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Chronik: Archiv
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Schachreise 2005 nach Kappeln
 3. bis 9. Oktober 2005 
Reisebericht

31 muntere Königsspringer zog es dieses Jahr vom 3. bis 9. Oktober ins schöne Kappeln an der Schlei. Nach einigen Jahren Pause hatten wir also beschlossen, dem Ort mal wieder einen Besuch abzustatten, der schon für einige »Generationen« von Vereinsmitgliedern Schauplatz so mancher immer wieder gern erzählter Geschichte ist.

Im Vergleich zum letzten Jahr war die Teilnehmerzahl wieder etwas höher, erfreulich war auch der hohe Anteil an »Erstfahrern«. Da war es dann auch ganz gut, dass wir uns vor Ort schon auskannten, denn auch so hatten wir fünf Betreuer (Ingo, Claus, Boris, Florian und meine Wenigkeit) ’ne ganze Menge um die Ohren.

Tag 1)
Dass wir nicht nur ein schon eingespieltes Team waren, sondern außerdem auch bereit von den Profis zu lernen, stellten wir dann auch gleich bei der Abreise fest, als wir das praktische »Pfeil‑System« eines entnervten Touristenführers erfolgreich adaptierten und unsere Horde so in die richtigen Bahnen lenkten. Die praktischen Pfeile sollten für den Rest der Reise unsere stetig griffbereiten Hilfsmittel werden. Ansonsten gestaltete sich die Anfahrt problemlos: Ausgestattet mit informativen KHNÄ‑Blatt – wer nicht weiß, wofür dieses Kürzel steht, möge einen der Reiseteilnehmer fragen – und einer Menge Energie starteten wir per Bahn bei sonnigem Wetter in Richtung Kiel, wo einmal Umsteigen in die Regionalbahn Richtung Süderbrarup angesagt war. Dort ging’s dann weiter mit dem eigens gemieteten Reisebus, der uns die restlichen zwanzig Minuten direkt zur Herberge kutschierte. Damit diese Zeit auch nicht zu lang wurde, hatte Ingo eine kleine »Bus‑Show« entworfen, die besonders den beiden »Ladies« der Reise (Daniel und Ole) gefallen haben dürfte.

Frisch angekommen wurden erst einmal die Zimmer eingerichtet, und während wir Leiter schon einmal den Spielplatz austesteten, lernten die Jüngsten mit freundlicher Unterstützung der Zimmerpaten (Markus, Daniel, Ole) etwas über die Wirren des Bettenbeziehens. Nach etlichen Mühen waren dann alle soweit eingerichtet – jeder nach eigenem Stil. So hatte Kevin beschlossen, seinen gesamten Kofferinhalt über den Fußboden auszubreiten, damit auch ja immer alles griffbereit war. Anschließend war vor dem warmen Abendessen noch genug Zeit für eine kurze Ortsbegehung. Am ersten Abend gab’s dann die traditionelle »Kennenlernrunde«, die dieses Mal etwas kürzer ausfiel, denn immerhin kannten sich die meisten ja schon (bis auf Sven, den kannte keiner, aber dafür war er auch unauffällig). Das SDDEG‑Spiel wurde auch erläutert und jeder zog ein Los mit dem Namen seines »Opfers«. Danach bildeten sich noch einige Gesellschaftsspielerunden, u. a. mit Evo, Myrretuen (Ameisenspiel) und Uno, aber noch kein Werwolfspiel, auch wenn’s schon verlangt wurde.

Tag 2)
Um 08:00 Uhr frühstücken, von ca. 09:00 bis 11:00 Uhr Schachtraining in den verschiedenen Gruppen und um 12:00 Uhr warmes »Mittags‑Happa«: Das war das Vormittagsprogramm an fast jedem Tag. Danach starteten wir bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Bolzplatz. Und dieses Jahr hatten wir dank des freundlichen Platzwartes nicht nur einen Acker oder ein kleines Gummifeld, sondern einen wirklichen, richtig echten Fußballplatz (genau, Rasen ohne Löcher und nicht nach drei Seiten abschüssig und so) zu unserer Verfügung. Dort wurden Teilnehmer und Leiter auf vier Teams verteilt und der Beschluss gefasst, ein kleines Turnier mit jeweils zehn Minuten Spieldauer mit Hin‑ und Rückrunde zu starten. Die Angelegenheit entwickelte sich ziemlich anstrengend und auch spannend, denn drei Teams waren nahezu gleich stark, und da wurde bis zum bitteren Ende alles gegeben! Immerhin: Wir hatten einen Zuschauer (Justus S. hatte aber auch tatsächlich die Chance, noch ein Tor zu schießen), einen Parteiischen (Immo) und einen unglaublichen Spieler des Tages (Justus H.).

Hungrig und erschöpft konnten wir nach unserer Rückkehr feststellen, dass das Niveau der Mahlzeiten zu jeder Zeit hoch war: Sowohl zum Frühstück als auch beim Abendessen gab es ein reichhaltiges Buffet, bei allen Mahlzeiten konnte man sich unbegrenzt nachholen. Zudem bestand die Getränkeauswahl nicht nur aus dem bekannten »Gummibärchentee«, es gab auch Apfelsaft und Mineralwasser. Zum Tagesabschluss fand dann das Tandemturnier mit gemixten Teams statt, welches dank hervorragender taktischen Aufteilung vom Team Julian/Ingo souverän gewonnen werden konnte.

Tag 3)
Der dritte Tag begann für viele der Jüngeren schon um 06:30 Uhr. Die waren zu diesem Zeitpunkt nämlich schon wach, tobten durch die Flure, oder spielten Tischtennis und Schach. Gegenmaßnahmen ob solchen Verhaltens waren von uns jedoch bereits geplant worden: Heute sollte nämlich die Wanderung stattfinden. Schachtraining fiel also etwas kürzer aus, sodass wir um 11:00 Uhr ausgerüstet mit Getränken und Lunchpaket Richtung (wohin eigentlich?) starteten.

Die Route war am Tag zuvor geplant worden und sah vor, dass wir durch den Wald irgendwie Richtung Strand, die Landstraße entlang grob Richtung Schönhagen (dem erfahrenen Hamburger Jugendschachspieler ein Begriff: Nächstes Jahr wird dort wieder die HJEM stattfinden) oder so ähnlich gehen wollten. Jedenfalls beschlossen wir nach ca. zwei Stunden – hier wurden schon erste Klagen nach einer Pause laut – einen Feldweg zu betreten, der uns zu unserem Rastplatz, einer Wiese mitten im Nirgendwo neben einem Kohlfeld, führen sollte. Dieser Weg ist übrigens dank Marcel, Marco und Lennart nun auch für die Allgemeinheit befahrbar. Und was haben wir auf dieser Wiese zwei Stunden gemacht, außer uns zu stärken (was nur ungefähr zwanzig Minuten brauchte)? »Wir haben gekämpft.« Dieser Satz drückt gnädig undetailliert aber doch präzise aus, was alles so passiert ist. Den Rückweg konnten dann einige zumindest teilweise huckepack bestreiten.

Gerüchte sprechen zwar von einer 30 km langen Wanderung, aus informierten Fachkreisen wird jedoch verlautet, dass der Marsch so ca. 11 km lang war. Jedenfalls können alle, die mit dabei waren, von sich behaupten, auf dem Holzweg gewesen zu sein, und mal ehrlich: Wann hat man das schon mal, dass einem ’ne »Miez« fünf Kilometer nachläuft und einen dann noch auf dem Nachhauseweg abfängt? Naja, wahrscheinlich wenn man Justus Streich heißt, aber dazu später. Ziemlich erschöpft fielen wir diesen Abend jedenfalls nach einigen ›Werwolf‹‑Runden ins Bett.

Tag 4)
Offenbar war unsere Taktik aufgegangen, denn heute standen die Leute frühestens um 07:45 Uhr auf. Auch Nachdenken beim Training fiel eher schwer, deswegen hieß es nach dem Essen: Mittagsschlaf‑Pflicht! Immerhin sollten alle für das Schnellturnier am Nachmittag halbwegs fit sein. Bei sehr wechselhaften Partien konnten dort gerade einige der Jüngeren überzeugen, und es gab so manchen Überraschungssieg oder auch hart erkämpfte Unentschieden. Max B. geriet zwar manchmal in leichte Gefahr, belegte aber relativ ungefährdet den ersten Platz.

Vielleicht hätte die Teilnahme von Justus S. noch für etwas Wirbel gesorgt, dieser hatte jedoch eine Verabredung mit seinen weiblichen Fans. Die waren für zwei Tage extra aus Bayern angereist nur um ihn zu sehen, hatten jedoch einen kleinen Umweg über Flensburg genommen, sodass es erst am Abend zum erhofften Treffen kommen konnte. Und während unsere »Dancing Queen« mit Veronica der Ernte örtlicher Gemüsesorten nachging, neigte sich für den Rest der Gruppe ein anstrengender Tag dem Ende zu.

Tag 5)
In aufwendiger Arbeit hatte Florian bis jetzt an der großen »Kappeln‑Rallye« gearbeitet. Enge Kontakte zu Vertreter(inne)n der örtlichen Presse und lokalen Geschäften waren geknüpft worden, um dieses Großereignis zu ermöglichen. Und eines muss man sagen: Nach drei Stunden kreuz und quer in Kappeln kannten wir uns in der Stadt wirklich gut aus. Auf der Suche nach der ominösen »Frau Padberg«, Weisheiten in Schaufensterläden und »besonderen Dienstleistungen am Großparkplatz« passierte einfach zu viel, um es hier wiederzugeben. Jede der fünf Gruppen kam jedenfalls nach ca. dreieinhalb Stunden und ihren eigenen kleinen Abenteuern ganz schön erschöpft wieder in der Herberge an.

Tag 6)
Der letzte Tag stand ganz im Zeichen der WGIDD‑Gala, wo auch der schier unglaubliche KHNÄ‑Cup seinen würdigen Gewinner finden würde. Bevor es jedoch so weit war, gab’s noch mal Training und das beliebte Handicap‑Blitzturnier, bei dem Felix dank unergründlicher Mimik beim Schach triumphierte und neue Dimensionen auf dem Gebiet der Fairness betreten wurden.

Für die »Gala« stellte uns die Herberge dankenswerterweise ihren Discoraum zur Verfügung. Außer den letzten Punktevergaben (Rallye, Blitzen und SDDEG), wurden auch einige nette Showacts präsentiert: Justus animierte mit Adrian und Markus die Massen mit seiner unglaublichen »Dancing Queen«‑Performance und »Altamaaaan« Ole stellte sein nach wie vor hervorragendes Gehör dem sehr erstaunten Publikum unter Beweis. Verdienter Gewinner des Cups mit großen Leistungen beim SDDEG‑Spiel und somit endlich wieder WELTMEISTER wurde Shumon vor Yunus und Markus. Herzlich Glückwunsch noch einmal!

Natürlich durfte das beliebte ›Werwolf‹‑Spiel auch am letzten Abend nicht fehlen: Und nach einer Monsterrunde mit den Jüngeren (die rund anderthalb Stunden dauerte) fand dann noch die große Profirunde statt.

Tag 7)
Abreisetag! Die Vorbereitungen gestalteten sich recht entspannend: Alle hatten ihre Zimmer geräumt und ihre Siebensachen (plus x Kastanien) zusammen, lange bevor der Bus kam. Und so war noch viel Zeit für alle, den Lieblingsaktivitäten nachzugehen, z. B. Ole überrollen.

Auf der Rückfahrt erlebten wir dann noch einmal die Klappbrücke vor Kappeln in voller Aktion – Gefahr, den Zug zurück zu verpassen, bestand jedoch trotz Wartezeit nicht. Ein anonymer Teilnehmer fand sogar noch am Bahnhof die Zeit, sich die Zähne zu putzen. Später wurden das letzte beliebte Naschi und Obst verteilt (Stärkungen zwischendurch waren die gesamte Reise über durchgehend bitter nötig), während manch einer schon in einen sanften Halbschlaf entschlummert war, denn: »100 % nix mehr drin«, hieß es nun bei fast jedem – 15 Stunden Durchschlafen waren nach der Ankunft zu Hause laut Berichten jedenfalls kein Einzelfall.

Eine Woche später
… habe ich also diesen nicht ganz so kurzen Bericht geschrieben und festgestellt, dass es noch viel mehr zu erzählen gäbe. Aber um die super Stimmung so richtig nachzuvollziehen, dazu muss man wohl einfach dabei gewesen sein. Dieses Jahr passte nämlich einfach alles: Wetter, Herberge und Gruppenzusammenhalt waren klasse! Jedenfalls hat mir die Reise sehr viel Freude bereitet und ich hoffe, allen einen Einblick gegeben zu haben, was alles so abging auf unserer Fahrt. Mehr dann auf dem Herbstreise‑Nachtreffen am 30. Oktober im Clubheim.

(Baldur Schroeter)

Bilder von der Schachreise
 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/05-reise.php
15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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