max liegt jedoch mit zwei Punkten immer noch gut im Rennen.

Immer noch gerne als Letzter von allen beschäftigt Thomas Richert die Turnierleitung, dieses Mal wurde er mit einem Sieg belohnt gegen Thomas Hagenlüke.

(Boris Bruhn)


Bericht vom dritten Turniertag (5. und 6. Runde)

In der fünften Runde gab es einen Wechsel an der Tabellenspitze. Die Partie zwischen Guilherme Borges und Dusan Nedic bot sehr viel Unterhaltung auf hohem Niveau. In einer hochtaktischen und auch positionell nicht weniger anspruchsvollen Partie konnte sich der Gast aus Brasilien zuerst einen positionellen Vorteil erarbeiten, der dann in Form einer Qualität zählbar wurde. Im 38. Zug wurde die Partie entschieden, als Dusan Nedic in schwieriger Position die Zeit überschritt.

Im Verfolgerduell an Tisch 2 war es ebenfalls sehr spannend. Auf Antrag von Lew Sternberg wurde die Partie gegen Hubert Wegemund 30 Minuten später begonnen. Und wie es immer so ist: Diese beiden spielten als Einzige die fünf Stunden fast voll aus. Zuerst war es wie ein Spiel auf ein Tor. Hubert Wegemund hatte einen mächtigen Zentral‑Springer und eine hervorragende Angriffsstellung sowie massig Zeitvorsprung. Leider konnte er den Vorteil nicht umsetzen, oder andersherum: Lew Sternberg verteidigte sich gut. Als die Damen vom Brett waren, wendete sich das Blatt und Lew Sternberg konnte gewinnen. In Runde 6 darf er am Tisch 1 gegen Guilherme Borges antreten.

Dahinter machte Hauke Reddmann wieder Boden gut, und auch Siegfried Weiss pirscht sich an die Tabellenspitze heran. Siegfried ist im Moment der beste Königsspringer.

Um eine sehr gute Elo‑Halbzahl braucht sich Paul Meyer‑Dunker keine Sorgen machen nach dem Sieg gegen Thomas Richert. Die 2000 wird er sicherlich knacken und damit seine Halbzahl von den Hamburger Jugendmeisterschaft wieder ausgleichen. Auch Eugen Raider wird sich eine Halbzahl erspielen, während Max Hort von seiner bereits jetzt hohen Zahl ein bisschen abgeknabbert bekommen wird, als Entschädigung warten eine Menge DWZ‑Punkte.

Bei herrlichem Wetter begeben wir uns nun zur Runde 6 und vielleicht zur nächsten Überraschung.

Eine Vorentscheidung um die drei Medaillenplätze ist so gut wie gefallen. Praktisch kann nur noch die Reihenfolge in der letzten Runde durcheinander kommen. Doch Der Reihe nach: Der langen Partie aus Runde 5 folgte an Tisch 1 bei Lew Sternberg und Guilherme Borges wieder ein »Full‑Distance‑Game«. Nach anfänglich sehr schwieriger Stellung konnte sich der Student aus Brasilien in ein remisträchtiges Turmendspiel retten, das er sehr streng behandelte, während bei Lew Sternberg die zwanzigste Stunde Schach binnen drei Tagen ihre Spuren hinterließ. Das spannende Turmendspiel lockte immerhin ein Dutzend Kiebitze an, die nach jedem Zug staunten und rechneten. Eine Partie mit tollem Unterhaltungswert für alle Zuschauer (die sich nicht um das Brett drängeln mussten).

Nicht weniger spannend ging es am Tisch 3 bei Hauke Reddmann zu, der sich mit Schwarz erfolgreich den heftigen Angriffen Paul Meyer‑Dunkers erwehren musste; diese war auch eine Partie über die lange Distanz.

Mit einer materiell defizitär geführten Kurzpartie belohnte Siegfried Weiss (der immer noch bester Königsspringer ist) seinen Gegner Dusan Nedic, nachdem dieser in der Runde zuvor im Spitzenduell verloren hatte.

Insgesamt war dies eine Runde mit klarem Schwarz‑Stich, wie ein Blick auf die Ergebnisse zeigt.

Am Tisch 4 hatte in einer ebenfalls langen Partie noch Jörg Müller (mit Schwarz) mit einer Qualität weniger bei vollwertigem Spiel gegen Bernhard Jürgens zu kämpfen.

Heute waren einige Kiebitze zu beobachten, die mit den drei langen Partien sehr gut bedient waren und ihr Kommen gewiss nicht bereuen werden.

Am morgigen Sonntag wird Paul Meyer‑Dunker am Spitzenbrett gegen Guilherme Borges den Turniersieger mitentscheiden. Als Spieler ohne Elo hat Paul ein hervorragendes Turnier gespielt bis hierhin. Auch Dusan Nedic und Hauke Reddmann sollten ihre Gegner der letzten Runde erstmal besiegen, ehe über Platzierungen spekuliert werden kann. Mal sehen, was morgen noch passiert.

(Boris Bruhn)


Bericht vom vierten Turniertag (7. Runde)

Die »Hino Nacional Brasileiro« scheint dieses Jahr das richtige Lied zu sein für Schachveranstaltungen. Schon bei der Endrunde 2008 in Schönhagen begleitete die Hymne Brasiliens unseren Verein auf dem Weg zu den Titeln. Und auch heute hätte sie gut und gerne eingespielt werden können, denn mit Guilherme Borges hat wieder ein neues Gesicht den großen Siegerpokal mit nach Hause nehmen können, und er ist – natürlich – Brasilianer.

Sportliche 45 Minuten nach Rundenbeginn kam der an Tisch 1 spielende Borges herein (Gerüchten zufolge direkt vom Fischmarkt), um nach rasch gespielten 20 Zügen remis zu bieten. Aber sein jugendlicher Gegner Paul Meyer‑Dunker war nicht in der Laune, remis zu spielen. Er lehnte trotz der 400 Punkte DWZ‑Differenz ab. Beinahe dreist, aber im höchsten Sinne anständig für die Konkurrenten um den Turniersieg. Dusan Nedic lächelte verschmitzt nach Pauls Worten »Ich möchte gerne weiterspielen« und war nach Ende der Partie voll des Lobes für den Eppendorfer. Die Stellung mit Läuferpaar gab zuerst auch keinen Anlass, in eine vorzeitige Punkteteilung einzuwilligen. Als dann weitere elf Züge geschehen waren, verflachte die Partie aber zusehends und Paul bot selbst remis.

Das nahm Borges auch sofort an. Auf Nachfrage nach dem Grund für das Remis entgegnete dieser mir: »Ich habe gestern ein bisschen Mathematik gemacht.« Und die hätte ergeben: Im besten Falle konnte sein Verfolger Dusan Nedic bei einem Sieg maximal einen halben Buchholz hinter Borges landen.

Das tat er dann auch, nachdem er in der letzten Runde den oben festgesetzten Lew Sternberg schlagen konnte.

An Tisch 3 hatte Hauke Reddmann eine Weile zu tun, seinen dritten Platz in der Endtabelle abzusichern, doch nach der Zeitkontrolle war die Partie entschieden.

Lange gespielt hat auch Thomas Hagenlüke, der sein Turnierergebnis sanieren konnte, weil er nach einem harten Kampf im Endspiel siegte gegen Frank Opitz.

Richtige Dramatik bot heute der vierte Tisch, an dem sich Jörg Müller und Siegfried Weiss ein Duell um den 4. Platz lieferten. Hin und her wogte die Partie, und als Siegfried mit noch 22 Sekunden für den Rest der Partie Jörg Müllers König mitten auf dem Feld erlegen konnte. »Schach ist eine ungesunde Sache«, konstatierte Siegfried nach seiner Partie. Mit diesem Ergebnis ist er bester Königsspringer geworden.

Bester Jugendlicher wurde Paul Meyer‑Dunker, der sich eine beachtliche Halbzahl erspielen konnte und knapp 100 DWZ‑Punkte dazu bekommen wird. Auch eine Halbzahl erspielten sich Eugen Raider und Dejan Lazic.

Beachtlich auch die Turnierleistung von Rolf Marquardt von den Langenhorner Schachfreunden.

Die längste Anreise hatte wie üblich Frank Opitz aus Neu‑Oelsnitz (bzw. Berlin).

Vielen Dank allen Teilnehmern für einen reibungslosen Ablauf und Bernhard Jürgens für die Auszeichnung »kulinarisch gesehen bestes Turnier, das ich je gespielt habe«.

Diesen Dank gebe ich gern weiter an die Mütter im Hintergrund, die Essensspenden getätigt haben. Kuchen, Aufläufe, Frikadellen sind allen sehr gut bekommen. Vielen Dank auch Schiedsrichter Martin Bierwald, der an allen Tagen die Lage voll im Griff hatte.

(Boris Bruhn)

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Bilder

Preisträger
(Foto)
v. l. n. r.: Dusan Nedic, Guilherme Borges, Hauke Reddmann

Alle Bilder vom Turnier
 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/08-elo.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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