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Chronik: Archiv
Montag, 20. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

KSH 1 · 2. Bundesliga Nord 2000/01
Termine Tabelle Spieler Ergebnisse
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Termine
1 15.10.2000 Königsspringer Hamburg Delmenhorster SK :
2 12.11.2000 Preetzer TSV Königsspringer Hamburg 3 : 5
3 10.12.2000 Königsspringer Hamburg Bremer SG 4 : 4
4 07.01.2001 SK König Tegel 2 Königsspringer Hamburg :
5 28.01.2001 Königsspringer Hamburg SK Zehlendorf :
6 18.02.2001 Königsspringer Hamburg SC Leipzig‑Gohlis 5 : 3
7 11.03.2001 VfL Blau‑Weiß Neukloster Königsspringer Hamburg 4 : 4
8 01.04.2001 Königsspringer Hamburg SV Werder Bremen 2 :
9 29.04.2001 SG Isernhagen Königsspringer Hamburg :
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Königsspringer Hamburg 4 4 5 5 42,5 16
2. Bremer SG 4 7 48,5 15
3. VfL Blau‑Weiß Neukloster 4 1 4 5 7 5 38,5 12
4. SC Leipzig‑Gohlis 3 6 5 5 38,5 10
5. SK Zehlendorf 2 4 5 37,0 9
6. Preetzer TSV 3 4 5 5 35,5 9
7. Delmenhorster SK 3 4 33,5 7
8. SV Werder Bremen 2 3 4 3 4 32,5 6
9. SG Isernhagen 1 3 3 2 24,5 4
10. SK König Tegel 2 3 3 6 29,0 2
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Spieler
RL Name 1.R 2.R 3.R 4.R 5.R 6.R 7.R 8.R 9.R
1 Levin, Felix ½ 1 ½ ½ ½ ½ ½ 1 1
2 Lamprecht, Frank ½ ½ ½ ½   ½ ½ ½ ½
3 Buhr, Carl‑Christian 0 ½ 1   ½ 1 ½ 0 1
4 Hochgräfe, Markus 1   ½ 1 1 0 ½ 1 ½
5 von Bülow, Georg 0 1 0 ½ ½ 1 ½ 0 ½
6 Berger, Steve ½ ½ ½ 0 0 ½ ½ 1 0
7 Pajeken, Wolfgang 1 ½ 0   0 ½ 1 1 1
8 Trisic, Aleksandar 1 1 1   1 1   1 1
9 Wendt, Jan‑Dietrich   0   1 1   0    
10 Neukirch, Detlef                  
11 Lindner, Daniel                  
12 Zimmermann, Julian       ½          
13 Wolter, Michael                  
14 Lampe, Jörg       ½          
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1. Runde
15.10.2000 Königsspringer Hamburg Delmenhorster SK :
SC Leipzig‑Gohlis SV Werder Bremen 2 4,5:3,5
Blau‑Weiß Neukloster SG Isernhagen 7,0:1,0
SK Zehlendorf Preetzer TSV 3,5:4,5
SK König Tegel 2 Bremer SG 2,5:5,5

Geglückter Auftakt

In der ersten Runde konnten wir den aus der Bundesliga abgestiegenen Delmenhorster SK knapp aber verdient mit 4½:3½ schlagen. Unsere drei neuen Spieler konnten dabei allesamt überzeugen. Großmeister Felix Levin aus Schwerin remisierte mit Schwarz ebenso problemlos wie Steve Berger gegen den hoch eingeschätzten Tobias Jugelt, während Aleksandar Trisic souverän gewann (diesmal sogar ohne die für ihn typische eigene Zeitnot).

Markus Hochgräfe hatte mit einem bekannten taktischen Trick frühzeitig einen Bauern gewonnen und gerade als ich dachte, die Partie würde noch einmal spannend werden, gab sein Gegner kurz darauf auf. Wolfgang fuhr langsam (Bauer für Bauer), aber umso sicherer den ganzen Punkt ein, der Frank trotz Mehrbauer im Turmendspiel und langen Knetversuchen verwehrt blieb.

Nur Carli war aus der Eröffnung in eine unbequeme Stellung geraten und musste nach der Zeitkontrolle aufgeben. In der letzten Partie verlor ich dann auch noch, nachdem ich in der ersten (hauptsächlich gegnerischen) Zeitnotphase meinen glatten Mehrbauern auf idiotische Art und Weise wieder eingestellt hatte und später – direkt mit der Ablehnung eines Remisangebotes – einen weiteren Bauern verlor, statt wie erhofft selbst einen zu gewinnen.

Auch wenn Delmenhorst nach dem Weggang zahlreicher Spieler in dieser Saison wohl eher zu den Abstiegskandidaten zu rechnen ist, sollte uns dieser Erfolg genug Auftrieb für die folgenden Kämpfe geben.

(Georg von Bülow)

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2. Runde
12.11.2000 Preetzer TSV Königsspringer Hamburg 3 : 5
SK König Tegel 2 SC Leipzig‑Gohlis 3,5:4,5
Bremer SG SK Zehlendorf 2,5:5,5
Delmenhorster SK Blau‑Weiß Neukloster 3,5:4,5
SG Isernhagen SV Werder Bremen 2 2,5:5,5

Der zweite Streich

Mit 5:3 konnten wir auch den starken Aufsteiger Preetz (südlich von Kiel) bezwingen. Diese waren leicht ersatzgeschwächt – Steffen Pedersen spielte für Dänemark bei der Schacholympiade in Istanbul, während zwei weitere Spieler in England weilten – aber mit drei Titelträgern vorne immer noch hochkarätig besetzt.

Wolfgang und Steve remisierten frühzeitig, dann gingen wir in Führung, als IM Mihail Kopylov gegen Felix plötzlich eine Figur bzw. die Qualität einstellte. Dem kurzfristig aktivierten Jan Wendt aus Berlin machte die mangelnde Spielpraxis zu schaffen (seit einem halben Jahr keine ernsthafte Partie mehr), und er konnte in Zeitnot den gegnerischen Angriff nicht parieren – Ausgleich zum 2:2. Kurz vor der Zeitkontrolle konnte ich dann Kai Junge im Doppelturmendspiel einen entscheidenden Bauern abluchsen. Aleksandars Gegner stand eigentlich schon seit der Eröffnung jenseits von Gut und Böse und musste wenig später die Segel streichen, sodass wir aus den letzten beiden Partien nun nur noch einen halben Punkt benötigten.

Letztlich hielten beide stand: Frank demonstrierte gegen GM István Csom mit Freuden zum wiederholten Male die Philidorverteidigung im Turmendspiel, während Carlis Festung trotz des schlechten Läufers von IM Klaus Berg ebenfalls nicht zu knacken war.

Mit 4:0 Punkten können wir nun etwas gelassener in die Zukunft sehen. Im nächsten Heimkampf am 10. Dezember treffen wir nun auf die wahrscheinlich stärkste Mannschaft dieser Liga, die Bremer SG, die trotz einer überraschend hohen Niederlage in dieser Runde gegen Zehlendorf nach wie vor zu den Aufstiegsfavoriten zu rechnen ist. Ein spannender Kampf steht bevor!

(Georg von Bülow)

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3. Runde
10.12.2000 Königsspringer Hamburg Bremer SG 4 : 4
SC Leipzig‑Gohlis SG Isernhagen 5,0:3,0
SV Werder Bremen 2 Delmenhorster SK 4,0:4,0
Blau‑Weiß Neukloster Preetzer TSV 4,0:4,0
SK Zehlendorf SK König Tegel 2 6,5:1,5

Endspiel gut, (fast) alles gut

Gegen den starken Aufsteiger Bremer SG konnten wir uns diesmal mit einem beachtlichen 4:4 aus der Affäre ziehen.

Zunächst remisierte Frank in einem ausgeglichenen Grünfeldendspiel gegen Fish.

Bei Steve sah es lange Zeit vielversprechend aus, schließlich hatte er in der Eröffnung »seinen« Stellungstyp mit der Initiative bekommen. Der Mehrbauer bei ungleichfarbigen Läufern ließ sich dann aber nicht verwerten.

Klar besser stand auch Felix am ersten Brett, bis er einen Trick von Blatny übersah und Dauerschach zulassen musste.

Aleksandar brachte uns dann in Führung: Nachdem sein Gegner aus der Eröffnung heraus frühzeitig unter Druck geraten war und später in Wolga‑Manier einen Bauern geopfert hatte, wurde er brutal zusammengeschoben. 3 aus 3 für Aleksandar, bravo, weiter so!

Wolfgang konnte dann aber gegen den »Affen« (1.b4) von Olaf Steffens seinen wichtigen Bauern auf b7 nicht mehr verteidigen und musste nach der Zeitkontrolle aufgeben.

Der Stand war nun ausgeglichen, aber bei drei noch laufenden Partien – allesamt Turmendspiele! – sah es gar nicht gut für uns aus.

Meine Stellung war inzwischen hoffnungslos, sodass ich gegen Borik trotz langen Nachdenkens keine Schwindelei mehr finden konnte.

Markus nahm dann nach langem Zögern das Remisangebot von Gisbrecht an, sodass nun alles an Carli hing. Und das Wunder geschah: Nicht im Turm‑, sondern im Bauernendspiel konnte Carli nach über sechs Stunden den kaum noch erhofften Ausgleich für uns erzielen!

Damit läuft bisher in dieser Saison weiter alles nach Wunsch für uns. In der nächsten Runde im neuen Jahr könnten wir uns in Berlin gegen Tegel II mit einem Erfolg bereits (fast) aller Abstiegssorgen entledigen.

(Georg von Bülow)

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4. Runde
07.01.2001 SK König Tegel 2 Königsspringer Hamburg :
SK Zehlendorf SC Leipzig‑Gohlis 2,0:6,0
Bremer SG Blau‑Weiß Neukloster 7,0:1,0
Preetzer TSV SV Werder Bremen 2 5,0:3,0
Delmenhorster SK SG Isernhagen 3,5:4,5

Wenn das Ergebnis zur Nebensache wird

Diese Runde stand zunächst unter gar keinem guten Stern. Einige unerfreuliche Umstände führten schließlich dazu, dass wir gegen Tegel II mit drei Ersatzspielern antraten. An dieser Stelle will ich mich auf das Schachliche beschränken; Carl‑Christian Buhr, der nach seinem schlimmen Unfall zu Silvester nach wie vor im Krankenhaus liegen muss, sei nochmals eine gute und baldige Besserung gewünscht!

Wir taten uns schwer gegen den Abstiegskandidaten Tegel II, aber am Ende waren zu unserer Erleichterung trotz einiger schlechter Stellungen die magischen viereinhalb Punkte erreicht. Zuerst ließ sich Julian – wahrscheinlich klugerweise – frühzeitig auf eine Zugwiederholung ein. Felix ging gegen den Igel aggressiv mit den Bauernvorstößen f4 – f5 und g4 – g5 zu Werke, erreichte aber nicht viel mehr als eine Schwächung seiner eigenen Königsstellung und musste bei knapper Bedenkzeit mit dem Remis schon hoch zufrieden sein.

Danach kam unsere stärkste Phase, die den Kampf entscheiden sollte. Jan zertrümmerte mit Schwarz den königsindischen Angriff seines Gegners, und Markus gewann etwas abrupt gegen Tyrtania, als dieser in schlechterer Stellung einen Einsteller produzierte. Leider versäumte ich es dann, den Sack gegen Schargorodskij zuzumachen, und statt einen gesunden Mehrbauern mitzunehmen, ließ ich ein doppeltes Springeropfer zu, das forciert zum Dauerschach führte.

So waren wir noch nicht aus dem Schneider, denn die anderen Partien sahen recht bedenklich für uns aus. Frank stand lange mit der Mehrqualität gegen zwei Bauern wohl klar auf Verlust, denn die drohende Bauernwalze schien nicht mehr aufzuhalten zu sein. Es gelang ihm aber, die Qualität für einen Bauern zurückzugeben, und im Endspiel Turm und ungleichfarbige Läufer wurde der Vorteil von Zierke immer geringer, bis am Ende ein schwer verdienter halber Punkt auf unserem Konto stand.

Die ungleichfarbigen Läufer retteten auch Jörg in ein todremises Endspiel, aber vorher war für seinen Gegner sicherlich mehr drin gewesen. Als Einzigen erwischte es dann noch Steve in einer turbulenten Partie, wobei er in der Zeitnotphase leider eine ziemlich aussichtsreiche Angriffsstellung nicht nutzen konnte.

Ein mühsamer Arbeitssieg also, aber gerade die sind es ja, die am Ende der Saison den Ausschlag geben können! Vor uns in der Tabelle steht nun nur noch sensationell Leipzig‑Gohlis mit 8:0 Punkten, die auch Zehlendorf überraschend hoch mit 6:2 besiegen konnten. Am 28. Januar um 11:00 Uhr sind die starken Berliner bei uns zu Gast, und wir träumen von einem ähnlich erfolgreichen Ergebnis!

(Georg von Bülow)

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5. Runde
28.01.2001 Königsspringer Hamburg SK Zehlendorf :
SC Leipzig‑Gohlis Delmenhorster SK 5,0:3,0
SG Isernhagen Preetzer TSV 4,5:3,5
SV Werder Bremen 2 Bremer SG 1,5:6,5
Blau‑Weiß Neukloster SK König Tegel 2 5,0:3,0

Schon wieder gewonnen?

Man mag es kaum glauben, aber auch gegen die starken Zehlendorfer, die uns letztes Jahr mit 5½:2½ noch regelrecht vorgeführt hatten, blieben wir weiter auf Erfolgskurs. Bei 9:1 Punkten sollte nun keine Abstiegsangst mehr aufkommen, was geht noch?

Markus brachte uns heute frühzeitig in Führung, er nahm im Nimzoinder in der Eröffnung einen Bauern mit, und Michael Richter konnte nicht nachweisen, dass sein Angriff dafür stark genug wäre. Jan erdrückte seinen Gegner positionell und fuhr, wie schon in der letzten Runde, einen überzeugenden Sieg ein. Bereits das 2:0 für uns!

Am ersten Brett kam es zu einem hektischen Zeitnotgehacke; nach der Zeitkontrolle löste sich die Spannung jedoch in einer friedlichen Zugwiederholung. An den übrigen Brettern sah es indessen lange ziemlich undurchsichtig aus. Schließlich verloren leider Steve und Wolfgang, aber Aleksandar erlegte mit Schwarz im Königsinder den gegnerischen König im Mattangriff, und so lagen wir wieder knapp vorn.

Da Carli mit seinem symbolischen Mehrbauern im Endspiel mit Turm und ungleichfarbigen Läufern nicht mehr verlieren konnte, hing nun der Kampf von meiner Partie ab. Nachdem ich lange mit einem Mehrbauern und dem Läuferpaar klar im Vorteil gewesen war, hatte ich diesen gewohnt schlampig nach und nach wieder verspielt und musste in Zeitnot und danach gar noch vorsichtig sein. Peter Rahls bot mir jedoch bald trotz des guten Springers gegen den schlechten Läufer remis an, da das reduzierte Material keine realistischen Gewinnchancen mehr bot – sehr zum Unwillen der Berliner, denn nach der erwarteten Punkteteilung am zweiten Brett hatten wir gewonnen! Leonid Voloshin spielte seinen Frust mit einem Stück am Klavier in der Aula ab.

Also, der Ring ist frei für den Spitzenkampf des Ersten gegen den Zweiten: am 18. Februar um 9:00 Uhr empfangen wir Leipzig‑Gohlis!

(Georg von Bülow)

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6. Runde
18.02.2001 Königsspringer Hamburg SC Leipzig‑Gohlis 5 : 3
SK Zehlendorf Blau‑Weiß Neukloster 4,5:3,5
SK König Tegel 2 SV Werder Bremen 2 2,5:5,5
Bremer SG SG Isernhagen 6,5:1,5
Preetzer TSV Delmenhorster SK 3,5:4,5

Sprung an die Tabellenspitze

Die Tabelle nach diesem Spieltag sollten wir uns einrahmen, denn zum ersten Mal steht Königsspringer nun an der Spitze der 2. Bundesliga Nord! Auch gegen den bisher verlustpunktfreien Spitzenreiter aus Leipzig behielten wir mit einem letztlich hochverdienten 5:3 die Oberhand.

Zunächst endete die Partie von Felix Levin in recht unklarer Stellung remis. Wenig Aufregungen bot die Partie am zweiten Brett, wo Frank, der einmal mehr mit dem leidigen Grünfeldindisch konfrontiert wurde, in einem ausgeglichenen Endspiel keinen Vorteil nachweisen konnte. Wolfgang nahm aus der Eröffnung ein Bauernopfer an, für das sein Gegner anscheinend genügend Kompensation erhielt – auch hier remis im Endspiel. Als Markus dann trotz optisch aussichtsreicher Stellung von Röbers Igel ausgekontert wurde, gerieten wir sogar in Rückstand. Dennoch hatte ich in diesem Kampf eigentlich zu keiner Zeit große Befürchtungen, und die restlichen Partien bestätigten denn auch meinen Optimismus. Carls Gegner machte den »Fehler«, eine Eröffnungsvariante zu wählen, in dem er Carl frühzeitig das Läuferpaar überließ – Punkt für Carl, ich hatte es geahnt! Steve eroberte mit einem taktischen Überfall im Najdorf‑Sizilianer Qualität und Bauer und schien damit klar auf der Siegerstraße zu sein. Etwas überraschend gelang es seinem Gegner dann doch noch, mit aktivem Gegenspiel den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Dafür schlug Mr. 100 % wieder zu, Aleksandar erhöhte seine Bilanz auf 5 aus 5, auch wenn er diesmal am Schluss von einem Einsteller von Schunk profitierte. Die letzte Partie gewann ich in einem lange Zeit unklaren Endspiel (mit dem Läuferpaar, aber dafür auch einer halbwegs ruinierten Bauernstellung) gegen Zesch, der vor dieser Partie ebenfalls beeindruckende 5 aus 5 erzielt hatte.

Damit ist der Klassenerhalt nun definitiv gesichert! Und jetzt? Hm, erstmal sollten die 14 Punkte erreicht werden, würde vielleicht ein Fußballtrainer sagen. In der nächsten Runde steht jedenfalls mit Neukloster ein Gegner an, der von den Elo‑Zahlen sicherlich noch stärker als die Leipziger einzuschätzen ist.

(Georg von Bülow)

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7. Runde
11.03.2001 VfL Blau‑Weiß Neukloster Königsspringer Hamburg 4 : 4
SC Leipzig‑Gohlis Preetzer TSV 3,5:4,5
Delmenhorster SK Bremer SG 1,5:6,5
SG Isernhagen SK König Tegel 2 2,0:6,0
SV Werder Bremen 2 SK Zehlendorf 4,0:4,0

Erst war’s knapp, dann zu wenig

Zunächst einmal herzlichen Dank an Wolfgang Fenske und Marcus Möhrmann, die ihren freien Sonntag opferten und uns in den wilden Osten nach Neukloster brachten! Sie mussten dann fast sieben Stunden ausharren, nach denen wir einen Punkt erkämpft hatten, der erst stark gefährdet, am Ende uns aber fast zu wenig erschien.

Am ersten Brett remisierte Felix einmal mehr bereits kurz nach der Eröffnungsphase gegen René Stern. Weit kampfeslustiger zeigte sich Frank, der ein Remisangebot von Carsten Hoi ablehnte, aber mit Schwarz dann in der Slawischen Abtauschvariante trotzdem nicht viel erreichen konnte.

An den Brettern 6 und 8 mehrten sich bald unsere Sorgenfalten. Steve stand zunächst riesig und startete einen Angriff am Königsflügel, dann geriet jedoch sein eigener König in der Mitte unter Beschuss. Plötzlich einigte man sich dann zum Glück auf remis. Nicht so glimpflich kam Jan davon, der ebenfalls mit seinem geliebten Sweschnikow einen furchterregenden Angriff gegen den König auffuhr. Auf der Suche nach einem glanzvollen Mattfinale ließ er aber (eigentlich unnötig) den ganzen Damenflügel einstehen und seine Bedenkzeit ablaufen – Jan fand nichts, und man muss sagen, dass eigentlich eher Jan diese Partie verlor, als dass der Gegner sie gewann.

Carli verhinderte mit einer geschickten Zugfolge den Lieblingsaufbau seines Gegners, erreichte aber keinen nennenswerten Vorteil – ein weiteres Remis. Mehr »Action« war am Nebenbrett zu sehen, wo Markus das unternehmungslustige Farajowicz‑Gambit auspackte (1.d4 Sf6 2.c4 e5 3.dxe5 Se4!?). Hannes Knuth opferte einen Läufer für drei Bauern, und in einer turbulenten Partie musste Markus am Ende die Figur zurückgeben und ins elementare Bauernendspielremis abwickeln.

Es liefen also nur noch zwei Partien, aber wenigstens die sahen beide sehr gut für uns aus. Gegen Friedemar Schirm hatte ich vor der Zeitkontrolle den simplen Gewinn ausgelassen, aber nun immerhin noch einen Mehrbauern bei ungleichfarbigen Läufern. Wolfgang stand positionell überlegen und fuhr dann im Endspiel auch rasch den Sieg ein: Ausgleich! Und noch mehr schien möglich zu sein – Schirm opferte zwei weitere Bauern, um eine Festung zu erreichen. Um diese zu durchbrechen, musste ich wiederum zwei Bauern zurückgeben, und in der siebten Stunde ging ich mit dem König auf das fatale falsche Feld – remis, eine herbe Enttäuschung, auch wenn sich Schirm – zugegeben – zäh verteidigt hat.

Sollen wir uns nun ärgern oder freuen? Noch sind wir Erster! Im nächsten Heimkampf am 1. April (kein Scherz) treffen wir auf Werder Bremen II, gegen die wir noch die Revanche zur letzten Saison schuldig sind.

(Georg von Bülow)

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8. Runde
01.04.2001 Königsspringer Hamburg SV Werder Bremen 2 :
Blau‑Weiß Neukloster SC Leipzig‑Gohlis 4,5:3,5
SK Zehlendorf SG Isernhagen 5,0:3,0
SK König Tegel 2 Delmenhorster SK 3,5:4,5
Bremer SG Preetzer TSV 5,5:2,5

Niemand siegt am Schippelsweg, …

… außer uns natürlich, auch wenn wir diesmal wegen einer Theaterprobe auf den Musikraum ausweichen mussten. Die »Musik« wurde von uns dann zunächst an den hinteren Brettern gemacht, an denen wir Werder Bremen II deutlich beherrschten.

Steve kam nach frühen Damentausch dank seines Entwicklungsvorsprunges rasch in Vorteil und fuhr schnell seinen ersten Sieg für uns in dieser Saison ein. Noch schneller wäre fast Wolfgang fertig gewesen, da er bereits nach elf Zügen mit einem Eröffnungstrick eine Figur gewann. Sein Gegner fand nach langem Nachdenken noch eine zähe Fortsetzung und versuchte etwas im Trüben zu fischen, aber Wolfgang ließ sich dennoch nicht mehr beschwindeln. Aleksandar hatte für seine letzten beiden Züge vor der Zeitkontrolle noch zwei Minuten, phänomenal viel für seine Verhältnisse. Ach ja, er gewann natürlich wieder, sein Score beträgt nun 6 aus 6! Wenn wir ihn nicht hätten, …

Etwas Glück spielte dagegen bei Dr. Markus mit, dessen Gegner im klassischen Königsinder klassisch einen Bauern für Spiel auf den schwarzen Feldern opferte, dann remis ablehnte – irgendwie kam der Angriff aber zum Erliegen, und der Mehrbauer setzte sich durch (gewissermaßen auch »klassisch«). So viel zu dem Gemetzel, das uns zusammen mit dem Remis von Frank frühzeitig nach knapp vier Stunden den Sieg sicherte.

Frank war noch mit klaren Vorteil aus der Eröffnung gekommen, übersah dann aber einen taktischen Gabeltrick und der halbe Punkt war zwischenzeitlich arg bedroht. Sehr gute Chancen ließ allerdings Carl aus, in einer hochtaktischen, wuseligen Partie fehlte am Ende einfach die Zeit. Ich tat dann mein Bestes, um unseren Sieg wieder auf »unsere« minimalistische Höhe von viereinhalb zu reduzieren und belohnte das penetrante Geklammer meines Gegners, nachdem ich zwei Remisangebote und eine Zugwiederholung ausgeschlagen hatte. Da war aber wirklich schon alles gelaufen, denn auch Felix konnte diesmal voll punkten. »Morragambit = Bauer mehr für Schwarz«: so lautete diesmal die simple Erfolgsformel, auch wenn seiner Gegner Fred Hedke mit dieser Eröffnung auch schon manchen Großmeister geschlagen hat!

Dieses 5½:2½ bedeutet gleichzeitig unseren bisher höchsten Saisonsieg. Im letzten Kampf treffen wir in vier Wochen auf die quasi bereits als Absteiger feststehenden Isernhagener, und ich bin der Meinung, wir sollten mit nicht weniger als viereinhalb Brettpunkten nach Hamburg zurückkehren.

(Georg von Bülow)

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9. Runde
29.04.2001 SG Isernhagen Königsspringer Hamburg :
SC Leipzig‑Gohlis Bremer SG 3,5:4,5
Preetzer TSV SK König Tegel 2 5,0:3,0
Delmenhorster SK SK Zehlendorf 5,5:2,5
SV Werder Bremen 2 Blau‑Weiß Neukloster 3,0:5,0

Aufstieg in die 1. Bundesliga

Irgendwie kann ich es selbst noch nicht fassen, unser Ziel in dieser Saison war eigentlich ein sorgenfreier Mittelfeldplatz gewesen, und nun wird Königsspringer 2001/02 der deutschen Eliteklasse angehören! Zwar hatten schon viele damit gerechnet und darauf gehofft, dass wir auch noch die letzte Hürde Isernhagen nehmen könnten, aber wie viele sind nicht noch kurz vor dem Ziel gestolpert? Man denke etwa an die gescheiterten Versuche Lübecks in den 90er Jahren, bevor es endlich klappte. Doch die Stimmung vor diesem entscheidenden Kampf war spürbar gut, und wie sich dann zeigte, brachten wir die nötige Konzentration auf, ohne zu verkrampfen – alles sollte wie im Traum laufen!

Kurz nach 11:00 Uhr mussten wir zunächst auf die Heimmannschaft warten, weil von diesen noch keine vier (!) Spieler anwesend waren. Bald ging es jedoch los, die Isernhagener, obwohl quasi als Absteiger feststehend, spielten in ihrer Standardaufstellung und an jedem Brett wurde hart gekämpft. Davon konnte sich auch ein anwesender »Spion« der Bremer SG überzeugen, der bereits nach ungefähr zwei Stunden vermeldete, die Bremer SG hätte mit 4½:3½ gegen Leipzig gewonnen (ich vermute mal, dass – wenn alles mit rechten Dingen zuging – der Bremer Fish seine Partie schnell gewann und die übrigen Bremer daraufhin geschlossen remis anboten). Nervosität nun bei uns? Nein!

Wolfgang gab die richtige Antwort, indem er Dr. Zoch wie im Vorjahr keine Chance ließ und uns in Führung brachte. Etwas später bot ich – nach meiner unguten Erfahrung im Kampf gegen Bremen – diesmal selbst remis an. Ilja Rosmann nahm an, und wie die Analyse zeigte, war die Stellung auch vollkommen im Gleichgewicht. Da zeichnete sich der klare Sieg von Carl bereits ab, der seine Mehrqualität im Endspiel sicher verwertete. Den einzigen Rückschlag musste dann Steve hinnehmen: In einer spannenden Partie »vergaß« er, die Stellung für sein Läuferpaar zu öffnen und ging selbst im Angriff unter. Als Markus jedoch sein etwas aus der Not geborenes Figurenopfer mit einer witzigen Zugwiederholung abschließen konnte, standen alle Zeichen auf Sieg für uns. Überraschend schnell gewann danach Felix, der mutig einen Opferbauern von Bangiew mitgenommen hatte und dafür ohne Rochade leben musste; diesmal ging’s gut. 4:2 also, nun fehlte nur noch ein winziger halber Punkt, und keine der letzten noch laufenden Partien konnten wir mehr verlieren. Im Gegenteil – Aleksandar überlegte in der Eröffnung zwar gewohnt lange, aber die Zeit war gut investiert, denn bald war von einem weißen sizilianischen Angriff nichts mehr zu sehen und es wurde ein Spiel auf ein Tor, sprich den weißen König. Mit dem Zug Dame e1 (matt!) war der Aufstieg perfekt! Nebenbei war dies der siebte Sieg aus sieben Partien für Aleksandar, unserer großen Stütze in dieser Saison! Etwas länger knetete noch Frank sein Damenendspiel, aber mehr als ein Unentschieden war nicht herauszuholen. Niemanden störte es, Endstand 5½:2½ für uns, der größte Erfolg für Königsspringer in unserer immer noch jungen Vereinsgeschichte! Zeit für den Champagner, und beim anschließenden Mannschaftsfoto stimmten wir uns anstelle des üblichen »Cheese«, mit »Shiiirov« schon mal für die erste Liga ein.

Foto
v. l. n. r.: Steve Berger, Felix Levin, Wolfgang Pajeken, Markus Hochgräfe, Aleksandar Trisic,
Georg von Bülow, Carl‑Christian Buhr, Frank Lamprecht

Herzlichen Dank an Wolfgang Fenske und Marcus Möhrmann, die uns von und nach Isernhagen fuhren, an unseren eigens angereisten »Fan« Christian Conrad und allen, die uns die Daumen gedrückt haben!

(Georg von Bülow)

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15.04.2017, 17:44 (tr)
 
 
 
 
 
 
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