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Chronik: Archiv
Freitag, 24. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Schachreise 2006 nach Westensee
 15. bis 21. Oktober 2006 
Reisebericht

Herbstreise 2006 – Eine Reise mit mehreren Übergebenden

Die Vorbemerkung zu diesem Bericht beschreibt den »Plot der Reise«: Die Porzellanabteilung der Jugendherberge war die am besten besuchte Einrichtung. Denn viele der kleinen Königsspringer haben sich im Laufe der Reise übergeben müssen. Das lag aber nicht an der Qualität der Aktionen oder dem Essen.

Schuld an der Misere trug vielmehr ein Magen‑Darm‑Infekt, den (im Nachhinein betrachtet) offenbar Thomas »Hagen« Hagenlüke mit nach Westensee gebracht hatte. Für die Verbreitung sorgten dann die Zimmerkollegen (vor allem Daniel, aber auch Adrian). Nur Markus »Champion« Langmann blieb verschont.

Wer infiziert war, der hatte eine Nacht lang Spaß mit Schüssel bzw. Eimer. Dabei entstand das Lied vom »Eimer geht noch, Eimer geht noch rein«. Die Situation musste mit Humor genommen werden. Aber auch der nötige Ernst in der Brech‑Situation fehlte nicht. In mehreren Krisensitzungen haben die Leiter über das weitere Vorgehen beraten. Umso besser ist es da, wenn die Leiter kompetent sind. Da haben unsere Kinder aber noch mal Glück gehabt, dass wir schlau sind.

Wir erkannten: Der Infekt sorgte einen Tag für Unwohlsein gepaart mit Schwindel, Kopfschmerzen und starker Übelkeit. Auf weitere Details wird an dieser Stelle verzichtet. Nach einem Tag Pause im Bett konnten alle Betroffenen wieder mit flauem Magen bei den Aktionen mitmachen.

Das bedeutete: Alle Teilnehmer, die vor Donnerstag betroffen waren, wurden mit Kamillentee und Zwieback aufgepäppelt. Die beiden Betroffenen der Nacht vom Donnerstag auf Freitag (Tim und Max) ließen wir mal lieber abholen und sich zu Hause auskurieren.

Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig, denn den beiden Letztgenannten ging es am Freitag dreckig und sie wären zum Zeitpunkt der Abreise sicher nicht »transportfähig« gewesen. Aber beiden geht es inzwischen wieder besser.

Auch pfiffig von uns, einige Eltern zu bitten, sich präventiv darauf einzustellen, dass sie am Samstag evtl. vorbeikommen und die Betroffenen der letzten Nacht nach Hamburg transportieren. Und nett von den Eltern, dass sie sofort zugesagt haben. In der letzten Nacht ist zum Glück niemand mehr dazugekommen.

Sehr wohl aber Tage später: Uns Baldur hat Bekanntschaft mit dem Infekt gehabt. Gute Besserung an dieser Stelle an Baldur und (unbekannterweise) allen anderen Post‑Herbstreise‑Betroffenen.

Mein persönlicher Dank geht übrigens an die Firma ›Reckitt Benckiser‹.

So viel also zu den Voraussetzungen dieser Reise.

Wenn ich in den Westen seh, dann sehe ich den Westensee. Das ist mal der erste Eindruck gewesen, den wir beim Blick aus unseren Zimmern hatten. Herrlicher Seeblick mit dem fahlen Herbstlicht, in dem die Blätter der Bäume in den herrlichsten Farben funkelten. Idylle, Idylle, Idylle.

Die Abfahrt vom Bahnhof Altona verlief bis auf die übliche Verspätung von Daniel reibungslos. Reiseleiter Claus war wieder einmal optimal vorbereitet und hatte alles fest im Griff (inklusive Materialtransport). Der Busbetrieb Andreßen brachte uns vom Bahnhof Felde nach Westensee. Dort angekommen hieß es sofort Essen fassen. Und das war sehr gut! Die ganze Reise über.

Dann einziehen in die Zimmer und für einen ersten Erkundungsrundgang noch mal treffen. Eine kleine Wanderung durch den Ort, vorbei am Fußballplatz, beim Kuckuck vorbei und am Autohaus wieder zurück. Die Kennenlernspiele schenkten wir uns an diesem Abend, weil die Zahl der Wiederholungstäter in Sachen Herbstreise einfach zu groß war. Daher waren Gesellschaftsspiele angesagt.

Der erste Morgen brachte das erste Schachtraining in der total pfiffigen Einteilung von Baldur. Am Nachmittag schien die Sonne herrlich vom Himmel und wir spielten die Westenseer Underdog‑WM. Die Einteilung erfolgte streng nach Größe, und bei der Namensgebung durfte weder ein Land aus Europa noch aus Südamerika gewählt werden. So gewann am Ende Taiwan (mit Bongo als Führungsspieler) vor Bangladesh und Nordkorea. Der letzte Platz blieb für die USA. Viereinhalb Stunden laufen in Sand und Gras folgte die große Duschaktion. Und traditionell folgte eine nicht so anstrengende Schachaktion mit dem Tandem‑Turnier, bei dem das Team mit dem doppelten Justus siegte.

Nach einem kurzen Training am Dienstag hieß es Stiefel und Schuhe schnüren. Auf geht’s zur Wanderung entlang des Westensees. Pi mal Daumen 12,5 Kilometer in fünfeinhalb Stunden lagen vor uns in idyllischer Umgebung: See, kleine Hügel, beschauliche Waldwege, eine Pause am Steg. Der Abend wurde mit mehreren Werwolf‑Runden beschieden.

Traditionell ebenfalls das beschwerliche Aufstehen am dritten Morgen. Hilft aber nichts, weil nun die große Lernphase und Spielphase kommt. Bis zu dreieinhalb Stunden Training hat Otto seiner Gruppe präsentiert. Und weil es so schön war, veranstalteten wir nach dem Mittagessen ein Ansage‑Blitz‑Turnier, das Darius und Moritz gewannen (geil!!!). Am Abend folgte noch das Handicap‑Blitz‑Turnier, das Otto gewann, bester Teilnehmer wurde Adrian. Abgeschlossen wurde jeder Abend durch die Punktevergabe für den Herbstreisepokal 2006.

Am Donnerstag war der Vormittag wieder durch Training belegt und am Nachmittag wurde das Schnellturnier gespielt, bei dem einige ihr erworbenes Wissen bereits verwenden konnten. Sieger wurde Daniel Maiorov vor Markus Langmann und Thomas Hagenlüke. Der Abend diente dem Chillout und einigen weiteren gemischten Werwolf‑Runden. Inzwischen ist unsere Gruppe auf Herbstreisen groß genug, um bequem zwei Werwolf‑Runden laufen zu lassen. Wenig kooperativ zeigte sich dabei die Herbergsleitung (wohingegen alle Mitarbeiter total freundlich zu uns waren – Mitleid?), als wir einen zweiten Tagesraum haben wollten, letztendlich hat es aber doch geklappt.

Freitag war dann der Tag des letzten Trainings und einer neuen Nachmittagsaktion: Westenseer Eiskugelschach. Ganz einfaches Konzept: An vier Stationen müssen die in Gruppen eingeteilten Kinder Eiskugeln sammeln (singen, dichten, ein Foto stellen, Schachaufgaben lösen). Diese Eiskugeln konnten gegen Schachfiguren eingetauscht werden. Mit diesen Figuren wurde eine Stellung konstruiert (und zwar nur auf der eigenen Hälfte und ohne dass die Gegner es sehen konnten). Dann wurde Gruppe gegen Gruppe geblitzt. Eine spannende Sache, die allen Spaß gebracht hat (gerade weil diese Aktion ohne Punkte für die Gesamtwertung blieb). Hier nur beispielhaft ein Gedicht – und danach wird auch dem Letzten klar sein, was mit »Plot der Reise« (siehe oben) gemeint war:

Der arme Hagen
hat seit Tagen
einen rebellierenden Magen.

Er war als Erster krank.
Sein Erbrochenes flog bis fast in den Schrank.

In seinem Bettchen zählte er die Schafe.
In seinem Hirn erklang sanft die Harfe.

Zwei Tage lang gab’s kein Essen.
Danach hätt’ er am liebsten jeden gefressen.

Zum Glück war er bald wieder gesund.
Allerdings stank’s noch aus seinem Mund.

Sein Atem war voller Infekt.
Deshalb hat er uns im Endeffekt
alle angesteckt.

Nun. Am Abend konnten dann auch die letzten Kranken an der Show teilnehmen, die voll im »Downsizing«‑Trend der Reise stand. Nur eine Stunde, dafür mit jeder Menge Getränken und wie üblich mit Naschi und Obst! Wir stellten fest: In einer Stunde kann man auch ’ne Menge veranstalten: Punktevergabe, ein Show‑Act von Adrian, Markus und Otto, Vorstellung und Eindrücke der neuen Teilnehmer, Wetteinsätze einlösen, die Gedichte verlesen und die Preisverleihung mit einem persönlichen Lied für jeden.

Der Gesamtsieger ist der einzige Überlebende seines Zimmers (mit Adrian, Daniel, Thomas) geworden: Markus Langmann. Souveräner Champion mit astronomischen 22 Punkten Vorsprung und einer super Performance im Mörderspiel. Zweiter der Gesamtwertung wurde Daniel Maiorov vor Guido Stanau und Joshua Viol. Das Mörderspiel trug im Übrigen zusammen mit der Infekt‑Problematik dazu bei, dass einige Leiter einen ausgemachten Wasch‑Zwang oder eine Desinfektionsparanoia im Anfangsstadium bekamen. Veranstaltet haben wir die Show im – und jetzt haltet Euch fest – Multimedia‑Discoraum der Herberge: Discokugel, Discolampe in jeder Ecke, Lasershow, Stroboskop, krass!

Den Abschlussabend haben alle mit einer Runde – naja, was wohl – Werwolf verbracht.

Insgesamt ist unter den gegebenen Umständen das Optimum aus dieser Reise rausgeholt worden. Für alle, die gesund geblieben sind, ist diese Reise ein Upgrade der Herbstreise ’05 nach Kappeln gewesen.

Aber machen wir uns nichts vor: Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer nimmt immer weiter ab. Gerade in Hamburg und auch im Schach. Und dass die Organisatoren und Betreuer unserer Reise auch noch kompetent sind, das ist ein besonderes Glück. Ohne besonderen Grund geht an dieser Stelle ein Gruß an Hachri (HJET 2007 kann kommen)! Dass wir mit unserer Reise wachsen, ist keine Selbstverstädlichkeit. Viele Reisen anderer Clubs werden kleiner und kleiner. Und die Herbstreise ist und bleibt die wichtigste Aktion unseres Vereins in jedem Jahr. Deshalb rufe ich die älteren Mitglieder auf, wieder einmal darüber nachzudenken, uns bei der Herbstreise zu begleiten und zu unterstützen! Die Zimmerpaten haben ihre Sache wieder hervorragend gemacht, aber volljährig sind die meisten noch lange nicht.

In diesem Sinne: Eimer geht noch!

(Boris Bruhn)

Bilder von der Schachreise
 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/06-reise.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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