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Chronik: Archiv
Mittwoch, 22. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 1 · 2. Bundesliga Nord 2002/03
Termine Tabelle Spieler Ergebnisse
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Termine
1 20.10.2002 Königsspringer Hamburg Hamburger SK 2 3 : 5
2 17.11.2002 USC Magdeburg Königsspringer Hamburg 2 : 6
3 15.12.2002 Königsspringer Hamburg SK König Tegel :
4 12.01.2003 Preetzer TSV Königsspringer Hamburg :
5 26.01.2003 Königsspringer Hamburg SSV Rotation Berlin 4 : 4
6 09.02.2003 SK Zehlendorf Königsspringer Hamburg 5 : 3
7 23.02.2003 Königsspringer Hamburg Lübecker SV 2 3 : 5
8 09.03.2003 Königsspringer Hamburg Bremer SG 4 : 4
9 30.03.2003 SV Werder Bremen 2 Königsspringer Hamburg :
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Bremer SG 5 7 5 8 4 5 53,5 17
2. SK König Tegel 3 7 7 3 4 6 44,5 11
3. Preetzer TSV 1 1 4 3 5 5 32,5 11
4. SK Zehlendorf 3 1 4 4 5 7 38,5 10
5. SSV Rotation Berlin 5 5 4 3 5 4 6 37,0 10
6. Lübecker SV 2 4 5 4 5 5 34,0 10
7. Hamburger SK 2 0 3 3 4 5 6 33,5 9
8. SV Werder Bremen 2 2 3 4 4 32,5 8
9. Königsspringer Hamburg 4 3 4 3 3 6 31,5 4
10. USC Magdeburg 3 1 2 3 2 2 22,5 0
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Spieler
RL Name 1.R 2.R 3.R 4.R 5.R 6.R 7.R 8.R 9.R
1 Stemmann, Guntram                  
2 Lamprecht, Frank ½ 1 ½ ½ 1 ½ 0 ½ ½
3 Buhr, Carl‑Christian ½ 0 ½ ½ ½ 0 0  
4 von Bülow, Georg (MF) ½ 1 ½ ½ 1 0 ½ 0 0
5 Voigt, Martin     0 0 0 0 0 1 0
6 Hochgräfe, Markus 1 1 ½ ½ 0 1 1 + ½
7 Lindner, Daniel                  
8 Rosmann, Ilja 0 1 0 ½ 0 0 ½  
9 Zimmermann, Julian ½ 1 ½ 1 1   1 0 1
10 Fjodorow, Peter 0 0 0 0 ½ 1 ½ 1 0
11 Conrad, Christian 0 1             ½
12 Lampe, Jörg                  
13 Bruhn, Boris           ½     0
14 Möhrmann, Marcus                  
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1. Runde
20.10.2002 Königsspringer Hamburg Hamburger SK 2 3 : 5
Preetzer TSV Lübecker SV 2 4,5:3,5
SSV Rotation Berlin SK König Tegel 5,0:3,0
SK Zehlendorf USC Magdeburg 7,0:1,0
Bremer SG SV Werder Bremen 2 6,5:1,5

Auftakt ohne Fortune

Nachdem nun schon die zweite Runde passé ist, soll nun nochmal dem verpatzten Auftakt nachgetrauert werden. Immerhin war dies die Premiere in unserem neuen Clubheim, und wenn auch erst der Jugendraum fertig tapeziert und gestrichen ist, so kann man doch sagen: Es wird, und es wird großartig! Auch unsere Gäste waren einigermaßen begeistert von den Spielbedingungen, trotz einiger noch von der Decke hängender Kabel. Genauso angetan war HSK II natürlich von ihrem 5:3‑Sieg, der vielleicht gar nicht so souverän war, wie es zunächst den Anschein hatte. Angesichts der Aufstellung – beim HSK fehlte nur Hannu Wegner von den ersten acht Stammspielern – mussten wir schließlich als klarer Außenseiter gelten.

Nicht ganz unerwartet erwischte es uns an den hinteren Brettern. Peter verlor schnell im Mattangriff gegen Steve, obwohl das ganze Gewusel ziemlich unklar schien; Conni ließ sich gegen Matthias Bach auf dessen Spezialvariante des Tarrasch‑Damengambits ein, was er bald bereuen sollte. Ilya musste im »russischen« Duell gegen Topscorer Chevelevitch einige Bauern abgeben, und als er im Endspiel doch noch eine unverhoffte Remismöglichkeit bekam, glaubte er wohl schon selbst nicht mehr daran. Schade, denn was hätte sein können, wenn Julian seine abenteuerliche Gewinnstellung gegen Hannes Langrock auch gewonnen hätte oder Carli nicht in Zeitnot einfach einen Bauern eingestellt hätte? So musste er schließlich seinen Gegner (und sich selbst) mit zwei Läufern gegen Turm und jeweils noch einem Bauern bis in die siebte Stunde hinein quälen, aber vergebens.

Mein Sizilianer wackelte am Anfang doch bedenklich, aber irgendwie hielt gerade noch alles zusammen. Wie gut ich am Schluss stand, zeigte mir dann erst Fritz zu Hause, aber dazu hätte es auch einiger genauer Züge bedurft, wozu ich heute anscheinend nicht in der Lage war. Frank steuerte sein übliches sicheres Remis mit Schwarz gegen Murdzia bei. Nur auf Dr. Markus war Verlass (seitdem sich die FIDE an ihm bereichert hat, darf er sich nun übrigens zu allem Überfluss auch noch FM nenen): er spielte gegen seinen Lieblingsgegner Jürgen Stanke sein positionelles Positionsschach. Trotz eines Mehrbauern war die Stellung lange positionell remis. Deshalb gewann er in der Zeitnotendphase doch lieber taktisch.

Wie dieser Kampf gezeigt hat, stehen wir vor einer schweren Saison. Hoffentlich werden uns diese zwei verlorenen Punkte in der Endabrechung nicht teuer zu stehen kommen, aber Kopf hoch Jungs, noch ist alles drin!

(Georg von Bülow)

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2. Runde
17.11.2002 USC Magdeburg Königsspringer Hamburg 2 : 6
Lübecker SV 2 SV Werder Bremen 2 4,0:4,0
Hamburger SK 2 Bremer SG 0,0:8,0
SK König Tegel SK Zehlendorf 7,0:1,0
Preetzer TSV SSV Rotation Berlin 3,0:5,0

Wir fahren nach Dunkeldeutschland

Am Sonntag, den 17. November stand der erste Auswärtskampf der glorreichen Königsspringer‑Truppe an. Und es gab nicht irgendeinen Gegner, sondern: Wir durften die Hauptstadt von Sachsen‑Anhalt (Na wie heißt die doch gleich? Halle? Nein: Magdeburg!) besuchen.

Aufgrund von Kapazitätsengpässen fuhr die eine Hälfte der Mannschaft mit der Bahn am Samstag, und die andere Hälfte mit Christian Conrad als Chauffeur mit dem Auto (auch am Samstag!). Für alle, die das malerische Magdeburg besuchen wollen, sei gesagt: Es ist besser, den längeren Weg über die Autobahn nach Hannover und Braunschweig zu nehmen, als zu versuchen, mit Landstraßen abzukürzen. Bei trübstem Wetter fuhren wir im Dunkeln, obwohl es erst Nachmittag war; kein Stern am Himmel, und es nieselte und war wirklich dunkel, daher auch der Titel meiner Erzählung. Nach diversen Verfahrungen brauchten wir über vier Stunden, um am Hotel »sleep and go« anzukommen. Nun gut, immer noch besser als »fuck and go«. Ich möchte meinem Mannschaftsführer FM G. F. v. B. mal ein Kompliment aussprechen: Das Hotel war recht günstig, hatte einen Fernseher und war sauber, leise, und Frühstück gab’s auch. Nachdem wir dort unsere Sachen abgeladen hatten, holten wir die anderen vom Bahnhof ab.

Magdeburg ist immer noch eine graue Stadt, nur die Innenstadt haben sie auf modern getrimmt. Alle zusammen besuchten wir ein italienisches Restaurant und kehrten gestärkt zurück ins Hotel. Nach einer recht langen Nacht machten wir uns auf den Weg zur Uni, wo in irgendeinem Gebäude der Kampf starten sollte.

Wir spielten mit unserer üblichen Spezialaufstellung, oder um es ehrlicher zu formulieren: Alle mussten ran, wir haben ja schließlich kaum Ersatzleute. Magdeburg gilt als designierter Absteiger und dementsprechend optimistisch durften wir uns fühlen. Es ging auch munter los: G. F. v. B. hatte die wohl leichteste Partie seiner Schachkarriere, zumindest seit er Halbprofi geworden ist. Mit Vorteil aus der Eröffnung gekommen, gewann er mit einer »petit combinaison« (oder wie das geschrieben wird) die Dame und kurze Zeit später auch die Partie. Julian konnte mit Schwarz eine Le(e)hrpartie im Igel spielen und sicherlich auch Matthias Wahls erblassen lassen. Frank, der seit zwei Saisons maximal remis erzielt hat, schaffte es das erste Mal in seinem Leben, nicht wie üblich in ein schlechteres Endspiel überzugehen und das dann gegen 2600er zu remisieren, sondern er ging in ein besseres Endspiel über und konnte gewinnen! Der Schreiber dieses wertvollen Artikels spielt in der Zone immer gut und konnte auch diesmal mit strengem Positionsschach den Gegner killen. Gar nicht so gut aus der holländischen Eröffnung war Carl gekommen und in starker Zeitnot musste er sich seinem Gegner beugen. Christian »Chauffeur« Conrad konnte in einer merkwürdigen, zwar nicht fehlerfreien, aber lustigen Partie letztendlich den Gegner umwerfen. Ilja zeigte sein kombinatorisches Talent und konnte seinen Gegner matt setzen. Nach vier Stunden stand es 6:1 und nur noch Peter kämpfte wie Don Quichotte (Ein Mannschaftsmitglied weiß nicht, wer das ist; ich sag aber nicht, welches!) gegen seine Windmühlen mit Mehrfigur gegen fünf Bauern erfolglos. Letztlich konnten wir mit 6:2 unseren höchsten Zweitligasieg feiern.

Bemerkenswert noch an dieser Runde: Das 0:8 vom HSK gegen die Bremer SG! Aber tröstet euch Jungs: Wir wissen genau, wie ihr Euch fühlt!

(Markus Hochgräfe)

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3. Runde
15.12.2002 Königsspringer Hamburg SK König Tegel :
SSV Rotation Berlin Lübecker SV 2 3,0:5,0
SK Zehlendorf Preetzer TSV 4,0:4,0
Bremer SG USC Magdeburg 5,0:3,0
SV Werder Bremen 2 Hamburger SK 2 4,0:4,0

Der 3. Advent

Es soll ja einige Zeitgenossen geben, die an einem kalten Adventssonntag lieber zu Hause rumhängen. Wenn man also an einem solchen Sonntag morgens in aller Herrgottsfrühe hässliche, abgewrackt aussehende Typen mit dumpfen Gesichtsausdruck sieht, kann man sicher sein, Schachspieler vor sich zu haben (Königsspringer und alle Leser dieses Artikels werden hiermit ausdrücklich von den Beleidigungen ausgenommen).

Am 3. Advent wollten wir nicht nur Kerzen, sondern auch unseren Gegnern, den Tegelern aus Berlin, das Lebenslicht ausblasen. Ein schwieriges Unterfangen, denn an sieben Brettern waren sie Elo‑mäßig überlegen. Namen wie Rabiega, Muse sind auch außerhalb der Schachszene weit bekannt. Dafür kam braun gebrannt Martin aus dem Afrikaurlaub (oder war es das Solarium?) zurück, um uns zu verstärken. Somit konnten wir das erste Mal in Bestaufstellung spielen und unserem Gegner zumindest an den hinteren Brettern die Vorbereitung unmöglich machen.

Der Kampf begann ganz viel versprechend, wir standen eigentlich an allen Brettern ganz ordentlich. Als Erster war Frank fertig, der mit Schwarz gegen Rabiega locker das Endspiel halten konnte und sogar Gewinnaussichten hatte. Ebenfalls sehr gut aus der Eröffnung ist G. F. v. B. gekommen, der die gleiche Variante spielte, die Frank beim letzten Mal bis zum x‑ten Zug als Weißer auf dem Brett hatte und Georg wie Martins Westentasche kennt. Letztlich reichte es auch dort leider nur zum Remis, aber gut geblockt mit zwei sicheren Remisen an den vorderen Brettern sah es weiterhin gut aus. Je länger die Spieldauer war, desto mehr hat der Gegner das Rosarote vom Ei gepult. Der Verfasser dieses an Grammatikfehlern kaum zu überbietenden Artikels hat in einer langen Französisch‑Variante nie größere Probleme gehabt und sicher remisiert. Martin hatte einen optisch starken Königsangriff, aber eben nur optisch. Im Zeitnotgezocke verlor er nicht seine Bräune, aber eine Qualität und letztlich die Partie. Peter hatte eine nette Druckstellung als Weißer, wurde aber in den letzten Zügen vor der Zeitkontrolle völlig überspielt und verlor ebenfalls. Ilja hatte eine gute Druckstellung nach der Eröffnung und mit vollem Recht das Remisangebot seines Gegners abgelehnt. Durch einige ungenaue Züge konnte er sich aber befreien und ging in seiner Zeitnot unter. Bitter, Bitter. C.‑C. und Julian hatten beide lustigerweise ein Springerendspiel mit Mehrbauern an einem Flügel. Bietet theoretisch gute Gewinnaussichten, aber beiden gelang es nicht, über ein Remis hinauszukommen. Letztendlich haben wir den Kampf zu hoch mit 2½:5½ verloren, das war nicht nötig. Tegel hatte zwar die besseren Einzelspieler, aber diesmal fand ich den Verlust nicht verdient wie etwa gegen den HSK, sondern unglücklich.

Am 12. Januar gegen Preetz geht es schon um sehr viel. Wir liegen mit 2:4 Punkten noch einigermaßen im Rennen, haben aber die leichten Magdeburger schon hinter uns und die unbezwingbaren Bremer noch vor uns. Trotzdem sollten wir von unserer Spielstärke her die Klasse halten können.

Allen das, was man jetzt halt so wünscht!

(Markus Hochgräfe)

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4. Runde
12.01.2003 Preetzer TSV Königsspringer Hamburg :
Lübecker SV 2 Hamburger SK 2 4,5:3,5
USC Magdeburg SV Werder Bremen 2 3,5:4,5
SK König Tegel Bremer SG 3,0:5,0
SSV Rotation Berlin SK Zehlendorf 4,0:4,0

Knapp daneben ist auch vorbei

Am 12. Januar fuhren wir in meine Lieblingssendung, die Lindenstraße, allerdings nicht nach München, sondern ins schöne Preetz bei Kiel, um mal wieder Schacherlebnisse zu sammlen. Preetz hat eine sehr variable Aufstellung. Durch die Nähe zum Kaiserreich Dänemark spielen sie mal mit, mal ohne dänische IMs. Also: Vorbereitung erschwert! Bei inzwischen wieder erträglichen Minustemperaturen fuhren wir mit zwei Autos in aller Herrgottsfrühe los und kamen eine halbe Stunde zu früh an. Nach und nach und teilweise verspätet traf der Gegner ein. Preetz trat recht stark ersatzgeschwächt an, sodass wir uns gute Hoffnungen machen konnten. Um es diesmal kurz zu machen, nach nur vier Stunden Spielzeit war der Kampf zu Ende. Mit 3½:4½ verzockten wir vielleicht endgültig unsere Chancen auf den Klassenerhalt.

Zu den einzelnen Brettern: Frank stand etwas besser nach der Eröffnung und wir waren frohen Mutes, aber es sprang nur ein Remis heraus. Carl musste sich von Anfang an strecken, und als es schon 3:4 gegen uns stand, bot der Gegner in einem besseren Endspiel remis an, was Carl nicht ablehnen konnte. Freiherr hatte eine ganz merkwürdige Stellung auf dem Brett als Weißer und ich hatte keine Ahnung, wer eigentlich besser stand. Optisch sah es für den Gegner besser aus, aber so was kann ja vor allem bei begrenzter Spülstärke täuschen. Am Ende war Georg wohl recht froh über das Remis. Martin durfte als Schwarzer Theoriekenntnisse beweisen und sich gegen den Königsindischen Angriff bewähren. Irgendwann kam ein Bauer abhanden und die Stellung wurde schärfer. Leider musste ich mich auf meine Partie konzentrieren, sodass ich nicht sagen kann, warum Martin verloren hat. Der Verfasser dieses Schundromans kam ebenfalls wie Georg gegen einen schlechteren Gegner merkwürdig aus der Eröffnung, stand aber bald besser. Ich kann nicht erklären, warum mir diese Partie noch ins Remis entglitten ist. Eine grausame Partie. Ilja war als Erster mit einem Remis fertig, Partie habe ich kaum gesehen. Julian dagegen zeigte wieder seine Stärke und zermalmte seinen Gegner geradezu. Peter schließlich kam mit Schwarz gut aus der Eröffnung, aber der Versuch gegen die weiße Igelstellung etwas zu unternehmen, fügte nur ihm Schwächen zu. Er verlor leider wieder und hat eine rabenschwarze Serie.

Mit 2:6 MP, aber recht guten Brettpunkten, haben wir wohl nur minimale Chancen auf den Klassenerhalt. Vielleicht wird’s ja noch was.

(Markus Hochgräfe)

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5. Runde
26.01.2003 Königsspringer Hamburg SSV Rotation Berlin 4 : 4
SK Zehlendorf Lübecker SV 2 6,5:1,5
Bremer SG Preetzer TSV 7,0:1,0
SV Werder Bremen 2 SK König Tegel 2,0:6,0
Hamburger SK 2 USC Magdeburg 6,0:2,0

Zum Leben zu wenig …

So langsam zieht sich die Schlinge zusammen und die Wolken am Horizont verdüstern sich. Das 4:4 gegen Rotation ist im Abstiegskampf einfach zu wenig und nun müssen wir in den nächsten Kämpfen schon einiges zeigen, wenn wir die Klasse noch halten wollen. Dabei war auch diesmal sicher mehr – sprich: ein Sieg – drin gewesen.

Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Zunächst kam Ilja mit Weiß sehr schlecht aus der Eröffnung und wurde bald im Zentrum überrollt. Besser als Guth machte es derweil Topscorer Julian »Khalifman«, auch wenn ihm in den taktischen Verwicklungen ein wenig das Glück des Tüchtigen zur Seite stand. Nachdem ich mir nur einige Tage zuvor Larry Christiansens ›Storming the Barricades‹ zugelegt hatte, konnte ich es nicht unterlassen einen Königsangriff aufzufahren und in Zeitnot ließ sich mein Gegner sogar mattsetzen. Fazit: Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für das Buch, man braucht es nicht einmal mehr zu lesen, allein der Besitz verleiht magische Angriffskräfte. Die sizilianische Attacke von Sahara‑Voigt blieb dagegen leider wieder im Sand stecken, obwohl es zwischenzeitlich sehr aussichtsreich erschien. Nun brachte uns Frank wieder in Führung, der seinen Gegner aus einem gleichstehenden Franzosen überspielte und geschickt in ein gewonnenes Bauernendspiel abwickeln konnte.

Könnten wir den knappen Vorsprung über die Ziellinie retten? Immerhin war Peter dank gelungener Eröffnungsvorbereitung die gesamte Partie über am Drücker, aber sein Gegner verteidigte sich zäh und konnte am Ende im Turmendspiel entwischen. Hart und lang wurde auch am zweiten Brett gekämpft, wo Carlis Pressing wie schon in seinen letzten beiden Weißpartien zwar zum Vorteil führte, der sich dann aber wieder nicht verwerten ließ. So hing alles an der letzten Partie, wo der Doc sich an der slawischen Modevariante mit 4…a6 versucht hatte, nach und nach unter Druck geriet und in ein Damenendspiel mit Minusbauern einlenken musste. In der siebten Stunde war dieses dann nicht mehr zu halten und die Berliner freuten sich über einen Mannschaftspunkt, der für sie schon fast den Klassenerhalt bedeuten könnte. Dieses Ziel zu erreichen ist nun für uns sehr schwer geworden, trotzdem werden wir alles geben um unsere verbleibenden Chancen zu nutzen. Also auf in den Kampf gegen Zehlendorf, absteigen kann man später immer noch!

(Georg von Bülow)

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6. Runde
09.02.2003 SK Zehlendorf Königsspringer Hamburg 5 : 3
Lübecker SV 2 USC Magdeburg 5,0:3,0
SK König Tegel Hamburger SK 2 3,5:4,5
Preetzer TSV SV Werder Bremen 2 5,0:3,0
SSV Rotation Berlin Bremer SG 1,5:6,5

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

Was im Falle des DFB‑Pokals eine tolle Angelegenheit ist, nämlich zum Finale nach Berlin zu fahren, bedeutete für uns härtester Abstiegskampf gegen die nicht abstiegsgefährdeten Zehlendorfer aus Berlin. Die Hinfahrt bag schon einige Turbulenzen. Letztendlich sind vier Schächer mit Martins – na gut, nennen wir es mal so – Auto gefahren, Freiherr wollte der Deutschen Bahn noch etwas spenden. Im Hotel in Berlin wartete schon Ersatzmann Boris Bruhn, da Julian Khalifman lieber Abi schreiben wollte. Eine Ungeheuerlichkeit, ich weiß, aber die heutige Jugend hat einfach keine Werte mehr. Zu allem Überfluss war auch noch Ilja krank. Ein Ersatzmann war nicht aufzutreiben, sodass wir nur zu siebt antraten. Am nächsten Tag wurde es noch schlimmer, denn auch Carl ist nicht zum Kampf erschienen. Zu sechst angetreten, wann hat es so etwas schon mal gegeben? Immerhin hat Frank uns alle gut motiviert, aber einen 0:2 Rückstand aufzuholen, das erschien uns dann doch als sehr schwer.

Es begann gar nicht schlecht, aus der Eröffnung kamen wir durchweg mit mindestens gleichen Stellungen heraus. Als Erster war Peter fertig, der in flottem Angriffsstil seinen ersten Gewinn feiern konnte. Danach war der Autor fertig, nach krampfartiger Eröffnung zahlte sich sein besseres Endspielwissen aus. In Zeitnot ließen wir uns dann einige Chancen entgehen. Georg, der mit Weiß gleich nach der Eröffnung remis anbot (natürlich nur, um dann seinem Job als Kapitän besser nachgehen zu können), stand immer unklarer und ließ in beiderseitiger Zeitbedrängnis eine große Gewinnchance aus und ging dann unter. Auch Martin stand nach wie immer chaotischer Eröffnung sehr gut, verbrauchte dann aber zu viel Zeit und kam nach der Zeitnotphase in ein schlechtes Turmendspiel, das er nicht mehr halten konnte. Frank konnte nach sehr gutem Spiel die Qualität gewinnen, während Ersatzmann Boris sich in einem schlechteren ungleichfarbigen Läuferendspiel herumquälte. Er hielt tatsächlich remis! Leider war Frank diesmal nicht ganz auf der Höhe und remisierte nur, sodass wir mit 3:3 bzw. 3:5 verloren.

Wieder mal haben wir viele Chancen ausgelassen. Aber was soll das herumlamentieren? Wir haben verloren, man muss halt seine Chancen nutzen. Jetzt sieht es ziemlich düster aus, wir haben drei Punkte Rückstand zum viertletzten Platz und sind im Moment Vorletzter. Außerdem haben wir noch das mit Abstand schwerste Restprogramm. Wir müssen auf jeden Fall zwei Kämpfe gegen unsere Mitkonkurrenten und gegen die Bremer SG an Erfahrung gewinnen und dann schauen wir mal.

(Markus Hochgräfe)

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7. Runde
23.02.2003 Königsspringer Hamburg Lübecker SV 2 3 : 5
Bremer SG SK Zehlendorf 5,0:3,0
SV Werder Bremen 2 SSV Rotation Berlin 4,5:3,5
Hamburger SK 2 Preetzer TSV 3,0:5,0
USC Magdeburg SK König Tegel 2,5:5,5

Wir sagen Dankeschön und Auf Wiedersehen

Gestern ging es gegen Lübeck 2 um alles oder nichts. Nur ein Sieg konnte uns weiterhelfen. Nebenan auf dem Fußballplatz wurde gebolzt und auch bei uns ging es gut los: Nach nur zwei Stunden führten wir 2:0. Markus »Doktor von Mallorca« kam gut aus der Eröffnung und bald darauf stellte sein Gegner eine Figur ein. Julian »Khalifman« kam in einer scharfen Stellung zu einem starken Königsangriff und war schnell erfolgreich. 2:0 Führung, und das mit zwei Schwarzpartien! Als auch noch Peter »der Große« ein besseres Endspiel erreichte, waren wir guter Hoffnung, oder wie man so sagt.

Danach war aber wieder Abgesang angesagt: Peters Endspiel war zwar besser, aber nur remis. In der Zeitnotphase ging es weiter rapide bergab. Carl »CC Catch« spielte eine nach eigenen Worten grauenhafte Partie mit Weiß gegen Königsindisch, er hatte am Damenflügel keinerlei Spiel und wurde am Königsflügel lehrbuchartig überrollt. Martin »Diplom‑Martin« versuchte sein Danish Dynamite, aber irgendwie explodierte es in seinen Händen. In der Zeitnot wurde es noch mal kurzfristig lustig, aber letztendlich musste er die Segel streichen. Frank »Frankyboy Endspielgott« erreichte gegen GM (oder IM?) Hoi eine ausgeglichene Stellung nach der Eröffnung, aber in Zeitnot musste ich beim Mitschreiben sehen, wie die Stellung immer schlechter wurde und er nach der Zeitkontrolle aufgab. Ilja »Ilja Rogoff Knoblauchpillen« stand mit Weiß ziemlich schnell bombig, übersah oder unterschätzte (das klingt irgendwie netter) eine Tauschoperation und musste sich mit Springer und Läufer und wenig Bauern gegen Turm und Freibauern quälen. Er hatte die ganze Zeit gute Remischancen, sah aber erst in der Analyse mit Frankyboy Endspielgott die Remisabwicklung(en). Georg »Freiherr« hatte sich gut vorbereitet, aber irgendwie hatte er nicht genug Kompensation für den Minusbauern. Das Endspiel sah immer schlechter aus, aber mit großer Kampfanstrengung rettete er sich noch ins Remis.

Letztlich verloren wir 3:5. Damit sind wir zu 99,999 % abgestiegen, wir haben noch eine theoretische Chance, aber an die glaubt wirklich keiner mehr. Bremer SG mit 14:0 MP verhaut die Gegner reihenweise, na ja: Vielleicht finden sie unser Spiellokal nicht in zwei Wochen!

(Markus Hochgräfe)

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8. Runde
09.03.2003 Königsspringer Hamburg Bremer SG 4 : 4
Lübecker SV 2 SK König Tegel 4,0:4,0
Preetzer TSV USC Magdeburg 4,5:3,5
SSV Rotation Berlin Hamburger SK 2 5,0:3,0
SK Zehlendorf SV Werder Bremen 2 4,5:3,5

Klitschko, Juliette und Schumacher (1) …

… waren an diesem schönen Märzwochenende bereits vor uns k. o. gegangen, bevor auch Königsspringer (1) aus der 2. Bundesliga Nord vorzeitig abgewählt wurde. Das 4:4 gegen die bereits vor dieser Runde als Aufsteiger feststehende Bremer SG kam zu spät, zumal die anderen Ergebnisse dieser Runde gegen uns liefen.

Da unser Gegner die Mannschaftsmeldung erst um Punkt 10:00 Uhr abgab, wurden sie von Oberschiedsrichter Jürgen Kohlstädt, der persönlich als Ersatz eingesprungen war, um diesen höchstwichtigen Kampf zu leiten, zunächst mit einer Zeitstrafe von 15 Minuten bedacht. Weitere fünf Minuten kamen hinzu, bis die Bremer mit mehr als drei Spielern und vollständig (d. h. in diesem Fall zu siebt) antreten konnten, denn der Taxifahrer hatte sie vom Bahnhof Altona aus zunächst zum Rieckweg in Curslack (bei Bergedorf) fahren wollen, nicht zum Riekbornweg in Schnelsen, wo sich bekanntlich unser feudales Clubheim befindet …

40 Minuten später lagen wir dann 1:0 in Front, Brenninkmeijer hatte in der Vorbereitung wohl keine auch nur annähernd erfolgversprechende Variante gegen des Doktors ausgefeiltes giftiges Schwarzrepertoire gefunden und war daher lieber gleich in Holland geblieben. Doch anschließend drehte der zukünftige Erstligist, unterstützt von einer Gang gruftiger Groupies, mächtig auf. Carli ließ sich gegen GM Landa auf geschätzte 20 Züge der Hauptvariante des angenommenen Damengambits ein, um dann einzügig die Qualität einzustellen. Nur etwas mehr Widerstand konnte ich leisten, mit einem etwas aus der Mode gekommenen, aber sehr unangenehmen Grünfeldsystem konfrontiert geriet ich von Anfang an unter lästigen Angriffsdruck. Ein drohender Damenfang kostete bald Material, was sich überraschenderweise nicht mal mehr mit der zusätzlich entstandenen positionellen Ruine kompensieren ließ. Ebenfalls aus der Eröffnung heraus wurde unser Superstar Khalifman überlistet, sodass der Topscorer der 2. Bundesliga Nord, Schachmagazin‑64‑Herausgeber Otto Borik, sein Score auf 7½ aus 8 steigern konnte. Den Abwärtstrend bog erst Ilja um, der gegen Gisbrechts sizilianische Rubinsteinvariante zwar einen vorteilhaften Aufbau gefunden, dafür aber auch viel Zeit investiert hatte und daher das Remisangebot noch vor der anbrechenden Zeitnotphase annahm. Nun schlug die Stunde des Wüstenfuchses, der auf Kosten des Sponsors der Bremer SG, welcher sich in dieser Saison zum dritten Mal auch als Spieler versuchte, seine ultraschwarze Serie (lange plus kurze Rochade) beendete. Mit seinem brandgefährlichen Göhringgambit (Wann erscheint endlich ein Buch über diese hochinteressante Eröffnung?) konnte er den einen (eventuell noch den anderen) DWZ‑Punkt gutmachen. Zwischenstand nach der Zeitkontrolle 2½:3½, aber Peter hatte derweil zu unserer Freude gegen Breutigam ein gewonnenes Turmendspiel aufs Brett gezaubert. Als Peter – nachdem sein Gegner den Turm für den a‑Freibauern geopfert hatte – noch die letzten schwarzen Bauern abfangen musste, kamen im fachkundigen KSH‑Analyse‑Center zwar noch mal kurz Zweifel auf, aber am Ende gewann er nach eigenen Angaben ganz »relax«. Frankie Endspiel‑Gott hatte trotz verkrampfter Eröffnung gegen Agrest wieder eines, diesmal mit Springern erreicht und konnte zur Abwechslung nun mal selbst einen 2600+ kneten; letztlich blieb die Stellung aber immer innerhalb der Remisbreite.

Das Unentschieden gegen die bis zu dieser Runde verlustpunktfreien Bremer ist zwar nicht mehr viel wert, aber noch mal ein schöner Achtungserfolg; die für den Klassenerhalt entscheidenden Punkte haben wir nämlich schon viel früher verspielt. Im letzten Kampf gegen Werder Bremen 2 greifen wir dennoch in die Abstiegsfrage ein, denn vielleicht wird der HSK 2 ja auf unsere Schützenhilfe zurückgreifen müssen.

(Georg von Bülow)

↑
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9. Runde
30.03.2003 SV Werder Bremen 2 Königsspringer Hamburg :
Bremer SG Lübecker SV 2 6,5:1,5
Hamburger SK 2 SK Zehlendorf 4,5:3,5
USC Magdeburg SSV Rotation Berlin 2,0:6,0
SK König Tegel Preetzer TSV 7,0:1,0

Abgesang

Nun ist es vorbei, die Saison 2002/2003 im Schach zumindest. Königsspringer 1 verabschiedet sich mit einem 2½:5½ gegen Werder Bremen aus der 2. Bundesliga. Immerhin, das Spielen in der VIP‑Lounge des Weserstadions war ganz nett, was man vom Kampf aber nicht sagen kann. Für Ilja und Carl‑Christian spielten Bobele Boris B. und Chrischi C. Wir sind mit vier Mannschaftspunkten und 31½ Brettpunkten letztendlich doch deutlich abgestiegen. Bis zum rettenden Ufer fehlten fünf Mannschaftspunkte. Einige Kämpfe verliefen recht knapp, aber Totalausfälle einiger Spieler konnten nicht kompensiert werden.

Hier die inoffizielle schonungslose Einzelkritik jedes Spielers:

Frank: 5/9 mit nur einer Verlustpartie war das gewohnt solide und gute Ergebnis von Frank, ein sicherer Rückhalt am 1. Brett.

Carl‑Christian: 2/7 mit keiner Gewinnpartie lautete die katastrophale Bilanz von Carl. Er kann wohl selber nicht erklären, woran es gelegen hat. Mehrere fast gewonnene Endspiele endeten nur remis.

Georg: 4/9 nach starkem Beginn. Georg war zum x‑ten Male Mannschaftsführer und ich möchte mich hier bei ihm für die Arbeit bedanken. Sein Ergebnis ist nicht brillant, aber annehmbar.

Martin: Er bemühte sich stets, die ihm aufgetragenen Arbeiten zur vollsten/vollen/teilweisen Zufriedenheit zu erledigen. Er war unser Fahrer, das hat er wirklich gut gemacht. 0/6 gegen Elo‑Träger und 1/1 gegen DWZ 1710 brauchen nicht weiter kommentiert zu werden.

Markus: Kein Kommentar über mich selbst.

Ilja: 2/7 und zunehmende Motivationsprobleme. Ebenfalls nicht doll.

Julian: Mit 6/8 spielte er eine ganz starke Saison und begeisterte sich und die Zuschauer oft mit furiosem Angriffsschach.

Peter: 3/9 nach 0/4 sind nicht gut, aber er steigerte sich. Er kann sicherlich noch deutlich mehr.

Christian und Boris haben ihre Sache als Ersatzleute gut erledigt.

(Markus Hochgräfe)

 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/03-ksh1.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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