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www.kshamburg.de
 
 
Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 2 · Landesliga Hamburg 2005/06
Tab. Spi. · 1 · · 2 · · 3 · · 4 · · 5 · · 6 · · 7 · · 8 · · 9 ·
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Hamburger SK 3 5 45,0 14
2. SV Großhansdorf 3 6 44,5 14
3. SK Johanneum Eppendorf 5 5 5 2 5 40,0 14
4. SK Marmstorf 2 5 5 6 6 40,0 12
5. FC St. Pauli 5 4 37,5 11
6. Hamburger SK 5 3 3 5 6 6 39,0 10
7. Königsspringer Hamburg 2 ½ 3 3 3 5 29,5 6
8. FC St. Pauli 2 3 2 3 2 27,5 4
9. Hamburger SG BUE 6 2 4 30,0 3
10. Hamburger SK 4 3 2 3 27,0 2
↑
↓
Spieler
KSH
2
Mannschaftsführer:
Michael Wolter
H A H A H H A Z Z
HSG
 
SKJ
 
HSK
3
HSK
5
HSK
4
GHD
 
STP
2
STP
 
MAT
 
1 Wagner, Friedrich, Dr.                  
2 Wolter, Michael ½ ½ ½ ½ ½ 0 1 ½ ½
3 Bruhn, Boris 1 0     0 0 ½ ½ 0
4 Conrad, Christian 1 0     1 0 1    
5 Saß, Andreas 0                
6 Cremer, Jochen                  
7 Schroeter, Baldur 0 0 0 0 ½ 0 0 ½ ½
8 Harder, Clemens + 1 0 0 1 0 0 0 ½
9 Opitz, Claudio     ½ 1          
10 Wilms, Ingo 1     1     1 1 ½
11 Fjodorow, Peter         1     ½  
12 Leiser, Sven 1   ½     ½ 1 0
13 Vater, Hannes   ½   0          
14 Klink, Otto   1 0 ½ 0   ½ 1
15 Möhrmann, Marcus     0   1 0 0    
16 Goetz, Claus   0 0 0        
↑
↓
1. Runde
23.10.2005 Königsspringer Hamburg 2 Hamburger SG BUE :
10:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Michael Wolter Christian Joecks ½ : ½
2 Boris Bruhn Hajo Leminski 1 : 0
3 Christian Conrad Dirk Legahn 1 : 0
4 Andreas Saß Volker Tatenhorst 0 : 1
5 Baldur Schroeter Manfred Kröncke 0 : 1
6 Clemens Harder Amran Mojo Pahit Parindra + :
7 Ingo Wilms Wolf Gerigk 1 : 0
8 Sven Leiser Wilhelm Schütt 1 : 0

23.10.2005 Hamburger SK 3 Hamburger SK 4 :
23.10.2005 Hamburger SK 5 SK Johanneum Eppendorf :
23.10.2005 SV Großhansdorf SK Marmstorf 6 : 2
23.10.2005 FC St. Pauli 2 FC St. Pauli 3 : 5

Bericht

Zum Beginn der Landesligasaison 2005/06 sollten wir es in unseren eigenen vier Wänden mit dem Team der HSG/BUE zu tun bekommen. Im letzten Aufeinandertreffen hatten wir zwar auswärts relativ souverän 5½:2½ gewonnen; welche Mannschaft in diesem Durchgang als Favorit gewertet werden konnte, war allerdings schwer zu sagen. Wir mussten ohne Jochen und Friedrich auskommen, hatten aber dafür an den letzten beiden Brettern mit Ingo und Sven zwei starke Ersatzspieler. Die HSG trat mit den Brettern 1–8 an und war mit einem DWZ‑Schnitt von über 2100 das nominell stärkere Team. An den ersten beiden Brettern gab es mit den Duellen Joecks – Wolter und Bruhn – Leminski »altbekannte« Paarungen, die Gegner an den Brettern fünf und sechs waren ihren DWZ‑Zahlen nach deutlich überlegen. Die besten Chancen rechneten wir uns an den letzten beiden Brettern aus. Dementsprechend konzentriert gingen wir dann auch in diese erste Runde, mit dem Bewusstsein, dass eine sehr schwere Saison unserer harrt.

Nach einer Belehrung über aktualisierte FIDE‑Regeln begann der Kampf für uns erst einmal erfreulich: Clemens Gegner erschien nicht, und Svens Stellung sah sehr gut aus. Die übrigen Partien waren nach der ersten Stunde alle noch ziemlich unklar. Sven konnte seinen Gegner dann in einer schönen Angriffspartie auch souverän besiegen – 2:0 stand es also für uns. Allerdings sahen nun die Stellungen auf den Brettern schon nicht mehr so rosig aus: Michael und ich standen sehr gedrückt und die restlichen Partien ließen vorerst nicht mehr als remis erahnen.

Mit Herannahen der Zeitnotphase wurden dann weitere Entscheidungen herbeigeführt: Andreas verlor seine Partie und Michael hatte zum rechten Zeitpunkt »ein wenig Material gespuckt«, um daraufhin in den sicheren Remishafen einlaufen zu können. Währenddessen konnte Ingo mit einem Turm weniger haarscharf vor der 40‑Züge‑Grenze auf Zeit reklamieren. Ein sehr glücklicher Sieg für uns. Ich hatte, nachdem ich mich zwischenzeitlich befreien konnte, in einer ungenauen Partie ein sehr schlechtes Endspiel erreicht, welches ich auch kurze Zeit später verlor.

Wer mitgezählt hat wird merken, dass es jetzt 3½:2½ für uns stand und noch zwei Partien liefen. Boris hatte ein sehr unklares Turmendspiel mit einer Bauernmajorität am Damenflügel erreicht, und Christian spielte eine für die Fans sehr verwirrende Partie, die in Fachkreisen meist mit einem »Vielleicht verliert er nicht.« kommentiert wurde.

Entsprechend seinem Spielstil hatte Boris’ Gegner noch viel mehr Zeit zur Verfügung, verzockte nach einer langen Partie jedoch das Turmendspiel: Der Sieg für uns! Zu guter Letzt konnte dann auch Christian die Stellung plötzlich zu seinen Gunsten entscheiden.

Fazit: Wieder haben wir 5½:2½ gewonnen; ein Ergebnis, von dem man sich allerdings nicht täuschen lassen darf. Ein so richtig souveräner Sieg war das nicht, auch wenn wir unsere Sache natürlich insgesamt fein gemacht haben. Der Saisonauftakt jedenfalls ist erst einmal gelungen, zwei wichtige Mannschaftspunkte wurden eingesammelt. Das macht Mut für die kommenden schwierigen Aufgaben.

(Baldur Schroeter)

↑
↓
2. Runde
13.11.2005 SK Johanneum Eppendorf Königsspringer Hamburg 2 5 : 3
10:00 Uhr, Johanneum (Pavillon Opitzstr.), Maria‑Louisen‑Str. 114, 22301 Hamburg

1 Wolfgang Vandrey Michael Wolter ½ : ½
2 Niclas Huschenbeth Boris Bruhn 1 : 0
3 Hendrik Schüler Christian Conrad 1 : 0
4 Bernd Kussin Baldur Schroeter 1 : 0
5 Andrej Zobel Clemens Harder 0 : 1
6 Benjamin Buchheister Hannes Vater ½ : ½
7 Dennis Johannsen Otto Klink 0 : 1
8 Wesal Moshtael Claus Goetz 1 : 0

13.11.2005 Hamburger SK 4 FC St. Pauli :
13.11.2005 SK Marmstorf FC St. Pauli 2 6 : 2
13.11.2005 Hamburger SG BUE SV Großhansdorf :
13.11.2005 Hamburger SK 3 Hamburger SK 5 5 : 3

Bericht

Landesliga gegen SKJE – eigentlich eine feine Sache: In den vergangenen 18 Jahren gelang es uns immer wieder, gegen die Eppendorfer zwei wichtige Punkte zu holen, und besonders gern erinnere ich mich an die Siege, die 1992 und 2005 jeweils die Hamburger Meisterschaft bedeuteten. Leider standen die Vorzeichen diesmal nicht so gut, gegenüber dem erfolgreichen Saisonauftakt gegen die HSG mussten wir gleich drei Spieler ersetzen. Also bekam die Jugend eine Chance, und an den hinteren vier Brettern konnten wir die geballte Erfahrung von durchschnittlich 1,25 Landesligapartien aufbieten.

Um es kurz zu machen: Daran lag es nicht. Clemens und Otto (Debütant Nr. 1) holten zwei sauber herausgespielte Punkte, Hannes verteidigte zäh ein verlorenes Endspiel bis zum überraschenden Remis. Einzig Claus (Debütant Nr. 2) stellte in schwieriger Stellung Material ein und verlor. Also zweieinhalb Punkte an den unteren Brettern, das war okay.

Weiter oben taten wir uns dagegen schwer, auch wenn Boris mit Vorteilen aus der Eröffnung gekommen war. In der Zeitnotphase gingen die Partien an 2, 3 und 4 verloren, wobei zumindest mein Verlust völlig unnötig war: Hendrik Schüler gewann eine Figur und bot nur aufgrund seiner schwindenden Bedenkzeit remis an. Ich hab’s nicht gesehen – remis abgelehnt – Springer weg – Gegner schafft Zeitkontrolle – nulleins. Es blieb damit nur ein mageres halbes Pünktchen von Michael, der aber immerhin wieder einen 2300er locker auf Distanz gehalten hat.

Eine vielleicht vermeidbare Niederlage – in der vergangenen Saison hatten wir halt auch das nötige Quäntchen Glück, solche Kämpfe zu gewinnen.

(Christian Conrad)

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↓
3. Runde
27.11.2005 Königsspringer Hamburg 2 Hamburger SK 3 :
10:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Michael Wolter Hartmut Zieher ½ : ½
2 Baldur Schroeter David‑Geffrey Meyer 0 : 1
3 Clemens Harder Derek Gaede 0 : 1
4 Claudio Opitz Karl‑Heinz Nugel ½ : ½
5 Sven Leiser Björn Bente ½ : ½
6 Otto Klink Dr. Martin Kittlitz 0 : 1
7 Marcus Möhrmann Felix Beyer 0 : 1
8 Claus Goetz Frank Bracker 0 : 1

27.11.2005 Hamburger SK 5 Hamburger SK 4 6 : 2
27.11.2005 SV Großhansdorf SK Johanneum Eppendorf 3 : 5
27.11.2005 FC St. Pauli 2 Hamburger SG BUE :
27.11.2005 FC St. Pauli SK Marmstorf :
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4. Runde
11.12.2005 Hamburger SK 5 Königsspringer Hamburg 2 5 : 3
10:00 Uhr, HSK‑Schachzentrum, Schellingstr. 41, 22089 Hamburg

1 Thomas Kastek Michael Wolter ½ : ½
2 Anja Hegeler Baldur Schroeter 1 : 0
3 Dr. Frithjof Boog Clemens Harder 1 : 0
4 Henning Fraas Claudio Opitz 0 : 1
5 Theo‑Heinz Gollasch Ingo Wilms 0 : 1
6 Dr. Madjid Emami Hannes Vater 1 : 0
7 Regina Berglitz Otto Klink ½ : ½
8 Uwe Kröncke Claus Goetz 1 : 0

11.12.2005 Hamburger SK 4 SK Marmstorf :
11.12.2005 Hamburger SG BUE FC St. Pauli 4 : 4
11.12.2005 SK Johanneum Eppendorf FC St. Pauli 2 5 : 3
11.12.2005 Hamburger SK 3 SV Großhansdorf :
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5. Runde
15.01.2006 Königsspringer Hamburg 2 Hamburger SK 4 5 : 3
10:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Michael Wolter Klaus‑Günter Besenthal ½ : ½
2 Boris Bruhn André Wurzel 0 : 1
3 Christian Conrad Martin Sechting 1 : 0
4 Baldur Schroeter Thomas Stark ½ : ½
5 Clemens Harder Claus Czeremin 1 : 0
6 Peter Fjodorow Michael Lucas 1 : 0
7 Otto Klink André Hold 0 : 1
8 Marcus Möhrmann Jörn Debertshäuser 1 : 0

15.01.2006 SV Großhansdorf Hamburger SK 5 :
15.01.2006 FC St. Pauli 2 Hamburger SK 3 :
15.01.2006 FC St. Pauli SK Johanneum Eppendorf :
15.01.2006 SK Marmstorf Hamburger SG BUE 6 : 2

Am Scheideweg

Wohin die Reise in der Landesliga fürderhin gehen würde – mit Pauken und Trompeten Richtung Stadtliga, oder doch eher hin zum Klassenerhalt – sollte sich maßgeblich in der fünften Runde gegen den Tabellenletzten HSK IV im Heimspiel entscheiden. Der geneigte Fan ahnt es schon: Da die Berichterstattung über die letzten drei Runden gnädigerweise den Mantel des Schweigens ausgebreitet hat, kann es dieses Mal nicht völlig schlecht für uns gelaufen sein.

Doch beginnen wir von Anfang an: Im vollen Bewusstsein der Brisanz der Lage wurden noch einmal alle Kräfte aufgeboten. Die nach oben abgegebenen Spieler wurden durch Peter, Otto und Marcus ersetzt. Vor Beginn des Kampfes konnten wir noch wohlwollend feststellen, dass beim HSK an den vorderen Brettern zwei wichtige Spieler fehlten, dann ging’s auch schon los. Und zwar damit, dass Christian sich erst einmal eine fette Verluststellung einhandelte und ich noch vor Michael souverän ins Remis abwickelte. Das brachte mir nicht nur die Ehre ein, diesen Bericht zu schreiben, sondern gibt mir auch die Gelegenheit, mich selbst zu loben, denn auch das wurde verlangt: Im heutigen Bericht soll jeder einmal lobend erwähnt werden. Also: So ein halber Punkt (auch noch nach Anweisung von ganz oben), das ist doch mal was, das habe ich fein gemacht. Ebenfalls ist es beruhigend zu wissen, dass Michael diese Saison mal wieder einfach nicht zu schlagen ist – weder von stärkeren, noch von vermeintlich schwächeren Gegnern.

1:1 war also der Stand nach ca. zweieinhalb Stunden. Allerdings sah die Lage insgesamt nicht rosig aus, viele Stellungen waren noch unklar. Christian war irgendwie noch nicht untergegangen und hatte bei zäher Verteidigung viel Zeit gelassen. Boris hatte sich veropfert und so nicht nur eine Qualität, sondern auch seine komfortable Stellung eingebüßt. Unglücklicherweise übersah Otto in gedrückter Position auch noch einen Taktikfopp und verlor – obwohl er heute ausgeruht erschienen war und somit in die Reihe der lobenden Erwähnungen aufgenommen wird. Einzig bei Peter war abzusehen, dass sich die Partie deutlich zu unseren Gunsten entwickelte.

Kurz vor und während der Zeitnotphase wurde es dann schon besser: Clemens konnte einen Bauern abgreifen, Marcus eine aktive Stellung erreichen und Peter gewann seine schön vorgetragene Partie souverän und war mit seinem ersten Einsatz eine echte Stütze an den hinteren Brettern. Christians Gegner hatte seine ganze Zeit derweil genutzt, um sich ein verlorenes Endspiel hinzubasteln.

Clemens und Christian konnten die Punkte dann auch nach Hause bringen. Clemens profitierte wohl von zurück gewonnener Routine aus Travemünde. Viel anbrennen lassen hat er jedenfalls nicht, während Christian es immer wieder schafft, begeisternde Ergebnisse mit überraschenden Mitteln zu erreichen.

Marcus hatte seine starke Form aus der VM offenbar konserviert und holte zwei Mehrbauern und uns somit den Mannschaftssieg. Zwei ganz wichtige Punkte! Boris hatte zuvor, nachdem die Situation abzusehen war und er seine Stellung lange verwaltet hatte, die Segel gestrichen. Als Mann für die »Bigpoints« musste er heute glücklicherweise nicht ran, die hat er bereits an anderer Stelle zum Teil nachhaltig eingefahren.

Auch die anderen Paarungen des heutigen Spieltages verliefen zu unseren Gunsten: Die HSG/BUE kam in Marmstorf richtig unter die Räder und HSK III setzte seinen Siegeszug gegen St. Pauli II fort, gegen die wir noch antreten (und gewinnen) müssen. Der Nichtabstieg jedenfalls ist jetzt aus eigener Kraft zu schaffen. Wenn wir weiter mit so viel Kampfgeist und Selbstdisziplin wie heute auftreten, stehen unsere Chancen gut – wir haben den richtigen Weg eingeschlagen.

(Baldur Schroeter)

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6. Runde
29.01.2006 Königsspringer Hamburg 2 SV Großhansdorf ½ :
10:00 Uhr, KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

1 Michael Wolter Enno Heyken 0 : 1
2 Boris Bruhn Anita Gara 0 : 1
3 Christian Conrad Christian Hess 0 : 1
4 Baldur Schroeter Andreas Mitscherling 0 : 1
5 Clemens Harder Joachim Jordt 0 : 1
6 Sven Leiser Dirk Grote ½ : ½
7 Otto Klink Wolfgang Labahn : +
8 Marcus Möhrmann Ernst‑Helmuth Varain 0 : 1

29.01.2006 Hamburger SK 4 Hamburger SG BUE :
29.01.2006 SK Johanneum Eppendorf SK Marmstorf :
29.01.2006 Hamburger SK 3 FC St. Pauli :
29.01.2006 Hamburger SK 5 FC St. Pauli 2 6 : 2

Ganz bitter

Beflügelt durch den wichtigen Sieg gegen HSK IV rechneten wir uns gegen den Oberliga‑Absteiger gute Außenseiterchancen aus. Mit »nur« 6:4 Punkten konnte Großhansdorf bisher wenig überzeugen (zumindest als Aufstiegskandidat), und die Ersatzbank erschien mit 3/8 etwas anfällig. Aber nix da: »Die spielen 1 bis 8«, raunte Baldur mir schon entgegen, als ich kurz nach zehn das Clubheim betrat. Zum ersten Mal in dieser Saison bot der Gegner seine Bestaufstellung auf, gerüchteweise, weil die Ersatzspieler keine Zeit hatten, sich nicht festspielen wollten oder sonstwas – das nennt man wohl ein Luxusproblem.

Wir verloren das Rennen bereits am Start: ein Kampfloser an 7, eine misslungene Eröffnung an 5, schnell lagen wir 0:2 hinten. Marcus war immerhin mit einem Mehrbauern aus der Eröffnung gekommen, geriet aber in einen starken Angriff und musste bald die Segel streichen.

Eine wirklich gewinnträchtige Stellung hatten wir nicht dagegenzusetzen und das Desaster nahm seinen Lauf. Baldurs Königsangriff verpuffte in der Zeitnotphase mit einer Figur weniger, ich verpasste um den 18. Zug herum wohl gewisse Chancen, die Partie offen zu halten und wurde danach sauber ausgespielt. Boris’ originelle Partieanlage schien eine Zeit lang aufzugehen, aber dann kam es zum Damentausch und das Ganze mündete in einem unoriginell schlechten Endspiel. Bei Michael wurde nach zäher Verteidigung in eine Stellung abgewickelt, in der der gegnerische Freibauer perspektivisch einen Turm kostete. Einziger Lichtblick war Sven, der ständig leichten Vorteil behaupten konnte. Der Gegner verteidigte sich jedoch umsichtig, und nach der Zeitkontrolle war irgendwie die Luft raus. Er holte immerhin den Ehrentreffer nach langer Nacht und nur zweieinhalb Stunden Schlaf – das ist echter Einsatz.

Boris und Michael versuchten sich noch eine Weile in Schadensbegrenzung: Enno Heykens König musste den Gang in die Mitte und wieder zurück antreten, bis die Schachs ausgingen. An Brett 2 wurde noch beidseitig getrickst, zu retten war aber anscheinend nichts mehr.

Fazit: Die Großhansdorfer waren auf dem Papier klarer Favorit und gaben sich am Brett keine Blöße; dann passieren halt auch solche Dinge. Ansonsten: abhaken! Großhansdorf war gestern, morgen (bzw. in drei Wochen) ist St. Pauli II – da können wir die wohl entscheidenden Punkte im Kampf um den Klassenerhalt holen.

(Christian Conrad)

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7. Runde
19.02.2006 FC St. Pauli 2 Königsspringer Hamburg 2 :
10:00 Uhr, Schmidt‑Theater (2. Stock), Spielbudenplatz 24, 20357 Hamburg

1 Thomas Wolloner Michael Wolter 0 : 1
2 Luis Martin‑Sommerfeldt Boris Bruhn ½ : ½
3 Christian Ziller Christian Conrad 0 : 1
4 Bernd Kessler Baldur Schroeter 1 : 0
5 Dr. Guntram Knecht Clemens Harder 1 : 0
6 Reinhold Heinlein Ingo Wilms 0 : 1
7 Heinz‑Werner Szudra Sven Leiser 0 : 1
8 Marco Biemann Marcus Möhrmann 1 : 0

19.02.2006 SV Großhansdorf Hamburger SK 4 :
19.02.2006 FC St. Pauli Hamburger SK 5 :
19.02.2006 SK Marmstorf Hamburger SK 3 :
19.02.2006 Hamburger SG BUE SK Johanneum Eppendorf 6 : 2

Riesendusel in der 7. Runde

Gegen den Tabellenvorletzten St. Pauli II spielten wir sehr gediegen im Schmidt‑Salon. Dieser befindet sich im 2. Stock des neuen Schmidt‑Theaters auf dem Spielbudenplatz, mit Blick auf die gesamte Reeperbahn. Sehr schick.

Nicht so schick: die Absage von Andreas Saß am Samstagmorgen. Aber Glück gehabt (und das kommt noch öfters vor), denn Ingo Wilms war zur rechten Zeit am rechten Ort und konnte für Sonntag einspringen (Danke Ingo!).

Parallel konnten wir uns die Paarung St. Pauli I gegen HSK V ansehen und zwar mit Neuerung: Bereits 5 Minuten vor 10:00 Uhr waren wir mit acht Spielern anwesend.

Pauli II hatte offenbar noch was vor gegen uns (passiert uns öfters diese Saison) und präsentierte uns die Rangliste 1 bis 7 und am Brett 8 immerhin noch DWZ 1909. Dennoch war es eine lösbare Aufgabe für uns, aber wir machten es uns sehr viel schwerer als nötig.

Der Reihe nach: Am Brett 2 spielte ich mit Schwarz gegen den »Wiederkehrer« Martin‑Sommerfeldt, der bereits beim Schachfestival überzeugte. Meine Vorbereitung war aber wasserdicht, meine Aufgabe klar umrissen. Und genau richtig hatte ich mich noch am Vorabend auf einige Zocker‑Varianten vorbereitet. Er spielte recht unambitioniert, und so konnte ich schnell ausgleichen. Ein Remisangebot von mir erwiderte er fünf Züge später, und so war die Aufgabe erfüllt.

Die Taktik der Paulianer, so erklärte mir mein Gegner: lange Partien spielen, die Favoriten nervös machen, auf Fehler hoffen.

Kurz nach diesem Remis deutete sich bei Sven am Brett 7 ein Spiel auf ein Tor an. Einen vergifteten Bauern hatte Heinz‑Werner Szudra gefressen, das bekam ihm nicht gut. Sven bekam dauerhaft starken Druck. Das sah sehr gut aus.

Kurz darauf verhedderte sich der Gegner von Christian am Brett 3 bei dem Versuch, einen Turm zu opfern und dafür die Dame zu fangen. Qualität und zwei Bauern kostete der Spaß, und so war noch ein Sieg für uns absehbar, der auch bald Realität wurde.

Michael hatte gegen seinen Angstgegner am Brett 1 die Eröffnung verkorkst, und hätte dieser konsequent weiter nach vorn gespielt, wäre es sicher noch mal knapp geworden. Tat er aber nicht (Glück gehabt), stattdessen stellte er sich hinten rein und Michael konnte gewinnen!

Baldur hatte am Brett 4 die Züge in der Eröffnung verwechselt und ließ nach weiteren Ungenauigkeiten einen Trümmerhaufen zurück. Da war nur noch mit Foppen was zu holen. Clemens hatte eine sehr schöne Druckstellung gegen den gegnerischen König aufgebaut – zumindest optisch sehr viel versprechend. Bei Ingo war eine sehr unübersichtliche Stellung entstanden, und Marcus hatte sehr viel Zeit in der Eröffnung verbraten, stand aber besser. Trotzdem lautete die gute Nachricht: An den Brettern 5 bis 8 hatten wir die bessere Zeit. Zwischenstand also 2½:½, eine Gewinnstellung, zwei bessere Stellungen, eine auf Verlust und eine unklar.

In der Zeitnot musste Baldur die Waffen strecken, und auch sonst gingen weniger gute Nachrichten ein: Die Bretter 5 bis 8 büßten ihren Zeitvorsprung ein. Marcus geriet unter Druck, ein inkorrektes Figurenopfer hätte Marcus mit Dauerschach beantworten oder die Stellung gewinnen können. Leider entschied er sich gegen beides und deckte alles. Scheinbar. Denn dann ging es zu wie beim Kegeln: Bauer, Läufer, Turm, Dame und Turm schlug der Gegner in den kommenden fünf Zügen (mit Schach). Marcus bekam Dame und zwei Türme. Wer nachgezählt bemerkt nun: Bauer weniger im Bauernendspiel. Perspektivlos.

Und so hatten die Paulianer ausgeglichen: 2½:2½. Dramatik. Zwar konnte Sven kurz darauf gewinnen. Und die Partie von Sven war sehr souverän vorgetragen, und wir können uns echt freuen, einen solchen Torjäger zu haben. Aber Clemens konnte den Ausmacher nicht finden (den es gab), tauschte ziemlich viele Figuren und fand sich dann in einem richtig schlechten Schwerfigurenendspiel wieder.

Also musste die total unklare Stellung von Ingo die Entscheidung bringen. Ich durfte in der Zeitnot mitschreiben an dem Brett, was mich dem Zusammenbruch echt nahe brachte. Denn das Blatt wendete sich scheinbar von Zug zu Zug. Die Partie pendelte hin und her, sodass einem echt schwindelig wurde. Aber Ingos Gegner wurde am meisten schwindelig. Mehrfach hat dieser gute Züge ausgelassen, wusste wohl nicht mehr, wo oben und unten war. Nach der Zeitnot hat sich das Blatt allerdings zu unseren Gunsten gewendet. Ingo fand nun in der immer noch unübersichtlichen Stellung mehrfach den besten Zug, und der Gegner hatte den Überblick verloren. Einmal war es ganz kritisch: Im 42. Zug hätte er die Riesenchance gehabt, Ingo vor echte Probleme zu stellen. Das wäre sicher knapp geworden. Zum Glück tat er dies nicht. Dadurch konnte um 15:30 Uhr der 4½. Punkt notiert werden für uns.

Clemens konnte in der platten Stellung auf das Ende warten, das dann auch bald kam. Endstand 4½:3½ für uns. Ziel erreicht. Mit Kratzen und Beißen (vorne). Erleichterung überall. Der nachfolgende Besuch beim Chinesen diente der Nervenberuhigung.

In der Landesliga sind nun – zwei Runden vor Schluss – drei Teams hinter uns mit drei und vier Punkten Rückstand, von denen zwei in der letzten Runde gegeneinander spielen. Theoretisch sind wir also noch einzuholen. Am Wochenende 1. und 2. April sollten wir daher darauf bedacht sein, noch einen Mannschaftspunkt zu holen. Denn erst dann sind wir ganz sicher gerettet.

(Boris Bruhn)

↑
↓
8. Runde
01.04.2006 Königsspringer Hamburg 2 FC St. Pauli :
14:00 Uhr, SIGNAL IDUNA (Betriebsrestaurant), Kapstadtring 8, 22297 Hamburg

1 Michael Wolter Bernd Wronn ½ : ½
2 Boris Bruhn Michael Schütze ½ : ½
3 Baldur Schroeter Torsten David ½ : ½
4 Clemens Harder Jörg Dinckel 0 : 1
5 Ingo Wilms Djamschid Hedayat‑Nassab 1 : 0
6 Peter Fjodorow Wolf‑Thomas Schütze ½ : ½
7 Sven Leiser Carsten Kluth 0 : 1
8 Otto Klink Jukka Fehr ½ : ½

01.04.2006 Hamburger SK 4 SK Johanneum Eppendorf 3 : 5
01.04.2006 Hamburger SK 3 Hamburger SG BUE :
01.04.2006 Hamburger SK 5 SK Marmstorf 3 : 5
01.04.2006 SV Großhansdorf FC St. Pauli 2 :

Bericht

In der Signal‑Iduna im Kapstadtring (in der City Nord! – wird noch mal wichtig) finden in diesem Jahr erstmals die letzten beiden Landesliga‑Runden statt. Am gestrigen Samstag die 8. Runde.

Die Situation war klar für die Zweite: Ein Punkt muss her, sonst ist der Klassenerhalt aus eigener Kraft nicht zu schaffen. Und die Aufstellung der St. Paulianer (erste Mannschaft) zeigte uns auch gleich an, dass sie auf Krawall gebürstet waren (anders als in der Budapester Straße allerdings, Königsspringer ist ja auch zum Glück nicht Chemnitz). 1 bis 7 plus 9 waren Ranglistennummern auf dem Berichtsbogen des Schiedsrichters. Das ist nicht das erste Mal, dass uns eine Mannschaft so stark wie möglich entgegentritt. Das ehrt uns zwar irgendwie (»sind gefährlich«), trifft uns aber in der derzeitigen Situation doppelt hart. Dies muss sich zur nächsten Saison ändern (und zwar nicht nur von uns aus).

Zu den Spielbedingungen: Die Kantine der Signal‑Iduna ist groß genug für fünf Landesliga‑Kämpfe, das Surren der Küchengeräte zwischendurch fällt allerdings unangenehm auf, ebenso das Fehlen einer funktionstüchtigen Heizung. Größtes Manko allerdings war das Fehlen von Getränken und Süßigkeiten. »Während des Wettkampfes soll für die Spieler die Möglichkeit bestehen, Kaffee und nichtalkoholische Getränke zu erwerben«, lautet der Passus in der Turnierordnung, der hier nicht erfüllt wurde. Mannschaften wie Großhansdorf und Marmstorf schickten darum Zuschauer zum nächstgelegenen Supermarkt (Not macht erfinderisch), um sechs Stunden ohne Getränke zu vermeiden. Allerdings kam um etwa 17:15 Uhr Marcus Möhrmann, der sich dann mit einigen Kisten doch noch im Spielort einfand. Und wo wir gerade dabei sind: Ein dickes Dankeschön aller Landesligaspieler hat sich Ingo Wilms verdient, der maßgeblich am Aufbau für die fünf Kämpfe beteiligt war (und darum seit 11:00 Uhr anwesend war).

Zurück zum Kampf: Die Uhren liefen an, und wir waren zu sechst. Zu sechst? Peter am sechsten Brett und Baldur am dritten Brett fehlten noch. Nach zehn Minuten trudelte Peter ein, um 14:50 Uhr auch Baldur, denn der Weg von der Iduna (am Dammtor) in die City Nord dauert eben so lange), hüstel.

Doch dann machte Baldur als Erster remis: Sein Gegner spielte eine unbekannte Eröffnung, war offenbar überrascht, dass Baldur noch kam und nahm mit Qualität gegen Bauer weniger nach 13 Zügen remis an. Ein sicherer halber Punkt.

Zuvor musste sich Clemens den taktischen Kenntnissen seines Gegners Jörg Dinckel geschlagen geben. Vielen Dank fürs Spielen an Clemens, der an Brett 4 einfach zu hoch eingesetzt ist. Er muss (zum Beispiel) im kommenden Jahr (wenn er nicht inzwischen die Lust verloren hat, was auch total verständlich wäre) am Brett 8 (maximal 7) spielen.

An den anderen Brettern entwickelten sich so Schachpartien eben, wobei Ingo einen Bauern mehr hatte. Otto am achten Brett musste einen minimalen positionellen Vorteil versuchen auszunutzen, was jedoch nicht gelang, remis. Und auch die Stellung von Michael sah viel versprechend aus, ein Mehrbauer reichte allerdings auch hier nicht, remis.

In der Zeitnot war ich leider beschäftigt, ich konnte nur beobachten, dass Peter sich einem heftigen Angriff ausgesetzt sah, in den der Gegner einen Turm investierte. Peter spielte sehr genau und so kam Dauerschach heraus, vielleicht kann Fritz sagen, ob noch mehr möglich war.

Die wohl entscheidende Partie an diesem Tag verlor unser Mister zuverlässig: Sven Leiser. Irgendwie stellte er in Zeitnot eine Figur ein, kann passieren. Hätte er seine Partie gewonnen, hätten wir den Kampf vielleicht gewonnen. So nah liegt alles zusammen in der Landesliga.

Ingo am Brett 5 spielte (wo er schon so lange aufgebaut hatte) eine der fünf längsten Partien des Tages: Doch im Springerendspiel konnte er seinen Gegner niederringen. 4 aus 4 als Ersatzmann, Respekt gold!

Als letzter spielte ich also dem 3:4‑Rückstand hinterher, aber die komplizierte Stellung brachte nichts außer einem Endspiel mit dem falschen Läufer und dem h‑Bauern. Remis und 3½:4½. Schade.

Allerdings können wir uns bei HSK III, Großhansdorf und SKJE bedanken. Denn diese drei haben alle drei direkten Konkurrenten um den Abstieg (HSG/BUE, St. Pauli II und HSK IV) besiegt. So haben wir bereits eine Runde vor Schluss die Klasse gehalten und können beruhigt in die letzte Runde gegen Marmstorf gehen. Doch dazu später mehr!

(Boris Bruhn)

↑
↓
9. Runde
02.04.2006 SK Marmstorf Königsspringer Hamburg 2 5 : 3
11:00 Uhr, SIGNAL IDUNA (Betriebsrestaurant), Kapstadtring 8, 22297 Hamburg

1 Holger Hebbinghaus Michael Wolter ½ : ½
2 Jeronimo Hawellek Boris Bruhn 1 : 0
3 Harm Cording Baldur Schroeter ½ : ½
4 Michael Hohlbein Clemens Harder ½ : ½
5 Jan Hendrik Müller Ingo Wilms ½ : ½
6 Jonathan Carlstedt Sven Leiser + :
7 Marc‑Michael Homm Otto Klink 0 : 1
8 Sebastian Müller Claus Goetz + :

02.04.2006 FC St. Pauli 2 Hamburger SK 4 :
02.04.2006 FC St. Pauli SV Großhansdorf :
02.04.2006 Hamburger SG BUE Hamburger SK 5 :
02.04.2006 SK Johanneum Eppendorf Hamburger SK 3 :
Quelle: Bundesliga‑Ergebnisdienst Hamburg
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/06-ksh2.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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