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Chronik: Archiv
Sonnabend, 18. November 2017

Königsspringer Hamburg · Schachclub von 1984 e. V.


Königsspringer Hamburg
Schachclub von 1984 e. V.

Chronik

Archiv

Jugendbundesliga‑Nord, Staffel West 1999/2000
Termine Tabelle Spieler Ergebnisse
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Termine
1 31.10.1999 Schachfreunde Achim Königsspringer Hamburg :
2 20.11.1999 Königsspringer Hamburg PSC Hannover 5 : 1
3 21.11.1999 Königsspringer Hamburg Delmenhorster SK 1 : 5
4 19.12.1999 SC Stadthagen Königsspringer Hamburg 3 : 3
5 13.02.2000 Königsspringer Hamburg SK Rinteln 3 : 3
6 16.04.2000 Hamburger SK Königsspringer Hamburg :
7 06.05.2000 Königsspringer Hamburg SK Johanneum Eppendorf :
8 13.05.2000 Königsspringer Hamburg SC Schachelschweine : ½
9 28.05.2000 SC Meerbauer Kiel Königsspringer Hamburg :
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Tabelle
Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 BP MP
1. Delmenhorster SK 3 4 5 5 6 43,0 17
2. Hamburger SK 3 4 6 38,0 15
3. SC Meerbauer Kiel 2 3 4 5 32,5 13
4. Königsspringer Hamburg 1 5 3 3 31,5 10
5. PSC Hannover 1 1 5 5 5 28,0 10
6. SK Rinteln 3 3 3 4 6 4 28,5 9
7. SC Stadthagen 2 3 1 3 3 5 26,5 9
8. SK Johanneum Eppendorf ½ ½ 2 2 3 5 22,5 5
9. SC Schachelschweine ½ ½ ½ 1 0 1 10,0 2
10. Schachfreunde Achim 0 0 1 1 2 1 ½ 9,5 0
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Spieler
RL Name 1.R 2.R 3.R 4.R 5.R 6.R 7.R 8.R 9.R
1 Bekker‑Jensen, Simon                  
2 Zimmermann, Julian 1 1 0 ½ 0 0 1 1 ½
3 Dave, Shreyas   1 ½   1 0 0 ½  
4 Mandelbaum, Peter‑René 1 ½ 0 ½ ½ 0 1 1 ½
5 Wilms, Ingo 1 ½ ½ ½ ½ 1 ½ 1 ½
6 Fjodorow, Peter 1 1 0 ½ ½ 1 1 1 1
7 Bierwald, Jan   1              
8 Schuler, Dorothea     0 0 ½ ½     0
9 Behmer, Malte                  
10 Michaelsen, Jan 0                
11 Nies, Peter                  
12 Goetz, Claus ½     1     1 1 0
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1. Runde
31.10.1999 Schachfreunde Achim Königsspringer Hamburg :
SK Johanneum Eppendorf SC Meerbauer Kiel 2,0:4,0
PSC Hannover Schachelschweine 5,0:1,0
SC Stadthagen SK Rinteln 3,0:3,0

Bericht

Am Samstag gegen 19:30 Uhr erwachte der MF aus seinem nachschachreislichen Mittagsschlaf, auf seinem Anrufbeantworter war Shreyas’ Stimme zu hören: »Ja hi, hier ist Shreyas, ich wollte nur sagen, dass ich morgen nicht spielen kann, ich habe noch viel für die Schule zu erledigen«. Naja, immerhin würden Jule, Ingo, Peter F. und ich spielen.

Jan M.’s Mutter sagte mir, dass Jan bei einem Freund übernachten würde. Eigentlich blöd, da er mir zugesagt hatte. Wo bekam man auf einen Samstagabend noch schnell zwei Spieler für einen Auswärtskampf her? Nun gut, vielleicht war es einen Versuch wert, gleich einen Doppelpack Schulers zu verpflichten, was jedoch daran scheiterte, dass die beiden nicht ohne die Erlaubnis ihrer verreisten Eltern einfach so wegfahren durften. Jan Bierwalds Mutter sagte mir, dass Jan erst am nächsten Abend zurückkommen würde. Auch Malte musste mir leider absagen, genauso wie Marco, der wohl auf einer Party war. Also belästigte ich den nach der Schachreise bestimmt ziemlich kaputten Claus, der sensationeller Weise zusagte. Florian entschied sich für »Auf die Schule vorbereiten«. Bei Peter Nies mochte ich um 21:40 Uhr nicht mehr anrufen und so erzählte ich Jan M. einfach, dass er spielen müsse, da es nicht anders ginge.

Zwei Stunden am Telefon also, zuzüglich der Zeit, in der ich versuchte, den gegnerischen MF davon zu überzeugen, dass es ungünstig für uns sei, direkt nach einer Schachreise und einen Tag vor Schulbeginn zu spielen, plus unzählige Versuche, Heiko Spaan zu erreichen. Am nächsten Tag trafen sich dann überraschend sechs Schachspieler am Hauptbahnhof.

Die Fahrt verlief ausgesprochen reibungslos, gegen 11:15 Uhr konnte der Kampf beginnen. Zu unseren Gegnern ist zu sagen, dass unsere zweite Jugendmannschaft bestimmt nicht schlechter als sie sind. Nach einer halben Stunde stand Julian ±, fünf Minuten später hatte er eine Figur für nichts eingestellt. Sein Gegner (DWZ ~ 1600) verstand es jedoch glänzend, die Stellung ausgeglichen zu gestalten, nach zwei Stunden entstand ein Bauernendspiel, welches der Gegner in ein Damenendspiel mit Mehrbauern hätte abwickeln können, auch remis verschmähte er, bis er die Stellung zum Verlust verdorben hatte.

Nach diesen aufregenden 2½ Stunden führten wir 1:0, eine halbe Stunde später erhöhte Peter, der in seinem JuBL‑Debüt nachwies, dass zwei Läufer stärker als ein Turm sind, auf 2:0. Jan spielte eine langweilige Partie gegen einen recht guten Gegner (DWZ 1498, Teilnahme an der DEM U14 ’99), ließ eine Gewinnchance aus und stellte in des Gegners Zeitnot eine Figur ein. Ich selbst spielte eine komische Partie, gegen den etwas defensiven Aufbau meines Gegners (Sf3, g3, Lg2, O‑O, d3, c3, Sa3–c2, e3, De2) wickelte ich im Angriff in ein schlechtes Endspiel ab, in dem mir nur das Läuferpaar blieb. Da meinem Gegner für 20 Züge nur noch zehn Minuten blieben, machte auch ein Bauernverlust nicht mehr viel, die Stellung kippte langsam zu meinen Gunsten, und ich konnte im 38. Zug nach KSH‑Manier (wer damit nichts anzufangen weiß, sollte gegen Jule Zwei‑Minuten‑Blitz spielen) auf ZÜ reklamieren.

Ingo, der nicht so recht wusste, was er gegen Caro‑Kann spielen sollte und sich überlegte, einfach abzutauschen und »dann Willie zu spielen«, konnte im 15. Zug einen gegnerischen Springer fangen und gewann mühelos auf ZÜ, ohne noch das Matt in Zwei zu zeigen, das die Fans sehen wollten. So spielte nur noch Claus, der in beiderseitiger Zeitnot in einer ansonsten etwas farblosen Partie sein Remisangebot mit einem Verlustzug verband, welches sofort akzeptiert wurde: 4½:1½.

Auf der Rückfahrt wurde Jans Frisur unzählige Male umfrisiert (schneiden, rasieren, massieren und rüberlegen), und Claus und mir wurden noch einige wertvolle Tips gegeben, was wir mit unseren Haarprachten anstellen könnten.

Als Fazit lässt sich sagen, dass

– Achims Bäcker keine Mandelhörnchen verkauft

– Achims MF nicht weiß, was Croque ist

– Achim aber einen Döner Kebab hat

– nur die ersten vier Bretter sich zutrauten, den Text unserer Vereinshymne fehlerfrei zu singen (im Regionalexpress)

– wir im nächsten Kampf Florian einsetzen müssen, da er eine neue Vereinshymne komponiert hat

– wir uns noch ein bisschen mehr anstrengen werden müssen, um den HSK traditionell 3½:2½ schlagen zu können

– der Job als MF nervig sein kann

(Peter‑René Mandelbaum)

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2. Runde
20.11.1999 Königsspringer Hamburg PSC Hannover 5 : 1
Schachelschweine SC Meerbauer Kiel 1,5:4,5
Hamburger SK Schachfreunde Achim 6,0:0,0
SC Stadthagen SK Johanneum Eppendorf 3,0:3,0

Bericht

Bereits vor dem Doppelwochenende plagten den MF große Sorgen, Simon hatte leider am Mittwoch krankheitsbedingt abgesagt, sodass die ganze Planung zunichte gemacht wurde. Also sollte Jan für das Wochenende einspringen, leider musste er für den Sonntag absagen. So spielten wir also am Samstag mit Jule, Shreyas, dem Berichterstatter, Ingo, Peter und Jan.

Während Jan nach zwölf Zügen eine Figur für zwei Bauern erbeuten konnte, stand Peter eher kritisch und bei Jule war nicht klar, ob sein Gegner (DWZ 2228) mörderischen Angriff oder einfach einen Bauern eingestellt hatte. An den anderen Brettern: bislang nichts Besonderes.

Nach und nach waren auch noch einige Fans eingetroffen, um unsere Mannschaft anzufeuern: Steffen, leider dem Jugendalter entwachsen, Thomas, unser Getränkewart, Arthur, unser Rauchwart, Dorothea, die zu Shreyas’ Leidwesen leider doch nicht als Cheerleaderin verkleidet war und Frank, unser Ex‑MF, den der Job zu sehr nervte (für bisher zwei Kämpfe musste ich vier (!) Stunden telefonieren, daher verständlich). Vereinsmeisterschaftsbedingt und auch wegen nur so waren außerdem Martin Bierwald (der mit dem Klingelbeutel umgeht) und Claus Goetz (Jugendredemeister) da. Sie alle und der Wecker, den Ingo immer dann klingeln ließ, wenn mindestens fünf Gegner am Zug waren, mussten die Spieler vom PSC Hannover wohl fürchterlich eingeschüchtert und entnervt haben, jedenfalls lief in den nächsten zwei Stunden wirklich alles für uns.

Jans Gegner ließ eine Gewinnchance aus und lieber eine Abtauschkombination zu, bei der Jan noch einen Turm gewann, Peter konnte nach anfangs sehr schlechter Stellung mit einem hübschen Figurenopfer den gegnerischen König, der noch immer in der e‑Linie stand, zur Strecke bringen (»Ja, ja, wer nicht rochiert, verliert«, so lautet eine der goldenen Regeln, die man schon in der Anfängergruppe unseres 1. Vorsitzenden lernt), daher führten wir 2:0.

Ingo stand anfangs ganz aussichtsreich, musste dann allerdings seinem Gegner die Abwicklung in ein Doppelturmendspiel gestatten, welches dann auch irgendwie remis ausging.

Am Spitzenbrett konnte Jule den Bauern zugunsten eines besseren Endspiels abgeben, in der Folge gewann er einen Bauern und überzeugte seinen Gegner nach Damentausch davon, dass ungleichfarbige Läuferendspiele nicht immer remis sind.

Nun mussten Shreyas und ich uns nicht mehr anstrengen, trotzdem gab Shreyas in schlechterer Stellung einige Schachgebote, die den Gegner dazu veranlassten, mit dem König immer weiter nach vorne zu marschieren, bis Shreyas einen Bauern nach h3 zog, Schach bot und sein Gegenüber ihm die Hand reichte. Shreyas fragte ihn, warum er denn aufgegeben hätte, worauf ihn sein Gegner aufklärte, dass er das einen Zug vor dem Matt immer tun würde. Nach einigen Schocksekunden fiel auch Shreyas auf, dass er mit einem diagonalen Damenrückzug (eines der schwierigsten Motive überhaupt) matt setzen könnte, wenn sein Gegner den Bauern schlüge. Da er zum Zeitpunkt der Aufgabe nur eine Minute für acht Züge hatte, war es zumindest den Schlachtenbummlern nicht ganz klar, ob er das Matt auch wirklich gefunden hätte.

Nach dieser ereignisreichen Partie einigten sich die beiden Mannschaftsführer, die eine sehr wechselhafte Partie mit beiderseitigen Gewinnchancen spielten, friedlich auf remis, womit das 5:1 besiegelt war.

In der Höhe war unser Sieg nicht unbedingt verdient gewesen, doch bekanntlich halten sich Glück und Pech zumeist in einem ausgewogenen Gleichgewicht, wovon ich bei der Berichterstattung vom nächsten Kampf zu erzählen habe.

(Peter‑René Mandelbaum)

↑
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3. Runde
21.11.1999 Königsspringer Hamburg Delmenhorster SK 1 : 5
Hamburger SK SC Stadthagen 4,0:2,0
Schachelschweine Schachfreunde Achim 3,5:2,5
SC Meerbauer Kiel PSC Hannover 4,5:1,5
SK Rinteln SK Johanneum Eppendorf 4,0:2,0

Bericht

Am Sonntag spielten wir nach der Absage von Simon und Jan mit Jule, Shreyas, dem Berichterstatter, Ingo, Peter und Dorothea. An allen Brettern kam die Vorbereitung aufs Brett und optimistisch rechneten wir nach einer Stunde schon hoch: »Achim 4½ – Hannover 5 – Delmenhorst 5½?!«, ehe Caissa erbarmungslos parteiisch die Delmenhorster (Kenner der Szene sagen auch »Niedersachsen‑Auswahl«, da nur zwei der Spieler ihr Handwerkszeug in Delmenhorst erlernten oder dort wohnen; aber laut ihrem ersten Brett bekommen sie alle nur die Fahrtkosten ersetzt) bevorzugte.

Jule streute einen schlechten Zug ein und musste die Segel streichen, er wurde durch die gegnerische Bauernmasse überrollt.

Dorothea hatte zunächst eine vorteilhafte Stellung auf dem Brett, stellte dann aber zwei Tempi und zumindest den Vorteil wieder ein, spielte danach zwar erstaunlich forsch auf Angriff, wurde aber klassisch ausgekontert und ihre Zeitnot tat ein Übriges. Macht nichts, nicht jeder gegnerische Ersatzspieler hat eine DWZ von 1971.

Da Shreyas kurz vor Doros Aufgabe in ausgeglichener, vielleicht etwas schlechterer Stellung remis akzeptierte, lagen wir ½:2½ zurück.

Kurz darauf musste der Berichterstatter die Waffen strecken, da er in unklarer Stellung eine Qualle auf alles oder nichts opferte und die Konsequenzen in Zeitnot leider nur abschätzen, nicht aber genau ausrechnen konnte.

In einer wirklich dramatischen Zeitnotschlacht zog Peter den Kürzeren, der Vorteil wechselte wie ein Tennisball die Seite, leider behielt der erfahrenere Gegner die Übersicht.

Auf Drängen seiner Mannschaft akzeptierte dann Ingos Gegner remis in einer schon ziemlich lange ausgeglichenen Endspielstellung, Ingos letzten Züge waren Kd2–e3–d2–e3–d4–e3–d2–e3, während sein Gegner noch herumexperimentierte.

Das ernüchternde Endergebnis war somit 1:5, in der Höhe sicherlich nicht nötig und bei den günstigen Stellungen nicht erwartet. Naja, jetzt müssen wir uns wieder auf den Nicht‑Abstiegskampf konzentrieren, doch da bin ich optimistisch.

(Peter‑René Mandelbaum)

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4. Runde
19.12.1999 SC Stadthagen Königsspringer Hamburg 3 : 3
Schachelschweine SC Stadthagen 1,5:4,5
SK Johanneum Eppendorf PSC Hannover 2,5:3,5
Schachfreunde Achim SC Meerbauer Kiel 1,0:5,0
SK Rinteln Hamburger SK 1,5:4,5
SK Rinteln Delmenhorster SK 1,5:4,5

Auf nach »Dorfhagen«

Am Dienstag hatte sich der Berichterstatter ernsthafte Gedanken über den kommenden Auswärtskampf in Stadthagen gemacht. Meine großen geographischen Nachforschungen (Erdkunde nehme ich als P3) ergaben, dass Stadthagen recht weit von Hamburg entfernt ist, daher verlegte ich den Kampf vorsorglich schon mal auf 11:00 Uhr. Die Deutsche‑Bahn‑Auskunft ergab, dass eine mögliche Verbindung mit dem Wochenendticket wäre, am Sonntag morgens um 07:13 Uhr Hamburg Hauptbahnhof loszufahren, um um 11:10 Uhr nach zweimaligem Umsteigen mit Wartezeiten von bis zu 45 Minuten in Stadthagen anzukommen. Hierfür wäre es zumindest nötig, gegen 05:00 Uhr aufzustehen, was ich niemandem zumuten mochte.

Da kam dem MF die Idee, man könne genau wie der SKJE von Samstag auf Sonntag in einer Jugendherberge nahe Stadthagen übernachten, um am nächsten Morgen frisch ausgeruht spielen zu können. Unser Präsi und unser Klingelbeutel waren mit diesem Vorhaben einverstanden, die Mannschaft zeigte sich von dieser Idee fast begeistert. Shreyas meinte allerdings, er könne wahrscheinlich nicht spielen, da er für einige Klausuren lernen müsse. Am Freitag sagte mir Shreyas dann ab, sodass Claus kurzfristig einspringen musste, obwohl seine Oma eigentlich Geburtstag feierte.

So trafen sich am Samstagnachmittag Jule, der Berichterstatter, Ingo, Peter F., Dorothea und Claus (Brettreihenfolge) vor dem Reisezentrum. Um 19:00 Uhr konnten wir dann den ersten Schnellimbisstest vornehmen, getestet wurde eine Dönerbude am Hannoverschen Hauptbahnhof. Die Döner konnten die Versprechungen des redseligen Verkäufers (»Kennt ihr in Hamburg McDonalds Hauptfiliale, da muss ich nachher noch hin, Kollegen besuchen«), diese Döner seien die besten der ganzen Welt, nicht ganz erfüllen, waren aber trotzdem ganz akzeptabel. Von den Geschäften rund um den Hbf. war unsere Shopping‑WIM allerdings gar nicht begeistert, da kann Hannover mit Hamburg echt nicht mithalten.

Die Jugendherberge lag sehr zentral und wäre wirklich eine Endrunde oder KSH‑Jugendreise wert (6‑Bett‑Zimmer mit Waschbecken scheinen hier – im Gegensatz zu Schönhagen – Standard zu sein). Doch bevor die Qualität der Matratzen getestet wurde, ging die Mannschaft geschlossen ins Kino und sah die Komödie ›Schlaflos in New York‹. Gegen 23:00 Uhr waren wir zurück in der Jugendherberge und ließen den Abend bei einer gepflegten Runde Tabu und Activity ausklingen.

Beim Einschlafen machten wir uns erste Gedanken, was uns an den Brettern für Eröffnungen erwarten würden. Besonders lustig war es, Jule und Ingo zuzuhören, etwa 20 Minuten lang grübelten sie, wie sie den beschleunigten Drachen ihrer Gegner umgehen können, die Meinung wechselte immer wieder zwischen »Ach, ich spiel’ Maroczy, ach nee, da hab ich immer nur remis gespielt, oder ich spiel’ einfach Willie‑Aufbau oder nee, vielleicht spiele ich Nimzo, aber das ist auch Ka…e, oder ich spiel’ 1.a3!!, macht auch gegen Pähtz remis, aber remis will ich eigentlich nicht, ich glaub’, ich spiel’ doch Willie!«

Am nächsten Morgen um 09:00 Uhr frühstückten wir, gegen 10:36 Uhr erreichten wir Stadthagen, wo uns die Mudda vom gegnerischen MF abholte und uns in zwei Fuhren (erst die Zöpfe, dann die anderen drei) zum Spiellokal brachte.

Vor Ort wurden wir dann angenehm vom Team‑Esprit der Gegner überrascht, wir hatten zunächst befürchtet, dass uns 2× 2000, 3× 1900 und 1× 1650 erwarten, was uns nicht unbedingt zum Favoriten gemacht hätte, doch fairerweise hatte deren potentielles Brett 1 gerade eine Anti‑Schach‑Phase und wurde gegen einen 1300er ausgetauscht. Außerdem hielten es drei der Gegner für sinnvoll, 20 Minuten später zu erscheinen.

Nach zwei Stunden hatten sich Ingo und sein Gegner geeinigt, Willie‑Aufbau ist im Gewinnsinne also doch nicht streng genug. Eine halbe Stunde später konnte unsere Rechenmaschine Claus mit Hilfe des Motives ›eine gegnerische Figur bedrohen und schlagen‹ einen ganzen Punkt einfahren. Trotzdem waren wir aufgrund der anderen Bretter nicht sonderlich optimistisch; Doro hatte nach verkorkster Eröffnung Zeitnot bei Minusbauer, Peter stand nach Jules und meiner Meinung schlecht, ich stand nach Jules Meinung schlecht und er stand nach seiner Meinung schlecht.

Doch nur bei Doro bestätigten sich die Befürchtungen, im 40. Zug fiel ihre Zeit in schlechter Stellung. Mein Gegner bot mir dann die Punkteteilung an, was ich Jule mitteilte. Er meinte, er wüsste nicht genau, da ihm und mir noch Peters – zumindest unserer Meinung nach – schlechte Stellung im Hinterkopf war. Da meinte ich zu Jule: »Lass’ doch an allen drei Brettern anbieten«, er meinte: »wenn die das machen würden«, ich fragte zaghaft meinen Gegner, dieser akzeptierte. Blöderweise hatten Jule und ich uns nicht noch extra die Mühe gemacht, uns von Peters schlechter Stellung zu überzeugen, er stand mit einem Mehrbauern plötzlich ziemlich günstig und war nicht sonderlich begeistert.

Da der Kampf damit schon nach dreieinhalb Stunden beendet war, durften wir noch eine Stunde auf das Auto warten, welches uns zum Bahnhof bringen sollte. In der Zeit konnten wir den Stadthägern zeigen, aus was für einem Tabu‑Holz wir geschnitzt sind. Beeindrucken konnte uns Stadthagen nur dadurch, dass sie Begriffe wie Rauschgift, XTC und Alkohol sehr sicher mit Beispielen aus dem eigenen Leben erklären konnten. Running Gag war allerdings, welche Probleme ein Stadthagener bei der Erklärung des Begriffs ›Mozartkugel‹ hatte, wo dafür doch ein einziges Zeichen aus unserem Lieblingsspiel Woa, Woa, Woooa oder Hwan Kuk Kang oder auch Stein, Schere, Papier, Freiheitsstatue, Krötenkötel, Regenschier, Died, Ingo‑Fopp und eben Mozartkugel genügt hätte (wer damit nichts anfangen kann, sollte sich dieses Spiel unbedingt von Jule, Ingo oder Shreyas erklären lassen).

Während uns der Stadthagener Betreuer zum Bahnhof fuhr, sorgte Doro noch schnell dafür, dass uns die Stadthagener als verwöhnte Großstadtkinder in Erinnerung behielten; sie fragte unseren Fahrer, ob es in diesem Kaff auch ein Kino geben würde und sowieso, da Stadthagen nur 30.000 Einwohner hätte, müsste es in ›Dorfhagen‹ umbenannt werden. Während unseres Aufenthaltes in Bremen testeten wir noch einen Gyros‑Grill, der prima Gyros‑Taschen hatte, ehe wir den Rest der Rückfahrt bestritten, welche lustig wie jede Fahrt verlief. Während die eine Hälfte der Jubel‑Truppe ›Woa, Woa, Woooa‹ spielte, malte sich die andere Hälfte aus, was passiert wäre, wenn ich meiner Schwester ihr Furby vor der Reise entwendet hätte. Furbys Wortschatz würde sich von Grund auf verändert haben, und während meine Schwester deswegen heulen würde, würde Furby nur »UUUOOOOAAAA« sagen.

Hiermit entschuldige ich mich noch mal kurz bei allen Fahrgästen, die mit uns unterwegs sein durften.

(Peter‑René Mandelbaum)

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5. Runde
13.02.2000 Königsspringer Hamburg SK Rinteln 3 : 3
Schachelschweine Hamburger SK 0,5:5,5
SC Meerbauer Kiel Delmenhorster SK 2,0:4,0
PSC Hannover Schachfreunde Achim 5,0:1,0
Delmenhorster SK PSC Hannover 5,0:1,0

Bericht

Am Samstag regnete es fürchterlich; keiner freute sich auf den Kampf am Sonntag. Ingo hatte seine Generalprobe bei der HJET gegen Claudio mit einem grandiosen Sieg bestanden. Ich dagegen hatte nur remis gegen Jens Nabel gespielt (Bauer mehr im Läuferendspiel hat einfach nicht gereicht). Auch Fjodorow hatte gepatzt; in Zeitnot stellte er eine Figur ein.

Sonntag, 10:00 Uhr: Sonnenschein. Vier Königsspringer treten gegen die Gäste aus Rinteln an. Die beiden Spitzenbretter haben verschlafen.

Sonntag, 10:00 Uhr: Dunkelheit im Zimmer. Der Wecker war kaputt. Ich beeile mich, kein Frühstück! Um 10:40 Uhr erreiche ich den Spielort. Julian ist mittlerweile auch da. Thomas und später Claus kommen als Fans dazu. Vielen Dank an euch. Vielleicht kommen ja nächstes Mal mehr Zuschauer. Immerhin spielen wir in der höchsten Jugend‑Spielklasse Deutschlands. Leider stecken wir etwas im Abstiegskampf. Hoffnung macht uns aber, dass in drei (!!!) Jahren immer noch dieselben Akteure spielberechtigt sind.

An den Brettern passiert lange Zeit nichts. Nach knapp zwei Stunden bekommt Dorothea ein Remisangebot, das aber abgelehnt wird. Im weiteren Spielverlauf ist aber erkennbar, dass sie das letzte Training nicht wirklich wahrgenommen hat (»Was droht der Gegner?«). Deshalb reichte es nach dreieinhalb Stunden nur zum Remis. Peter hatte zu dieser Zeit ein remises Endspiel auf dem Brett. Ingo und René erfreuten sich an der Zeitnot der Gegner, standen aber nicht gerade besser. Julian hatte Raimund Preusser überspielt, fand aber nicht den Gewinnzug und verbrauchte seine ganze Zeit. Rien ne va plus, 0:1! Julian konnte in der Zeitnot seine Stellung nicht halten. Es war eine ganz komische Partie. Zu jeder Zeit stand er gut, konnte aber irgendwie nichts machen am Ende. Volker Branding machte in Zeitnot gegen mich einen Fehler und verlor die Partie. Letztes Jahr war mir dieses Übel in der Zeitnot passiert (2½:3½).

Nach der Zeitnot stand es also 2:2 und Ingo (Qualität mehr) und René (Bauer mehr) konnten kaum noch verlieren. So hofften wir auf einen Sieg. Unglaublicherweise reichte es nicht, mehr kann und will ich dazu nicht sagen. Es war eine Enttäuschung gegen diesen Abstiegskonkurrenten!

(Shreyas Dave)

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6. Runde
16.04.2000 Hamburger SK Königsspringer Hamburg :
SC Stadthagen SC Meerbauer Kiel 3,5:2,5
Delmenhorster SK Schachelschweine 5,5:0,5
Delmenhorster SK Hamburger SK 3,0:3,0
SC Meerbauer Kiel SK Rinteln 3,0:3,0
PSC Hannover SC Stadthagen 5,0:1,0
Schachfreunde Achim Delmenhorster SK 0,0:6,0
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7. Runde
06.05.2000 Königsspringer Hamburg SK Johanneum Eppendorf :
Hamburger SK SK Johanneum Eppendorf 5,5:0,5
SC Stadthagen Schachfreunde Achim 5,0:1,0

Bericht

An einem herrlichen Samstag empfingen wir (Jule, Shreyas, der Autor, Ingo, Peter und Claus) die Mannschaft vom SKJE um den entscheidenden Kampf gegen den Abstieg zu bestreiten. Danke erstmal an Claus, der am Freitag gegen 23:30 Uhr verpflichtet wurde, da Doro aus persönlichen Gründen nicht spielen mochte. Dem SKJE war die Bedeutung des Kampfes offenbar nicht bewusst, sonst hätten sie nicht so schwach aufgestellt, jedenfalls hatten wir vor deren Brettern 4 bis 6 nicht sonderlich viel Respekt und überlegten, Hannes, der uns eigentlich nur anfeuern wollte, doch mal einzusetzen. Aber wir wollten die Jugendlandesliga nicht unnötig schwächen.

Julian konnte nach zehn Zügen eine Mehrfigur verbuchen, nach einem beidseitigen Aussetzer, der sich also nicht auf die Stellung auswirkte, war die Partie nach einer Stunde beendet.

Eine halbe Stunde später musste Ingo gegen Wie‑heißt‑er (»Buch heißt er!«) den Punkt teilen, er hatte aber vorher schon gute Verlustchancen (Figur).

Nach zwei Stunden konnte Claus seinen Gegner an die Wand rechnen, in diesem Fall musste Claus ein dreizügiges Matt finden, eingeleitet durch einen stillen Zug.

An 3 und 5 wurden die ersten 13 Züge jeweils kopiert, erst dann gingen die Eler eigene Wege, Peter konnte seinem Gegner in der c‑Linie mit einem Fesselungstrick empfindliche Materialeinbußen zufügen.

In Zeitnot kam Shreyas dann eine Figur abhanden; schade, vorher hatte er seinen Gegner überspielt.

Der Autor konnte seinen a‑Bauern bis a3 vorschieben und gewann dann eine Qualle. Sein Gegner spielte zwar noch munter weiter, als der a‑Bauer dann durchging, wollte er aber nicht mehr.

Naja, 4½:1½ gewonnen, die Klasse gehalten. Der Team‑Esprit ließ etwas zu wünschen übrig, die Eisdiele war wichtiger, als das Abbauen, was Claus, dem Autor und unserem Fan Thomas überlassen wurde. Auch blieb nicht die ganze Mannschaft bis zum Ende des Kampfes, was aber hoffentlich eine Ausnahme war; in Zukunft soll es keine teaminternen Streitereien mehr geben.

(Peter‑René Mandelbaum)

↑
↓
8. Runde
13.05.2000 Königsspringer Hamburg SC Schachelschweine : ½
PSC Hannover Hamburger SK 2,5:3,5
SK Rinteln PSC Hannover 2,5:3,5
SK Johanneum Eppendorf Delmenhorster SK 0,5:5,5
Hamburger SK SC Meerbauer Kiel 2,5:3,5

Bericht

Der letzte Heimkampf der Saison sollte etwas Besonderes werden, alle Jugendlichen unseres Vereins und angeschlossener Schulschachgruppen sollten kommen, Wolfgang und Steve hatten sich bereit erklärt, die Partien in einem anderen Raum live zu kommentieren, Hannes wollte immer zwischen Live‑Kommentatoren und Spielraum pendeln und die Züge übermitteln. Es waren ungefähr 40 Jugendliche eingeladen, erschienen sind – ich meine natürlich: ist – EINER. Grrrrrrr, der ganze Aufwand für’n A… Trotzdem ein großes Dankeschön an die bereitwilligen Helfer!

Nun zum Spielverlauf: Wenn wir verloren hätten, hätten wir uns nicht beschweren können, zuviel Glück hatten wir.

Als Erster war Ingo fertig, zwischenzeitlich hätte sein Gegner einfach mit seiner Dame einen Turm schlagen können, und wenn Ingo die Dame geschlagen hätte, hätte sein Gegner mit einer Springergabel die Dame gewinnen können. Aber so konnte Ingo eine Figur gewinnen.

Der Autor gewann ziemlich souverän, nach 19 Zügen standen die gegnerischen Figuren alle auf den Reihen 1 und 2.

Julian konnte bei zwischenzeitlich klarer Verluststellung die Zeitnot seines Gegners ausnutzen, um eine hübsche Kombi mit Turmopfer zu starten.

Peter machte einen Zug, der ihm mit Schwarz eine Stellung bescherte, die er mit Weiß in zehn Zügen gewonnen hätte. Sein Gegner tat es nicht, sondern stellte in Zeitnot einen Bauern und eine Figur ein.

Claus konnte seinen Gegner locker an die Wand rechnen und gewann eine Figur und später einen Turm.

Shreyas spielte dann noch knapp drei weitere Stunden, in denen wir anderen Freiluftblitzen trainierten und den Umsatz der Eisdiele ins Unendliche steigerten. Seine zwischenzeitlich ziemlich schlechte Stellung konnte er in eine ziemlich aussichtsreiche verwandeln, was allerdings nicht reichte.

5½:½ gewonnen, ein Fan, drei Animateure, zwei gegnerische Schlachtenbummler. Trotzdem gute Stimmung.

(Peter‑René Mandelbaum)

↑
↓
9. Runde
28.05.2000 SC Meerbauer Kiel Königsspringer Hamburg :
SK Johanneum Eppendorf Schachfreunde Achim 5,5:0,5
SK Rinteln Schachelschweine 6,0:0,0
Schachelschweine SK Johanneum Eppendorf 1,0:5,0
Schachfreunde Achim SK Rinteln 2,0:4,0
Delmenhorster SK SC Stadthagen 4,5:1,5
 
 
 
 
 
 
 
 
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01.01.2017, 00:01 (tr)
 
 
 
 
 
 
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