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Chronik: Archiv
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Jugendbundesliga‑Nord, Staffel West 2006/07
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Hamburger SK 6 4 5 5 44,5 18
2. SC Diogenes 0 3 4 3 4 4 4 4 28,5 12
3. SK Norderstedt ½ 3 3 4 4 5 3 28,5 11
4. Hannoverscher SK Post SV 2 3 3 3 4 3 6 31,0 10
5. SK Johanneum Eppendorf 2 3 3 29,0 10
6. SK Marmstorf 1 2 3 5 3 28,0 10
7. Königsspringer Hamburg 2 5 27,5 10
8. SK Lehrte ½ 2 2 2 21,0 4
9. SG Oesede/G’marienhütte ½ 2 1 3 1 1 16,0 3
10. SC Meerbauer Kiel 0 2 3 0 ½ 3 15,0 2
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Spieler
KSH
 
Mannschaftsführer:
Boris Bruhn
A H A H A A H A H
HSK
 
NOR
 
MAT
 
SKJ
 
MBK
 
LEH
 
OES
 
DIO
 
PSH
 
1 Harder, Clemens 0 1 ½ 1 0 ½ 1 0 0
2 Klink, Otto 0 1 1 1 1 + ½  
3 Borgmeyer, Max 1 0 ½ 0   1 ½ ½ 0
4 Maiorov, Daniel 0 ½ 0 0 ½ 1 ½ 1 0
5 Hagenlüke, Thomas ½ ½ ½ ½ 1 1 1 1 ½
6 Langmann, Markus 0 0 1 0 1 0 1 ½ 0
7 Meyer, Ole                  
8 Lock, Adrian         0       1
9 Huismann, Immo                  
10 Streich, Justus                  
11 Steinfeldt, Henry                  
12 Mau, Felix                  
13 Hort, Max                  
14 Akram, Shumon                  
15 Badura, Christopher                  
16 Schiffmann, Darius                  
17 Stanau, Guido                  
18 Dibbern, Moritz                  
19 Viol, Joshua                  
20 Vieth, Lukas                  
21 Spät, Alexander                  
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1. Runde
24.09.2006 Hamburger SK Königsspringer Hamburg :
10:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Frank Bracker Clemens Harder 1 : 0
2 Arne Bracker Otto Klink 1 : 0
3 Hendrik Möller Max Borgmeyer 0 : 1
4 Florian Held Daniel Maiorov 1 : 0
5 Phil Wiese Thomas Hagenlüke ½ : ½
6 Vadym Salenko Markus Langmann 1 : 0

24.09.2006 SC Diogenes SK Lehrte 4 : 2
24.09.2006 Hannoverscher SK Post SV SG Oesede/G’marienhütte 3 : 3
24.09.2006 SK Norderstedt SC Meerbauer Kiel 3 : 3
24.09.2006 SK Marmstorf SK Johanneum Eppendorf :

Bericht

Die Jugendbundesliga‑Saison begann mit einem Auswärtsspiel in unserem Clubheim. Aufgrund des DWZ‑Opens wurde der Kampf gegen den HSK in unser Clubheim verlegt.

Die Aufstellung des HSK wies zwei Änderungen gegenüber der Bestbesetzung auf: Ohne Neuzugang Niclas Huschenbeth, der wohl nur gegen die »Guten« ans Brett kommen wird, und Malte Colpe liefen die Eilbeker bei uns auf. Dass dies eine Chance für unsere Mannschaft war, wie im letzten Jahr vielleicht einen Mannschaftspunkt abzustauben, erkannte diese leider nicht.

Der Verlauf bei Markus Langmann kann nur als typisch für die 1. Runde und katastrophal bezeichnet werden: Nach neun Zügen und 45 Minuten war die Partie entschieden, obwohl der Gegner 35 Minuten zu spät gekommen war. Mit dieser Hypothek wurde es für den Rest an diesem Tag sehr schwer.

Daniel muss unbedingt was anderes finden als seine Hausvariante, denn damit ist in ernsthaften Partien gegen Gegner jenseits der 1900 nichts zu holen. Auch Otto braucht dringend einen Crash‑Kurs von Michael Wolter in Sachen »Das Programm für den vorsichtigen Schwarzspieler«. Clemens am Brett 1 hatte mit Frank Bracker einen zu harten Gegner, der nach dem ersten Fehler von Clemens die Partie schnell für sich entschied. »Danke, dass Du trotz Erkältung gekommen bist, um die Mannschaft zu unterstützen, Clemens! Und: Happy Birthday!«

Während der ersten Stunden liefen die Spieler eine Menge herum und ließen sich nicht ans Brett bringen. Die Chance nach hartem Kampf vielleicht einen Punkt abzustauben, wurde als solche nicht erkannt. Wie ich Daniel schon während des Kampfes sagte, geht es 0:6 aus, wenn man am Brett nicht präsent ist. Das zeigt nur Desinteresse und ist außerordentlich schlecht, wenn man die Klasse halten möchte. Daniel: »Oh Mann, mir fällt nix mehr ein.« Gegen diese Einstellung ist an diesem Tag nichts auszurichten gewesen. Auch nicht mein »Wer nicht kämpft, hat schon verloren.«

Nach drei Stunden war der Kampf entschieden. Thomas hatte sich seine Zeit gut eingeteilt und eine Stellung erreicht, in der man den Vorteil mit der Lupe suchen musste. Das eingehende Remisangebot konnte er deshalb nicht ablehnen: 0,5:3,5. Otto spielte ein perspektivloses Läuferendspiel noch weiter. Lichtblick an diesem Tag blieb Max, der ein Turmendspiel gewann, wobei beide Seiten noch mal Turmendspiele üben müssen.

Irm und Uwe haben wieder einmal ein leckeres Frühstück für die Spieler gezaubert (Vielen Dank!) und direkt nach dem Kampf wurden Ergebnisse und Partien per WLAN nach Elmshorn zu Heiko Spaan geschickt. Immerhin vier Zuschauer kamen zum Debüt, das kann beim nächsten Kampf gegen Norderstedt (unglückliche Auslosung übrigens) noch mehr werden.

(Boris Bruhn)

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2. Runde
08.10.2006 Königsspringer Hamburg SK Norderstedt 2 : 4
10:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Clemens Harder Aljoscha Feuerstack 1 : 0
2 Otto Klink Jens Wolter : +
3 Max Borgmeyer Stephan Denker 0 : 1
4 Daniel Maiorov Daniel Rönsch ½ : ½
5 Thomas Hagenlüke Tilman Reinelt ½ : ½
6 Markus Langmann Rico Huhnstock 0 : 1

07.10.2006 SK Lehrte SK Johanneum Eppendorf :
08.10.2006 SC Meerbauer Kiel SK Marmstorf 3 : 3
07.10.2006 SG Oesede/G’marienhütte Hamburger SK ½ :
12.11.2006 SC Diogenes Hannoverscher SK Post SV 4 : 2
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3. Runde
05.11.2006 SK Marmstorf Königsspringer Hamburg :
11:00 Uhr, Vereinshaus des SV Grün‑Weiss Harburg, Langenbeker Weg 1c, 21077 Hamburg

1 Jonathan Carlstedt Clemens Harder ½ : ½
2 Jakob Schäfer Otto Klink 0 : 1
3 Jan Hendrik Müller Max Borgmeyer ½ : ½
4 Bastian Baldig Daniel Maiorov 1 : 0
5 Matthias Peschke Thomas Hagenlüke ½ : ½
6 Tobias Müller Markus Langmann 0 : 1

04.11.2006 Hannoverscher SK Post SV SK Lehrte 4 : 2
05.11.2006 Hamburger SK SC Diogenes 6 : 0
04.11.2006 SK Norderstedt SG Oesede/G’marienhütte 5 : 1
05.11.2006 SK Johanneum Eppendorf SC Meerbauer Kiel : ½

Auswärtsarbeitssieg

Dicke Regentropfen prasseln auf das aufgetürmte Laub am Langenbeker Weg 1c. Ungemütliches Wetter nennt man so was. Am heutigen Tage führte das Auswärtslos die Jugendbundesligamannschaft unseres Vereins nach Marmstorf. Beide Teams traten in Bestbesetzung an. Otto war diesmal überpünktlich (nicht 10:00 Uhr, sondern 11:00 Uhr. Klar im Vorteil ist der, naja …). Wie auch immer: Otto hatte damit am längsten gefroren und war am heißesten auf die Partie. Aber auch die anderen waren schön durchgefeuchtet, denn das Clubhaus des Grün‑Weiss Harburg im Langenbeker Weg öffnete sich erst kurz vor 11:00 Uhr. Clemens und ich waren schon um 10:26 Uhr da, Max, Daniel und Markus kamen zusammen mit Uwe um 10:40 Uhr, Thomas kam mit dem Folgebus (kam alle 20 Minuten). Otto war ja schon über eine Stunde da, hatte sich aber unter der überdachten Haltestelle mit seinen Hausaufgaben in Deutsch und Russisch beschäftigt (und sie sogar erledigt).

Dann pfiff Gastgeber Jan Hendrik Müller den Kampf an. Aus den Eröffnungen kamen so ziemlich alle ganz gut heraus – was eine solide Vorbereitung nicht alles bringen kann… Nur Clemens hatte eine andere Eröffnung als erwartet. Daniel behandelte seine Eröffnung etwas eigentümlich und stand schlechter, die Partie ging zu Recht verloren. Max stand okay, genauso Markus, Otto kam schnell zum Ausgleich bzw. zu leichtem Vorteil.

Die schlechteste Partie des Tages trugen Thomas und Matthias am Brett 5 aus. Die Vorbereitung von Thomas kam aufs Brett, bis Matthias abwich. Drei Züge später hatte Thomas eine glatte Figur und 3,20 Bauerneinheiten mehr (ohne sichtbare Kompensation). Erstaunlich, dass Thomas die Partie noch fast weggestellt hätte, denn bald war die Figur mit Zinsen (ein Bauer) wieder weg. Als dann Matthias im Damenendspiel einzügig einen Bauern einstellte, war es kurz danach remis durch Dauerschach. Irgendwie ein gerechtes Ergebnis.

Ab da sollte es vornehmlich gute Nachrichten geben für unsere Mannschaft: Otto hatte klaren Vorteil erlangt und war dabei, den ganzen Punkt zu machen. Er hat am heutigen Sonntag eine überzeugende Start‑Ziel‑Partie gewonnen, auch im nächsten Kampf wird es auf ihn ankommen. Markus hatte mit einer kleinen Schachkombination einen Bauern gewinnen können und war auf der Siegerstraße. Es blieb die Frage, wo denn noch der eine Brettpunkt herkommen sollte, um den Mannschaftssieg sicherzustellen. Clemens stand die Partie über schlechter, aber in seiner Zeitnot ist dann ein Bauer an ihn gegangen, den er dann in einem gewonnen Turmendspiel umsetzen musste. Leider hatte er wenig Zeit, und der Brückenbau ging nicht leicht von der Hand. Mit 43 Sekunden für den Rest wurde dann das Remisangebot angenommen. 3:2 stand es da für unser Team.

Blieb die Stellung von Max, die wohl immer einen Tick einfacher für ihn zu spielen war; später hatte er wohl spürbaren Vorteil. Aber der größte Vorteil war die Uhr. Im Endspiel stellte er zwar seinen Freibauern ein, konnte danach aber eine Blockade‑Stellung aufbauen, die ihm dann letztendlich nach ziemlich genau fünf Stunden den halben Punkt und der Mannschaft die beiden ersten Mannschaftspunkte einbrachte.

Ein Arbeitssieg, der vom Ergebnis her höher hätte ausfallen müssen. Clemens, Thomas und Max haben je einen Halben liegengelassen. Aber erstmal sind alle froh, dass der erste Sieg eingefahren wurde. Im nächsten Kampf gegen SKJE braucht es wieder eine konzentrierte Leistung. Wir spielen im Clubheim und Zuschauer sind willkommen!

Apropos Zuschauer: Zuschauer des Tages war heute Jochen Cremer, der aus Neugraben nach Marmstorf gefahren war, um unseren Jungs die Daumen zu drücken. Und apropos fahren: Heute war ein echter Uwe‑Tag. Uns Uwe wurde 70. Und Uwe Borgmeyer bot uns heute ebenfalls großes Tennis. Erstmal hat er Max, Daniel und Markus hingefahren, dann war er mit mir beim Bäcker: Brötchen für die Jungs holen und Kaffee für mich. Und schließlich hat er mir eine ganz lange Bahnfahrt erspart mit einem Sidestep über Südosten. Danke für Alles!

(Boris Bruhn)

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4. Runde
26.11.2006 Königsspringer Hamburg SK Johanneum Eppendorf :
10:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Clemens Harder Wesal Moshtael 1 : 0
2 Otto Klink Armin Schmidt 1 : 0
3 Max Borgmeyer Jade Schmidt 0 : 1
4 Daniel Maiorov Daniel Markovic 0 : 1
5 Thomas Hagenlüke Tilman Stellfeld ½ : ½
6 Markus Langmann Alexej Rabinovitch 0 : 1

26.11.2006 SK Lehrte SC Meerbauer Kiel :
26.11.2006 SG Oesede/G’marienhütte SK Marmstorf 1 : 5
26.11.2006 SC Diogenes SK Norderstedt 3 : 3
26.11.2006 Hannoverscher SK Post SV Hamburger SK :

Große Klappe! Und dahinter?

Am gestrigen Sonntag fand ein Heimspiel der Jugendbundesliga im Clubheim statt; es ging gegen die bislang im Mittelfeld liegenden SKJEler. Mein Versäumnis als Mannschaftsführer bestand darin, am Freitag zuvor nicht im Clubheim gewesen zu sein, um die Mannschaft auf den Gegner einzustimmen. So entstand bei mir der Eindruck, dass unser Team unkonzentriert (und um 10:00 Uhr auch erstmal zu fünft) in die Paarung ging gegen erheblich ersatzgeschwächte Eppendorfer.

An Brett 6 bei Markus entwickelte sich ein Siz, aus dem Markus mit unglaublich hohem Zeitverbrauch in eine überlegene Stellung überging, die er binnen drei Zügen in eine Niederlage verwandelte –, und das gegen einen nominell 400 Punkte schlechteren Gegner. Markus schlug sich selbst.

Am Brett 5 hatte sich Thomas weniger am Brett aufgehalten und pfundige Ankündigungen gemacht. Hochmut kommt vor dem Fall, so auch hier. Die Stellung, in der er den Gegner angreifen musste, nutzte Thomas zum Verteidigen und geriet wieder in Zeitnot. Dabei stellte er einen Bauern ein, und in total verlorener Stellung musste er beim Stand von 2:3 ins Remis einwilligen.

Bei Daniel am Brett 4 war die Eröffnung ein unübersichtliches Etwas, aus dem Daniel mit einem riesigen Zeitvorsprung hervorging. Auch er verwendete – wie wir es nicht anders von ihm kennen – zu viel Zeit mit Fußwegen innerhalb des Clubheims, sodass er in Zeitnot (sieben Minuten für 20 Züge) einzügig die Dame einstellte, als er knappe vier Bauerneinheiten im Vorteil war.

Dass Max sich nach einer harten DLM‑Woche nicht an alle Stellungseigenheiten erinnern konnte, ist sicherlich entschuldbar.

So eine Niederlage kann vorkommen. »Die Mannschaft war stets bemüht«, soll dann aber am Ende doch nicht im Zeugnis dieser Saison stehen. Besonders gefehlt hat die Konzentration auf das Wesentliche – dem Sieg – an diesem Tag.

Aber wo Schatten ist, da ist auch Licht: Otto zeigte eine astreine Partie und erzielte die anfängliche Führung. Und Clemens spielte am Brett 1 eine Partie mit fundierten Theoriekenntnissen (einen Zug mehr wusste er im Vergleich zum Gegner), die er in einem Endspiel mit Qualität mehr in einen Sieg umsetzen konnte. Mit seinen 2½ aus 4 ist Clemens Topscorer der Mannschaft, worüber sich die anderen fünf den einen oder anderen Gedanken machen könnten.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Mannschaft hat Fähigkeiten und Potenzial, die Klasse zu halten, insbesondere bei schwächer werdender Konkurrenz. Die kommende Begegnung gegen Kiel muss irgendwie gewonnen werden. Und vorher: weiter üben, üben, üben. Und was ist die Konsequenz aus so einer Niederlage? Besser trainieren, die Defizite ausmerzen. Bis Mitte Dezember ist Zeit.

(Boris Bruhn)

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5. Runde
17.12.2006 SC Meerbauer Kiel Königsspringer Hamburg :
10:00 Uhr, Initiativenhaus Fröbelschule, Diedrichstr. 2, 24143 Kiel

1 Christopher Simon Clemens Harder 1 : 0
2 Marthe Benzen Otto Klink 0 : 1
3 Jan‑Niklas Butzkies Daniel Maiorov ½ : ½
4 Patrick Groot Thomas Hagenlüke 0 : 1
5 Philipp Höger Markus Langmann 0 : 1
6 Bastian Höger Adrian Lock 1 : 0

17.12.2006 Hamburger SK SK Lehrte : ½
17.12.2006 SK Norderstedt Hannoverscher SK Post SV 3 : 3
07.01.2007 SK Marmstorf SC Diogenes 2 : 4
17.12.2006 SK Johanneum Eppendorf SG Oesede/G’marienhütte :

Liga‑Alltag

Dunkel war es, als sich Clemens, Otto, Daniel, Thomas, Markus und Adrian mit mir am Hauptbahnhof trafen um 08:10 Uhr. Alle waren pünktlich, das war sehr löblich. Weniger löblich war, dass wir ohne Max antreten mussten. Zu verdanken haben wir diesen Umstand den Gastgebern aus Kiel, die auf E‑Mails, die vor Monaten an sie gerichtet wurden, zu spät oder gar nicht antworteten, oder noch besser: Zusagen machten, die dann nicht umgesetzt wurden. Lesern unseres Newsletters werden die Hintergründe deutlich gemacht werden, alle anderen mögen sich bei unseren Gastgebern auf der Homepage erkundigen nach den »Schwierigkeiten«.

Aber alles Hardern (hüstel, Brett 1) half nichts, wir mussten da hin. Ich hatte Croissants und Brötchen gebacken für die Spieler, denn ich ahnte, dass Frühstück zugunsten von mehr Schlaf eingetauscht wurde. Kaffee sollte es ja wohl vor Ort geben (doch dazu später mehr), aber ein Frühstückskakao für jeden war auch noch drin. Und so wurde die Bahnfahrt mit Nahrungsaufnahme und allerlei Wortwitzen bestritten. Hingerissen von leckerem Backwerk und besinnlicher Stimmung rund um Jesu Geburt ließ sich Markus verleiten zu dem Satz: »Otto, den Punkt heute, den mach ich nur für Dich.« Außerdem hatte Thomas noch ein paar Hammergeschichten aus der Vergangenheit auf Lager: »Damals, vor drei Monaten …« Der Zusammenhalt stimmt.

War alles okay, bis die Schaffnerin uns überraschte mit den Worten »Bauarbeiten zwischen Bordesholm und Kiel, wir sind gerade 15 Minuten spätä, macht doch nix, odä?« (so in Mecklenburger Dialekt). Naja, macht schon was. Der Fußweg vom Bahnhof erschien nicht weit, aber war schon ärgerlich, dass von den geplanten 25 Minuten für den Fußweg bis Spielort nur 10 übrig blieben. Im strömenden Regen fanden wir dann den Weg (dauerte 25 Minuten) in das ›Initiativenhaus der Fröbelschule‹, und die Kieler warteten auch auf uns.

Der Beginn des Kampfes in einem Klassenraum, der ausschließlich für Schach genutzt wird (eine der Initiativen, siehe oben), war ruhig. Als dann um 11:00 Uhr im selben Raum ein Pokal‑Wettkampf zwischen Kiel und Glückstadt begann (Und die Wette halte ich: Nicht alle acht Spieler hatten Zeit für ausreichend Körperhygiene am Morgen!), war das auch noch okay. Dann tauschte die Uraltheizung Kaltwasser gegen Warmwasser, das war laut und dauerte gut zehn Minuten. Gut. Schön. Aber spätestens als die Kindergruppe der türkischen Gemeinde (ebenfalls eine der Initiativen) ihr Jahrestreffen hatte und türkische Musik aus dem Nebenraum kam und der Schulflur sich füllte, war es vorbei mit angemessenen Spielbedingungen. Otto bemerkte: »Hier ist es laut wie auf ’nem türkischen Bazar.« Völlig unabhängig von der Art des Krachs: Wären die katholischen Pfadfinder (siehe unten) so laut gewesen oder wäre dort eine Bar Mitzwa gefeiert worden, es hätte genauso gestört. Zusammenfassend kann man nur sagen: »Ging gar nicht.« Aber hadern …

Auf den Brettern tat sich das Übliche: Alle außer Otto gerieten rasch in großen Bedenkzeit‑Rückstand. Bedrohlich schien die Lage bei Daniel zu werden, darum durfte er in langweiliger Stellung remis machen. Auch bei Markus dauerte die Entscheidungsfindung wieder ziemlich lange, aber er zerlegte die Drachenstruktur des Gegners vorbildlich und gewann als Erster.

Auch nicht der Schnellste: Thomas. Aber er konnte dem Gegner schnell einen Bauern abnehmen und gewann souverän. Adrian erreichte eine vorteilhafte Stellung durch solide Vorbereitung, aber dann drehte er durch und sah ein Opfer, das aber tat gar nicht Not. Die Party‑Einladung an alle Figuren auf dem Brett hätte es auch getan. Und so (denn das Opfer ging nicht) musste er sich in einem perspektivlosen Endspiel wiederfinden, das er kurz danach aufgab.

Zwischendrin erkundigte ich mich ein wenig über den Verein und fragte nach Kaffee, zweifelhaft daran das Vergnügen, dass ich ihn selber aufsetzen musste (durfte).

In der Zwischenzeit hatte Otto eine Figur gewonnen, doch die Gegnerin spielte bis zum matt weiter. Egal. Denn damit war der Mannschaftssieg erreicht. In Zeitnot fand Clemens dann leider nicht die wichtige Verteidigungs‑Ressource und musste ebenfalls aufgeben.

Das knappe Endergebnis von 3½:2½ täuscht über den Verlauf hinweg, richtig schief gehen konnte der Kampf nicht. Langweiliger Liga‑Alltag, aber solche Punkte müssen eben erstmal gemacht werden. Wer die nicht holt, der steigt ab. Und bis hierhin holte unser Team in dieser Saison zu wenig davon. Dieses erste Schicksals‑Spiel wurde gewonnen. Das nächste folgt im Februar in Lehrte bei Hannover. Aus eigener Kraft ist es noch zu schaffen für unsere JBL.

Die Rückfahrt verbrachten wir in der NOB von Kiel nach Neumünster mit einer Sippe der Pfadfinder, die mit lauter Gitarrenmusik und hohem Gesang versuchte, unser »Super Hagen olé« (denn er ist jetzt Top‑Scorer!), zu übertönen. Doch erfolglos. Schließlich und endlich, als wir um 16:20 Uhr in den Hamburger Hauptbahnhof einfuhren, da war es wieder dunkel. Aber für die Jugendbundesliga sieht es nicht mehr ganz so düster aus.

(Boris Bruhn)

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6. Runde
21.01.2007 SK Lehrte Königsspringer Hamburg :
10:00 Uhr, Haus der Vereine, Marktstraße 23, 31275 Lehrte

1 Dorothee Schulze Clemens Harder ½ : ½
2 Marcel Jünemann Otto Klink 0 : 1
3 Markus Meurer Max Borgmeyer 0 : 1
4 Marc Tenninger Daniel Maiorov 0 : 1
5 Christopher Raulf Thomas Hagenlüke 0 : 1
6 Jonas Walther Markus Langmann 1 : 0

21.01.2007 SG Oesede/G’marienhütte SC Meerbauer Kiel :
21.01.2007 SC Diogenes SK Johanneum Eppendorf 3 : 3
21.01.2007 Hannoverscher SK Post SV SK Marmstorf 3 : 3
21.01.2007 Hamburger SK SK Norderstedt : ½
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7. Runde
11.02.2007 Königsspringer Hamburg SG Oesede/G’marienhütte 5 : 1
10:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Clemens Harder Eugen Biller 1 : 0
2 Otto Klink Franziska Seeger + :
3 Max Borgmeyer Jan Collmann ½ : ½
4 Daniel Maiorov Marc Gohmann ½ : ½
5 Thomas Hagenlüke Patrick Thumulka 1 : 0
6 Markus Langmann Marvin Fischer 1 : 0

11.02.2007 SK Norderstedt SK Lehrte 4 : 2
11.02.2007 SK Marmstorf Hamburger SK 1 : 5
11.02.2007 SK Johanneum Eppendorf Hannoverscher SK Post SV 3 : 3
11.02.2007 SC Meerbauer Kiel SC Diogenes 2 : 4

Der nächste Schritt

Die U15‑Jugend im Volleyball des TSV Wandsetal war auf dem Weg in die Sporthalle Moorflagen, in der die 11 Mädchen und ein Junge in der Mixed‑Hobby‑Liga spielen wollten. Bedauerlicherweise musste ich die immerhin 22 Minuten lange Bahnfahrt mit Ihnen in einem Waggon der U2 verbringen, in dem die Lautstärke eines startenden Eurofighters erfolgreich imitiert wurde, nur eben einige Oktaven höher. Noch völlig erschöpft von der HJET des Vortages saß ich lethargisch da und blickte leer in das Muster auf dem Sitz gegenüber, unfähig, mich zu bewegen. Der Tag war quasi gelaufen.

So konnte ich mich voll und ganz meiner Aufgabe als Mannschaftsführer der Jugendbundesliga widmen. Um 09:30 Uhr trudelten Max und seine Eltern im Clubheim ein, letztere übernahmen wieder einmal den ›Küchendienst‹, vielen Dank dafür! Die Gegner aus Oesede/Georgsmarienhütte kamen um 09:40 Uhr an, der MF und Fahrer Frank Pfeifer war sichtlich angestrengt durch die lange Rutschpartie (aufgestanden war er nach eigenen Angaben »um viertel vor sechs, und das an einem Sonntag!«). Unterwegs war geplant, das nominelle Brett 2 in Bremen einzusammeln, die Spielerin war allerdings erkrankt, sodass Otto um 10:15 Uhr ankommend nur noch 45 Minuten auf den Brettpunkt warten musste. Und ich war heilfroh, dass wir nicht auswärts spielen mussten. Markus spielte ab Zug 6 mit einer Mehrfigur, ab Zug 8 mit zwei Mehrfiguren. Allerdings tat er sich bei der Umsetzung schwer, aber nach einiger Zeit schaffte er es und so stand es 2:0.

Sorgen machen musste ich mir um die Stellungen von Max und Daniel. Max hatte einen starken Angriff zugelassen ohne Gegenspiel, Daniel hatte sich eine Eröffnung ausgedacht, die nicht funktionierte. Aber wenn sie eher schlechter stehen, dann fangen die Spieler unseres Teams an, sich Mühe zu geben. Das ist seit einigen Runden so und ein Zeichen, dass sie den Klassenerhalt schaffen wollen. Max dachte sich ein Gegenspiel aus, bei dem er sich mit einem Dauerschach aus der Affäre ziehen konnte. Und auch Daniel erspielte sich mit einem Turm‑Springer‑Opfer eine Dauerschach‑Wendung. 3:1 war also der Zwischenstand.

Thomas am Brett 5 hatte deutlichen Vorteil im Endspiel, allerdings war er auch »ganz schön grün im Gesicht«, wie Otto feststellte. Otto blieb bis zum Ende des Kampfes, ebenfalls eine nette Geste von ihm und ein Zeichen für gestiegenen Mannschaftsgeist. Und Max setzte dem die Krone auf, als er Thomas nach gewonnener Partie einen Kamillentee kochte, und Thomas wartete darauf. Gute Besserung wünsche ich Richtung Wellingsbüttel!

Damit war der Sieg unter Dach und Fach und nur unser Spitzenbrett spielte noch. Clemens hatte sich vor der Partie noch einmal erkundigt, welche der Varianten er für sich wählen sollte, um der Vorbereitung des Gegners zu entgegnen. Er machte es wohl richtig und stand doch ein bisschen komisch zwischendurch. In seiner Zeitnot fand er allerdings eine kleine Schachtaktik, die den Gegner Qualität und Bauer kostete und am Ende auch die Partie.

5:1, das ist der deutlichste Sieg diese Saison, wieder ist ein großer Schritt getan Richtung Klassenerhalt, für den eine der beiden kommenden Begegnungen gewonnen werden muss. 8 Punkte werden wahrscheinlich dieses Jahr nicht genügen für den direkten Klassenerhalt, aber wenn die Mannschaft sich gut vorbereitet auf die kommenden Aufgaben, dann wird es funktionieren. Im März geht es gegen die stark verbesserten Diogenesen, auswärts.

Vielen Dank dann noch an Baldur, der als erster Gratulant erschien und dem ich an dieser Stelle ebenfalls Gute Besserung wünschen möchte.

(Boris Bruhn)

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8. Runde
25.03.2007 SC Diogenes Königsspringer Hamburg :
10:00 Uhr, Altentagesstätte der LAB‑Gemeinschaft Hamm, Fahrenkamp 27, 20535 Hamburg

1 Fabian Schulenburg Clemens Harder 1 : 0
2 Karin Chin Otto Klink ½ : ½
3 Daniel Kuehn Max Borgmeyer ½ : ½
4 Fabian Besch Daniel Maiorov 0 : 1
5 Ramona Neumann Thomas Hagenlüke 0 : 1
6 Torben Schulenburg Markus Langmann ½ : ½

29.04.2007 SK Lehrte SG Oesede/G’marienhütte :
11.03.2007 Hannoverscher SK Post SV SC Meerbauer Kiel 6 : 0
25.03.2007 Hamburger SK SK Johanneum Eppendorf 4 : 2
25.03.2007 SK Norderstedt SK Marmstorf :

Der Weg aus der Hölle führt wohin …?

Das schönste am SC Diogenes ist der Hinweg. Jedenfalls für mich. Wo sonst kann ich um 09:35 Uhr losgehen, um nach einem kleinen Spaziergang beim Auswärtsspielort anzukommen? Und so kam ich ganz entspannt und ausgeschlafen in die Altentagesstätte und sah in ganz kleine Augen unserer Spieler, die gebeutelt von Schlafraub (−1 Stunde) auf ihren Einsatz warteten. Die Gastgeber vom SC Diogenes begrüßten uns sehr freundlich, für sie ging es um Platz 2, dieser berechtigt für den Stichkampf um die Qualifikation zur DVM U20. Für uns ging es um den Klassenerhalt.

Wie in Kiel bereitete ich selbst den Kaffee zu, nur diesmal brachte ich ihn auch noch selbst mit. Kai Schoenwolff, der aus unserer Sicht den Hauptanteil am Aufschwung des SC Diogenes hat (Respekt dafür und Glückwunsch dazu!), hatte mich am Vortag netterweise darauf hingewiesen, dass sich kein Kaffee in der Altentagesstätte befindet, und so transportierte ich eine Packung Kaffee von mir bis hin zum Spielort. So konnte ich Uwe, der wieder einmal die Kinder zum Spielort brachte (danke dafür!), wenigstens einen leckeren Kaffee anbieten.

Zum Verlauf der Partien: Clemens kam mit Hilfe der Deutschen Bahn und des HVV rund 20 Minuten später, das war aber abgesprochen. In der Zeit hatte Thomas am Brett 5 bereits eine ihm bekannte Stellung hingezaubert und stand aussichtsreich. Bei Max an Brett 3 entwickelte sich eine zähe, immer nahe dem Ausgleich liegende Partie, ebenso bei Otto, wobei der immer leichten Nachteil hatte. Nach 40 Minuten kam auch der Gegner von Daniel mit dem Taxi vorgefahren, sein Kommentar: »Sieben Euro« und ein Schulterzucken. Markus geriet offenbar in die Vorbereitung seines ärgsten Widersachers auf der Endrunde, Torben Schulenburg. Statt Taktik ’ne Menge Positionsgeschiebe, was bis zur Zeitnot anhielt.

Nach 1 Stunde 3 Minuten erzielte Thomas den Führungstreffer. Die Dame war weg oder matt. Ein Diogenese (Name dem Verfasser dieser Zeilen bekannt) ließ sich hinreißen zur Äußerung: »Immerhin länger als das Freilos«. Das war fies. Aber 1:0 für uns. Die Stellung bei Max verflachte zusehends, Otto tauschte fleißig, was seinen Nachteil immer kleiner werden ließ. Clemens hingegen nahm einen zweiten geopferten Bauern, das war nicht weise. Und so wanderte sein König nach h5, hinzu kamen die Bauern h4, g4, f4 (er war Weiß!), kurz danach gab er auf. Aber danke fürs Spielen! Wir arbeiten dann weiter am Aufschlag. Max hatte in der Zwischenzeit remis nicht ablehnen können.

Bei Daniel hingegen kam seine Vorbereitung aufs Brett und er hatte klaren positionellen Vorteil. Ein Remisangebot lehnte er folgerichtig ab. Otto bot selbst remis, das wurde aber in gewisser Weise gekoppelt an die anderen beiden Partien (ebenfalls remis) und auch abgelehnt. Ausspielen war angesagt, für Daniel und für Markus.

So spielte Otto die zweitlängste Partie des Tages, die aber nach zwei Stunden beendet hätte sein müssen (nach seiner Auffassung), das erregte ihn sehr. Daniel spielte die Partie schön zu Ende und so stand es 2,5:1,5 für uns. Otto spielte noch und so musste Markus mit seiner Partie entscheiden, ob es unentschieden ausging oder ob wir diesen Kampf gewannen. In der Zeitnot wogte die Partie hin und her, aber endlich wurde es ein bisschen taktisch. Markus stellte eine Figur ein, was den Gegner die Königsstellung kostete. Mit jeder Menge Schwerfiguren auf dem Brett und einigen versprengt stehenden Bauern wurde munter geblitzt und nach der Zeitnot entstand ein modernes Kunstwerk auf dem Brett. Aber die Mannschaft hatte Vertrauen in Markus. Und ich auch, daher entschloss ich mich, in der Mittagssonne den letzten Kaffee zu genießen und der Dinge zu harren, die da kommen mochten. So spielte Max immer den Boten, rannte von der Bank im Park in den Spielsaal, verkündete die Veränderungen (meistens bei der Bedenkzeit) und machte so bestimmt den einen oder anderen Kilometer. Auch verkündete Max: »Otto hat remis gespielt.«

In hochgradig komplizierter Stellung war Markus am Drücker mit den aktiveren Figuren und drei Minusbauern. Da erschien ein Dauerschach, und auf die Frage von Markus, ob denn remis und unentschieden reichen würde für uns (offenbar hatte er nicht nachgezählt), riet ich ihm, remis zu machen. Dass er die Stellung auch hätte gewinnen können, war im Mannschaftssinne nicht so wichtig. Und dafür hätte Markus mehr als 11 Minuten gebraucht – das war seine Restbedenkzeit. Der Gewinnzug war nicht einfach zu sehen.

Hauptsache gewonnen. Denn wir wussten alle nicht, wie die anderen Mannschaften gespielt hatten. Weder die Ergebnisse gegen Weisse Dame (in der Jugendlandesliga), noch die anderen Paarungen der JBL waren bekannt. Was sich dann bei der HSJB‑Vollversammlung herausstellte: Alles liegt wahnsinnig eng beieinander. Der SK Marmstorf hatte auswärts bei Norderstedt gewonnen, der SKJE beim HSK verloren. HSK Post Hannover hatte 6:0 kampflos gegen Kiel gewonnen (Andeutungen dazu schon im Bericht oben).

Außerdem hatte die Jugendlandesliga gegen Weisse Dame gewonnen. Mein Dank geht bereits jetzt an Königsspringer 2, denn die Jungens sind in der Jugendlandesliga uneinholbar Zweiter hinter HSK 2. Das macht den Abstieg unseres Jugendbundesligateams unmöglich. Sollte die Konstellation dermaßen unglücklich sein, dass die Mannschaft doch noch Siebter wird (und Leute haben Pferde vor Apotheken die bizarrsten Dinge machen sehen), dann würde die Zweite dafür aufsteigen und den Stichkampf überflüssig machen. Danke an den Unterbau!

In der Jugendbundesliga ist unser Team Dritter, die beste Platzierung in dieser Saison. Und mit Perspektive nach oben, ein halber Brettpunkt ist es nur bis zum Zweiten SKJE. Kaum zu glauben. Das Restprogramm aber ist für uns das Härteste: Im Mai kommt HSK Post Hannover zu uns. Eine Mannschaft, die – wenn sie will – an keinem Brett schlechter ist als DWZ 1920 und der Mitfavorit war vor der Saison. Mit enttäuschenden Auftritten bei Diogenes, Norderstedt, Oesede und dem SK Marmstorf entledigten sie sich dieser Rolle allerdings rasch. Sie werden vielleicht trotzdem alles aufbieten gegen uns. Trainer Burkhard Treiber hat seine eigene kommerzielle Schachschule aufgemacht und hat sich durch sein Anstellungsverhältnis vom Vereinsleben ein bisschen distanziert. Dadurch entfällt ein wichtiger Mann, der zuvor die Spieler und Mannschaft groß gemacht hat. Kann sein, dass sich HSK Post Hannover gerade sehr stark verändert, festzuhalten ist: Die Motivation ist nicht mehr die höchste beim HSK Post.

Wenn sie nicht in der letzten Runde gewinnen, stehen die Spieler vom »kleinen« HSK vor dem Abstieg. Oder auch nicht. Denn sehr gut möglich, dass die Schachjugend Bremen im kommenden Jahr wieder keinen Aufsteiger stellt. Dann reicht der 7. Platz zum Klassenerhalt. Dann gibt es nur drei Absteiger. Muss man sich mal informieren. Zum Beispiel bei Spielleiter Heiko Spaan.

Der SKJE spielt in der letzten Runde gegen den SK Norderstedt, der ebenfalls noch absteigen kann, wenn er nicht punktet. Der letzte Auftritt der Norderstedter gegen Marmstorf hat die letzten Illusionen über eine Quali zu Deutschen zunichte gemacht. Gewinnt der SKJE hoch, dann sind sie aus eigener Kraft im Stichkampf um die Quali.

Auch nicht aus dem Rennen: der SC Diogenes. Gelingt nämlich weder dem SKJE noch uns ein Sieg in Runde neun, dann ist die Quali bei einem Sieg gegen Oesede perfekt. Das ist das klassische ›Der lachende Dritte‹‑Prinzip. Ehrlich gesagt, dass unser Team zu den zwei Streitenden gehört, das wussten wir erst seit Sonntag, 16:00 Uhr. Vorher war das überhaupt nicht abzusehen. Davon abgesehen wird die Runde neun gegen Hannover kein Kinderkarussell.

Beste Aussichten auf den Klassenerhalt hat der SK Marmstorf, der muss in der Schlussrunde gegen den SK Lehrte antreten. Wäre schön, wenn alle Hamburger die Klasse halten würden, dann würde noch einer hinzukommen.

Unsere Mannschaft hat sich selbst von den Abstiegsrängen in die Nähe der Qualifikation gebracht; Lieder, die das Leben schreibt. Diszipliniert und konzentriert wurde ab Runde 4 dafür gearbeitet, die Klasse zu halten, Respekt an die Mannschaft! Und nun wartet ein ganz, ganz harter Brocken. Da muss die Vorbereitung sitzen wie auf der Deutschen (U16 z. B.). Nach unten geht nichts mehr, vielleicht geht was nach oben, packen wir es an!

(Boris Bruhn)

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9. Runde
05.05.2007 Königsspringer Hamburg Hannoverscher SK Post SV :
14:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Clemens Harder Dennes Abel 0 : 1
2 Max Borgmeyer Nikolas Nüsken 0 : 1
3 Daniel Maiorov Henrik Wall 0 : 1
4 Thomas Hagenlüke Max Wall ½ : ½
5 Markus Langmann Anthony Petkidis 0 : 1
6 Adrian Lock Daniel Bounine 1 : 0

05.05.2007 SK Marmstorf SK Lehrte :
05.05.2007 SK Johanneum Eppendorf SK Norderstedt :
05.05.2007 SC Meerbauer Kiel Hamburger SK 0 : 5
05.05.2007 SG Oesede/G’marienhütte SC Diogenes 2 : 4

Doch noch Abstieg!

Das ist erstmal Fakt: 7. Platz, Abstiegsplatz. Ein halber Brettpunkt fehlt zum »rettenden Ufer«. Aber is’ nich’ so schlimm, sind ja nich’ abgestiegen.

Außerdem: 10:8 Punkte, 5 Siege, 4 Niederlagen, das kann eigentlich nicht zu wenig sein, um in der höchsten Spielklasse zu verbleiben. Und so ist es einer Reihe von eigenen Fehlern, der Auslosung und der Einstellung anderer Mannschaften zu verdanken, dass es am Ende die zweite Mannschaft richten musste, damit es nicht zu einem Stichkampf kommt.

Otto musste aufgrund einer Probe in der Schule am letzten Spieltag passen, und so rückte bei uns Adrian nach. Kaum Ersatzspieler, das ist sicher gut, in einer engen Liga entscheiden aber wenige Prozente. Alle Mannschaftsmitglieder können sich für den fehlenden Brettpunkt an die Nase fassen. Die ganze Mannschaft hätte bessere Leistungen erbringen können.

Kaum besser kann man sich die Unterstützung bei Auswärtskämpfen und bei der Verpflegung vorstellen; daher ein dickes Dankeschön an Irm und Uwe. Und Danke an Steffen Dettmann für die Vertretung im Kampf gegen Lehrte.

Die Geschichte des letzten Kampfes ist schnell erzählt: Die Hannoveraner spielten wie gegen den Hamburger SK mit ihren beiden Spitzenbrettern Abel und Nuesken, um aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu schaffen. Dahinter spielten mit den Brüdern Wall und Petkidis ebenfalls starke Spieler, während für die mutmaßliche Abiturientin Laake der Nachwuchsspieler Bounine ins Team rückte. Während in den Runden zuvor öfter mal fünf oder sogar nur vier Hannoveraner an die Bretter kamen, setzten sie also in der letzten Runde alles auf eine Karte. Nur zu spielen, wenn man muss, im Sinne sportlichen Wettbewerbs ist das eine indiskutable Einstellung. Daher spielte unser Team so oft wie kein anderes in der Liga gegen bestbesetzte Gegner. Unser Pech.

Clemens und Max mussten als Erste die Segel streichen, nur wenig später war es auch für Daniel vorbei, während Thomas seine vorteilhafte Stellung remis geben musste. Adrian erzielte das Ehrentor und Markus verlor. Eine richtige Chance hatte unsere Mannschaft nicht.

Aber wie gesagt, wir mussten gegen sechs Hannoveraner spielen (was nicht häufig vorkam), und nur der HSK hatte es auch mit Abel und Nuesken zu tun.

Allerdings: Hätten wir 3,5 Punkte erzielt, dann wären wir nicht Siebter sondern Zweiter geworden. So eng lag das Feld zusammen in der Jugendbundesliga. Und so ist der SC Diogenes Zweiter geworden hinter dem HSK, herzlichen Glückwunsch beiden Teams! Wir hätten wirklich Zweiter werden können. Aber dafür wurden in den ersten fünf Runden zu viele Punkte liegen gelassen, das muss in der nächsten Saison besser werden, dann ist der zweite Platz keine Utopie. Nur die Teams, die von Anfang an Siegeswillen entwickeln, können an der Spitze spielen.

Ebenfalls gut im Rennen lag der SKJE vor der letzten Runde, auch Ihnen hätte ein Sieg gereicht, aber auch der SK Norderstedt (die Schleswig‑Holstein‑Auswahl) sah sich nach verkorkster Saison genötigt, alle Spieler aufzubieten, was so häufig nicht vorgekommen ist diese Saison.

Norderstedt und Hannover eint vor allem, dass sie viel mit Honorartrainern arbeiten. Jenseits der Demarkationslinie gibt es so was wie Motivation unabhängig von Sieg und Klassenerhalt nicht mehr. Auswahl‑Mannschaften, die sich nicht zusammengefunden haben, weil sie zusammen spielen wollen, sondern müssen, spätestens da endet unsere Vorstellung von Vereinsleben ganz sicher. In 2007 von Moral zu sprechen, ist ausgesprochen ridikül, wie auch andere Sportarten zeigen (»Wir sind Finke«). Aber unsere Stärke ist der Zusammenhalt, das sieht man bei der Herbstreise. Wir sehen keinen Grund, diese kontinuierliche Arbeit zu unterbrechen. Warum auch? Und so freuen wir uns auch im kommenden Jahr auf eine letzte Runde am Samstag. Absolut spitze ist die Abstiegsfeier am Samstagabend nach der Jugendbundesliga im Clubheim gewesen, mit Pizza für alle und Tridem bis fast in die frühen Morgenstunden. Otto kam noch vorbei, Gäste von woanders waren auch da, und alle hatten ’ne Menge Spaß. Und Spaß, das soll ein Hobby doch wohl bringen.

(Boris Bruhn)

 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/07-jbl.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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