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Chronik: Archiv
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Jugendbundesliga‑Nord, Staffel West 2000/01
Termine Tabelle Spieler Ergebnisse
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Termine
1 24.09.2000 PSC Hannover Königsspringer Hamburg 4 : 2
2 04.11.2000 TV Fischbek Königsspringer Hamburg 0 : 6
3 05.11.2000 Königsspringer Hamburg Schachfreunde Achim : ½
4 26.11.2000 Delmenhorster SK Königsspringer Hamburg 2 : 4
5 17.12.2000 Königsspringer Hamburg Stader SV :
6 13.01.2001 SK Rinteln Königsspringer Hamburg :
7 21.04.2001 Königsspringer Hamburg Hamburger SK 3 : 3
8 22.04.2001 SV Bad Schwartau Königsspringer Hamburg :
9 13.05.2001 Königsspringer Hamburg SC Meerbauer Kiel 4 : 2
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Hamburger SK 3 2 4 4 6 39,0 15
2. Königsspringer Hamburg 3 4 4 2 6 37,0 15
3. Stader SV 4 4 2 6 37,5 14
4. Delmenhorster SK 2 2 4 4 5 4 31,5 12
5. SK Rinteln 2 2 6 4 5 6 33,5 10
6. SC Meerbauer Kiel 2 4 2 0 4 3 5 6 27,5 9
7. PSC Hannover 4 ½ 2 0 4 5 22,0 8
8. TV Fischbek ½ 0 2 ½ 3 2 20,5 5
9. Schachfreunde Achim 0 ½ ½ 1 1 1 12,5 2
10. SV Bad Schwartau ½ 0 2 0 0 1 ½ 7,0 0
↑
↓
Spieler
RL Name 1.R 2.R 3.R 4.R 5.R 6.R 7.R 8.R 9.R
1 Berger, Steve ½     1 1 ½   1
2 Zimmermann, Julian 1 ½ ½ 0 ½ ½ 1  
3 Holm, Nils                  
4 Dave, Shreyas ½ 1 1 0 0   1   ½
5 Koschnitzke, Charles                  
6 Waldner, Christian                  
7 Wilms, Ingo 1 1   ½ 1 0 0 +
8 Mandelbaum, Peter‑René   1 1 ½ 1        
9 Opitz, Claudio 1 1 1 1 1 1 1 1 +
10 Fjodorow, Peter 1 1 1   ½ ½ + ½
11 Schuler, Dorothea                  
12 Bierwald, Jan                  
13 Goetz, Claus               ½  
14 Michaelsen, Jan           1      
15 Nies, Peter                  
16 Vater, Hannes               + 0
17 Bongartz, Florian                  
18 Klink, Otto                  
↑
↓
1. Runde
24.09.2000 PSC Hannover Königsspringer Hamburg 4 : 2
Schachfreunde Achim Hamburger SK 0,0:6,0
TV Fischbek Stader SV 2,5:3,5
SC Meerbauer Kiel SV Bad Schwartau 6,0:0,0

Katastrophe zum Saisonauftakt

Die neue Saison sollte beginnen und wir alle freuten uns darauf, mit dieser schlagkräftigen Truppe (Hamburger Meister Steve, Vize Julian, Vierter Shreyas, Sechster Clauci, B‑Meister Fjodieht, Ex‑B‑Meister Ingo und Theorie‑Experte Diehter) große Erfolge zu erringen. Glanz und Gloria und eine tolle Deutsche Meisterschaft waren der Wunsch. Doch war anscheinend nicht jeder daran interessiert, sich erst einmal dafür zu qualifizieren!!!

So fuhren wir zu dritt – näheres sollte unser Mannschaftsführer selber sagen – nach Hannover und wurden chancenlos mit 2:4 (eigentlich natürlich 2:1) nach Hause geschickt.

P.S.: Irgendwie wurden Ingo und Jule aus der Bahn geschmissen (falsches Ticket) und Fjodieht hatte verschlafen. Wenn Ingos und Jules Problem noch verständlich war, so ist es doch eine FRECHHEIT von Fjodieht!!!

Viel Spaß mit dem Rest der Saison! – Vielen Dank! Den werden wir haben!!!

(Shreyas Dave)


Erklärungsversuche – Detailanalyse – Planlosigkeit

Viele werden sich gewundert haben, dass die »Unbeatables« gegen das relativ schwache Team aus Hannover verloren haben, sogar mit 2:4. Ein zweiter Blick auf das Ergebnis zeigt allerdings, wie der Spielverlauf war. Um genau 11:00 Uhr waren bereits drei Partien kampflos gegen uns entschieden und die verzweifelten Versuche, das 3:3 zu retten, endeten in zwei Remisstellungen und einem souveränen Sieg von Clauci. Die Spieler Zimmermann, Wilms und Fjodorow erreichten den Spielort nicht mehr rechtzeitig bzw. in diesem Fall gar nicht!

Die Termine der JuBL stehen zwar rechtzeitig fest, so hätten wir durchaus wissen können, dass es während der EXPO‑Zeit nach Hannover geht, doch wurde durch ein Missgeschick von Turnierleiter Heiko Spaan kein »grünes Heft« an unseren neuen Mannschaftsführer Ingo geschickt. Er wusste also von nichts – immerhin ganz neu im Geschäft als MF. René war der Einzige (?), der wusste, dass es an diesem ominösen Sonntag nach Hannover gehen sollte, aber er hatte pünktlich abgesagt. Ansonsten hätte er uns als erfahrener MF sicherlich weiterhelfen können; doch so?

Ungewiss war, wie wir nach Hannover kommen würden. Im Gegensatz zu den Vorjahren (Dietmar, Steffen) hatten wir in diesem Jahr zu diesem Zeitpunkt keinen Autofahrer im Team. Wir wussten zudem nicht, ob ein Wochenend‑Ticket nach Hannover gültig war, und zwei Autofahrer zu finden, würde schwierig werden. So wollten wir den Kampf gegen Hannover erst einmal so verschieben, dass der neue Termin nach der EXPO sein würde. Hier kommt das erste Problem: Der Hannoveraner Mannschaftsführer war so unfreundlich, überhaupt nicht kooperativ und eigensinnig. Er kannte unsere Anreise‑Probleme nur zu gut. So ließ er sich trotz mehrerer Telefonate von Ingo und mir nicht mehr umstimmen.

Samstag vor dem Kampf wusste Ingo noch immer nicht, wie wir anreisen sollen – im Internet war nicht wirklich deutlich erkennbar, ob das Wochenend‑Ticket erlaubt war (Ingo), und jetzt noch zwei Autofahrer aufzutreiben, schien unmöglich. Nach tausenden Telefonaten hatte sich immerhin ein Königsspringer bereit erklärt, uns hinzufahren: Thomas Rosien. Irgendwie ist es doch komisch, dass immer dieselben Mitglieder dem Verein helfen und dienen!!! Noch ein Autofahrer war irgendwie nicht zu bekommen, so teilten wir uns auf: Steve und Clauci sollten mit der Bahn, Fjodieht, Ingo, Jule und ich mit Thomas fahren.

Sonntag am Treffpunkt komme ich als Dritter und finde Steve und Clauci – ungünstigerweise waren nun alle drei Handys im Auto und drei »Handylose« fuhren mit der Bahn. Tja, wie sollte es anders sein: Das Wochenend‑Ticket zählte nicht und Jule und Ingo wurden in Lüneburg aus der Bahn geworfen. Peter Fjodieht hatte verschlafen und kam gar nicht erst! Das finde ich eigentlich am Traurigsten von all dem, was passiert ist! Von Lüneburg aus riefen uns Jule und Ingo auf dem Handy an, doch verliefen die Gespräche auch nicht günstig und Wolfgang Fenske, der noch los geeilt war, nachdem Thomas ihn jetzt mit einem SOS‑Anruf aufgerüttelt hatte, fand nur noch einen leeren Bahnhof – Ingo und Jule waren nach Hause gefahren. Die totale Katastrophe war perfekt. Schade, peinlich, man kann es nicht mehr ändern. Zum Glück setzten sich diese Unglücksfälle in der Saison nicht fort (bis jetzt).

Das Schlimmste ist im Moment eigentlich, dass Hannover (10:0) Tabellenführer ist und wir (8:2) aus eigener Kraft nicht mehr direkt zur DVM fahren können. Doch spielt Hannover noch gegen den Zweiten, HSK (8:2), und Delmenhorst (6:4), die wohl auch nichts mehr abgeben werden. Wir werden gegen den HSK nun alles geben und auf Schützenhilfe hoffen!

(Shreyas Dave)

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↓
2. Runde
04.11.2000 TV Fischbek Königsspringer Hamburg 0 : 6
Hamburger SK SV Bad Schwartau 5,5:0,5

Glanz und Gloria ohne Gegenwehr (I)

Die beiden Jugendbundesliga‑Begegnungen gegen Fischbek und Achim sollten an einem Wochenende stattfinden. So konnten wir uns gleich doppelt für die 2:4‑Schmach gegen Hannover (s.o.) rehabilitieren.

Ohne unser Ass am ersten Brett fuhren wir also zum Auswärtskampf nach Fischbek. Wie immer wurden wir sehr herzlich empfangen und fanden beste Spielbedingungen vor. Unter solchen Umständen spielt man sogar besser als zuhause – das Vereinsheim muss her!

Schnell klärten sich die Fronten an den Brettern und der Sieg war schon vor der ersten Zeitnot deutlich. René, Ingo und Clauci hatten ihren Gegnern nicht den Hauch einer Chance gelassen. Jule töpferte erst mal ’ne Figur, um sie (ohne Not) wieder zu gewinnen und das Endspiel »locker« nach Hause zu fahren. Meine Partie war wohl die spannendste, aber daher auch knappste. Aber eigentlich kann ich nicht behaupten, jemals in Verlustgefahr geraten zu sein. Als Erster stand aber Fjodieht auf Gewinn, aber so wie das nun mal ist, brauchte er dann noch vier Stunden, um seinen Vorteil zu verwerten.

(Shreyas Dave)

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3. Runde
05.11.2000 Königsspringer Hamburg Schachfreunde Achim : ½
SC Meerbauer Kiel TV Fischbek 3,0:3,0
SV Bad Schwartau PSC Hannover 1,0:5,0
SK Rinteln Stader SV 2,0:4,0
Hamburger SK Delmenhorster SK 4,0:2,0

Glanz und Gloria ohne Gegenwehr (II)

Auch gegen die Schachfreunde aus Achim lief es nicht anders. Bis auf die Blöße von Julian, der im letzten Moment noch den Remishafen sichtete, und Diehters remises Turmendspiel, das der Gegner durch Passivität derart versaute, dass noch ein Sieg heraussprang, gab es keine Probleme. Fjodieht stand als Erster auf Gewinn und gewann diesmal nach nicht mal einer Stunde gegen einen richtigen Anfänger. Auch Claucis, Ingos und mein Gegner machten es nicht viel besser, sodass keine Spannung entstand und nicht viel zu berichten ist.

Nach dem Kampf war klar, dass die Partien gegen den HSK und Delmenhorst die wichtigsten sein würden. Die favorisierten Delmenhorster hatten aber gegen den HSK verloren (stark ersatzgeschwächt und zu fünft!) und so wurde der nächste Kampf für uns der entscheidende, :-)

(Shreyas Dave)

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4. Runde
26.11.2000 Delmenhorster SK Königsspringer Hamburg 2 : 4
TV Fischbek SK Rinteln 0,5:5,5
Stader SV Hamburger SK 4,0:2,0
Schachfreunde Achim SV Bad Schwartau 4,5:1,5
PSC Hannover SC Meerbauer Kiel 0,0:4,0

Sieg im vorentscheidenden Kampf

Wie soll man sagen? Eigentlich sollte gerade ich diesen Bericht nicht schreiben, immerhin war ich es, der die Mannschaft noch in Gefahr gebracht hat. Bei einer klar besseren Stellung spielte ich totalen Günnsinn zusammen und verlor gar noch und das bei vielen unklaren Stellungen. Doch der Reihe nach:

Um 08:30 Uhr ist keiner am Treffpunkt. Keiner? Unser Delmenhorster Gast Eike war da, er wollte mit uns zurückfahren, weil er am Vorabend bei der tollen HSJB‑Party war. Um 08:40 Uhr fehlt nur noch der Mannschaftsführer – er hat verschlafen und kommt nicht mehr! Gut, dass wir zu siebt hinfahren wollten und er sowieso aussetzen sollte!!!

11:25 Uhr: 25 Minuten verspätet erreichen wir das Spiellokal zum vorentscheidenden Kampf. Warum? Schienenersatzverkehr bei der Bahn – und Zugverspätung! Trotzdem gaben uns die Gastgeber unsere unverschuldet verlorene Zeit nicht zurück – sie wollten gewinnen, egal mit welchen Mitteln??? Immerhin wusste jeder, dass der Verlierer dieser Begegnung keine Chance mehr auf die direkte Qualifikation zur DVM U20 2001 hat. Bei einem DSK‑Sieg können wir sogar jede Hoffnung begraben!

So wichtig, wie es war, wurde es auch gehandlet. Fjodiet war bis zur Gewinnstellung vorbereitet und gewann schon wenige Züge später. Erst zwei Stunden waren vorbei. Nach drei Stunden verlor ich dann ohne Not. Diehter stand schlecht, Steve leicht besser, Jule total unklar und Clauci hatte eine Mehrqualität – also zwischen 2:4 und 4½:1½. Naja gut äääh. Zur Zeitnot hatte Alexander Hauck, Jules Gegner, noch wenige Sekunden und keine bessere Stellung, Clauci stand auf Gewinn und auch Steve sollte wohl gewinnen. Und Diehter hatte Malte auch noch gefoppt – 4½:1½.

Kurze Zeit später hatten Steve und Clauci gewonnen, Jule hatte eine nicht verlierbare Stellung und auch Diehter noch gute Remischancen. Jule remisierte zum 3½:1½.

Nach sieben Stunden (Maximal‑)Spielzeit gab sich Diehters Gegner auch mit dem Remis zufrieden, sodass wir ungefährdet (??) 4:2 gewannen. Ingo schickte uns ’ne SMS mit »Sorry – Lasst euch die Gyrostaschen in Bremen schmecken, geht auf meine Rechnung!«. Super Ingo! Eine tolle Geste, die uns alle nur bestätigt. So werden wir auch den HSK wegputzen und zur DVM fahren.

(Shreyas Dave)

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5. Runde
17.12.2000 Königsspringer Hamburg Stader SV :
PSC Hannover TV Fischbek 4,0:2,0
SC Meerbauer Kiel Schachfreunde Achim 5,0:1,0
SV Bad Schwartau Delmenhorster SK 2,0:4,0
Hamburger SK SK Rinteln 4,0:2,0

Arbeitssieg gegen Stade

Stade, Tabellenführer mit 6:0 MP, war bei uns zu Gast. Vorbildlich verhielten sich MF Ingo, Jule und René, die pünktlich zum Aufbauen da waren. Ich kam um 10:00 Uhr und die beiden Scorer erst gegen 10:20 Uhr. Egal – beide haben ja locker gewonnen.

Clauci stand gleich nach wenigen Zügen gegen einen gar nicht so ungefährlichen D‑Jugendlichen auf Gewinn. Steve hatte es da schon schwerer gegen Neuverpflichtung Derek Gaede – doch wurde dieser sicher überspielt. Zur gleichen Zeit hatte René nach einem Bauerneinsteller des Gegners in schlechterer Stellung profitieren können. 3:0. So stand es aber leider nie, da Jule eine sehr gute Stellung gegen Björn Scholvin verdorben hatte und unterlegen war: 3:1. Aber auch Clauci spielte eigentlich noch: 2:1! Die Zeitnot kam, ich hatte ein total remises Turm‑ und Springerendspiel und was passiert??? Einzügig! 2:2. Wie peinlich, doch war diese Niederlage nicht entscheidend für den Ausgang des Kampfes, da Ingo schon wenige Minuten nach meiner Niederlage remisierte und Clauci letztlich sein total gewonnenes Endspiel nach Hause fuhr.

Alles in allem hätten wir durchaus 5:1 gewinnen können, wenn nicht müssen. So schlugen wir uns unter Wert mit dreieinhalb Brettpunkten und müssen nun zittern, ob ein 3:3 im nächsten entscheidenden Kampf gegen den HSK reichen wird!

Im Vergleich zu den Vorjahren ließen wir mal wieder jeden Glanz vermissen, dafür aber nicht die Mannschaftspunkte, die sonst ruhmreich geteilt wurden, etc. Besonders wichtig für diesen Mannschaftserfolg sind Claudio mit 5/5 und Fjodieht mit 3/3. Auch René (3½/4) und Steve (2½/3) sind starke Scorer. Die Eigengewächse Ingo (2½/3), Jule (2½/4) und ich (2½/5) tun sich NOCH schwer, aber vielleicht kommen die Punkte ja gegen die nächsten Gegner. Jetzt gehts im neuen Jahr erst einmal gegen Rinteln!

(Shreyas Dave)

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6. Runde
13.01.2001 SK Rinteln Königsspringer Hamburg :
Stader SV SV Bad Schwartau 6,0:0,0
TV Fischbek Hamburger SK 0,5:5,5
Schachfreunde Achim PSC Hannover 2,5:3,5

Keine Blöße im Neujahrskampf!

Die Saison gelangt langsam in die entscheidende Phase. Welches Team gibt sich gegen einen schlechteren Gegner die Blöße? Kann man Hannover überhaupt noch einholen? Was passiert, wenn wir gegen den HSK »nur« 3:3 spielen? Wird die Brettpunktzahl dann entscheidend sein?

Diese und einige andere Fragen gingen uns auf der Bahnfahrt durch den Kopf. Hannover und Stade werden sicherlich noch zwei Punkte abgeben. Wenn wir gegen den HSK 3:3 spielen, dann wird die Brettpunktzahl wohl entscheidend sein. Also: Brettpunkte sammeln!

Da ergab sich aber schon ein kleines Problem. Diehter und Shreyo konnten leider an dem Auswärtskampf nicht teilnehmen. Shreyo war (eigentlich) mit seinem Latein‑Kurs in Mölln, was aber irgendwie ausfiel, und was Diehter so getrieben hat, möchte ich hier nicht näher anführen!

Geschwächt fuhren wir also nach Rinteln. Mit an Bord war Jan Michaelsen, der letztes Jahr schon einmal auftrumpfen durfte. In seiner JBL‑Vergangenheit war er leider nicht besonders erfolgreich und deshalb mussten wir ihn erst einmal motivieren: »Wenn du heute nicht gewinnst, dann kannst du zu Fuß nach Hause gehen!« – Die optimale Vorbereitung bei Auswärtskämpfen!

Um 13:50 Uhr – nach vier Stunden Fahrt – waren wir endlich da. Noch genug Zeit um einen Döner zu essen! Ging aber leider nicht, da wir schnell gewinnen mussten, um den letzten Zug zu bekommen. Dieser fuhr um 20:10 Uhr. Länger als sechs Stunden durften wir also auf gar keinen Fall spielen.

Nun zu dem Spielverlauf: Steve hatte nach nur acht Zügen gegen Preusser eine total komplizierte Stellung, die nach 16 Zügen in Zugwiederholung endete. Jule remisierte auch durch Zugwiederholung, nachdem er sich vergewissert hatte, dass wir an allen Brettern besser standen. Ingo, der uns die Ehre erwiesen hatte, uns zu begleiten, stand die ganze Partie über besser und gewann auch souverän. Ich konnte mich leider nicht mit Ruhm bekleckern, hob meinen Gegner aber schließlich über die Zeit. Jan spielte eine ganz saubere Partie und feierte seinen ersten Sieg in der JBL. Es stand schon vor der ersten Zeitkontrolle 4:1 und Fjodiet remisierte in besserer Stellung, damit wir einen Zug früher nehmen konnten.

Der Mannschaftssieg war nie gefährdet! Der entscheidende Kampf kommt aber noch.

(Claudio Opitz)

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7. Runde
21.04.2001 Königsspringer Hamburg Hamburger SK 3 : 3
SC Meerbauer Kiel Stader SV 4,0:2,0
PSC Hannover Delmenhorster SK 1,5:4,5
Schachfreunde Achim TV Fischbek 1,5:4,5
SV Bad Schwartau SK Rinteln −:+
SK Rinteln SC Meerbauer Kiel +:−
Delmenhorster SK SK Rinteln 4,5:1,5
Stader SV PSC Hannover 5,5:0,5

Bericht

Im entscheidenden Kampf um die Norddeutsche Mannschaftsmeisterschaft U20 gab es ein kampfloses Ergebnis. Steve Berger, unser neues Brett 1, konnte nicht kommen, weil der Akku seines Handys leer war. Ansonsten hätte er das Schnellturnier aufgegeben und wäre sofort zum Kampf gekommen. Schade! Doch warum war er überhaupt nicht da? Eine taktische Entscheidung sowohl des Mannschaftsführers, als auch der Spieler hatte ergeben, dass die Schwarz‑Partie von Steve gegen Hannes an Brett 1 remis gegeben werden sollte.

Leider war diese Absprache, die meiner Ansicht nach nicht illegal ist, von HSK‑Seiten skeptisch betrachtet worden, sodass diese den ebenfalls nicht anwesenden Spieler Hannes Langrock nicht meldeten.

Dies führte dazu, dass Steve an Brett 1 kampflos gegen Felix verlor, Claudio aber in Carsten Patjens einen eingeflogenen Gegner bekam. Zwar erreichte er das HSK‑Spiellokal erst ca. 45 Minuten nach Spielbeginn, doch musste Claudio immerhin spielen, was Felix nicht brauchte – eine Farce.

Der Spielverlauf war nach diesem Trick der HSKler dann ganz zu unseren Gunsten. Julian konnte an Brett 2 gegen Olli schnell eine Gewinnstellung erreichen, und auch bei Clauci und Fjodieht sahen die Stellungen vielversprechend aus. Lediglich Ingo und ich waren noch Unsicherheitsfaktoren für das Endergebnis. So lehnte dann HaChri ein Remisangebot in einer ausgeglichenen Stellung ab und überzog völlig, sodass ich mich auch auf die Gewinnerseite verlagern konnte. Mittlerweile stand es schon 0:1 (über eine Stunde gespielt) und Jule hatte eine ganze Figur eingestellt. Dieser Schock hat wahrscheinlich Ingo dazu angestachelt, gleiches zu wiederholen und er ließ den hängenden Springer einfach stehen – 0:2. Plötzlich meinte Fjodieht, er könne das Schauerdach nicht mehr verhindern und müsse remis geben – ½:2½.

Auf Clauci war wie immer Verlass, und ich konnte meine zwei Mehrbauern letztlich auch zu einem vollen Punkt verwerten – 2½:2½. Eine tolle Ausgangsposition für Olli, der nun einem Endspiel mit Turm und Läufer gegen Turm mit zwei Bauern als Kompensation auf Gewinn spielen konnte. Hier zeigte sich aber wieder Jules alte Stärke und er konnte die eigentlich schon verlorene Partie zum remis umbiegen, sodass es immerhin noch zum 3:3 reichte.

Uns bleibt der unnütze Trost, dass auch zu fünft ein 4:2 recht realistisch war, sogar an ein 5:1 war zu denken. Daraus gemacht haben wir nichts. Schade. Aber wir sollten uns jetzt keine Vorwürfe machen, da noch nichts verloren ist, die DVM ist in gar nicht so weiter Ferne.

(Shreyas Dave)


Endspiel in der JuBL: Kampf der Giganten wird zur Farce

Da besitzt der HSK tatsächlich die Frechheit, einen solchen Vertrauensbruch zu begehen und ist dann zu dumm, um den so erschummelten Vorteil umzumünzen. Aber zunächst von vorn.

Alles beginnt ganz toll!

Ich erreiche das HSK‑Klubhaus um 14:00 Uhr, um den HEIMKAMPF gegen den HSK aufnehmen zu können. Doch sitzt jetzt noch kein Spieler am Brett, obwohl die Partien schon einige Sekunden alt sein müssten. Stattdessen wird heftigst diskutiert.

Es kommt zu einer Mannschaftssitzung:

Thema: Die Spieler Steve Berger und Hannes Langrock, die remis vereinbart hatten (vor der Partie) sind nicht erschienen und müssten bei Aufstellung genullt werden! Also: −:−!!!

:-(((

Rufen wir also jetzt noch jemanden an, um vollzählig zu sein, oder melden wir Steve und machen unerlaubterweise remis???

Nach heftigen Diskussionen entscheiden wir uns mit der Gegenstimme von Fjodieht mit fünf Leuten den HSK frisch zu machen!

Zu unserer Überraschung sehen wir, dass der HSK nicht Hannes Langrock gemeldet hat! Wir stellen also fest, dass wir 0:1 zurück liegen. Die Möglichkeit 2½:2½ fällt also wech! Ein Glück, aber auch Pech, denn bei −:− hätten ja nur wir profitiert! Wir hätten sie dann einfach 3:2 abgezogen und wären ungeteilter Erster gewesen – lol!!!

Naja, was passiert? 0:1! Schrecksekunde kurz darauf – Pauli liegt 0:1 hinten!

Die Paarungen aber noch davor:

Berger – Ketelaar −:+

Zimmermann – Frackowiak

Dave – Stejskal

Wilms – Colpe

Opitz – Patjens (!!!)

Fjodieht – Hieramententeich, Mayeul

An den entscheidenden Brettern 2, 4, 6 haben wir Weiß. Da Opitz gegen Casi auch mit Schwarz gewinnen sollte und HaChri mit seinem Aufbau remisieren könnte, sieht es trotz des frühen 0:1 gut aus, außerdem hatte Pauli ausgeglichen und gar die Führung erzielt, nacheifern ist angesagt!

Der HSV geht in Führung und Jule steht total auf Gewinn, so kann ich ruhig remis anbieten; HaChri lehnt aber ab!

Mittlerweile steht Ingo ganz okay, Clauci und Fjodieht auf Gewinn, moi ein bissal besser und Jule richtig fett! 5:1!!!

Ej, was geht? Schierholz geht!

Die Ereignisse überschlagen sich!

Beim HSV fällt das 1:1, Pauli ist durch (4:1) und Jule stellt eine Figur ein!

Neue Ausgangssituation:

Clauci, Fjodi und ich sollen gewinnen, Ingo mindestens remisieren, Jule verzweifelt ums remis kämpfen.

Aber alles kommt anders!!!!!!!

:-(((

Bayern gewinnt.

Ingo stellt einzügig eine Figur ein und gibt auf.

0:2

:-(

Fjodieht stellt fest, dass Mayeul ein Dauerschach hat – er stand aber die ganze Partie über besser – wie kann das passieren??? Jetzt ist vlg. angesagt!

½:2½

Dennoch ist auf Mr. 100 % na klar Verlass. Clauci zieht Casi genauso wie Steffjee einst ab! Aber nicht mit PhiliDOr, sondern mit nem ganz scharfen und strangen Siz.

1½:2½

Ich steh auf Gewinn.

HaChri lässt sich zweimal foppen (eigentlich auch überspielen) und geht dann noch im Turmendspiel ganz billiger hilliger matt (war eh schon gewonnen ohne Ende). Kleine Kostprobe? Ich bin Schwärz, Bauern h6, g6, f5, Td3, Ke6 – Weißer König auf f4, Turm hat kein Schach, lol, g5 matt ist nicht zu verhindern!

2½:2½

:-)

Naja, Jule hat immer noch Endspiel mit Turm gegen Turm und Läufer, dafür zwei Bäuer als unzureichend Kompensation – wir kämpfen schon lange nur noch um das 3:3, an einen Sieg ist nicht mehr zu denken, :-(((

Jule kann es aber irgendwie doch noch halten, :-)))

3:3

:-(((

Scheiß‑Ergebnis, aber für zu fünft, trotzdem bärtig.

Nach Stellungen mindestens 4:2, aber auch 5:1 war drin.

Für Königsspringer schrieb Davemaster.

Dies stellt nur MEINE eigene Meinung dar, ist kein objektiver Bericht.

(Shreyas Dave)

↑
↓
8. Runde
22.04.2001 SV Bad Schwartau Königsspringer Hamburg :
Delmenhorster SK SC Meerbauer Kiel 4,0:2,0
Delmenhorster SK Schachfreunde Achim 5,0:1,0
Delmenhorster SK TV Fischbek 4,0:2,0
Schachfreunde Achim Stader SV 0,5:5,5
PSC Hannover SK Rinteln 2,0:4,0
SC Meerbauer Kiel Hamburger SK 1,5:4,5

Bericht

Ein Kampf, der jetzt, da es nur noch um Brettpunkte ging, ein »zu Null« erwarten ließ. Doch kommt die erste schlechte Nachricht schon bei der Abfahrt. Smöcus (die Person Jan Michaelsen) hat verschlafen und kommt nicht mehr zum Kampf. Er schuldet dem Verein jetzt 20 DM, welche er schleunigst bezahlen sollte. Glücklicherweise konnte Hannes Vater gewonnen werden, der einen Zug später nahm und den Spielort noch rechtzeitig erreichte.

Leider gewann er genauso wie Fjodieht kampflos, sodass es um 11:30 Uhr schon 2:0 stand. Auch Clauci und Jule gewannen sicher, was man von Claus, meinem Ersatzmann, nicht sagen kann. Er kam über ein Remis nicht hinaus – nur noch 5½:½? Ingo hatte eine Gewinnstellung, ging aber leider unnötig (ist es doch immer, oder?) matt. So ein Mist, nur 4½:1½. Wir müssen nun im letzten Kampf auf den HSK noch anderthalb Brettpunkte gutmachen – nichts ist unmöglich.

Ich war, wie leicht zu ersehen ist, nicht vor Ort und kann die Geschehnisse nur nach Erzählungen wiedergeben. Vielleicht kann ja ein Anwesender die turbulenten Ereignisse am Marathon‑Sonntag besser schildern, Clauci??? Bitte.

(Shreyas Dave)

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↓
9. Runde
13.05.2001 Königsspringer Hamburg SC Meerbauer Kiel 4 : 2
TV Fischbek SV Bad Schwartau 5,5:0,5
Hamburger SK PSC Hannover 4,5:1,5
SK Rinteln Schachfreunde Achim 5,0:1,0
Stader SV Delmenhorster SK 4,5:1,5

Endspurt in der Jugendbundesliga

Am Sonntag, den 13. Mai 2001, einem Tag, der noch vielen in Erinnerung bleiben wird, war der große Showdown der Jugendbundesliga. Es galt für uns die anderthalb Brettpunkte aufzuholen, die unseren zweiten vom ersten Platz trennten, den ausgerechnet unser Lokalmatador HSK für sich beanspruchte.

Der liebe Gott gab uns seinerseits beste klimatische Konditionen, und eigentlich hätte ich mit meinen Schliderungen zu dem dramatischen Kampf überschwenken müssen – wäre da nicht dieses ETWAS gewesen. Dieses Etwas, dass uns und vielleicht auch der Pokalmannschaft die Nerven und den Titel kosten würde.

Dieses Etwas kam eigentlich nicht so plötzlich – im Gegenteil, es war plötzlich weg! Es handelte sich dabei um den Hausmeister am Tibarg, der sich nicht in Luft, sondern in eine offene Terassentür verwandelt hatte. Es war also NIEMAND da, aber JEDER hätte in seine Wohnung steigen können. Aber wir mussten doch irgendwie an den Schlüssel zur Außentür von Haus 3 kommen! Der Schlüssel zum mysteriösen Geheimnis war ebenfalls nicht zu finden, sodass später sogar noch die Polizisten der Wache Garstedter Weg konsultiert wurden – aber ich wollte keinen Krimiroman, sondern einen Endspurtkrimi liefern und weiche ein wenig vom Thema ab.

Nach vielem Hin und Her, Handy an, Handy aus, entschieden sich alle vier angereisten Mannschaften plus Zuschauer (ob dieses Wort im Singular oder Plural steht, lässt sich zum Glück nicht sagen) dafür, im HSK‑Clubhaus zu spielen, die sich über so viel Prominenz freuten.

Im HSK spielte ihrerseits die HSK‑Jugendbundesligamannschaft gegen Hannover, die übrigens genauso wie die Kieler, die unter Protest versuchen wollten, uns ein gebürtiger Gegner zu sein, nur zu viert angereist waren. Das schmälerte unsere stochastische Möglichkeiten auf den Titel natürlich ungemein, da der HSK nun nur noch an vier statt an sechs Brettern anderthalb Brettpunkte abgeben musste. Zudem hatten wir durch die ganze Aktion 55 Minuten eingebüßt und einen hohen, blankpolierten Spiegel aus Adrenalin.

Außerdem hatte Julian sich mal einen Tag freigenommen, um mal richtig was für die Schule zu tun. Da er das dringend nötig hat und wir ihn in dieser Hinsicht unterstützen müssen, gaben wir ihm natürlich frei. Ob er durch diesen Tag büffeln die mittlere Reife schafft, ist jedoch eine andere Frage. Aber zurück zum Kampf.

Die Kieler ließen die Bretter 3 und 4 frei, sodass wir nach fünf Minuten bereits mit 2:0 führten. Souveräner Start! Damit hatte sich Claudio, unser Ebbe Sand der Truppe, die 9/9 und somit die 100 % gesichert!!! Keine Wunder, dass auch »Mpenza« Steve in guter Verfassung war und den gegnerischen Königsangriff auskontern konnte. Beide sind ein sehr wichtiger Gewinn für die Mannschaft. Schade, dass sie in diesem Jahr schon pensioniert werden.

Am Nachbartisch stand es immer noch 2:0 für den HSK. Einen Punkt hatten wir also schon aufgeholt. Shreyo stand von Anfang an gut, Fjodorow steht sowieso immer gut, aber Hannes Vater – unser Julianersatz – hatte in einer verwickelten Stellung verwickelt abgewickelt und einen Stein weniger. Diesen konnte ich ihm dann von meinem Herzen fallend spenden, als er plötzlich auf Gewinn stand. Der HSK‑Coach Hans‑Christian Stejskal hatte aber schon im Hinblick auf die Niederlage Hannes Vaters angewiesen remis zu machen. Damit hatte der HSK schon einen halben Brettpunkt Vorsprung eingebüßt.

Beim HSK hatte derweilen Helge Colpe gescored, Hannes Meyner stand gut, aber DM‑Olli eher schlecht. Unsere Chance! Damit ich emotional nicht nochmal alles durchmache, mache ich es jetzt doch kurz.

Fjodorow konnte nicht gewinnen, da er sich nicht unterfordern, sondern lieber anspruchsvoll remis halten wollte, anstatt billig zu gewinnen, und bei der Würfelpartie von Hannes Vater hatte sich der Spieß umgedreht und ließ nun wieder Hannes schmoren. Nach kurzer Zeit, auffälligerweise noch pünktlich zum Formel 1‑Start, gab er auf; nur noch 2½:1½.

Beim HSK stand es inzwischen 4:0 durch Siege von Colpe und Meyner. Es ging uns wie den Schalkern: Den Titel verspielt am letzten Spieltag (auch vorher hatte ich mit meiner Wenigkeit ja schon zu Hauf dazu beigetragen, dass wir ja nicht schon zwei Spieltage vor Schluss die Meisterschaftsschale in den Händen hielten). Aber wir hatten noch einen Trumpf im Ärmel, da DM‑Olli verlor und der HSK insgesamt 4½:1½ gewann. Während der HSK schon seine Meisterschaft feierte, brüteten Claudio und ich einen teuflischen Plan aus.

Die Kieler hatten an den Brettern 3 und 4 nicht mehr einsatzberechtigte Spieler aufgestellt, sodass wir im Falle eines Protests anderthalb Brettpunkte gutgeschrieben bekommen würden. Wenn Shreyas gewinnen sollte, dann hätten wir noch Chancen auf den Titel – aber eben nur mit HSK‑Met‑hoden.

Shreyo befand sich in Zeitnot und war sicherlich durch den großen Zeitverlust am Anfang der Partie gehandicapt. Er verspielte seine Gewinnstellung zu einer Remisstellung, in der selbst sein Kampfgeist nicht mehr reichte, um die Stellung zu gewinnen. So waren auch die letzten Chancen auf den Titel dahin. Jetzt müssen wir wohl die Championsleague‑Qualifikation gegen den Zweitplatzierten der Oststaffel spielen, um die Teilnahme an der Champions League, der deutschen Meisterschaft, noch zu schaffen.

Hoffen wir auf das BESTE!!! (Wenn Pauli aufsteigt, werden wir allein durch die Motivation Meister werden).

(Ingo Wilms)


Ein total verkorkstes Jahr – Abschlussbericht zur Jugendbundesliga‑Saison 2000/01

Sieben Spieler – eine Mission. Die Zeichen standen eindeutig auf Durchmarsch und souveräne Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft. Steve, Jule, moi, Ingo, Diehter, Clauci und Fjodi – keiner von uns zweifelte am totalen Triumph der bärenstarken Truppe. War doch mit Ausnahme von Hannes Langrock die absolute Jugendelite Hamburgs in der Mannschaft vereint!

Schon der Kampf gegen Hannover zeigte, dass wir uns nicht schachlich, sondern anders besiegen können! Leider lernten wir nicht aus dem Hannover‑Kampf und das gleiche Missgeschick wiederholte sich im wichtigsten Kampf der Saison. Wie kann es sein, dass eine Königsspringer‑Mannschaft in der Jugend‑Bundesliga kampflose Niederlagen erzielt? Bis zu dieser Saison war dies auch für mich unvorstellbar, aber die Saison zeigte, dass kleinste Probleme zu größten Übeln führen können.

Ich möchte vorwegnehmen, dass ich mit meinem Beitrag Ingo keine Vorwürfe machen möchte. Er hat den unbeliebten Posten des Mannschaftsführers besetzt und alles gegeben, um bestmögliche Resultate zu erzielen. Die Missgeschicke sollte man keineswegs Ingo anlasten, denn jeder hat dazu beigetragen. Jeder hätte MF werden können, doch haben sich alle davor gedrückt. Zudem konnte jeder Ingo helfen oder auf Probleme hinweisen, doch liefen alle blind durch die Spielsäle. Zunächst einmal genug hierzu.

Beim Kampf gegen Hannover hatten wir enorme Probleme mit der Anreise. Es wurden alle Autofahrer angerufen und nett gefragt, ob sie uns denn nach Hannover zum Auswärtskampf begleiten könnten, da eine Bahnfahrt zu teuer werden würde – es war Expo‑Zeit und die Tickets waren immens verteuert. Doch fand sich nur Thomas Rosien. Vielen Dank, Thomas! An dieser Stelle hat sicherlich nicht nur die Organisationsabteilung, sondern auch ein wenig der Gesamtverein versagt! Bei der endgültigen Planung der Hinfahrt war es dann doch unser Versagen. Wieso wird nicht das »sichere« Auto voll besetzt? Vier Leute hätten durchaus gegen die schwachen Hannoveraner zwei Mannschaftspunkte erreichen können. Stattdessen fuhren Steve, Clauci und ich mit dem Auto, wohingegen Ingo und Julian aus der Bahn geschmissen (Ingo hatte sich auf der Bahn‑Homepage verlesen und das falsche Ticket gekauft) wurden und kampflos verloren. Bei dem Versuch nach dem Rausschmiss die Situation noch zu retten, versagten beide. Den dritten kampflosen Punkt für Hannover hatte Fjodi zu verantworten, da er VERSCHLAFEN hatte. Das ist nicht mehr zu entschuldigen. René hatte rechtzeitig abgesagt, er ist wohl der Einzige, dem keine Schuld am Hannover‑Kampf angehängt werden kann.

Nach diesem Fauxpas wussten wir, dass höchstens noch ein Mannschaftspunkt abgegeben werden durfte, wenn man das Ziel »DVM U20 2001« noch erreichen wollte. So folgten sichere Siege gegen Fischbek und Achim. Gegen diese äußerst schwachen Gegner konnten wir es uns sogar erlauben, ohne Steve anzutreten.

Das erste Endspiel folgte dann in Runde 4 gegen Hauptkonkurrent Delmenhorst. Wir entschieden uns, dass Ingo rotieren, aber trotzdem mitfahren sollte. Leider schaffte es Ingo nicht rechtzeitig zum Hbf., was letztlich außer moralischer Einbuße kein Problem darstellte. Auch so sollten wir einen ungefährdeten 4:2‑Sieg einfahren, bei dem ich als Einziger patzte. Somit war klar, dass der Hamburger SK und Stade die verbliebenen Konkurrenten um den ersten Platz (direkte Qualifikation) und den zweiten Platz (Stichkampf um die Teilnahme an der DVM) waren. Stade wurde minder stark eingeschätzt, sogar unterschätzt. Wir mussten nämlich in der fünften Runde gegen Stade antreten. Wir waren haushoch überlegen, gewannen aber nur mit 3½:2½. Jule verlor unnötig aus besserer Stellung und ich stellte im Zeitnot einfach einen Turm ein. Ein 4½:1½ oder 5:1‑Sieg hätte dem Verlauf des Kampfes und den Stellungen mehr entsprochen. Die Siege von René, Steve und Clauci waren eigentlich nie gefährdet.

Nach einem 4½:1½ gegen Rinteln folgte das Endspiel gegen den HSK. Obszöne 3:3‑Angebote der HSKler und schwierige Mannschaftssitzungen verkomplizierten das Geschehen für uns. Nur gut, dass wir das 3:3 ablehnten und uns dem Kampf stellten, denn so hatten wir wenigstens unsere Ehre behalten. Hintergrund war, dass bei einem 3:3 der zweite Platz gesichert, aber der erste fast verloren gegeben wurde. Nun waren wir aber an jedem Brett stärker als der HSK. Es gab keinen Grund Angst vor einer Niederlage zu haben. So stellten wir uns der wichtigsten Aufgabe der Saison. Warum der Kampf letztlich 3:3 endete, kann jeder aus dem Spielbericht entnehmen.

Was nach diesem 3:3 folgte, sollte jedem klar sein. Die Brettpunkte sollten über Platz 1 entscheiden! Wir lagen bei zwei ausstehenden Kämpfen nur anderthalb Brettpunkte hinter dem HSK und hatten damit noch alle Chancen, da die Teams so schwach nicht waren! Während der HSK völlig enttäuschte und nur neun Brettpunkte aus zwei Kämpfen holte, enttäuschten wir noch mehr und holten gar nur achteinhalb!!! An den ausgespielten Brettern reichte es nur zu einem 4½/8 gegen deutlich unterlegene Gegner. Uns ist die Luft richtig ausgegangen. Der Kampf gegen den Abstiegskandidaten Kiel endete gar 2:2 am Brett – der einzige Kampf, bei dem wir an den ausgespielten Brettern nicht siegen konnten!!!

Was uns bleibt, ist der Stichkampf gegen den Zweiten aus der Oststaffel, den wir hoffentlich gewinnen werden. Auch hier werden wir eindeutig Favorit sein! Lieber wäre uns natürlich ein sehr starker Gegner gewesen.

Steve spielte eine gute Saison. Auf ihn war immer Verlass. Die entscheidenden Punkte holte er immer, nur gegen Hannover und Rinteln spielte er remis. Ohne Niederlage erzielte er so 4/5. Vollkommen okay, da er auch starke Gegner hatte.

Jule spielte eine schwache Saison. Eine Niederlage im wichtigen Kampf gegen Stade und sonst vier Remisen geben eher das untere Level seines Könnens wieder. 4/7 ist ausbaufähig für die nächste Saison.

Shreiyu hatte eine total verkorkste Saison. 4/7 und Niederlagen gegen Delmenhorst und Stade waren eine einzige Katastrophe. »Sorry, Jungs.« Zum Glück erzielte ich mit dem Sieg gegen HaChri noch einen wichtigen Punkt in der Saison.

Ingo war die tragische Gestalt der Saison. Als MF hart kritisiert und am Brett mit zwei unglücklichen Niederlagen, u. a. gegen Helge, ungünstig bedient, reichte es dennoch zu 3½/6. Auch er wird nächste Saison besser spielen.

René spielte gut und erzielte bis zum Ausscheiden 3½/4. Ich bin mir sicher, dass er ähnlich stark auf der DVM spielen wird.

Clauci war der Gott der Mannschaft. 8/8 sprechen eine deutlich Sprache. Er wollte ja erst zum HSK, doch waren die zu blöd, um Claucis Stärke zu erkennen! Danke, Clauci, dass du unser Vertrauen so toll in Punkte umgemünzt hast. Jetzt noch 100 % auf der Deutschen.

Fjodi spielte nicht gerade glorreich. 4½/6 an 7 sind zu wenig.

Die Ersatzspieler Jan, Claus und Hannes machten 1½/3. Günther Kampflos holte 4/8. Peinlich!

Ausblick: Sicherlich war die Saison ein einzige Katastrophe, aber wurde mit Platz 2 die Möglichkeit zur Qualifikation geschaffen. Zudem haben wir eindeutig erkannt, dass wir die beste U20 in Norddeutschland haben. Ohne unglückliche Zufälle hätten wir jeden Kampf sicher gewonnen. Wir können selbstbewusst in den Stichkampf gehen, und ich hoffe, dass wir bei der DVM unser wahres Können darbieten! Ohne inneren Zwist, ohne Bahnfahrt, ohne Druck von außen, ohne Ersatzspieler, ohne Kampflose!

Auf geht’s – wir sind die beste Jugendtruppe, die wir je hatten, meine ich. Nun sollten wir es auch zeigen!

(Shreyas Dave)

 
 
 
 
 
 
 
 
https://www.kshamburg.de/archiv/01-jbl.php
01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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