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Chronik: Archiv
Freitag, 24. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Jugendbundesliga‑Nord, Staffel West 2001/02
Termine Tabelle Spieler Ergebnisse
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Termine
1 13.04.2002 Königsspringer Hamburg SK Johanneum Eppendorf 3 : 2
2   (spielfrei)   Königsspringer Hamburg      
3 18.11.2001 Königsspringer Hamburg TuS Varrel 6 : 0
4 09.12.2001 SK Norderstedt Königsspringer Hamburg :
5 01.06.2002 Königsspringer Hamburg SK Nordhorn‑Blanke 3 : 3
6 03.03.2002 SC Meerbauer Kiel Königsspringer Hamburg :
7 27.04.2002 Königsspringer Hamburg Delmenhorster SK :
8 21.04.2002 Hamburger SK Königsspringer Hamburg : ½
9 02.06.2002 Königsspringer Hamburg SK Rinteln : ½
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 BP MP
1. Hamburger SK 2 4 6 39,5 14
2. SK Nordhorn‑Blanke 4 3 5 4 5 6 33,0 13
3. Königsspringer Hamburg ½ 3 3 6 29,5 10
4. SC Meerbauer Kiel 2 2 5 5 5 28,5 10
5. SK Johanneum Eppendorf 0 1 2 4 3 3 21,0 8
6. SK Norderstedt ½ 3 4 6 23,5 7
7. Delmenhorster SK ½ 2 1 3 3 3 4 18,0 5
8. SK Rinteln ½ 1 ½ 1 3 2 3 16,5 4
9. TuS Varrel ½ 0 0 1 0 2 ½ 5,5 0
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Spieler
RL Name 1.R 2.R 3.R 4.R 5.R 6.R 7.R 8.R 9.R
1 Zimmermann, Julian 1   1 1 1   0 0 ½
2 Fjodorow, Peter     1 1 ½ ½ + 0 1
3 Mandelbaum, Peter‑René 0   1 1 ½ ½ 1 0 1
4 Wilms, Ingo ½   1 0 0 + ½ ½ 1
5 Dave, Shreyas           0      
6 Schuler, Dorothea +   1 1   ½ 1 0  
7 Vater, Hannes                  
8 Michaelsen, Jan ½         +   1
9 Goetz, Claus                  
10 Herzenstein, Georg   1 ½ 1 0   0 1
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1. Runde
13.04.2002 Königsspringer Hamburg SK Johanneum Eppendorf 3 : 2
SK Nordhorn‑Blanke SK Rinteln 5,0:1,0
SC Meerbauer Kiel SK Norderstedt 3,5:2,5
Delmenhorster SK TuS Varrel 4,0:2,0

Sind wir in der Krise?

Oder dürfen wir uns einfach nicht mehr als Favorit sehen?

Derbytime gegen den SKJE! Die Zuschauerränge waren schon über eine halbe Stunde vor offiziellem Beginn ausverkauft, und alle spekulierten wie wild, ob an dem heutigen Tag Königsspringer wohl mehr Brettpunkte holen würde, als Werder Bremen gegen Schalke Tore schießt. Es war allerdings abzuwarten, ob unsere Jugendbundesligamannschaft ihrer Favoritenrolle gegen die als Gegner immer recht unangenehmen Eler gerecht werden würde.

Die Voraussetzungen waren ähnlich wie beim Kiel‑Kampf. Mit Pjotr Fjodorow fiel ein wichtiger Stammspieler kurzfristig aus, da er in der 1. Bundesliga gebraucht wurde, sodass als sehr zuverlässiger Ersatz Jan Michaelsen einsprang. Die Gegner hingegen waren nur zu viert (ohne Brett 4 und 6) und mussten zu allem Überfluss auch noch zwei ihrer wichtigsten Stammspieler entbehren. Als der bislang tadellose Georg (Brett 6) nach einer halben Stunde noch nicht aufgekreuzt war, konnte man bereits ahnen, dass es am sechsten Brett zu einer kampflosen Begegnung kommen würde. Dass Georg sein Handy zu Hause vergessen hatte und zum Niendorfer Markt gefahren war, weil er dort den Ort für unsere Heimkämpfe wähnte, und anschließend zum SKJE gefahren war, da er, als keiner zum Niendorfer Markt kam, gefolgert hatte, dass es sich doch um einen Auswärtskampf handeln müsse, erfuhren wir erst viel später, nämlich als dieser sich von seinem Durch‑Hamburg‑Touren völlig erschöpft wieder zu Hause befand. Nun gut – wieder viel unnötiger Stress wegen Kommunikationsschwierigkeiten (und ein Brettpunkt weniger).

Julian spielte also an Brett 1 gegen Alice Winnicki, Peter‑René am zweiten gegen den Sohn von Bennys Mutter, meine Wenigkeit musste gegen Hauke Knop antreten, Dorothea gewann am vierten Brett gegen den kurzfristig erkrankten Hamburger U18‑Meister (gute Besserung!) kampflos, am fünften Brett spielte Jan (Hamburger A‑Endrundenteilnehmer und Kandidat für die DEM‑U18) gegen Ricarda Rohlfs (Hamburger B‑Endrundenteilnehmerin) und am sechsten Brett spielte Planlos gegen Willenlos ergo kampflos und somit −:−.

Julian gewann ganz ganz locker (bislang als Einziger 100 %) nach 14 Zügen. Jan dagegen hatte nach einer Misshandlung der Pirc‑Verteidigung einen tödlichen Mattangriff gegen sich, dessen Durchschlagskraft für drei Partien gereicht hätte. Dennoch ging auch er recht selbstbewusst zu Werke und griff seinerseits munter an, obwohl sein »Angriff« wahrscheinlich nicht einmal dieses Begriffes würdig war. Peter‑René kam wie immer ganz gut aus der Eröffnung und Hauke hatte mit Weiß gegen mich einen Bauern im Cambridge‑Springs geopfert (wo ich doch meine Cambridge‑Prüfung ganz locker bestanden habe). Während es unklar war, ob Hauke dafür genug Kompensation bekommen würde, hatte Jan plötzlich zu seinem hilflosen Königsflügel auch noch einen Turm weniger. Peter‑René begann immer länger zu überlegen, da Benny doch zeigte, dass er, wenn er will, durchaus ein recht hohes (und zähes) Potenzial in sich birgt. Als ich mal wieder einen Rundgang machte, fiel mir auf, dass Jan die Dame von Ricarda gewonnen hatte, und Ricarda nun natürlich die entscheidende Figur zum matt setzen fehlte. Da bei mir von einer Niederlage bis zum Sieg noch alles drin war und Peter‑Renés positioneller Eröffnungsvorteil gegenüber der taktischen Übermacht Bennys mehr und mehr ins Stocken geriet, war es sehr wichtig, dass Jan nun auf Gewinn stand, sodass wir hier schon mal den Punkt einkalkulieren konnten.

Plötzlich ging bei Peter‑René gar nichts mehr, und er gab auf. Jan hatte aus heiterem Himmel eine Dame gegen zwei Türme und Springer und Bauer weniger, und stand somit plötzlich wieder auf Verlust. Bei mir kündigte sich nach langem hin und her ein Remis an, dessen Wahrscheinlichkeit sich bei immer kleiner werdender Anzahl von Figuren auf beiden Seiten proportional vergrößerte.

Es sah also nach einem 2½:2½ nach Brettpunkten aus!

Unglaublich! Ein »0‑0« (keine Rochade, sondern Mannschaftspunkte) ist selbst mir noch nie untergekommen, und ich hab schließlich auch mal Jugendlandesliga gespielt! Ich hob meine Hände gen Himmel und flehte die Allmächtigen um Hilfe, da meine verkrampften Nervenbahnen schier zu zerreißen drohten. Und – als hätte mich irgendein Gott erhört – da erhellte sich der Himmel, die Decke zerteilte sich, und ein greller Lichtstrahl fiel auf Ricardas Springer und organisierte diesem eine vorgezogene Himmelfahrt extra Klasse. Somit war das Gleichgewicht bei Dame gegen zwei Türme einigermaßen wieder hergestellt.

Irgendwann – das muss so kurz nach 20:00 Uhr gewesen sein – kam eine sehr komplizierte komplexe dauerschachverdächtige Stellung aufs Brett. Jan gab immer munter Schach und wartete nervös und ungeduldig auf ein Remisangebot seines Gegenübers. Dass schon mindestens fünfmal die gleiche Stellung auf dem Brett war, kümmerte ihn da wenig. Weil sich das keiner angucken konnte ohne sein Herzinfarktrisiko zu erhöhen, machten sich alle bis auf mich vom Acker (verständlich, da es ja auch unvorteilhaft gewesen wäre bei diesem extremen Blutdruck auch noch in Gefahr zu geraten, Tische und Bretter zu schleppen). Na ja, und irgendwann kam dann doch noch das Remisangebot von Ricarda, womit dieser hahnebüchende Mannschaftsk(r)ampf endgültig sein Ende fand.

Wir können für uns nun nach den letzten zwei Kämpfen das Fazit ziehen: Immer beste Vorraussetzungen, stark favorisiert, und dennoch keinen Stich gesehen. Ja! Wir haben beide Male einfach wesentlich schlechter gespielt (kein Pech, es war tatsächlich Unvermögen!) als unsere Gegner und somit den Sieg einfach nicht verdient gehabt. Man kann jetzt nur auf unsere jüngeren Talente hoffen, damit es in den nächsten Jahren (Jahrzehnten?) wieder bergauf geht.

Um auf unser Saisonziel zu sprechen zu kommen: Ja, wir haben noch theoretische Chancen zum zweiten Platz. Sogar aus eigener Kraft. Die Rechnung dazu ist auch ganz einfach: Wir müssen den Rest ausnahmslos gewinnen (und das geht, wie man bislang sah, wenn überhaupt: NUR IN BESTBESETZUNG!!!). Wir können also ganz ruhig ab jetzt immer von K(r)ampf zu K(r)ampf gucken, und wenn’s mal nicht reicht, dann war’s das eben. Die größte Hürde wird hierbei wohl das HSK‑Derby werden, aber diese Spiele sind ja für ihre unberechenbaren Ausgänge berüchtigt.

Wenn es aber allein von der spielerischen Leistung schon gegen die klar Schlechteren nicht reicht, dann wird es gegen die leicht Schlechteren sehr schwierig und gegen die Besseren nahezu unmöglich werden.

P (zweiter Platz) = 0,7 (Delmenhorst) × 0,3 (HSK) × 0,6 (Nordhorn) × 0,8 (Rinteln) = 10,08 % …

Dazu kommt dann noch der Stichk(r)ampf gegen den Zweitplatzierten der Oststaffel.

Tja, nach dem nächsten Wochenende werden wir schon viel schlauer sein. Dann geht es gegen Delmenhorst und HSK im Doppelpack. Bis dahin darf aber noch kräftig spekuliert werden (der Einsatz von Georg bleibt aus seiner Sicht fraglich, ist aber unverzichtbar).

(Ingo Wilms)

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2. Runde
(spielfrei) Königsspringer Hamburg
SK Rinteln SK Johanneum Eppendorf 3,0:3,0
TuS Varrel Hamburger SK 0,5:5,5
SK Norderstedt Delmenhorster SK 3,0:3,0
SK Nordhorn‑Blanke SC Meerbauer Kiel 3,5:2,5
↑
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3. Runde
18.11.2001 Königsspringer Hamburg TuS Varrel 6 : 0
SC Meerbauer Kiel SK Rinteln 5,0:1,0
Delmenhorster SK SK Nordhorn‑Blanke 2,0:4,0
Hamburger SK SK Norderstedt 5,5:0,5

Der erste Kampf!

Ein grandioser Auftakt unserer Jugendbundesligamannschaft zur Saison 2001/2002 ließ heute das Haus 3 in der Schule am Niendorfer Markt für die Gegner zur Hölle werden. Der Besucherandrang war zum offiziellen Spielbeginn um 10:00 Uhr zu sensationell groß, dass die auswärtige Mannschaft Probleme hatte, überhaupt in den Eingangsbereich vorzudringen, sodass das Match erst kurz vor 11:00 Uhr angepfiffen werden konnte.

Julian (Brett 1), Peter‑René (Brett 3), Ingo (Brett 4) und Georg (Brett 6) hatten nach gespielten 50 Minuten bereits einen positionellen Vorteil zu verzeichnen, der sich nach weiteren 20 Minuten auf allen vier Brettern in Materialvorteil ummünzen ließ. Über Julians Gegner schwebte das Damoklesschwert in Form von Julians Läuferpaar, das Julian dann auch zum richtigen Zeitpunkt mit einer solchen Perfektion auf seinen Gegner heruntersausen ließ, dass es Robespierre mit der Guillotine nicht hätte sauberer machen können, und Georg, der im Trikot der Jugendbundesligamannschaft des Schachclubs Königsspringer Hamburg sein Debüt feierte, konnte seinen Gegner im heißen Schwerfigurengefecht mittels schöner Kombination matt setzen und überzeugte auf ganzer Linie. Ingo musste seinem Gegner erst die allerletzte Figur wegnehmen, ehe der sich ergab und konnte zeitlich gesehen also nicht mit Georg mithalten. Peter‑René hatte derweil in ein klar besseres Leichtfigurenendspiel abgewickelt, das er souverän in eine Mehrdame umwandelte und somit das 4:0 einfuhr, womit wir den Sieg gesichert hatten.

Nun könnte man meinen, Pjotr und Dorothea könnten frei aufspielen, aber das wäre wohl ein Irrtum gewesen, denn sie spielten gegen die Bersch‑Brothers. Dorothea hatte dem kräftigen Königsangriff ihres Gegners nur wenig entgegenzusetzten und Pjotr sah alle seine Pläne prophylaktisch von seinem Gegner verhindert. Nach vielen undurchsichtigen und zwieträchtigen Abwicklungen auf Dorotheas Brett hatte sie plötzlich den Spieß der verloren geglaubten Partie in ein Bauernendpiel mit einem Mehr‑ und Freibauern umgedreht, das sie eiskalt zum 5:0 verwandelte, ehe sie in einen Jubelschrei ausbrach. Am zweiten Brett brach nun der erbitterste Kampf der Jugendbundesligageschichte aus. Die Zuschauer drängten sich in solcher Dichte um das Brett herum, dass die hintersten schon froh waren, wenn sie eine geschlagene Figur neben der Uhr stehen sehen konnten. Schließlich konnte Pjotr die positionellen Ungenauigkeiten seines Gegners in Zeitnot ausnutzen und ging nach und nach in einen Angriff über. Sein Gegner war des Kampfes zu müde und ermattet, als dass er das Gefecht, das nun aufs Neue entbrannte, taktisch ganz hätte durchstehen können und musste sich niedergeschlagen ergeben.

Somit gewannen wir sensationell mit 6:0 und man kann nun gespannt sein auf den nächsten Kampf am 09.12. auswärts gegen Norderstedt. Ich bedanke mich hier noch für die tolle Unterstützung der zahlreichen Zuschauer und hoffe, dass auch diese auf ihre Kosten gekommen sind. Mehr von der Jugendbundesliga gibt’s dann in drei Wochen!

(Ingo Wilms)

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4. Runde
09.12.2001 SK Norderstedt Königsspringer Hamburg :
TuS Varrel SK Johanneum Eppendorf 1,5:4,5
SK Nordhorn‑Blanke Hamburger SK 4,0:2,0
SC Meerbauer Kiel Delmenhorster SK 5,0:1,0

Der erste Dämpfer?

Ein weiteres sportliches Topevent fand letzten Sonntag im politischen Zentrum Norderstedts statt. Im Rathaus spielte der SC Norderstedt gegen unsere Spitzentruppe in der Jugendbundesliga. Nach dem 6:0 gegen Varrel waren die Erwartungen natürlich dementsprechend hoch. Der Raum 212 war dafür extra weihnachtlich hergerichtet worden und für jeden Spieler gab es eine kleine Süßigkeit, was die Atmosphäre sehr gemütlich gestaltete. Zudem fand gleichzeitig in der großen Festhalle des Rathauses ein Adventsbasar statt, und die meisten ließen sich die einmalige Gelegenheit nicht entgehen, sich an der geschäftigen Umtriebigkeit zu ergötzen. Aber kommen wir zum Wesentlichen: dem Kampf.

Pünktlich angepfiffen, wurde lange Zeit hart an jedem Brett um jeden noch so kleinen Vorteil gekämpft, aber in der ersten Stunde war für niemanden ein Erfolg zu verzeichnen. Erfolgreich konnte nur Peter‑René die Suche nach dem ersten Stock abschließen, was ihm scheinbar die erste halbe Stunde Schwierigkeiten gemacht hatte. Dann aber fingen sich so allmählich an, die Fronten zu lichten. Sebastian Prosch am Spitzenbrett der Norderstedter konnte durch seine offensichtlich gute Vorbereitung Julian zu strukturellen Schwächen zwingen und Peter‑René hatte nach der Eröffnungsmisshandlung seines Gegners dessen König aufs offene Feld treiben können. Ingo stand gegen seinen Gegner positionell auf Gewinn und das gleiche galt für Dorothea. Unklar war es nur bei Pjotr, dessen Gegner sich ebenfalls sehr gut präpariert hatte.

Durch den Basar angelockt, kamen sehr viele Zuschauer (sogar noch mehr als letztes Mal), um sich diesen Jugendbundesliga‑Klassiker nicht entgehen zu lassen.

Julian konnte seine Stärken im doppelten Turmendspiel beweisen, und Dorothea hatte mittlerweile ganz locker gewonnen. Peter‑René hatte nach einem – wie er es selbst ausdrückte – »kleinen Fingerfehler« ein remisiges gleichfarbiges Läuferendspiel auf dem Brett, und Pjotr konnte nach groben Fehler seines Gegners gewinnen. Am sechsten Brett konnte immer noch keiner die Entscheidung herbeiführen. Da passierte es: Ingo wollte sich nach »kleinem Fingerfehler« nicht mit remis zufriedengeben und tauschte lieber ins verlorene Bauernendspiel ab, worin er noch bessere Gewinnchancen sah. Aber leider hatte er vergessen, sich die Verlustchance auszurechnen. Georg sah, dass er gegen einen ebenbürtigen Gegner spielte, und gab sich mit einer Punkteteilung zufrieden. Schließlich verlor Ingo dann sang‑ und klanglos und sorgte für die erste Saisonniederlage, während Peter‑René glücklicherweise doch noch gewinnen konnte, sodass schließlich ein 4½:1½ für uns resultierte. Sicherlich berechtigt, wenn auch mehr drin gewesen sein müsste.

Es bleibt abzuwarten, wie wir ins neue Jahr kommen. Wir alle sollten uns jetzt lieber auf die DVM U20, die zwischen Weihnachten und Silvester stattfindet, konzentrieren. Als nächstes ginge es dann gegen Meerbauer Kiel, aber auch das Nachholspiel gegen SKJE ist offen.

(Ingo Wilms)

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5. Runde
01.06.2002 Königsspringer Hamburg SK Nordhorn‑Blanke 3 : 3
Delmenhorster SK SK Rinteln 3,0:3,0
Hamburger SK SC Meerbauer Kiel 4,0:2,0
SK Johanneum Eppendorf SK Norderstedt 3,5:2,5

Bericht (I)

Dies wird mein letzter Bericht sein. Von nun an habe ich es glücklicherweise nicht mehr nötig, mittels Berichten verkorkste Jugenbundesligakämpfe seelisch zu verarbeiten. Aber die Berichte habe ich gerne geschrieben. Und da ich weiß, dass es Personen gibt, die sie sogar lesen (sogar auch von anderen Vereinen!), möchte ich mich hiermit bei diesen für ihren geistigen Beistand und ihr Einfühlungsvermögen bedanken. Aber kommen wir nun zum Wesentlichen:

Am ersten Wochenende des Junis fanden unsere letzten zwei Kämpfe statt. Dabei ging es am Samstag gegen den Tabellenführer aus Nordhorn‑Blanke (übrigens ein verschlafenes Kaff an der holländischen Grenze [also auch an der Grenze, wo bestimmte hiesige illegale Drogen legal werden, was den Auswärtskampf in der nächsten Saison für einige Spieler attraktiver machen sollte]) und am Sonntag gegen den SK Rinteln.

Die Nordhörnchen waren zwar Tabellenführer, aber nominell waren wir ihnen trotzdem überlegen. Nur machte sich plötzlich bemerkbar, dass wir vor der Saison von allen Mannschaften – die Oststaffel eingeschlossen – am wenigsten Spieler gemeldet hatten, sodass ich am Abend vorher nur fünf Mann zusammen hatte. Dorothea war auf einem Schachturnier, Hannes Vater auf Klassenreise, Jan war von irgendwelchen Idioten auf der Straße angepöbelt, körperlich misshandelt und anschließend eingeschüchtert worden, Claus Goetz war todkrank im Bett und Shreyas ja immer noch in Freiburg beim Leichen sezieren. Was tun? Nichts! Gut.

Die Nordhörnchen kamen zu spät wegen Staus. Deutschland hatte gerade 8:0 gewonnen und bei jedem Tor war der Hausmeister der Gesamtschule Niendorf herausgesprungen gekommen, um uns davon zu berichten, wofür wir ihm sehr dankbar waren. Doch auch diese zusätzliche Motivation und der nicht unbeträchtliche Zeitvorteil konnte unseren fehlenden Mann nicht kompensieren. Georg gewann recht schnell in einer Jahrtausendpartie. Mein Gegner brauchte sich gegen mich dafür nicht anstrengen: Ich spielte so grausam, dass ich mit einem Bauern weniger bereits aufgab. Julian hatte Najdorf mit Schwarz auf dem Brett. In einer recht interessanten Partie konnte er seinen Gegner schließlich in Zeitnot durchaus sehenswert foppen: Ausgleich. Pjotr konnte seinen Raumvorteil indes nicht nutzen und stand auf remis. Peter‑René stand im Leichtfigurenendspiel leicht besser. Als der gegnerische Mannschaftsführer (der übrigens der einzige Deutsche war, der Rest bestand aus eingekauften Holländern) Georg auf dem Gang ein 3:3 anbot, stieß er auf taube Ohren.

Pjotr stand sehr wohl auf remis, was auch wenig später vereinbart wurde, aber Peter‑René hatte sehr gute Siegchancen. Es wurde dann nochmal spannend. Peter‑René konnte sich wohl eine Gewinnstellung erspielen, die aber nicht ganz einfach war. Der gegnerische Mannschaftsführer versuchte uns die ganze Zeit einzureden, dass die Stellung nur remis, und höchstens zu überziehen sei, na ja. Umso ärgerlicher, dass es dann wirklich remis wurde, aber wir hatten alle noch ein paar Verteidigungsressourcen übersehen.

Sehr nett hingegen fand ich, dass Andreas Kohtz (Mannschaftsführer von Norderstedt) einfach so mit ein paar Leuten vorbeischaute, um uns für die morgige Partie Glück zu wünschen, was die Wirkung nicht verfehlte.

Mit einem 3:3 hatten wir uns gegen Nordhorn mal wieder unter Wert verkauft. Das sollte uns am nächsten Tag gegen Rinteln nicht passieren.

(Ingo Wilms)

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6. Runde
03.03.2002 SC Meerbauer Kiel Königsspringer Hamburg :
SK Rinteln TuS Varrel 5,5:0,5
SK Nordhorn‑Blanke SK Johanneum Eppendorf 5,0:1,0
Delmenhorster SK Hamburger SK 0,5:5,5

Bericht

Eigentlich wollte ich diesen Artikel nicht mit ›eigentlich‹ beginnen lassen, denn eigentlich hatten wir uns einen lockeren 4½:1½‑Sieg gegen Kiel ausgerechnet.

Die Anfahrt nach Kiel klappte noch reibungslos. Vor Ort erfuhren wir dann, dass mein Gegner nicht kommen würde, da die nächtlichen Experimente mit Äthanol ein unglückliches Resultat erreicht hatten (Alchimist?). An Brett 6 waren die Kieler auch noch ersatzgeschwächt. Georg erwartete hier ein Abiturient, dem vor der Prüfung am folgenden Tag so graute, dass er lieber in seine Arbeitshefte guckte als aufs Brett. Somit waren die Voraussetzungen sehr gut, und die Frage, die wir uns stellten, war, wie hoch wohl der Kampf zu unserern Gunsten ausfallen würde. Ohne Julian (Blitzmeisterschaft) waren wir zwar auch ersatzgeschwächt, aber dafür hatten wir mit Shreyas einen fast ebenbürtigen Ersatz dabei.

Am Anfang sah auch noch alles nach dem berechneten Erfolg aus. Pjotr hatte an Brett 1 mit Weiß ein klar besseres Drachenendspiel gegen Bastian Hinz erreicht, Peter‑René stand gegen Computercrack Rasmus Kölln recht solide, Shreyas’ Stellung gegen Angstgegner Aljoscha Feuerstack (www.schachzwerg.de) war unklar, Dorothea hatte Raumvorteil gegen Christian Jachnowitsch, und Georg hatte einen unmotivierten Gegner.

Nach einer Stunde war Folgendes geschehen: Pjotr wusste sein Vorteil nicht umzumünzen, Dorothea und Georg hatten ihre Figuren recht unkoordiniert hingestellt, und Shreyas hatte für die ersten zehn Züge über eine Stunde verbraucht.

Eine weitere Stunde später hatte Pjotr seine Stellung überrissen. Dafür hatte Georg am sechsten Brett eine Qualität mehr. Dorothea hatte einen Isolani, den sie ein paar Züge später verlieren würde, und Shreyas kam so allmählich in Zeitnot und stand schon eher schlechter in einer komplizierten Stellung.

Trotz alldem machte Peter‑René noch ’ne Stunde später remis, da er befürchtete, dass er das drohende Dauerschach nur auf Kosten einer schlechteren Stellung verhindern könne, obwohl die Situation es ihm nicht erlaubte und er durchaus, wie die Analyse zeigte, hätte gut weiterspielen können. Shreyas verlor, da seine Stellung in Zeitnot auseinanderfiel, und zu allem Überfluss fiel Georgs Zeit im 39. Zug, da er sich nicht an die Uhr hatte gewöhnen können.

Mit einem kampflosen Punkt und einem Remis gegen zwei bereits verlorene Partien und zwei Verluststellungen sah der weitere Kampfverlauf nicht gerade rosig aus. Bastian Hinz zeigte allerdings, dass auch er sich schwer tut, gewonnene Stellungen auch wirklich zu gewinnen, und machte später remis. Dorothea hatte nach schlechtem Spiel Jachnowitschs noch Foppchancen, lehnte remis ab, stellte sich dann aber so blöd hin, dass sie selbst remis anbot, was prompt akzeptiert wurde.

Wir waren als Favoriten nach Kiel gefahren, aber am Brett hatte man das nicht sehen können: Keine einzige Gewinnpartie und zwei geschenkte Remis sprechen eine deutliche Sprache. Insofern hatten wir es wohl nicht verdient. So endete der Kampf mit einem Favoritensturz 3½:2½ für die Meerbauern aus Kiel, und unsere Qualifikation zur DVM 2002 ist erstmal in weite Ferne gerückt. Über eine Qualifikation darf frühestens wieder nach dem Kampf gegen den HSK spekuliert werden.

(Ingo Wilms)

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7. Runde
27.04.2002 Königsspringer Hamburg Delmenhorster SK :
Hamburger SK SK Rinteln 5,5:0,5
SK Johanneum Eppendorf SC Meerbauer Kiel 4,0:2,0
TuS Varrel SK Norderstedt 0,0:6,0

Abstieg?

Nach unserem katastrophalen Auftritt beim HSK mussten wir uns sogar Sorgen machen nicht abzusteigen, sodass ein Sieg gegen den amtierenden Deutschen Vereinsmannschaftsmeister Delmenhorster SK schon Pflicht war. Die Gegner waren nur zu viert, aber wer die Berichte der bisherigen Kämpfe verfolgt hat, weiß, dass sich eine personelle Überzahl nicht unbedingt als Vorteil für uns erwiesen hat. Aber diesmal – um es kurz zu machen – gelang es uns mal wieder an den Brettern zu überzeugen. Nach 60 Minuten führten wir bereits 3:0!

Jan Michaelsen, der Ersatz für Georg spielte, konnte am sechsten Brett überzeugen und einen kampflosen Punkt einfahren (was ja Georg zwei Kämpfe vorher nicht geglückt war!). Ebenso unser Brett 2: Pjotr Fjodorow konnte sein leeres Gegenüber bezwingen. Dorothea hingegen erarbeitete sich aus der Eröffnung heraus gegen den Bremer U12‑Jugendmeister eine Mehrfigur und konnte sehr schnell den wichtigen dritten Brettpunkt einfahren, der für uns schon mal mindestens ein Unentschieden bedeutete.

Meine Stellung war inzwischen so gut, dass ich meinen Gegner mittels eines eleganten mannschaftsdienlichen Remisangebots quasi zur Annahme zwang, was für die Gegner einer Aufgabe des Mannschaftskampfes gleichkam. Damit war der Kampf also bereits nach einer Stunde für uns gewonnen.

Julian hatte lange Zeit einen gesunden Mehrbauern gegen den starken Malte Meyer, bis er unglücklich fehlgriff und sich geschlagen geben musste.

Peter‑René stand von Anfang an vor der großen Aufgabe, die drohende lange Rochade zu verhindern (0‑0‑0), deren Erfüllung lange Zeit mehr als unwahrscheinlich schien. Aber letzt‑ und endlich konnte er gegen Ende der Partie wieder überzeugen und fand zu alter Stärke zurück. Für ihn mit Sicherheit ein ganz wichtiger Sieg!

Somit sichert uns ein recht lockeres 2½:1½ am Brett und insgesamt ein angenehmes 4½:1½ den Erhalt in der höchsten Spielklasse des Jugendschachs.

(Ingo Wilms)

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8. Runde
21.04.2002 Hamburger SK Königsspringer Hamburg : ½
SK Rinteln SK Norderstedt 2,0:4,0
SK Nordhorn‑Blanke TuS Varrel 6,0:0,0
Delmenhorster SK SK Johanneum Eppendorf 3,0:3,0

Abschlussbericht

Einst war die Jugendbundesliga‑Mannschaft die Perle der Königsspringer‑Jugendabteilung. Eine Perle, die jeder Königsspringer gerne um seinen Hals hängen sah – etwas, auf das jeder Königsspringer stolz sein konnte. Man konnte sich mit diesen erfolgreichen, sympathischen Jugendlichen identifizieren. Die Namen von einst hat man auch heute noch in seinem Gedächtnis verewigt: Ein Carl‑Christian Buhr, Daniel Lindner oder Boris Bruhn und wie sie nicht alle hießen!

Aber ein Shreyas Dave, Peter‑René Mandelbaum oder gar Ingo Wilms? Dann wäre da noch ein Claus Goetz? Keiner von diesen wird es je schaffen, diesen Kultstatus zu erreichen. Die Chance dazu ist vertan. Altersbedingt werden diese vier Namen aus dem blauen Mannschaftsführerheft der Jugendbundesliga‑Nord, Staffel West verschwinden. Und was bleibt? Wenn’s »nur« gar nichts wäre, könnte man sich glatt noch freuen.

Als ich als motivierter Knilch das erste Mal in der Jugendbundesliga spielen durfte, empfand ich mehr als Stolz. Ein Gefühl der Dankbarkeit. Das Schicksal hatte es gut mit mir gemeint – so dachte ich zumindest früher. Heute weiß ich, dass der Höhepunkt der Jugendbundesliga‑Mannschaft des Schachclubs Königsspringer zeitlich kurz vor meinem Debüt war. Die Perle war gerade poliert und glänzte nun in voller Pracht, indem sie die warmen Sonnenstrahlen einer sich im Zenit befindenden Sonne reflektierte.

Während ich als Spieler funktionierte, kam mir die Perle noch als Perle vor, aber da begann der Staubansatz allmählich schon so stark zu werden, dass der Glanz in immer weitere Ferne rückte. Mit meiner Übernahme der Mannschaftsführerposition glich diese Perle von einst immer mehr einem gewöhnlichen Stein.

Und heute? Da ist sie nicht nur ein gewöhnlicher Stein. Sie ist ein ungemütlicher, rauher, kantiger Stein in meinem Schuh. Wenn ich meinen Fuß bewege, um ihn aus dieser misslichen Lage zu befreien, schneidet dieser immer tiefer in mein Fleisch.

Dieser Bericht ist mein Abschlussbericht. Drei Spieltage vor Saisonende, kann ich als Mannschaftsführer die Saison zwar noch nicht abschließen, aber abhaken. Und warum? Ganz einfach: Das Saisonziel ist verfehlt – jetzt schon. Wie bitter! Noch nie gab’s eine so hohe Niederlage, ½:5½! Der HSK gab uns den Todesstoß.

Wir traten in Bestbesetzung an. Julian war gut vorbereitet, brachte ein positionelles Bauernopfer und damit Hannes Langrock von Anfang an in Schwierigkeiten. Pjotr hatte gegen Derek Gaede (erster Legionär) als Nachziehender Grünfeld‑Indisch auf dem Brett. Peter‑René hatte gegen den starken Felix Ketelaer nach zwei Zügen bereits eine Stellung, in der beide Seiten keine Ahnung mehr hatten und es nur noch auf die spielerischen Fähigkeiten ankam. Ich durfte gegen den Hamburger Jugendmeister Oliver Frackowiak antreten, der die Spanisch‑Abtausch‑Variante wählte, die für ihren remisigen Ausgang ja bekannt ist. Dorothea spielte am fünften Brett gegen Hainer Krüger (zweiter Legionär). Sie musste sich schon früh als Anziehende gegen den Franzosen verteidigen, tat dies aber sehr gut. Georg hatte den Drachenaufbau gewählt und stand recht solide.

So weit, so gut. Aber wir mussten ja gewinnen. Bei Julian an Brett 1 entbrannte plötzlich ein wilder Kampf auf Leben und Tod. Julian setzte mit seinem offensiven Opferspiel alles auf eine Karte. Pjotr hatte derweil ein remisiges Läufer‑Damen‑Endspiel auf dem Brett. Peter‑René stand ganz gut. Dorothea ging ihrerseits nun zum Angriff über und versuchte, dem unrochierten gegnerischen König Schwierigkeiten zu bereiten, indem sie das Zentrum öffnete. Georg hatte mittlerweile ein Doppelturm‑Endspiel mit gleichfarbigen Läufern, das er nicht gewinnen, aber auch nicht verlieren konnte.

Dann ging alles Schlag auf Schlag: Pjotr stellte die Partie weg, da er bei einem Figurentausch das Matt übersehen hatte. Peter‑René stand plötzlich gedrückt und musste sich auch schon bald der gegnerischen Übermacht geschlagen geben. Georg ließ sich foppen und konnte das Durchlaufen des gegenerischen Randbauern plötzlich nicht mehr verhindern – 0:3!

Julian lieferte sich derweilen immer noch ein heißes Duell, bei dem beide Seiten in Zeitnot kamen. Julian war sicherlich durch den plötzlichen Rückstand geschockt. Hannes konnte eine Ungenauigkeit von ihm bis zum Gehtnichtmehr ausnutzen – 0:4!

Dorothea kam auch extrem in Zeitnot, weil die Berechnung der Angriffszüge sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Das kostete sie die Partie. Sie verhedderte sich und gab später auf – 0:5!

Bevor es zum 0:6 kam, bot sich mir glücklicherweise ein Weg, alle Figuren abzutauschen und mit König gegen König (trotz Opposition) zu remisieren. ½:5½, die höchste Niederlage aller Zeiten, eine Blamage ersten Ranges!

Die Einstellung war richtig, die Leistung wie immer. Gegen den HSK darf so etwas aber einfach nicht passieren. Ich will gar nicht wissen, was wir uns alles im nächsten Jahr anhören müssen.

So verlasse ich nun die Jugendbundesliga. Auf dem Höhepunkt bin ich eingestiegen, am Tiefpunkt steige ich wieder aus.

Meine Mannschaftsführerleistung war trotz mancher Schnitzer dieses Jahr schon wesentlich besser als letztes Jahr, aber das Resultat schlechter.

Die Jugendbundesliga‑Zeit wird mir immer als Stein in meinem Fleische bleiben.

(Ingo Wilms)

↑
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9. Runde
02.06.2002 Königsspringer Hamburg SK Rinteln : ½
SK Johanneum Eppendorf Hamburger SK 0,0:6,0
TuS Varrel SC Meerbauer Kiel 1,0:5,0
SK Norderstedt SK Nordhorn‑Blanke 3,5:2,5

Bericht (II)

Die Rintelner hatten am Tag zuvor gegen den HSK gespielt und die Nacht am Stintfang verbracht. Gegen den HSK und uns hatten sie wohl keine Ambitionen mehr, obwohl sie noch dringend Punkte gegen den Abstieg brauchten – daher waren sie auch nur zu fünft. Julian remisierte schnell gegen Raimund Preusser, der schon gegen Steve letztes Jahr remis geholt hatte, jetzt aber froh war, mehr Zeit für seine Freundin zu haben, die gegen mich spielte und aus dem gleichen Grunde grundlos gegen mich aufgab. Der Rest der Mannschaft wurde so abgefertigt, dass es mir persönlich schon wieder Leid tat.

Naja, mit dem 5½:½ hat die Saison nochmal einen versöhnlichen Abschluss. Rinteln ist dadurch abgestiegen (schade!) und Norderstedt gewann sogar gegen Nordhorn, sodass Nordhorn doch nur Zweiter wurde und wir dem HSK zum Norddeutschen Jugendmannschaftsmeistertitel gratulieren dürfen! Wir sind wohl Dritter oder Vierter. Alle Hamburger Mannschaften haben sich gehalten, sodass nächste Saison vier Hamburger Mannschaften in der Jugendbundesliga sein werden, und mit Norderstedt sind es dann ja sogar viereinhalb. Das Fazit von mir als Mannschaftsführer:

Julian gewann an Brett 1 gegen alle Schwächeren sehr schnell, verlor gegen alle Stärkeren ärgerlich und spielte gegen alle Ebenbürtigen remis. Mit 4½ aus 7 (war einmal wegen Norddeutscher Blitzmeisterschaft verhindert) darf er eigentlich nicht ganz zufrieden sein. Aber er kann auch in der nächsten Saison als sehr gutes Spitzenbrett nochmal angreifen.

Pjotr musste häufig kampflos gewinnen. Einmal fehlte er, weil er in der 1. Bundesliga gebraucht wurde. Mit 3 aus 5 ist seine Bilanz durchwachsen, aber auch er hat noch eine Saison vor sich und wird auch weiterhin ein sehr starkes Brett 2 sein.

Peter‑René spielte als Einziger alle Partien. Er holte mit 5 aus 8 die meisten Punkte, wenn ihm auch die Nullen gegen die beiden Hamburger Konkurrenten sicherlich wehtun werden. Peter‑René verabschiedet sich aus der Jugendbundesliga und wird sich vermutlich von nun an verstärkt als Trainer im Jugendbereich für die Schachgemeinschaft Rahlstedt‑Schlump engagieren, deren Vorsitz er inne hat.

Ingo Wilms war auch immer da, wenn er auch die schlechteste JBL‑Saison seines Lebens spielte. Mit 3½ aus 7 und mageren 50 % gegen einen DWZ‑Schnitt von 1347 wird er von nun an bei Turnieren um die DWZ‑1700‑Ratingpreise mitspielen dürfen. Als MF hat er seine Hausaufgaben ausreichend geleistet und die fünf Punkte aus sieben kampflos entschiedenen Partien sprechen für ihn, oder? Auch er wird sich aus der Jugendbundesliga verabschieden; offiziell aus Altersgründen.

Shreyas Dave hat einmal gespielt und einmal verloren. Aber der Eindruck täuscht. Shreyas hat schon viele glorreiche und legendäre Jugendbundesliga‑Jahre auf dem Buckel und dass er in seinem letzten nicht so zur Geltung gekommen ist, liegt daran, dass er Medizin in Freiburg studiert und nicht Schach auf Lehramt in Hamburg. Mit Shreyas geht sicherlich auch ein wenig Farbe aus dem Team.

Dorothea Schuler wird auch aus der Jugendbundesliga ausscheiden; leider! Sie hat sich selbst dafür entschieden, und mit ihr geht die stärkste jugendliche Spielerin unseres Vereins. Sie spielte in dieser Saison das erste Mal in der Stamm‑Mannschaft und mit 3½ aus 5 erbrachte sie eine solide Leistung, womit sie sich als feste Größe in der Mannschaft etabliert hätte. Sie wird nächste Saison für den Hamburger Schachklub spielen. Ob in der Jugendbundesliga, wird sich zeigen.

Georg Herzenstein hat sich nach seiner zwischenzeitlichen Schwäche, nach der er sich schon aus der Jugendbundesliga verabschiedet hatte, doch wieder übezeugen lassen zu spielen. Das war klasse! Mit 2 aus 2 zum Schluss konnte er noch insgesamt auf 3½ aus 6 kommen. Georg ist einer, den man motivieren muss, der aber schachlich ein ganz Großer sein kann – wenn er will. Er wird kommende Saison wahrscheinlich bis an Brett 3 vorpreschen und – wer weiß! – in der Saison darauf das Spitzenbrett von Königsspringer einnehmen.

Hannes Vater hat nie gespielt, vor allem weil er eben doch mehr Fußball spielt und seine wochenendlichen Dates ein wenig überhand nehmen. Er wird hoffentlich in der kommenden Saison mehr Schach spielen, denn spielerisch gehört er sicherlich in die Jugendbundesliga.

Jan Michaelsen hat prozentual mit 1½ aus 2 die beste Leistung erbracht. Vor allem durch seine zweite Partie hat er sich für die Jugendbundesliga in der kommenden Saison profiliert. Jan ist immer hochmotiviert und ein Garant für kämpferische Leistung. Ein großes Potenzial schlummert in ihm – aber auch ein wenig Training könnte ihm nicht schaden.

Claus Goetz wird sich auch aus Altersgründen aus der Jugendbundesliga verabschieden müssen. Er war immer ein sehr zuverlässiger Ersatzspieler und es hat immer Spaß gemacht, mit ihm in einer Mannschaft zu spielen.

Und das soll dann auch der letzte Akt von mir gewesen sein, den ich als Mannschaftsführer von Königsspringer leiste. Nächste Saison wird Boris Bruhn den Posten des Mannschaftsführers übernehmen. Boris ist ein sehr erfahrener Betreuer und Trainer, sodass ich sehr zuversichtlich bin, dass Königsspringer langfristig eine Mannschaft aufbauen kann, die national wieder ganz oben mitmischen kann. Und wer weiß: Vielleicht kriegen wir als Dritter ja doch noch einen Freiplatz! Wenn Delmenhorst als Vierter letztes Jahr noch durchkam und sogar Meister wurde, dann dürfen wir da doch als Dritter sehr optimistisch sein.

Euer Benjamin Blümchen, trörööööööööööööööö!

(Ingo Wilms)

 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/02-jbl.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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