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Chronik: Archiv
Sonntag, 19. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Norddeutsche Vereinsmeisterschaften U16/U12
 1. bis 4. September 2005 in Magdeburg 
Endstand U16
Pl. Mannschaft g. u. v. MP BP Bhz.
1. Hamburger SK 6 1 0 13 22,5 61,0
2. SK Johanneum Eppendorf 4 3 0 11 17,5 63,0
3. SK Nordhorn‑Blanke 5 0 2 10 19,0 50,0
4. Stader SV 5 0 2 10 18,5 49,0
5. Königsspringer Hamburg 4 2 1 10 17,5 58,0
 

Max Borgmeyer (4/7)
Daniel Maiorov (3/7)
Ole Meyer (4½/7)
Markus Langmann (3/4)
Adrian Lock (3/3)

 
6. Wilhelmshavener Schachfreunde 4 1 2 9 20,0 64,0
7. Borussia Friedrichsfelde 3 2 2 8 15,0 42,0
8. TuS Makkabi Berlin 4 0 3 8 13,5 58,0
9. SK Marmstorf 3 2 2 8 13,0 54,0
10. SV Empor Berlin 4 0 3 8 12,5 59,0
11. USV Halle 2 3 2 7 14,5 50,0
12. SG Aufbau Elbe Magdeburg 3 1 3 7 14,5 47,0
13. SC Melle 3 1 3 7 11,5 55,0
14. SF Hettstedt 2 2 3 6 15,0 45,0
15. TuRa Harksheide 2 2 3 6 14,0 34,0
16. Segeberger SF 3 0 4 6 12,5 46,0
17. SV FS Halle 3 0 4 6 12,0 54,0
18. SV Gryps 3 0 4 6 12,0 49,0
19. SV Werder Bremen 2 1 4 5 13,5 46,0
20. SAV Torgelow 2 1 4 5 12,5 43,0
21. SK Weisse Dame Hamburg 2 1 4 5 12,5 41,0
22. Hohenleipischer SV Lok 2 1 4 5 12,5 34,0
23. SK Bremen‑West 1 0 6 2 10,0 37,0
Endstand U12
Pl. Mannschaft g. u. v. MP BP Bhz.
1. Hannoverscher SK Post SV 5 2 0 12 18,0 58,0
2. SC Meerbauer Kiel 4 2 1 10 17,5 55,0
3. SK Doppelbauer Kiel 4 2 1 10 17,0 58,0
4. SK Ricklingen 3 3 1 9 18,0 59,0
5. TuS Makkabi Berlin 2 4 1 8 15,5 55,0
6. Hamburger SK 2 4 1 8 15,0 53,0
7. SK Zehlendorf 2 4 1 8 15,0 49,0
8. SK Marmstorf 3 2 2 8 15,0 42,0
9. Hagener SV 3 2 2 8 14,5 56,0
10. Königsspringer Hamburg 2 4 1 8 14,5 55,0
 

Henry Steinfeldt (3½/7)
Felix Mau (1/7)
Eugen Raider (5/7)
Darius Schiffmann (5/7)

 
11. SV Kali Wolmirstedt 2 3 2 7 15,0 57,0
12. SV Sangerhausen 3 1 3 7 15,0 45,0
13. SV FS Halle 2 3 2 7 14,0 52,0
14. SV Gryps 2 3 2 7 14,0 41,0
15. SV Motor Eberswalde 1 4 2 6 14,0 51,0
16. SV Werder Bremen 2 2 3 6 13,5 48,0
17. SV Malchower Schachinsel 2 2 3 6 13,5 41,0
18. BSC Rehberge 2 2 3 6 13,5 40,0
19. SV Glückauf Rüdersdorf 3 0 4 6 13,0 45,0
20. SK Weisse Dame Hamburg 2 1 4 5 13,5 36,0
21. SG Aufbau Elbe Magdeburg 1 0 6 2 9,0 42,0
Bericht

Die Norddeutschen Meisterschaften (NDVM) für Mannschaften in den Altersklassen U12 und U16 fanden dieses Jahr in Magdeburg statt. In beiden Altersklassen waren wir mit einem Freiplatzantrag in die Meisterschaft gekommen. Und um es vorweg zu nehmen: Die Ergebnisse rechtfertigen die Vergabe der Freiplätze vollends! Beide Teams haben sich sehr gut bzw. hervorragend geschlagen, und wir können als Verein zufrieden sein, dass aus unserer Arbeit solche Jugendlichen hervorgegangen sind.

Doch vom Anfang: Am Mittwoch, den 31.08.2005 trafen wir uns um 15:10 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof, um mit einmal umsteigen möglichst schnell in Magdeburg anzukommen. 2:24 Stunden dauerte die Reise, wir hatten auch ein bisschen Glück beim Umsteigen, dafür waren wir als Erster in Magdeburg.

Angekommen in der Herberge, verschafften wir uns einen ersten Eindruck von der Unterkunft und der Stadt. Mitten im Zentrum gelegen war die große Herberge, fünf Minuten vom Hauptbahnhof. Die Einkaufszentren der Stadt waren binnen fünf Minuten zu Fuß zu erreichen. Unsere Zimmer lagen im Dritten Stock, Ein 6er‑Zimmer für die fünf U16‑Spieler und ein 4er‑Zimmer für die kleinen vier lustigen drei aus der U12‑Mannschaft und in der Mitte ein Betreuerzimmer für Claus und mich. Bedanken möchte ich mich persönlich bei der U16‑Mannschaft, die echt wenig Nachtgeräusche gemacht hat (ganz im Gegensatz zur quirligen U12). SKJE und Hamburger SK waren direkt neben uns, Weisse Dame und Marmstorf waren in einem anderen Stockwerk untergebracht.

Für die U16 waren am Start: 1. Max Borgmeyer, 2. Daniel Maiorov, 3. Ole Meyer, 4. Markus Langmann (4 Partien), Ersatz: Adrian Lock (3 Partien).

In der U12 gingen wir stark ersatzgeschwächt an den Start, viele Absagen zwangen uns, die Mannschaft folgendermaßen aufzustellen: 1. Henry Steinfeldt, 2. Felix Mau, 3. Eugen Raider und 4. Darius Schiffmann.

Beim Abendessen im Speisesaal der Jugendherberge bekamen wir hervorragende Kost geboten, was sich die Tage über auch nicht ändern sollte. Verschiedene Getränke zur Auswahl, frisches Obst, Salatbar. Kurz: vom Feinsten.

Der Abend wurde dann mit Blitzen, die Listen angucken, ein bisschen vorbereiten und vor allem dem intensiven Kennenlernen der anderen Mannschaftsteile verbracht. Claus und ich hatten dann noch die zweifelhafte Ehre, an der Betreuersitzung teilzunehmen, die zum Glück nur 35 Minuten dauerte (aber dennoch mindestens 20 Minuten kürzer hätte sein müssen, weil doch einige Äußerungen mehr als überflüssig waren). Wir sparten uns dann auch unnötige Einwürfe, um endlose Diskussionen zu vermeiden.

Die Setzliste ergab, dass sich die U16 in der Nähe der Quali‑Plätze (vier an der Zahl) bewegen würde (Setzplatz 5). Top‑Favorit Rüdersdorf (DWZ‑Schnitt 2112) war nicht angereist. Darum waren nun der HSK, SKJE, Wilhelmshaven und Makkabi Berlin gesetzt an 1 bis 4.

In der U12 wurde Eugen aus unerfindlichen Gründen die DWZ geraubt, die er sich eindeutig auf der HJEM 2005 erspielt hatte. Darum ging er in die Liste mit der sagenhaften DWZ 702. Dadurch war die Mannschaft auf Setzplatz 18 von 21 gelandet. Das hieß also: kleine Brötchen backen, dachten wir zu diesem Zeitpunkt zumindest. Es sollte ganz anders kommen, dazu später mehr.

Die erste Runde am nächsten Morgen begann um unchristliche 08:30 Uhr, da sich der Veranstalter ein Abendprogramm ausgedacht hatte (das zwar überhaupt nicht mit der Realität übereinstimmte, aber das ist ein anderes Thema), was er unbedingt durchziehen wollte (tolle Sache). Die zweite Runde sollte täglich um 14:30 Uhr beginnen. Hoffentlich merkt der nächste Ausrichter, dass ein Abendprogramm nett ist, aber die Meisterschaft auch so schon ganz schön anstrengend ist und einmal Fußball reichen könnte. Dann könnten alle einen Tick länger schlafen, und auch die Pause zwischen den Runden wäre ein bisschen länger.

Die U16 sollte es mit Borussia Friedrichsfelde zu tun bekommen. Gesetzt an 16, machbare Aufgabe. Doch Markus Langmann hatte sich die Ansprache offenbar nicht zu Herzen genommen, spielte gegen DWZ 1300 viel zu lässig und vergeigte nach runden zwei Stunden mit grandiosen fünf einzügigen und zweizügigen Einstellern. Na Prost Mahlzeit! Auf den anderen Brettern sah es derweil nicht nach ganzen Punkten aus. Doch zur Zeitnot hin allerdings setze sich die Spielstärke und Erfahrung durch. Erfahrung? Naja, zwar ist die U16 mit einem Durchschnittsalter von 13 nicht besonders alt, aber eine Reihe Turniere hat sie schon gespielt. Und so wird diese Mannschaft übrigens im kommenden Jahr wohl unverändert zur NDVM fahren.

3:1 hieß es am Ende der ersten Runde für die »Großen«.

Die »kleinen« Königsspringer bekamen es mit Setzplatz 8 zu tun, Franckesche Stiftungen Halle. Und hier deutete sich schon an, was wohl alles drin sein würde. Denn auch die U12 gewann mit 3:1 und schaltete den Favoriten in der ersten Runde aus. Nur Felix verlor. Darius gewann bei seiner ersten Norddeutschen gleich die erste Partie und auch Eugen konnte den ganzen Punkt einfahren. Den Sieg machte Henry perfekt, mit ganz großem Geschummel, aber matt ist eben matt!

Die zweite Runde brachte in der U16 Werder Bremen, noch zwei Plätze hinter Friedrichsfelde gesetzt. Das würde wohl ein klarer Sieg werden, dachte ich mir. Aber hier setzte sich das große Einstellungsproblem weiter fort. Ole und Daniel hatten gut zu Mittag gegessen, satt und zufrieden und ohne die richtige Einstellung setzten sich beide ans Brett. Und auch DWZ 1500 kann so etwas bestrafen. Sang‑ und klanglos verloren beide ihre Partien. So schnell geht das. Max und der eingewechselte Adrian erzielten den Anschluss und den Treffer zum Unentschieden, aber so war das nicht gedacht. Am Abend folgte das Wort zum Sonntag von mir, das Markus mit »Du quasselst immer so viel, das kann ich gar nicht aufnehmen!« kommentierte. Die anderen Spieler hörten offenbar etwas besser zu, und auch Markus sowie Daniel (Geschwindigkeit) hatten am nächsten Morgen verstanden, was mit richtiger Einstellung gemeint war. Es lief auf einmal.

Die U12 kassierte am Nachmittag ihre einzige (!) Niederlage auf diesem Turnier, gegen Doppelbauer Kiel konnte die Spannung vom Vormittag nicht gehalten werden und die Nervosität siegte. Darius verlor nach 10 Minuten, Felix nach 30 Minuten, Eugen wehrte sich lange und verbissen, doch auch er musste seine Niederlage eingestehen. Als einziger biss Henry zu, doch 1:3.

Der Abend wurde mit dem Zeigen von jeweils einer vorgeführten Partie aus den beiden Altersklassen abgeschlossen.

Am nächsten Morgen warteten die HSKler auf die U12‑Mannschaft. »Große Schwierigkeiten« ist kein ausreichender Ausdruck für das, was dem HSK in der U12 in diesem Jahr passiert ist. Gleich ein Dutzend Absagen kassierten die Eilbeker von den Eltern ihrer Kinder im Alter U12. Viele Kinder wechseln zur fünften Klasse die Schule, der Nachmittagsunterricht wird eingeführt. Da haben viele Eltern einfach Angst, dass ihre Kinder einen Rückstand in der Schule aufzuholen haben, der nicht zu schaffen ist. Auch wir hatten ja diese Probleme, aber nicht so massiv wie der HSK. Dass sich diese Schwierigkeiten noch verschärfen werden, darauf werden wir uns wohl in den kommenden Jahren einzustellen haben.

Darum waren Beini Ma und Milana Smolkina (beide WM‑Teilnehmer!) mit den Geschwistern Garbers (kennen vielleicht manche von der U10‑Meisterschaft: Boriss 9 Jahre und Diana 6 Jahre) angereist. Der DWZ‑Schnitt der Mannschaft katapultierte den HSK auf Setzplatz 3, Die Zahlen von Milana und Beini zogen den Schnitt so stark nach oben. De facto hätte der HSK mit zwei richtigen U12‑Spielern sicher die Quali zur Deutschen Vereinsmeisterschaft (DVM) geschafft, aber so wurde es sehr schwierig. Auch gegen uns kamen die HSKler nicht über 2:2 hinaus: Beini gewann gegen Henry, Felix verlor gegen Milana, aber an 3 und 4 konnten Eugen und Darius jeweils gewinnen.

In der U16 hatte es die Mannschaft mit dem Ausrichter zu tun, Aufbau Elbe Magdeburg. Die Magdeburger hatten an keinem Brett Vorteile, dennoch konnte Daniel am zweiten Brett dem Angriff seines Gegners nicht standhalten. Wieder eine vermeidbare Niederlage. Max, Ole und Markus konnten relativ entspannt die ganzen Punkte einfahren.

Am Nachmittag wartete dann der erste dicke Brocken auf die U16: SKJE. Mit dem Deutschen Meister U14 Niclas Huschenbeth (DWZ 2174), der mächtigen Mittelachse Wesal Moshtael (DWZ 1916) und Armin Schmidt (DWZ 1937) sowie dem Brett 4 Tilman Stellfeld (DWZ 1452) war dieses Team favorisiert. Und es war ein bisschen wie beim Fußball im Spiel Niederlande – Deutschland. Die SKJEler spielten besseres Schach, aber ein Sieg sprang nicht heraus. Warum? Weil Adrian am Brett 4 gegen Tilman Stellfeld schnell eine überlegene Position erreichte und diese in einen Sieg ummünzen konnte. Und weil Ole am dritten Brett mit einer für ihn völlig neuen Eröffnung gegen Armin Schmidt erst eine schlechte Stellung erreichte, dann einen Bauern raubte und den König auf e5 mit einem schönen Matt erlegen konnte. Max und Daniel hatten sicherlich bei ganz exaktem Spiel Remischancen, aber sie standen die ganze Partie über schlechter. 2:2. Ein Klasse‑Ergebnis!

Die U12 konnte in Runde 4 gegen SK Ricklingen (an 1 gesetzt) einmal zeigen, was sie drauf hatte. Und das tat sie auch. Henry konnte am Brett 1 gegen Ricarda Lebek (DWZ 1508) in ein gewonnenes Turmendspiel abwickeln und gewann dieses auch souverän. Am Brett 4 konnte Darius seinen Gegner ziemlich schnell überwältigen und einige wichtige Steine vom Brett entfernen. Leider verlor Felix. Und auch Eugen konnte gegen DWZ 1400 seine gute Stellung nicht in einen Sieg ummünzen.

Die Zwischenbilanz zeigt, dass sich vor allem den Brettern 1 sehr gute Ergebnisse zeigen würden. Henry hatte genauso wie Max 3 aus 4, eine tolle Leistung!

Die U16 hatte 6:2 Punkte und war vorne mit dabei. Am meisten beeindruckte dennoch die U12: Gegen Setzplatz 1, 3, 5, 8 konnten 4:4 erreicht werden. Da kann man nur sagen: Fein gemacht!

Den Abend verbrachten wir mit einem kleinen Spaziergang und dem Besuch an einer spanischen Eisdiele (Vorurteil Eisdiele = Italiener wurde damit widerlegt). Henry hatte sich für das Fußballturnier (konnten nur 6 Mannschaften teilnehmen) abgemeldet, er spielte in einer Hamburg‑Auswahl. Danach schauten wir uns wieder Partien des Tages an. Die Vorbereitung auf den nächsten Tag rundete das Programm ab.

Die U16 spielte in Runde 5 gegen die Franckeschen Stiftungen Halle, die sich von unten herauf geschlichen hatten. Die Auslosung spielte für uns. Zumindest bis dahin. Die Vorbereitung kam soweit es ging aufs Brett, Ole spielte ein bisschen unkonventionell, Daniel und Markus konnten sichere Siege einfahren, Max stand die ganz Zeit auf remis. Schließlich, knapp vor Ende der Spielzeit, boten die beiden Hallenser remis an, was an beiden Brettern angenommen wurde.

Die U12 bekam es mit Motor Eberswalde zu tun. Vorne klammern, hinten beißen, so hieß das Motto. Doch Felix verlor. Eugen und Darius konnten schöne Siege einfahren, aber Henry kämpfte noch, leider vergebens. Wieder 2:2. Am Nachmittag ging es gegen Sangerhausen (Setzplatz 16), eine lösbare Aufgabe, so schien es. Doch Felix verlor. Aber wie auch die Runden zuvor beeindruckte die U12 Claus und mich mit dem unbedingten Siegeswillen. Auch wenn es 0:1 steht, wollten die Kleinen gewinnen. Darius konnte den Ausgleich erzielen (inzwischen 5 aus 6!) und Henry hatte ein Remis‑Angebot angenommen. Es lag an Eugen, den zweiten Mannschaftssieg perfekt zu machen, und dies tat er auch. Vor der letzten Runde hatte die U12 noch Chancen auf Rang 5 zu kommen und dann auf einen Nachrücker‑Platz zu hoffen, um zur DVM zu fahren. Großartig! Und so unerwartet.

Die U16 machte es noch besser. Gegen Empor Berlin (Setzplatz 14, aber brandgefährlich, da DWZ 830 an Brett 4 gemeldet war, davor nur gute Leute) spielte die Mannschaft souverän und unbeirrbar auf Sieg. Und auch hier kamen nicht mehr als zwei Remis für die Gegner heraus. Am vorletzten Tag 10:2 Punkte und mit Chancen auf den Turniersieg! Wer hätte das gedacht. Doch der Gegner hieß HSK.

Naja, erstmal zu PizzaHut gehen. Pizza essen war angesagt: statt Herbergsessen gab es an diesem Abend PizzaHut »All you can eat« für schlappe 1,50 €. Da wollten alle hin, aber nicht alle hatten Platz. So wartete ich mit der U16 noch ein Weilchen ab, bis sich das Restaurant leerte. Auf dem Rückweg hatten wir dann auch eine kurze Begegnung der rechten Art, unangenehm.

Um 08:00 Uhr am Sonntag morgen begann die letzte Runde. Das hieß Wecker stellen auf 06:00 Uhr. Die Runde wurde verlegt, damit die Siegerehrung früher stattfinden kann, weil einige früher den Zug nehmen wollten. Na danke. Und was ist mit denen, die rechtzeitig den Zug nehmen? »Die dürfen warten«, die simple Antwort von Andi Albers (HSK). So lief die ganze Organisation.

Alles war angerichtet für zwei spannende Mannschaftskämpfe: Die U12 begann verheißungsvoll. Felix konnte seinen ersten Punkt schaffen und brachte das Team mit 1:0 in Führung. Darius konnte nach kurzer Nacht konditionell nicht mehr mithalten und verlor. Doch Eugen konnte elegant die Führung erzielen. Doch mit den Zehlendorfern (teilweise Kinder, die mal lieber auf die Couch, statt ans Schachbrett gehören) war nicht zu spaßen. »Jetzt hab ich dich«, dröhnte es aus dem Mund des Kindes an Brett 1 mit seinen vier Kuscheltieren (die auch mal in die Wäsche könnten, aber die rochen nicht so stark wie die Kleidung). Dem konnte Henry nichts entgegensetzen, er verlor und war hinterher zurecht ziemlich traurig. Denn Platz 5 war knapp verpasst worden, am Ende waren sie toller 10.

Knapp verpasst haben auch die Jungs in der U16 die Sensation. Zuerst konnte Max die Vorbereitung gegen Frank Bracker auf das Brett bringen, verpasste dann aber das richtige Feld für seinen wichtigen Läufer knapp. Daniel stand gegen Malte Colpe ein bisschen komisch, verlor dann taktisch einen Bauern, den Überblick und schließlich die Partie. Markus Langmann brachte ebenfalls die Vorbereitung aufs Brett und siegte sicher gegen Leo Meise. Nun lag es an Ole, der sich mit Arne Bracker auseinandersetzen musste. Auch er hatte die Vorbereitung aufs Brett bekommen und konnte eine überlegene Stellung in ein klar gewonnenes Bauernendspiel abwickeln (7,21 Bauerneinheiten). Aber er verdaddelte es zum Remis. Doppelt bitter, weil das nicht nur Platz 3 und einen schönen Pokal für alle kostete, sondern weil noch drei Teams an der U16 vorbeizogen. Endergebnis: 5. Platz, keine Qualifikation zur DVM.

Vierter wurde der Stader SV, Dritter Nordhorn Blanke, Zweiter der SKJE, der HSK ist Norddeutscher Meister. Klar überlegen siegten schließlich die Eilbeker. Nach Ringen in Nachthemden, Gewändern fast, den schicken T‑Shirts also, die von Irm hergestellt waren (DANKE!), konnten die beiden Mannschaften auf einige sehr ereignisreiche Tage zurückblicken, die den Erfahrungsschatz um ein Vielfaches bereichern werden.

Eine Besonderheit gab das Turnier jedoch noch her: Während der letzten Runde begann der Veranstalter Markus Schwenke bereits mit dem Abbau von Brettern und Tischen. Das war schäbig. Und wie einfach es gewesen wäre, ein Dutzend Hamburger Jungs für den Abbau ran zu kriegen, das haben wir am Vorabend bei PizzaHut sicherlich schon unter Beweis gestellt.

Vielleicht gibt es ja noch einen Aussteiger aus der U16, und die Jungs können als Nachrücker ins Feld kommen. Verdient hätten sie es, mithalten können sie allemal, nur die Chancen dafür sind völlig unklar. Und solange wir das Luxusproblem haben, uns zwischen tollem Schach in Travemünde und der DVM entscheiden zu müssen, ist es ja auch halb so schlimm. Das nächste Jahr kommt gewiss und es wird anders laufen.

Anekdoten gibt es natürlich Dutzende: Zum Beispiel konnte sich ein Kind nicht unfallfrei auf Claus’ Bett setzen und zerdrückte dabei einen Stoffbeutel und eine Banane. Claus konterte daraufhin chartverdächtig: »My shit is Bananas!«

Die restlichen lustigen Geschichten gibt’s Freitag beim Schach. Fotos werden wie gewohnt nachgeliefert.

(Boris Bruhn)

 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/05nvm.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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