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www.kshamburg.de
 
 
Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 2 · Landesliga Hamburg 2004/05
Termine Tabelle Spieler Ergebnisse
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Termine
1. Runde   Schachfreunde Hamburg 2 Königsspringer Hamburg 2 5 : 3
24.10.2004 10:00 AWO‑Altentagesstätte Horn, Am Gojenboom 42, 22111 Hamburg

2. Runde   Königsspringer Hamburg 2 SK Marmstorf :
14.11.2004 10:00 KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

3. Runde   Bille SC 2 Königsspringer Hamburg 2 :
28.11.2004 11:00 Begegnungsstätte ›Westibül‹, Friedrich‑Frank‑Bogen 59, 21033 Hamburg

4. Runde   Königsspringer Hamburg 2 Bille SC :
12.12.2004 11:00 KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

5. Runde   FC St. Pauli Königsspringer Hamburg 2 3 : 5
16.01.2005 10:00 Clubheim, Auf dem Heiligengeistfeld, 20359 Hamburg

6. Runde   Hamburger SG BUE Königsspringer Hamburg 2 :
30.01.2005 10:00 Kommunikationszentrum ›Halle 13‹, Hellbrookstr. 2, 22305 Hamburg

7. Runde   Königsspringer Hamburg 2 SC Diogenes 5 : 3
13.02.2005 10:00 KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg

8. Runde   Hamburger SK 4 Königsspringer Hamburg 2 :
13.03.2005 10:00 HSK‑Schachzentrum, Schellingstr. 41, 22089 Hamburg

9. Runde   Königsspringer Hamburg 2 SK Johanneum Eppendorf :
10.04.2005 11:00 KSH‑Clubheim, Riekbornweg 5, 22457 Hamburg
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Königsspringer Hamburg 2 5 5 3 41,0 14
2. SC Diogenes 3 6 4 5 4 5 40,5 14
3. Hamburger SG BUE 2 4 5 5 5 4 38,5 12
4. SK Marmstorf 4 4 5 5 38,5 10
5. FC St. Pauli 3 3 5 4 4 5 35,5 8
6. Hamburger SK 4 4 3 4 3 4 4 35,5 8
7. SK Johanneum Eppendorf 3 3 4 4 4 6 36,5 7
8. Schachfreunde Hamburg 2 5 3 3 4 4 4 6 35,0 7
9. Bille SC 4 4 3 2 31,5 6
10. Bille SC 2 3 2 27,5 4
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↓
Spieler
KSH
2
Mannschaftsführer:
Michael Wolter
A H A H A A H A H
SFR
2
MAT
 
BSC
2
BSC
 
STP
 
HSG
 
DIO
 
HSK
4
SKJ
 
1 Wagner, Friedrich, Dr.                  
2 Wiltafsky, Thomas     1 1 1        
3 Wolter, Michael ½ ½ 1 1 ½ ½ 1 0 ½
4 Bruhn, Boris 0 ½     ½ 1 0 0 1
5 Conrad, Christian 0 1 0 1 ½   ½ 0 1
6 Dettmann, Steffen 0 1 1 0 ½ ½ 1 1 0
7 Saß, Andreas ½ ½ ½ 0 1 ½   ½ ½
8 Wilms, Ingo 1 1 0 1 1 1 0   0
9 Lampe, Jörg           1   0  
10 Opitz, Claudio   0         1 1 1
11 Leiser, Sven                  
12 Schroeter, Baldur 1 0 1 1 0 1 1 0 ½
13 Möhrmann, Marcus 0                
14 Melde, Christian                  
15 Vater, Hannes           0 ½    
16 Harder, Clemens     1 ½          
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1. Runde
24.10.2004 Schachfreunde Hamburg 2 Königsspringer Hamburg 2 5 : 3

1 Christian Zacharias Michael Wolter ½ : ½
2 Andy Fleischer Boris Bruhn 1 : 0
3 Wolfgang Jordan Christian Conrad 1 : 0
4 Volker Schuldt Steffen Dettmann 1 : 0
5 Fritz Fegebank Andreas Saß ½ : ½
6 Joachim Schulze Ingo Wilms 0 : 1
7 Michael Keuchen Baldur Schroeter 0 : 1
8 Peter Klemm Marcus Möhrmann 1 : 0

24.10.2004 Hamburger SK 4 Hamburger SG BUE 3 : 5
24.10.2004 SK Johanneum Eppendorf SC Diogenes :
24.10.2004 SK Marmstorf FC St. Pauli :
24.10.2004 Bille SC 2 Bille SC :

Landesliga zum Abgewöhnen

Eine schöne Saison sollte es werden – alles dahin. Nach zwei schnellen Siegen zum Zuschauen verbannt, mussten Baldur und ich mit ansehen, wie eine souveräne 2:0‑Führung gegen die zweite Mannschaft der Schachfreunde nach und nach in ein noch schmeichelhaftes 3:5 verkehrt wurde. Wahrlich keine Freude. (Es war übrigens die vierte 3:5‑Niederlage in Folge – KSH 2 in der Krise!?)

Fast zeitgleich verloren wir kurz vor der Zeitkontrolle an drei Brettern! Conny stand nach der Eröffnung sehr strapaziert und musste in Zeitnot eine Figur spucken, Boris fand nach schönem Quallenopfer nicht die richtige Fortsetzung, und am achten Brett brachte Marcus ein sehr zweifelhaftes Damenmanöver und sich in große Schwierigkeiten.

Michael konnte beim ersten Remisangebot noch ablehnen, aber beim zweiten … (Ihr kennt den Rest.)

Wirtschaftskrise? Nicht bei Andreas! Der gab seinen soliden Mehrbauern mit Leichtfiguren‑Rendite zurück. Da Oldie und Werder‑Fan Fritz Fegebank – bekannt geworden als Norddeutschlands bester Aufbaugegner – aber die unklare Stellung zu schachlastig war, gab’s ’ne dreimalige Zugwiederholung. Außerdem musste er ja noch Philosophieklausur und Lateintest vorbereiten.

Steffen verpasste es, genug Figuren zur Deckung seines weit vorangeschrittenen e‑Bauern auf dem Brett zu lassen; weg war er. Er kämpfte anschließend noch lange, aber es nützte nichts: Der Gegner baute ’ne Brücke und Steffen ging über den Jordan.

Die Gründe indes liegen auf der Hand: Mit dem Nicht‑Auflaufen von Günter Semmler bei den Schachfreunden fehlte in unserer Kalkulation ein ganzer Punkt, Thomas Wiltafsky punktete für die erste Mannschaft und nicht in der Zweiten und – zu allem Überfluss – Marcus vergaß die Knoppers. Wie soll man da Schach spielen?

Einziger Lichtblick war Baldur, der souverän sein Landesligadebüt gab und in dem Duell der Jugendwarte sehr konsequent den gegnerischen König vom Schachbrett drängte. Hoffentlich bleibt er uns trotz der anschließenden Vorstellung erhalten. Gegen Marmstorf im nächsten Kampf zu Hause heißt es jetzt: Zähne zeigen und beißen!

(Ingo Wilms)

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↓
2. Runde
14.11.2004 Königsspringer Hamburg 2 SK Marmstorf :

1 Michael Wolter Holger Hebbinghaus ½ : ½
2 Boris Bruhn Harm Cording ½ : ½
3 Christian Conrad Dr. Frank Belke 1 : 0
4 Steffen Dettmann Jens Diekmann 1 : 0
5 Andreas Saß Michael Hohlbein ½ : ½
6 Ingo Wilms Ralf Schöngart 1 : 0
7 Claudio Opitz Klaus‑Jürgen Herlan 0 : 1
8 Baldur Schroeter Jörg Thies 0 : 1

14.11.2004 Hamburger SG BUE Bille SC 4 : 4
14.11.2004 FC St. Pauli Bille SC 2 :
14.11.2004 SC Diogenes Schachfreunde Hamburg 2 5 : 3
14.11.2004 Hamburger SK 4 SK Johanneum Eppendorf 4 : 4

Landesliga zum Angewöhnen

Genau so kann es weitergehen! Ein spannender Kampf mit dem besseren Ende für uns – und das gegen einen starken Gegner. Allerdings meinen alle, dass ich den Bericht schreiben soll – warum nur? Na denn:

Wir starteten mit einem frühen 1:0 durch Ingo, der trotz Willie‑Aufbau und Damentausch schon wieder als Erster fertig war. Nachdem der Gegner zwei verirrte Leichtfiguren gegen einen Turm geben musste, war das Endspiel erstaunlich schnell vorbei. Michael und ich waren hingegen nicht gut aus den Startlöchern gekommen und mussten frühzeitig viel Bedenkzeit investieren. Daher ließ auch Baldur eine Chance zur Zugwiederholung aus und spielte mit einem Minusbauern gegen den in der Mitte steckengebliebenen König auf Gewinn.

Boris steuerte nach einer zäh verlaufenden Partie ein Remis bei und auch Andreas klammerte erfolgreich eine etwas gedrückt aussehende Stellung zum halben Punkt ab. Leider hatte Baldur inzwischen zwei Bauern weniger und dem gegnerischen König war nicht beizukommen. An Brett 7 gab’s dafür kostenlos einen gesunden Mehrbauern für uns und die Hoffnung, dass doch alles gut wird. War’s aber nicht, denn irgendwie überzog Claudio die Stellung und der Punkt ging an die Gäste. Zu allem Überfluss musste ich noch eine Qualität geben; etwas Kompensation war vielleicht noch da, aber nicht wirklich überzeugend.

Michael hatte bis dahin seine Stellungsprobleme behoben und konnte trotz beginnender Zeitnot ein überzeugendes Remisangebot vortragen. Steffen hatte sich mittlerweile zum gegnerischen König vorgearbeitet und die Blitzphase mit einer Mehrfigur überstanden.

Wer jetzt richtig mitgezählt hat, kommt auf 3½:3½ plus eine schlecht stehende Partie – und genau so war es auch. Mein Gegner entschied allerdings, dass sein König ganz gut allein auf sich aufpassen kann und machte es dadurch unnötig kompliziert. Der c‑Bauer lief mit Schachgebot durch und ein trickreiches Turmopfer zugunsten eines Fluchtfeldes für den weißen König hätte jetzt die Entscheidung für Marmstorf bedeutet. Stattdessen entstand eine Stellung mit D+S gegen D+D, in der ich die Zeit für eine Mattdrohung hatte.

Die letzten Minuten müssen für meine Mitstreiter fürchterlich gewesen sein: Von ungefähr sechs Wegen, das Matt zu verhindern, wählte mein Gegner einen der falschen. Zufrieden registrierte ich, dass ich das Remis durch Dauerschach nun in der Tasche hatte und überlegte in aller Seelenruhe, ob nicht noch mehr drin wäre. Nach sicherlich acht bis zehn Minuten bemerkte ich zu meiner Überraschung (wohl als Vorletzter im Saal), dass es nicht nur Dauerschach war, sondern matt in drei. Die folgenden Jubelschreie sollen sogar kurzfristig die Aufmerksamkeit des draußen frierenden Fußballpublikums erregt haben.

Das tatsächliche Highlight des Tages blieb weitgehend unbeachtet: Als ich der Blitzphase am 8. Brett zusah, wurde ich tatsächlich vom Schiri gebeten, mitzuschreiben – was ich mit Hinweis auf meine eigene noch laufenden Partie leider ablehnen musste.

(Christian Conrad)

↑
↓
3. Runde
28.11.2004 Bille SC 2 Königsspringer Hamburg 2 :

1 Hans‑Jörg Jantzen Thomas Wiltafsky 0 : 1
2 Frank Müller Michael Wolter 0 : 1
3 Martin Kopisch Christian Conrad 1 : 0
4 Botho Jung Steffen Dettmann 0 : 1
5 Björn Lewitz Andreas Saß ½ : ½
6 Axel Eggebrecht Ingo Wilms 1 : 0
7 Vladislav Voronin Baldur Schroeter 0 : 1
8 Wolf‑Rüdiger Siemensen Clemens Harder 0 : 1

28.11.2004 SK Johanneum Eppendorf Hamburger SG BUE 3 : 5
28.11.2004 Schachfreunde Hamburg 2 Hamburger SK 4 4 : 4
28.11.2004 SK Marmstorf SC Diogenes :
28.11.2004 Bille SC FC St. Pauli 3 : 5

Abstiegskampf pur!

Erstaunliches tut sich in der Landesliga: Auf der einen Seite sind ganz viele Schnellspieler unterwegs, auf der anderen entwickeln sich Partien nur im Zeitlupentempo.

Baldurs Gegner stellt früh die Dame ein, aber auch so ist die unterentwickelte Stellung nicht zu halten. Ingo spielt eine lange, forcierte Theorievariante, die nach einer halben Stunde Spielzeit komplett kaputt ist. Die restlichen Partien sind solide und ohne besondere Vorkommnisse, bis Christian halbzügig eine Figur einstellt.

Auch am zweiten Brett sieht es nicht mehr gut aus. Remis ablehnen ist okay, der direkte Königsangriff aus etwas schlechter Stellung heraus – unter Materialopfer – geht überhaupt nicht. Andreas macht in beginnender Zeitnot ein strategisches Remis, damit wir wenigstens mit einem 4:4 davonkommen.

In der Zeitnotphase brechen alle Bille‑Spieler ein. Am zweiten Brett wird es gar zweizügig matt, am achten Brett kann Clemens mit einer Springergabel einen Turm gewinnen, und Thomas gewinnt mit einem kleinen Zwischenzug zwei Bauern. Den Schlusspunkt setzt Steffen mit einer guten und korrekten Partie.

Ein Arbeitssieg, die Einstellung stimmt, schachlich kann man sich steigern. Das kann im nächsten Heimspiel auch gegen Bille 1 reichen.

(Michael Wolter)

↑
↓
4. Runde
12.12.2004 Königsspringer Hamburg 2 Bille SC :

1 Thomas Wiltafsky Cornelius Middelhoff 1 : 0
2 Michael Wolter Andreas Bigot 1 : 0
3 Christian Conrad Andreas Bertram 1 : 0
4 Steffen Dettmann Rainer Jess 0 : 1
5 Andreas Saß Oliver Seidler 0 : 1
6 Ingo Wilms Randolf Koops 1 : 0
7 Baldur Schroeter Dr. Günter Schroeter 1 : 0
8 Clemens Harder Siegfried Wölk ½ : ½

12.12.2004 Hamburger SG BUE FC St. Pauli 5 : 3
12.12.2004 SC Diogenes Bille SC 2 5 : 3
12.12.2004 Hamburger SK 4 SK Marmstorf 4 : 4
12.12.2004 SK Johanneum Eppendorf Schachfreunde Hamburg 2 4 : 4

Zwei Punkte gegen den Abstieg

Von Beginn an wurde an fast allen Brettern flott nach vorne gespielt. Dabei konnte Ingo gleich kontern und nach wenigen Zügen einen Läufer fangen. Der Rest dieser Partie gestaltete sich etwas länglich, war aber immer ein ganz sicherer Punkt.

Als Erster hätte Baldur gewinnen können: Matt in drei Zügen, eigentlich leicht zu sehen, aber es wurde zunächst einmal das geopferte Material zurückerobert.

Besser lief es dafür an den ersten Brettern: Fehler wurden konsequent genutzt. 3:0 nach 23, 28 und 28 Zügen. Also zusammen mit der »Figur‑mehr«‑Partie mindestens vier Brettpunkte.

Trotzdem hatte Bille noch Chancen auf den einen Mannschaftspunkt. Andreas verlor klar und die restlichen drei Partien liefen in die Zeitnotphase hinein. Dort wurden die Punkte geteilt, jeder bekam einen Sieg (Baldur doch noch; ist es bei fünfeinhalb Minuten Restbedenkzeit sinnvoll, fünf Minuten davon nicht zu ziehen?), eine Niederlage (ja, die deutlich bessere Stellung hat Steffen noch verloren) und ein Remis (Clemens gegen den 500 DWZ‑Punkte besseren Vizepräsidenten des Deutschen Schachbundes, ein großer Erfolg).

Schade, dass es so wenig Zuschauer gab. Eigentlich auch unverständlich, da der Durchschnittsspieler in der Landesliga ca. vier Spielklassen besser als der normale Vereinsspieler ist. Außerdem ist der Landesliga‑/2. Bundesliga‑Termin ein zusätzlicher Spieltag. Alternativ kann natürlich auch das Clubheim weiter renoviert werden!

(Michael Wolter)

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5. Runde
16.01.2005 FC St. Pauli Königsspringer Hamburg 2 3 : 5

1 Bernd Wronn Thomas Wiltafsky 0 : 1
2 Michael Schütze Michael Wolter ½ : ½
3 Torsten David Boris Bruhn ½ : ½
4 Jörg Dinckel Christian Conrad ½ : ½
5 Volker Schoder Steffen Dettmann ½ : ½
6 Jukka Fehr Andreas Saß 0 : 1
7 Heinz‑Werner Szudra Ingo Wilms 0 : 1
8 Manfred Woynowski Baldur Schroeter 1 : 0

16.01.2005 Schachfreunde Hamburg 2 Hamburger SG BUE :
16.01.2005 SK Marmstorf SK Johanneum Eppendorf 5 : 3
16.01.2005 Bille SC 2 Hamburger SK 4 :
16.01.2005 Bille SC SC Diogenes 4 : 4

Reh‑Lachs

Das Ziel im Auswärtskampf gegen die Erste von St. Pauli war von Anfang an klar: Mit unserer »Bestbesetzung« (zum ersten Mal spielten Thomas, Christian und Boris zusammen) waren wir das favorisierte Team, zumal St. Pauli auch noch ersatzgeschwächt antrat.

Die Eröffnungsphase lief an einigen Brettern leicht verwirrt. Vor‑ und Nachteile hielten sich auf beiden Seiten wohl die Waage. Zwei Stunden später durfte ich dann nach einer ziemlich blinden Partie die Segel streichen. Michael hatte sich eine ausgeglichene Stellung erarbeitet und einigte sich alsbald auf remis, während Andreas das Angebot seines Gegners ausschlug. Das war zu diesem Zeitpunkt auch durchaus gut so. Zwar sahen die Stellungen von Boris und Ingo ganz vorteilhaft aus, aber ein ganzer Punkt zeichnete sich noch nicht ab.

Mit dem Herannahen der Zeitnotphase veränderten sich dann die Stellungen an fast allen Brettern zu unseren Gunsten: Andreas sammelte einen Bauern nach dem anderen ein und wickelte ins klar gewonnene Turmendspiel ab, Thomas konnte mir großer Taktik gar eine ganze Qualität abgreifen und Boris immerhin zwei Bauern. Die beiden Erstgenannten gewannen ihre Partien auch (Thomas an Brett 1 mit 100 %!), zuvor hatte Steffen in guter, aber sehr zweischneidiger Stellung bei knapper Zeit keinen Gewinnweg gefunden und sich auf Punkteteilung geeinigt.

Bei Conny, im Duell mit Ex‑Königsspringer Jörg Dinckel, brannte das Brett förmlich: Es war wohl eine Figur für starken Angriff geopfert worden. In höchster Zeitnot schoss Christian dann noch eine hinterher, auf beiden Seiten hingen diverse Figuren und Könige und ich behaupte mal, das nicht nur den Zuschauern etwas unklar war, wie die immer wieder überraschenden Stellungen wohl zu bewerten wären. Das Ende vom Lied war dann auch hier die Punkteteilung – allerdings durch Dauerschach.

Die letzten Partien spielten nun Boris und Ingo beim Stand von 3½:2½ für uns und beide Stellungen sahen günstig aus. Boris verdaddelte das gewonnen Endspiel dann noch zum Remis. Das war zum Glück nicht schlimm, denn dafür revanchierte Ingos Gegner sich im Gegenzug mit einer Qualität, somit liefen wir zum nie wirklich gefährdeten 5:3 Sieg ein.

Beim Stand von inzwischen 8:2 Mannschaftspunkten ist die Abstiegsgefahr minimiert worden. Dennoch gilt: Vieles ist möglich in dieser Liga; beim nächsten Kampf sollte wieder hart aufgeschlagen werden – Standortbestimmung ist angesagt.

(Baldur Schroeter)

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6. Runde
30.01.2005 Hamburger SG BUE Königsspringer Hamburg 2 :

1 Christian Joecks Michael Wolter ½ : ½
2 Hajo Leminski Boris Bruhn 0 : 1
3 Dirk Legahn Steffen Dettmann ½ : ½
4 Amran Mojo Pahit Parindra Andreas Saß ½ : ½
5 Wolf Gerigk Ingo Wilms 0 : 1
6 Helmut Sellack Jörg Lampe 0 : 1
7 Klaus‑Dieter Meyer Baldur Schroeter 0 : 1
8 Marcus Stortz Hannes Vater 1 : 0

30.01.2005 SC Diogenes FC St. Pauli :
30.01.2005 Hamburger SK 4 Bille SC :
30.01.2005 SK Johanneum Eppendorf Bille SC 2 :
30.01.2005 Schachfreunde Hamburg 2 SK Marmstorf 3 : 5

Klassenerhalt geschafft! (oder auch nicht)

Okay, zumindest der erste Teil der Überschrift ist etwas sehr tief gestapelt. Denn wer einen Blick auf die Tabelle wirft, der wird unsere zweite Mannschaft an zweiter Stelle finden. Nix ist es mit Abstieg, das ist alles Unsinn. Trotz massiver Versuche der Ersten, die Mannschaft bis ins Mark zu schwächen, konnten wir eine gefährliche Truppe in die Halle 13 nach Barmbek schicken.

Und tatsächlich: Mit 5½:2½ konnten wir nämlich den bisherigen Spitzenreiter HSG/BUE deutlich besiegen. Einhellig wurde der Begriff harmlos gewählt, um die Gegner zu beschreiben. Ohne den starken Tatenhorst an Brett 4 waren die Gegner auch wirklich geschwächt. Und obwohl die Mannschaft in dieser Saison noch nicht in Bestbesetzung antreten konnte, haben die HSGler überraschend schon 9:1 Mannschaftspunkte erreicht.

Aber der Kampf begann schon unter guten Vorzeichen. Bereits um 10:03 Uhr waren wir vollzählig mit acht Leuten am Brett und somit fielen alle Sorgen weg, die man sich wegen kampfloser Punkte machen musste.

Aus der Eröffnungsphase konnte Michael ein solides Bollwerk aufbauen gegen IM Joecks, der im Verlauf der Partie auch keinen Weg fand, dieses Bollwerk zu durchbrechen. Bei mir am Brett 2 konnte ich gegen Leminski die Ratschläge aus der Vorbereitung recht gut umsetzen und geriet nicht in schwere Zeitnot. Steffens Gegner Legahn hatte sich eine Variante ausgesucht, die ihm höchstens ein Remis versprach und bei Andreas am Brett 4 sah die Stellung äußerst viel versprechend aus. Ingos Gegner am Brett 5 verwechselte die Züge in der Eröffnung und sah sich nach 15 Zügen und einem Minus‑Turm gezwungen, noch nach dem letzten Fopp Ausschau zu halten. Aber nach etwas über zwei Stunden war Ingo wieder als Erster fertig und erzielte die Führung.

Jörgs Stellung am Brett 6 sah ein bisschen komisch aus und war sicherlich ausgeglichen, wenn nicht sogar schlechter für ihn, aber er befreite sich in seiner Zeitnot und stand sogar besser, als sein Gegner einen Turm einstellte. Das war dann der zweite Sieg für uns. Baldurs Gegner büßte schon früh in der Eröffnung eine Figur ein, allerdings erhielt er zwei Bauern dafür und die Partie entwickelte sich zu einer längeren Angelegenheit. Hannes an Brett 8 kam schon gedrückt aus der Eröffnung und ließ sich dann im Königsangriff überwältigen. Hier heißt es wohl, wieder mal aktiv Eröffnungen üben, aber aktive wenn es geht. Zuvor hatte Michael schon das Remis gesichert und Steffen seinen minimalen Vorteil nicht umsetzen können und ebenso ein Unentschieden beisteuern können.

Beim Stand vom 3:2 liefen also noch drei Partien, die von Andreas, Baldur und mir.

Am Brett 2 verschlechterte sich meine Stellung zusehends und einige Mannschaftskameraden (Namen bleiben ungenannt) gaben keinen Pfifferling mehr auf mich, wie ich von unten vernehmen konnte (das Fenster war geöffnet, Jungs).

Andreas hatte inzwischen in ein Endspiel mit Springer plus sechs Bauern gegen Turm plus vier Bauern abgewickelt, von dem sich beide nicht klar waren, wie es wohl ausgehen würde. Die »Experten« (siehe oben) allerdings waren sicher, dass es »gewonnen sein muss« für Andreas. Aha!

Baldurs Stellung wirkte kompliziert, denn die Mehrfigur gegen zwei Bauern zu verwerten war nicht so einfach. Baldur wählte immer den sichersten Weg, um zum Sieg zu kommen, und das dauerte eben länger.

»Manchmal gehen die sichersten Wege schief.« Das sagte beim nachfolgenden Essen der Lehrsatzbeauftragte Marcus Möhrmann, der uns als Schlachtenbummler unterstützte. Und das dachte sich dann auf einmal auch mein Gegner. Plötzlich hatte ich nämlich eine Chance, aktiv zu spielen. Die nutzte ich, um meine Stellung deutlich zu verstärken. Das nachfolgende Remisangebot lehnte er dann aufgrund des Spielstandes ab. Sicherlich war die Stellung remis, wenn nicht noch leicht besser für ihn. Aber die Stellung war »giftig« (Jörg Lampe) und alles andere als einfach. Er zog ein bisschen hin und her und wartete, ob ich einen Fehler machen würde. Mit einem Auge war er bei den anderen beiden Brettern und hoffte sicherlich auf ein Wunder. Es zeichnete sich dann ab, dass Andreas eher auf die Remisstraße einbiegen würde und Baldur doch ganz sicher den ganzen Punkt einfahren würde. Angesichts dieser Aussichten spielte mein Gegner – seinem Stil entsprechend – die folgenden Züge sehr schnell. So konnte ich ihn glücklich matt setzen und das 4:2 erzielen.

Baldur erzielte den Siegtreffer zum 5:2 und Andreas ärgert sich vielleicht darüber, dass er nicht mehr aus seinem Eröffnungsvorteil gemacht hat. Aber immerhin, auch er war wieder nicht in Verlustgefahr.

Und es ist wie so oft in dieser Saison: Wir beißen vorne und in der Mitte und am Brett 8 verlieren wir. An den vorderen sieben Brettern machen wir allerdings fünfeinhalb Punkte und verlieren nicht. Zusammenfassend: »Wir können zufrieden sein.« (Michael Wolter).

De facto bedeutet das aber, dass es beim Heimspiel am 13.02. – dann werden wir es mit dem neuen Tabellenführer Diogenes zu tun haben – ein (vermeintlich) vorgezogenes Endspiel um den Hamburger Mannschaftsmeister 2005 geben wird. Und das heißt wiederum, wir sind ein ganz heißer Aufstiegskandidat! Oh, mein Gott!

Und wieder zurück zur Überschrift: Ob wir in der Klasse erhalten bleiben, das ist alles andere als klar. Ich zitiere an dieser Stelle Steffen Dettmann, der gesagt hat: »Wenn ich aufsteige in die Oberliga, dann will ich da auch spielen.«

Am 13.02. ist Showdown. Seid dabei!

Hexenkessel, Hexenkessel, hey, hey!

(Boris Bruhn)

↑
↓
7. Runde
13.02.2005 Königsspringer Hamburg 2 SC Diogenes 5 : 3

1 Michael Wolter Ralf Hein 1 : 0
2 Boris Bruhn Christian Laqua 0 : 1
3 Christian Conrad Tsung Chen ½ : ½
4 Steffen Dettmann Fabian Schulenburg 1 : 0
5 Ingo Wilms Karin Chin 0 : 1
6 Claudio Opitz Holger Mach 1 : 0
7 Baldur Schroeter Peter Gröppel 1 : 0
8 Hannes Vater Kai Schoenwolff ½ : ½

13.02.2005 SK Marmstorf Hamburger SG BUE 4 : 4
13.02.2005 Bille SC 2 Schachfreunde Hamburg 2 2 : 6
13.02.2005 Bille SC SK Johanneum Eppendorf 2 : 6
13.02.2005 FC St. Pauli Hamburger SK 4 5 : 3

Wir sind die geilsten!

Mit dieser Einstellung starteten wir in das Duell der Saison. Gegen den Tabellenführer die Vorentscheidung um die Hamburger Meisterschaft auszutragen, versprach viel Spannung! Das dachten sich auch unsere zahlreichen Schlachtenbummler, die zudem das Vergnügen hatten, auch bei der ersten Mannschaft zugucken zu dürfen. Übrigens: Die einzige Runde der ganzen Saison, in der die beiden ersten Mannschaften mal gemeinsam zu Hause antreten konnten.

Schon zu Beginn des Kampfes konnten wir frohlocken, denn die Gegner kamen ohne die starken Spieler Martin Voigt und Stephan Gottuk. So begannen wir also recht zuversichtlich und ein Sieg lag quasi von Anfang an in der Luft. Nach ca. zwei Stunden konnte ich den Sieg allerdings noch nicht an den Brettern finden. Michael fühlte sich laut eigener Aussage wohl in seiner Stellung und in der Tat, diese schien auch solide – mehr war aber auch nicht los. Boris und sein Gegner entwickelten beide nach einer Stunde Bedenkzeit eine Figur und drei Bauern! Wie man das schafft? Ganz einfach, man zieht seine Lieblings‑Figur einfach viermal und braucht für jeden dieser Großmeisterzüge 14 Minuten – der Rest geht dann für die Bauernzüge drauf. Der Gegner schien allerdings motivierter, denn seine Lieblingsfigur war der Königsspringer. Boris entschied sich für den Damenspringer, aber er will ja auch nächste Saison in der Damen‑Regionalliga spielen.

Conni spielte laut eigener Aussage etwas fehlerhaft in der Eröffnung und musste um den Ausgleich kämpfen. Dramatisch war die Stellung allerdings nicht. Ich spielte gegen Fabian Schulenburg, der vor Partiebeginn etwa eine Minute lang seine Figuren geraderückte. Als der Schiedsrichter dann die Uhr anstellte, behielt ich es mir vor, meinen Gegner auf die falsche Aufstellung von Dame und König aufmerksam zu machen. 1:0! – jedenfalls psychologisch. Ansonsten spielte er französisch und ich entschied mich für den geschlossenen Aufbau. Das war auch richtig, denn meinem Gegner war dieser Aufbau nur grob bekannt. Er brauchte also viel Bedenkzeit, fand aber lange Zeit die besten Züge.

Ingo spielte gegen Karin Chin und baute sich gegen ihr Mittelgambit eher mittelmäßig auf. Vielleicht hätte er weniger auf die Frau schauen sollen. Wie soll das nur in der Regionalliga werden, Ingo?

Andreas‑Ersatz Claudio spielte »pizarr«, aber effektiv. »Mach mich fertig!«, stand dem Gegner ins Gesicht geschrieben. Noch war die Stellung allerdings nicht klar. Baldur spielte an Brett 7! Und wer sich die Mannschafts‑ bzw. Spielerbilanz anschaut, weiß: »Das ist Baldurs Brett!«. So hatte er im Holländer plötzlich den Mehrbauern und wer Baldur in den letzten zwei Jahren beobachtet hat, hat gemerkt – diese Stellungen verliert er nicht mehr! So dachte ich schon mal an einen sicheren Punkt. Hannes spielte zu dritt und kam optisch gut aus der Eröffnung heraus.

Mittlerweile musste die erste Mannschaft eher um ein 4:4 kämpfen, als auf Gewinn hoffen zu können.

Als es in Richtung Zeitkontrolle ging, musste ich am Brett bleiben, da Fabian und ich beide noch drei Minuten für zwölf Züge hatten. Ich hatte eigentlich die ganze Partie über das Gefühl, das Brett zu kontrollieren, was Fritz deutlich anders sieht (ebenfalls die ganze Partie). Immerhin, am Ende habe ich dann so ein bisschen hier und da geopfert und hatte nach 40 Zügen die Zeitkontrolle geschafft und mir ’ne Dame auf f8 angelacht. Die blieb dann auch und mein Gegner gab folgerichtig auf. Sozusagen geduscht!

Ebenfalls hatte Baldur den ganzen Punkt sicher eingefahren, und Conni machte remis: 2½:½ also. Ingo stand nach dem Plättchenfall (leider nach dem 49. und nicht nach dem 39. Zug) auf Verlust und gab schließlich auf. Aber das zeichnet unsere Mannschaft eben diese Saison aus. Ingo verwöhnt uns sonst regelmäßig mit ganzen Punkten, jetzt sind wir halt auch mal für Ingo da! Michael ging mit Qualität und Mehrbauern aus der Zeitnot und konnte auch noch gut abwickeln. Das anschließende Endspiel spielte er konsequent und die Kiebitze sahen den Punkt schon, bevor er dann per Handschlag auch besiegelt wurde. Boris kämpfte indes noch ums Remis, sein Gegner wollte unbedingt gewinnen und hatte im Turmendspiel einen Bauern mehr. Claudio hatte ein Endspiel mit Turm gegen Läufer und gewann souverän! Wer jetzt mitgezählt hat merkt schon, wir führten jetzt bereits mit 4½:1½. Hannes spielte noch um Remis (oder Sieg?!) im Damenendspiel mit zwei Bauern weniger aber dafür mit dem weit fortgeschrittenen Freibauern. Der Gegner verteidigte sich aber gut genug und so endete die Partie unentschieden. Da Hannes’ Gegner zuletzt in Travemünde gute Leistungen gezeigt hat, möchte ich sagen, ein Erfolg! Boris kämpfte leider vergebens aber nicht umsonst. Was immer das bedeutet, am Ende stand die Null.

So gewannen wir 5:3 gegen die Diogenesen und schickten sie zurück in ihre Tonne. Neuer »Spitzenraider« sind wir jetzt also (siehe Titel des Berichts) und ich freue mich echt. Außerdem spielte die erste Mannschaft 4:4 und sicherte damit einen weiteren Punkt gegen den Abstieg. Wenn wir nächstes Mal (13.03. beim HSK) gewinnen und gleichzeitig Diogenes gegen den Tabellendritten nicht volle zwei Punkte einfahren kann, stehen wir (rechnerisch) vorzeitig als Hamburger Mannschaftsmeister fest (wir werden ja wohl nicht 0:8 gegen SKJE verlieren). Ebenfalls kann sich die erste Mannschaft mit einem Sieg am selben Tag die beste Ausgangslage erspielen, nicht abzusteigen.

Also Jungs, nicht zu viel saufen, schön trainieren und nie vergessen – wir sind die geilsten!

(Steffen Dettmann)

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8. Runde
13.03.2005 Hamburger SK 4 Königsspringer Hamburg 2 :

1 Klaus‑Günter Besenthal Michael Wolter 1 : 0
2 André Wurzel Boris Bruhn 1 : 0
3 Claus Czeremin Christian Conrad 1 : 0
4 Jörn Debertshäuser Steffen Dettmann 0 : 1
5 Thomas Stark Andreas Saß ½ : ½
6 Mihail Milajev Jörg Lampe 1 : 0
7 Martin Sechting Claudio Opitz 0 : 1
8 Uwe Kröncke Baldur Schroeter 1 : 0

13.03.2005 Hamburger SG BUE SC Diogenes 2 : 6
13.03.2005 SK Johanneum Eppendorf FC St. Pauli 4 : 4
13.03.2005 Schachfreunde Hamburg 2 Bille SC :
13.03.2005 SK Marmstorf Bille SC 2 :

Schwarzer Tag!

An allen Brettern ging es so gut los! Mit drei Minuten weniger wegen komischem Schiedsrichter (Name wurde gemerkt!) machten wir uns doch locker ran und so nach einer Stunde Bedenkzeit war mein geschätztes Ergebnis 6:2 für uns.

Das war nicht wirklich unrealistisch: Jörg war sehr gut aus der Eröffnung herausgekommen, konnte entweder Turm oder Qualität gewinnen oder mattsetzen. Er entschied sich in der Zeitnot fürs verlieren – tragisch!

Conni stand gut und geriet in eine Stellung, die so verlockend aussah, dass ich sie wohl auch gespielt hätte. Die war dann aber doch nicht so gut wie sie verlockend war und Conni (den Punkt hatte ich schon sicher einkalkuliert) griff in der Folge – sichtlich erschüttert durch die Ungewinnbarkeit der Stellung – fehl und verlor sogar.

Boris stand so was von platt (Günni‑Regeln missachtet), und hatte kaum mehr Bedenkzeit. Irgendwie ist der da dann wieder rausgekommen, um anschließend zu verlieren. »What shalls

Baldur hatte ’ne Baldur‑Stellung, stand also ganz gut. Mit Gegenfopp den Ausgleich forciert, verpasste er knapp die Gewinn‑Taktik, um lieber ins remise Endspiel abzuwickeln. Das spielte er so gut, dass er sogar fast gewonnen hätte! Aber dann hat doch der Gegner gewonnen (»This is the end …«).

Claudio stand gut und konnte Bauer oder Vorteil in Form von Angriff gewinnen. Er entschied sich für Angriff und setzte den dann auch in zwei Bauern Material um. Eine insgesamt gute Partie, die mit der ›1‹ belohnt wurde. (Dass der Gegner noch taktisch hätte gewinnen können, ist nebensächlich.)

Andreas ging m. E. gut aus der Eröffnung heraus, während Michael diese Stellung als furchtbar beschrieb. Wahrscheinlich war es irgendwas dazwischen, jedenfalls hieß es am Ende remis. Vielleicht war mehr drin, aber Andreas hat zumindest nicht patzerhaft gespielt.

Meine Wenigkeit hatte einen guten Tag (deshalb soll ich den Bericht schreiben) und habe meinen Gegner mit dem Russen schnell in die Knie zwingen können. Fritz meint: Eine schöne Partie (soll heißen: Die Kombi ging). Auch wenn ich zugeben muss, den einzügigen Ausmacher erst im zweiten Anlauf wahrgenommen zu haben.

Michael spielte großmeisterhaft, bis dann die Zeitnot kam. Das meine ich nicht ironisch, die Partie war wirklich schön, sozusagen Größe auf allen 64 Feldern. Aber die Zeitnot!

»Lülülü. This is the end«. Springer Tod. König nackt. Tf6??. Und überhaupt, was soll der Läufer? Richtig, sich tauschen ;-) »Lülülü.«

Naja, anschließend konnten wir uns beim gemütlichen Essen alle wieder etwas sammeln, nach diesem wirklichen Schock!!! Wie in Trance entschieden wir uns bei der Lokalsuche gegen den ›Patz‹. Das wäre einfach zu hart gewesen. Kein Wunder, dass wir uns anschließend über Drogen und Schach unterhielten. Und natürlich trank Michael seinen schwarzen T…

Es passte einfach alles.

Und wir singen: »This is the end …«

(Steffen Dettmann)

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9. Runde
10.04.2005 Königsspringer Hamburg 2 SK Johanneum Eppendorf :

1 Michael Wolter Wolfgang Vandrey ½ : ½
2 Boris Bruhn Hendrik Schüler 1 : 0
3 Christian Conrad Bernd Kussin 1 : 0
4 Steffen Dettmann Dennis Johannsen 0 : 1
5 Andreas Saß Niclas Huschenbeth ½ : ½
6 Ingo Wilms Andrej Zobel 0 : 1
7 Claudio Opitz Benjamin Buchheister 1 : 0
8 Baldur Schroeter Michael Jürgensen ½ : ½

10.04.2005 Bille SC 2 Hamburger SG BUE :
10.04.2005 Bille SC SK Marmstorf :
10.04.2005 FC St. Pauli Schachfreunde Hamburg 2 4 : 4
10.04.2005 SC Diogenes Hamburger SK 4 4 : 4

Aufsteiger der Herzen

Ich kann mich noch gut erinnern: Vor fünfeinhalb Monaten schlurfte ich gesenkten Hauptes Richtung U3, gerade hatten wir eine verdiente Niederlage gegen eine der schwächsten Mannschaften der Liga bezogen und das Abstiegsgespenst streckte bereits seine gierigen Finger nach uns aus. Viel ist seitdem passiert und acht aufregende Runden später können wir uns nun die Tabelle von ganz oben ansehen. Durch einen 4½:3½ Arbeitssieg gegen SKJE sind wir in der letzten Runde noch an Diogenes vorbeigezogen, die gegen die abstiegsgefährdete Mannschaft von HSK IV nicht über ein 4:4 hinauskam. Obwohl es bekanntlich nichts mit dem Aufstieg in die Oberliga Nord wurde, haben wir endlich mal wieder einen richtig schön klingenden Titel gewonnen, der da heißt:

Hamburger Mannschaftsmeister 2005

Beide Mannschaften legten sich noch mal richtig ins Zeug: Wir wollten die Minimalchance nutzen, doch noch ganz nach vorn zu kommen, und SKJE brauchte noch einen Punkt, um sich aller Abstiegssorgen zu entledigen. Irgendwann stellte ich aber verwundert fest, dass an Brett 7 immer noch nichts passiert war. Claudios Weg zum Clubheim wurde nämlich von seinem Türschloss erfolgreich blockiert – machte aber nichts, da ja zunächst die Uhr des Gegners lief und dieser ebenfalls mit deutlicher Verspätung eintraf.

Ingo baute im Blitztempo eine scharfe Italienischvariante auf, aber der erhoffte Erfolg blieb leider aus. Andrej Zobel konsolidierte seine Stellung und der Punkt ging an die Gäste. Claudio verteidigte dafür souverän im Morra‑Gambit seinen Mehrbauern und gewann am Ende taktisch eine Figur. Baldurs Partie dröhnte derweil ohne besondere Vorkommnisse der Punkteteilung entgegen.

Andreas hatte unter Bauernopfer eine starke Initiative gegen den weißen Zentralkönig erlangt, wickelte leider aber falsch ab und musste mit Dame gegen zwei Türme letztlich in eine Zugwiederholung einwilligen. Besser lief es bei Boris, der in der Blitzphase die gegnerische Stellung entscheidend schwarzfeldrig schwächen konnte.

Ich selbst bekam in der kritischen Phase ein Remisangebot, das ich auch fast angenommen hätte. Michael hielt dies jedoch für keine so gute Idee und kurz darauf erhielt ich die Gelegenheit, meine leichte Initiative in ein gewonnenes Endspiel zu verwandeln (man soll eben häufiger mal auf den Mannschaftsführer hören).

An Brett 1 hätte es noch brenzlig werden können, aber anscheinend wurde erst in der nachträglichen Analyse bemerkt, dass FM Vandrey sich einfach den d‑Bauern hätte einverleiben können. Nach überstandener Zeitnot bot Michael in besserer Stellung remis an und machte damit die viereinhalb Punkte klar.

Als letzter kämpfte Steffen noch um Kompensation für seinen Minusbauern, zwischendurch war er sogar eine ganze Figur hinten. Fast hätte es sogar geklappt (das Turmendspiel soll an einer Stelle remis gewesen sein?!), aber leider nicht ganz.

Unsere Gäste hatten sich inzwischen telefonisch Infos von den anderen Kämpfen eingeholt und vermeldeten insbesondere die Tendenz eines knappen Sieges für Diogenes. Also freuten wir uns beim anschließenden Essen »nur« über eine erfolgreiche Saison – erst während der Busfahrt Richtung Hauptbahnhof erfuhren Michael, Boris und ich vom Gewinn der Meisterschaft.

Warum aber sind wir nun ganz vorn gelandet, obwohl wir nach der Papierform sicherlich nicht zu den Spitzenkräften der Liga zählten und dazu noch von zahlreichen Ausfällen (hauptsächlich durch Abstellungen an die Erste) gebeutelt waren? Ein Blick auf die Einzelresultate gibt Aufschluss:

Thomas Wiltafsky: 3/3. Leider nur dreimal dabei, danach in der 2. BL festgespielt. 100 % am ersten Brett – eine 1 mit Stern für diese Leistung!

Michael Wolter: 5½/9 am 1. und 2. Brett verdienen ebenfalls Applaus. Gleich dreimal neutralisierte er die gegnerischen Elo‑Schwergewichte (IM Joecks, FM Hebbinghaus und FM Vandrey, jeweils > 2300).

Boris Bruhn: 3/7, und es spricht für die konstante Leistung der gesamten Mannschaft, dass dies das »schwächste« (!) prozentuale Ergebnis der Stammspieler ist. Einige verpasste Gelegenheiten waren dabei, aber da die Gegnerschaft auch nicht ohne war, ist dieses Resultat völlig in Ordnung.

Christian Conrad: 4/8. Eigenlob stimmt, Selbstkritik auch: 4/5 mit Schwarz sind gut, 0/3 mit Weiß sind eine Katastrophe. Schachlich insgesamt nicht doll, aber es gab auch mal was zu lachen (siehe Runde 2).

Steffen Dettmann: 5/9, ein gutes Ergebnis und einige wirklich schön herausgespielte Punkte. Eine klare Gewinnstellung ging leider noch in Zeitnot verloren.

Andreas Saß: 4/8 mit nur einer Niederlage lautet das gewohnt solide Resultat. Leider blieben zwei halbe Punkte in gewonnenen Stellungen auf der Strecke, deshalb wird er vielleicht nicht ganz zufrieden sein.

Ingo Wilms: 5/8 ohne Remis. Spezialist für schnelle bzw. sich früh abzeichnende Siege. Geschickte Punkteaufteilung, denn die drei Niederlagen blieben folgenlos.

Claudio Opitz: 3/4, darunter der Sieg gegen FM Holger Mach! Unglückliche Niederlage gegen Marmstorf; es hätten sogar 100 % sein können.

Baldur Schroeter: 5½/9. Ein gelungenes Landesligadebüt mit Stärken am 7. und Schwächen am 8. Brett (bei der Aufstellung für die nächste Saison unbedingt beachten!).

Die »Ergänzungsspieler«: Jörg Lampe (1/2), Marcus Möhrmann (0/1), Hannes Vater (½/2) und Clemens Harder (1½/2). Auffallend: das erfolgreiche Projekt ›Jugend forscht‹, ansonsten an dieser Stelle nochmals Dank für euren Einsatz!

Fazit: Praktisch die gesamte Mannschaft spielte im Rahmen der Erwartungen und vielfach noch darüber hinaus, es gab keine »Ausfälle«. Das reicht dann halt auch für 14 Punkte – und hoffentlich auch für eine erfolgreiche Titelverteidigung!?

(Christian Conrad)


GBuch‑Einträge zum Titelgewinn

Baldur Schroeter: Hamburger Meister! Wir sind eben doch die Geilsten… In diesem Sinne: Gruß an die Zweite!!

Steffen Dettmann: Yeaahaa!!! Ist der Tag also doch gerettet – in diesem Sinne Gruß an Boris!!! Und an die geilste aller 2. Mannschaften. Wieder mal 2,5 aus 4 an den vorderen 4 Brettern. Es lebe die Statistik. Glückwunsch dann auch an Diogenes zum Aufstieg – auch wenn’s schwer fällt!

Andreas Saß: Yeaahaa!!! Wir haben es doch noch geschafft. Ich grüße die geilste 2. Mannschaft.

Boris Bruhn: Yeaahaa!!! Hamburger Mannschaftsmeister 2005: Köngsspringer Hamburg 2. Mannschaft! Unglaublich! Geil! Super, Jungs!

Ingo Wilms: Yeaahaa!!! Ich fühl mich richtig gut: Danke an alle, die mindestens einen halben Brettpunkt beigesteuert haben – es war der entscheidende. Übrigens: Wir sind einer der wenigen Hamburger Mannschaftsmeister, die in der folgenden Saison den Titel verteidigen können ;-)

Christian Conrad: Yo! Aufsteiger der Herzen ist KSH 2. Vielen Dank für eine geile Saison und Grüße an alle, die an diesem Erfolg mitgewirkt haben. Glückwunsch an Dio 1; ferner möchte ich Andreas Bigot grüßen und drücke auf diesem Wege die Daumen für den Wiederaufstieg. cc

Frank Lamprecht: Super Leistung KSH 2! Da drängen sich ja jetzt alle um die wenigen Oberligaplätze :-) … und an die müde 1.: Sommerpause nutzen! Mal an die eigene Eröffnungsnase fassen. Gruß Frank (2facher Absteiger)

Michael Wolter: Ich grüße Christian Conrad (2x Hamburger Mannschaftsmeister) sowie Frank Lamprecht, Detlef Neukirch, Sebastian Flitner, Reinhard Sobisch, Marcus Möhrmann, Kay Rahn und die Ersatzspieler Georg v. Bülow und Carl‑Christian Buhr (die Meister‑Mannschaft von 1992).

Quelle: Bundesliga‑Ergebnisdienst Hamburg
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/05-ksh2.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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