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Chronik: Archiv
Freitag, 24. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Deutsche Blitz‑Mannschaftsmeisterschaft 2003
 14. Juni 2003 in St. Ingbert 
Endstand
Pl. Mannschaft TWZ g. u. v. MP BP
1. SC Baden‑Oos 2385 24 0 1 48 83,0
2. Sportfreunde Katernberg 2437 21 3 1 45 75,0
3. TV Tegernsee 2484 20 3 2 43 73,0
4. SK König Tegel 2444 20 2 3 42 75,0
5. Hamburger SK 2504 19 2 4 40 72,5
6. SG 1868‑Aljechin Solingen 2329 18 3 4 39 69,0
7. SC Anderssen St. Ingbert 2312 15 4 6 34 64,5
8. SC Mülheim‑Nord 1931 2413 13 7 5 33 62,5
9. FC Bayern München 2338 14 4 7 32 57,0
10. SV Wattenscheid 30 2376 14 3 8 31 61,5
11. SV Hofheim 2357 12 5 8 29 57,0
12. SV Andernach 2388 10 7 8 27 55,0
13. SC Schwedt/Oder 2350 12 3 10 27 53,0
14. Hamelner SV 2184 9 3 13 21 43,5
15. Erfurter SK 2362 6 8 11 20 50,5
16. SC Leipzig‑Gohlis 2306 8 4 13 20 47,5
17. SK Bebenhausen 2279 8 4 13 20 46,0
18. Lübecker SV 2208 8 2 15 18 35,5
19. SC Pasing 2263 5 6 14 16 43,0
20. Pinneberger SC 2255 6 4 15 16 36,0
21. Königsspringer Hamburg 2310 6 3 16 15 38,0
22. PSV Ulm 2246 6 3 16 15 34,0
23. SF Stuttgart 2281 4 1 20 9 30,0
24. SC Caissa Schwarzenbach 2102 2 3 20 7 18,5
25. SC Turm Winterbach 2066 1 1 23 3 19,5
26. USC OvG Magdeburg   0 0 25 0 0,0
Bericht

Einmal St. Ingbert und zurück

Freitag, der 13.! Für viele abergläubische Menschen schon ein hinreichender Grund, um zu Hause zu bleiben. Nicht so für vier wagemutige Königsspringer: Julian »Günter« Khalifman, Frank Endspielgott, Martin, DEN FAHRER und zuletzt meine Wenigkeit, weil zu einem Team nun mal vier gehören. Das Ziel: St. Ingbert im Saarland, denn dort fand die Deutsche Blitzmannschaftsmeisterschaft statt, deren Qualifikation bei der Norddeutschen selbst ich durch meinen Einsatz nicht verhindern konnte.

Nachdem wir nur eine halbe Stunde später als geplant vom Treffpunkt losgefahren waren (Martin war gerade aufgestanden und dann von Frank beim Packen gestört worden), konnten wir im nachmittäglichen Elbtunnelstau uns in aller Ruhe über die Reiseroute besinnen. Neumodische Zeitgenossen hätten einen Routenplaner zu Rate gezogen, wir benutzten so subtile Entscheidungshilfen wie das Abmessen im Autoatlas mit dem Eiskratzer oder mit Centstücken. Dies brachte zwei Ergebnisse: 1.) Das Saarland ist verdammt weit weg von Hamburg, 2.) Über die A7 und Kassel ist es ungefähr zwei Centstücke kürzer als durch den Ruhrpott. Bis kurz nach Kassel schien diese Rechnung auch aufzugehen, dann ging gar nichts mehr. Stau auf allen drei Spuren. Nichts bewegte sich. Ein Gefahrguttransporter war umgekippt und brannte, der Stau war inzwischen 20 km lang. Für ungefähr zwei Stunden standen wir, das Spannendste war eine Beratungspartie Mitfahrer – Autofahrer, die leistungsgerecht remis endete. Irgendwann ging’s doch weiter, und um halb drei waren wir schon im Hotel und konnten die Inhaberin um den Schlaf bringen.

Für den Rückweg hatte DER FAHRER vorgeschlagen, in Luxemburg billig aufzutanken und dort nett essen zu gehen. Darauf entbrannte ein Streit darüber, wie groß der Umweg sei, ob nun 20 km oder »mindestens« 200 km (Nachträgliche Berechnungen mit dem Routenplaner schwankten zwischen 40 km und 72 km). Trotz des erbitterten Vetos dreier Mitfahrer schlug DER FAHRER eigenmächtig den Weg in das Herzogtum ein. In Grevenmacher wurde getankt und nun sollte ein nettes, typisch luxemburgisches Restaurant gefunden werden. Dies sollte weder der lokale Chinese, noch der Italiener sein, und auch nicht die Empfehlung der Tankstelle, was sich als eine etwas schmuddelige Bierstube herausstellte, die so aussah »wie ein DDR‑Restaurant von vor der Wende, in dem die Zeit stehen geblieben war« (Frank) und wo der Koch zudem krank war. Also fuhren wir weiter bis Wasserbillig (der Ort hieß wirklich so), um schließlich auf der anderen Seite des Flusses (der Mosel?) ein brechend volles Lokal zu sichten: Direkt am Fluss, mit Terrasse zum draußen sitzen. Also zur nächsten Brücke, nach deren Überquerung wir allerdings wieder in Deutschland waren! Wie Martin später herausfand, hieß der Ort ›Oberbillig‹. Gestärkt konnten wir die Weiterfahrt antreten, um einen weiteren Großteil des gut ausgebauten deutschen Autobahnnetzes zu testen. Wenn wir wohl auch nicht immer optimal fuhren (wir kamen verdächtig oft am Nürburgring vorbei), waren wir um halb vier morgens wieder in Hamburg, nachdem es nur noch einen Zwischenfall zu überstehen galt. Auf unseren Druck wurde DER FAHRER gezwungen, an der nächsten Tankstelle aufzutanken, was sich mit Abstand als unsere beste Idee an diesem Wochenende erwies, denn das billige luxemburgische Benzin war leider schon nahezu aufgebraucht.

Habe ich noch was vergessen? Ach, zwischendurch mussten wir ja noch blitzen. Am Ende sprang mit 15:35 Punkten Platz 21 (von 26) heraus, was wegen der diesjährigen schwachen Besetzung – Porz war gar nicht erst angereist, Lübeck und Solingen ohne Profis angetreten – doch recht mager war. Große Namen fehlten fast ganz; GM Glek war wahrscheinlich schon der Spieler mit der höchsten Elo‑Zahl (aber noch < 2600). Neuer Deutscher Blitz‑Mannschafts‑Meister wurde Baden‑Oos in der Aufstellung Andreas Schenk, »Hawkeye« Schmaltz, Fabian Döttling und Philipp Schlosser. Bei uns erreichten Julian (aufgrund seiner permanenten Nörgelei durfte er schließlich an 1 spielen) und Frank acht Punkte, Martin sicherte sich mit elfeinhalb Punkten den Topscorer‑Titel (in der letzten Runde fegte er mit seinem nordischen Gambit IM Stern vom Brett), während der Schreiber dieser Zeilen sich noch schlimmer als sonst über die Zeit heben ließ und ungefähr so viele Punkte erreichte wie die Anzahl der Bundesländer, die wir außer Hamburg durchfuhren. Im Turnier lernten wir auch die neuen FIDE‑Regeln in der Praxis kennen: Ein Spieler verliert auf Zeit, wenn »ein Matt gegen ihn noch möglich ist«. So geschehen bei Martin, der gegen König und Springer verlor, weil er selbst noch König, Dame und leider noch einen Bauern (okay, und noch ein paar andere Steine mehr) hatte, sodass ein Mattbild noch zu konstruieren war.

Wir widmen unser Turnier Martin, der leider wieder zurück zu Diogenes wechselt. Und ich verspreche, dass ich beim nächsten Mal nicht dabei bin.

(Georg von Bülow)

 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/03dbmm.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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