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Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 5 · Bezirksliga D 2003
Termine Tabelle Spieler Ergebnisse
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Termine
1 17.01.2003 SK Marmstorf 2 Königsspringer Hamburg 5 : ½
2 24.01.2003 Niendorfer TSV 2 Königsspringer Hamburg 5 5 : 3
3 14.02.2003 Königsspringer Hamburg 5 FC St. Pauli 4 5 : 3
4 19.02.2003 SV Blankenese Königsspringer Hamburg 5 3 : 5
5 28.03.2003 Königsspringer Hamburg 5 Hamburger SK 13 :
6 03.04.2003 SV Diagonale‑Harburg 2 Königsspringer Hamburg 5 3 : 5
7 25.04.2003 Königsspringer Hamburg 5 Hamburger SK 15 7 : 1
8 13.05.2003 SV Lurup Königsspringer Hamburg 5 :
9 23.05.2003 Königsspringer Hamburg 5 SC Schwarz‑Weiß Harburg 3 : 5
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Hamburger SK 13 5 7 46,5 14
2. SK Marmstorf 2 4 4 7 46,0 14
3. SC Schwarz‑Weiß Harburg 4 5 6 5 41,5 13
4. Königsspringer Hamburg 5 ½ 3 5 5 3 5 7 39,5 12
5. SV Diagonale‑Harburg 2 3 5 6 43,0 10
6. SV Blankenese 3 4 3 3 35,5 9
7. Niendorfer TSV 2 2 5 6 30,0 6
8. FC St. Pauli 4 3 2 27,5 4
9. SV Lurup 1 3 ½ 6 5 25,5 4
10. Hamburger SK 15 1 1 2 2 3 25,0 4
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Spieler
RL Name 1.R 2.R 3.R 4.R 5.R 6.R 7.R 8.R 9.R
41 Rosien, Thomas 0 1 ½ 1 ½ 0 1 1 ½
42 Meyer‑Plückthun, Joachim 0 0 ½ ½ 1 ½ 1 1 ½
43 Schierholz, Jörg 0 0 1 ½ 0 ½   1 0
44 Schierholz, Sonja 0 0 ½ ½ ½ 1 ½ ½ 1
45 Schroeter, Baldur 0 1 ½ 1 1 1 1 1 0
46 Seemann, Hans‑Siegfried ½ ½ 1 0 ½ 0 1 0 0
47 Goetz, Claus (MF) 0 0 0 ½ 1   1 1 0
48 Schierholz, Günter 0 ½ 1 1 0 1 ½ 1 1
57 Harder, Clemens           1      
58 Borgmeyer, Max             1    
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1. Runde
17.01.2003 SK Marmstorf 2 Königsspringer Hamburg 5 : ½
SV Diagonale‑Harburg 2 Niendorfer TSV 2 5,5:2,5
Hamburger SK 15 Hamburger SK 13 2,5:5,5
SV Lurup SV Blankenese 1,5:6,5
SC Schwarz‑Weiß Harburg FC St. Pauli 4 4,5:3,5

Willkommen bei Grottenschach 2003

Zwar ist unser desolater Saisonauftakt nach fast einer Woche langsam verdaut, aber es fällt mir immer noch schwer, etwas Freundliches zu diesem Thema zu sagen.

Es sollte also auf nach Marmstorf gehen, laut Statistik unser zweitgrößter Angstgegner. Der gegnerische Heimvorteil und die durch die Bank starke Aufstellung der Marmstorfer deuteten schon im Voraus darauf hin, dass wir unsere Bilanz nicht deutlich verbessern würden, aber zumindest ich war noch der Hoffnung, dass wir uns möglichst teuer verkaufen würden können.

Unerfreulich ging es los, als Jörg in seiner perspektivreichen Abtausch‑Caro‑Kann‑Stellung laut eigenen Angaben zu wenig bis gar nicht rechnete und eiskalt ausgekontert wurde. Siggi stand vielleicht etwas besser, einigte sich jedoch lieber auf remis, was im Nachhinein zumindest die totale Demütigung abwehrte.

Zwar stand es jetzt ½:1½ gegen uns, aber noch schien alles im Lot zu sein. Thomas’ Stellung schien mir soweit ausgeglichen, und Joachim hatte einen klaren Mehrbauern. Sonjas Gegner hatte einen Turm geopfert, und auch wenn er später auf eine Figur weniger verkürzen konnte, bleibt zu bezweifeln, ob das Ganze wirklich korrekt war. Ich muss zugeben, von der Partie recht wenig gesehen zu haben. Baldur hingegen lag mit seinem Bauernopfer goldrichtig und konnte enormes Druckspiel entwickeln. Ich selbst war im Begriff, dank mächtigem Zentrum und Raumvorteil den gegnerischen Kreuzträger standesgemäß zu toasten. Nur Günter hatte nach Tempoverlust in der Eröffnung die ganze Zeit über wenig zu lachen. Es galt also: Da geht noch was!

Andere mögen entscheiden, ob die folgenden Ereignisse durch Pech, schachliches Unvermögen, gekonnter Verteidigung der Gegner oder sonst irgendetwas verursacht wurden, aber Fakt bleibt, dass es von nun an bergab ging.

Günter verlor folgerichtig, bei Joachim war auf einmal die Qualle weg, ich spielte zu ungenau, um mit dem Königsangriff wirklich durchzuschlagen und erlag den Gegendrohungen am Damenflügel, während Baldurs Gegner ins bessere Endspiel abwickeln konnte. Nach wildem Zeitnotgehacke befand sich die Mehrfigur in Sonjas Partie auf einmal in Marmstorfer Händen und bei Thomas drang die schwarze Dame über h2 ein und schickte sich an, kräftig in der Stellung zu randalieren.

Am Ende bleibt ein trockenes 7½:½ auf der Mannschaftskarte. Die Niederlage war sicher verdient, aber in dieser Höhe auf keinen Fall obligatorisch.

Aber es hilft ja alles nichts, es liegen noch acht Runden vor uns. Daher: Nicht trauern, weiter voran! Schließlich geht es nächstes Mal ja auch gegen unseren statistischen Lieblingsgegner, den NTSV.

(Claus Goetz)

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2. Runde
24.01.2003 Niendorfer TSV 2 Königsspringer Hamburg 5 5 : 3
FC St. Pauli 4 SK Marmstorf 2 4,5:3,5
SV Blankenese SC Schwarz‑Weiß Harburg 4,5:3,5
Hamburger SK 13 SV Lurup 7,0:1,0
SV Diagonale‑Harburg 2 Hamburger SK 15 6,0:2,0

Immerhin …

… konnten wir unsere Brettpunkte im Vergleich zur ersten Runde versechsfachen. Sollte dieser Trend sich fortsetzen, haben wir nichts mehr zu befürchten und würden mit 18 Zählern gegen St. Pauli ganz gut wegkommen. Wir werden sehen.

Zu den einzelnen Partien kann ich recht wenig sagen, da mich meine eigene den größten Teil der Zeit in Anspruch nahm. Ich werde es trotzdem mal versuchen, bitte aber, eventuelle Ungenauigkeiten zu entschuldigen.

Siggi spielte ziemlich schnell und auch sein Gegner erachtete diese Idee als recht günstig. Die beiden nahmen sich nicht viel und einigten sich zügig auf remis. Joachim hatte zwischenzeitlich einen Mehrturm auf der Habenseite, überließ den dann aber wieder dem Gegner, und danach brach alles zusammen. Geburtstagskind Baldur hebelte mit 2.c3 die gegnerische Eröffnungsvorbereitung im Sizilianer völlig aus und glänzte mit einer starken Angriffspartie. Womöglich verschaffte ihm die dicke Flasche Ouzo, die Günter ihm zuvor überreicht hatte, den nötigen Respekt bei der Gegnerschaft. Jörg und Sonja mussten die Waffen strecken. Die genauen Umstände, die hierzu führten, sind mir allerdings entgangen.

Ich hatte derweil mit großem Positionsschach aufgetrumpft (behaupte ich zumindest), doch bevor ich daraus entscheidenden Vorteil schöpfen konnte, wurde ich mal wieder Opfer von einfacher Schachtaktik. Danach fing ich an, mich über die Geräuschentwicklung beim Öffnen der Tür und bei der Atmung meines Gegners aufzuregen, sodass ich nicht mehr recht in die Partie zurückfinden wollte. Ich verwaltete noch eine Weile meine Grottenstellung und gab dann auf. Somit hatten wir den Kampf verloren, aber die verbleibenden Partien garantierten noch ein wenig Spannung.

Unterdessen waren in die Königsstellung von Thomas zwei Turmopfer eingeschlagen, die bei genauer Verteidigung nicht die erhoffte Wertigkeit hätten erbringen können. In der Partiefortsetzung hätte es dann wohl doch gereicht, aber dank Kollege Zeitnot fuhr Thomas den ganzen Punkt ein. Günter knetete schon eine ganze Weile sein Endspiel, in das er wohl einen leichten Vorteil aus dem angenommenen Damengambit mitgenommen hatte, aber irgendwie wollte dann doch nur der halbe Punkt herausspringen.

Tja, am Ende haben wir also 3:5 verloren, sind dadurch aber in unserem Bestreben gestärkt, gegen St. Pauli gewinnen zu wollen; hoffe ich zumindest.

(Claus Goetz)

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3. Runde
14.02.2003 Königsspringer Hamburg 5 FC St. Pauli 4 5 : 3
Hamburger SK 15 Niendorfer TSV 2 2,0:6,0
SV Lurup SV Diagonale‑Harburg 2 0,5:7,5
SC Schwarz‑Weiß Harburg Hamburger SK 13 2,5:5,5
SK Marmstorf 2 SV Blankenese 4,0:4,0

Na bitte, es geht doch!

Nach zwei eher dürftigen Leistungen konnten wir nun endlich unseren zweiten großen Trumpf auspacken, das Clubheim! Unser standardmäßiger erster Trumpf, nämlich das Spielen in Bestbesetzung, sollte so durch den Heimvorteil entscheidend ausgebaut werden.

Ziemlich dünn ging es dann aber doch los, denn in bekannter Großmeistermanier gab ich im zehnten Zug meinem Gegner eine Figur Vorsprung (vergleiche hierzu Franks Taktikzettel #7: Der Abzug!), um unverzögert aufzugeben. Ha, damit hatte er nicht gerechnet!

Zum Ausgleich demonstierte Günter eindrucksvoll, was bei Nichtbeachtung der goldenen Eröffnungsregeln so alles passieren kann, sodass es recht zügig 1:1 stand.

Thomas, Joachim und Baldur remisierten, wobei ich derweilen eher damit beschäftigt war, mich über grundlegende Defizite in meiner Spielanlage aufzuregen, weshalb man das jetzt einfach mal unkommentiert hinnehmen muss.

Jörg, Sonja und Siggi standen alle ganz gut, aber dann fing Siggi an, eine Umgruppierung einzuleiten, die zumindest ich nicht wirklich nachvollziehen konnte. Am Ende sprang dann ein Endspiel mit Bauer weniger heraus. Ich habe mir erzählen lassen, Jörg habe dann wirklich großes Schach ausgepackt, aber wie gesagt, war ich gerade nicht primär dabei, mir die Partien anzusehen. Jedenfalls konnte Siggi dann endlich wieder zu seinen alten Fopperqualitäten zurückfinden und die Partie noch einmal herumdrehen.

Beim Stand von 4½:2½ verblieb Sonja mit einem Endspiel König, Läufer plus Bauer gegen König plus Springer, das trotz aller Kneterei remis blieb.

Somit bleibt endlich ein fetter Sieg zu vermelden! Mit etwas Glück können wir noch bis Mittwoch ein wenig auf der Erfolgswelle weiterreiten, denn dann gilt es für Blankenese gegen uns zu zittern.

(Claus Goetz)

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4. Runde
19.02.2003 SV Blankenese Königsspringer Hamburg 5 3 : 5
Niendorfer TSV 2 FC St. Pauli 4 3,5:4,5
Hamburger SK 13 SK Marmstorf 2 3,5:4,5
SV Diagonale‑Harburg 2 SC Schwarz‑Weiß Harburg 3,5:4,5
Hamburger SK 15 SV Lurup 3,0:5,0

Eine Lektion in Sachen Brot oder so

Mittwochabend in Blankenese – das wirkt auf den ersten Blick ein wenig verlassen und unangenehm. Dann ist das Spiellokal auch noch beengt und schlecht (eigentlich gar nicht) belüftet, doch das kann uns alles nichts anhaben.

Ganz souverän war schon der Anfang und Günter zeigte, dass auch wir mal mit einfacher Schachtaktik ganze Punkte erzielen können. Irgendwie hatte dann auch schon Jörg remisiert, bevor ich mir eine Meinung über seine Stellung bilden konnte.

Vorne sah alles ganz ordentlich aus, während Baldurs Gegner mit 3…h6 eine eher zweifelhafte Neuerung im Italiener gefunden hatte. Siggi fischte ein wenig in den trüben Untiefen des geschlossenen Spaniers und ich durfte mich mit einem Ultrasympatikus ohne DWZ, dafür aber mit schier unglaublichem Feingefühl sowohl für Pläne und positionelle Merkmale der Französichen Verteidigung (Vorstoßvariante) als auch für akkurates Verhalten während eines Schachwettkampfes messen. Baldur griff einen Bauern nach dem anderen ab und Siggi auch immerhin einen. Bei Thomas, Joachim und Sonja blieben die Stellungen solide bis etwas besser, während ich mal eben ohne Kompenstion den d4 opferte, einstellte, wie auch immer!

Baldurs Sieg war danach nur noch Formsache, da heckte ich einen ganz fiesen Plan aus: Meinen Beobachtungen zufolge schien es meinem Gegner eine große Freude zu sein, meinen König zu bedrohen – ein Schelm ist, wer hier an »Patzer sieht Schach, Patzer gibt Schach« denkt. Daher postierte ich mich so, dass ein folgendes Schach – immerhin eine Springergabel auf König und, äh, Springer – den Bauern zurückeinstellte. Das klappte auch ganz gut, obwohl mein Gegner das ganze mit einem Fingerfehler entschuldigte. Das folgende Endspiel war dann jedoch leider nur remis. Zumindest nach Fritz, vielleicht hätte ich da doch noch was opfern sollen, man spielt ja nicht nur gegen die Figuren, sondern auch gegen den Gegner, aber ich will mich hier mal lieber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Wie dem auch sei, Siggi hatte im Turmendspiel nicht die genauen Varianten gepachtet und gab den Mehrbauern mit Zinsen zurück. Trotz vehementem Anbietens seitens des Gegners wollte er das Remis nicht. Irgendwann war klar, dass es zum Sieg nicht mehr reichen würde, und zu allem Überfluss verpasste er dann auch noch die Notbremse (Philidor lässt grüßen).

Das war dann aber auch egal, denn Thomas konnte in eigener Zeitnot die Schwächen der gegnerischen Verteidigung ausnutzen und klar gewinnen. Nach eigenen Angaben war dies übrigens die erste Niederlage des Ex‑Königsspringers Ralf‑Dieter Urban gegen seine ehemaligen Vereinskameraden.

Somit konnte auch Joachim seine etwas bessere Stellung (Läuferpaar und starke Struktur) ruhig remis geben. Auch Sonja brauchte ihre Stellung (mit dem stärkeren Freibauern und gutem Läufer gegen Springer) nicht unbedingt zum Sieg weiterkneten. Das folgende Remis führte zum 5:3‑Endstand, der uns zeigt: Wir können doch Schach spielen!

(Claus Goetz)

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5. Runde
28.03.2003 Königsspringer Hamburg 5 Hamburger SK 13 :
SV Lurup Niendorfer TSV 2 3,5:4,5
SC Schwarz‑Weiß Harburg Hamburger SK 15 6,5:1,5
SK Marmstorf 2 SV Diagonale‑Harburg 2 4,5:3,5
FC St. Pauli 4 SV Blankenese 3,5:4,5

Das Glück ist mit den Tüchtigen …

… oder den Dummen. Ganz wie man will. Das ändert allerdings gar nichts daran, dass wir nach zähem Kampf auch endlich mal das Quäntchen Glück auf unserer Seite hatten, das zur Vollbringung von Großtaten auch schon mal nötig ist.

Um Großtaten zu beschreiben braucht es eigentlich auch große Worte, aber wie steht es schon im ›Faust. Eine Tragödie.‹?

Verzeih, ich kann nicht hohe Worte machen,
Und wenn mich auch der ganze Kreis verhöhnt;
Mein Pathos brächte dich gewiß zum lachen,
Hättst du dir nicht das Lachen abgewöhnt.
(Goethe)

So! Schuldigkeit getan, Kultur vermittelt, jetzt kann ich seelenruhig das Phrasenschwein füttern.

Aufgemerkt! Ein Spiel dauert (maximal) 300 Minuten, und das ist auch gut so, denn durch Aufgeben hat bekanntlich noch keiner gewonnen. Ziemlich zügig gewann aber Joachim, der Robin Stellwagen (auf Endrunde spielte er immerhin gegen Julian remis und gewann gegen Georg) mit Hochgeschwindigkeit zerlederte. Und weil die Hand ja nun mal schneller ist als das Auge, habe ich davon leider auch nichts gesehen. So ähnlich verhielt sich das auch mit Sonjas Partie, die irgendwie remis endete.

»Nichts sehen« passt dann irgendwie auch zu meiner Partie. Wie jeder wissen sollte: Das Brett hat 64 Felder, alle sind quadratisch, und alle sollte man im Auge behalten, besonders wenn man noch nicht rochiert hat. Und noch mehr, wenn der Gegner selbiges Verfahren angestrebt hat. Also dachte ich friedlich still bei mir: »Nun ja! Eröffnung ist ja auch zunächst immer Zentrumskampf, da sollte es geschickt sein, den d4 zu erobern.« Das stellte die Figur ein.

Unterdessen war bei Jörg in recht aussichtsreicher Stellung die Qualle weg (vermute ich zumindest) und das Ende kam recht bald. Thomas erreichte ein Turmendspiel mit zwei Mehrbauern, während Siggi und Baldur mit Minusbauern verblieben. Und auch bei Günter tauchte ein Turmendspiel auf. Hier allerdings mit gleichem Material, wer hätte das gedacht. Siggi konnte sich zäh verteidigen und noch das Remis abklammern, doch Günters (gar nicht mal so weit) entfernter Freibauer war dann im Vergleich zum gegnerischen Bauernaufmarsch im Zentrum zu geringwertig.

Ich hingegen hatte zwar schon zwei Bauern für die Figur eingesammelt und noch auf Schummelchancen gehofft (man merke: Matt beendet die Partie), aber realistisch betrachtet war das wohl doch, äh!, »a little over‑optimistic«. Aber zur späten Stunde setzt sich dann manchmal doch die Routine durch, bzw.: Kurz vor Mitternacht schlägt die Stunde der Fopper! Es gibt Stellungen, da gewinnt Txf6 ganz einfach, während Lxf6 in ein Turmendspiel mit Minusbauer abwickelt.

Baldur agierte ähnlich, denn irgendwie gewann er plötzlich sein Läuferendspiel (gleichfarbig) mit Bauer weniger, ohne Freibauer, ohne echte Möglichkeiten. Ich weiß nicht wie, aber das Ganze kam doch ziemlich fett. Denn: Turmendspiele sind immer remis, folglich konnte Thomas leider nicht gewinnen. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel, und darum konnte ich (mit etwas gegnerischer Hilfe) dann doch den ganzen Punkt einfahren.

Bei all dem Hin und Her war ich mir dann auch gar nicht sicher, wie der Kampf denn nun ausgegangen war. Als der gegnerische Mannschaftsführer mir seine Karte überreichte, auf der stand, sie hätten 4½:3½ gewonnen, war ich dann doch erstmal verblüfft. Ich hab’ aber nochmal nachgezählt: Es stimmt, wir haben gewonnen, und zwar 4½:3½! Und das ist nicht entspannt, aber trotzdem ziemlich fett vonstatten gegangen.

Ein Ausblick in die Zukunft: Das nächste Spiel ist (per Definition) immer das schwerste, und diesmal scheint sich das auch an ein paar Zahlen festmachen zu lassen. Diagonale führt derzeit recht souverän die Staffel an. Außerdem: Acht Freunde sollt ihr sein, was diesmal nicht ganz so leicht werden wird, da ich persönlich aus gesundheitlichen Gründen fehlen werde. Das hört sich eine Woche vorher zwar blöd an, ist aber so.

(Claus Goetz)

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6. Runde
03.04.2003 SV Diagonale‑Harburg 2 Königsspringer Hamburg 5 3 : 5
Niendorfer TSV 2 SV Blankenese 3,5:4,5
Hamburger SK 13 FC St. Pauli 4 5,5:2,5
Hamburger SK 15 SK Marmstorf 2 1,0:7,0
SV Lurup SC Schwarz‑Weiß Harburg 3,0:5,0

Harburger Feng‑Shui

Aus einem nicht mehr nachvollziehbaren Grund waren wir vor der Begegnung mit der zweiten Mannschaft von Diagonale‑Harburg der Auffassung, uns in dieser Runde mit dem souveränen Tabellenführer auseinander setzen zu müssen. Was zwar letztlich nicht stimmte, uns aber dennoch irgendwie beeindruckte. Zumal das Team von Diagonale 2 den höchsten DWZ‑Schnitt in der Staffel hat. Auch der Umstand, »mitten in der Woche« nach Trans‑Elbien (Harburg) fahren zu müssen, machte das Unterfangen nicht schmackhafter. Hinzu kamen noch die Gedanken an die Schmach aus der ersten Runde gegen ein anderes Team vom anderen Elb‑Ufer. Die Stimmung gelangte dann endlich auf den Nullpunkt, als wir auf der Autobahn in einen Stau gerieten, der von Schnelsen bis zum Elbtunnel reichte. In Folge dieses Umstandes sah sich Thomas, der pünktlich mit »Bus & Bahn« angereist war, zunächst allein der Übermacht von acht Gegenspielern ausgesetzt. Fünf weitere Spieler konnten ihn erst mit einer Verspätung von 15 Minuten unterstützen. Während Günter, der vorher noch Jörg abgeholt hatte, zusätzlich noch in einen weiteren Stau auf dem Weg zur Autobahn geriet. Was letztlich für die beiden zu einem Zeitverlust von 45 Minuten führte.

Bevor ich auf den Spielverlauf eingehen möchte, ein kurzes Wort zur Überschrift dieses Berichtes: Das chinesische Feng‑Shui (ursprünglich: Muster von Wind und Wasser) ist nach einfachster Definition die Kunst und Wissenschaft vom Leben in Harmonie mit der Umgebung. Wie oft haben wir letzte Saison deshalb unter nicht ganz ernst gemeinter Berufung auf dieses Prinzip über eine sinnvolle Aufstellung der Tische diskutiert, um die im Spielsaal herrschenden Kräfte auf die eigenen Spieler wirken zu lassen. Offensichtlich macht man sich darüber bei anderen Vereinen keine Gedanken. Oder die für die Spieler von Diagonale 2 »günstigen Kräfte« konzentrieren sich nur auf einem winzigen Teil des Spiellokals. Anders ist es nicht zu erklären, warum in einer Gymnastikhalle mit ca. 150 qm Grundfläche die acht Tische für den Mannschaftskampf so dicht beieinander aufgestellt waren, dass man beim Aufstehen und dem entsprechend notwendigen Stühlerücken mehr als nur befürchten musste, den Hintermann bzw. Nebenmann zu stören. Vielleicht wollte Diagonale die restlichen Dreiviertel des Raumes ja für Zuschauer freihalten …

Nun zum eigentlichen Spielverlauf: Die schon überstrapazierte Devise »vorne klammern – hinten beißen« wurde diesmal nicht ausgegeben, zumindest nicht vor dem Kampf, und auch nicht in der »Halbzeit«. Nein, eine Pause mit Seitenwechsel haben wir selbstverständlich nicht eingelegt. Aber das Geschehen an den Brettern lässt sich deutlich in zwei zeitliche Abschnitte mit unterschiedlicher Dramatik teilen.

Im ersten Akt erwischte es Thomas und Siggi, die sich mit relativ schnellen Niederlagen abfinden mussten, nachdem sie die Nachteile aus der Eröffnung bzw. aus dem Übergang ins Mittelspiel nicht ausreichend kompensieren konnten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jörg (45 Minuten Handicap) seinem Gegner in ausgeglichener Stellung bereits vor über einer halben Stunde remis angeboten. Auch ich, der sich aus einer gedrückten und schlechten Stellung endlich mit viel Glück befreien konnte, bot meinem Gegner remis an. Als Siggi dann seine Partie aufgab, erklärten sich Jörgs und mein Gegner mit der Punkteteilung einverstanden. Demzufolge endete der erste Akt für uns mit 1:3.

Die »Pause« zwischen den Akten möchte ich nutzen, um ein weiteres wesentliches Element des Feng‑Shui zu erwähnen: Die Lehre besagt auch, dass die herrschenden Kräfte nicht konstant sind, sondern ihre Lage und Richtung plötzlich ändern können (Ursprung der Kräfte soll nämlich ein in der Erde lebender Drache sein). Um dann das alte »positive« Gleichgewicht der Kräfte wieder herstellen zu können, sind notfalls räumliche Veränderungen erforderlich.

Der geneigte Leser ahnt jetzt sicherlich schon die Dramatik der zweiten »Spielhälfte«. Um es vorweg zu nehmen: Irgendwie begannen sich die Umstände jetzt zu ändern, man hätte auch sagen können, der »Drache« hatte sich bewegt. Vielleicht hätte Diagonale, um den »Kräftewechsel« zu verhindern, die Tische umstellen sollen, was sie selbstverständlich nicht taten, weil dies nicht nur störend gewesen wäre, sondern auch albern ausgesehen hätte.

Zunächst schlug unser »Youngster« Clemens Harder zu, der als bisher einziger Reservespieler in dieser Saison für den aus gesundheitlichen Gründen ausgefallenen »Käpt’n« Claus zum Einsatz kam. Zunächst mit einem Mehrbauern (Gambit) ausgerüstet, konnte er im Getümmel des Mittelspiels dem Gegner erst eine Figur und dann den ganzen Punkt abnehmen. Baldur, der den gegnerischen König nach der Eröffnung in einer nicht ganz koscher erscheinenden Variante über das Brett trieb und dabei Materialvorteil einheimste, konnte seine Partie als Nächster siegreich beenden. Günter, der in seiner Partie die Stellung trotz des Zeitnachteils ausgeglichen halten konnte und dann wegen des Zeitnachteils in Zeitnot geriet, gelang das Kunststück, in der »Blitzphase« eine Figur zu gewinnen und einen weiteren Punkt einzufahren. Mit mir nicht näher bekannten Mitteln konnte Sonja in einer Stellung die Figuren so geschickt tauschen, dass ihr die Dame verblieb und dem Gegner ein Turm. Die gegnerischen Bauern wurden dann soweit dezimiert, dass nach Abtausch der Dame gegen den Turm das Bauernendspiel wegen der Mehrbauern einfach zu gewinnen war. Das für Diagonale schmerzhafte 4:0 für uns im zweiten Akt bedeutete damit den vierten Sieg in Folge. Dabei galten letztlich auch diesmal wieder die Devisen »vorne klammern – hinten beißen« bzw. »der Star ist die Mannschaft«.

Ein herzlicher Gruß an Claus und gute Genesung. Auf dass ich den nächsten Bericht nicht auch noch schreiben muss, sondern dies getrost dem fehlenden »achten Freund« überlassen kann.

(Joachim Meyer‑Plückthun)

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7. Runde
25.04.2003 Königsspringer Hamburg 5 Hamburger SK 15 7 : 1
SC Schwarz‑Weiß Harburg Niendorfer TSV 2 6,0:2,0
SK Marmstorf 2 SV Lurup 4,5:3,5
FC St. Pauli 4 SV Diagonale‑Harburg 2 2,5:5,5
SV Blankenese Hamburger SK 13 3,0:5,0

Volles Rohr!

KSH V – da steht das »V« nicht nur für die Zahl Fünf, sondern auf für V wie Volt, Vorschlaghammer und Victory! Wen wundert es dann noch, dass bei unserem Kampf mal wieder viel Spannung produziert, gegnerische Stellungen zertrümmert und große Siege gefeiert wurden?

Zu Hause gegen Tabellenschlusslicht HSK 15 wollten wir auf jeden Fall gewinnen, und dabei sollte als Sahnehäubchen noch das Brettpunktekonto saniert werden. Dafür musste allerdings noch ein Neuling in den Kreis der acht Freunde aufgenommen werden, denn Jörg hatte angkündigt, er werde mit Anwesenheit geizen müssen. So sagte Max Borgmeyer eiskalt alle Familienangelegenheiten ab und spielte mit.

Die Entscheidung erwies sich als glücklich, denn recht beschwingt wurde dann an acht der volle Punkt gekrallt. Sonja machte mal wieder den nächsten Halben klar, bevor ich mir klarmachen konnte, was eigentlich konkret los war. Solide!

Bei Thomas und Joachim wurden weiter Vorteile konserviert, Baldur stand irgendwie blöd und Günters Angriff musste leider draußen bleiben, denn der Sizilianer war heute geschlossen (uff). Siggi wickelte mal wieder in ein unklares Turmendspiel ab, wobei ich hoffentlich niemandem zu nahe trete, wenn ich behaupte, dass beide Kombatanten sich nicht wirklich sicher waren, wie denn da so der Hase gerade läuft. Aber wenn das langohrige Getier im Endspiel seine Haken schlägt, weiß Siggi nunmal, wie das Gehoppel zu seinen Gunsten zu lenken ist, also stand auch hier bald die »1« auf dem Formular.

Mein Gegner stellte sich als zuständiger Sachbearbeiter für Fragen der minimalen Bedenkzeitausnutzung vor, wodurch die gegnerischen Möglichkeiten sich nicht so recht entfalten wollten. Mit einem netten Opfer konnte ich den schwarzen König dann endlich niederringen.

Günter machte remis (»Er hat ja nur geklammert!«), während an den ersten beiden Brettern die Vorteile in Material umgemünzt und zu ganzen Punkten weitergeknetet wurden. Streng!

Beim Stande von 6:1 war Baldur in einem äußerst dürftigen Endspiel angekommen. Wie allerdings jeder Königsspringer weiß, ist Schach zu großen Teilen einfach nur psychologischer Natur. Mit einem gezielt eingestreuten Remisgebot wurde der Gegner so aus der Bahn geworfen, dass er schließlich überriss und Baldur ihn über die Zeit heben konnte.

Pralle 7:1 Brettpunkte sprechen eine deutliche Sprache! Wir waren zwar favorisiert, aber endlich können wir einen Kampf feiern, in dem sich niemand eine Blöße gab! Nächste Runde gegen Lurup wollen wir noch einmal zeigen, welche Mannschaft jeden Tag einen Bären auf Brot frühstückt! Bis dahin: Weitermachen!

(Claus Goetz)

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↓
8. Runde
13.05.2003 SV Lurup Königsspringer Hamburg 5 :
Niendorfer TSV 2 Hamburger SK 13 1,5:6,5
SV Diagonale‑Harburg 2 SV Blankenese 5,0:3,0
Hamburger SK 15 FC St. Pauli 4 6,5:1,5
SC Schwarz‑Weiß Harburg SK Marmstorf 2 4,0:4,0

Lurup en passant geschlagen!

…, zumindest an einem Brett. Aber dazu später mehr. Zunächst meine herzlichsten Glückwünsche an das Großhirn, welches dieses Kellerloch mit schlechter Lüftung und günstiger Lage neben der Kegelbahn zum Spielort auserkoren hat! Lange fürchtete ich ob der famosen Geräuschkulisse und des hübschen Ausblicks auf die Wand, ich müsste schon »Schach im Klo« titulieren, aber kommt Zeit, kommt Rat und damit auch der (bisher) zweithöchste Sieg der Saison.

Zunächst roch es an den meisten Brettern nach Ausgleich, was man vom Spiellokal nicht behaupten konnte. Erwähnte ich, dass mich die Umstände beinahe dazu bewogen, mir die letzte Mahlzeit noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen?

Auf jeden Fall sicherte Thomas sich das Läuferpaar und der Gegner tauschte bis auf die eigene Schwäche fast alles ab, während Joachim kräftig nach vorne spielte. Auch Jörg warf dem feindlichen König alles entgegen, was die eigene Stellung so zu bieten hatte. Sonja hatte mit dem Läuferpaar auch die Chancen auf ihrer Seite. Baldurs Königsindischer Angriff forderte objektiv betrachtet wohl nach einer strengeren Fortsetzung, aber die Straße zum Ruhm hat halt manchmal auch Schlaglöcher. Die Frage ist eben immer nur, wer darin hängen bleibt.

Kurz vor Baldurs Ganzem musste Siggi leider einmal in die Simple‑Chess‑Tactics‑Kasse zahlen, folglich: Ausgleich. Ich knetete ein wenig meine Caro‑Kann‑Hauptvariante, ohne riesige Vorteile, aber mit konstantem Druck. Um diesem zu entkommen, sah mein Gegner (bekannt aus Film und Fernsehen als Rasul »The original Put!« Afridi) sich zu leicht widerlegbarer Taktik veranlasst.

Danach ging alles ganz schnell: Thomas und Joachim zogen das Maximum aus ihren Stellungen und Günter konnte wie schon die Schachmeister vor Jahrhunderten dank korrekter Anwendung von ›en passant‹ den zum Sieg nötigen Mehrbauern ergattern. Jörgs Angriff schlug zu guter Letzt auch noch durch und Sonja musste daher auch nicht mehr aufs Ganze gehen. Macht nach Adam Riese sechseinhalb Brettpunkte, was zwar zum Aufstieg aus eigener Kraft auch nicht reicht, aber als deutliche Ansage dasteht und dem Rest der Liga zuruft: KSH V ist immer noch hungrig!

(Claus Goetz)

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9. Runde
23.05.2003 Königsspringer Hamburg 5 SC Schwarz‑Weiß Harburg 3 : 5
SK Marmstorf 2 Niendorfer TSV 2 6,5:1,5
FC St. Pauli 4 SV Lurup 2,0:6,0
SV Blankenese Hamburger SK 15 2,5:5,5
Hamburger SK 13 SV Diagonale‑Harburg 2 4,5:3,5
 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/03-ksh5.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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